Mohammad Dawood Majoka
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Khilāfat


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Khilāfat
Einführung in das islamische Konzept der Propheten-Nachfolge
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Verlag der Islam

Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme Mohammad Dawood Majoka:
KhilÁfat – Einführung in das islamische Konzept der Propheten-Nachfolge / Mohammad Dawood Majoka – Frankfurt / M.: Verlag der Islam, 2008
ISBN 978-3-932244-37-7
ISBN 978-3-932244-37-7
Originalausgabe.
Alle Rechte vorbehalten
© Verlag der Islam, Frankfurt am Main, 2008
Vorwort 13
Einführung 16
Grundlagen des KhilÁfat 20
Arten von KhilÁfat 22
KhilÁfat Gottes 23
KhilÁfat der Propheten 26
KhilÁfat eines Volkes 28
2.2. Àyat-IstikhlÁf (der KhilÁfat-Vers) 29
Der KhalÐfah 34
Die Wahl des KhalÐfah 34
In der Ahmadiyya Muslim Jamaat 37
Der KhalÐfah wird von Gott bestimmt 40
Ahmadiyya-Standpunkt 44
Wer kann KhalÐfah werden? 46
KhilÁfat ist nicht erblich 48
Standpunkt der Ahmadiyya Jamaat 50
Verwandte als Nachfolger 53
Der KhalÐfah und Rücktritt 55
Aufgaben des KhalÐfah 57
Status des KhalÐfah 59
Fehlbarkeit und der KhalÐfah 63
Politik und KhilÁfat 70
Der Ahmadiyya-Standpunkt 74
KhalÐfah und die Muslime 77
BaÐÝat und Gehorsamkeit 77
Gehorsam in „MaÝrÙf“ 83
KhilÁfat ist keine Willkürherrschaft 88
Gehorsamkeit dem KhalÐfah gegenüber 93
Gebet 96
Fortsetzung des KhilÁfat 101
Prophezeiung über das künftige KhilÁfat 105
Die Ankunft des Verheißenen Messiasas 110
KhilÁfat des Verheißenen Messiasas 112
Der KhalÐfah und die Anjuman 116
Ist nur der erste KhalÐfah rechtgeleitet? 121
Segnungen des KhilÁfat 124
Festigung der Religion 125
Frieden und Sicherheit 127
TauÎÐd (Einheit Gottes) 130
Gebet, Spenden und Gehorsamkeit dem Gesandten gegenüber 133
DuÝÁ (Das Bittgebet) 135
Die KhulafÁÞ im Islam 138
KhulafÁÞ des Heiligen Prophetensaw 138
ÍaÃrat AbÙ Bakr al-ÑiddÐqra 138
7.1.2. ÍaÃrat ÝUmar al-FarÙqra 144
ÍaÃrat ÝU×mÁn al-ÇanÐra 148
ÍaÃrat ÝAlÐ al-MurtaÃÁra 152
KhulafÁÞ des Verheißenen Messiasas 158
ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra 159
ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra 167
7.2.3. ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah 174
7.2.4 ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah 178
7.2.5. ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba 184
Anhang 1: Das BaÐÝat Formular 187
Anhang 2: Die Bedingungen des BaÐÝat 189
Danksagungen 192
Index 193
* * *
Dem Brauch der Muslime zufolge werden nach der Nennung des Heiligen Propheten, anderer Propheten und der Gefährten einige Gebetsformeln (Salutationen) benutzt. Diese lauten wie folgt:
saw Ñallallahu ÝalaÐhi wa sallam i. e. Friede und Segnungen Gottes seien auf ihm. Wird nur mit dem Namen des Heiligen Propheten MuÎammad benutzt.
as ÝAlaÐhis-SalÁm i.e. Friede sei auf ihm. Wird mit den Namen aller Propheten benutzt.
ra RaÃÐ-Allahu ÝAnhÙ bzw. ÝAnhÁ i.e. Gott möge an ihm/ihr Gefallen finden. Wird bei der Nennung der Gefährten (ÑaÎÁbah) des Propheten benutzt.
rah RaÎamahullahu ÝalaÐh: Möge Allah ihm/ihr Barmherzigkeit erweisen: Nach dem Namen der Heiligen Persönlichkeiten.
atba ayadahullahu taÝÁlÁ binaÒrihil azÐz: Möge Allah ihn mit Seiner starken Hilfe unterstützen: Wird nach dem Namen des jeweiligen KhalÐfah der Ahmadiyya Muslim Jamaat genannt.
AU AnwÁr al-ÝUlÙm (Lichter der Wissenschaf- ten). Gesammelte Werke des zweiten KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra. Sein Großkommentar zum Heiligen QurÞÁn, TafsÐr-e KabÐr, ist nicht hierin enthalten. Ebenso sind die KhuÔabÁÔ, die Ansprachen, separat als
„KhuÔabÁt-e MaÎmÙd“ erschienen.
ÍaÃrat Traditionell wird den Namen heiliger Persönlichkeiten die Ehrenbezeichnung „ÍaÃrat“ vorangestellt, was soviel wie „Verehrter“ beziehungsweise
„Verehrte“ bedeutet.
KhalÐfah Da das vorliegende Buch prinzipiell ein islamische Kalifats-Konzept behandelt, sind die folgenden drei arabischsprachigen Begriffe beibehalten worden: KhalÐfah anstatt des deutschen Wortes Kalif, KhulafÁÞ für den dazugehörigen Plural, und KhilÁfat für die Institution des religiösen Kalifentums. (Àyat beduetet ein QurÞÁn-Vers; der Plural lautet ÀyÁt).
RK RuhÁnÐ KhazÁÞin, Spirituelle Schätze. Gesammelte Werke des Verheißenen Messias und MahdÐsas, unterteilt in drei Gruppen. Gruppe 1 besteht aus 23 Bänden und beinhaltet alle Schriften; Gruppe 2 besteht aus 10 Bänden und enthält Vorträge und Gespräche; diese werden auch als MalfuÛÁt bezeichnet; sowie der Gruppe 3, die sämtliche Bekanntmachungen (IštihÁrÁt) enthält. Ma
Zur Zählweise der QurÞÁn -Verse
Die zur Anwendung kommende Zählung der ÀyÁt des Heiligen QurÞÁn nimmt die „Bismillah ar-RaÎmÁn ar- RaÎÐm“ als die erste Àyat an. Die hier angegebenen Àyat- Nummern sind deshalb gegenüber jenen QurÞÁn-Ausgaben um eins erhöht, die die „Bismillah“ nicht als erste Àyat zählen.
Zur Umschrift (Transkription):
Wörter aus dem Arabischen, Persischen und der Urdusprache werden nach den Regeln der DMG tranksribiert; mit folgenden Ausnahmem: der Buchstabe خ wird wegen der besseren Lesbarkeit mit kh umschrieben. Einige in der Ahmadiyya-Gemeinschaft benutzten Begriffe, die als Eigennahmen anzusehen sind, werden in ihrer englischen Schreibweise wiedergegeben. Für diese Begriffe werden international weitgehend englische Schreibweisen benutzt.
Ahmadiyya Muslim Jamaat
Sadr Anjuman Ahmadiyya
Khuddam-ul-Ahmadiyya
Lajna Imaillah
Tehrik-e Jadid
Waqf-e Jadid
Waqf-e Nau
Ich widme dieses Buch meinen Eltern Mohammad Yousuf Majoka (verst. 1998) und Khatija Begum
Im Jahre 1908 verstarb im damals noch indischen Lahore der Gründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas aus Qadian, Friede sei auf ihm, dem aufgrund göttlicher Offenbarung verkündet worden war, dass er der Verheißene Messias und Imam Mahdi sei, jener Erneuerer der Endzeit, der u. a. von den göttlichen Schriften der Muslime, Christen, Hindus und Sikhs vorausgesagt worden war.
Durch seine Person erfüllte sich das Versprechen Gottes gegenüber den Menschen, ihnen durch Seine Gesandten immer wieder göttliche Leitung zukommen zu lassen, als auch die Wahrhaftigkeit des Heiligen QurÞÁn als Gottes vollkommene Leitung zu bestätigen und aufzuzeigen.
Jeder Gesandte Gottes sammelt eine Gemeinde um sich, deren Mitglieder Bekunder nicht nur der wechselseitigen, lebendigen Beziehung zwischen Gott und Menschen sind, die heute genauso der Wirklichkeit entspricht wie zur Zeit der ersten Menschen, denen Gott sich offenbarte, sondern ebenso zu Wegbereitern und Schützern von Frieden werden, dessen Abwesenheit man in der heutigen Zeit als größte gesellschaftliche Krankheit der Welt bezeichnen muss. Diese Gemeinschaft gilt es auch nach dem Tode eines Gesandten zu schützen, weswegen Allah den Menschen im Heiligen QurÞÁn ein weiteres Versprechen machte. Genau wie der Gesandte
Gottes, Dessen Stellvertreter auf Erden er war, sollte nach dem Ableben des Gesandten ein so genannter KhalÐfah die Leitung der Gemeinde übernehmen, dessen Funktion, wie die Bezeichnung KhalÐfah es bereits vorgibt, die Stellvertreterschaft des verstorbenen Propheten Gottes darstellt.
Um dieses Kalifenamt, das Verständnis darum und den daraus folgenden Schlüssen und Verpflichtungen geht es in dem vorliegenden Buch, das auch als ein Tribut zu verstehen ist an 100 Jahre KhilÁfat-e-Ahmadiyya, dessen Jubiläumsfeierlichkeiten während dieses Jahres 2008 von der Ahmadiyya Muslim Jamaat auf der ganzen Welt gebührend gefeiert werden.
Der Autor, Herr Dr. Dawood Majoka, hat sich der Mühe unterzogen, das gesamte Bedeutungssprektrum des Kalifenamtes zu untersuchen und aufzuzeigen. Dabei fehlt der Einblick in die spirituelle Bedeutung genauso wenig wie die historische, es werden die Rechte und Pflichten des Amtsträgers genauso beleuchtet wie diejenigen der Gemeinde. Es wird aufgezeigt, warum das Kalifentum, wie es der Heilige Qur-ân vorgibt, notwendig ist und wie es beispielsweise der Festigung der Religion dient, Frieden und Sicherheit schafft oder auch die Einheit Gottes schützt.
In der heutigen Zeit, in der Begriffsinhalte oftmals fremdbestimmt sind und – gerade in Bereichen, die auch die Religion betreffen – dem Anschein unterliegen, nur noch künstlichen und irrealen Szenarien entsprechen und dienen zu sollen, versteht sich das vorliegende Buch als notwendige und unüberhörbare Botschaft der Aufklärung gegenüber einer Gesellschaft, die mit dem Begriff des Kalifen oder Kalifentums zumeist entweder angebliche islamische
Weltherrschaftsansprüche verbindet oder eine Exotik von 1001 Nacht assoziiert, ohne um die eigentlich ausschließlich spirituellen Wurzeln dieser segensreichen Einrichtung Bescheid zu wissen.
In diesem Sinne ist diesem wichtigen Beitrag die größt- mögliche Verbreitung zu wünschen.
Frankfurt am Main, im Juli 2008 Abdullah Uwe Wagishauser
Der Begriff, das Wesen und die Wirklichkeit des KhilÁfat sind sowohl unter den Muslimen als auch im Westen seit langem Gegenstand von langwierigen Debatten und abenteuerlichen Mutmaßungen. Breite Massen sahen und sehen im KhilÁfat bloß eine Form der orientalischen Herrschaft, während im öffentlichen Diskurs darin derzeit eine mit der westlichen Demokratie unvereinbare Vermischung von Staat und Religion gesehen wird. Die religiös-politischen Kräfte in der islamischen Welt träumen von einer Renaissance des KhilÁfat, das durch Kemal Pascha in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts abgesetzt worden war. Und im Westen wird bisweilen das Schreckensgespenst eines Kalifatsstaats gezeichnet, so als ob wir kurz davor stünden, von orientalischen Potentaten regiert zu werden. Bedauerlicherweise ist bei dieser Auseinandersetzung überall eine Tendenz zur Vereinfachung und Pauschalisierung feststellbar. Der Weitschichtigkeit vom Konzept des KhilÁfat wird kaum Rechnung getragen. Beispielsweise unterscheidet sich die Vorstellung der Ahmadiyya Muslim Jamaat über das KhilÁfat wesentlich von der Ansicht jener Gruppierungen, die heute in der islamischen Welt im Namen der Religion Politik betreiben. Notwendig ist heute also die oft geforderte, aber kaum vollzogene Rückbesinnung auf die Quellen: Was sagt der QurÞÁn, was schließt man aus der Sunnah und dem ÍadÐ× über das KhilÁfat?
Tatsächlich ist das KhilÁfat eine Institution im Islam, die auf die Aussagen des Heiligen QurÞÁn und des Heiligen Prophetensaw zurückzuführen ist. Das arabische Wort
„KhalÐfah“ (Kalif) bedeutet „Nachfolger“. Es hat in der
islamischen Terminologie verschiedene Bedeutungen, wird aber vor allem für die Nachfolge eines Propheten, insbesondere des Heiligen Propheten Muhammadsaw, benutzt. Diese Beziehung zum Propheten verleiht dem KhalÐfah seine einzigartige Stellung in der islamischen Welt. Als Nachfolger des Prophetensaw verfügt er über höchste Autorität in allen Angelegenheiten der Religion. Wie der Prophetsaw, legt auch der KhalÐfah den Heiligen QurÞÁn aus und interpretiert die Lehren des Islam in Bezug auf die Fragen der Zeit. Außerdem ist er die letzte Instanz bei der Auslegung des islamischen Rechts. Alle Muslime sind angehalten, dem KhalÐfah Gehorsam zu leisten und ihm so treu zu sein, wie sie es dem Propheten gegenüber zu Treue verpflichtet waren.
Nach dem Prophetentum ist das KhilÁfat also die zentrale Institution des Islam. Hierfür bildet der Heilige QurÞÁn die theologische Grundlage. Die ausführliche Beschreibung der Aufgaben eines KhalÐfah und die Pflichten eines Muslims gegenüber dem KhalÐfah sind im QurÞÁn und den Aussagen des Heiligen Prophetensaw niedergelegt.
Heute ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat die einzige Gemeinde im Islam, in der es die Institution des KhilÁfat nach dem Muster des Prophetentums gibt und die sich seit inzwischen mehr als 100 Jahren der Leitung durch einen KhalÐfah erfreut. Das KhilÁfat-Konzept der Ahmadiyya Muslim Jamaat ist rein spiritueller Natur. Der KhalÐfah ist demzufolge der spirituelle Nachfolger des Verheißenen Messias und MahdÐ – ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas (1835- 1908) – der seinerseits vom Heiligen Prophetensaw als sein KhalÐfah und Erneuerer des Islam vorausgesagt worden ist.
Obwohl das KhilÁfat, wie auch das Amt eines Propheten, grundsätzlich ein spirituelles Amt ist, waren die KhulafÁÞ zu Beginn des Islam darüber hinaus die höchste Autorität in weltlichen Angelegenheiten, wie es auch der Heilige Prophetsaw zu seinen Lebenszeiten gewesen war. Diese doppelte Funktion der ersten KhulafÁÞ hat dazu geführt, dass später die Könige der Muslime im Allgemeinen KhalÐfah genannt wurden. Folglich geriet das spirituelle Konzept des KhilÁfat mit der Zeit in den Hintergrund, der KhalÐfah wurde mehr und mehr zu einer symbolischen Figur.
Deshalb ist das KhilÁfat eines jener Konzepte im Islam, das leider vielfach falsch verstanden worden ist, sowohl von den Muslimen als auch von den Nichtmuslimen. Man betrachtet das KhilÁfat größtenteils nur als ein Symbol einer politischen Einheit. Die Nichtmuslime sehen im KhilÁfat genauso nur eine politische Kraft, zudem eine, die – angeblich – mit allen Mitteln die politische Herrschaft des Islam über die ganze Welt anstrebt. Dies erklärt auch ihre Reaktion bei jeder Erwähnung von KhilÁfat oder eines KhalÐfah in der heutigen Zeit. Es sollte für den Moment genügen zu sagen, dass solche Vorstellungen dem wahren islamischen Konzept von KhilÁfat völlig widersprechen.
In den nachfolgenden Kapiteln wird auf das Konzept des islamischen KhilÁfat anhand der Aussagen des Heiligen QurÞÁn, des Heiligen Propheten Muhammadsaw und der rechtgeleiteten KhulafÁÞ ausführlich eingegangen. Zur Erläuterung des KhilÁfat-Konzepts der Ahmadiyya Muslim Jamaat, das den ursprünglichen islamischen Lehren entspricht, werden die Aussagen des Gründers der Gemeinde und seiner Nachfolger zugrunde gelegt.
Ziel dieses Buches ist unter anderem die im Zusammenhang mit dem Konzept des KhilÁfat gestellten Fragen seitens der Nichtmuslime, vor allem in der modernen Gesellschaft, zu beantworten. Auch die Menschen in Deutschland stehen aufgrund der geschichtlichen Erfahrung in der Zeit der Reformation und des Nationalsozialismus jeder Art von Führung besonders kritisch gegenüber. Die Frage nach der Unfehlbarkeit, dem Gehorsam, und dem Verhalten gegenüber dem Staat sind deshalb Gegenstand ausführlicher Erörterung.
Darüber hinaus sind zur Behandlung sämtlicher Fragen die grundlegenden Passagen aus dem Heiligen QurÞÁn und den AÎÁdÐ× – d. h. den Überlieferungen des Heiligen Prophetensaw – wiedergegeben worden. Die Fortsetzung eines KhilÁfat in unserer Zeit ist ein aktuell vieldiskutiertes Thema unter den Muslimen. Wie diese Fortsetzung getreu den Aussagen des Heiligen QurÞÁn und denen des Heiligen Prophetensaw zu verstehen ist, wird aus der Sicht der Ahmadiyya Muslim Jamaat im Detail dargestellt.
Wir hoffen und beten, dass die vorliegende Behandlung des Themas KhilÁfat dabei helfen wird, die bestehenden Missverständnisse zu beseitigen.
Amin
Das KhilÁfat ist ein zentrales islamisches Konzept, das auf den Aussagen des Heiligen QurÞÁn und des Heiligen Prophetensaw beruht. Das Wort „KhalÐfah“ wird im arabischen in verschiedenen Bedeutungen verwendet, die alle
von dem Wortstamm „Kh-L-F“ ( = nachfolgen) abgeleitet
werden. Auch im Heiligen QurÞÁn wird das Wort KhilÁfat in verschiedenen Bedeutungen verwendet. Da der Heilige QurÞÁn für die Muslime die Grundlage aller Glaubenslehren ist, scheint es angebracht, eine kurze Übersicht über die Verwendung dieses Wortes im QurÞÁn zu geben.
Die primäre Bedeutung von „khalf“ ist, hinter, nach etwas oder an seiner Stelle zu sein. Dies wird auch anhand der folgenden Stelle im Heiligen QurÞÁn deutlich:
( öΝßγx ù=yz $tΒuρ óΟÎγƒÏ‰÷ƒr& š÷t/ $tΒ ãΝn=÷ètƒ
Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen (khalfahum). (al- Baqarah 2:256)
In diesem Sinne ist der KhalÐfah derjenige, der zeitlich nach einer Person kommt und deren „Nachfolger“ ist, im Gegensatz zu ihrem „Vorgänger“. Auch die Nachkommenschaft oder im Allgemeinen die nachfolgenden Generationen werden in diesem Sinne gemeinhin als
„KhalÐfah“ genannt, und so heißt es im Heiligen QurÞÁn:
Zπtƒ#u y7x ù=yz ôyϑÏ9 šχθä3tGÏ9 y7ÏΡy‰t7Î/ y7ŠÉdfuΖçΡ tΠöθu‹ø9$$sù
So wollen Wir dich heute erretten in deinem Leibe, auf dass du ein Zeichen seiest denen, die nach dir kommen. (Younus 10:93)
Diese zeitliche Folge ist aber nicht in jedem Fall notwendig. Selbst eine Vertretung in der Abwesenheit, auch wenn der zu Vertretende nicht gestorben ist, wird KhilÁfat genannt. Es heißt im QurÞÁn, dass als ÍaÃrat MÙsÁas (Moses) sich für vierzig Nächte zurückzog, er zu seinem Bruder HÁrÙnas (Aaron) sagte:
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Und Moses sprach zu seinem Bruder Aaron: „Und vertritt mich bei meinem Volk.“ (al-Aaraf 7:143)
Hieraus wird deutlich, dass das Wort „KhalÐfah“ auch für Stellvertreter gilt, in diesem Fall den Stellvertreter eines Propheten. Diese Stellvertreterschaft ist nicht nur nach dem Tode des zu Vertretenden möglich, sondern auch bereits zu seinen Lebzeiten während seiner Abwesenheit. Eine andere Verwendung des Wortes KhalÐfah finden wir bei der Erwähnung der Geschichte von Àdamas im Heiligen QurÞÁn:
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Und als dein Herr zu den Engeln sprach: „Ich will einen Statthalter (KhalÐfah) auf Erden einsetzen.“ (al-Baqarah 2:31)
Àdamas ist hier als KhalÐfah Gottes bezeichnet worden. Demnach kann das Wort „KhalÐfah“ auch für einen
Stellvertreter benutzt werden, dem von einer höheren Autorität bestimmte Aufgaben übertragen werden. Denn Àdamas hatte als Prophet die Aufgabe, die Menschen zu leiten und ihnen das Wort Gottes zu verkünden.
ImÁm RaÈib al-IsfahÁnÐ (verst. 1108 n. Chr.), ein bedeutender Lexikograph der arabischen Sprache, schreibt, dass das KhilÁfat oder die Vertretung aus folgenden Gründen vorkommen kann:
KhilÁfat ist die Vertretung durch einen Anderen, entweder aufgrund seiner Abwesenheit, seines Todes, seines Verhindertseins oder um den Vertreter zu ehren.1
Zusammenfassend können wir also festhalten, dass ein KhalÐfah dem qurÞÁnischen KhilÁfat-Konzept zufolge jene Person ist, die eine andere Person vertritt. Diese Vertretung kann verschiedene Formen annehmen.
Es gibt verschiedene Arten des KhilÁfat, die im Heiligen QurÞÁn Erwähnung finden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um das KhilÁfat Gottes, das KhilÁfat eines Propheten (das ist die Art von KhilÁfat, mit der wir uns hauptsächlich beschäftigen werden) und das KhilÁfat eines
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1 ImÁm RaÈib al-IsfahÁnÐ, Al-MufradÁt fi ÇarÐb al-QurÞÁn
Volkes. Es ist wichtig, zwischen diesen Formen zu unterscheiden und die QurÞÁn-Stellen bezüglich jeder dieser Arten von KhilÁfat getrennt zu betrachten. Diese zusammenhängende Betrachtung ist unerlässlich für das richtige Verständnis des tatsächlichen islamischen Konzepts. Anderenfalls läuft man Gefahr, dem KhilÁfat – im Sinne der Nachfolge eines Propheten – Funktionen zuzuschreiben, die ihm nicht zueigen sind.
An erster Stelle erwähnt der Heilige QurÞÁn das KhilÁfat Gottes. Das sind jene KhulafÁÞ, die von Gott unmittelbar durch Offenbarung ausgewählt werden und Ihn auf der Erde vertreten. Sie sind mit der Aufgabe betraut, den Menschen die Botschaft Gottes zu überbringen. Der erste Fall dieser Art ist in der bereits zitierten Stelle aus dem Heiligen QurÞÁn über das KhilÁfat Àdamsas angesprochen worden:
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Und als dein Herr zu den Engeln sprach: „Ich will einen Statthalter auf Erden einsetzen.“ (al-Baqarah 2:31)
Gott wählte einen Menschen unmittelbar als Seinen Stellvertreter aus und teilte dies den Engeln mit. Er hauchte in Àdam von Seinem Geist ein und lehrte ihn, was selbst die Engel nicht wussten (al-Baqarah 2:31ff.). Auch von einem anderen Propheten, DÁwÙdas (David), heißt es, dass er ein KhalÐfah Gottes gewesen war:
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„O David, Wir haben dich zu einem Stellvertreter auf Erden gemacht.“ (ÑÁd, 38:27)
Beide Stellen zeigen nicht nur, dass Gott Menschen zu Seinen Stellvertretern auf Erden macht, sondern auch, dass ihnen als Propheten die Offenbarung Gottes gewährt wird.
Hier wird häufig die Frage gestellt, warum bestimmte Menschen zu Stellvertretern Gottes gemacht werden und Gott nicht jedem Einzelnen Seinen Willen direkt mitteilt, wie Er dies gegenüber den Propheten ja auch tut. Warum ist ein Mittler zwischen Mensch und Gott erforderlich, während Glaube und Religion eine persönliche und individuelle Angelegenheit zwischen Gott und Mensch darstellen?
Der Heilige QurÞÁn sagt:
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#Z ,Î7x. #vθçGãã öθtGtãuρ öΝÎγÅ¡à Ρr& þ’Îû (#ρç y9õ3tGó™$# ωs)s9 3
Und diejenigen, die nicht auf die Begegnung mit Uns harren, sprechen: „Warum werden nicht Engel zu uns herniedergesandt? Oder wir sollten unseren Herrn schauen.“ Wahrlich, sie denken zu hoch von sich und haben die Schranken arg überschritten. (al- FurqÁn 25:22)
Der Grund hierfür ist der, dass sich viele dieser Menschen arrogant und sündhaft verhalten und daher einer unmittelbaren Kommunikation mit Gott nicht würdig sind. Nur diejenigen, die sich innerlich gereinigt haben und demütig sind, sind der Kommunikation mit Gott würdig. Der Heilige QurÞÁn sagt, dass neben den Propheten auch andere Menschen durch spirituellen Fortschritt eine Stufe der Nähe Gottes erreichen können, und sicherlich auch erreichen werden, wo auch sie von Gott wörtliche Offenbarungen erhalten. Das Auswählen bestimmter Menschen für die Offenbarungen ist also keine Ungerechtigkeit anderen Menschen gegenüber, sondern ist eine Folge ihres eigenen Verhaltens.
Es stellt sich dann noch die Frage, warum Gott Menschen als Propheten schickt, während sie doch als fehlbar gelten, und warum Er keine Engel sendet, die doch als fehlerfrei beschrieben werden? Der Heilige QurÞÁn antwortet hierauf:
ΟÎγøŠn=tæ $uΖø9¨”t∴s9 tÏiΨÍ≥yϑôÜãΒ šχθà±ôϑtƒ ×πx6Íׯ≈n=tΒ ÇÚö‘F{$# ’Îû šχ%x. öθ©9 ≅è%
Zωθß™§‘ $Z6n=tΒ Ï!$yϑ¡¡9$# š∅ÏiΒ
Sprich: „Wären auf Erden Engel gewesen, friedlich und in Ruhe wandelnde, Wir hätten ihnen gewiss einen Engel vom Himmel als Gesandten geschickt.“ (BanÐ IsrÁÞÐl 17:96)
Sinn und Zweck des Prophetentums ist, die Menschen zu leiten und ihnen Wege zur Erkenntnis und Nähe Gottes zu zeigen. Die Menschen brauchen hierfür ein Vorbild, dem sie folgen und das ihnen Anleitung gibt, wie sie sich in
bestimmten Situationen zu verhalten haben. Da die Engel ihrem Wesen nach von Menschen verschieden sind, können sie kein Vorbild für die Menschen sein und folglich werden sie auch nicht als Propheten für die Menschen entsandt.
Der Heilige QurÞÁn erwähnt auch das KhilÁfat der Propheten. Demnach gibt es Personen, die in der Abwesenheit eines Propheten dessen Aufgaben fortsetzen und seine Anhänger leiten. So wird das KhilÁfat von MÙsÁas durch HÁrÙnas im QurÞÁn erwähnt. Als MÙsÁas sich auf Gottes Geheiß für dreißig Nächte auf einen Berg zurückzog, die später durch zehn weitere Nächte zu insgesamt vierzig ergänzt wurden, ernannte er seinen Bruder HÁrÙnas zu seinem KhalÐfah:
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Und Moses sprach zu seinem Bruder Aaron: „Vertritt mich bei meinem Volk.“ (al-AÝrÁf 7:143)
Dieses KhilÁfat war nur vorübergehend und endete, als MÙsÁas zu den Israeliten zurückkehrte. Demnach verlangt die längere Abwesenheit eines Propheten nach einem Stellvertreter, der in seinem Namen die Gefolgschaft des Propheten weiter führt. Wenn das KhilÁfat bereits aufgrund einer temporären Abwesenheit eines Propheten notwendig ist, so kann man daraus leicht folgern, wie wichtig es sein muss, nach seinem Ableben einen Nachfolger zu bestimmen.
Diese Art von KhilÁfat kann durch eine Weisung des zu vertretenden Propheten begrenzt werden. So sagte MÙsÁas zu HÁrÙnas:
“Ì øΒr& |MøŠ|Áyèsùr& Ç∅yèÎ7®Ks? ωr&t (#þθ&=|Ê öΝßγtF÷ƒr&u‘ øŒÎ) y7yèuΖtΒ $tΒ ãβρã ≈yγ≈tƒ Α$s%
t÷t/ |Mø%§ sù tΑθà)s? βr& àMŠÏ±yz ’ÎoΤÎ) ( û©Å›ù&t Î/ Ÿωuρ ©ÉLu‹ósÎ=Î/ õ‹è{ù's? Ÿω ¨ΠàσuΖö6tƒ tΑ$s%
’Í<öθs% ó=è%ö s? öΝs9uρ Ÿ≅ƒÏℜt ó™Î) û©Í_t/
Er sprach: „O Aaron, was hinderte dich, als du sie irregehen sahst, mir zu folgen? Bist du denn meinem Befehl ungehorsam gewesen?“ Er antwortete: «O Sohn meiner Mutter, greife nicht an meinen Bart, noch an mein Haupt[haar]. Ich fürchtete, du möchtest sprechen: „Du hast Spaltung unter den Kindern Israels hervorgerufen und mein Wort nicht beachtet.“» (ÓÁHÁ 20:93-95)
Obwohl ÍaÃrat HÁrÙn selbst auch ein Prophet war, so war er anlässlich dieser Begebenheit als KhalÐfah von ÍaÃrat MÙsÁas letzterem gegenüber verantwortlich. Deshalb ermahnte beziehungsweise tadelte ihn ÍaÃrat MÙsÁ sogar, als er von der Verirrung der Israeliten erfuhr. In diesem Sinne sind die KhulafÁÞ (Nachfolger) eines Propheten an dessen Anweisungen gebunden und ihm gegenüber verantwortlich.
Der Verheißene Messiasas schrieb zu dieser Art des KhilÁfat:
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„KhalÐfah“ bedeutet Stellvertreter, der die Religion erneuert. Wenn das Zeitalter der Propheten vorüber ist, breitet sich Dunkelheit aus, und um diese zu beseitigen, erscheinen ihre Stellvertreter, die
„KhalÐfah“ genannt werden (MalfuÛÁt Bd. 4, Seite 383)
Die dritte Art des KhilÁfat, die im QurÞÁn erwähnt worden ist, ist das KhilÁfat eines Volkes. Es heißt z.B.:
ÏM≈uΖÉi8t7ø9$$Î/ Οßγè=ߙ①öΝåκøEu!%y`uρ (#θßϑn=sß $£ϑs9 ôΜä3Î=ö6s% ÏΒ tβρã à)ø9$# $uΖõ3n=÷δr& ô‰s)s9uρ y#Íׯ≈n=yz öΝä3≈oΨù=yèy_ §ΝèO tÏΒÌ ôfßϑø9$# tΠöθs)ø9$# “Ì“øgwΥ y7Ï9≡x‹x. 4 (#θãΖÏΒ÷σã‹Ï9 (#θçΡ%x. $tΒuρ
tβθè=yϑ÷ès? y#ø‹x. t ÝàΖoΨÏ9 öΝÏδω÷èt/ .ÏΒ ÇÚö‘F{$# ’Îû
Und Wir vernichteten viele Geschlechter vor euch, als sie frevelten; denn es kamen zu ihnen ihre Gesandten mit deutlichen Zeichen, sie aber wollten nicht glauben. Also vergelten Wir dem sündigen Volk. Danach machten Wir euch zu ihren Nachfolgern auf der Erde, auf dass Wir sähen, wie ihr handeln würdet. (YÙnus 10:14-15)
Es ist die Praxis Gottes, dass wenn ein Volk aufgrund seines Verhaltens bestraft und von der Erde getilgt wird, Er an dessen Stelle ein anderes Volk erblühen und seinen Platz einnehmen lässt. Das KhilÁfat dieses Volkes ist weder als Vertretung Gottes noch als Nachfolge eines Propheten zu verstehen. Es handelt sich in diesem Falle vielmehr um ein Volk, das zeitlich auf ein anderes folgt, und deshalb als KhalÐfah (Nachfolger) bezeichnet wird.
Leider, so zeigt es die Geschichte, sind die Völker, die nachfolgen, in vielen Fällen auch nicht besser als ihre Vorgänger. Der Heilige QurÞÁn sagt, dass selbst die Nachkommen und Nachfolger von gottesfürchtigen Menschen sich oftmals nicht gleichermaßen als würdig erwiesen:
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$†‹xî tβöθs)ù=tƒ
Dann aber kamen nach ihnen schlechte Nachfahren, die das Gebet vernachlässigten und Leidenschaften folgten. So gehen sie nun sicherlich dem Untergang entgegen. (Maryam 19:60)
Wenn in der islamischen Literatur vom KhilÁfat gesprochen wird, so ist damit im Allgemeinen das KhilÁfat der Propheten gemeint. Auch im Folgenden wird das Wort „KhilÁfat“ als gleichbedeutend mit dem KhilÁfat eines Propheten benutzt.
