Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba Fünfter Kalif des Verheißenen Messiasas Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat
Der Islam und die Freiheit des Gewissens
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von Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba Das Original erschien unter dem Titel:
Islam Aur Azadi‐e‐Damir
© Islam International Publications Ltd. 2012
Erste deutsche Übersetzung/Auflage 2013
Verantwortlich für die Veröffentlichung dieses Buches:
©
Genfer Straße 11
D - 60437 Frankfurt am Main
Mehr Informationen unter www.verlagderislam.de
ISBN 978-3-944277-15-8 PRINTED IN GERMANY
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort 12
Der Islam und die Freiheit des Gewissens
Der Kommentar des Kalifen zum Schmähfilm 19
Für die Etablierung des Weltfriedens ist es essentiell,
Gottes Gesandte zu respektieren 23
Die Art und Weise, wie ein Ahmadi reagieren sollte 30
Der Verheißene Messiasas kam, um den Islam und den Heiligen Prophetensaw gegen falsche Anschuldigungen zu verteidigen 31
Der hervorragende Charakter und die Persönlichkeit des
Heiligen Prophetensaw für die Welt. 34
Die Reaktion der Ahmadiyya Muslim Jamaat auf die
Veröffentlichung der Karikaturen 38
Die Ahmadi-Jugendlichen sollten in den Journalismus gehen 40
Flaggen-Verbrennen und Zerstörung wird nicht die Anerkennung
für den Heiligen Prophetensaw fördern 42
Statt Gewalt, lieber aufklären 42
Wandelt euren Hass in Gebete und sendet Segnungen auf den Heiligen Prophetensaw 43
Die Gefühle anderer Menschen zu verletzen, ist weder
demokratisch noch ist das Meinungsfreiheit 44
Wiederkehrende Beschimpfungen des Heiligen Prophetensaw
werden den Zorn Gottes entfachen 45
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Inhaltsverzeichnis
Wie Ahmadis unter solchen Umständen reagieren sollten 46
Bewundernswerte Lehren des Islam im Hinblick auf die gute Behandlung von Nicht-Muslimen 47
Beispielhaftes Verhalten des Heiligen Prophetensaw verglichen mit den Ausschweifungen und der Tyrannei der Ungläubigen in
Mekka und den Feinden des Islam 48
Der Islam wurde nicht mit dem Schwert, sondern durch hochwertiges, moralisches Verhalten und der islamischen Lehre
der Gewissensfreiheit verbreitet 51
Das einzigartige vom Heiligen Prophetensaw gesetzte Niveau
an Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit 52
Das Verhalten des Heiligen Prophetensaw bei der Einhaltung von Menschenrechten und religiöser Toleranz 60
Das Friedensabkommen von Medina zwischen dem
Heiligen Prophetensaw und den Juden 61
Religiöse Freiheit und Amnesie für das Volk von Najran 63
Ein Vorschlag, um Irrlehren zu beseitigen 68
Mitgefühl zu zeigen, heißt, menschlich zu sein 69
Die Unerwünschtheit der Blasphemie von heiligen Personen
und Texten 70
Versöhnung ist der beste Kurs 73
Der wahre Sinn von Religionen 73
Nur Reue kann zur Erlösung führen 75
Der einzige Weg, um die verlorene Glorie des Islam wiederherzustellen 77
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Inhaltsverzeichnis
Internationale Berichterstattung der Freitagsansprache, die Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad am 21. September 2012
gehalten hat 83
Pressestelle der Ahmadiyya Muslim Jamaat 85
The Express Tribune 89
Times of India 91
Ottawa Citizen Newspaper 93
Wandsworth Guardian.co.uk 95
ANI Islamabad 98
Metro Ottawa 99
One News New Zealand’s News 101
Die Ansichten von bedeutenden nicht-muslimischen Gelehrten über den Heiligen Propheten Muhammadsaw 105
George Scale 107
Stanley Lane-Poole 108
H.G Wells 108
De Lacy O’Leary 109
Mahatma Gandhi 109
John Bagot Glubb 110
John William Draper 111
William Montgomery Watt 112
Bosworth Smith 112
Inhaltsverzeichnis | |
Washington Irving | 114 |
William Muir | 115 |
Thomas Carlyle | 118 |
Alphonse de Lamartine | 120 |
John Davenport | 121 |
Michael H. Hart | 122 |
Karen Armstrong | 124 |
Annie Besant | 125 |
Ruth Cranston | 126 |
Godfrey Higgins | 126 |
Edward Gibbon | 127 |
Stichwortverzeichnis 130
Anmerkungen des Herausgebers 138
Zum Autor 140
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Vorwort
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Seit jeher werden Gottes Propheten und Gesandte mit Menschen kon- frontiert, die danach bestrebt sind, Chaos und Unordnung zu stiften. Im Heiligen Koran hat Gott Aufschluss gegeben über das Leben diver- ser Propheten und das unglückselige Ende jener, die ihnen feindselig gesinnt waren. In der Vergangenheit wurden Propheten jeweils für ei- nen bestimmten Zeitabschnitt gesandt, weswegen ihnen nur solange Opposition widerfuhr, solange ihr Prophetentum währte. Der Heilige Prophetsaw Muhammad indes wurde für alle Völker und alle Zeiten gesandt, weswegen er von dem Tage seiner Ankunft bis zum jetzi- gen Tage beständig einem Sturm der Feindschaft ausgesetzt ist. Diese Feindseligkeit verkörperte sich in Widersachern wie Muailamah Kad- hdhab, in den von übelwollenden Federn stammenden Schriften wie
„Rangila Rasul“ und den „Satanischen Versen“ oder den abscheuli- chen Karikaturen. Die aktuellste Manifestation dieser Feindseligkeit ist der Film „Innocence of Muslims“.
In diesen Zeiten prüft Gott den Charakter der Gläubigen, um zu sehen, wie sie reagieren. Rechtleitung nehmend von dem Heiligen Koran sowie den Lehren des Heiligen Prophetensaw und des Verhei- ßenen Messiasas, hat das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba, häufig diese Thematik in seinen Freitagsansprachen behandelt, deren einige in diesem Buch dargelegt werden. Zum Ende dieses Buches werden die Reaktionen der Medien auf die Freitagsansprache des Kalifen, die er am 21. September 2012 gehalten hat, wiedergegeben.
Es ist mein inbrünstiges Gebet, dass Gott uns ermöglichen möge, das Licht des Glaubens in die unterschiedlichsten Teile dieser Welt zu ver- breiten, so dass Frieden und Toleranz Einzug halten mögen.
Munir-ud-Din Shams Additional Wakilut-Tasnif London im Dezember 2012
Vorwort
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Vor uns liegt die deutsche Übersetzung einer Zusammenstellung von Worten des Kalifen Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba, die er im Zuge der letzten beiden großen Attacken auf den Heiligen Prophetensaw geäußert hat. Als fünfter Nachfolger des Verheißenen Messiasas ist er das spirituelle Oberhaupt von mehreren zehn Millionen Mitgliedern weltweit. Er leitet die wohl progressivste und dynamischste Reform- bewegung innerhalb des Islam. In diesem Sinne vernimmt der Leser eine differenzierte Position hinsichtlich der Blasphemie-Problematik um den heiligen Propheten des Islam, Muhammadsaw, die sachlich und fundiert nach Lösungen Ausschau hält und das Problem an der Wurzel packt.
Folgenden Mitarbeitern ist dafür Dank auszusprechen, dass dieses Buch in dieser Form nun vor uns liegt: Hassnat Ahmad, Tariq Hübsch, Taemoor Kang und Bilal Bhatti. Möge Allah sie allesamt segnen.
Mubarak Ahmad Tanveer Publikationsabteilung Ahmadiyya Muslim Jamaat
Frankfurt am Main im Juni 2013
Der Islam und die Freiheit des Gewissens
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1
Der Kommentar des Kalifen zum Schmähfilm
Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba, der fünfte Kalif des Verheißenen Messiasas, sagte in seiner Freitagsansprache vom 28. September 2012, die er in der Bait-ul-Futuh Moschee zu London, Großbritannien hielt:
„Als ich am letzten Freitag hierher kam, um das Freitagsgebet zu lei- ten, stellte ich beim Aussteigen aus dem Fahrzeug fest, dass Presseleu- te in einer großen Anzahl gekommen waren. Auf meine Frage sagte mir Amir Sahib, dass diese Personen aufgrund der Reaktion der Mus- lime nach dem in Amerika gedrehten zutiefst verletzenden Schmäh- films über den Heiligen Prophetensaw gekommen seien, um zu sehen, wie die Reaktion der Ahmadi-Muslime ausfällt. Ich antwortete: Sagen Sie ihnen, dass ich meine Ansprache über dieses Thema halten werde und darin werde ich auch die Reaktion von Ahmadis erläutern. Es ist allein das Werk Gottes, so viele Medienvertreter hierher zu bringen und in mein Herz zu setzen, über ebendieses Thema zu sprechen. […] Neben den Pressevertretern waren auch Fernsehjournalisten anwe- send, unter anderem von der Fernsehsendung „News Night“, die auf BBC ausgestrahlt wird, ein weiterer Vertreter von BBC, ein Vertreter des neuseeländischen Nationalfernsehen, ein Vertreter eines franzö- sischen Fernsehsenders sowie viele weitere Journalisten. Der neusee- ländische Berichterstatter, der zu meiner Rechten saß, erhielt als erstes die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Er fragte, welche Botschaft ich zu diesem Anlass mitteilen mochte. Ich sagte zu ihm, dass er die Botschaft bereits gehört habe. Denn die Journalisten hatten die Möglichkeit, die
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1 „Im Namen Allahs, des Gndigen, des immer Barmherzigen.“