Die Àyat-IstikhlÁf, der KhilÁfat-Vers, aus dem Heiligen QurÞÁn bildet im Islam die Grundlage für das KhilÁfat nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw Die Àyat-IstikhlÁf lautet wie folgt:
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óΟßγ¨Ζx Î=ø⇐tGó¡uŠs9
ÏM≈ysÎ=≈¢Á9$#
(#θè=Ïϑtãuρ
óΟä3ΖÏΒ
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tÏ%©!$#
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Verheißen hat Allah denen unter euch, die glauben und gute Werke tun, dass Er sie gewisslich zu Nachfolgern auf Erden machen wird, wie Er jene, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und dass Er gewisslich für sie ihre Religion befestigen wird, die Er für sie auserwählt hat; und dass Er gewisslich ihren (Stand), nach ihrer Furcht, in Frieden und Sicherheit verwandeln wird: Sie werden Mich verehren, (und) sie werden Mir nichts zur Seite stellen. Wer aber hernach undankbar ist, das werden die Empörer sein. (al-NÙr 24:56)
Aus dieser Àyat können zunächst folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:
Das KhilÁfat ist ein Versprechen Gottes,
Es ist nur den Gläubigen gemacht worden,
Es gilt unter der Bedingung, dass sie gute Werke tun.
Gott verspricht, dass er unter Ihnen KhulafÁÞ bestimmen wird,
Hiermit bezweckt Er zwei Dinge, nämlich:
die Religion zu festigen;
den Zustand der Angst und Unsicherheit unter den Gläubigen durch den Zustand von Frieden und Sicherheit zu ersetzen.
Ferner wird das KhilÁfat dazu führen, dass
die Gläubigen nur Gott anbeten werden und
Gott nichts zur Seite stellen werden.
Wer indes anschließend undankbar ist, wird in den Augen Gottes zum Empörer und Übertreter.
Dass diese Àyat von der zweiten Art des KhilÁfat spricht, und nicht vom Prophetentum selbst, ist daran zu erkennen, dass sich dieses Versprechen an die Gläubigen richtet. Der Prophetsaw war selbst Empfänger dieser Offenbarung und deshalb schon lange vor der Offenbarung dieser Àyat ein KhalÐfah Gottes auf Erden. Deshalb kann es sich hierbei nicht um das KhilÁfat Gottes im Sinne eines prophetischen KhilÁfat handeln.
Die Àyat kann sich aber auch nicht allein auf die dritte Art von KhilÁfat beziehen, nämlich der Nachfolge eines Volkes durch ein anderes. Denn dieses Versprechen ist nur jenen Gläubigen gemacht worden, die gute Werke tun. Ihnen wird auch versprochen, dass Gott ihre Furcht in Sicherheit verwandeln und ihre Religion für sie festigen wird. Dagegen stellt die dritte Art von KhilÁfat nur die Nachfolge eines Volkes dar und ist nicht mit der Festigung der Religion und der Herstellung von Sicherheit verbunden. Sie ist vielmehr eine weltliche Nachfolge bei der die Nachfolger geprüft werden wie aus den Worten „auf dass Wir sähen, wie ihr handeln würdet.“2 ersichtlich ist.
Der Heilige Prophetsaw hat dies auch deutlich gemacht. Ersaw sagte:
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2 YÙnus 10:14-15
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Die Kinder Israels wurden von Propheten regiert, immer wenn ein Prophet starb, folgte ihm ein weiterer Prophet. Aber nach mir ist kein Prophet, stattdessen wird es viele KhulafÁÞ geben (ÑaÎÐÎ Muslim KitÁb al-Amarah, BÁb wuÊÙb al-wafÁÞ BaÐÝt al- KhulafÁÞ Nr. 3429)
Der Inhalt der „Àyat-IstikhlÁf “ betrifft ein Themenspektrum, das von der Wahl des KhalÐfah bis hin zur Beschreibung seiner Aufgaben reicht. Deshalb werden wir bei der Behandlung von verschiedenen Aspekten des KhilÁfat immer wieder auf diese Àyat zurückkommen. Wichtig dürfte für uns im Moment nur die Tatsache sein, dass den rechtschaffenen Gläubigen bereits im QurÞÁn ein System von KhilÁfat versprochen wird und dass es mitnichten als eine Erfindung aus der Notwendigkeit der späteren Zeit heraus entstand. Überdies sehen wir, dass Gott Selbst den KhalÐfah bestimmt. Denn Gott hat hier eindeutig versprochen, dass Er gewisslich KhulafÁÞ unter den Gläubigen bestimmen wird. Daraus kann schließlich die Konsequenz gezogen werden, dass sich der KhalÐfah auf den Beistand Gottes vertrauen kann. Denn wenn Gott einen KhalÐfah einsetzt, so wird Er diesem sicherlich auch Seine Unterstützung zuteil werden lassen.
Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messiasas, ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra (1889-1965) führt zu dieser Àyat in seinem „Großen Kommentar“ (TafsÐr-e KabÐr) aus:
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In dieser Àyat ist das Schicksal der Muslime besiegelt worden und es wird ihnen versprochen, dass Gott der Erhabene unter ihnen das KhilÁfat einsetzen wird, wie Er das KhilÁfat unter den vergangenen Völkern einsetzte. Voraussetzung hierfür ist, dass sie an das KhilÁfat glauben und sich dafür angemessen anstrengen und bemühen. Durch das KhilÁfat wird Gott ihre Religion festigen, die Er für sie ausgewählt hat. Und die Wurzeln dieser Religion wird Er stärken, so dass sie Anhänger des Einen Gottes bleiben werden und keinen Polytheismus annehmen werden. Aber es soll deutlich werden, dass dies ein Versprechen, und keine Prophezeiung ist. Falls die Muslime nicht mehr an KhilÁfat glauben und keine Dienste leisten, die für die Erhaltung der KhilÁfat notwendig sind, so werden sie nicht mehr dieser Gnade würdig sein.
(ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, TafsÐr-e KabÐr, Bd. 6, Seite 367)
Die Person des KhalÐfah ist der Mittelpunkt der Institution des KhilÁfat. Mit der Verleihung der Würde des KhalÐfah übernimmt er die Führung der gesamten Gemeinschaft der Muslime und auch die Verantwortung für jeden Einzelnen von ihnen. Er tritt das Erbe des Propheten an und wird dessen spiritueller Nachfolger. Diese einzigartige Stellung verändert auch seine eigene Persönlichkeit augenblicklich, weshalb man ab dem Tag seiner Wahl eine neue Person in ihm sieht.
Nach der islamischen Lehre wird – im Gegensatz zu einem Propheten – ein KhalÐfah nicht von Gott unmittelbar durch Offenbarung auserwählt3. Stattdessen hat Gott die Wahl eines KhalÐfah von den Gläubigen abhängig gemacht. Solange die Gläubigen aufgrund ihrer Werke des KhilÁfats für würdig erachtet werden, wird Gott sie bei der Bestimmung des KhalÐfah leiten.
Das genaue Verfahren für die Bestimmung eines KhalÐfah ist indes im Heiligen QurÞÁn nicht festgeschrieben worden. Diese Tatsache hat dazu geführt, dass bei der Wahl der als vier Rechtgeleiteten KhulafÁÞ bekannten Nachfolger des Propheten Muhammadsaw verschiedene Verfahren zur Anwendung kamen. Alle diese Verfahren haben daher die Autorität der Gefährten des Heiligen Prophetensaw hinter sich.
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3 Siehe oben Seite 26
Nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw versammelten sich die führenden Personen unter den Muslimen an einem Ort namens „Thaqifa Banu Saadah“ in Medina. Dort einigten sie sich nach einer kurzen Diskussion auf ÍaÃrat AbÙ Bakrra als ersten KhalÐfah des Heiligen Prophetensaw Alle Anwesenden legten daher an seiner Hand einen Treueid ab4. Das ist somit eine Möglichkeit, einen KhalÐfah zu bestimmen: Die führenden Köpfe der Gemeinde versammeln sich an einem Ort und wählen nach Beratung einen KhalÐfah.
Die zweite Möglichkeit der Wahl eines KhalÐfah sehen wir im Handeln von ÍaÃrat AbÙ Bakrra Als er kurz vor seinem Tod krank wurde, beriet er sich mit einigen Personen, die sein Vertrauen genossen und auch ansonsten wegen ihrer Gottesfurcht und ihrer Verdienste um den Islam zu den hervorragendsten unter den Muslimen gehörten. Er ernannte daraufhin ÍaÃrat ÝUmar bin al-KhaÔÔÁbra zu seinem Nachfolger5.
Die dritte Möglichkeit, einen KhalÐfah zu wählen, wurde bei der Wahl des dritten KhalÐfah benutzt. Als ÍaÃrat ÝUmarra infolge eines Anschlags schwer verletzt wurde, setzte er ein Gremium aus sechs Personen ein, die nach gegenseitiger Beratung einen KhalÐfah aus ihrer Mitte wählen sollten. Kurz darauf starb ÍaÃrat ÝUmarra. Die Mitglieder des von einberufenen Gremiums trafen sich und wählten nach
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4 Ibn HišÁm, Amr ÕaqÐfah Bani SÁdah
5 ÓabarÐ TarÐkh, Ereignisse des Jahr 13 NH. as-SuyÙÔÐ, TÁrÐkh al- KhulÁfa, AbÙ Bakrra
ausführlicher Diskussion ÍaÃrat ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra zum dritten KhalÐfah6.
Alle drei Möglichkeiten der Wahl eines KhalÐfah sind also durch die Prophetengefährten zur Anwendung gekommen und gelten gleichermaßen als legitim. Es ist zu beachten, dass allen drei Fällen eines gemeinsam ist, nämlich die Beratung vor der Wahl des KhalÐfah.
Es ist verboten, dass jemand für sich das Amt des KhalÐfah beansprucht oder für einen anderen gleichsam Wahlkampf betreibt. Der Heilige Prophetsaw hat die Anweisung erteilt:
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Der Heilige Prophetsaw sagte: O Abdul Rahman bin Samrah, verlange nicht nach einem Amt. Denn sollte es dir gemäß deinem Verlangen gegeben werden, so wird es dir eine Bürde sein. Und wenn es dir gegeben wird, ohne dass du danach verlangst, so wirst du darin unterstützt werden. (BukhÁrÐ, KitÁb al-ÏmÁn wal NuÆÙr, Nr. 6132)
Es ist ebenso verboten, noch zu Lebzeiten eines KhalÐfah über einen möglichen Nachfolger zu sprechen. Rebellion und Zerstörung der Einheit und des Friedens sind ein
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6 ÓabarÐ, TarÐkh … Ereignisse des Jahr 23 H, Geschichte der Shura. As-SuyÙti, TarÐkh al- KhulafÁÞ , Umar bin al-KhattÁbra - Usman bin Affan
schwerwiegendes Vergehen. Von dem Heiligen Prophetensaw wird berichtet:
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… ich habe den Gesandten Gottes sagen gehört: „Wer auszieht, während die Menschen einen ImÁm haben“, und bei Gott, er sagte nicht „ein Gerechter“, „damit er ihren Zepter bricht und ihre Einheit zerstört, so bekämpft ihn, wer auch immer er ist.“ (ÓabarÐ, Ereignisse des Jahr 34)
Wenn diese Anweisung selbst für einen ImÁm oder Führer gilt, so gilt sie umso mehr für den KhalÐfah (der Zeit). Allerdings ist der KhalÐfah selbst an diese Anweisung nicht gebunden. Wie es die überlieferte Praxis des Heiligen Prophetensaw und von ÍaÃrat AbÙ Bakrra zeigt, ist der jeweilige KhalÐfah durchaus berechtigt, sich über seine eigene Nachfolge zu beraten (siehe oben).
Bei der Wahl des KhalÐfah in der Ahmadiyya Muslim Jamaat wird der Praxis der Gefährten des Heiligen Prophetensaw gefolgt. Der erste KhalÐfah, ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra wurde nach dem Tod des Gründers (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas) von den Mitgliedern, die in Qadian, dem
spirituellen Zentrum der Gemeinde, anwesend waren, einstimmig zum KhalÐfah gewählt7.
Auch nach dem Tod von ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra wurde ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra durch die große Mehrheit der in Qadian versammelten Mitglieder der Gemeinde zum KhalÐfah gewählt.8
ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, der zweite KhalÐfah, bestimmte nach dem Vorbild von ÍaÃrat ÝUmarra ein Gremium, das nach ihm die nächsten KhulafÁÞ wählen sollte (TÁrÐkh-e Ahmadiyyat, Bd. 19). Mit kleinen Änderungen ist dieses „KhilÁfat-Komitee“ genannte Gremium bis heute für die Wahl eines neuen KhalÐfah zuständig.
In Ausnahmesituationen kann ein KhalÐfah einen Nachfolger auch direkt ernennen, indes ist dies nur ein einziges Mal zulässig. Der vierte KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah stellte die Position der Ahmadiyya-Gemeinde so dar:
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7 TÁrÐkh-e AÎmadiyyat, Bd. 2, Seite 556
8 TÁrÐkh-e AÎmadiyyat, Bd. 3, Seite 516-519
Es ist die Meinung der Jamaat-e Ahhmadiyya, dass wenn ein KhalÐfah, der selbst gewählt ist, eine Situation sieht, in der Fitnah (Zwietracht) zu befürchten ist, er das Recht hat einen Nachfolger zu ernennen. Aber ein solcher KhalÐfah, der von einem anderen zum KhalÐfah ernannt worden ist, hat wiederum nicht das Recht, seinen Nachfolger zu nominieren. Diese Erlaubnis gilt also nur für einen Schritt. ÍaÃrat MuÒliÎ MauÝÙd ra war der Meinung, dass … der jeweilige KhalÐfah auch in einer solchen Situation auf keinen Fall seinen Sohn (zum Nachfolger) bestimmen darf.9
Den Anweisungen des Heiligen Prophetensaw und der Praxis seiner Gefährtenra ist es verboten, im Leben eines KhalÐfah über einen zukünftigen KhalÐfah zu sprechen oder für eine Person Werbung zu machen. Der dritte KhalÐfah erklärte:
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In dem Leben eines KhalÐfah sich für das neue KhilÁfat zu verschwören oder Pläne zu schmieden oder Propaganda zu betreiben oder in diesem Zusammenhang einen Kandidaten zu benennen, gleich ob er ein beliebter oder unbeliebter Mensch ist, – alle solchen Praktiken widersprechen im höchsten Grade den Lehren des Islam und stellen eine Unverschämtheit und Unanständigkeit höchsten Ausmaßes dar. Die rechtschaffenen Gläubigen vermeiden solche
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9 Frage-Antwort Sitzung vom 8. August 1986, in der FaÃl-Moschee, London
heuchlerischen und unreinen Handlungen. (ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah, AnÒarullah, April 1964, zitiert nach Al-FaÃl International 26. Mai 2000)
Im Zusammenhang mit der Wahl des KhalÐfah gibt es ein Konzept, das vielen Menschen auf den ersten Blick nicht schlüssig scheint. Dies ist das islamische Konzept von der Bestimmung des KhalÐfah durch Gott. Wir wissen, dass die KhulafÁÞ von Menschen gewählt werden. Wie kann man dann behaupten, sie seien von Gott bestimmt? Sind dann andere, von Menschen gewählte Anführer auch von Gott bestimmt? Und wenn nicht, dann warum? Zudem stellt sich natürlich auch die Frage, wenn Gott einen KhalÐfah bestimmen möchte, wozu benötigen wir die Wahl durch Menschen? Gott hätte den KhalÐfah auch direkt bestimmen können. Diese Fragen bedürfen einer eingehenden Erklärung.
Gemäß der schon erwähnten Àyat-IstikhlÁf, dem KhilÁfat- Vers, ist das KhilÁfat ein Versprechen Gottes an die Gläubigen. So lange die Gläubigen auf dem rechten Pfad bleiben und gute Werke tun und dankbar sind, wird das Versprechen Gottes in Erfüllung gehen, und ihnen wird die Leitung durch das rechtmäßige KhilÁfat zuteil werden. Sie werden somit KhulafÁÞ haben, die gemäß dieses Versprechens besondere göttliche Unterstützung erhalten und in ihrem Wirken von Gott besonders geleitet werden.
KhulafÁÞ, die gemäß der Àyat-IstikhlÁf bestimmt werden, sind zwar durch Menschen gewählt; dennoch sind sie auf eine besondere Weise von Gott zum KhalÐfah bestimmt worden.
Keine andere von Menschen getroffene Wahl kann dies für sich beanspruchen, weil es kein anderes Versprechen Gottes gibt, dass Er die Menschen bei einer Wahl leiten wird. Nur im Falle des KhilÁfat gibt es diese Zusicherung, dass Gott der Gemeinde der Gläubigen diese Institution mit all ihren Segnungen schenken wird.
Dies ist nicht die einzige Stelle, an der eine menschliche Tat Gott zugeschrieben wird. Es heißt im Heiligen QurÞÁn über den Heiligen Propheten Muhammadsaw:
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Und du warfest nicht, als du warfest, sondern Allah warf. (al- al- AÝrÁf 8:18)
Es ist eine Tat des Heiligen Propheten, wie der Heilige QurÞÁn selbst berichtet, dennoch wird sie Gott zugeschrieben. An einer anderen Stelle heißt es, dass der Eid der Treue durch die Gefährten des Prophetensaw anlässlich des Friedensvertrags von HudaÐbiyyah ein Eid Gott gegenüber war. Die Hand, auf die sie die Eide leisteten (eigentlich die Hand des Prophetensaw), war die Hand Gottes:
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Die dir Treue schwören, Allah nur schwören sie Treue; die Hand Allahs ist über ihren Händen. (al-FatÎ 48:11)
Die beiden eben genannten ÀyÁt beweisen, dass menschliche Handlungen unter bestimmten Bedingungen als Gottes Handlungen bezeichnet werden, wenn sie gemäß dem Willen Gottes erfolgen.
Bei der Wahl des KhalÐfah geschieht dies dadurch, dass die rechtschaffenen Wahlmänner bei der Abstimmung von Gott geleitet werden. Die Mehrheit solcher Menschen einigt sich also nur auf eine Person als KhalÐfah, der auch die Wahl Gottes ist. Somit ist er zwar durch die Wahlmänner gewählt, aber dennoch durch Gott zum KhalÐfah bestimmt worden. Deshalb wird auch von einem „von Gott bestimmten KhalÐfah“ gesprochen.
Bleibt noch die Frage, warum Gott den KhalÐfah nicht direkt wählt, so wie Er dies bei Propheten auch macht. Die Antwort auf diese Frage ist ebenfalls in der Àyat-IstikhlÁf enthalten. KhilÁfat ist ein Versprechen an die rechtschaffenen Gläubigen, es ist also an die Bedingung der guten Werke und an die Dankbarkeit der Gläubigen geknüpft. Das Prophetentum hingegen ist an keine Bedingungen gebunden, es sind vielmehr gerade die nicht-gottesfürchtigen Menschen, zu denen ein Prophet geschickt wird, um sie zu reformieren. Die Gläubigen müssen sich also des KhilÁfat würdig erweisen. Sind sie dieser Gnade würdig, so werden sie bei der Wahl von Gott geleitet. Diese Rechtleitung kann in verschiedenen Formen stattfinden. So erhalten manche Menschen wörtliche Offenbarungen, Visionen oder Wahrträume, wen sie wählen sollen. Andere werden durch Inspiration oder ein Gefühl der absoluten Sicherheit geleitet.
Der Gedanke des von Gott bestimmten KhalÐfah ist auf den Heiligen Prophetensaw selbst zurückzuführen. Als der Heilige Prophetsaw vor seinem Tod krank wurde, beschloss er durch ein Testament, ÍaÃrat AbÙ Bakrra zu seinem KhalÐfah zu ernennen. Er ließ aber von diesem Gedanken wieder ab und sagte: „Gott und die Gläubigen werden jeden außer AbÙ Bakr ablehnen“10. Der KhalÐfah ist somit gemäß dieser Aussage des Heiligen Prophetensaw die Wahl Gottes, die Er durch die Gläubigen zum Ausdruck bringt.
Dieser Gedanke wird auch durch eine Aussage von ÍaÃrat ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra verdeutlicht. Als er durch die Rebellen in Bedrängnis gebracht und dazu aufgefordert wurde, vom Amt des KhalÐfah zurückzutreten, sagte er:
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„Bei Gott es ist mir lieber, dass sie mich töten, als dass ich das Hemd, welches Allah mir angezogen hat, ablege.“ (ÓabarÐ, 35H, Åikr Khabr qatalhu wa kaifa qatala)
ÍaÃrat ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra hat hier seine Einsetzung als KhalÐfah Gott zugeschrieben, obwohl er von dem von ÍaÃrat ÝUmar bin al-KhaÔÔÁbra berufenen Gremium zum KhalÐfah gewählt worden war.
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10 Muslim, KitÁb FaÃal aÒ-ÑaÎÁbah, Bab FaÃaÞÐl Abi Bakr
Der Verheißene Messiasas und seine KhulafÁÞ haben immer genau diesen islamischen Standpunkt von der Bestimmung des KhalÐfah durch Gott vertreten.
Der Verheißene Messiasas erklärt zur Bestimmung des KhalÐfah:
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Warum hat der Heilige Prophet, Segnungen und Friede Allahs seien auf ihm, nach sich keinen KhalÐfah ernannt? Der Grund hierfür war, dass er gut wusste, dass der Erhabene Gott selbst einen KhalÐfah bestimmen wird, weil dies die Aufgabe Gottes ist und in der Wahl Gottes gibt es keinen Fehler (al-Íakam 14.04.1908, Seite 27, zitiert nach Malfusat Bd. 10, Seite 229)
Der erste KhalÐfah ÍaÃrat MaulvÐ NÙr-ud-DÐnra sagt:
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KhalÐfah zu bestimmen ist nicht die Aufgabe des Menschen. Das ist die eigene Aufgabe Allahs Des Erhabenen. (KhuÔbah 12. Feb. 1912, zitiert nach Abdul QÁdir, ÍayÁt-e NÙr, Seite 527)
Dies soll verdeutlichen, dass der KhalÐfah – obwohl von Menschen gewählt – von Gott bestimmt wird. Auch der zweite KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra hat diesen Aspekt der Lehre betont und gesagt:
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Wisset, dass Gott den KhalÐfah bestimmt und ein Lügner ist jener Mensch, der behauptet, dass der KhalÐfah von Menschen ernannt wird. (MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, „Kon hey Êo Khuda key KÁm ko Rok sakey“, AU, Bd 2, Seite 11).
Die Menschen können für sich weder beanspruchen, einen KhalÐfah zu bestimmen, noch tun sie dem KhalÐfah einen Gefallen, wenn sie für ihn stimmen.
Diese Ansicht wird durch den fünften KhalÐfah des Verheißenen Messiasas ebenfalls bekräftigt:
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Es ist unser Glaube, dass Allah der Erhabene selbst den KhalÐfah bestimmt und in Seiner Wahl gibt es keine Fehler. Wem Gott dieses Hemd anzieht, dem kann es keiner ausziehen oder wegnehmen (RoznÁmah al-FaÃl, Rabwah, Pakistan, 30. Mai 2003, Seite 2)
Es stellt sich natürlich auch die Frage, wer unter den Muslimen ein KhalÐfah werden kann? Das KhilÁfat ist den Gläubigen, die gute Werke tun, in der Àyat-IstikhlÁf versprochen worden. Demzufolge ist der KhalÐfah der Gottesfürchtigste unter den Gläubigen, der sein Leben unter allen Menschen am meisten gemäß dem Willen Gottes führt. Es gibt darüber hinaus keine weiteren Einschränkungen bezüglich seiner Abstammung, seiner Ausbildung oder sonstiger Eigenschaften.
Indes findet man in den Büchern der Aussprüche des Heiligen Prophetensaw eine Aussage, die wie folgt lautet:
Die Imame werden aus QuraК sein11
Daraus ziehen einige den Schluss, dass KhulafÁÞ im Islam nur aus den QuraК, dem Stamm der Mekkaner, dem auch der Prophetsaw angehörte, entstammen dürfen. Ein ImÁm außerhalb der QuraК, etwa der Verheißene Messiasas und die meisten seiner bisherigen KhulafÁÞ, können daher nicht als Imame akzeptiert werden.
Diese Ansicht ist nicht richtig. Das Thema ist 1920 von dem Nichtahmadi-Gelehrten MaulÁnÁ AbÙ al-KalÁm AzÁd ausführlich behandelt worden12. Nach eingehender Untersuchung stellt er fest, dass die diesbezüglichen
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11 zit. nach: MaulÁnÁ AbÙ al-KalÁm AzÁd, MasÞala-e Khilafat, Lahore, 2004, Seite 102-130
12 Ibid.
Traditionen in verschiedene Kategorien fallen, die er alle sowohl inhaltlich als auch überlieferungsgeschichtlich einzeln bespricht und über ihren Sitz im Leben nachforscht. Er stellt fest, dass die Aussagen des Heiligen Prophetensaw und seiner Gefährten und die Urteile der früheren Ulema eindeutig beweisen, dass der Heilige Prophetsaw das KhilÁfat keineswegs zu einem Erbrecht der QuraК gemacht hat. Von den Details absehend, die im Rahmen dieses Buches nicht im Einzelnen dargelegt werden können, gilt an vorderster Stelle die Aussage des Heiligen QurÞÁn, dass niemand auf Grund seiner Abstammung Vorrang über andere besitzt. Im Heiligen QurÞÁn ist zu lesen:
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O ihr Menschen, Wir haben euch von Mann und Weib erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, dass ihr einander kennen möchtet. Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Gottesfürchtigste ist (al-HuÊarÁt 49:14)
Auch der Prophetsaw hat jegliche Art von Vorrang aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe kategorisch abgelehnt. Er sagte z. B.:
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O Menschen, wisset! Euer Herr ist einer und euer Vater ist einer. Wisset, der Araber hat keinen Vorrang gegenüber dem Nicht- Araber und der Nicht-Araber hat keinen Vorrang gegenüber dem Araber, und der Rote hat keinen Vorrang gegenüber dem Schwarzen und der Schwarze hat keinen Vorrang gegenüber dem Roten, es sei denn aufgrund von Rechtschaffenheit. (Musnad AÎmad bin Íanbal, KitÁb BÁqi Musnad al-AnsÁr, BÁb HadÐ× RaÊul min AsÎÁb an-NabÐsaw, Nr. 22391)
Es gibt viele andere Aussagen des Prophetensaw, die in diese Richtung weisen. Im Lichte des Beispiels und der Aussagen des Prophetensaw und des Heiligen QurÞÁn kann eine gegenteilige Meinung nicht aufrechterhalten werden. Die oben erwähnte Aussage des Prophetensaw könnte so gedeutet werden, dass sie eine Prophezeiung darstellt und besagt, dass eine Zeitlang die Imame der Muslime vom Stamm der QuraК sein werden.
Das KhilÁfat des Heiligen Prophetensaw ist naturgemäß kein Amt mit Erbfolge. Vielmehr gründet es sich auf die spirituelle Beziehung des KhalÐfah zu dem Prophetensaw. Deshalb wird immer der Rechtschaffenste unter den Muslimen zu seinem Nachfolger bestimmt. Das KhilÁfat kann daher nicht als Erbe angesehen werden. Aber es gibt in dieser Hinsicht auch nicht die Einschränkung, dass die KhulafÁÞ untereinander nicht verwandt sein dürfen.
Beispielsweise gab es bei den Israeliten jahrhundertelang Propheten, die einer einzigen Familie entstammten. Manche von ihnen, wie ÍaÃrat IbrÁhÐmas (Abraham), ÍaÃrat IsÎÁqas
(Isaak), ÍaÃrat YaÝqÙbas (Jakob) und ÍaÃrat YÙsufas (Joseph) standen in direktem Vater-Sohn-Verhältnis.
Auch die Geschichte des Islam zeigt, dass die ersten vier KhulafÁÞ, die von den meisten Muslimen als rechtmäßige KhulafÁÞ anerkannt werden, eng miteinander verwandt waren. Der erste KhalÐfah, ÍaÃrat AbÙ Bakrra war Schwiegervater des Heiligen Prophetensaw, ebenso der zweite KhalÐfah, ÍaÃrat ÝUmar bin al-KhattÁbra Der dritte KhalÐfah, ÍaÃrat ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra, war Schwiegersohn des Prophetensaw genauso wie der vierte KhalÐfah ÍaÃrat ÝAlÐ bin AbÙ ÓÁlibra Alle vier waren Mekkaner und gehörten dem Stamm der QuraК an. Die Familien aller vier waren mit der Familie des Heiligen Propheten vielfach verwandt. So ist ÍaÃrat ÝAlÐ bin AbÙ ÓÁlib der Sohn des Onkels des Prophetensaw, also sein Cousin gewesen.
In diesem Kontext darf man jedoch nicht übersehen, dass bei der Bestimmung aller vier KhulafÁÞ die Verwandtschaft keine Rolle gespielt hat. Außer ÍaÃrat AbÙ Bakrra hat kein KhalÐfah einen Nachfolger ernannt. Und selbst ÍaÃrat AbÙ Bakrra hat seinen Nachfolger nach Beratung mit den führenden Muslimen bestimmt. Zudem setzte er weder seinen Sohn, noch seinen Schwiegersohn oder sonst einen engen Verwandten als Nachfolger ein.
Das gleiche Muster finden wir auch bei der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Obwohl der erste KhalÐfah des Verheißenen Messias und MahdÐas, ÍaÃrat MaulvÐ NÙr-ud-DÐnra nicht mit ihm verwandt war, sind die anderen KhulafÁÞ hingegen eng miteinander verwandt. Der zweite KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-Dinra war der Sohn, der dritte und vierte KhulafÁÞ
waren die Enkel und der fünfte KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba, ist der Urenkel des Verheißenen Messiasas Auch hier hat kein KhalÐfah einen seiner Verwandten zu seinem Nachfolger bestimmt.
Diese geschichtlichen Tatsachen haben dazu geführt, dass einige Kritiker das KhilÁfat im Islam als eine erbliche Nachfolge ansehen. Wie wir gleich zeigen werden, ist diese Kritik völlig unberechtigt. Zunächst wird indes der Ahmadiyya-Standpunkt zu dieser Frage erläutert.
Der Ahmadiyya Muslim Jamaat wird ebenfalls vorgeworfen, dass in ihr eine „Oberhaupt-Dynastie“ oder „MirzÁ Dynastie“ vorhanden sei13. Es ist daher notwendig, dass wir zu diesem Vorwurf im Lichte der Aussagen und Lehren der KhulafÁÞ der Jamaat Stellung beziehen.
Den Standpunkt der Jamaat zur Erbschaft von KhilÁfat hat der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messiasas an verschiedenen Stellen sehr deutlich formuliert. Der unvoreingenommene Leser wird leicht feststellen, wie unbegründet die Vorwürfe der Kritiker sind. Er sagt zu dem Versprechen des KhilÁfat im Islam:
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13 H Schröter: Ahmadiyya-Bewegung des Islam, Frankfurt, 2002, Seite 18-19
Dieses Versprechen gilt der Gemeinschaft als solcher, deshalb kann man dieses Amt (KhalÐfah) nicht erben, im Gegenteil, derjenige wird KhalÐfah, auf den sich das Volk einigt. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr- ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, KhilÁfat-e RÁšidah, AU, Bd. 15, Seite 554)
Bei einer anderen Gelegenheit brachte er seine Ansicht über die Erblichkeit von KhilÁfat so zum Ausdruck:
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Ich schwöre (bei Gott), dass ich es für nicht zulässig halte, dass nach dem Vater der Sohn KhalÐfah wird. Wenn aber Gott der Erhabene ihn einsetzt, ist dies eine andere Sache (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud- DÐn MaÎmÙd AÎmadra, BarakÁt-e KhilÁfat, AU, Bd 2, Seite 171)
Diese Ansicht wurde durch eine Anweisung des zweiten KhalÐfah ra zu einem Gesetz gemacht. Nicht nur wurde verboten, dass der KhalÐfah einen Verwandten zu seinem Nachfolger bestimmt. Vielmehr wurde auch untersagt, dass die Vertreter der Jamaat im Leben eines KhalÐfah einen Verwandten als möglichen Nachfolger in Erwägung ziehen. Gleichermaßen ist es verboten, dass der KhalÐfah selbst jemals einen Verwandten als seinen möglichen Nachfolger vorschlägt:
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Kein KhalÐfah darf einen seiner Verwandten, also seinen Vater oder Sohn oder Bruder oder Schwager (Bruder der Ehefrau) oder Schwiegersohn oder einen Verwandten, der zur vorhergehenden oder nachfolgenden Generation des Vaters oder der Söhne oder Töchter oder Brüder gehört, zu seinem Nachfolger bestimmen. Ebenso wenig darf die beratende Versammlung einen seiner vorgenannten Verwandten zu seinem Nachfolger ernennen; einem KhalÐfah ist es auch nicht erlaubt, dass er eindeutig oder in Anspielung die Ernennung von einem der oben genannten Verwandten zu seinem Nachfolger anregt. Wenn ein KhalÐfah entgegen der oben genannten Regel einen Nachfolger bestimmt, so wird dies als nicht zulässig betrachtet. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, AU, Bd 13, Seite 537)
Es sind also alle möglichen Vorkehrungen getroffen worden, um eine Erbschaft oder eine „Dynastie“ zu verhindern. Diese Fakten belegen, dass die Vorwürfe, die in diesem Zusammenhang gegen die Ahmadiyya-Gemeinschaft erhoben werden, völlig haltlos und ohne jegliche Grundlage sind.
Es bleibt noch die Frage zu klären, warum heilige Persönlichkeiten viele enge Verwandte als Nachfolger hatten, obwohl das KhilÁfat an sich kein erbliches Amt ist? Dies umso mehr, als dieses Phänomen sowohl bei den Israeliten als auch bei den früheren Muslimen und jetzt bei der Ahmadiyya Muslim Jamaat zu beobachten ist.
Der Grund dafür liegt darin, dass sich die Heiligen um das spirituelle Wohl der Menschen kümmern und diese durch ihre Ermahnungen, Erziehungsmaßnahmen, ihr Beispiel und ihre Gebete zur Spiritualität motivieren und anregen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die in ihrem Haushalt lebenden Kinder und sonstigen Menschen und nahen Verwandten von dieser Erziehungsarbeit am meisten profitieren, wenn sie dies wollen. Fast jeder, der in der Nähe eines Heiligen lebt, hat Anteil an den Segnungen, die diesem zuteil werden. Allerdings muss dies nicht zwingend der Fall sein. Das zeigen die Beispiele des Sohns des Propheten NÙÎas (Noah), oder der Ehefrau des Propheten LÙÔas (Lot), wobei indes beide eine Ausnahme bilden. In der Regel sind die Nachkommen und die engen Verwandten der Heiligen sehr rechtschaffene Menschen, eben aufgrund der Erziehung, die sie genossen, und aufgrund ihrer Nähe zu eben diesen Heiligen. Der Heilige QurÞÁn sagt, dass die Diener Gottes Ihn bitten:
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„Unser Herr, gewähre uns an unseren Frauen und Kindern Augentrost, und mache uns zu einem Vorbild für die Rechtschaffenen“ (al-FurqÁn 25:75)
Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass aus ihren Nachkommen besonders gottesfürchtige und spirituell hochrangige Menschen hervorgehen. Der Heilige QurÞÁn berichtet:
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Und (denket daran) als sein Herr Abraham auf die Probe stellte durch gewisse Gebote, die er erfüllte, da sprach Er: „Ich will dich zu einem Führer für die Menschen machen.“ (Abraham) sagte: „Und aus meiner Nachkommenschaft?“ Er sprach: „Mein Bund erstreckt sich nicht auf die Ungerechten.“ (al-Baqarah 2:125)
Das Erbetene wurde also gewährt und die Führerschaft wurde denen seiner Nachkommen, die dies verdienten, versprochen. Genauso wird über ZakariyyÁas (Zakharias) berichtet, dass er darum Gott bat:
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Gewähre Du mir darum einen Nachfolger, auf dass er mein Erbe sei und Erbe von Jakobs Haus. Und mache ihn, mein Herr, (Dir) wohlgefällig (Maryam 19:6-7)
Spirituelle Führerschaft ist also gemäß dem Islam nicht erblich, aber es ist auch nicht ausgeschlossen – vielmehr ist es wahrscheinlich –, dass eine spirituelle Persönlichkeit einen Nachfolger hat, der wiederum ein naher Verwandter ist.
Weltliche Amtsinhaber können von einem Amt zurücktreten und es somit potentiellen Nachfolgern zur Verfügung stellen. Auch in der religiösen Welt besteht diese Möglichkeit. Es gibt auch Fälle, bei denen ein weltlicher oder ein religiöser Amtsinhaber zum Rücktritt gezwungen werden kann. Das KhilÁfat allerdings bildet auch hier eine Ausnahme. Der KhalÐfah kann weder von sich aus von seinem Amt zurücktreten, noch kann er zum Rücktritt gezwungen werden.
Im Lichte der islamischen Lehren ist oben bereits erwähnt und erläutert worden, dass der KhalÐfah von Gott bestimmt wird. Daraus resultiert, dass kein Mensch die Entscheidung Gottes rückgängig machen kann. Genau aus diesem Grund hat ÍaÃrat ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra die Aufforderung zum Rücktritt durch die Rebellen abgelehnt14. Der Rücktritt wäre ein Zeichen des Misstrauens und der Missachtung gegenüber Gott. Es hätte bedeutet, dass man den Forderern nach
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14 ÓabarÐ, TarÐkh al-Rusul wa al-MulÙk, Ereignisse aus dem Jahr 35H
Rücktritt mehr Macht und Weisheit zusprechen würde als Gott. Diese Annahme läge auch einem freiwilligen Austritt des KhalÐfah zugrunde.
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Die KhulafÁÞ des Verheißenen Messiasas haben ebenfalls diese Position vertreten. So sagte der erste KhalÐfah des MahdÐas:
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Keine Macht kann den von Gott bestimmten KhalÐfah des Amtes entheben. Deshalb hat keiner von euch die Macht oder die Fähigkeit, mich des Amtes zu entheben. Falls Gott mich des Amtes entheben möchte, so wird Er mich sterben lassen. (KhuÔbah 12. Feb. 1912, zitiert nach Abdul QÁdir, HayÁt NÙr-ud-DÐn, Seite 527)
Der dritte KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah, sagte diesbezüglich:
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Spirituelle KhulafÁÞ können nicht durch Menschen abgesetzt werden. Und wer dies denkt, der trägt Heuchelei und Unanständigkeit in sich. (AnÒarullah, April 1964, zitiert nach Al-FaÃl International, 26. Mai 2000)
In dieser Hinsicht unterscheidet sich die islamische Auffassung von der Praxis der katholischen Kirche. Das kanonische Kirchenrecht sieht ein Rücktrittsrecht des Papstes vor:
Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, dass er von irgendwem angenommen wird. (Can. 332 — § 2 CIC)15
Daher ist es nicht verwunderlich, dass es auch eine Reihe von Päpsten gibt, die zum Rücktritt gezwungen wurden z. B. Papst Coelestin V. (verst. i. J. 1296) und Papst Gregor XII. (verst. i. J. 1417), der durch das Konzil von Konstanz des Amtes enthoben wurde.
Die Aufgaben eines KhalÐfah sind durch seine Stellung als Nachfolger eines Propheten bestimmt. Er führt die Arbeit des Propheten weiter und hat somit die gleichen Aufgaben wie der Prophet selbst. Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messiasas sagt:
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Der KhalÐfah, der (dem Propheten) nachfolgt, erfüllt den Zweck, dass er die Arbeit seines Vorgängers fortsetzt. Deshalb hat der
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15 Codex Iuris Canonici, Vatikan, 1983
KhalÐfah die gleichen Aufgaben wie der Prophet (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, ManÒab-e KhilÁfat, AU, Bd. 2, Seite 24)
Was sind die Aufgaben eines Propheten und insbesondere die Aufgaben des Heiligen Prophetensaw? Sie sind im Heiligen QurÞÁn an verschiedenen Stellen erwähnt worden. Für die Aufgaben des Heiligen Propheten s.a.s gibt der QurÞÁn folgende Beschreibung16:
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Er ist es, Der unter den Analphabeten einen Gesandten erweckt hat aus ihrer Mitte, ihnen Seine Zeichen vorzutragen und sie zu reinigen und sie die Schrift und die Weisheit zu lehren, wiewohl sie zuvor in offenkundigem Irrtum gewesen waren. (al-ÉumÝah 62:3)
Es sind also im Wesentlichen vier Aufgaben: 1) An das Wort Gottes erinnern; 2 Läuterung; 3) das Lehren des Buches, und
4) das Lehren der Weisheit. Im Lichte der Ausführungen des zweiten KhalÐfah des Verheißenen Messiasas zu diesen Aufgaben17 können wir zusammenfassend folgendes sagen:
An das Wort Gottes erinnern deutet auf die Verkündigung des Islam hin. Sowohl den Nicht-Muslimen gegenüber, damit
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16 ÍaÃrat Mirza BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmad, AU, Bd. 15, Seite 435; BarakÁt-e Khilafat, AU, Bd 2, Seite 160.
17 ÍaÃrat Mirza BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmad, ManÒab-e KhilÁfat, AU, Bd. 2, Seite 26-27;33
sie glauben mögen, als auch den Muslimen gegenüber, damit sie am richtigen Glauben festhalten und sich keine falschen Ansichten aneignen. Das Läutern von Menschen setzt voraus, dass der KhalÐfah für sie DuÝÁ (Bittgebet) macht und sie so vor Schlechtem bewahrt und dass er sie zum Guten auffordert und leitet. Ebenso gehört dazu, dass er sie wachsen lässt, sowohl weltlich als auch spirituell und sich um ihr leibliches und spirituelles Wohlergehen kümmert. Das Lehren des Buches beinhaltet das Lehren des QurÞÁn und seiner Wissenschaften, aber auch gemäß seinen Lehren zu leben. Das Lehren der Weisheit deutet auf Beratung und Pläne hin, denn das Lehren von Weisheit bedingt das Erlernen der Feinheiten und Details der islamischen Gebote und die Reflexion darüber.
Gemäß der Àyat-IstikhlÁf werden KhulafÁÞ eingesetzt, damit die Religion gefestigt wird und die Menschen allein Gott anbeten und Ihm keine Partner beigesellen. Das sind auch die Ziele, für die die Propheten gesandt werden. Der KhalÐfah ist Nachfolger des Propheten und setzt dessen Arbeit fort. Er ist gleichsam der spirituelle Sohn des Propheten.
Deshalb ist der Status des KhalÐfah selten Gegenstand der Diskussion unter den Muslimen. Die meisten Gelehrten sind sich einig, dass den Aussagen des Heiligen QurÞÁn und des Heiligen Prophetensaw zufolge der KhalÐfah als Stellvertreter des Prophetensaw den gleichen Status genießt, wie der Prophet selbst, mit dem Unterschied, dass er dem Prophetensaw unterstellt und an seine Anweisungen gebunden ist.
Das KhilÁfat ist, wie das Prophetentum, ein spirituelles Amt. Der rechtmäßige KhalÐfah ist Nachfolger des Propheten und ein Abbild seiner spirituellen Eigenschaften, weshalb nur ein spiritueller Erbe des Propheten sein rechtmäßiger KhalÐfah sein kann. Der Verheißene Messiasas erklärt:
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Der Nachfolger des Gesandten, im eigentlichen Sinne, kann jener sein, der die Eigenschaften des Gesandten aufweist … KhalÐfah ist in Wirklichkeit ein Schatten des Gesandten. Für keinen Menschen ist ewiges Leben möglich, deshalb hat Gott Der Erhabene entschieden, dass die Gesandten, die einen höheren Rang und Status innehaben als alle anderen auf der Welt, im Abbild (ihrer KhulafÁÞ) auf immer und ewig bis zum Jüngsten Tage fortleben (ŠahÁdat ul-QurÞÁn, RK, Bd. 6, Seite 353)
Über den spirituellen Rang, den der KhalÐfah Gottes (also ein Prophet) innehat, sagt er:
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… und danach wird dem vollkommenen Menschen durch den Heiligen (Gott) das Gewand des KhilÁfat angezogen. Und es wird dafür gesorgt, dass er die Farben der Eigenschaften Gottes reflektiert, damit die Stellung des KhilÁfats offenbar wird. Danach steigt er (KhalÐfah) zu der Schöpfung herab, damit er sie zur Spiritualität hinzieht und sie aus der irdischen Dunkelheit ins himmlische Licht führt. Er wird zum Erben aller Propheten und Wahrhaftigen und der Wissenden und Denker und der Sonnen der Nähe und Freundschaft (Gottes) gemacht, die vor ihm waren. Und ihm wird gegeben das Wissen der Früheren und die Erkenntnisse der vergangenen Weisen und Denker der Gemeinschaft, damit sein Status als Erbe offenbar wird (KhutbÁ IlhÁmiyyah, RK, Bd. 16, Seite 39-41)
Der KhalÐfah erbt diese spirituellen Eigenschaften und Ränge. Deshalb hat der wahre KhalÐfah des Heiligen Propheten s.a.s. den höchsten spirituellen Rang inne und wird daher, spirituell gesehen, der vollkommene Mensch genannt. Er erbt die Vorzüge der vergangenen Propheten und Wahrhaftigen. Gott verleiht ihm das Wissen und die Weisheit der Früheren, um dadurch seine Bestimmung zum KhalÐfah zu beweisen und deutlich erkennbar werden zu lassen. Kein Gelehrter und kein Philosoph kann sich gegen ihn stellen und Erfolg haben. Gott, der die Quelle alles Wissens und aller Weisheit und Erkenntnis ist, unterstützt ihn und ist ihm selbst ein Lehrer.
Seine starke und innige Verbindung zu Gott ermöglicht es ihm, in den Menschen das Verlangen nach Gottesnähe zu
wecken. Das ist ein Phänomen, das in seiner vollkommenen Form nur bei Propheten und ihren rechtmäßigen Nachfolgern zu beobachten ist. Nur eine Seele, die eine reine und starke Verbindung mit Gott unterhält – eine Verbindung die rein ist von alle Beimengungen von Weltlichkeit, Selbstsucht, Arroganz, Bemühungen um Prominenz etc., kann Menschen zu Ihm führen. Andere können dies nicht bewirken. So, wie ein Blinder anderen den Weg nicht zeigen kann, und – sollte er es dennoch versuchen – er vielmehr selbst in die Irre gehen und auch seine Gefolgschaft ins Verderben stürzen wird.
Die Liebe des KhalÐfah zum Schöpfer führt zur Liebe für die Schöpfung und deshalb ist er immer darum bemüht, für das Wohl der Schöpfung zu sorgen, sowohl in spiritueller als auch in materieller Hinsicht. Diese Eigenschaft war in der Persönlichkeit des Heiligen Prophetsaw so sehr ausgeprägt, dass der Heilige QurÞÁn sagt:
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Vielleicht grämst du dich noch zu Tode darüber, dass sie nicht glauben (aš-ŠuÝarÁÞ 26:4)
Und:
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Wahrlich, ein Gesandter ist zu euch gekommen aus eurer Mitte; schmerzlich ist es ihm, dass ihr in Unheil geraten solltet; eure Wohlfahrt begehrt er eifrig; gegen die Gläubigen ist er gütig, barmherzig. (al-Taubah 9:128)
Der KhalÐfah erhält besondere Unterstützung Gottes für die Fortsetzung der Arbeit des Propheten. Ihm werden dafür besondere Fähigkeiten verliehen. Diesbezüglich sagt der Verheißene Messias und MahdÐas:
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Es ist das Naturgesetz Gottes, dass wenn nach dem Tod des Gesandten Gottes ein KhalÐfah bestimmt wird, ihm dann der Geist der Tapferkeit, Entschlossenheit, Standhaftigkeit, Weitsichtigkeit und Herzensstärke eingehaucht wird (Tohfa-e Golarhwiyah, RK, Bd. 17, Seite 186)
So wie in anderen Religionen gibt es auch im Islam die Vorstellung, dass Personen, die eine Stellung innehaben, auf eine bestimmte Art und Weise über Unfehlbarkeit verfügen können. Dieser Gedanke ist auf den Glauben zurückzuführen, dass Gott Selbst gewissen Menschen die Ausführung von bestimmten Aufgaben anvertraut. Da Gott
Allwissend, Allweise und Allmächtig ist, kann Seine Wahl nicht fehlerhaft sein. Es ist auch natürlich anzunehmen, dass Gott die von Ihm selbst ausgewählten Personen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben leitet und unterstützt. Wenn eine Person, Prophet oder KhalÐfah, von Gott geleitet ist und Seine besondere Unterstützung genießt, so wird sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben Gottes Hilfe erhalten und vor Fehlern bewahrt werden. Diese Unterstützung und der besondere Schutz sind auch der Grund dafür, dass der Prophet oder der KhalÐfah letztlich immer erfolgreich bleiben wird.
Der Heilige QurÞÁn unterstreicht immer wieder, dass die Gesandten Gottes erfolgreich sind und ihre Ziele die ihnen von Gott gesetzt worden sind, selbst angesichts größter Widerstände erreichen,:
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Allah hat verordnet: Sicherlich werde Ich obsiegen, Ich und Meine Gesandten. Wahrlich, Allah ist stark, allmächtig (al-MuÊÁdilah 58:22)
Es ist nicht möglich, dass Gott einen Menschen für eine bestimmte Aufgabe auswählt und dann dieser Mensch durch andere Menschen oder durch eigene Fehler seinen Erfolg verspielt. Denn dies würde bedeuten, dass Gott mit Seiner Wahl und Seiner Absicht gescheitert sei, was angesichts der Allmacht und Allwissenheit Gottes unmöglich ist.
Der Schutz, den Gott seinen Erwählten angedeihen lässt, beschirmt sie nicht nur gegen die Angriffe ihrer Gegner, sondern bewahrt sie auch vor eigenen Fehlern. Der Heilige QurÞÁn versichert diesbezüglich dem Heiligen Prophetensaw:
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O du Gesandter! Verkündige, was zu dir hinabgesandt ward von deinem Herrn; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Allah wird dich vor den Menschen schützen (al-MÁÞidah 5:68)
Dieses Versprechen bedeutet, dass Gott den Heiligen Prophetensaw vor seinen Gegnern beschützen wird, so dass sie ihm durch ihre Angriffe nicht imstande sein werden, ihn an der seiner Verkündung zu hindern. Gewöhnliche Schwierigkeiten auf dem Weg sind immer möglich, aber sie können nicht den Erfolg des Propheten gefährden. Es ist z. B. hinreichend bekannt, dass der Heilige Prophetsaw mehrfach von seinen Gegnern verletzt wurde, es wurde auch versucht, ihn zu vergiften. Aber all diese Angriffe konnten ihn nicht daran hindern, seine Mission zu erfüllen.
Der Göttliche Schutz gilt für Situationen, in denen der Grundauftrag des Propheten oder des KhalÐfah in Gefahr geraten könnte. Indes gilt: vollkommen fehlerfrei und unangreifbar ist nur Gott allein.
Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messias und MahdÐas sagt in diesem Zusammenhang:
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Ich bin nicht der Ansicht, dass der KhalÐfah keine Fehler machen kann, aber ich bin der Meinung, dass er keine solchen Fehler machen kann, die die Jamaat zugrunde richten könnten. Er kann sich in der einen oder anderen Angelegenheit irren, aber nicht in allen Angelegenheiten. Selbst wenn er einen Fehler macht, dessen Auswirkungen für die Jamaat zerstörerisch wären, so wird Gott Der Erhabene diesen Fehler korrigieren und er wird gute Folgen haben… Ich akzeptiere, dass die KhulafÁÞ Fehler gemacht haben und auch jetzt Fehler machen können … selbst Propheten können in einer Schlussfolgerung oder in politischer Hinsicht Fehler unterlaufen, wie kann dann ein KhalÐfah davor bewahrt bleiben. (Report MaÊlis-e ŠÙrÁ 1925, Seite 17-24, zitiert nach: Jamaat Ahmadiyya kÁ Mušawrati NiÛÁm, 2005, Seite 399)
Die Möglichkeit eines Fehlers bedeutet jedoch nicht, dass man den KhalÐfah bei jeder Gelegenheit kritisieren und ihm
Fehler vorwerfen darf. Ein solches Verhalten wäre eindeutig gegen die Lehren des Islam und die Praxis der Gefährten des Heiligen Prophetensaw Ebenso wenig ist es erlaubt, dem KhalÐfah gegenüber unter diesem Vorwand ungehorsam zu sein oder ihm nicht den gebührenden Respekt zu zollen. Der zweite KhalÐfah hat die Mitglieder der Jamaat davor gewarnt und betont, dass es notwendig sei, die Entscheidungen des KhalÐfah bereitwillig zu akzeptieren:
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Die Entscheidung [des KhalÐfah] mit offenem Herzen zu akzeptieren ist notwendig. Wenn ihr dieses Prinzip vergesst, so wird auch unter euch Streit und Hass aufkommen. Wenn ihr dieses [Prinzip] aufgebt und die Leute sagen lasst, dass auch der KhalÐfah Fehler machen könne, so werdet ihr wie verlorene Schafe sein, die von Wölfen weggeschnappt werden, und die Welt wird euch verfluchen. Es ist nicht richtig für euch Fehler dessen aufzuzählen,
den Gott geehrt hat18. Selbst wenn er tatsächlich mal einen Fehler macht und ihr durch seinen Fehler Schaden nehmt, sollt ihr Geduld zeigen. Gott wird euch auf andere Weise dafür belohnen… Wer offen oder insgeheim die Person oder die Ehre des KhalÐfah angreift, wird von Gott verstoßen. Wenn ihr die Ehre des von Gott Eingesetzten (KhalÐfah) angreift, so wisset, dass Gott dann den Mantel eurer Ehre zerschneiden wird und nichts wird euch vor dem Untergang bewahren können. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, Jamaat Ahmadiyya key Khilaf Taza Fitnah…, AU, Bd. 14, Seite 478)
Dies widerspricht nicht der grundsätzlichen Meinungsfreiheit, die der Islam den Menschen gewährt hat. Aber der Respekt für die Institution des KhilÁfat und die Liebe zu der Person des KhalÐfah verlangt, dass auf seine Ehre geachtet wird. Dies ist in weltlichen Regierungen nicht anders. Der zweite KhalÐfah vergleicht dies so:
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Für die Erhaltung und Stärkung der Ordnung ist es notwendig, dass man einen Menschen zum Richter bestimmt, dessen Entscheidungen ohne Wenn und Aber akzeptiert werden. Mancheiner sagt: Ist der KhalÐfah unfehlbar? Kann er nicht eine falsche Entscheidung treffen? Aber ich sage: O Toren! Sind die Amtsrichter unfehlbar? Können sie nicht auch Fehler machen? ... Wisst ihr denn nicht, dass die Regierungen harte Kritik an ihren Entscheidungen für eine Herabwürdigung des Gerichts halten und darauf Strafen drohen. Wenn ihr gegen die Entscheidung eines Amtsrichters sagt, er habe Partei ergriffen, so werdet ihr sofort ins Gefängnis geschickt.19 Hat aber die von Gott bestimmte Ordnung überhaupt keinen Wert in euren Augen, dass ihr alles Mögliche sagt? Kann jemand von euch öffentlich sagen, dass ein Amtsrichter nicht ehrlich geurteilt hätte? Aber ihr schreckt davor nicht zurück zu sagen, dass der KhalÐfah gegen die Ehrlichkeit verstoßen habe, und dies nennt ihr Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit. Aber wo geht die Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit hin, wenn ihr Ähnliches über den Amtsrichter sagen wollt? (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn
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19 Im damaligen Indien war eine solche offene Kritik am Gericht strafbar. Die Missachtung des Gerichts („contempt of court“) ist heute noch in vielen Ländern, darunter Großbritannien, den USA, Kanada, Malta etc., strafbar. Auch in Deutschland kann die
„Verletzung der Würde des Gerichts“ eine Strafe nach sich ziehen; s. Pfälzisches OLG Zweibrücken, Beschluss vom 06.01.2005, Az. 3 W 199/04
MaÎmÙd AÎmadra, Jamaat Ahmadiyya key KhilÁf TÁzah FitnÁh…, AU, Bd. 14, Seite 476-477)
Die spirituelle Bedeutung und Notwendigkeit des Gehorsams gegenüber dem KhalÐfah ist Gegenstand ausführlicher Erörterung im Kapitel 4. Dort wird gezeigt werden, dass Allah die Gehorsamkeit gegenüber Sich selbst und dem Gesandten und sowie dem KhalÐfah zu einer Voraussetzung für den Fortbestand des KhilÁfat gemacht hat. Es wird auch erklärt werden, dass der Heilige QurÞÁn die Gehorsamkeit gegenüber dem Gesandten und seiner KhulafÁÞ zu einer Bedingung für jeglichen spirituellen Fortschritt gemacht hat.
Die Beziehungen zwischen Politik und Religion sind Gegenstand vieler Diskussionen und Theorien. Es gibt Menschen, die für eine strenge Trennung von Politik und Religion eintreten. Die Religion solle sich vollständig aus den Angelegenheiten des Staats heraus halten (Laizismus). Es gibt andere, die an eine Trennung von Staat und Religion dahingehend glauben, dass der Staat nicht eine Religion bevorzugen und sich nicht in religiöse Angelegenheiten einmischen sollte. So gibt es mittlerweile über 15 verschiedene Ansichten, die die Trennung von Religion und Staat in unterschiedlichem Ausmaß postulieren.
Historisch gab es im Islam bekanntlich in der medinensischen Periode im Leben des Heiligen Propheten und während der Zeit der vier rechtgeleiteten KhulafÁÞ eine Einheit der staatlichen und der religiösen Autorität. Der Heilige QurÞÁn legt sich nicht auf eine bestimmte Theorie
unter Ausschluss der anderen fest, die in Fragen der Staatsführung gleichsam als die allein selig machende Doktrin anerkannt würde. Der vierte KhalÐfah des Verheißenen Messias betont:
“…no political system is mentioned in Islam as the only valid system against all others…Islamic teachings do not reject any political system of the world, but Islam leaves it to the choice of the people and historically established traditions prevailing in any country.”
... (daß) im Islam keine politische Weltanschauung als die einzig Gültige gegenüber allen anderen erwähnt wird [Auch] lehnt der
Islam keine politische Regierungsform der Welt ab. Der Islam überlässt die Wahl aber den Menschen und den in einem Lande vorherrschenden, geschichtlich begründeten Gepflogenheiten. (ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah, Islam’s Response to Contemporary Issues, 1997, Seite 223-224)
Im Heiligen QurÞÁn wird von DÁwÙdas (David) und SulaÐmÁnas (Salomon) berichtet, die sowohl Könige, also weltliche Herrscher, als auch Propheten (d.h. spirituelle Oberhäupter) waren. SulaÐmÁnas bat sogar, dass ihm ein Königreich gewährt werde, das beispiellos sein sollte:
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Er sprach: „O mein Herr, vergib mir und gewähre mir ein Königreich, wie es keinem nach mir geziemt; wahrlich, Du bist der Freigebige.“(ÑÁd 38:36)
Eine Vereinigung der religiösen und der staatlichen Gewalt in einer einzigen Person ist im Islam somit nicht verboten. Aber dies ist nicht die einzige Regierungsform, die der Islam erlaubt. Es gab auch zahlreiche Personen, die nur Propheten waren, ohne über staatliche Gewalt zu verfügen. So sind nach dem Heiligen QurÞÁn ZakariyyÁas (Zacharias), YaÎyÁas (Johannes) und ÝÏsÁas (Jesus) etc. nur Propheten gewesen, ohne dass sie Anführer im politischen Sinne gewesen wären. Daraus geht hervor, dass dem Heiligen QurÞÁn zufolge auch eine laizistische oder säkulare Staatsform nicht verboten ist. Es gibt aber auch das Beispiel von YÙsufas (Joseph), der ein Prophet war und gleichzeitig ein weltliches Amt bekleidete, aber kein König war. Seine Geschichte ist in der 12. Sura des Heiligen QurÞÁn ausführlich erzählt worden. Hierdurch wäre auch eine Mischform der Regierung, in der Religionsführer zwar im Dienste des Staats tätig sind, aber nicht die Regierungsgewalt innehaben, und deshalb an die staatlichen Gesetze gebunden sind, denkbar. Von Yousufas heißt es z.B.:
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Er hätte nicht seinen Bruder aufhalten können unter des Königs Gesetz. (YÙsuf 12:77)
Aufgrund der Vereinigung von religiöser und der staatlicher Gewalt unter den ersten vier rechtgeleiteten KhulafÁÞ wurden die Könige der Muslime später im Allgemeinen „KhalÐfah“
genannt. Deshalb glauben heute einige Muslime, dass der KhalÐfah gleichzeitig ein weltlicher Herrscher sein muss. Folglich geriet das spirituelle Konzept des KhilÁfat im Laufe der Zeit in den Hintergrund. KhilÁfat wurde mehr und mehr als ein politisches System verstanden.
Diese Vorstellung ging so weit, dass es unter einigen nichtmuslimischen Gelehrten sogar die Ansicht vorherrscht, dass kein muslimischer KhalÐfah je religiöse Autorität besessen hätte!20 Andere gingen zwar nicht so weit, aber nahmen an, dass der religiöse Aspekt nur zweitrangig gewesen ist und der KhalÐfah im Islam in erster Linie als ein politischer Herrscher angesehen wird.21 Auch einige unter den muslimischen Gelehrten betrachten das KhilÁfat als primär weltliche Herrschaft22 Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch den KhulafÁÞ des Verheißenen Messiasas der Vorwurf gemacht wird, sie würden nach politischer Macht anstreben 23.
Aus den oben erwähnten Beispielen von im Heiligen QurÞÁn erwähnten Propheten aus dem Heiligen QurÞÁn kann eindeutig gefolgert werden, dass vielfältige Beziehungen und Kooperationen zwischen der weltlichen und der religiösen Führung möglich sind. Diese beinhalten die Einheit der religiösen und weltlichen Führerschaft, die völlige Trennung derselben, oder eine Zusammenarbeit der beiden, wobei das religiöse Oberhaupt dem weltlichen Führer auch unterstellt sein darf.
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20 T W Arnold: The Caliphate, Oxford, 1924, Seite 14,17
21 P Crone, M Hinds: God’s Caliph, Cambridge, 1986, Seite 1
22 MaulÁnÁ AbÙ al-KalÁm AzÁd, MasÞala-e KhilÁfat, Lahore, 2004, Seite 43
23 H Schröter, Ahmadiyya-Bewegung des Islam, Seite 94
Der Standpunkt der Ahmadiyya Muslim Jamaat leitet sich von der Position des KhalÐfah als Nachfolger des Verheißenen Messiasas ab. Der KhalÐfah soll die Arbeit des Propheten weiterführen. Da der Verheißene Messiasas nur ein dem Heiligen Prophetensaw unterstellter Prophet gewesen ist, der keine weltlichen und/oder politischen Ämter besaß, werden auch seine KhulafÁÞ nur spirituelle Oberhäupter der Gemeinde sein und keine weltlichen Führer.
Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messias, ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra erklärte in diesem Zusammenhang kategorisch:
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Eines soll in Erinnerung bleiben, dass der KhalÐfah für Fortsetzung der Arbeit seines Vorgängers verantwortlich ist. Deshalb waren die KhulafÁÞ des Heiligen Prophetensaw sowohl für den Staat als auch für die Religion zuständig, denn Allah hatte dem Heiligen Propheten sowohl das religiöse als auch das weltliche Königreich gegeben. Der Verheißene Messias aber, durch den der Heilige Prophet in seiner Schönheit offenbart wurde, war nur ein religiöser König, und genau diesen Status werden daher auch seine KhulafÁÞ innehaben. (KhudÁ key KÁm ko Kaun Rok sakta Hey, AU, Bd. 2, Seite 13).
Demzufolge ist das Konzept vom KhilÁfat bei der Ahmadiyya Muslim Jamaat von rein spiritueller Natur, bei dem keine Vermengung mit dem Weltlichen vorliegt. KhalÐfah II.ra erläuterte an einer anderen Stelle:
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Da Gott Der Erhabene ÍaÃrat MasiÎ-e MauÝÙd as nur mit dem spirituellen KhilÁfat versehen geschickt hatte, will sein KhilÁfat sich, soweit möglich, und selbst dann, wenn Königreiche sich zu dieser Religion bekennen werden, nicht an den politischen Aktivitäten beteiligen. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra KhilÁfat-e RÁšidah, AU, Bd. 8, Seite 295)
Der dritte KhalÐfah sagte hierzu ebenfalls sehr deutlich:
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Das System des KhilÁfat (der Ahmadiyya Muslim Jamaat) fing dem Willen Gottes zufolge nach der Berufung des Verheißenen MahdÐs an. Dieses System ist eingesetzt worden, um die Menschheit zu einer einzigen Gemeinschaft zu vereinen. Kein KhalÐfah aus dieser Reihe wird jemals der Regierungschef oder König irgendeines Landes sein. Der KhalÐfah der Zeit wird nicht in die weltliche Politik gehen. (ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah,
Freitagsansprache 22. Feb. 1974, zitiert nach Al-FaÃl International, 26. Mai 2000)
Der Verheißene Messiasas schreibt, seine innersten Gedanken zusammenfassend, in einem Gedicht:
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Was kümmern mich Königreiche?
Mein Königreich ist ein völlig anderes!
Was kümmern mich Kronen?