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Ansprache in einer Übersetzung zu hören. Hinsichtlich des Rangs und der Stellung des Heiligen Prophetensaw hatte ich bereits erläutert, wie erhaben er ist. Sein nobler Charakter ist für jeden Muslim nachah- menswert. Die mit Empörung und Wut erfüllte Reaktion der Musli- me ist in gewisser Weise richtig und musste so kommen, obgleich sie mancherorts auf eine falsche Art und Weise zum Ausdruck gebracht wird. Der Rang, den wir in unseren Herzen dem Heiligen Propheten Muhammadsaw zuweisen, entzieht sich den Augen eines weltlichen Menschen. Daher ist es für einen weltlichen Menschen nicht nachvoll- ziehbar und er kann nicht spüren, wie sehr uns diese Taten verletzt haben. Solche Werke zerstören den Weltfrieden. Der Medienvertreter aus Neuseeland war der festen Meinung, ich hätte sehr harte Worte gebraucht und gesagt, diese Menschen würden in die Hölle kommen. Ich würde mich aufgrund dieser sehr harten Worte von den anderen nicht unterscheiden. Das war zwar nicht sein genauer Wortlaut, aber seine Betonung ließ auf diesen Sinn schließen, zumal er diese Frage mit Nachdruck wiederholte. Ich antwortete ihm: Jene Leute, welche die geliebten Menschen Gottes verspotten, sich über sie lustig machen und davon nicht ablassen und auch nach Aufforderung nicht davon Abstand nehmen, sondern in ihrem Spott immer weitergehen und sie auslachen, für solche Menschen gibt es eine unvermeidbare Fügung Gottes, die ihren Lauf nimmt. Sie kann auch eine schwere Strafe nach sich ziehen und Gott nimmt sich solcher Menschen an. […]
Wir lehnen Demonstrationen mit Gewalt, Zerstörungen und Ver- wüstungen ab und Sie werden niemals einen Ahmadi sehen, der Teil solchen Unheils und Unfriedens ist. Der Nachrichtensprecher zeigte zuerst meine Antwort und kommentierte weiter, dass diese Jamaat eine Minderheit unter den Muslimen darstelle und selbst Opfer von Diskriminierungen durch andere Muslime sei. Nun sei abzuwarten, ob die Botschaft, die der Kalif gegeben hat, nicht nur auf Ahmadi
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Muslime, sondern auch auf andere Muslime Wirkung zeigt.“ […] Der Vertreter von „News Night“ – eine Sendung, die sich mit aktu- ellen Themen befasst – sagte: „Ich habe den Film gesehen. Darin ist Nichts zu sehen, das einen solch großen Aufruhr und das Verhalten der Muslime gerechtfertigt. Auch Sie haben nun darüber eine An- sprache gehalten und ihn an einigen Stellen mit sehr harten Worten abgelehnt. Das war doch nur Satire.“ Gott vergebe. Dies ist der mora- lische Standard dieser Menschen. Ich sagte ihm: „Ich weiß nicht, mit welchem Auge Sie ihn betrachtet haben und was Ihr Maßstab ist. Sie können den Rang, den der Heilige Prophetsaw in den Augen der Mus- lime inne hat, sowie die Liebe, die ein Muslim zu Seiner Heiligkeit, dem Heiligen Propheten Muhammadsaw, in seinem Herzen empfin- det, nicht verstehen.“ Ich erklärte ihm, dass ich den Film nicht gese- hen habe, indes sind einige Dinge, die ich durch eine Person erfah- ren habe, für mich nicht hinnehmbar; „und Sie sagen, es gäbe nichts Derartiges. Nachdem ich diese Sachen gehört habe, kann ich es nicht einmal wagen, mir den Film anzuschauen. Allein beim Zuhören kocht das Blut in den Adern.“ Ich fragte ihn, wie er reagieren würde, wenn jemand seinen Vater beleidigen, ihn beschimpfen und verunglimpfen würde? Wäre das in Ordnung? Der Rang des Heiligen Propheten Mu- hammadsaw ist in den Augen eines Muslims noch höher und niemand kommt diesem Rang nahe. […]
Diese Menschen jedoch unterlassen nichts und haben es auch nicht vor. Sie nutzen die allgemeine Reaktion der Muslime aus und wollen unsere Herzen noch weiter verletzen. Sie weiten derartige verwerfli- che Aktionen von einem Land auf das andere aus. Vor zwei Tagen hat eine spanische Zeitung erneut Karikaturen publiziert und diese zu ei- nem Ausdruck von Humor und zu einer Erwiderung auf die Reaktion der Muslime erklärt.