Meine Krone ist die Zufriedenheit meines Freundes.24
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24 i.e. Gott. Dieser Vers stammt aus der Gedichtsammlung des Verheißenen Messias „Durr-e ÕamÐn; Gedichtstitel: ManaÊÁt aur TablÐÈ-e Haq (Gebet und Ruf zur Wahrheit)
Das KhilÁfat ist eine große Huld Gottes. Durch den KhalÐfah leitet Gott die Gemeinde der Gläubigen in allen Angelegenheiten und verkündet seinen Willen durch ihn. Die Gebete der KhulafÁÞ werden auf eine besondere Weise von Gott akzeptiert, wodurch spiritueller und weltlicher Schaden von ihnen abgewendet wird. Ihnen werden durch das KhilÁfat unzählige Segnungen zuteil. Daher verlangt die Anwesenheit des KhilÁfat von den Muslimen, dass sie sich dieser Huld Gottes würdig erweisen, indem sie ihre Dankbarkeit gegenüber Gott zum Ausdruck bringen, größere Gottesfurcht an den Tag legen und sich stärker als früher an den Grundsätzen der Rechtschaffenheit orientieren. In der Àyat- IstikhlÁf ist bereits gesagt worden:
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Wer aber hernach undankbar ist, das werden die Empörer sein (al- NÙr 24:56)
Die Dankbarkeit für die Huld des KhilÁfat verpflichtet die Muslime zur Verantwortung und setzt auch bestimmte Handlungen voraus, wovon das BaÐÝat die erste Handlung ist, zu der jeder Muslim verpflichtet ist.
Der Prophet erhält direkte Offenbarungen Gottes und wird von Gott als Lehrer und Vorbild für die Gläubigen
ausgewählt. Er versteht somit am Besten, wie die Menschen in bestimmten Situationen im Einklang mit dem Willen Gottes handeln können. Gott verkündet seinen Willen durch den Propheten. Eine Beziehung der Liebe und des Gehorsams zum Propheten aufzubauen, ist daher für den spirituellen Fortschritt der Gläubigen notwendig. Der Heilige QurÞÁn sagt, dass derjenige, der dem Propheten gegenüber gehorsam ist, ist auch Gott gegenüber gehorsam:
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Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht in der Tat Allah (al- NisÁÞ 4:81)
Die Muslime sind angehalten, dem KhalÐfah als Stellvertreter des Propheten gegenüber genauso gehorsam und treu zu sein, wie gegenüber dem Propheten. Der Heilige QurÞÁn sagt, dass die Muslime, um diesen Aspekt der Treue und des Gehorsams zu betonen, einen besonderen Eid an der Hand des Heiligen Prophetensaw ablegen sollten. Die Wichtigkeit dieses Eids an der Hand des Propheten wird auch dadurch betont, dass dem Heiligen QurÞÁn zufolge das Ablegen dieses Eids als ablegen des Eids an der Hand Gottes bezeichnet wird:
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Die dir Treue schwören, Allah nur schwören sie Treue; die Hand Allahs ist über ihren Händen. Wer daher den Eid bricht, bricht ihn zum Schaden seiner eigenen Seele; wer aber das hält, wozu er sich gegen Allah verpflichtet hat, dem wird Er gewaltigen Lohn zuerkennen (al- FatÎ 48:11)
Dieser Anweisung folgend, haben die Muslime nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw an der Hand des ersten KhalÐfah, ÍaÃrat AbÙ Bakrra, diesen Eid abgelegt25. Bei den restlichen KhulafÁÞ haben sie diese Tradition fortgesetzt.
Es ist daher nicht ausreichend zu sagen, dass man an den KhalÐfah glaubt und eine formelle Eidablegung daher nicht notwendig sei. Offensichtlich ist dieser Eid wichtig für die Herstellung einer spirituellen Beziehung zu dem Propheten und der Beachtung des Eids wird großer Wert beigemessen. Der Heilige QurÞÁn macht deutlich, dass der spirituelle Fortschritt mit dem Gehorsam gegenüber Gott und Seinem Gesandten verbunden ist:
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Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, soll unter denen sein, denen Allah Seine Huld gewährt hat, nämlich unter den Propheten, den Wahrhaftigen, den Blutzeugen und den Gerechten; und das sind die besten Gefährten. (al-NisÁÞ 4:70)
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25 Ibn HišÁm.
Der Fortbestand des KhilÁfat ist dem Heiligen QurÞÁn zufolge insbesonders mit der Gehorsamkeit verbunden. So sagt Allah in der Àyat, die der Àyat-IstikhlÁf unmittelbar vorausgeht, folgendes:
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Sprich: „Gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten.“ Doch wenn ihr euch abkehrt, dann ist er nur für das verantwortlich, was ihm auferlegt wurde, und ihr seid nur für das verantwortlich, was euch auferlegt wurde. Und wenn ihr ihm gehorcht, so werdet ihr dem rechten Weg folgen. Und dem Gesandten obliegt nur die deutliche Verkündigung (al- NÙr 24:55)
Und in der Àyat unmittelbar nach der Àyat-IstikhlÁf wird wieder gesagt:
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Und verrichtet das Gebet und zahlet die ZakÁt und gehorchet dem Gesandten, auf dass ihr Barmherzigkeit empfangen möget (al- NÙr 24:57)
In den ÀyÁt vor und nach dem Versprechen des KhilÁfat wird der Leser des QurÞÁn also an seine Gehorsamspflicht erinnert.
Gehorsamkeit gegenüber Allah und seinen Gesandten ist die grundlegende Voraussetzung für das KhilÁfat. Die Gnade des KhilÁfat erfordert, dass sich die Muslime dem KhalÐfah gegenüber als gehorsam erweisen.
Der Heilige Prophetsaw hat die Gehorsamkeit gegenüber Allah, seinen Gesandten und den von ihm mit der Führung beauftragten Personen (AmÐr) auf die folgende Art und Weise miteinander in Beziehung gesetzt:
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Wer mir gehorcht, hat Allah gehorcht und wer mir nicht gehorcht, hat Allah nicht gehorcht. Und wer meinem AmÐr gehorcht, hat mir gehorcht und wer meinem AmÐr nicht gehorcht hat, hat mir nicht gehorcht (Muslim, KitÁb al-AmÁrah, wuÊÙb BÁb ÓÁÝat al- UmÁrÁÞ, Nr. 3418)
Die KhulafÁÞ haben als Stellvertreter des Heiligen Prophetensaw einen viel höheren Rang inne als ein von ihm ernannter AmÐr. Gehorsamkeit den KhulafÁÞ gegenüber ist ausdrücklich vom Heiligen Prophetensaw geboten worden:
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Wer von euch nach mir lebt, der wird viel Streit sehen. Also auferlegt ist euch mein Verhalten und das Verhalten der KhulafÁÞ, den Geleiteten, den Rechtschaffenen (Sunan Abi DÁwÙd, KitÁb al- Sunnah, BÁb fi lazÙm al-Sunnah, Nr. 3991)
Der vierte KhalÐfah des Verheißenen Messiasas hat erläutert, warum das BaÐÝat bei jedem Wechsel des KhilÁfat notwendig wird:
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Wer schon lange Muslim ist und innerlich an seinem BaÐÝat festhält, welche Notwendigkeit besteht für ihn, ein formelles BaÐÝat- Gelübde abzulegen? Indes, diese Praxis hat schon ihren Sinn und Zweck. Und zwar handelt es sich um eine Tradition (Sunnah), die wir lebendig erhalten und fortführen müssen. Es ist so wichtig, weil die Herzen während der Erneuerung (des BaÐÝat-Gelübdes nach dem Ableben eines Kalifen) eine besondere Trauer empfinden, dieser Zustand gibt uns ein neues Leben, eine neue Seele, es ist der Augenblick der spirituellen Erneuerung (ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah , KhuÔabÁt-e TÁÎir, Bd. 1, Seite 6)
Der genaue Wortlaut des Eides, den der Heilige Prophetensaw den Muslimen abnahm, änderte sich von Situation zu Situation. Im QurÞÁn wird dieser Eid so beschrieben:
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O Prophet! wenn gläubige Frauen zu dir kommen und dir den Treueid leisten, dass sie Allah nichts zur Seite stellen werden und dass sie weder stehlen noch Ehebruch begehen noch ihre Kinder töten noch eine Verleumdung vorbringen werden, die sie selbst wissentlich ersonnen, noch dir ungehorsam sein werden in dem, was recht ist, dann nimm ihren Treueid an und bitte Allah um Vergebung für sie. Wahrlich, Allah ist allvergebend, barmherzig (al- MumtaÎinnah 60:13)
Der Text des BaÐÝat-Versprechens, das der jeweilige KhalÐfah des Verheißenen Messiasas abnimmt, ist im Anhang 1 aufgeführt.
In dem Wortlaut des BaÐÝat kommen auch die Worte vor, dass die Gläubigen dem Propheten oder dem KhalÐfah gegenüber gehorsam sein werden in allen „Ma’ruf- Entscheidungen“, ein Ausdruck, der gewöhnlich mit „in dem, was recht ist“ übersetzt wird. Diese Worte bedürfen näherer Erläuterung.
Es stellt sich die Frage, warum hier die Gehorsamkeit in allem was „recht ist“ gefordert wird und nicht etwa „in allem“? Bedeutet dies, dass der Prophet, oder der KhalÐfah, möglicherweise etwas gebieten können, was nicht gut oder rechtens ist? Es stellt sich natürlich auch die Frage, wer diese Entscheidung über das „rechte“ hat? Soll jeder Gläubige selbst entscheiden, was er für „recht“ und was er für „unrecht“ hält? Ist damit gemeint, dass der Gläubige er quasi zum Richter über die Anweisungen des KhalÐfah der Zeit wird? Kann er denn Anweisungen des KhalÐfah, an dessen Hand er das BaÐÝat abgelegt hat, mit der Begründung ablehnen, dass sie nicht „Ma’ruf“ sind? Wäre dies der Fall, so wäre das „BaÐÝat“ bedeutungslos. Es wäre eine Verneinung des Status des KhalÐfah oder des Propheten als einer von Gott geleiteten Person. Wir werden in den nachfolgenden Zeilen auf diese Fragen etwas näher eingehen.
Es ist im Lichte der Lehren des QurÞÁn deutlich geworden, dass der Prophet, und auch der KhalÐfah, von Gott bestimmte Personen sind, die Er Selbst zu Lehrern und Vorbildern für die Gemeinde der Gläubigen gemacht hat und die sich Seiner direkten Leitung erfreuen. Es ist daher nicht möglich, dass der Prophet, oder sein KhalÐfah, in religiösen Angelegenheiten etwas anweisen, was dem Willen Gottes widerspricht. Deshalb kann nicht angenommen werden, dass es sich hierbei um ein Gebot handelt, demzufolge der Gläubige bei jeder Anweisung des Propheten zunächst prüfen solle, ob diese zum Bereich des „rechten“ gehöre. Dass der Prophet oder sein rechtmäßiger Nachfolger etwas befehlen könnte, was nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ist ausgeschlossen und kann niemals geschehen.
Der fünfte KhalÐfah des Verheißenen Messiasas sagt hierzu:
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Hier erhebt sich die Frage, kann ein Prophet, der ja von Gott Dem Erhabenen eingesetzt worden ist, Anweisungen geben, die nicht rechtens (MaÝrÙf) sind? Und falls der Prophet sie geben könnte, dann könnte auch der KhalÐfah solche Anweisungen geben. Bezüglich dieser Angelegenheit sei klargestellt, dass ein Prophet solche Anweisungen niemals geben kann. Was der Prophet sagt, ist rechtens (MaÝrÙf) und er wird darüber hinaus nichts sagen… Der Prophet kann nicht gegen die Anweisungen Allahs Des Erhabenen und gegen die Anweisungen der Scharia verstoßen. Er ist doch (von Gott) zu dieser Aufgabe (nämlich die Scharia zu verkünden und vorzuleben) berufen worden. Wie kann sein Handeln im Widerspruch zu seinem Auftrag stehen? (ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba., Das ŠarÁÞit-e BaÐÝat, 2004, Seite 170)
Die Gläubigen lernen gerade von einem Propheten, zwischen dem Rechten und dem Falschen zu unterscheiden. Demzufolge ist die Annahme nicht plausibel, dass der
Gläubige über die Aussagen des Propheten urteilen soll, inwiefern sie rechtens sind oder nicht. Dies kann deshalb auch nicht der Sinn dieser Worte in dem BaÐÝat sein.
Der Heilige QurÞÁn spricht an einer Stelle ausdrücklich davon, dass die Gläubigen dem Propheten in allem Folge leisten sollten:
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Und verrichtet das Gebet und zahlet die ZakÁt und gehorchet dem Gesandten, auf dass ihr Barmherzigkeit empfangen möget (al-NÙr 24:57)
Der Gehorsam gegenüber Gott und dem Prophetensaw ist deshalb notwendig, weil der Zweck des rufenden Gesandten immer darauf abzielt, jenen, die glauben, das spirituelle Leben zu schenken – zu ihrem eigenen Nutzen:
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O die ihr glaubt, antwortet Allah und dem Gesandten, wenn er euch ruft, auf dass er euch Leben gebe (al-AnfÁl 8:25)
Im Lichte dieser ÀyÁt des Heiligen QurÞÁn, und vieler anderer, können die Worte „was recht ist“ nur so interpretiert werden, dass der Gläubige verspricht, dem Propheten und dem KhalÐfah auch in solchen Angelegenheiten gehorsam zu sein, die nicht unbedingt eindeutig im Heiligen QurÞÁn
niedergeschrieben sind (die also nicht explizit als ein Teil des religiösen Gesetzes gelten).
Der vierte KhalÐfah des Verheißenen Messiasas sagte:
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Was die Einhaltung einer MaÝrÙf-Entscheidung anbelangt, so handelt es sich bei dieser um allgemeine Anweisungen [des KhalÐfah], die nicht durch den QurÞÁn oder die Sunna vorgeschrieben worden sind. In diesem Fall würde man nicht von einer unmittelbaren Verpflichtung zum Gehorsam sprechen. Es handelt sich [quasi] um eine freiwillige Verpflichtung zum Gehorsam, es geht hier nicht um [durch die Religion auferlegte] Gebote. Hinsichtlich dieser [religiösen] Gebote führt der KhalÐfah das Geheiß Allahs aus, wie es auch der Gesandte [bereits] ausführte. Hier gibt es keinerlei Raum für Diskussion, diese religiösen Pflichten müssen ohne Bedingungen ausgeführt werden, müssen eingehalten werden. Darüber hinaus verpflichten sich [die BaÐÝat- Leistenden], dass sie auch bei solchen Anweisungen, die in den
Bereich des MaÝrÙf fallen, nicht ungehorsam sein werden. Das Wort MaÝrÙf meint Anweisungen, die nicht von Gott vorgeschrieben sind, aber allgemein als gute Handlungen gelten. [Der BaÐÝat- Leistende verspricht dem KhalÐfah]: „Wir werden auch Ihre MaÝrÙf-Entscheidungen befolgen.“
Die Gläubigen werden von dem Propheten und den KhulafÁÞ von Zeit zu Zeit aufgefordert, bestimmten Pflichten nachzukommen. Diese Forderung kann z. B. das Fasten an einem bestimmten Tag betreffen oder Gebete oder Spenden für bestimmte Zwecke oder sonstige Anweisungen, die immer rechtens und gut sind. Obwohl solche guten Handlungen über die Pflichten eines Gläubigen hinaus gehen und es deswegen jedem Gläubigen im Allgemeinen frei steht, ob er sie befolgt oder nicht, ist er angehalten, diese guten Werke zu tun, wenn ihn der Prophet oder der KhalÐfah dazu auffordert. Durch das BaÐÝat verspricht der Gläubige, auch solche Anweisungen des Propheten oder KhalÐfah zu befolgen.
Das BaÐÝat oder der Eid der Treue und des Gehorsams gegenüber dem Propheten oder einem seiner Nachfolger lässt das KhilÁfat in den Augen einiger Kritiker als eine Willkürherrschaft erscheinen, in der der KhalÐfah nach Belieben handeln könne. Da alle Gläubige zum Gehorsam verpflichtet seien, sei ein solches System gefährlich26.
Dieser Vorwurf basiert auf Unwissenheit und auf unzureichenden Kenntnissen der islamischen Lehre in Bezug
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26 Schröter: Die Ahmadiyya-Bewegung des Islam, Seite 20-21
auf die Institution des KhilÁfat. Denn zwischen einer Willkürherrschaft und dem KhilÁfat bestehen klare Unterschiede, so dass beide nicht miteinander verglichen werden können.
Zu den Grundzügen einer Willkürherrschaft gehört, dass der Herrscher (oder Diktator) nach Belieben Entscheidungen treffen kann. Er ist an keinerlei Normen und Gesetze gebunden. Die Untertanen haben an seinen Entscheidungen keinen Anteil. Ein weiteres Merkmal einer Willkürherrschaft ist, dass der Herrschende in seinen Zivilrechten über allen Anderen steht. Niemand kann gerichtlich gegen ihn vorgehen und für sich seine Bürgerrechte einfordern. Zu weiteren Kennzeichen der Willkürherrschaft zählt, dass die weltlichen Herrscher nicht vor gravierenden Fehlern gefeit sind. Sie genießen keinen besonderen Schutz vor Fehlern, die letztendlich zum Ruin und Untergang des Staats führen können. Dies ist eine immer wieder aufs Neue bestätigte historische Tatsache. Schließlich ist der Herrscher in einer Willkürherrschaft parteiisch, er entscheidet stets im Interesse seiner eigenen Partei. Da er zwangsabgesetzt werden kann und seine Herrschaft nicht spirituell, sondern weltlich ist, ist er zum Machterhalt auf die Unterstützung seiner Partei oder Gefolgschaft angewiesen. Dies führt dazu, dass er für diese Menschen oft zu Unrecht Partei ergreift und ihnen ohne Recht Vorteile verschafft.
Das KhilÁfat unterscheidet sich in allen diesen Aspekten von einer Willkürherrschaft. Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messiasas hat sieben Unterschiede zwischen dem KhilÁfat und einer Willkürherrschaft oder Diktatur herausgestellt. Er sagt:
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Das rechtgeleitete KhilÁfat im Islam hat insgesamt sieben Merkmale:
Erstens:… Der KhalÐfah wird gewählt …
Zweitens: Die Scharia. Der KhalÐfah steht gegenüber einer höheren Autorität in Verantwortung. Auch wenn er Ratschläge ablehnen kann, darf er nicht gegen die Scharia handeln.
Drittens: Beratung. … er steht auch gegenüber den Untergebenen in Verantwortung, d.h. es ist erforderlich für ihn, in allen wichtigen Angelegenheiten sich beraten zu lassen und sich, soweit wie möglich, an Ratschläge zu halten.
Viertens: Moralische Verantwortung… Er ist religiöser Anführer und Vorbeter (ImÁm), deshalb sieht er sich innerlich und moralisch einer Verantwortung gegenüber, und die Tatsache, dass sein Handeln öffentlich beobachtet wird, hält ihn auf dem richtigen Weg…
Fünftens: Gleichheit. Der islamische KhalÐfah ist als Mensch in seinen Rechten allen anderen gleich gestellt…Er kann seine Rechte durch das Gericht einfordern und auch andere können von ihm per Gericht die Erfüllung ihrer Rechte einklagen.
Sechstens: … es ist versprochen worden, dass er vor Irrtümern geschützt wird, die vernichtende Auswirkungen [für die Gemeinschaft] haben könnten. Und in besonderen Gefahren wird Allah, der Erhabene, die Vorgehensweise des Khalifen unterstützen […]
Siebtens: Er steht über der Politik. Deshalb gehört er keiner Partei an. Seine Stellung ist die eines Vaters, deshalb ist es nicht zulässig für ihn, einer Partei anzugehören oder sich einer Partei zuzuneigen.
(ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, al-FurqÁn, Rabwah, Pakistan, Juli 1958, Seite 2-3)
Die Wahl ist also ein großer Unterschied. Niemand kann sich selbst zum KhalÐfah erklären und sich somit des KhilÁfat bemächtigen. Der KhalÐfah ist an die Lehren und Gesetze des Islam, die durch den Heiligen QurÞÁn und der Praxis des Heiligen Prophetensaw, und in unserer Zeit durch die Praxis des Verheißenen Messiasas, festgelegt sind, gebunden. Dagegen kann ein Diktator nach Belieben Gesetze erlassen. Es ist für den KhalÐfah notwendig, dass er sich in allen wichtigen Fragen berät und sich, soweit wie möglich, an die Ratschläge hält. Der Heilige QurÞÁn sagt zum Heiligen Prophetensaw:
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„und ziehe sie zu Rate in jeder wichtigen Angelegenheit“ (Àl ÝImrÁn 3:160)
Der zweite KhalÐfahra des Verheißenen Messias sagt an einer anderen Stelle zu diesem Aspekt:
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Meine Ansicht lautet: „Es gibt kein KhilÁfat ohne Beratung“, KhilÁfat ist nicht zulässig, solange es nicht von Beratung begleitet wird (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, ManÒab- e KhilÁfat, AU, Bd 2, Seite 25).
Der KhalÐfah als Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft ist sich der Tatsache bewusst, dass er für die Mitglieder der Gemeinde ein Beispiel an Rechtschaffenheit und tugendhaftem Verhalten sein muss. Dieser innere moralische Druck bestimmt sein Verhalten. Im Gegensatz zu den Diktatoren ist er in seinen zivilen Rechten allen anderen Menschen gleichgestellt. Er kann seine Rechte vor einem Gericht einklagen, und von ihm können gerichtlich Rechte eingefordert werden. Es gibt genügend Beispiele in der Geschichte des Islam, bei denen Muslime oder Nicht- Muslime den KhalÐfah ihrer Zeit in einem Rechtstreit anklagten.
Der wichtigste Unterschied ist jedoch, dass dem KhalÐfah die Unterstützung Gottes versprochen wird. Diese Unterstützung und der Schutz vor vernichtenden Fehlern wird nur dem KhilÁfat zuteil. Der KhalÐfah ist über jegliche Politik erhaben und gehört niemals einer Partei an.
Es gilt auch zu unterstreichen, dass die Beziehung zwischen einem Herrscher und seinen Untertanen in der Diktatur auf Angst und Drohung beruht und einseitig ist, die von den Untertanen nicht aufgekündigt werden kann. Die Beziehung zwischen dem KhalÐfah und den Gläubigen wird dagegen um Gottes Willen geschlossen und beruht auf Liebe zu Gott. Überdies ist die Beziehung zwischen dem KhalÐfah und den Gläubigen beidseitig. So kann jedermann, der möchte, seine Beziehung zum KhilÁfat beenden, in dem er sein BaÐÝat- Gelübde widerruft. Er wird dafür den spirituellen Schaden tragen und vor Gott für seine Taten verantwortlich sein, aber es gibt keine weltliche Institution, vor der er zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Genauso kann auch der KhalÐfah jederzeit jemanden aufgrund seines Verhaltens aus seinem BaÐÝat entlassen.
Gehorsamkeit in allen Entscheidungen und Anweisungen ist nur ein Teil des Treuegelöbnisses. Es ist auch erforderlich, dass die Gläubigen nicht vorschnell Entscheidungen treffen, die für die ganze Gemeinde Auswirkungen haben könnten. Der Heilige Prophetsaw sagte:
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Der ImÁm ist wie ein Schutzschild, man soll hinter ihm kämpfen (BukhÁri, KitÁb al-ÉihÁd wal Siyar, BÁb YuqÁtil min waraÝ al- ImÁm…, Nr. 2737)
Es soll hinter dem ImÁm, d. h. nach seinen Anweisungen, gemäß dem von ihm aufgezeigten Verfahrensweisen gearbeitet und gehandelt werden. Solange die Gläubigen ihm folgen, bleiben sie vor Fehlschlägen geschützt. Es ist daher notwendig, dass alle die Gemeinde betreffenden Entscheidungen und Pläne mit Erlaubnis des KhalÐfah der jeweiligen Zeit umgesetzt werden.
Der zweite KhalÐfahra des Verheißenen Messias erläutert, warum die Gemeinde keine Fortschritte erzielen kann, wenn sie nicht gemäß den Anweisungen des KhalÐfah handelt:
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Solange sie nicht von uns wiederholt Ratschläge annehmen, kann ihre Arbeit nicht segensreich sein. Gott hat mich zum KhalÐfah bestimmt und wenn Gott Seine Absicht mitteilen will, so teilt Er sie mir mit, nicht ihnen. Was könnt ihr also ohne das Markaz (Zentrale) bewirken? Ihr könnt nur mit dessen Rat und Leitung arbeiten, dem Gott Seine Absichten mitteilt, auf den Er
Offenbarungen herab sendet, den Er zum KhalÐfah und ImÁm dieser Gemeinde bestimmt hat. Je stärker eure Beziehung zu ihm ist, desto mehr werden eure Aktivitäten gesegnet werden… Wenn jemand sich nicht an den ImÁm hält, so wird er nicht einmal soviel Arbeit leisten können wie ein Schäfchen, selbst wenn er alle Wissenschaften der Welt kennen sollte. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud- DÐn MaÎmÙd AÎmadra, Al-FaÃl 20. November 1946, zitiert nach al-FurqÁn, Mai 1967, Seite 34-35)
„Hinter dem Schild“ zu bleiben erinnert die Gläubigen auch daran, dass sie ohne Zustimmung des KhalÐfah keine solchen Aktionen starten dürfen, die sich auf die gesamte Gemeinde auswirken könnten.
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Wenn einer in der Anwesenheit eines ImÁms und KhalÐfah denkt, er müsse eigenmächtige Entscheidungen treffen, dann gibt es keine Notwendigkeit für einen KhalÐfah. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, Al-FaÃl, 4. September 1937, zitiert nach al- FurqÁn, Mai 1967, Seite 35)
Gott unterstützt den von Ihm Selbst bestimmten KhalÐfah. Er leitet ihn und offenbart ihm den richtigen Weg, der für das Erreichen der Ziele der Gemeinde notwendig ist.
Auch wenn einzelne Mitglieder der Gemeinde hervorragende Experten in verschiedenen Bereichen des Lebens sein sollten, genießen sie doch nicht jene Rechtleitung und Unterstützung Gottes, die nur mit dem KhilÁfat verbunden ist. Deshalb ist
die Einheit der Gemeinde und Gehorsam gegenüber dem KhalÐfah, den die Mitglieder beim BaÐÝat versprochen haben, essenziell. Wenn Gott einen KhalÐfah bestimmt hat, so hat Er dies nicht ohne Grund getan. Deshalb können Eigeninitiativen von Gemeindemitgliedern niemals gesegnet sein, wenn sie nicht mit den Anweisungen des jeweiligen KhalÐfah übereinstimmen.
Der zweite KhalÐfahra des Verheißenen Messias ermahnt:
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Auch wenn ihr noch so große Intellektuelle und Strategen seid, ermahne ich euch, nicht zu denken, ihr könnt der Religion nutzen, wenn ihr bloß eurem Verstand und euren Plänen folgt. Doch solange euer Verstand und eure Pläne nicht der Leitung des KhilÁfat unterliegen und solange ihr nicht dem ImÁm folgt, solange werdet ihr gewiss keine Unterstützung und Hilfe Gottes erhalten (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, Al-FaÃl, 4. September 1937, zitiert nach al-FurqÁn, Mai 1967, Seite 36)
Die Anbetung Gottes ist der Kern jeder Religion und, dem Heiligen QurÞÁn zufolge, auch der wahre Zweck der Erschaffung der Menschheit:
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Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur darum erschaffen, dass sie Mich anbeten (al-ÅÁriyÁt 51:57)
Sinn und Zweck von Religion ist es, die Menschen zu Gott zu führen und eine lebendige Beziehung zwischen Gott und Mensch herzustellen. Dies setzt einerseits das Gebet voraus, andererseits führt eine lebendige Beziehung zu Gott dazu, dass der Mensch sich in jeder Situation und in allen Angelegenheiten seinem Herrn zuwendet und Ihn um Unterstützung und Hilfe bittet.
Die Bedeutung des Gebets im Zusammenhang mit dem KhilÁfat ist schon daran erkennbar, dass eine der in der Àyat- IstikhlÁf erwähnten Auswirkungen von KhilÁfat eine solche Anbetung Gottes ist, die völlig frei davon ist, Gott irgendetwas anderes gleichzustellen:
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Sie werden Mich verehren, (und) sie werden Mir nichts zur Seite stellen (al-NÙr 24:56)
Die Einhaltung des Gebets ist auch die erste Pflicht, an die Muslime nach dem Versprechen des KhilÁfat erinnert werden:
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Und verrichtet das Gebet (al-NÙr 25:57)
Nur durch das Gebet können die Muslime jene Reinheit der Herzen erlangen und die Unterstützung Gottes bei der Verrichtung jener guten Werke erhalten, die für den Erhalt und die Fortsetzung des KhilÁfat notwendig sind.
Über das täglich fünfmal zu verrichtende Gebet hinaus sollen die Gläubigen auch insbesondere für das KhilÁfat und den KhalÐfah beten. Der Heilige Prophetsaw hat dies bezüglich gesagt:
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Die besten eurer Imame sind jene die ihr liebt und die euch lieben. Und sie beten für euch und ihr betet für sie (Muslim, KitÁb al- AmÁrah, BÁb khiyÁr al-aÞimah wa šarÁrihim Nr. 3447)
Die Beziehung zwischen dem ImÁm und den Gläubigen sollte also auf Liebe beruhen. Nur dann ist es möglich, dass die Gläubigen für den ImÁm beten, und der ImÁm für sie.
Abgesehen von dieser Beziehung verlangt auch die Anwesenheit von KhilÁfat, dass für seinen Erhalt Gebete gesprochen werden. Der Verheißene MahdÐ und Messiasas sagt hierzu:
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Betet also gemeinsam in Erwartung der zweiten Allmacht27 Gottes. Und jede Gemeinschaft der Rechtschaffenen soll in ihrem jeweiligen Land unentwegt gemeinsam beten, damit die zweite Allmacht vom Himmel herabsteigt (al-WaÒiyyat, RK, Bd. 6, Seite 306)
Die Manifestation der zweiten Allmacht Gottes fand nicht nur nach dem Tod des Verheißenen Messiasas, sondern es gibt nach dem Tod jedes KhalÐfah eine erneute Manifestation der zweiten Allmacht. Daher ist es notwendig, dass die Gläubigen beim Tod eines KhalÐfah sich versammeln und für den Erhalt des KhilÁfat beten. Der fünfte KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba, hat die AÎmadis dazu aufgefordert:
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Beten sie für die Stärkung des KhilÁfat, damit die Segnungen des KhilÁfat unter ihnen immer erhalten bleiben mögen (al-FaÃl International, 10. Juni 2005)
Die KhulafÁÞ beten für den spirituellen Fortschritt der Mitglieder der Gemeinde und dafür, dass das Schlechte von ihnen abgewendet und ihnen alles Gute gewährt werden würde. In jeder Situation und bei allen Problemen und Schwierigkeiten wenden sich die Mitglieder der Gemeinde selbstverständlich an den jeweiligen KhalÐfah und bitten ihn um Gebete und Rechtleitung. Der zweite KhalÐfahra des Verheißenen Messiasas schrieb:
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27 Die zweite Allmacht Gottes ist das KhilÁfat, wie unten noch gezeigt wird, siehe Kapitel 5.3.
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Es gibt einen Menschen für euch, der sich um euch sorgt, der euch liebt, euren Schmerz als eigenen Schmerz betrachtet, eure Schwierigkeiten als eigene Schwierigkeiten ansieht, der für euch zu Gott betet (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, BarakÁt-e KhilÁfat, AU, Bd 2, Seite 158)
Das rechtgeleitete KhilÁfat im Islam endete nur dreißig Jahre nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw mit der Ermordung von ÍaÃrat ÝAlÐ bin Abi ÓÁlibra Es stellt sich daher die Frage, ob das KhilÁfat wieder einsetzen kann oder ob die Wiedereinsetzung des KhilÁfat nur eine theoretische Möglichkeit ist?
Der KhalÐfah ist Nachfolger eines Propheten. Deshalb kann es nur dann einen KhalÐfah geben, wenn es zuvor einen Propheten gegeben hat. Der Heilige QurÞÁn erwähnt, dass es auch im Islam das KhilÁfat nach dem Heiligen Prophetensaw geben wird. Darüber hinaus prophezeit der Heilige QurÞÁn die Ankunft eines weiteren Propheten. Dieser Prophet soll im Namen des Heiligen Prophetensaw auftreten, ihm unterstellt, und sein Abbild sein und seine Arbeit fortsetzen. Der vorausgesagte Prophet ist also selbst ein besonderer KhalÐfah des Heiligen Propheten s.a.w, wobei der Unterschied nur darin besteht, dass er kein gewöhnlicher KhalÐfah ist, sondern auch selbst die Stellung eines Propheten besitzt. Seine Ankunft ist als die Wiederkunft des Heiligen Prophetensaw bezeichnet worden:
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Er ist es, Der unter den Analphabeten einen Gesandten erweckt hat aus ihrer Mitte, ihnen Seine Zeichen vorzutragen und sie zu reinigen und sie die Schrift und die Weisheit zu lehren, wiewohl sie zuvor in offenkundigem Irrtum gewesen waren, und unter den anderen von ihnen, die sich ihnen noch nicht zugesellt haben. Er ist der Allmächtige, der Allweise. Das ist Allahs Huld; Er gewährt sie, wem Er will; und Allah ist der Herr großer Huld (al-ÉumÝah 62:3-5)
Es wird in dem bekanntesten und für die große Mehrheit der Muslime als authentisch geltenden Buch der Traditionen, BukhÁrÐ, und anderen Büchern der Tradition die folgende Begebenheit überliefert: Als diese ÀyÁt offenbart wurden und der Prophetsaw sie den Gefährten vortrug, fragte einer der Anwesenden den Prophetensaw, wer diese Leute sein sollen die
„sich ihnen noch nicht zugesellt haben“? Der Prophetsaw schwieg zuerst, aber als die Frage wiederholt wurde, legte der Heilige Prophetsaw seine Hand auf die Schulter eines nicht- Arabischen Gefährten, der dort anwesend war, nämlich ÍaÃrat SalmÁnas FÁrsÐra, und sagte:
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Wenn der Glaube bei dem Siebengestirn wäre, so würden Leute oder einer unter diesen ihn für uns zurückbringen (ÑaÎÐÎ al- BukhÁri, KitÁb al-TafsÐr al-QurÞÁn, BÁb qauluhu wa-ÁkharÐna minhum… Nr. 4518)
Gemäß dieser Prophezeiung sollte also eine Zeit kommen, in der der wahre Glaube verschwinden würde. In dieser Zeit wird dann ein nicht-arabischer Mann kommen und den Glauben wiederherstellen. Dies bedeutet nun nicht, dass es keine Muslime mehr auf der Welt geben würde, diese würde es zwar sie in großer Zahl geben, aber ihnen würde der wahre Geist des Islam und seine Spiritualität fehlen. Diese Muslime würden sich zwar zum Islam bekennen und behaupten, gemäß den Lehren des Heiligen QurÞÁn zu handeln. Aber dies wird in Wirklichkeit nichts mehr sein als ein Lippenbekenntnis. Schon im Heiligen QurÞÁn ist zu lesen:
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Und der Gesandte wird sprechen: „O mein Herr, mein Volk hat wirklich diesen Qur-ân von sich gewiesen.“ (al-FurqÁn 25:31)
Der Heilige Prophetsaw hatte prophzeit, dass sich Muslime vom Islam entfernen werden. Dies würde soweit gehen, dass sie das Fasten, das Gebet, das Opfern und das Spenden vergessen werden. Stattdessen würden sie sich nur deshalb zum Islam bekennen, weil sie von ihren Vorvätern gehört hätten, dass es keinen Gott außer Allah gibt.28 Er sagte weiter:
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28 Ibn MÁÊah, KitÁb al-Fitn BÁb ÆahÁb al-qurÞÁn wa al-Ýilm Nr. 4039
Es wird auf die Menschen eine Zeit zukommen, da es vom Islam nichts übrig bleiben wird als der Name, und vom QurÞÁn nichts übrig bleiben wird als die Schrift; die Moscheen [dieser Leute] werden voll sein, aber sie werden leer sein von Rechtleitung. Ihre Gelehrten werden die schlimmsten Geschöpfe unter dem Dach des Himmels sein (MiškÁt al-MaÒÁbÐÎ, KitÁb al-ÝIlm, zitiert nach Malik SaÐf ur-RaÎmÁn, Hadiqat uÒ-ÑÁliÎÐn, Seite 852, 2003, Qadian, Indien)
Es gibt viele weitere Prophezeiungen und Erläuterungen, die von ähnlicher Entwicklung berichten und die die Kennzeichen des kommenden Propheten und seiner Zeit beschreiben. Dieses Thema kann hier nicht ausführlich behandelt werden, denn dies würde den Rahmen dieses Buches sprengen. Es soll nur darauf hingewiesen werden, dass den Prophezeiungen des Heiligen Propheten Muhammadsaw zufolge im Islam ein Prophet erwartet wird, der dem Propheten Muhammad unterstellt sein würde (er würde also kein unabhängiger Prophet mit einem neuen Gesetz sein, sondern er würde als Diener des Propheten Muhammadsaw und des QurÞÁn erscheinen.) Dieser erwartete Prophet wird auch Jesus, Messias und MahdÐ genannt.
Der Heilige QurÞÁn und der Prophetsaw haben nicht nur die Ankunft dieses Propheten vorausgesagt, sondern auch verkündet, dass nach ihm das rechtmäßige KhilÁfat wiederhergestellt werde.
Es wird berichtet, dass der Heilige Prophetsaw über die Wiedereinsetzung des KhilÁfats im Islam sagte:
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Das Prophetentum wird unter euch bleiben, so lange es Allah will, dann wird es aufgehoben werden, wann Er es aufheben will. Dann wird es das KhilÁfat in den Fußstapfen des Prophetentums geben, es wird bleiben so lange Allah will, dass es bleibt. Dann wird es aufgehoben werden, wenn Allah es aufheben will. Dann wird es ein unangenehmes Königtum geben. Es wird bleiben so lange Allah will, dass es bleibt. Dann wird es aufgehoben werden, wann Er will, dass es aufgehoben wird. Dann wird es das gewalttätige Königtum geben. Es wird bleiben, solange Allah will, dass es bleibt. Dann wird es aufgehoben werden, wann Er will, dass es aufgehoben wird. Dann wird es das KhilÁfat in den Fußstapfen des Prophetentums geben. Dann schwieg er (Musnad AÎmad bin Íanbal, Musnad al-KÙfiyyÐn, BÁb HadÐ× al-NuÝmÁn bin BašÐr Ýanin-NabÐ, Nr. 17680)
Die gesamte Kette der prophezeiten Ereignisse ist in der Tat in derselben Reihenfolge eingetreten. Nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw gab es das rechtmäßige KhilÁfat, das gemäß einer anderen Prophezeiung nur 30 Jahre dauerte29. Hiernach gab es das Königtum und mit der Ankunft des Verheißenen Messiasas sollte das KhilÁfat wieder einsetzen.
Die Fortsetzung des rechtmäßigen KhilÁfat ist nicht nur möglich, sondern gemäß dieser Prophezeiung des Heiligen Prophetensaw sollte das KhilÁfat tatsächlich wiedereingesetzt werden. Die Renaissance des KhilÁfat ist aber laut dieser Überlieferung mit der Ankunft eines Propheten gebunden.
Dies ist der einzige Weg, auf dem eine Erneuerung des KhilÁfat im Islam möglich wäre. Parteienbeschlüsse und Resolutionen seitens der Muslime vermögen das rechtmäßige KhilÁfat nicht wieder einzuführen.
Der Heilige Prophetsaw hat hier mehrere Ereignisse in der Geschichte des Islam vorausgesagt und bei jedem dieser Ereignisse sowohl den Anfang als auch das Ende deutlich erwähnt. Wie aus den AÎÁdÐ× hervorgeht, schwieg der Prophetsaw, nachdem er vom Wiedereinsetzen des KhilÁfats in den Fußstapfen des Prophetentums gesprochen hatte; er machte keine Angaben über das Ende dieses KhilÁfat. Dies beweist, dass dieses KhilÁfat immer beleiben wird. Auch der
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29 ء =* 63 )ا 7ا * : 9 ن :;: ة )ا 9.; , KhilÁfat des Prophetentums wird dreizig Jahre sein, dann wird Allah das Königtum geben, wem Er will. Siehe Sunan Abi DÁwÙd, KitÁb al- Sunnah, BÁb fi al-KhulafÁÞ , Nr. 4029.
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Verheißene Messiasas hat durch seine Aussagen diese Ansicht bestätigt, wie in Kapitel 5.3 ausführlich dargelegt wird.

ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas von Qadian, der Verheißene Messiasas und MahdÐ
Niemand wird ernsthaft bezweifeln können, dass die Muslime heute die wahre Bedeutung des Islam und die Lehren des Heiligen QurÞÁn vergessen haben. Dass dem so ist, wird von allen muslimischen Gelehrten und Anführern offen eingestanden.
Für eine solche Zeit des Verfalls und des Rückschritts ist die Ankunft eines Propheten vorausgesagt worden. Er soll als spiritueller Sohn des Heiligen Prophetensaw und sein Nachfolger erscheinen und den Islam in seiner ursprünglichen Form wiederherstellen.
Wir, die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat, glauben, dass ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas der vorausgesagte MahdÐ und Messias gewesen ist.
Hier ist nicht der Ort, über die Fülle an Beweisen, die die Wahrhaftigkeit seines Anspruchs belegen, ausführlich zu reden. Es soll genügen, nur kurz ein Zeichen über die Wahrhaftigkeit des Verheißenen Messiasas zu beschreiben.
Der Heilige Prophetsaw hatte über die Ankunft des Verheißenen Messias und MahdÐas viele Prophezeiungen gemacht. Diese sind in den alten Büchern der Gelehrten des Islam überliefert, und werden sogar in den Schriften erwähnt, die Jahrhunderte vor der Ankunft des Verheißenen Messiasas verfasst oder kompiliert wurden. Darunter ist eine Prophezeiung zu finden, deren Erfüllung sich dem
menschlichen Einfluss vollständig entzieht; sie war den Muslimen lange bekannt gewesen. ÍaÃrat ImÁm DÁr-QuÔnÐ (306-385 H), ein bekannter Sammler der Traditionen und Überlieferungen des Heiligen Prophetensaw schreibt in seinem Buch Sunnan, etwa 900 Jahre vor dem Auftreten des Verheißenen Messias und MahdÐas:
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Für unseren MahdÐ gibt es zwei Zeichen, die seit der Erschaffung der Himmel und Erde nie eingetreten sind. Der Mond wird sich in der ersten Nacht des Ramadhan verfinstern und die Sonne wird sich an seinem mittleren (Tage) verfinstern. Und diese beiden Zeichen sind, seitdem Allah die Himmel und die Erde erschaffen hat, nie eingetreten (Sunan DÁr-QuÔnÐ, KitÁb al-ÝÏdaÐn, BÁb Siffah SalÁt al-KhusÙf wa al-KasÙf wa haÐÞatihimÁ)
Es sollte sich vergegenwärtigt werden, dass mit der ersten Nacht, die erste der möglichen Nächte gemeint ist, in denen eine Mondfinsternis eintreten kann. Dies ist auch dadurch deutlich, dass hier das Wort „Qamar“ für den Mond benutzt worden ist, wobei Qamar Vollmond bedeutet. Demnach sollte sich diese Finsternis in einer der drei möglichen Vollmondnächte ereignen. Das Wort Qamar widerlegt die Behauptung, es sei hier die erste Nacht des lunaren Monats gemeint. Denn im Arabischen wird der Neumond nicht Qamar, sondern HilÁl genannt.
Demzufolge sollte sich der Mond in einem bestimmten Monat (d.h. RamaÃÁn) in der ersten der möglichen Nächte, und die Sonne an dem mittleren der möglichen Tage desselben Monats verfinstern. Für die Erfüllung der Prophezeiung ist es darüber hinaus erforderlich, dass sich der MahdÐ vor dem Eintreten dieses Zeichens seinen Anspruch bekannt gemacht hat, denn im Nachhinein können viele behaupten, dass dieses Zeichen als Beweis für ihre Wahrheit erschienen sei.
Der Verheißene Messiasas hatte bereits am 23. März 1889 die Ahmadiyya Muslim Jamaat gegründet. Wenige Jahre danach, 1894, erfüllte sich die oben beschriebene Prophezeiung, als sich der Mond am 13. und die Sonne am 28. des Ramadhan verfinsterten.
Nach dem Tod des Verheißenen Messiasas am 26. Mai 1908 wurde die Institution des KhilÁfat ins Leben gerufen und ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra wurde zu seinem ersten KhalÐfah gewählt. Dies geschah in Übereinstimmung mit und gemäß den Anweisungen des Verheißenen Messiasas Er hatte die Gemeinde in nicht zu überhörender Deutlichkeit auf das KhilÁfat hingewiesen und in seinem Buch al-WaÒiyyat (Das Testament), nur wenige Jahre vor seinem Tod, geschrieben:
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Es ist die Handlungsweise Gottes, und seitdem Er die Menschen auf der Erde erschaffen hat, zeigt Er diese Seine Handlungsweise, dass Er nämlich Seinen Gesandten und Propheten Hilfe zuteil werden lässt … Die Saat der Rechtschaffenheit, die die Propheten in die
Welt verbreiten wollen, lässt Er durch ihre Hand auslegen. Doch Er lässt diese nicht durch ihre Hand zur vollen Blüte gelangen. Vielmehr lässt Er sie in einem solchen Augenblick sterben, mit dem die Furcht vor dem Scheitern einhergeht. Damit gibt Er den Gegnern [der Propheten] die Gelegenheit, über die Prophetenas zu lachen, sie zu verspotten, zu verhöhnen und mit Vorwürfen zu überhäufen. Nachdem sie indes Spott und Gelächter getrieben haben, zeigt Er die zweite Hand Seiner Allmacht … Kurzum, Gott offenbart auf zweierlei Weise Seine Allmacht. Zum einen zeigt Er die Hand Seiner Allmacht durch die Hand der Propheten; zum anderen zu einer Zeit, in der nach dem Ableben der Propheten die Schwierigkeiten überhand nehmen, die Feinde stärker werden und meinen, jetzt sei für die Gemeinde [der Propheten] alles verloren und sie würde zugrunde gehen … In einem solchen Augenblick offenbart Gott Seine überwältigende Allmacht und verleiht der wankenden Gemeinde Standfestigkeit. Wer sich also bis zum Schluss in Geduld übt, der kann dieses Wunder Gottes sehen – wie dies ja auch in der Zeit von AbÙ Bakrra geschehen ist … O meine Lieben, es ist von alters her die Handlungsweise Allahs, dass Gott Der Erhabene auf zweierlei Weise Seine Allmacht offenbart, damit Er die zweifache Freude der Gegner zunichte macht. Gleichermaßen ist es auch heute ausgeschlossen, dass Gott Seine gewohnte Handlungsweise aufgibt. Seid daher nicht traurig über das, was ich euch gesagt habe, noch lasst Verwirrung in euren Herzen sein. Denn es ist unentbehrlich für euch, dass ihr die zweite Allmacht Gottes seht. Und die Ankunft dieser [zweiten Allmacht] ist besser für euch, weil sie von ewiger Dauer ist, und sie ist [gleichsam] eine Kette (silsilah), die bis zum Jüngsten Gericht nicht reißen wird. Die zweite Allmacht kann aber nicht kommen, solange ich nicht [von dieser Welt] gegangen bin. Wenn ich aber gehe, wird Gott Seine zweite Allmacht für euch schicken, die immer mit euch bleiben
wird. (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, RisÁlah al-WaÒiyyat, RK, Bd. 20, Seite 304-305)
Es geht aus diesem Zitat deutlich hervor, dass die zweite Allmacht (Qudrat-e ×Ániyah) zur Vervollständigung der Aufgaben des Propheten notwendig ist. Sie besteht nicht während des Lebens des Propheten. Der Verheißene Messiasas sagt weiter:
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Ich bin von Gott als eine Manifestation Seiner Allmacht erschienen, und ich bin eine Verkörperung Seiner Allmacht. Nach mir wird es andere Personen geben, die die zweite Macht Gottes verkörpern werden (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al- WaÒiyyat, RK, Bd 20, Seite 306)
Die zweite Manifestation der Allmacht Gottes ist daher mit bestimmten Personen verbunden, nämlich den KhulafÁÞ des Verheißenen Messias und MahdÐas und er weist diese Personen, die KhulafÁÞ, an, in seinem Namen das BaÐÝat (Treugelöbnis) von den Mitgliedern der Gemeinde abzunehmen:
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Es sollen die Heiligen der Gemeinde, deren Seeln rein sind, nach mir von den Menschen den Treueid in meinem Namen entgegennehmen. Gott Der Erhabene will alle Seelen, die in den verschiedenen Teilen der Welt, sei es Europa oder Asien, leben und reine Natur besitzen, zur TauÎÐd (Einheit Gottes) führen und Seine Diener in einer einzigen Religion vereinen (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al-WaÒiyyat, RK, Bd. 20, Seite 306-307)
Die Institution des KhilÁfat in der Ahmadiyya Muslim Jamaat setzt gemäß diesen eindeutigen Aussagen des Verheißenen Messiasas nach seinem Tod ein.
Aufgrund dieser deutlichen Aussagen des Verheißenen Messiasas ist es den Menschen, die sich zur Ahmadiyya- Muslim-Jamaat bekennen, immer bewusst gewesen, dass es nach seinem Tode die Ära des KhilÁfat einsetzen wird. Folgerichtig wurde ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra von sämtlichen Mitgliedern der Gemeinde am 27.05.1908, einen Tag nach dem Hinscheiden des Verheißenen Messiasas, einstimmig zum ersten KhalÐfah gewählt.
Der Verheißene Messiasas hatte eine Organisation ein Gremium der Angelegenheiten der Gemeinde namens Sadr Anjuman Ahmadiyya (Zentral-Gremium der Ahmadiyya) gegründet. Die Aufgabe dieses Gremiums bestand in erster
Linie darin, die Spenden der Mitglieder zu verwalten. Kurz nach der Wahl des ersten KhalÐfah begannen die Mitglieder der Anjuman zu behaupten, dass der eigentliche KhalÐfah oder Stellvertreter des Verheißenen Messiasas nicht eine Einzelperson, sondern die Anjuman sei.
Nach dem Tod des ersten KhalÐfah kam es sogar zu einer Spaltung der Gemeinde, weil einige Vorstandsmitglieder der Anjuman das KhilÁfat nicht mehr akzeptierten, obwohl sie nach der Wahl des ersten KhalÐfah das BaÐÝat-Gelübde an seiner Hand abgelegt hatten und faktisch die Institution von KhalÐfah anerkannten. Ihre Ablehnung wurde per Zeitungsanzeige förmlich verkündet, siehe al-Íakam 28. Mai 1908, Qadian, Indien, und Badar 2. Juni 1908, Qadian, Indien (beide zitiert nach KhilÁfat-o-Nabuwwat, o. J., Rabwah, Pakistan).
Die Basis für die Argumentation dieser Gruppierung ist eine Stelle in der bereits zitierten Schrift des Verheißenen Messiasas, al-WaÒiyyat. Hazrat AÎmadas schreibt dort:
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Da die Anjuman von Gott ernannten KhalÐfah vertritt, muss sie von sämtlichen weltlichen Einflüssen rein bleiben. Alle ihre Angelegenheiten sollen transparent sein und auf Gerechtigkeit beruhen (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al-WaÒiyyat, RK, Bd 20, Seite 325)
Der von Gott eingesetzte KhalÐfah ist natürlich der Prophet30, also in diesem Fall der Verheißene Messiasas selbst. Und da er hier die Anjuman, das Verwaltungsgremium, seinen Stellvertreter genannt hat, haben einige Personen – vor allem einige Mitglieder des damaligen Vorstands der Anjuman – behauptet, dass die Anjuman der eigentliche KhalÐfah des Verheißenen Messiasas sei.
Diese Schlussfolgerung ist falsch. Wie bereits ausführlich diskutiert, hat der Verheißene Messiasas in demselben Buch eindeutig gesagt, dass es nach ihm andere Personen geben wird, die die zweite Manifestation der Allmacht Gottes verkörpern werden. Er beschreibt auch eindeutig, dass diese Manifestation der zweiten Allmacht Gottes nicht zustandekommen kann, solange der Verheißene Messiasas nicht gestorben ist. Die Anjuman existierte aber bereits zu Lebzeiten des Verheißenen Messiasas und kommt daher als zweite Manifestation der Allmacht Gottes nicht in Frage.
Es sind also zwei verschiedene Arten der Stellvertreterschaft, die in al-WaÒiyyat erwähnt werden. Zum einen soll es Menschen geben, die spirituelle Nachfolger des Verheißenen Messiasas sein werden. Sie werden die Unterstützung Gottes erfahren und einen besonderen Rang in den Augen Gottes haben. Sie werden die zweite Manifestation Seiner Allmacht darstellen. Zum anderen wird auf ein Komitee angespielt, das im Namen des Verheißenen Messiasas als Verwaltungsorgan über Spenden der Gemeindemitglieder wacht.
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30 Siehe Kapitel 2 für die Erläuterung des Konzepts von „KhalÐfah Gottes“
Der Zweck der Einsetzung der Anjuman ist vom Verheißenen Messiasas selbst bei seiner Gründung so beschrieben worden:
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Wenn Gott Der Erhabene will, wird diese Einrichtung auch nach dem Tod von uns allen fortbestehen. In diesem Fall sollte es eine Anjuman (Verein) geben, die die Einnahmen, welche von Zeit zu Zeit zusammenkommen werden, nach eigenem Ermessen zur Verkündung des Islam und der Einheit Gottes ausgeben wird. (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al-WaÒiyyat, RK, Bd 20, Seite 318)
Er schreibt weiter:
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Dieses Einkommen wird in der Hand einer ehrlichen und gelehrten Anjuman liegen, die sie nach gemeinsamer Beratung für den Fortschritt des Islam und die Verbreitung des Wissens des QurÞÁn und der religiösen Schriften sowie für die Prediger dieser Gemeinde gemäß den oben erwähnten Anweisungen ausgeben wird (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al-WaÒiyyat, RK, Bd. 20, Seite 319)
Diese Anjuman soll also nur die Spenden verwalten. Um es noch deutlicher zu machen, sagte der Verheißene Messiasas weiter:
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Anjuman, welche dieses Geld verwaltet, hat kein Recht, dieses Geld außer für die Ziele der Ahmadiyya-Jamaat anderweitig auszugeben (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al-WaÒiyyat, RK, Bd. 20, Seite 325)
Im Gegensatz zu einem spirituellen Nachfolger, einem rechtmäßigen KhalÐfah, der die Arbeit des Propheten fortsetzt und einen sehr hohen spirituellen und moralischen Rang innehat und nicht abgesetzt werden kann, wie in den vorherigen Kapiteln ausführlich beschrieben worden ist, sagt der Verheißene Messiasas über die Mitglieder des Anjuman:
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Sollte es spärbar werden, dass ein Mitglied nicht rechtschaffen oder ehrlich ist, oder dass er hinterlistig ist und zur materiellen Welt neigt, so wird es die Pflicht der Anjuman sein, diese Person unverzüglich zu entlassen und einen anderen an seiner Stelle einzusetzen (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, al-WaÒiyyat, RK, Bd. 20, Seite 325)
Der Verheißene Messiasas lässt also die Möglichkeit zu, dass ein Mitglied der Anjuman selbst die grundlegenden Tugenden der Ehrlichkeit und Treue verletzen und weltliche Neigungen besitzen kann. Er kann sogar versucht sein, Veruntreuung und Täuschung zu begehen. In solchen Fällen muss er abgesetzt und durch einen anderen ersetzt werden. Diese Pflicht zur Entlassung solcher Mitglieder, die zur Weltlichkeit neigen, sollte auch die letzten Zweifler, welche die Anjuman für die Stellvertreterin des Verheißenen Messiasas halten, eines Besseren belehren.
Sämtliche Mitglieder des Anjuman hatten nach dem Tod des Verheißenen Messiasas an der Hand des ersten KhalÐfah, ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra, das BaÐÝat geleistet, das heißt, das Treuegelübde abgelegt. Als bei der Wahl des zweiten KhalÐfah einige Mitglieder des Vorstands der Anjuman sich vom KhilÁfat lossagten, wurde ihnen vorgehalten, dass sie den ersten KhalÐfah akzeptiert und an dessen Hand BaÐÝat abgelegt hatten. Darauf wurde von ihrer Seite die These aufgestellt, dass nur der erste KhalÐfah der rechtgeleitete KhalÐfah des Propheten sei. Die anderen KhulafÁÞ seien nur KhalÐfah von ihrem jeweiligen Vorgänger und nicht des Propheten; ergo: der zweite KhalÐfah sei Nachfolger des ersten KhalÐfah usw31.
Die Unrichtigkeit dieser These ist sowohl anhand der Aussagen des Heiligen QurÞÁn, des Heiligen Prophetensaw als
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31 ÍaÃrat Mirza BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmad, KhilÁfat-e RÁšidah, AU, Bd. 15, Seite 129
auch anhand der Schriften des Verheißenen Messiasas evident. In der Àyat-IstikhlÁf 32 hat Allah beim Versprechen des KhilÁfats für die Gläubigen den Plural benutzt. Dies deutet nach den Regeln der arabischen Grammatik auf mindestens drei KhulafÁÞ hin, die all jene Eigenschaften besitzen, die in dieser Àyat beschrieben worden sind. Es gibt hier keine Unterscheidung zwischen dem ersten und den weiter folgenden KhulafÁÞ. Deshalb sind diese – mindestens drei – KhulafÁÞ allesamt spirituelle Nachfolger des Prophetensaw und genießen gleichermaßen die Unterstützung und Legitimität Gottes.
Auch der Heilige Prophetsaw hat von KhulafÁÞ im Plural gesprochen und sie „die rechtgeleiteten KhulafÁÞ“ genannt und die Muslime angewiesen, ihre Handlungsweise zu befolgen33. Dies zeigt, dass ersaw sie alle als seine rechtmäßigen Nachfolger ansah, sonst hätte er die Muslime gewiss nicht angewiesen, ihnen zu folgen. Zusätzlich grenzte er die Zeit des rechtmäßigen KhilÁfats vom weltlichen Königtum eindeutig ab und erklärte, dass das KhilÁfat 30 Jahre währen wird34. Damit sind alle vier rechtgeleiteten KhulafÁÞ als seine Nachfolger ausgewiesen, denn der Vierte KhalÐfah ÍaÃrat ÝAlÐra starb 30 Jahre nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw Der Prophetsaw machte keine Unterscheidung zwischen dem ersten KhalÐfah und den ihm folgenden KhulafÁÞ bezüglich ihres Amtes.
Selbst der Verheißene Messiasas hat eindeutig davon gesprochen, dass nach ihm mehrere Personen die zweite
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32 Siehe Kapitel 2.2
33 Siehe Kapitel 4.1
Manifestation der Allmacht Gottes verkörpern werden35. Er spricht auch von mehreren Personen, die nach ihm in seinem Namen von den Mitgliedern der Gemeinde das BaÐÝat abnehmen sollen. Deshalb besteht absolut kein Grund zur Annahme, dass es einen Unterschied zwischen dem ersten und den anderen KhulafÁÞ eines Propheten gibt.
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Aus dem bisher Gesagten ist deutlich geworden, dass die KhulafÁÞ als Nachfolger des Propheten seine Arbeit fortsetzen und genauso wie ihre Vorgänger besondere Unterstützung Gottes genießen. Solange der Prophet selbst am Leben ist, ist das spirituelle und materielle Wohl der Gemeinde der Gläubigen seine erste Sorge:
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Wahrlich, ein Gesandter ist zu euch gekommen aus eurer Mitte; schmerzlich ist es ihm, dass ihr in Unheil geraten solltet; eure Wohlfahrt begehrt er eifrig; gegen die Gläubigen ist er gütig, barmherzig. (al-Taubah 9:128)
Nach dem Tod eines Propheten offenbart sich die zweite Manifestation der Allmacht Gottes. Alle Segnungen Gottes sind von nun an mit dem jeweiligen KhalÐfah verbunden. Die Hauptsegnungen des KhilÁfat sind vor allem in der Àyat- IstikhlÁf und der darauf folgenden Àyat folgendermaßen beschrieben worden:
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…dass Er gewisslich für sie ihre Religion befestigen wird, die Er für sie auserwählt hat; und dass Er gewisslich ihren (Stand), nach ihrer Furcht, in Frieden und Sicherheit verwandeln wird: Sie werden Mich verehren, (und) sie werden Mir nichts zur Seite stellen111Und verrichtet das Gebet und zahlet die ZakÁt und gehorchet dem Gesandten, auf dass ihr Barmherzigkeit empfangen möget (al-NÙr 24:55-56)
In den folgenden Abschnitten wird auf diese Aspekte ausführlicher eingegangen.
Die erste Segnung des KhilÁfat, die in der Àyat-IstikhlÁf beschrieben worden ist, ist die Festigung der Religion. Solange das KhilÁfat vorhanden ist, wird die Religion Stärkung erfahren. Die Leitung durch die KhulafÁÞ, die ihrerseits von Gott geleitet werden, bannt die Gefahren und sorgt dafür, dass die Religion zunehmend Verbreitung findet. Am deutlichsten wird diese Segnung in der ersten Periode des Islam während der Ära der rechtgeleiteten KhulafÁÞ sichtbar.
Nicht nur im Leben des Heiligen Prophetensaw war der Islam vielfachen Gefahren ausgesetzt und ständig bedroht. Auch
nach seinem Ableben wurde die Situation für den Islam und die Muslime zunehmend bedrohlich. Fast alle Stämme Arabiens fielen vom Islam ab, mehrere selbsternannte Propheten traten auf, die nicht nur ihre eigenen Religionen zu verbreiten suchten, sondern auch für die Muslime eine militärische Gefahr darstellten. Darüber hinaus gab es Gefahren an den Grenzen zu Persien und Byzanz. Zusätzlich hätten auch unter den Muslimen Streitereien ausbrechen können.
Ungeachtet all dieser Gefährdungen erfüllte sich das Versprechen Gottes hinsichtlich des KhilÁfat, die Religion wurde gefestigt und gestärkt. Gefahren wurden abgewendet, der Islam konnte sich vom Atlantik bis nach Indien und von Zentralasien bis nach Äthiopien verbreiten.
Doch nachdem die Ära des rechtgeleiteten KhilÁfat endete, wurde im Gegensatz dazu die Religion vielen Gefahren ausgesetzt, sie erlitt großen Schaden. Es formierten sich mehrere Gruppen, die teilweise sogar in den Grundfragen des Islam unterschiedlicher Meinung waren. Immer neue Richtungen tauchten auf und verschiedene Praktiken und Lehren fanden Verbreitung, die durch die Quellen nicht belegt waren (bidÝat). Zwar blieb der Staat politisch weiterhin stark und durchlebte längere Perioden des Friedens und Fortschritts, indes konnte die Religion nicht vor Schaden bewahrt werden.
Auch heute ist die Stärkung der Religion mit dem KhilÁfat verbunden. Solange die Muslime sich nicht der Leitung durch das KhilÁfat erfreuen, bzw. jetzt nach der Ankunft des Verheißenen Messiasas diese nicht akzeptieren, solange werden
sich ihre Hoffnungen auf die Festigung der Religion nicht erfüllen.
Auch darauf sei hingewiesen, dass mit der Festigung der Religion die Reinheit der Lehren und die Einhaltung derselben durch die Anhänger der Religion in Wort, Tat und Geist gemeint ist.
Die zweite, in der Àyat-IstikhlÁf beschriebene Segnung des KhilÁfat ist die Verwandlung von Furcht in Frieden und Sicherheit. Die Worte enthalten die Vorhersage, dass von Zeit zu Zeit Situationen entstehen werden, die zum Zustand der Angst führen werden. In einer solchen Lage wird Gott die Gebete der KhulafÁÞ akzeptieren und diese Zustände der Angst in Frieden und Sicherheit umwandeln.
Wovor können die KhulafÁÞ Angst haben? Die Antwort auf diese Frage ist im Heiligen QurÞÁn im Zusammenhang mit den Propheten MÙsÁas (Mose) und HÁrÙnas (Aaron) so beschrieben worden:
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und:
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Und denket daran, wie ihr wenige wart, galtet für schwach im Land, schwebtet in Furcht, dass die Leute euch hinwegraffen könnten; Er aber schirmte euch und stärkte euch durch Seine Hilfe (al-AnfÁl 8:27)
Sowohl die Propheten als auch ihre KhulafÁÞ haben die Befürchtung, der Religion oder den Mitgliedern der Gemeinde könnten Schäden zugefügt werden. Aber es gibt das Versprechen Allahs, dass Er solche Zeiten der Angst in Frieden und Sicherheit verwandeln werde.
In der jungen Geschichte des KhilÁfats in der Ahmadiyya Muslim Jamaat sind oft solche Situationen der Furcht vorgekommen. Zum ersten Mal nach dem Tod des Verheißenen Messiasas Fall, als einige Gegner der Gemeinde davon ausgingen, die Gemeinde würde nun in Abwesenheit des Gründers bald untergehen. Gott stärkte sie aber durch das erste KhilÁfat und befähigte die Gemeinde, eine Mission in Großbritannien zu öffnen. Im Jahr 1914 gab es die Spaltung der Gemeinde in die Befürworter des KhilÁfats und ihre Gegner. Auch damals entstand eine besorgniserregende Situation, die bereinigt werden konnte und die Gemeinde vereinte sich hinter dem KhalÐfah. Im Jahre 1933 wiederum entstand im Punjab in der britischen Kronkolonie Indien mit der Unterstützung einiger britischer Kolonialbeamten die Verfolgung der Gemeinde durch ihre damaligen Gegner, die sog. Majlis-e Ahrar,. Doch diese Verfolgungswelle konnte die
Ausbreitung der Gemeinde in der ganzen Welt nicht verhindern, vielmehr war es der Gemeinde möglich, weitere ausländische Missionsstellen zu eröffnen und Moscheen in den USA, in Europa und Afrika zu errichten. In 1953 versuchte die Provinzregierung des Punjab – nunmehr eine Provinz des 1947 unabhängig gewordenen Staats Pakistan – die AÎmadi-Muslime den Mullahs zur Ausrottung vorzuwerfen, um ihre politischen Ziele zu erreichen. Letztlich musste die pakistanische Regierung einschreiten und den Ausnahmezustand ausrufen; damals wurde zum ersten Mal in Pakistan das Kriegsrecht verhängt. 1974 erklärte das pakistanische Parlament die Gemeinde zu einer nichtmuslimischen Minderheit, und wieder einmal bekamen die Mullahs freie Hand, die AÎmadis zu verfolgen. Diese Verfolgungen erreichten ihren bisherigen Höhepunkt, als die pakistanische Regierung 1984 diskriminierende Gesetze gegen die Ahmadiyya-Gemeinde erließ. In all diesen Verfolgungszeiten wurden viele AÎmadis ermordet, ihre Häuser und Geschäfte niedergebrannt und Tausende von ihnen in Gefängnisse geworfen. Aber jedes Mal erfüllte sich das Versprechen Gottes und die Zeiten des Friedens und der Ruhe kehrten für die Gemeinde zurück. Nicht nur überstand die Gemeinde die harten Zeiten unbeschadet, sondern sie wuchs und gedieh und verbreitete sich in alle Welt und wurde immer bedeutender.