Wir müssen nun starke Bemühungen unternehmen, damit diesen
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Menschen Einhalt geboten wird und wir zumindest den anständigen und gebildeten Menschen erklären können, dass diese falschen Vor- gehensweisen den Weltfrieden zerstören. Wir müssen soweit möglich die Welt über dieses feindselige Verhalten aufklären. […]
Zum diamantenen Thronjubiläum der Queen Victoria hatte der Ver- heißene Messiasas ein Buch namens „Tohfae Qiasaria“ (Ein königli- ches Geschenk) verfasst und der Königin geschickt. Darin hieß der Verheißene Messiasas zum einen die auf Gerechtigkeit basierende Regierung der Königin gut und zum anderen überbrachte er ihr die Botschaft des Islam und rief zum Frieden in der Welt, interreligiöser Toleranz und gegenseitiger Achtung und Ehre der jeweiligen Heiligen und Propheten auf. Der Verheißene Messiasas zeigte detailliert Wege zum Frieden auf. Nun, zum Diamantjubiläum der Königin Elisabeth wurde eine Übersetzung dieses Buches in einer schönen Auflage an die Königin geschickt. Die Mitarbeiter der betreffenden Abteilungen, die dieses Buchgeschenk zusammen mit meinem Brief in Empfang nahmen, ließen verlautbaren, dass das Buch nun in die Buchsamm- lung der Königin aufgenommen wurde und sie es lesen wird. Ob sie nun das Buch liest oder nicht, unsere Aufgabe haben wir versucht zu erfüllen.
Die Unruhen heute in der Welt sind vergleichbar mit der damali- gen Lage; in mancher Hinsicht sind sie sogar schlimmer geworden. Die Menschen greifen den Islam und den Heiligen Propheten Mu- hammadsaw an und verspotten ihn, ja sind hierbei sehr weit gegangen.
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Für die Etablierung des Weltfriedens ist es essentiell, Gottes Ge- sandte zu respektieren
Wenn Propheten mit der Botschaft Gottes kommen und ihre Anhän- gerschaft wächst, dann ist das ein Beweis dafür, dass sie von Gott sind. Gottes Gesandte zu respektieren, ist also wichtig, auch für die Sicherung des Friedens auf der Welt. Ich lese einen solchen Abschnitt vor, in welchem der Verheißene Messiasas darüber spricht, wie ein sol- cher Frieden aussieht und was der Rang von Gesandten ist:
„Seit jeher ist es das Gesetz Gottes, dass Er falschen Propheten keinen Aufschub gewährt (das heißt, wenn selbst weltliche Regie- rungen es nicht tolerieren können, dass etwas Falsches ihnen zuge- schrieben wird, wie kann es Gott?). Solch eine Person wird schnell zu Rechenschaft gezogen und erhält ihre Strafe. Gemäß diesem Prinzip sollten wir all jenen Respekt entgegenbringen und als Wahrhaftige anerkennen, die in der Vergangenheit den An- spruch erhoben haben, Propheten zu sein, deren Anspruch sich dann fest verwurzelte, deren Religion sich in der Welt verbrei- tete, an Kraft zunahm und die Zeiten überdauerte. Wenn wir in ihren religiösen Büchern Fehler finden oder beobachten, dass ihre Anhänger in Untaten verwickelt sind, so sollten wir nicht die Gründer der Religionen dafür verantwortlich machen. Denn es ist möglich, dass die Bücher verändert wurden. Und es ist möglich, dass Denkfehler sich in die Exegesen eingeschlichen haben. Aber es ist nicht möglich, dass jemand Gott offenkundig Erdichtung zuschreibt und behauptet, ein Prophet zu sein und seine eigenen Worte als Gottes Worte präsentiert, – obwohl er kein Prophet ist noch sein Wort das Wort Gottes – und dennoch Gott ihn wie einen Wahrhaftigen gewähren lässt und ihm wie Wahrhaftige Akzeptanz verleiht.