Auch außerhalb Pakistans wiederholt sich die gleiche Geschichte in Ländern Afrikas sowie in Indonesien und Bangladesch etc. Wir sind uns sicher, dass auch in diesen Ländern und in Pakistan der Zustand der Sicherheit und des Friedens bestimmt zurückkehren wird, denn:
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„wahrlich, Allah bricht das Versprechen nicht.“ (Àl ÝImrÁn 3:10)
Eine weitere Segnung des KhilÁfats ist die Bewahrung der Tawhid (Einheit) Gottes. In der Àyat-IstikhlÁf ist dies so beschrieben worden: Sie werden Mich verehren, (und) sie werden Mir nichts zur Seite stellen. Die Bewahrung der TauÎÐd umfasst zwei Aspekte. Erstens das Reinhalten der Religion von jeglicher Beimengung von Širk i.e. Gott in irgendeiner Hinsicht etwas beizugesellen. Solange die Institution des KhilÁfat vorhanden ist, leiten die KhulafÁÞ die Gemeinschaft in den Fragen des Glaubens und wenn sich diesbezüglich Fehler einzuschleichen drohen, so ermahnen sie die Gläubigen und korrigieren etwaige Irrlehren. Dadurch bleibt der Glaube rein von Širk und BidÝat (unauthentische Neuerung). Bei Gemeinden und Religionen, die keine Göttliche Leitung haben, schleichen sich unweigerlich solche unbelegbaren Ideen und Praktiken ein und verändern mit der Zeit ihre Glaubenslehren bis hin zur Unkenntlichkeit.
Der zweite Aspekt der Einheit Gottes ist ihre Widerspiegelung in der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Einheit Gottes erfordert, dass auch die Gläubigen, die vom QurÞÁn angewiesen werden, Gottes Eigenschaften nachzuahmen, selbst einträchtig miteinander zu leben und umzugehen. Der Heilige QurÞÁn gebietet den Gläubigen:
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Färbt euch mit den Farben Allahs (al-Baqarah 2:139) Dementsprechend wird den Gläubigen geboten:
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Und haltet euch allesamt fest am Seile Allahs; und seid nicht zwieträchtig (Àl ÝImrÁn 3:104)
Nur die Gläubigen, die mit dem KhilÁfat verbunden sind, können dieser Anweisung des Heiligen QurÞÁn Folge leisten und eine Einheit bilden. Gemeinden, die zerstritten sind und innerlich keine Einheit und Eintracht aufweisen, fehlt sicherlich das KhilÁfat und die Göttliche Unterstützung.
Durch das BaÐÝat akzeptieren die Gläubigen den KhalÐfah als rechtmäßigen Nachfolger des Propheten und geloben ihm Treue und Gehorsam. Der KhalÐfah ist nicht nur das Oberhaupt der Gemeinde im Bereich der Organisation und Verwaltung, sondern auch der oberste Lehrer der Religion und oberster Schiedsrichter in allen Gemeinde- angelegenheiten. Als Nachfolger des Propheten interpretiert er die Heilligen Schriften und ist die letzte Autorität in Bezug auf die Fragen der religiösen Lehre.
Diese einzigartige Stellung des KhalÐfah ist es, die der Gemeinde der Gläubigen zu einer Einheit verhilft, die anderswo schmerzlich vermisst wird. Dort entstehen laufend
neue Interpretationen und Denkrichtungen, weil eine zentrale Institution fehlt, die im Falle einer Differenz eine für alle Parteien akzeptable Entscheidung treffen könnte. Das Khalifat, das die Einheit und Eintracht fördert, ist das Privileg des Propheten, so wie es der Heilige QurÞÁn sagt:
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Aber nein, bei deinem Herrn, sie sind nicht eher Gläubige, als bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen kein Bedenken finden gegen deinen Entscheid, und sich in Ergebung fügen (al-NisÁÞ 4:66)
Nach dem Tod des Prophetensaw geht diese Position an seine KhulafÁÞ über. Nur sie pflegen jene Beziehung der Liebe und des Respekts mit den Gläubigen, die dazu führt, dass sie sich den Entscheidungen der KhulafÁÞ beugen und sie mit ganzem Herzen akzeptieren. Diese Beziehung ist einzigartig und beispiellos in der Welt. Der Heilige QurÞÁn beschreibt sie so:
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Und Er hat Liebe in ihre Herzen gelegt. Hättest du auch alles aufgewandt, was auf Erden ist, du hättest doch nicht Liebe in ihre
Herzen zu legen vermocht, Allah aber hat Liebe in sie gelegt. Wahrlich, Er ist allmächtig, allweise (al-AnfÁl 8:64)
Heute ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat die einzige Gemeinschaft in der gesamten islamischen Welt, die sich des KhilÁfat im Sinne des QurÞÁn erfreut. Nur in ihr existiert ein Oberhaupt, dessen Worte für die ganze Gemeinde uneingeschränkt gelten. Keine andere Bewegung und Richtung im Islam kann diese Einheit vorweisen.
In der Àyat, das der Àyat-IstikhlÁf folgt, sind die Gläubigen zur Befolgung von drei Regeln ermahnt worden: Das Verrichten des Gebets, die Zahlung der ZakÁt und die Gehorsamkeit gegenüber dem Gesandten. Diese drei Gebote haben einen engen Bezug zum islamischen KhilÁfat. Denn für alle drei ist eine existierende Institution nötig. Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messiasas erklärt:
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Das Verrichten des Gebets kann im eigentlichen Sinne nicht ohne KhilÁfat geschehen, und auch die ZakÁt kann [eigentlich] nicht ohne KhilÁfat gezahlt werden… Seitdem es kein KhilÁfat mehr gab, ist den Muslimen das Organisationsgefüge (niÛÁm) abhanden gekommen, mit dem die Erhebung der ZakÁt-Steuer möglich war… Der Grund dafür liegt darin, dass die ZakÁt den islamischen Lehren zufolge den Reichen genommen und nach einem bestimmten System für die Belange der Armen verwendet wird. Nun kann dies nur dort passieren, wo ein entsprechendes Organisationsgefüge existiert36…Desgleichen kann das Verrichten des Gebets nicht ohne dieses stattfinden. Der Grund dafür ist der, dass das Freitagsgebet der beste Teil der Gebete ist, worin KhuÔbah (Predigt) gehalten und den Menschen hinsichtlich der gemeinschaftlichen Erfordernisse Auskunft erteilt wird …Wenn aber die Institution des KhilÁfat nicht existiert, wie kann ein Individuum dann die Belange der gesamten Gemeinschaft kennen?... Also kann das Freitagsgebet, das der beste Teil der Gebete ist, dann am besten verrichtet werden, wenn unter den Muslimen existiert die Institution des KhilÁfats …
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36 In den islamischen Ländern gibt es bisweilen ein ZakÁterhebungssystem, aber auch das ist auf jeweils einem Land begrenzt und erfüllt seinen Zweck nicht ausreichend.
Genauso kann auch der Gehorsam gegenüber dem Propheten, der in den Worten „…gehorcht Allah und gehorcht Seinen dem Gesandten37“ erwähnt wird, ohne KhalÐfah nicht geleistet werden. Denn der eigentliche Zweck des Gehorsams gegenüber dem Propheten liegt darin, dass in der Gemeinde Einheit herrscht. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, AU, Bd 15, Seite 82-84)
Das bedeutet, dass die wichtigsten Teile des Islam im eigentlichen Sinne und in ihrer vollendeten Form mit dem Prophetensaw und nach ihm mit den KhulafÁÞ verbunden sind. Solange der Prophetsaw selbst gelebt hat, waren diese Segnungen mit seiner Person verbunden und nach seinem Hinscheiden sind sie auf die gleiche Art und Weise mit seinen rechtmäßigen KhulafÁÞ verbunden. Muslime, die nicht an das KhilÁfat glauben, können zwar auch die Gebete verrichten und die ZakÁt zahlen und versuchen, dem Propheten gehorsam zu sein, aber sie können diese Gebote des QurÞÁn nur sehr eingeschränkt ausüben und niemals jene Segnungen und Erfolge in ihren Werken sehen, die durch die Verbindung mit der Institution des KhilÁfats zuteil werden.
Eine weitere Segnung des KhilÁfat ist die Akzeptanz der Bittgebete, in der islamischen Terminologie DuÝÁ genannt. Das sind Gebete an Gott, die sowohl im Rahmen der rituellen Pflichtgebete, als auch darüber hinaus jederzeit und in jeder Situation an Gott gerichtet werden können und sollen. Es heißt im Heiligen QurÞÁn:
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37 Al-NÙr 24:55
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Euer Herr spricht: „Betet zu Mir; Ich will euer Gebet erhören (al- MuÞmin 40:61
In allen Religionen gibt es die Ansicht, dass Gott die Bittgebete seiner Diener erhört und dies umsomehr, je rechtschaffener und damit Gott umsonäher ein Mensch ist. Der Heilige QurÞÁn bestätigt die Ansicht, dass die Akzeptanz der Bittgebete mit dem Glauben verbunden ist:
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Und wenn Meine Diener dich nach Mir fragen (sprich): „Ich bin nahe. Ich antworte dem Gebet des Bittenden, wenn er zu Mir betet. So sollten sie auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie den rechten Weg wandeln mögen.“ (al-Baqarah 2:187 )
Dies beudeutet aber nicht, dass die Bittgebete anderer Menschen überhaupt nicht akzeptiert werden. Gott in Seiner Barmherzigkeit und Gnade erhört Gott die Gebete aller Menschen, selbst die der Leugner:
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Und wenn sie (die Götzendiener) ein Schiff besteigen, dann rufen sie Allah an, in lauterem Gehorsam gegen Ihn. Bringt Er sie dann aber heil ans Land, siehe, dann stellen sie (Ihm) Götter zur Seite (al-ÝAnkabÙt 29:66 )
Aber wie bereits angedeutet, werden die Gebete der Gottesfürchtigen auf besondere Weise erhört und unter den unmöglichsten Situationen verwirklicht. In der Tat ist das Erhören der Gebete und die Mitteilung über ihre Akzeptanz dem Islam zufolge das Zeichen des lebendigen Gottes.
Die KhulafÁÞ werden von Gott selbst auserwählt. Deshalb finden die Bittgebete des KhalÐfah noch mehr Akzeptanz bei Gott als die eines anderen Glübigen. Der zweite KhalÐfah des Verheißenen Messiasas gibt den folgenden Grund für diese Tatsache:
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Wenn Allah Der Erhabene irgendeinen zum Status des KhalÐfah erhebt, so erhört Er und akzeptiert seine Bittgebete. Denn, wenn seine Bittgebete nicht akzeptiert würden, so würde dies einer Herabwürdigung desjenigen gleichkommen, den Er Selbst gewählt hat. (ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra, ManÒab- e KhilÁfat, AU Band 2, S. 49)
Obwohl dieses Buch sich nicht mit der Geschichte der KhulafÁÞ im eigentlichen Sinne beschäftigt, ist es angezeigt, hier eine kurze Lebensbeschreibung der KhulafÁÞ im Islam zu geben: Es sind die ersten vier rechtgeleiteten KhulafÁÞ des Heiligen Prophetensaw, die auch KhulafÁÞ ar-RašidÙn genannt werden, und die fünf KhulafÁÞ des Verheißenen Messiasas
Der erste KhalÐfah38 des Heiligen Prophetensaw war ÍaÃrat AbÙ Bakrra Er hieß eigentlich Abdullah. ÝU×mÁn abi QahÁfah war sein Vater, weshalb er Abdullah bin abi QahÁfah genannt wurde. Einigen Überlieferern zufolge hieß er ÝAtÐq, aber die meisten Gelehrten geben an, ÝAtÐq sei sein Titel gewesen. Sein eigentlicher Titel, der sich in der islamischen Welt durchgesetzt hat, lautet indes al-ÑiddÐq i.e. der Wahrhaftige und die Wahrheit bestätigende. Dieser Titel wurde ihm gegeben, weil er der erste war, der Muhammadsaw als wahren Propheten anerkannte und die Wahrhaftigkeit seines Anspruchs bestätigte.
Aus Mekka kommend und dem Stamm der Quraisch angehörend, war er auch mit dem Heiligen Prophetsaw
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38 Als Quellen dienten für diesen Abschnitt: ÓabarÐ; ImÁm ÉalÁluddin SuyÙtÐ: TarÐkh al-KhulafÁÞ; Muhammad Íussain Haykal, ÍaÃrat AbÙ Bakr r.a., Urdu-Übersetzung Lahore, Pakistan, 1998.
verwandt. Diese Verwandtschaft wurde enger durch die Heirat seiner Tochter, ÍaÃrat ÝÀÞišahra, mit dem Heiligen Prophetensaw
Er war zwei Jahre jünger als der Heilige Prophetsaw und starb, wie der Prophetsaw auch, im Alter von 63 Mondjahren (etwa 61 Sonnenjahre). Schon vor der Ankunft des Islam genoß er eine Position des Respekts und der Ehre in der mekkanischen Gesellschaft. Wie unter den Mekkanern üblich, verdiente er seinen Lebensunterhalt als Händler und unternahm zu diesem Zweck Handlungsreisen.
Als der Heilige Prophetsaw die ersten Offenbarungen erhielt und den Islam verkündete, war er der Erste unter den Männern, die den Islam annahmen. Seit der Verkündigung des Islam stand er dem Heiligen Prophetensaw bei allen wichtigen Stationen seines Lebens zur Seite. Er gehörte zu dem engen Kreis der Gefährten, mit denen der Prophetsaw sich zu beraten pflegte.
Seine Unterstützung für den Islam mithilfe seines Geldvermögens ist außergewöhnlich. In der mekkanischen Periode, als die meisten Muslime mittellos und benachteiligt waren und die massive Unterdrückung durch die mekkanischen Götzendiener hilflos erdulden mussten, setzte er große Summen ein, um einigen Sklaven, die dem Islam beigetreten waren, ein Leben als freie Menschen zu ermöglichen. Diese völlig rechtlosen Mitglieder der mekkanischen Gesellschaft wurden von ihren Besitzern äußerst brutal misshandelt, weil sie ihnen den Beitritt zum Islam übelnahmen. AbÙ Bakrra kaufte sie frei und verlangte dafür keine Gegenleistunng, er tat dies allein, um Gottes
Gefallen zu erlangen. Der berühmteste unter den von ihm freigekauften Sklaven war ÍaÃrat BilÁlra
Auch in der medinensischen Periode setzte sich seine finanzielle Unterstützung für den Islam fort. Allein bei einer Gelegenheit spendete er sein ganzes Hab und Gut für den Islam. Als der Prophetsaw ihn fragte, was er für seine Familie übrig gelassen habe, antwortete er: „Allah und seinen Gesandten.“
Zu den größten Ehren von ÍaÃrat AbÙ Bakrra zählt, dass er bei der Auswanderung des Heiligen Propheten s.a.s aus Mekka sein Begleiter war. Als die Verfolgung der Muslime durch die mekkanischen Götzendiener alle Maße überschritt, wies der Heilige Prophetsaw die Muslime an, Mekka zu verlassen und nach Medina auszuwandern. Als einer der letzten Muslime beschloss auch der Prophetsaw selbst aus Mekka zu emigrieren. Als seinen Mitreisenden bei dieser gefährlichen Unternehmung wählte er keinen anderen als den treuen und gottesfürchtigsten aller Gefährten, AbÙ Bakrra, aus. Wie zu erwarten war, versuchten die Mekkaner den Prophetensaw an der Auswanderung zu hindern. In der letzten Nacht vor seiner Abreise wurde ein Anschlag auf sein Leben geplant, aber bevor dies in die Tat umgesetzt werden konnte, verließ der Prophet s.a.w sein Haus. Der Prophetsaw verbrachte drei Tage lang in einer Höhle in der Nähe von Mekka, bevor er die Reise nach Medina fortsetzte. Die Mekkaner nahmen seine Spur auf und folgten ihm bis zum Eingang jener Höhle, die Höhle Õaur genannt wird. In dieser Situation, als der Prophetsaw und ÍaÃrat AbÙ Bakrra in der Höhle saßen und die Mekkaner vor deren Eingang standen, ergriff ÍaÃrat AbÙ Bakrra die Angst um den Prophetensaw und er fragte: Was,
wenn sie hinein schauen? Die Antwort des Prophetensaw ist im Heiligen QurÞÁn so wiedergegeben:
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„… er sprach zu seinem Begleiter: „Traure nicht, denn Allah ist mit uns“ (al-Taubah 9:40)
Das bedeutet, dass sich die Unterstützung Gottes nicht nur auf den Prophetensaw selbst, sondern auch auf ÍaÃrat AbÙ Bakrra erstreckte. Die Bedeutung dieser Worte wird auch dadurch deutlich, dass bei einer ähnlichen Gelegenheit, als ÍaÃrat MÙsÁas (Mose) vor dem Meer stand und das Heer des Pharao ihm folgte, seine Antwort anders lautete:
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„Mein Herr ist mit mir, Er wird mich richtig führen“ (aš-ŠuÝarÁÞ 26:63)
Dies zeigt, dass AbÙ Bakr durch die Erziehung des Heiligen Prophetensaw eine Wandlung erfahren und hohen spirituellen Rang erlangt hatte, so dass er in den Göttlichen Schutz für den Heiligen Prophetensaw eingeschlossen wurde. Dagegen konnte sich im Fall von ÍaÃrat MÙsÁas niemand aus seiner Gefolgschaft solcher Unterstützung erfreuen.
Unter den Muslimen stand ÍaÃrat AbÙ Bakrra dem Heiligen Prophetensaw am Nächsten. Er war der einzige, der während der sogenannten Abschieds-ÍaÊÊ die Andeutung des Heiligen
QurÞÁn bezüglich des nahen Todes des Heiligen Prophetensaw verstand.
Schon oft hatte der Prophetsaw gesagt, dass AbÙ Bakrra ihn am meisten unterstützt hätte. Er hätte ihn als Propheten akzeptiert, als andere ihn geleugnet hätten und er habe ihm bei jeder Gelegenheit zur Seite gestanden.
Als der Prophetsaw im 23. Jahr seiner Sendung starb, wurde ÍaÃrat AbÙ Bakrra zum ersten KhalÐfah der Muslime gewählt. Es war eine Zeit der Schwierigkeiten für den Islam, denn unter nahezu allen Stämmen Arabiens brach nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw Rebellion aus. In dieser Zeit des
„Abfalls“ übernahm ÍaÃrat AbÙ Bakrra das Ruder der noch sehr jungen islamischen Gemeinde und führte sie sicher durch die Wirren dieser Zeit; gemäß dem Versprechen Allahs, dass Er den KhalÐfah unterstütze und die Religion unter seiner Leitung festige, konnte er in dieser schweren Krise fest auf Allahs Hilfe vertrauen.
Der Heilige Prophetsaw hatte kurz vor seinem Tod eine Expidition unter der Leitung von ÍaÃrat UsÁmah bin ZaÐdra vorbereitet, die die Gefahr durch die Römer an der syrischen Grenze, die dort mit dem Krieg drohten, abwenden sollte. Als sich die meisten Stämme gegen den Staat auflehnten, wurde ÍaÃrat AbÙ Bakrra nahe gelegt, er solle diese Expedition zurückhalten, damit die Hauptstadt Medina verteidigt werden könne. ÍaÃrat AbÙ Bakrra indes lehnte dies ab und sagte, dass er die von dem Prophetensaw vorbereitete Expedition niemals aufhalten werde. Diese Expedition war ebenso erfolgreich wie die anderen, die er in allen Teilen des Staats zur Eindämmung der Rebellion eingesetzte.
Zu seinen wichtigsten Leistungen gehört die Sammlung des Heiligen QurÞÁn. Im Leben des Prophetensaw wurde der QurÞÁn Stück für Stück offenbart. Deshalb war es nicht möglich, den gesamten QurÞÁn in Form eines Buches zu sammeln. Auf Empfehlung von ÍaÃrat ÝUmarra beschloss ÍaÃrat AbÙ Bakrra, den QurÞÁn an einem Ort zu sammeln und beauftragte dazu ZaÐd bin ÕÁbitra
ÍaÃrat AbÙ Bakrra war sehr sanftmütig und besaß ein weiches Herz. Es wird berichtet, dass er oft weinte. Als der Prophetsaw während seiner letzten Krankheit anwies, dass ÍaÃrat AbÙ Bakrra die Gebete leiten soll, sagte seine Tochter, die Ehefrau des Prophetensaw, dass er auf Grund seines weichen Herzens so viele Tränen vergießen werde, dass das Leiten des Gebets für ihn schwierig werden wird.
Der Heilige Prophetsaw hat die Bedeutung des Dienstes an den Mitmenschen sehr betont. ÍaÃrat AbÙ Bakrra pflegte deshalb die Ziegen für die Witwen in seiner Umgebung zu melken.
Nur zwei Jahre nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw starb ÍaÃrat AbÙ Bakrra Kurz vor seinem Tod beriet er sich mit einigen der führenden Gefährten des Heiligen Prophetensaw und ernannte ÍaÃrat ÝUmarra zum nächsten KhalÐfah des Heiligen Propheten s.a.w aus. Er selbst wurde nach seinem Tode neben dem Grab des Prophetensaw beigesetzt.
Gemäß dem Testament von ÍaÃrat AbÙ Bakrra wurde ÍaÃrat ÝUmarra der zweite KhalÐfah39 des Heiligen Propheten. ÝUmar war sein Eigenname, KhaÔÔÁb bin Nufail war sein Vater. Deshalb wird er im Allgemeinen ÍaÃrat ÝUmar bin al- KhattÁbra genannt. „al-FarÙq“ i.e. der Unterscheidende, ist sein Titel. Er war etwa 19 Jahre jünger als der Prophetsaw Als Angehöriger der QuraК von Mekka war er mit dem Propheten vielfach verwandt. Später wurde diese Verwandtschaft noch enger, als der Prophetsaw Hazrat ÝUmars verwitwete Tochter, ÍaÃrat ÍafÒahra , heiratete.
Vor dem Islam hatte er eine herausragende Position unter den Mekkanern inne. Er wurde als Botschafter eingesetzt und vermittelte Verträge zwischen den mekkanischen Stämmen oder zwischen den Mekkanern und anderen Stämmen Arabiens.
Als der Prophetsaw den Islam verkündete, war er ihm zunächst feindlich gesinnt. Er war sogar einer der schärfsten Gegner des Islam. Eines Tages beschloss er, den Propheten zu töten und so dem Islam ein jähes Ende zu bereiten. Mit dieser Absicht, sein Schwert in seiner Hand, begab er sich auf die Suche nach dem Prophetensaw, als er einen Mann traf, der ihm sagte, dass er sich zuerst um seine Schwester und seinen Schwager kümmern sollte, denn sie beide seien auch Muslime geworden. ÝUmarra machte sich nun auf den Weg zu dem Haus seines Schwagers. Er hörte, dass sie unter der Leitung von ÍaÃrat KhabbÁb bin al-ÞArattra aus dem Heiligen QurÞÁn
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39 Quellen: ImÁm SuyÙti: TarÐkh al-KhulafÁÞ und Shibli Naumani: al-FarÙq.
lernten. Er fing an, mit ihnen zu streiten und wollte seinen Schwager mit der Faust schlagen, woraufhin seine Schwester dazwischenging und verletzt wurde. Daraufhin, beschämt ob seiner Tat, bat er sie, ihm etwas von dem QurÞÁn zum Lesen zu geben. Sie sagte, er solle zuerst ein Bad nehmen, denn der QurÞÁn sei heilig und er ein Götzendiener40. Nach dem Bad las er einen Teil des Heiligen QurÞÁn und war von seiner Wahrheit überzeugt. Er begab sich geradewegs zum Heiligen Prophetensaw und nahm den Islam an. Dies geschah im Jahre 6 des Prophetentums.
Als der Prophetsaw die Muslime anwies, Mekka zu verlassen und nach Medina auszuwandern, wanderte auch ÍaÃrat ÝUmarra nach Medina aus.
Wie ÍaÃrat AbÙ Bakrra gehörte auch er zu den engsten Beratern, mit denen sich der Prophetsaw zu besprechen pflegte. In einigen Angelegenheiten wurde seine Meinung später durch die Offenbarung im QurÞÁn bestätigt.
Er stand dem Prophetensaw in jeder Situation zur Seite und unterstützte ihn tatkräftig. Bei einer Gelegenheit spendete ÍaÃrat ÝUmarra die Hälfte seines Vermögens auf Allahs Weg.
Als er zum KhalÐfah bestimmt wurde, befand sich der Staat im Krieg gegen die beiden damaligen Supermächte, Persien und Byzanz. ÍaÃrat ÝUmarra sandte aufgrund seiner strategischen Weitsicht und des politischen Scharfsinns solche Generäle zu den Kriegsschauplätzen, die für die
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40 Wahrscheinlich bezweckte sie damit, dass er anschließend nicht mehr wütend wäre und den Heiligen QurÞÁn mit kühlem Kopf läse.
Einsätze besonders geeignet waren. Er betete für den Erfolg dieser Expeditionen und sorgte sich um deren genaue Zusammensetzung und Ausrüstung. Es waren eben diese Gebete und die versprochene Unterstützung Gottes für den KhalÐfah, die dazu führten, dass beide Supermächte in jeder Hinsicht geschlagen wurden. Die unerfahrenen und schlecht ausgerüsteten Muslime konnten das gesamte persische Reich und große Teile des byzantinischen Reiches erobern.
ÍaÃrat ÝUmarra war ein Genie in Sachen politische Organisation und Administration. Er unterteilte den Staat in Provinzen und stellte ein System von Gouverneuren und Richtern ein. Er schuf den ersten Wohlfahrtsstaat der Welt, in dem das Existenzminimum jedes Bürgers gesichert wurde. Durch eine Volkszählung wurde jeder in einem Register eingetragen und eine monatliche Grundversorgung für alle Bürger festgelegt. Das Staatswesen wurde in verschiedene Bereiche unterteilt. Es gab ein ständiges Heer mit einem Rotationsprinzip für die Soldaten.
Vom Charakter war ÍaÃrat ÝUmarra ein einfacher, aber strenger Mann. Sein Leben sowohl vor dem Islam als auch danach ist voller Begebenheiten, die diese Strenge und Härte durchscheinen lassen. Das war auch der einzige Einwand, der ÍaÃrat AbÙ Bakr r.a gegenüber vorgetragen wurde, als er ÍaÃrat ÝUmar zum nächsten KhalÐfah vorschlug. Nach seiner Wahl zum KhalÐfah bestand diese Härte gegenüber den Großen in der Gesellschaft weiter, aber im Falle der Schwachen verwandelte sie sich in Milde. Es war seine Gewohnheit, jährlich zur ÍaÊÊ nach Mekka zu reisen. Dort ließ er jeden gegen die Gouverneure Beschwerden einreichen. Bestätigte sich eine Beschwerde, so zögerte er keinen Moment,
den Gouverneur abzusetzen bzw. zu bestrafen. Es wird z. B. berichtet, dass der Sohn des Eroberers und Gouverneurs Ägyptens, ÍaÃrat ÝAmr bin al-ÝÀsra, einen Mann wegen eines Streits ungerechtfertigt auspeitschen ließ. Der Betroffene reiste zur ÍaÊÊ und reichte eine Beschwerde ein. ÍaÃrat ÝUmarra ließ nach Zeugenvernehmung den Sohn des Gouverneurs von demselben Mann auspeitschen und ordnete an, dass er darüber hinaus auch den Gouverneur bestrafen sollte, denn wäre er nicht in diesem Amt gewesen, so hätte sein Sohn diesen Mann nicht so übel behandelt. Er bestand darauf, bis der Betroffene dem Gouverneur vergab und von einer Bestrafung absah.
Diese Haltung in Verwaltungssachen liegt in seinem Verantwortungsbewusstsein begründet. Eines Tages, als er entsprechend seiner Gewohnheit nachts durch die Straßen der Hauptstadt streifte, nahm er Licht und Schreie aus einem Zelt wahr. Er erfuhr, dass die Witwe, der das Zelt gehörte, nichts zu essen hatte. Um ihre Kinder zu täuschen, hatte sie einen Topf Wasser auf den Herd gestellt. ÍaÃrat ÝUmarra ging nach Hause, weckte seine Frau und trug auf seinem Rücken einen Sack Mehl und Öl zu der Witwe zurück. Jegliche Unterstützung bei dieser Arbeit lehnte er mit der Begründung ab, dass er auch am jüngsten Tag seine Last selbst tragen müsste. Seine Frau bereitete das Essen zu. Solange die Witwe und ihre Kinder nicht zu Ende gegessen hatten, blieb er dort sitzen. Am nächsten Morgen änderte er die Gesetze so, dass auch solche Witwen genügend Rente vom Staat erhielten.
Ein weiteres Merkmal seines Lebens war seine Einfachheit. Obwohl er Herrscher über ein riesiges Reich war und die Schätze des Perserreiches als auch Tribut aus Byzanz zu ihm
kamen, sah man ihn oft zu Mittag auf dem nackten Boden der Moschee des Heiligen Prophetensaw schlafen, wobei er einen Ziegelstein oder seinen Arm als Kopfkissen benutzte.
Nach einem KhilÁfat von etwa zehn Jahren und sechs Monaten starb ÍaÃrat ÝUmarra bei einem Mordanschlag durch einen Mann namens AbÙ Loulou Feroz. Als ihm der Tod sicher schien, bildete er eine sechsköpfige Kommission, die sich nach seinem Tod versammeln und den nächsten KhalÐfah wählen sollte. Zu dieser Kommission gehörte auch ÍaÃrat ÝU×mÁnra, der spätere dritte KhalÐfah des Heiligen Prophetensaw Auch ÍaÃrat ÝUmarra wurde neben dem Grab des Prophetensaw begraben.
Nach dem Tod von ÍaÃrat ÝUmar bin al-KhattÁbra wurde ÍaÃrat ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra als zum dritten KhalÐfah des Prophetensaw gewählt. Sein Vater hieß ÝAffÁn bin abi al-ÝÀs, weshalb er als ÝU×mÁn bin ÝAffÁnra bezeichnet wird. Sein Titel war „al-ÇanГ i.e. der Reiche.
Er war Mekkaner und ebenfalls vielfach mit dem Prophetensaw verwandt. Diese Verwandtschaft wurde einmalig, als er nach einander zwei Töchter des Prophetensaw heiratete, nämlich ÍaÃrat Ruqayyahra, und nach ihrem Ableben ÍaÃrat Umm al-Kal×Ùmra Er wird daher auch „Åun-NÙraÐn“ i.e. „der mit zwei Lichtern“ bezeichnet.
Auch vor dem Islam war er in Mekka eine angesehene Persönlichkeit und ein reicher Händler. Als er den Islam annahm und die Muslime die Verfolgung in Mekka nicht
mehr ertragen konnten, erlaubte der Heilige Prophetsaw ihm und weiteren Muslimen, nach Äthiopien auszuwandern. Dies war die erste Auswanderung in der Geschichte des Islam. Er kehrte später nach Mekka zurück und wanderte später auch mit nach Medina aus. Der Heilige Prophetsaw ernannte ihn einige Male zu seinem Stellvertreter in Medina.
Hier unterstützte er die neue muslimische Gesellschaft vor allem mit seinem Geldvermögen. Zu seinen großen Verdiensten gehört der Kauf des Brunnens „Bair Rumah“. Wer das Wasser aus diesem Brunnen schöpfen wollte, musste dafür bezahlen. Die meisten Muslime konnten es sich nicht leisten. ÍaÃrat ÝU×mÁnra kaufte den Brunnen und spendete ihn im Wege Allahs für die Muslime, wodurch sie eine nahe gelegene Wasserquelle unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekamen. Bei einer anderen Gelegenheit spendete er 300 Kamele samt ihrer Ausrüstung für die Muslime.
Der Heilige Prophetsaw ernannte ihn zu seinem Botschafter an die Mekkaner anlässlich der Begebenheit von ÍudaÐbiyyah, wo eine friedliche Lösung mit den Mekkanern auszuhandeln galt. Kurz darauf kam das Gerücht auf, ÝU×mÁnra sei von den Mekkanern getötet worden. Der Heilige Prophetsaw, der auf eine würdevolle Behandlung von Botschaftern großen Wert legte, beschloss daraufhin, dass die Muslime nicht von der Stelle weichen würden, bis die Mekkaner für die Tötung ÝU×mÁnsra nicht gebührend bestraft worden seien. Ersaw nahm dann unter einem Baum von seinen Gefährten das BaÐÝatgelübde ab. Am Ende legte er eine Hand auf die andere und sagte, dies sei die Hand ÝU×mÁnsra und legte Stellvertretend für ÝU×mÁnra selbst den Eid ab. Diese Begebenheit fand auch im Heiligen QurÞÁn Erwähnung:
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Allah war zufrieden mit den Gläubigen, da sie dir Treue gelobten unter dem Baum, und Er wusste, was in ihren Herzen war, dann senkte Er die Ruhe auf sie und belohnte sie mit einem Sieg, der nahe zur Hand war (al-FatÎ 48:19)
Er bereits erwähnt, wurde er nach dem Ableben von ÍaÃrat ÝUmar von der dafür einberufenen Kommission zum dritten KhalÐfah des Prophetensaw gewählt. Zu seinen größten Verdiensten gehört unzweifelhaft die einheitliche Verbreitung des Heiligen QurÞÁn in die damaligen Teile der islamischen Welt, die zu seiner Zeit von Afrika bis Indien und von Zentralasien bis Äthiopien reichte. Der Anlass für diese Zusammenstellung war, dass ÍaÃrat ÍuÆaÐfah bin al YamÁnra sah unter einigen Muslimen Unterschiede in der Rezitation des Heiligen QurÞÁn bemerkt hatte. Er meldete dies dem KhalÐfah der Zeit und ÍaÃrat ÝU×mÁnra beauftragte ÍaÃrat ZaÐd bin ÕÁbitra nochmals, eine authentische Kopie des Heiligen QurÞÁn gemäß der Lesart der QuraК anzufertigen. Dieses als „MaÒÎhaf al-ÝU×mÁn“ bekannt gewordene Manuskript wurde kopiert und in alle Provinzen des Staats gesandt. Es ist bis heute die offizielle Lesart der Muslime geblieben.
Zu den größten Katastrophen, die die Muslime je heimgesucht haben, ist die Ermordung von ÍaÃrat ÝU×mÁnra zu rechnen. In dem riesigen Staat, zu dem er zur Zeit von ÍaÃrat ÝU×mÁnra herangewachsen war, ist das Auftauchen
einiger Verschwörer, die aus eigenen Interessen gegen die Regierung rebellieren, ein normales Phänomen, insbesondere wenn man bedenkt, dass weite Teile der Bevölkerung die islamische Erziehung nicht genossen hatten und sie ihr Verlangen nach dem Materiellen über die Gebote Gottes und Seines Gesandten stellten.
Nach einem sehr durchdachten Plan, dessen genaue Lektüre sehr lehrreich ist, aber hier nicht ausgeführt werden kann, wurden Gerüchte gegen ÍaÃrat ÝU×mÁnra gestreut. Die Rebellen standen untereinander ständig in Verbindung. Die Hauptvorwürfe lauteten, dass ÍaÃrat ÝU×mÁnra seine Verwandten auf hohe staatliche Posten gesetzt hätte. Ebenso sei er in der Ausübung der Religion von dem Weg seiner Vorgänger abgewichen. Schließlich, dass er die Staatsgelder veruntreut habe. ÍaÃrat ÝU×mÁnra beantwortete alle diese Vorwürfe, ließ die Gouverneure auswechseln, bewies, dass sein Vorgehen im Einklang mit den Anweisungen des Heiligen Prophetensaw stand, aber all das half nichts. Letztendlich belagerten die Rebellen den KhalÐfah ÝU×mÁnra in seinem Haus, und nach einem vorher abgesprochenen Plan, als viele Muslime zu Pilgerfahrt nach Mekka gereist waren, verlangten sie die Absetzung des KhalÐfah. Als sie realisierten, dass dies den islamischen Lehren zufolge nicht möglich war, wurde nach einer langen Zeit, in der immer wieder versucht wurde, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, schließlich ÍaÃrat ÝU×mÁnra von den Rebellen getötet. Sein Leichnam blieb einige Tage in seinem Haus liegen und wurde später auf dem Friedhof „Éannat al-BaqÐÝ“ von Medina Begraben. Er war zum Zeitpunkt seiner Ermordung über 80 Jahre alt.
ÍaÃrat ÝU×mÁnra hatte ein sehr mildes Wesen. Bis zuletzt versuchte er die Rebellen zur Vernunft zu bringen. Es ist bezeichnend für seine Vorgehensweise, dass er alle Vorschläge von ÍaÃrat MuÝÁwiyahra ablehnte, der nämlich vorgeschlagen hatte, mit seinen syrischen Truppen gegen die Rebellen vorzugehen. Er schlug auch vor ihn, nach Syrien mitzunehmen, ÝU×mÁnra lehnte auch dies ab, weil er die Nachbarschaft zum Heiligen Prophetensaw nicht aufgeben wollte. Schließlich schlug MuÝÁwiyahra vor, eine Leibgarde für den Schutz ÝU×mÁnsra zu postieren. ÍaÃrat ÝU×mÁnra lehnte auch dies ab, weil dies die Staatskasse unnötig belasten würde.
Er war bekannt für seine Freigiebigkeit. Während einer Lebensmittelknappheit kaufte er die gesamte Ladung einer Karawane und verteilte sie an die Menschen.
Nach der Ermordung von ÍaÃrat ÝU×mÁnra wurde ÍaÃrat ÝAlÐ bin AbÙ ÓÁlibra zum vierten KhalÐfah der Muslime gewählt.
ÍaÃrat ÝAlÐ bin AbÙ ÓÁlibra war ein Cousin des Heiligen Prophetensaw, Sohn seines Oheims AbÙ ÓÁlib, in dessen Haus der Prophetsaw seit dem sechsten Lebensjahr aufwuchs. Später nahm der Prophetsaw ÝAlÐra, den Sohn seines Oheims, in sein Haus auf. Nach der Auswanderung nach Medina gab der Heilige Prophetsaw ÍaÃrat ÝAlÐra seine Tochter ÍaÃrat FÁÔimahra zur Frau.
ÍaÃrat ÝAlÐra war noch ein Kind von etwa acht bis zehn Jahren, als der Prophetsaw den Islam verkündete. ÝAlÐ nahm
sofort den Islam an und versprach dem Prophetensaw, ihn bei all seinen Vorhaben zu unterstützen. Da er in der mekkanischen Periode mit dem Prophetensaw zusammenlebte, wies er ÍaÃrat ÝAlÐra an, in der Nacht der Auswanderung, als er Mekka verließ, in seinem Bett zu schlafen, um die Mekkaner nicht merken zu lassen, dass er das Haus verlassen hätte. ÍaÃrat ÝAlÐra gab am folgenden Morgen die dem Heiligen Prophetsaw anvertrauten Sachen gemäß dessen Anweisungen an ihre rechtmäßigen Besitzer zurück und wanderte auch selbst nach Medina aus.
In Medina heiratete er die Tochter des Heiligen Prophetensaw und bekam zwei Söhne, Íasanra und ÍusaÐnra. Der Prophetsaw ernannte ihn zu seinem Gesandten nach Jemen. In einigen Angelegenheiten fungierte er als Berater für den Heiligen Prophetensaw Auch erklärte er ihn zu seinem „Wali“ i. e. Freund. Der berühmte Friedensvertrag zu ÍudaÐbiyyah wurde von ÍaÃrat ÝAlÐra niedergeschrieben.
Nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw war ÍaÃrat ÝAlÐra regelmäßig an Beratungen mit den anderen KhulafÁÞ beteiligt. Auf seinen Vorschlag hin sah ÍaÃrat ÝUmarra davon ab, das Heer in Persien selbst zu führen. Er sammelte den Heiligen QurÞÁn gemäß dessen Offenbarungsreihenfolge. Viele islamische Wissenschaften z. B. die arabische Grammatik, einige Teile der Fiqh (Rechtswissenschaft) gehen auf die Aussagen von ÍaÃrat ÝAlÐra zurück.
Als ÍaÃrat ÝU×mÁnra von den Rebellen belagert wurde, schickte er seine Söhne zu dessen Verteidigung. Nach der Ermordung von ÍaÃrat ÝU×mÁnra wurde ÍaÃrat ÝAlÐra von allen in Medina Anwesenden zum vierten KhalÐfah des
Heiligen Prophetensaw gewählt. Einige Anführer der Rebellen schlossen sich gleichfalls ÍaÃrat ÝAlÐra an.
Als die Familieangehörigen von ÍaÃrat ÝU×mÁnra dies sahen, verlangten sie nach Gerechtigkeit und forderten ÍaÃrat ÝAlÐra auf, die Übeltäter auszuliefern. ÍaÃrat ÝAlÐra, konnte dieser Aufforderung aus mehreren Gründen nicht nachkommen und suchte zuerst die Ordnung im Staat wiederherzustellen, um anschließend die Mörder von ÍaÃrat ÝU×mÁnra zur Rechenschaft zu ziehen. Hierauf bildete der Stamm von ÍaÃrat ÝU×mÁnra zusammen mit einigen angesehenen Gefährten des Heiligen Prophetensaw eine Bewegung gegen die Mörder von ÍaÃrat ÝU×mÁnra Die Witwe des Prophetensaw, ÍaÃrat ÝÀÞišahra, ihr Schwager, ÍaÃrat ZubaÐrra und ein anderer prominenter Gefährte, ÍaÃrat ÓalÎara waren unter der Leitung von ÍaÃrat MuÝÁwiyahra und ÍaÃrat ÝÀÞišahra Teil dieser Bewegung. Als ÍaÃrat ÝAlÐra hiervon erfuhr, versuchte er sie an ihrem Vorhaben zu hindern. Hierbei kam es zu ernsten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern. ÍaÃrat ÝAlÐra war schließlich erfolgreich und schickte ÍaÃrat ÝÀÞišahra in allen Ehren nach Medina zurück. Er verlegte die Hauptstadt nach KÙfÁ, um von dort aus besser agieren zu können.
Hiernach gab es wieder Auseinandersetzungen mit der Partei von ÍaÃrat MuÝÁwiyahra. Fast hätte ÍaÃrat ÝAlÐra gesiegt, als die Anhänger von MuÝÁwiyahra Blätter des Heiligen QurÞÁn auf ihren Lanzen aufspießten und nach einer Entscheidung des Streits gemäß dem QurÞÁn verlangten. ÍaÃrat ÝAlÐra wusste, dass dies nur eine Taktik war, aber viele Personen in seinem Lager verlangten von ihm, dass er das Angebot annehmen sollte. Als er widerwillig diesem „TaÎkÐm“
genannten Vorschlag zustimmte, trennte sich eine Partei von ihm unter dem Vorwand, er habe in einer Religionsangelegenheit menschlichem Urteil und menschlicher Vermittlung zugestimmt. Diese Partei wurde
„KhawÁriÊ“ genannt i.e. die Abtrünnigen. Sie richtete in der folgenden Zeit viel Unheil an und wurden von ÍaÃrat ÝAlÐra vernichtend geschlagen, aber ihre Auswüchse sollten die Muslime noch für lange Zeit plagen.
Auch die „TaÎkÐm“ brachte keine Lösung, denn der Vertreter von MuÝÁwiyahra, ÝAmr bin al-Àsra verlangte die Absetzung ÍaÃrat ÝAlÐsra vom KhilÁfat, was aber, wie bereits mehrmals angeführt, den Lehren des Islam zufolge nicht möglich ist. Praktisch wurde das Reich anschließend in zwei Teile unterteilt. MuÝÁwiyahra kontrollierte seinen Teil, Syrien und Ägypten, und ÍaÃrat ÝAlÐra die übrigen Provinzen.
Drei Mitglieder der Khawarij beschlossen nun, gleichzeitig Anschläge gegen ÍaÃrat ÝAlÐra, ÍaÃrat MuÝÁwiyahra und ÍaÃrat ÝAmr bin al-Àsra zu verüben, um dadurch, wie sie meinten, alle Streitigkeiten zu beseitigen. ÝAbdul RahmÁn bin MalÊam sollte ÍaÃrat ÝAlÐra töten und verletzte ihn beim Morgengebet mit einem vergifteten Schwert. Die Anschläge auf MuÝÁwiyahra und ÝAmr bin al-Àsra misslangen. ÍaÃrat ÝAlÐra starb infolge seiner Verletzungen im Jahre 40 nach der Hidschrah, d.h. 30 Jahre nach dem Tod des Heiligen Prophetensaw. Er wurde etwa 65 Jahre alt und in Kufa begraben. ÍaÃrat ÝAlÐsra Tod bildet eine Zäsur in der Geschichte des Islam, da sich damit das Kapitel des KhilÁfat
des Heiligen Prophetensaw gemäß seiner Prophezeiungen schloß und die Zeit des Königtums begann41.
ÍaÃrat ÝAlÐra zeichnete sich durch zwei Eigenschaften besonders aus. Er war sehr mutig und ein großer Gelehrter. Seinen Mut bewies er immer wieder, und bereits das erste Mal, als er vor den versammelten Mitgliedern seiner Familie dem Heiligen Prophetensaw seine Unterstützung zusicherte, obwohl er zu dem Zeitpunkt nur etwa acht bis zehn Jahre alt war.
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Mit dem Tod von ÍaÃrat ÝAlÐ ging nur nach 30 Jahren die Sonne des KhilÁfats im Islam nach unter und es setzte eine immer dunkler werdende Nacht der spirituellen Führungslosigkeit ein. Diese Nacht sollte etwa 1300 Jahre andauern, bis die Sonne des KhilÁfats gemäß den Prophezeiungen des Heiligen Prophetensaw in ihrem ursprünglichen Glanz wieder erschien.
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41 Siehe Kapitel 5.1 für diese Prophezeiungen.

ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra , KhalÐfatul MasÐÎ I.
Der erste KhalÐfah des Verheißenen Messiasas war ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra. Er kam aus dem Dorf Bhera im Punjab im heutigen Pakistan und stammte von ÍaÃrat ÝUmar bin al-KhattÁbra ab. Geboren im Jahre 1841, war er der jüngste von sieben Brüdern und zwei Schwestern. Sein Vater hieß ÇulÁm RasÙl. Als Kind wurde er von seiner Mutter in der Rezitation des Heiligen QurÞÁn unterwiesen. Später besuchte er mehrere Schulen und erhielt auch Unterricht von einigen Privatlehrern. Als Heranwachsender machte er sich allein auf den Weg in die großen Zentren der Gelehrsamkeit in Indien, um dort das Studium der islamischen Wissenschaften, der Medizin und der klassischen Sprachen fortzusetzen. Danach beschloss er, zu den Heiligen Stätten des Islam auf der arabischen Halbinsel zu reisen, um dort ÍaÊÊ zu machen. In Mekka und Medina blieb er mehrere Jahre, um seine Studien fortzusetzen. Nach dem Abschluss des Studiums kehrte er nach Indien zurück und ließ sich in seinem Dorf, Bhera, nieder, wo er eine Klinik eröffnete. Nach einiger Zeit der medizinischen Praxis wurde er als ein begabter Arzt berühmt, weswegen er auf die Position des Königlichen Leibarztes des Maharadscha in Kaschmir berufen wurde.
Zu dieser Zeit hatte der Gründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat bereits angefangen, seine ersten Schriften zu veröffentlichen. Durch ihre Lektüre entstand in ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra der Wunsch, ÍaÃrat AÎmadas zu besuchen. Er bat ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas darum an dessen Hand das BaÐÝat ablegen zu dürfen, dies indes lehnte
ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmad mit der Begründung ab, daß er noch keine Erlaubnis von Gott für das BaÐÝat erhalten habe. ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra bat darum, zu gestatten, dass er als erster das BaÐÝat leiste, wenn Gott ihm die Abnahme des Treugelöbnisses erlaubt habe.
Als der Gründer der Gemeinde später die Offenbarung erhielt, eine Gemeinde zu Gründen und den Mitgliedern der Gemeinde den Treueid abzunehmen, gab er bekannt, dass am
23. März 1889 das BaÐÝat stattfinden würde. ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra bekam gemäß dem Versprechen als Erster die Ehre, den Eid abzulegen und somit in die Gemeinde einzutreten.
Das Leben von ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra kann in zwei Sätzen zusammengefasst werden: vollständiges Vertrauen in Gott und innigste Liebe zum Heiligen QurÞÁn. Der Verheißene Messiasas schreibt über ihn:
Ich flehte Tag und Nacht zu Gott: O mein Herr, wer ist mein Unterstützer und Helfer? Denn ich bin allein. Als ich wiederholt meine Hände erhob, so dass meine Bittgebete den Himmel ausfüllten, akzeptierte Gott meine Bitten und meine Demut, und Seine Gnade kam in Wallung und Er schenkte mir einen wahrhaftigen Freund… Sein Name ist wie seine leuchtenden Eigenschaften: NÙr-ud-DÐn42… Als er mich traf, erkannte ich in ihm ein Zeichen unter den Zeichen Gottes. Und ich war überzeugt, dass er das Ergebnis meiner Bitte war, die ich (Gott) immer unterbreitet hatte. Meine Weitsicht zeigte mir, dass er einer von den erwählten Männern Gottes ist. Ich vermeide es, Menschen zu loben
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42 NÙr-ud-DÐn bedeutet „Licht des Glaubens“
und ihre Eigenschaften zu preisen, weil ich fürchte, dies könnte ihnen schaden. Aber ihn erkenne ich als einen von denjenigen, deren egoistische Motive und leibliche Wünsche ausgelöscht worden sind und für die diese Furcht nicht besteht…Mir zuliebe nimmt er vielerlei Beleidigungen und Beschimpfungen in Kauf und trennt sich von seiner Heimat und seinen Freunden; und um meine Worte zu hören, ist es ihm ein Leichtes, von seiner Heimat Abschied zu nehmen und aus Liebe zu meinem Wohnort hat er die Erinnerung an seine eigene Heimat aufgegeben. Und in jeder Angelegenheit befolgt er mich so wie der Puls dem Herzschlag folgt (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, RK, Bd. 5, Seite 581-586)
Er lobte ihn auch in diesem persischen Vers:
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Wie gut wäre es, wenn jeder Einzelne aus der Gemeinschaft NÙr-ud-DÐn wäre Dies wäre so, wenn jedes Herz
mit dem Licht (NÙr) des Glaubens erfüllt wäre
(ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, NišÁn-e ÀsmÁnÐ, RK, Bd. 4, Seite 407)
Sein Leben, auch vor dem Eintritt in die Ahmadiyya Muslim Jamaat und lange davor während seiner Studienzeiten, ist voller Ereignisse, die sein Vertrauen in Gott und die entsprechende Belohnung von Gott zeigen. Er hat einige dieser Ereignisse in seiner Autobiographie „MirqÁt ul-YaqÐn“
festgehalten43. Der Kürze halber sei hier ein Ereignis aus der Zeit vor seinem Eintritt in die Gemeinde beschrieben. Erra hatte angefangen, in seinem Heimatort Bhera ein Haus zu bauen. Das Haus und die angeschlossene Klinik kosteten 1200 Rupien, damals eine erhebliche Summe, die er von einem Hindu auslieh. Er schreibt:
Als bereits eintausendundzweihundert Rupien in das Bauprojekt geflossen waren, kam mir die Befürchtung, ob der Hindu nicht sein Geld zurückverlangen würde. Ich dachte gerade darüber nach, als mein Freund Malik Fateh Khan auf seinem Pferd angeritten kam. Er sagte, er ginge nach Rawalpindi, weil Lord Litten eine Sitzung in Delhi einberufen habe. Alle bedeutenden Adligen wären nach Delhi und die weniger bedeutenden nach Rawalpindi einberufen. Und er begäbe sich deswegen nun nach Rawalpindi. Ich flüsterte leise in sein Ohr, daß auch ich an dieser Sitzung teilnehmen wolle. Er erwiderte, daß wir sein Pferd für die Reise benutzen können. Ohne zu Hause irgendjemanden zu benachrichtigen, verließ ich meine Praxis und machte mich auf die Reise. Als Fateh Khan und ich in Jehlum ankamen, trennten sich unsere Wege, ich reiste nach Delhi weiter und er nach Rawalpindi. Da meine Kleidung sehr schmutzig geworden war, zog ich sie aus und eine Pyjamahose sowie einen Paghri [Turban] und – ohne Kurta [Hemd] – einen Mantel an, was alles Malik Hakim Kahn, einem befreundeten Finanzbeamten aus Jehlum gehörte. Dann begab ich mich zur Bahnstation Jehlum. Dort erkundigte ich mich nach dem Preis für einen
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43 Er hatte eigentlich Begebenheiten aus seiner Jugend einem Studenten, Akbar Khan Najeebabadi, diktiert, der sie später veröffentlicht hat.
Dritte-Klasse-Fahrschein nach Lahore. In der Manteltasche fand ich fünfzehn Anna, kaufte den Fahrschein und fuhr nach Lahore. In Lahore herrschte großer Andrang, und da viele Leute beabsichtigten, nach Delhi zur Sitzung zu reisen, gestaltete sich die Weiterfahrt als sehr schwierig. In meinen Taschen befand sich kein Geld mehr. Ein Pater namens Golak Nath, den ich von früher kannte, als er mich wegen einer Erkrankung aufsuchte, sah mich am Bahnsteig und fragte, wohin ich zu reisen beabsichtige, und ich sagte ihm, daß es fast unmöglich sei, jetzt noch an einen Fahrschein nach Delhi zu gelangen. Doch er versicherte mir, er kümmere sich um eine Fahrkarte, ging fort und kam alsbald mit einer Fahrkarte nach Delhi zurück. Ich nahm sie und steckte dann meine Hand in die Tasche, als der Pater sagte: „Bitte beleidigen Sie mich nicht, ich nehme kein Geld von Ihnen an, auch ich gehe nach Delhi, und wir regeln das auf dem Weg dorthin“ ... Während der Fahrt nach Delhi suchte ich ihn, doch vergebens. Zur Aßr-Zeit kam ich schließlich in Delhi an. Langsam schritt ich an den Zelten der Adligen vorbei, und als ich etwa fünf Meilen gelaufen und die Sonne am schwinden war, beschloß ich zurückzukehren. Ein Soldat, der ein Angestellter von ÍaÃrat Munshi Jamaluddinrh war, kam auf mich zugerannt und sagte, daß sein Herr nach mir gerufen hätte, als er mich an seinem Zelt vorbeilaufen sah. Ich sagte, daß ich heute keine Zeit habe, aber morgen vorbeischauen werde. Da er aber darauf bestand, bat ich ihn, mich bei seinem Herrn zu entschuldigen, dem er jedoch entgegnete, daß ich mich selbst zu dem nahegelegenen Zelt begeben solle, um mich zu entschuldigen. So suchte ich also ÍaÃrat Munshi Jamaluddinrh auf, der sich rührend um mich kümmerte.
Er sagte: „Mein Enkel, Mohammad ÝUmar, ist krank. Bitte schauen sie nach ihm.“ Ich sagte, „Morgen komme ich und schaue nach ihm.“Er sagte: „Heute nacht bleiben sie hier, und morgen gehen wir zu ihrer Unterkunft.“ Schließlich wurde für mich ein separates Zelt aufgeschlagen. Weil am nächsten Tag das Freitagsgebet anstand, hatte Munshi Jamaluddin über Nacht ein Gewand für mich anfertigen lassen, da er dachte, daß mein Gepäck in meiner Unterkunft sei. Ich zog das Gewand am nächsten Tag an. Zum Freitagsgebet begaben wir uns beide in die ÉÁmiÝah--Moschee. Als wir die Treppe der Moschee herabstiegen, stand draußen eine Kutsche und Muschi Jamaluddin beabsichtigte, mich damit zu meiner Unterkunft zu fahren. Sprachlos erblickte ich vor mir eine kleine Gasse und zeigte dorthin. Da die Gasse viel zu klein für die Kutsche war, schickte er zwei seiner Angestellten mit mir, um mein Gepäck zu holen. Ziellos liefen wir durch die Straßen, als ich ein Haus sah, in dem viele Leute ein und ausgingen. Ich faßte mir ein Herz und betrat das Haus ohne zu zögern. Beim Hineingehen sahen wir unten einen großen Hof und Treppen, die nach oben verliefen. Ich setzte die beiden Angestellten unten ab und lief mutig die Treppen hinauf. Damals kam mir nicht der Gedanke, wem das Haus gehöre, es schien so, als ob das Schicksal meine Hand führe und mich dorthin zog. Oben angekommen, sah ich viele Leute, unter denen ich nur einen Mann namens Abaidullah erkannte. Abaidullah hatte das Buch TuÎfatul Hind geschrieben. Als er mich erblickte, sprach er mich freudestrahlend an: „Ihr Erscheinen stellt sich für mich als sehr segensreich dar. Bei mir sind einige nichtmuslimische Jugendliche, und ich war in großer Sorge, wo ich sie unterbringen solle. Nun aber
sind Sie ja da, Sie können sich ja ihrer annehmen. Und ich bin mir sicher, sie werden sie gut unterbringen.“ Unter diesen Nichtmuslimen war auch mein Freund Hadayatullah, der zu der Zeit noch sehr jung war. Ich sagte zu ihm: „In Ordnung, ich nehme sie mit mir.“ Er übergab mir ihr Gepäck samt Bettzeug, was ich den beiden unten sitzenden Männern übergab. Danach begaben wir uns alle zu Munshi Jamaluddin, der in seiner Kutsche auf uns wartete und uns zu seinem Zelt fuhr. Dort angekommen sagte ich zu Munshi Jamaluddin, daß ich einige Tage bei ihm bleiben und den Tumor von Mohammad ÝUmar behandeln werde. Auch erzählte ich ihm, daß ich zuhause niemanden Bescheid gegeben hätte, worauf er mir fünfhundert Rupien gab, um dieses Geld nach Hause zu schicken. Da ich insgesamt eintausendzweihundert Rupien benötigte, dachte ich besorgt, ob ich wohl an den richtigen Ort gekommen sei. Ich schickte das Geld dennoch an den Hindu zu Hause und informierte ihn, daß es mir gut ginge. Einige Tage später übergab mir Munshi Jamaluddin nochmals siebenhundert Rupien und bat mich, ihn unter allen Umständen nach Bohpal zu begleiten. Da meine Schuld getilgt war, stand es mir nun frei, überall hinzugehen44.
Dies ist nur eines der unzähligen Beispiele, wie Gott ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra unterstützte und sich um ihn kümmerte. Diese Beziehung zu Gott wurde mit der Zeit immer stärker und in den unmöglichsten und aussichtlosesten Situationen bekam er das Benötigte mühelos,
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44 HayÁt NÙr-ud-DÐnra, Seite 146-149
ohne im Geringsten irgendeinen Menschen um Gefallen bitten zu müssen.
Seine Liebe zum Heiligen QurÞÁn war ebenfalls außerordentlich groß. Er schrieb, dass er keine Ruhe findet, wenn er den Heiligen QurÞÁn nicht täglich auf verschiedene Arten (die möglich sind) liest. Wenn er im Paradies einen Wunsch hätte, so lautete dieser, den Heiligen QurÞÁn lesen zu dürfen. Dass er selbst die Kurven und Konturen der Schrift des Heiligen QurÞÁn liebt und sie ihm schön erscheinen. Die Lektüre seines QurÞÁn-Kommentars und seiner Khutbat (Ansprachen) ist ein Genuss.
ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra war ein großer Arzt und eines der größten Gelehrten Indiens. Als Mediziner erreichte er die Position des Leibarztes des Maharadscha von Kaschmir. Seine Rezepte45 werden von Ärzten in Indien und Pakistan heute noch benutzt. Seine Stellung als ein überragender Gelehrter der islamischen Wissenschaften war ebenfalls unumstritten. Er verfasste mehrere Bücher, eines davon als Antwort auf die Angriffe eines Pfarrers gegen den Islam und ein weiteres als Antwort auf die Schrift eines Hindus gegen den Verheißenen Messiasas.
ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐnra wurde nach dem Ableben des Verheißenen Messiasas am 27. Mai 1908 zum ersten KhalÐfah gewählt. Er war von Natur aus sehr sanftmütig und mild. Während seines KhilÁfats gab es Bestrebungen seitens einiger Amtsinhaber der Sadr Anjuman Ahmadiyya, die Stellung der KhalÐfah zu untergraben und stattdessen die Anjuman als
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45 Veröffentlicht unter dem Titel „BiyÁÃ NÙr-ud-DÐn“
Entscheidungsträgerin zu etablieren. Der erste Khalifara wandte sich entschieden gegen diese Aktivitäten. Aber er vergab den Anführern dieser Gruppe immer wieder. Seine ganze Aufmerksamkeit galt der Erziehung der Gemeinde und dem Lehren des Heiligen QurÞÁn.
Er starb am 13. März 1914. Einen Tag nach seinem Tod fand die Wahl des zweiten KhalÐfah des Verheißenen Messiasas statt. Zu den wichtigsten Errungenschaften des KhilÁfats von ÍaÃrat MaulÁnÁ NÙr-ud-DÐn gehört, dass er die Wichtigkeit des KhilÁfat tief im Bewusstsein der Gemeinde-Mitglieder verankerte. Darüber hinaus wurde der Heilige QurÞÁn ins Englische übertragen und die erste Missionsniederlassung der Gemeinde in London eröffnet.
Der zweite KhalÐfah der Ahmadiyya Muslim Jamaat war ein Sohn des Verheißenen Messiasas Er wurde am 12. Januar 1889 in Qadian geboren. Als ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas den Anspruch erhob, der Verheißene Messias zu sein, kamen die Vertreter der Hindus aus Qadian zu ihm und verlangten nach einem Zeichen. Hierauf betete der Verheißene Messiasas für ein besonderes Zeichen und erhielt die folgende Offenbarung:
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Ich gewähre dir ein Zeichen der Gnade … also frohe Botschaft dir! Ein hübscher und reiner Sohn wird dir gewährt werden … Mit ihm ist Gnade, die kommen wird, wenn er kommt. Er wird majestätisch, erhaben und reich sein. Er wird in die Welt kommen und mit seiner messianischen Natur und seinem Geist der Wahrheit viele von Krankheiten befreien … Er wird sehr intelligent und weise sein und mild im Herzen und erfüllt mit weltlichem und geistigem Wissen …Wir werden von Unserem Geist in ihn einhauchen und Gottes Schatten wird auf ihm ruhen…Er wird schnell wachsen und Gefangene befreien und sein Ruhm wird bis in den letzten Winkel der Erde gelangen und Völker werden durch ihn gesegnet werden (ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmadas, Bekanntmachung vom 20. Februar 1886, Bekanntmachungen,
Bd. 1, Seite 100-103)
Hier ist nur ein kleiner Teil der Offenbarung wiedergegeben worden, in der viele Merkmale des versprochenen Sohns enthalten sind. Abgesehen von der Tatsache, dass niemand sicher vorhersagen kann, ihm werde in so und so vielen Jahren ein Sohn geboren, werden ja in der Offenbarung viele zusätzliche Eigenschaften des Sohnes beschrieben. Dies ist ein einmaliges Phänomen. Der Voraussage von ÍaÃrat AÎmad zufolge sollte der Verheißene Sohn schnell wachsen und sehr intelligent sein. Er soll weltbekannt werden und Völker sollen durch ihn gesegnet werden. Gemäß der Prophezeiung wurde ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra geboren. Ein

ÍaÃrat MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmadra KhalÐfatul MasÐÎ II.
flüchtiger Blick auf seine Biographie zeigt, dass sich jede einzelne Aussage der Prophezeiung in der Person von ÍaÃrat MirzÁ MaÎmÙd AÎmadra, dem zweiten KhalÐfah, erfüllt hat.
Als der Verheißene Messiasas starb, war er gerade 19 Jahre alt. Als Mitglied des Vorstands der Sadr Anjuman Ahmadiyya wirkte er aktiv in der Anjuman Ahmadiyya, er war Gründer und Herausgeber eines Magazins „TašÎÐÆ ul-AÆhÁn“, mit dem Ziel, das Wissen und die Intelligenz der Jugendlichen in der Gemeinde zu fördern.
Der erste Khalifara pflegte sich mit ihm in allen wichtigen Fragen zu beraten. Bei der Bekämpfung der falschen Ansichten einiger Mitglieder der Anjuman war er seine rechte Hand. Der erste KhalÐfah ließ ihn die Gebete in der Moschee leiten, wenn er wegen seiner Krankheit oder aus anderen Gründen dazu nicht in der Lage war. Mit der Erlaubnis des ersten Khalifara gab er auch die Zeitung „Al-FaÃl“ heraus, die eine tragende Rolle in der Geschichte der Jamaat-e Ahmadiyya gespielt hat und seit langem als offizieller Organ der Jamaat gilt. Zudem gründete er mit Erlaubnis des ersten KhalÐfah die Vereinigung „Ansarullah“, was so viel wie die „Helfer Allahs“ bedeutet.
Nach dem Ableben des ersten Khalifara wurde er mehrheitlich zum zweiten KhalÐfah des Verheißenen Messiasas gewählt. Bei dieser Wahl kam es zu einer Spaltung der Gemeinde, weil sich einige Mitglieder des Vorstands der Sadr Anjuman Ahmadiyya weigerten, den zweiten KhalÐfah zu akzeptieren. Eigentlich lehnten sie die Institution des KhilÁfat als solche ab und betrachteten das Anjuman als rechtmäßigen
Nachfolger46. Der größte Teil der Gemeinde blieb aber dem KhilÁfat treu.
Wie der zweite KhalÐfah des Heiligen Prophetensaw, ÍaÃrat ÝUmar bin al-KhattÁbra , besaß auch er ein außergewöhnliches Organisationstalent und überragende Führungsqualitäten. Um die Arbeit der Gemeinde vor allem auf dem Gebiet der Erziehung effizienter zu gestalten, gründete er Unterorganisationen, jeweils für Jugendliche, für Männer und Frauen. Darüber hinaus gründete er eine Organisation zur Verkündung der Botschaft des Verheißenen Messiasas außerhalb des Subkontinents und eine Organisation zur Weiterbildung der Mitglieder in ländlichen Regionen. All diese Organisationen sind mittlerweile weltweit aktiv und bilden das Rückgrat der Dachorganisation der Gemeinde. Die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit auf alle Kontinente und ist heute in mehr als 190 Länder der Welt vertreten.