Daher ist dieser Grundsatz - dass wir all solche Propheten wahr- haftig nennen, deren Religion sich verfestigte, die Zeiten über-
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dauerte und Millionen Menschen sich zu ihr bekannten – ein sehr richtiges und gesegnetes Prinzip, welches den Grundstein für Versöhnung legt. Es ist ein sehr reines Prinzip. Wenn die gan- ze Welt sich an dieses Prinzip halten würde, würden tausende Unruhen und Beleidigungen der Religionen, die zur Bedrohung der öffentlichen Ordnung führen, beseitigt werden.
Es ist offenkundig, dass all jene Menschen, die die Anhänger ei- nes Propheten als Gefolgsleute eines Lügners und Hochstaplers betrachten, den Grundstein für viele Unruhen legen. Sie machen sich ohne Zweifel der Beleidigung schuldig. Sie verwenden für einen Propheten sehr beleidigende Worte und gehen soweit, ih- nen Schimpfnamen zu geben und gefährden so den Frieden und die öffentliche Sicherheit. Obwohl ihre Annahme vollkommen falsch ist und sie sich wegen ihrer beleidigenden Worte in Got- tes Augen schuldig machen. Gott, der Gnädige und Wohltäter, mag es nicht und lässt es nicht zu, dass durch eine unberechtigte Verbreitung und Verwurzelung der falschen Religion eines Lüg- ners, Menschen in die Irre geführt werden. Noch lässt er es zu, dass ein falscher und lügnerischer Mann in den Augen der Welt wahrhaftigen Propheten gleichen kann.
Dies ist ein sehr anziehender und friedenverleihender Grund- satz, der die Grundlage für Versöhnung legt und bessere morali- sche Verhaltensweisen fördert. Dieser Grundsatz ist, dass wir alle Propheten als Wahrhaftige akzeptieren, wo immer sie erschienen sein mögen; in Persien, Indien, China oder irgendeinem ande- ren Land. Gott hat in den Herzen von Millionen von Menschen ihren Respekt und ihre Erhabenheit gelegt, ihre Religionen fest verwurzelt und seit Jahrhunderten ihrer Religion Bestand ver- liehen. Genau das ist jenes Prinzip, welches uns der Koran lehrt. Gemäß diesem Grundsatz ehren wir jeden Stifter der Religion, dessen Leben unter der genannten Definition fällt. Egal, ob es der Stifter der hinduistischen, persischen, chinesischen, jüdi- schen oder christlichen Religion ist. Aber es ist bedauerlich, dass unsere Gegner solch einen Umgang mit uns nicht pflegen. Sie
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vergessen dieses reine und unveränderliche Gesetz Gottes, dass Er falschen Propheten nicht mit einer solchen Ehre segnet, wie es die wahrhaftigen Propheten erfahren. Noch verwurzelt sich die Religion eines falschen Propheten so fest und überdauert eine so lange Zeit wie die Religion eines wahren Propheten. Menschen, die Propheten anderer Völker als Lügner beschimpfen, sind im- mer die Feinde von Versöhnung und Frieden. Denn es gibt keine größere Unruhestiftung, als die Heiligen anderer Völker zu be- schimpfen. Manchmal ist der Mensch bereit, selbst zu sterben, aber er möchte nicht, dass sein Meister beschimpft wird. Wenn wir einen Einwand gegen die Lehre einer Religion haben, dann sollten wir nicht die Ehre des Propheten dieser Religion angrei- fen noch ihm Schimpfnamen geben. Vielmehr sollten wir einen Einwand gegen den jetzigen Zustand dieser Religionsgemein- schaft erheben. (Wenn also eine Gemeinschaft Fehler begeht, sollten wir nur diese Fehler kritisieren, nicht jedoch die Propheten selbst.) Wir sollten den festen Glauben haben, dass die Verehrung eines Pro- pheten durch Millionen von Menschen und seine fortdauernde Popularität über Jahrhunderte Beweise dafür sind, dass er von Gott gesandt worden ist. Wenn er nicht ein Auserwählter Gottes wäre, so hätte er nicht solch eine Ehre erhalten. Es ist nicht Gottes Gepflogenheit, dass er Lügnern Ehre erweist und ihre Religion unter Millionen verbreitet und für eine lange Zeit eine falsche Religion schützt. Wenn aber eine Religion sich in der Welt ver- breitet und sich fest verwurzelt und verehrt wird und ein langes Leben erlangt, dann kann sie in ihrem Ursprung niemals falsch sein. Wenn aber eine Lehre kritikwürdig ist, dann nur, (der Ver- heißene Messiasas hat drei Gründe genannt; wenn eine Religion in ih- rem jetzigen Zustand kritikwürdig ist, dann hat dies drei Gründe, als erstes:] weil entweder in den Anweisungen des Propheten Ver- änderungen vorgenommen wurden, oder (zweitens) weil bei der Auslegung dieser Anweisungen Fehler begangen wurden. Oder (drittens) aber es kann auch sein, dass wir in unserem Einwand falsch liegen. (Dass man eine Sache nicht verstanden hat und kur-
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zerhand einfach kritisiert; so wie die Menschen heute kurzerhand den Heiligen Prophetensaw kritisieren, ohne die historischen Begebenheiten zu kennen, ohne über die Ereignisse Bescheid zu wissen oder den Heili- gen Koran verstanden zu haben. Dann sagte er weiter:] So sehen wir, dass einige Priester aus Unkenntnis gegen den Heiligen Koran Einwände erheben, obwohl sie die selben Inhalte in der Thora als richtig und als göttliche Lehre akzeptiert haben. Ein Einwand in solch einem Fall ist dem eigenen Fehler oder der eigenen Un- wissenheit geschuldet.
Kurzum, Wohl, Frieden, Versöhnung und Gottesfurcht der Welt liegen in dem Prinzip, dass wir solche Propheten nicht als Lüg- ner bezeichnen, deren Wahrhaftigkeit von Millionen von Men- schen seit Jahrhunderten bezeugt wird, und die seit jeher von Gott Unterstützung erfahren haben. Ich bin davon überzeugt, dass ein Wahrheitssuchender – egal ob er ein Asiate oder Euro- päer ist – dieses Prinzip mögen wird und seufzend fragen wird, warum dies bis jetzt nicht sein Grundsatz gewesen ist.
Ich bringe dieses Prinzip seiner Hoheit der Kaiserin von Indien und England vor, weil es der einzige Grundsatz ist, um Frieden auf der Welt zu verbreiten. Es ist unser Prinzip. Der Islam kann stolz darüber sein, dass er diesen wunderbaren und anziehen- den Grundsatz in sich trägt. Geziemt es uns, dass wir solche Heilige beleidigen, denen Gott durch seine Gnade eine große Menschenmasse zu Nachfolgern machte und seit Jahrhunderten sogar Könige ihr Haupt vor ihnen neigten? Geziemt es uns etwa, dass wir glauben, Gott hätte Lügnern eine solche Ehre verlie- hen, wie Er sie Wahrhaftigen schenkt und ihnen eine so große Anhängerschaft gewährt wie Er den Wahrhaftigen gibt, ihrer Religion ein langes Leben schenkt und für ihre Unterstützung himmlische Zeichen zeigt, um so die Welt zu betrügen? Wenn selbst Gott uns aber betrügt, wie können wir dann zwischen Gut und Böse unterscheiden?
Es ist ein sehr tiefgründiger Punkt, dass falsche Propheten nicht die selbe Ehre, Akzeptanz und Erhabenheit erlangen können
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wie wahre Propheten. Planungen von Lügnern können nicht den selben Erfolg erzielen wie Handlungen von wahrhaftigen Propheten. Daher ist das erste Zeichen eines Wahrhaftigen, dass eine Kette von immerwährender Unterstützung Gottes mit ihm ist, Gott den Setzling seiner Religion in Millionen Herzen pflanzt und seiner Religion ein langes Leben schenkt. Wenn wir nun diese Zeichen in der Religion eines Propheten sehen, dann sollten wir, konfrontiert mit dem Tod und dem Tag des Jüngsten Gerichts, solche heiligen Anführer nicht beleidigen, sondern sie wahrhaftig ehren und lieben. Das ist der erste Grundsatz, den Gott uns gelehrt hat und mit dem wir die Erben eines großen moralischen Charakters geworden sind.“ (Ein königliches Ge- schenk, Tohfa Qaiseria, Ruhani Khazain Band 12, S. 258-262)
Der Verheißene Messiasas rief auch dazu auf, Konferenzen zu veran- stalten, bei denen Anhänger verschiedener Religionen die Vorzüge ihrer Religion darstellen sollten. (ebd. S. 279)
Faktisch gesehen ist der Islam die erste weltweite Religion und ge- messen an der Anzahl ihrer Anhänger steht der Islam an zweiter Stelle. Deshalb sollten die Anhänger anderer Religionen die Muslime respektieren und ebenso versuchen, dem Heiligen Prophetensaw die ihm gebührende Ehre und den ihm gebührenden Respekt zu erwei- sen. Andernfalls werden Unruhe und Unfrieden in der Welt Einzug halten. Wir respektieren und ehren andere Religionen, erachten ihre Heiligen und Propheten als geliebte Menschen Gottes, weil die schö- ne Lehre des Heiligen Korans es uns gebietet und weil der Heilige Prophet Muhammadsaw uns dies lehrte. Obwohl Islamgegner den Heiligen Prophetensaw verunglimpfen und unwürdige Karikaturen zeichnen, beschimpfen oder verspotten wir niemals Propheten oder Heilige anderer Religionen. Und trotzdem sind es Muslime, die man als Unruhestifter abstempelt. Diese Menschen provozieren den Un- frieden durch ihre eigene Taten, sie entfachen Gefühle und wenn die
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Emotionen hochkochen, sagen sie: Schaut, die Muslime sind gewalt- bereit, also geht gegen sie vor! […]