Drei weitere von ihm ins Leben gerufene Institutionen sind das Finanzsystem der Gemeinde, die Beratende Versammlung (ŠÙrÁ) und das Komitee zur Wahl des neuen KhalÐfah nach dem Tod des vorherigen KhalÐfah.
Während seines KhilÁfats kam es auch zu zwei schwerwiegenden Verfolgungswellen gegen die Jamaat, bei denen Mitglieder Opfer von Übergriffen wurden. Im Jahre 1933 wurde die Gemeinde von den radikalen Mullahs im Subkontinent bedrängt. Die damalige britische Regierung der Provinz Punjab unterstützte die Mullahs. Auf diesen Versuch,
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46 Siehe Kapitel 5
der Gemeinde ein Ende zu bereiten, reagierte der zweite Khalifara auf seine Weise, indem er eine Initiative mit dem Namen Tehrik-e Jadid ins Leben rief. Dadurch konnte die weltweite Verkündung des Islam intensiviert werden, so dass die Jamaat in aller Welt Verbreitung fand und nationale Gemeinden in Afrika, Großbritannien, den USA und später in anderen Teilen Europas, in Kanada und so gar bis nach Australien und Fidschi hin gegründet wurden. Zwanzig Jahre später, im Jahre 1953, kam es nach der Gründung Pakistans wieder zu schweren Ausschreitungen gegen die AÎmadi- Muslime, bei denen einige AÎmadis sogar ermordet wurden. Das Zentrum dieser Verfolgung bildete wiederum der Punjab, diesmal der pakistanische Teil. In Folge dieser Ausschreitungen müsste das Militär eingreifen und für Sicherheit sorgen. Es wurde zum ersten Mal in der (kurzen) Geschichte Pakistans das Kriegsrecht (über Teile des Punjab) ausgerufen.
Auch die Leistung des zweiten Khalifara als Autor ist beachtlich. Seine schriftstellerische Tätigkeit umfasst den Großkommentar zu Teilen des Heiligen QurÞÁn in zehn Bänden, den TafsÐr-e KabÐr. Er schreib auch einen kleinen Kommentar – genannt TafsÐr-e SaÈÐr. Die Gesamtausgabe seiner Werke, die unter dem Titel AnwÁr al-ÝUlÙm herausgegeben wird, umfasst gegenwärtig mehr als 20 voluminöse Bände; hinzukommen drei Bände für die Freitagsansprachen und Ansprachen für die ÝÏd-Feste. In seinen Schriften wird im Licht der islamischen Lehren ein breites Themenspektrum aus verschiedenen Bereichen des Lebens behandelt. Die Themen reichen von der Prophetenbiographie über die „wirtschaftliche Ordnung des Islam“ bis hin zur islamischen Mystik, etwa Werke zur
Spiritualität des Islam wie „Der Weg der Suchenden“ (MinhÁÊ ut-TÁlibÐn) und „Die spirituelle Wanderung“ (Ser-e RuhÁnÐ). Auch historische Themen wurden von ihm untersucht, etwa in dem Buch „Der Beginn der Streitigkeiten im Islam“. Er schrieb zahlreiche Gedichte auf Urdu, einige auch auf Arabisch und Persisch. Er war ein hervorragender Redner und konnte mit stundenlangen Vorträgen die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer fesseln. Ein Hauptmerkmal seiner Reden und Schriften ist die Behandlung von praktischen Fragen; er spricht Probleme an und zeigt eine praktische Lösung für sie auf. Dabei geht er logisch und methodisch vor und berücksichtigt verschiedene Aspekte und Möglichkeiten. Beispielsweise nennt er unter anderem in einer Rede zur spirituellen Entwicklung (veröffentlicht unter dem Titel Åikr-e IlÁhÐ [Gedenken Gottes47]) das Nachtgebet (TaÎaÊÊud) als ein wichtiges Mittel zum spirituellen Fortschritt. Dann zählt er 13 Wege auf, wie man mitten in der Nacht aufstehen kann, um das TaÎaÊÊud-Gebet zu verrichten.
Zu seinen hervorragenden Leistungen gehört sicherlich auch der Umzug der Gemeinde von Qadian in Indien nach Rabwah in Pakistan, der durch die Teilung des Subkontinents im Jahre 1947 notwendig geworden war. Die Stadt Rabwah, heute Verwaltungszentrum der Gemeinde, wurde auf einem unfruchtbaren Stück Land errichtet. Es gab keine Infrastruktur bis auf eine Eisenbahnlinie in der Nähe der Stadt. Das Wasser in der Gegend war extrem salzig. Alle vorherigen Versuche, die Gegend bewohnbar zu machen, waren gescheitert. Der zweite KhalÐfah wählte diese Gegend auf Grund eines Traums, in dem ihm dieser Ort gezeigt
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47 In Englisch erhältlich unter dem Titel „Remembrance of Allah“, Islam International Publications Ltd., London
wurde. Nach langer Suche und vielen Gebeten wurde schließlich eine unterirdische Wasserquelle gefunden. Heute ist Rabwah eine blühende Oase mit vielen Bäumen und Grünanlagen.
Der zweite KhalÐfah organisierte auch die Auswanderung aus Qadian mit großartigem Erfolg. Trotz zahlreicher Massaker unter den Muslimen seitens der Sikhs im Punjab blieben die AÎmadis verschont und halfen Tausenden von Nicht- AÎmadi-Muslimen, die in Qadian Schutz gesucht hatten, bei der Flucht. Um die religiösen Stätten der Gemeinde in Qadian zu schützen, wurden 313 Mitglieder der Jamaat zurückgelassen, darunter auch einen Sohn des zweiten Khalifara
Kurzum, wie sein Pendant im frühen Islam (nämlich ÍaÃrat ÝUmarra), war auch er sehr streng in Fragen der Disziplin, war jedoch in seinem Inneren außergewöhnlich mild und sanftmütig.
Nach einer lange dauernden Krankheit verstarb der zweite Khalifara am 7. November 1965.
ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah war der älteste Sohn des zweiten KhalÐfah und somit ein Enkel des Verheißenen Messiasas Er wurde am 16. November 1909 in Qadian geboren. Er studierte in Qadian und Lahore und ging später nach London, um sein Studium fortzusetzen.

ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah, KhalÐfatul MasÐÎ III.
Nach seiner Rückkehr aus London wurde er beauftragt, eine Schule der Gemeinde zu gründen. Das Talim-ul-Islam College leistete unter seiner Leitung große Dienste. Die Absolventen der Schule, sowohl AÎmadis als auch Nicht-AÎmadis, erreichten hohe Positionen im Land. Er war auch eine Zeitlang Direktor der Jamia Ahmadiyya, der gemeindeeigenen Hochschule für die Ausbildung der Geistlichen.
Er war auch 10 Jahre lang Sadr (Präsident) der Khuddam-ul- Ahmadiyya, der Jugendorganisation der Gemeinde. Später wurde er auch zum Präsident der Ansarullah, der Organisation der Männer über 40 Jahre, gewählt.
Als der zweite Khalifara erkrankte, wurde ein Komitee gegründet, das die alltäglichen Verwaltungsaufgaben übernahm und nur die wichtigsten Angelegenheiten wurden dem KhalÐfah präsentiert. ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah war eines der Mitglieder dieser Komitee. Ab 1955 war er auch Präsident der Sadr Anjuman Ahmadiyya.
Als der zweite Khalifara starb, wurde ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah am 8. November 1965 zum dritten KhalÐfah des Verheißenen Messiasas gewählt.
Während seines KhilÁfats wurde die Gemeinde 1974 durch das pakistanische Parlament zu einer nichtislamischen Minderheit erklärt. Dieser Erklärung gingen massive Anti- Ahmadiyya-Ausschreitungen voraus, in denen viele AÎmadis ihr Leben und Eigentum verloren. Der damalige Premierminister von Pakistan, ZulfiqÁr ÝÝAlÐ Bhutto, der vor seiner Wahl die Unterstützung der Gemeinde genossen hatte, war maßgeblich an dieser Verketzerung der AÎmadis beteiligt.
Er wurde hierfür gemäß einer Prophezeiung des Verheißenen Messiasas bestraft und von seinem eigenen Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Ziaul-Haq, im Alter von 52 Jahren erhängt. Dem Verheißenen Messiasas wurde von Gott mitgeteilt, dass ein Mann, der ihn zum Ungläubigen erklären würde, spirituell wie ein Hund sei und wie ein Hund sterben werde. Ihm wurde auch mitgeteilt, dass in dem Wort „Hund“ (auf Arabisch hat jedes Wort auch einen Zahlenwert) auch sein Alter, nämlich 52 Jahre, enthalten ist. Diese Mitteilung mit der Erklärung des Alters steht in seinem Buch IzÁla-e AuhÁm aus dem Jahr 1891 (RK, Bd. 3, Seite 190).
Während des KhilÁfats von ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah wurde dem afrikanischen Kontinent viel Aufmerksamkeit widmet. Er begann das „Nusrat Jahan Leap Forward“ Programm, mit dem zahlreiche Schulen und Kliniken in Afrika eröffnet wurden. Den Mitgliedern der Gemeinde in aller Welt forderte er auf, eine bestimmte Lebenszeit für diese Schulen und Kliniken zur Verfügung zu stellen. Ein besonderes Merkmal dieses Programms ist es, dass das dort erworbene Geld wieder in Afrika investiert wird. Es fließt Geld nach Afrika aber nicht zurück.
Ein anderer Höhepunkt seines KhilÁfats ist die Gründung einer Moschee im spanischen Pedroabad gewesen. Er erzählte bei seiner ersten Reise nach Spanien im Jahr 1970 dass Gott ihm mitgeteilt habe, dass die Gemeinde dort sicherlich Verbreitung finden werde. Einige Jahre danach änderte sich die politische Situation in Spanien und der Gemeinde gelang es nach 700 Jahren wieder eine Moschee in Spanien zu errichten. Der Grundstein für diese Moschee wurde durch den dritten Khalifarah selbst gelegt. Aber er verstarb am 9. Juni
1982, vor ihrer Eröffnung, die dann von seinem Nachfolger, dem vierten KhalÐfah durchgeführt wurde.
Er startete auch ein spirituelles Programm im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 100. Jährigem Bestehen der Gemeinde im Jahre 1989. Die Mitglieder der Gemeinde rezitierten bestimmte Gebete täglich und spendeten für die Errichtung neuer Moscheen und Zentren.
Gemäß der Erziehung des zweiten Khalifara war auch er sehr diszipliniert und ein Organisationstalent. Er war sehr freigiebig und sanftmütig. Seine Reden lassen seine Liebe zu Gott erkennen. In diesem Zusammenhang prägte er eine ganze Reihe von Sätzen, die sprichwörtlich geworden sind; dazu gehört auch das berühmte Motto der Gemeinde: Liebe für alle, Hass für keinen. ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah legte sehr großen Wert auf die Bildung und initiierte mehrere Programme, um den talentierten Kindern in der Gemeinde eine höhere Bildung zu ermöglichen. Die Tradition in der Gemeinde, auf der Jahresversammlung den Studenten mit hervorragenden Leistungen Zeugnisse und Medaillen zu verleihen, geht auf ihn zurück.
Der vierte KhalÐfah des Verheißenen Messiasas war auch ein Sohn des zweiten Khalifara Er wurde 18. Dezember 1928 in Qadian geboren. Seine Mutter starb, als er noch 15 Jahre alt war. Er studierte zunächst in Qadian und Lahore. Später ging er nach London und vertiefte dort seine Kenntnisse der englischen Sprache.

ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah, KhalÐfatul MasÐÎ IV.
Von seiner Jugend an war er ein aktives Mitglied der Jugendorganisation der Gemeinde, der Khuddam-ul- Ahmadiyya. Er war noch 19 Jahre alt, als der Subkontinent in Indien und Pakistan geteilt wurde. Die Gemeinde zog unter der Leitung des zweiten Khalifara nach Pakistan um und baute dort die Zentrale in Rabwah auf. Er schrieb in dieser Zeit des Aufbaus sein berühmt gewordenes Gedicht „KhuddÁm-e AÎmadiyyat“, das seine inneren Gedanken und seine Liebe zum Verheißenen Messiasas und dem Islam bezeugt.
Nach seiner Rückkehr aus London wurde er zum Vizepräsidenten des neu gegründeten Programms namens
„Waqf-e Jadid“ ernannt, das die Erziehung und Weiterbildung von AÎmadis im ländlichen Raum zum Ziel hatte. Fortan widmete er seine ganze Kraft dem Aufbau und der Arbeit dieser Organisation. Er kam auch ständig mit den Gegnern der Gemeinde in Kontakt und hatte viele Diskussionen mit ihnen. Er pflegte auf seinen Reisen Frage- Antwort-Sitzungen abzuhalten und auf die Fragen der Nicht- AÎmadis zu antworten.
In der Zeit des dritten KhalÐfah, ÍaÃrat MirzÁ NÁÒir AÎmadrah, bekam er mehrere zusätzliche Aufgaben in der Gemeinde. Er wurde zum Mitglied des Sadr Anjuman Ahmadiyya, Mitglied des zentralen Komitees für religiöse Gutachten etc. Er wurde auch für einige Zeit zum Sadr (Präsident) der Jugendorganisation Khuddam-ul-Ahmadiyya und der Ansarullah, der Organisation der Männer über 40 Jahre gewählt
Er war einer der fünf Mitglieder des Komitees, das 1974 unter der Leitung des dritten KhalÐfahrah im pakistanischen Parlament die Lehre der Gemeinde darstellte.
Nach dem Hinscheiden des dritten KhalÐfah wurde er am 10. Juni 1982 zum vierten KhalÐfah des Verheißenen Messiasas gewählt. Knapp zwei Jahre nach seiner Wahl erließ der damalige Militärdiktator Pakistans, General Ziaul-Haq ein Anti-Ahmadiyya-Dekret. Diesem Dekret zufolge wurde es den AÎmadis in Pakistan verboten, sich selbst als Muslime zu bezeichnen, den islamischen Gruß zu äußern, das islamische Glaubensbekenntnis auszusprechen oder sonst auf irgendeine Art ihre Zugehörigkeit zum Islam zu zeigen. Die Strafe für Nichteinhaltung dieses Gesetzes wurde auf drei Jahre Gefängnis festgesetzt. Der Verbleib des KhalÐfah in Pakistan hätte unweigerlich zur Folge gehabt, dass er inhaftiert und dadurch von der Gemeinde abgeschnitten worden wäre. Gemäß dem Islam kann im Leben eines KhalÐfah kein zweiter KhalÐfah gewählt werden. Die Gemeinde wäre deshalb führungslos geworden. Unter diesen Umständen müsste ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah nach London auswandern.
Er startete viele Programme für die Verkündigung der Botschaft des Islam in der ganzen Welt. Die Gemeinde erzielte hierbei große Erfolge. Eines der hervorragendsten unter diesen war die Gründung des MTA (Muslim Television Ahmadiyya), des gemeindeeigenen, weltweiten Satellitenfernsehens. Hierdurch kann nun das Oberhaupt der Gemeinde zu allen Mitgliedern in der ganzen Welt direkt sprechen. Auf seine Anregung hin und durch seine Bemühungen wurde auch eine humanitäre Organisation namens „Humanity First“ gegründet, die mittlerweile in
zahlreichen von Armut und Katastrophen betroffenen Ländern „Dienst an den Mitmenschen“ leistet, wie es auch der Islam gebietet.
In die Zeit in London fällt auch der Tod des pakistanischen Diktators Ziaul-Haq, den der vierte KhalÐfah zu einem Gebetsduell (mubÁÎilah) aufgerufen hätte. Er hätte ihm auch kund getan, dass Gott ihm mitgeteilt hat, dass Ziaul-Haq aufgrund seiner unaufhörlichen Maßnahmen gegen die unschuldigen AÎmadis der Bestrafung dafür nun nicht mehr entgehen könne. Wenige Tage danach kam der pakistanische Diktator bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, Ursachen des Absturzes blieben bis heute ungeklärt.
Am 23. März 1989 feierte die Gemeinde das 100jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die Feierlichkeiten in Pakistan, und insbesondere in Rabwah, wurden von den örtlichen Behörden verboten.
ÍaÃrat MirzÁ TÁÎir AÎmadrah war von Natur aus sehr freundlich und humorvoll. Anekdoten zierten seine Reden und Sitzungen. Er war ein einfacher Mensch und mochte Einfachheit. Er pflegte für seine Mitreisenden zu kochen und liebte es, auf Wanderungen zu gehen. Eine besonders enge und liebevolle Beziehung pflegte er mit Kindern der Gemeinde. Er initiierte die Tradition der Treffen mit den Kindern, die bis heute anhält. Er fing auch das „Waqf-e Nau“ Programm, demzufolge die Eltern ihr Kind vor der Geburt für den Dienst an der Gemeinde widmen. Diese Kinder wachsen dann mit diesem Bewusstsein auf, dass sie später der Gemeinde auf besondere Weise dienen werden. Viele von
ihnen widmen der Gemeinde später ihr Leben und werden als Lehrer und als Missionare ausgebildet.
Der vierte Khalifarh des Verheißenen Messiasas war auch ein begnadeter Redner. Desgleichen hatten seine Gedichte eine wundersame Wirkung. Sein Gedicht „KhuddÁm-e AÎmadiyyat“, verfasst beim Aufbau von Rabwah, das Gedicht
„Mard-e Haq ki DuÝÁ“, rezitiert auf der letzten jährlichen Versammlung in Pakistan wenige Monate vor dem Anti- Ahmadiyya-Gesetz des Zia-Regimes, die Gedichte nach seiner Auswanderung, in denen er an die AÎmadis in Pakistan erinnerte und das Gedicht nach dem Tod seiner Ehefrau sind hervorragend nicht nur wegen ihrer literarischen Qualität, sondern auch wegen der darin ausgedrückten tiefen Spiritualität.
Er verfasste mehrere Bücher. Sein Buch über das Leben des zweiten Khalifara ist eine schöne und umfassende Biographie.
„Mazhab key Nam par Khoon“48, „Islam’s Response to Contemporary Issues”, “An Elementary Study of Islam” und “Absolute Justice, Kindness and Kinship” zeugen von der Tiefe seines Wissens nicht nur über den Islam, sondern auch über viele verschiedene Forschungsgebiete. In seinem letzten Werk, das getrost als sein Opus Magnum bezeichnet werden darf und sicherlich zu den wichtigsten Werken des 20. Jahrhunderts gehört, „Revelation, Rationality, Knowledge and Truth” [Offenbarung, Vernunft, Wissen und Wahrheit] hat er wissenschaftliche und religiöse Erkenntnisse zusammengefaßt und gezeigt, daß aus islamischer Sicht kein Widerspruch zwischen Offenbarung und Vernunft
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48 Englische Übersetzung: Murder in the Name of Allah; Übersetzungen gibt es auch in Arabisch, Albanisch und Türkisch.
besteht.Nach einer längeren Krankheit starb er am 19. April 2003 in London an Herzversagen.
Hazrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba ist der fünfte KhalÐfah des Verheißenen Messias a.s; er ist somit das derzeitige spirituelle Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Er wurde am 15. September 1950 geboren. Somit ist er der erste KhalÐfah, der nach der Auswanderung der Gemeinde aus Qadian geboren wurde. Er ist ein Urenkel des Verheißenen Messiasas Seine Grundausbildung genoss er am Talim-ul-Islam College in Rabwah und studierte dann Agrarökonomie an der Universität in Faisalabad, Pakistan.
Von 1977 bis 1985 wurde er im Rahmen des „Nusrat Jahan“ Programms nach Ghana entsandt. Dort leitete er jahrelang verschiedene Schulen, die die Gemeinde gegründet hatte. Ab 1985 war er als zweiter Finanzsekretär im Tehrik-e Jadid Rabwah (Pakistan) tätig. Ab 1994 wurde er zum Leiter der Abteilung „Bildung“ der Sadr Anjuman Ahmadiyya ernannt. Ab dem 10. Dezember 1997 war er auch Vorstandsvorsitzender der Sadr Anjuman Ahmadiyya und Präsident der Gemeinde in Rabwah.
Nach dem Tod des vierten KhalÐfah wurde am 22. April 2003 Hazrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba zum fünften Nachfolger des Verheißenen Messiasas gewählt.
In der kurzen Zeit seines KhilÁfats hat er mehrere Programme zur Bildung und Erziehung der Mitglieder der Gemeinde initiiert. Mehrere IT-Schulen wurden in Afrika gegründet.

ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba, KhalÐfatul MasÐÎ V.
Projekte für die Wasserversorgung und Stromerzeugung durch Sonnenenergie in afrikanischen Ländern bilden nur einen Teil der umfangreichen humanitären Aktivitäten. Hierzu gehört auch die Errichtung des Tahir Heart Institute in Rabwah, ein Krankenhaus für die Vorsorgung von Herzpatienten mit angeschlossenem Forschungsinstitut; es ist eines der modernsten Krankenhäuser seiner Art in Pakistan.
Am 27. Mai dieses Jahres (2008) feierte die Ahmadiyya Muslim Jamaat unter der Leitung des fünften Khalifas, ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmadatba das 100jährige Bestehen des KhilÁfat der Gemeinde.
Beim Eintritt in der Ahmadiyya Muslim Jamaat und bei der Neuwahl eines KhalÐfah muß jedes Mitglied ein Treuegelübde leisten. Der Wortlaut dieses Eides ist wie folgt:
(Sehr geehrter) ÍaÃrat MirzÁ MasrÙr AÎmad, Khalifatul Masih V (bzw. der Name eines späteren Khalifas).
Assalam-o-Alaikum wa Rahmatullahe wa Barakatohu (Frieden, Gnade und Segnungen Allahs seien auf Ihnen).
Ich gebe hiermit meine vollständig ausgefüllte und unterschriebene Beitrittserklärung ab. Ich bitte Sie, mich in die Ahmadiyya Muslim Jamaat aufzunehmen und für mich zu beten.
Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Allah, Er ist der Einzige und hat keinen Partner, und ich bezeuge, daß Muhammadsaw der Gesandte Allahs ist.
Ich gelobe heute meinen Beitritt zur Ahmadiyya Muslim Jamaat an der Hand von MasrÙr AÎmad (bzw. der Name eines späteren Khalifas). Ich habe den festen Glauben, daß ÍaÃrat Muhammad (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm) Khatam-un- Nabiyyien, das Siegel der Propheten ist. Ebenfalls glaube ich, daß ÍaÃrat MirzÁ ÇulÁm AÎmad (Friede sei auf ihm) derselbe ImÁm MahdÐ und Verheißene Messias ist, dessen Ankunft vom Heiligen Propheten (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm) prophezeit wurde.
Ich verspreche:
Ich werde jegliche Anstrengungen unternehmen werde, die zehn Bedingungen des BaÐÝat (Beitritts) zu erfüllen, die von dem Verheißenen Messias (Friede sei auf ihm) festgelegt wurden.
Ich werde meinem Glauben Vorrang über alle weltlichen Ziele geben.
Ich werde eine feste Beziehung der Treue mit der Institution des KhilÁfat innerhalb von Ahmadiyyat unterhalten und werde mein Bestes tun, Ihnen in allem Guten (MaÝrÙf) zu gehorchen. Inscha’Allah (so Allah will).
Ich ersuche um Vergebung bei Allah, meinem Herrn, für all meine Sünden und wende mich zu Ihm.
O mein Herr, ich habe wider meine Seele gesündigt und bekenne alle meine Sünden; ich bete um Vergebung, denn außer Dir kann niemand verzeihen. Amen!
Festgelegt vom Begründer dieser Jamaat (Gemeinde), dem Verheißenen Messias und ImÁm MahdÐ (Friede sei auf ihm)
Die-/Derjenige, die/der aufgenommen werden möchte, soll feierlich versprachen:
Dass sie/er sich von Širk (Gleichstellung eines anderen Wesens mit Gott oder Gott irgendeinen anderen Partner oder Helfer zur Seite setzen) enthalten soll, geradewegs bis zum Tage ihres/seines Todes.
Dass sie/er sich fernhalten soll von Lüge, Unzucht, Ehebruch, Versündigungen der Augen, Ausschweifungen, Verschwendung und Leichtlebigkeit, Grausamkeit, Unehrlichkeit, Boshaftigkeit und Aufruhr; und dass sie/er sich selbst nicht erlaubt, von Leidenschaften mitgerissen zu werden, wie stark sie auch immer sein mögen.
Dass sie/er regelmäßig die fünf täglichen Gebete darbringen soll in Übereinstimmung mit den Geboten Gottes und denen des Heiligen Propheten; und dass sie/er sich nach besten Kräften bemühen soll, regelmäßig TaÎaÊÊud (zusätzliches Nachtgebet zwischen Mitternacht und der Morgendämmerung) darzubringen und dass sie/er Darud (Segen) für den Heiligen Propheten erflehen soll; dass sie/er es sich zur täglichen Gewohnheit machen soll, um Vergebung für ihre/seine Sünden zu bitten, sich der Wohltaten Gottes zu erinnern und Ihn zu lobpreisen und zu verherrlichen.
Dass sie/er unter dem Anreiz irgendeiner Leidenschaft den Geschöpfen Allahs im allgemeinem und Muslimen um besonderen keinerlei Schaden zufügen soll, weder durch ihre/seine Zunge noch durch ihre/seine Hände
noch auf eine andere Art.
Dass sie/er Gott unter allen Lebensumständen treu bleiben soll, in Sorgen und Freuden, in Unglück und Wohlergehen in Glückseligkeit und harten Prüfungen; und dass sie/er unter allen Bedingungen dem Ratschluss Allahs ergeben bleiben soll und sich selbst bereit halten soll, allen möglichen Beleidigungen und Leiden auf ihrem/seinem Wege mutig gegenüberzutreten und dass sie/er sich niemals von diesem Wege abwenden soll, seien die Angriffe irgendeines Missgeschicks auch noch so heftig; im Gegenteil, sie/er soll vorwärts schreiten.
Dass sie/er sich davon zurückhalten soll, nicht- islamischen Gebräuchen und gierigen Neigungen zu folgen, und dass sie/er sich selbst vollkommen der Autorität des Heiligen QurÞÁn unterwerfen soll, und dass sie/er das Wort Gottes und die Aussprüche des Heiligen Propheten zu den bestimmenden Grundsätzen auf jedem Schritt ihres/seines Lebensweges machen soll.
Dass sie/er Stolz und Eitelkeit völlig aufgeben soll und ihr/sein ganzes Leben verbringen soll in Bescheidenheit, Demut, Fröhlichkeit, Geduld und Sanftmut.
Dass sie/er den Glauben, die Hochschätzung des Glaubens und die Sache des Islam für sich kostbarer erachten soll als ihr/sein Leben, Reichtum, Ehrungen, Kinder und alle anderen liebenswerten Dinge.
Dass sie/er sich selbst beschäftigt halten soll im Dienst an Gottes Geschöpfen nur um Seiner Willen; und dass sie/er sich bemühen soll, der Menschheit zu nützen nach dem besten ihrer/ seiner ihr/ ihm von Gott gegebenen Fähigkeiten und Kräften.
Dass sie/er in ein Band der Brüderlichkeit mit dem Verheißenen Messias eintreten soll, indem sie/er sich verpflichtet, ihm gehorsam zu sein in allem , was gut ist, um Allahs willen, und dass sie / er sich mit einer solchen Hingabe für die Einhaltung dieses Bandes einsetzen soll wie sie nicht noch einmal gefunden werden kann in irgendeiner anderen weltlichen Verbindung und Beziehung, die ergebenen Gehorsam (Pflichterfüllung) verlangt.
.T! J T!
Wer sich bei den Menschen nicht bedankt, ist auch Allah gegenüber nicht dankbar
(Der Heilige Prophetsaw)
Zu tiefstem Dank bin ich meinem Freund Naveed Hameed verpflichtet. Er hat die Entstehung dieses Buches von Anfang bis Ende begleitet und manch einen wichtigen Denkanstoß gegeben. Herzlichen Dank auch an die Herren Abdullah Wagishauser, Haider Ali Zafar, Abdul Basit Tariq, Laeeq Ahmad Munir, Columbus Khan und Tariq Habib Guddat, die sich der Mühe unterzogen haben, das Manuskript durchzulesen und für Korrektur zu sorgen. Mein Dank gilt auch Mohammad Ilyas Majoka, der sich um technische Details, also um Verwaltung, Druck und Layout, gekümmert hat.
Schließlich möchte ich mich auch bei meiner Ehefrau, Fazeela, bedanken, die meine langen Diskussionen für diese Arbeit, die meistens tief in die Nacht hinein andauerten, sehr geduldig ertragen hat.
Und nicht zuletzt danke ich meinem Herrn, Allah, dem Barmherzigen, dem Vergebenden. Ich hoffe und bete, dass Er mir die Fehler verzeiht und mich in Zukunft vor ihnen bewahrt. Ebenso, dass Er mich befähigt, dem deutschen Publikum die wahren Lehren des Islam zugänglich zu machen.
AbÙ Bakr r.a 35, 43, 49, 78
Charakter 141
Geschichte 136
AbÙ QahÁfah 136
Afrika 173
Ahmadiyya Muslim Jamaat 17,
18, 37, 49, 50, 53, 74, 75, 83,
108
ÝÀÞišah r.a 137, 152
ÝAlÐ bin AbÙ ÓÁlibrara Geschichte 150
Charakter 154
Allmacht Gottes
zweite 113
ÝAmr bin al-Àsra 153
ÝAmr bin al-ÝÀs r.a 145
Anjuman114, 115, 116, 117, 118, 119,
164, 167, 172, 175, 180
Ansarullah 40, 56, 167, 172, 175
Äthiopien 124
ÝAtÐq 136
Auswanderung 138
Àyat-IstikhlÁf 29, 32, 40, 42, 46,
59, 77, 79, 80, 97, 119, 122, 123
Bhera 160
BilÁl r.a 138
Byzanz 124
DÁr-QuÔnÐ 108
Delhi 160
Åun-NÙraÐn 146
Faisalabad 180
FÁÔimah r.a 150
FarÙq 142
Feroz 146
Finsternis
Mond 109
Sonnen 110
Ghana 180
ÇulÁm RasÙl 157
HilÁl 109
Hund 173
ÍaÊÊ 139, 144, 149, 157
ÍafÒah r.a 142
Íasan r.a 151
Ibn MalÊam 153
IbrÁhÐm a.s 48
Indien 124, 164, 170, 175
IsÎÁq a.s 48
ÍuÆaÐfah bin al YamÁn r.a 148
ÍudaÐbiyyah 147, 151
ÍusaÐn r.a 151
Jehlum 160
Jemen 151
Kaschmir 164
KhabbÁb r.a 142
KhalÐfah 20
Aufgaben 57
Bestimmung durch Gott 40
Nicht erblich 48
Rücktritt 55
Wahl 34
Khalif Siehe KhalÐfah
Khattab 142
KhawÁriÊ 153
KhilÁfat 20
der Propheten 26
eines Volkes 28
Gottes 23
Wiedereinsetzung 104
KhilÁfat-Komitee 38
Kh-L-F 20
Khuddam-ul-Ahmadiyya. 172, 175 KhulafÁÞ
Rechtgeleitete 18
KÙfÁ 152
Lahore 161
London 175
Malik Fateh Khan 160
Medina 138
Mekka 138
MirzÁ BašÐr-ud-DÐn MaÎmÙd AÎmad r.a 38, 45, 75, 91
Character 171
Geschichte 165
MirzÁ ÇulÁm AÎmad a.s 13, 17,
37, 108
MirzÁ MasrÙr AÎmad a.t.b.a 85
Geschichte 180
MirzÁ NÁÒir AÎmad r.a 40, 56,
171, 174
MirzÁ TÁÎir AÎmad r.a 82
Geschichte 174
MTA 176
MÙsÁ a.s 139
MuÝÁwiyah r.a 150, 152, 153
NÙr-ud-DÐn r.a 37, 38, 44, 49,
110, 119
Character 164
Geschichte 157
Pakistan 164, 170, 175
Persien 124
Politik 70
Punjab 168
Qadian 37, 165, 170
Qamar 109
Qudrat- e ×Ániyah 113
QuraК 46, 136, 148
Sammlung 141
Rabwah 170, 175, 177
RaÈib, ImÁm 22
Rawalpindi 160
Römer 140
Ruqayyah r.a 146
SalmÁn FÁrsÐ r.a 102
ÑiddÐq 136
Siebengestirn 102
Sikh 171
Širk 128
Subkontinent 168, 170
TaÎkÐm 152
ÓalÎa r.a 152
Õaur 138
Tehrik e Jadid 169, 180
ÝUmar bin al-KhaÔÔÁb r.a. . 35, 43, 168
Charakter 144
Geschichte 142
UsÁmah bin ZaÐd r.a 140
ÝU×mÁn bin ÝAffÁn r.a. 36, 43, 151
Charakter 150
Geschichte 146
Waqf e Jadid 175
YaÝqÙb a.s 48
YÙsuf a.s 48
ZaÐd bin Õabit r.a 141
Zia-ul-Haq 177
ZubaÐr r.a 152
ZulfiqÁr ÝAli Bhutto 172