Die Botschaft des Verheißenen Messiasas, die ich vorgelesen habe, soll- ten Sie weit verbreiten, damit die Welt Kenntnis von den wahren Leh- ren des Islam erhält. Weltlich eingestellte Menschen wissen überhaupt nicht, welche Stellung der Heilige Prophetsaw in unseren Herzen und in den Herzen von wahren Muslimen hat und welche Schönheit seine Lehre und sein reiner Charakter besitzen. Diese Menschen können gar nicht Kenntnis darüber haben, wie sehr ein wahrhaftiger Muslim den Heiligen Propheten Muhammadsaw liebt. Diese Liebe hat bereits vor vierzehnhundert Jahren Hassan bin Sabit im folgenden Vers ausge- drückt:

Du warst das Licht meines Auges
Jetzt, wo Du gestorben bist, ist mein Auge blind
Was kümmert mich nun, wer stirbt Denn es war nur Dein Tod, den ich fürchtete
Diese Verse sprach Hassan bin Sabit nach dem Tod des Heiligen Pro- pheten Muhammadsaw aus. In unserer Zeit ist es der Verheißene Mes- siasas, der in uns die tiefe Liebe zum Heiligen Propheten Muhammad- saw geweckt hat. Diese Liebe des Verheißenen Messiasas wird an einer Stelle in Form eines umfangreichen arabischen Lobgesanges deutlich. Einige Verse daraus lauten:
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Ein Volk hat dich gesehen, und eine Gefolgschaft hat die Nachricht gehört Von jenem Vollmond, der mich betört hat.
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Gerührt im Gedenken an deine Schönheit weinen die Menschen Und ebenso brennt der Schmerz deiner Ferne.
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Ich sehe, wie die Herzen vor Unruhe bis zum Halse pochen, ich sehe die Augen, wie die Augen tränen.
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Mein Körper möchte aus überwältigender Sehnsucht in deine Richtung fliegen.
Ach, hätte ich doch nur die Kraft zu fliegen!
(Aina kamalate Islam, Ruhani Khazain Band 5, S.590-594)
Das sind die Wege der Liebe zum Heiligen Propheten Muhammad- saw, die wir gelernt haben. Doch die weltlichen Menschen sagen: Was macht das aus, ein wenig Spaß? Wenn Werte und Tugenden dermaßen tief sinken, dann ist dies der Anfang der Zerstörung des Weltfriedens auf der Welt! […]
Aber wie ich bereits gesagt habe: Unsere Aufgabe ist es, mit Eifer die
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verschiedenen Aspekte aus dem Leben des Heiligen Propheten Mu- hammadsaw der Welt zu zeigen. Das kompakte und dennoch umfas- sende Buch „Muhammad - Das Leben des Heiligen Propheten“2 ist hierfür zweckmäßig; es ist auch als Einführung in den Heiligen Koran (Dibacha Tafsir ul Qurân) erschienen. Jeder Ahmadi sollte dieses Buch lesen. In diesem Buch sind fast alle Aspekte des Lebens erklärt, zu- mindest sind die wichtigsten Aspekte des Lebens darin enthalten. Je- der sollte je nach Geschmack und Interesse sowie entsprechend seines Bildungsstands auch weitere Biographien lesen und der Welt mithilfe von Artikeln, Broschüren oder auch persönlicher Interaktion das Le- ben des Heiligen Propheten Muhammadsaw näherbringen. Möge Al- lah jeden Ahmadi dazu befähigen, dieser wichtigen Aufgabe und Ver- pflichtung nachzugehen und möge die Welt zur Vernunft kommen, damit die gebildeten Schichten selbst gegen diesen beleidigenden und feindseligen Spaß oder gegen die feindseligen Menschen argumenta- tiv vorgehen, so dass die Welt vor Unfrieden und der Strafe Gottes bewahrt bleibt. Möge es durch Allahs Willen so sein.“3
Die Art und Weise, wie ein Ahmadi reagieren sollte
Als 2006 in Dänemark äußerst verwerfliche, verunglimpfende und beleidigende Karikaturen des Heiligen Propheten Muhammadsaw publiziert wurden und so die Gefühle der Muslime verletzt wurden, verurteilte Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba, der fünfte Kalif des Ver- heißenen Messiasas, diese Vorgehensweise mit deutlichen Worten und hielt eine Reihe von Freitagsansprachen zu diesem Thema. In einer
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2 Ahmad, Mirza Bashir ud-Din Mahmud: Muhammad - Das Leben des Heiligen Pro- pheten, Frankfurt am Main 2012, Verlag Der Islam.
3 Auszüge aus der Freitagsansprache vom 28.09.2012, gehalten in der Bait-ul-Futuh Moschee zu London.
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Zeit, in der die Islamische Welt mit Gewalt und Zerstörung darauf reagierte und in ihren eigenen Ländern durch Zerstörung und Brand- stiftung sich selbst Schaden zufügte, ermahnte das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat alle Muslime im Allgemeinen und seine Jamaat im Besonderen dazu, wie man darauf richtig reagieren muss:
„Wie ich sagte, vielleicht sind die Herzen von uns Ahmadis am stärks- ten verletzt worden. Aber wir reagieren auf andere Art. Hier möchte ich auch klarmachen, dass es nicht auszuschließen ist, dass so etwas wie die Karikaturen immer mal wieder hochkommt, dass sie wieder etwas tun, was die Gefühle der Muslime verletzt. Dahinter könnte auch die Absicht stecken, dass man solche Vorfälle zum Vorwand nimmt, um Gesetze auf den Weg zu bringen, um den Muslimen, ins- besondere solchen, die aus dem Osten stammen, Restriktionen aufzu- erlegen. Ungeachtet der Tatsache, ob diese Beschränkungen kommen oder nicht, müssen wir unsere Verhaltensweise nach den Werten und Lehren des Islam gestalten.
Wie ich sagte, hat es solche Verschwörungen gegen den Islam und ge- gen den Heiligen Prophetensaw von Anbeginn gegeben. Aber Gott hat versprochen, dass Er den Prophetensaw beschützen wird, und Er hat ihn auch immer beschützt, deswegen schlagen alle Pläne der Gegner fehl.
Der Verheißene Messiasas kam, um den Islam und den Heiligen Prophetensaw gegen falsche Anschuldigungen zu verteidigen
In der heutigen Zeit hat Er den Verheißenen Messiasas zu diesem Zweck entsandt. Es gab zu seiner Zeit auch Angriffe auf den Prophe- tensaw, und auch später in der Zeit der Kalifen. Beispielhaft möchte ich einige Begebenheiten erwähnen, wie er und die Kalifen bei solchen
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Anlässen die Jamaat geleitet und reagiert haben. Es gibt welche un- ter den Muslimen, die behaupten, dass uns die Verunglimpfung des Propheten nicht schmerzt, weil wir nicht an Streiks und Krawallen teilnehmen. Ich möchte, dass all diese Leute von den Bemühungen unserer Gemeinde Kenntnis erhalten.
Unsere Reaktion fällt immer so aus – und so soll es immer sein –, dass dadurch die Lehre und das Beispiel des Propheten in seiner ganzen Schönheit ins Auge fallen, und dass man auch die Schönheit der kora- nischen Lehre sieht. Wenn schmutzige Angriffe gegen den Propheten- saw verübt werden, so reagieren wir darauf nicht mit zerstörerischen Aktionen. Wir beugen unser Haupt vor Allah nieder und bitten Ihn um Hilfe.
Ich möchte nun zwei Beispiele aus dem Leben des Verheißenen Mes- siasas geben, wie er – der den Prophetensaw wie kein zweiter liebte – seine tiefe Liebe zum Prophetensaw und sein Ehrgefühl zum Ausdruck brachte:
Das erste Beispiel betrifft Abdullah Atham, der ein Christ war. Er hat- te in seinem Buch sein äußerst perverses Denken gezeigt, und den Prophetensaw – Gott bewahre – einen Antichristen genannt. Er hatte zu dem Zeitpunkt auch eine Debatte mit dem Verheißenen Messiasas zum Thema „Islam und Christentum“ geführt. Der Verheißene Messiasas schreibt:
„Ich nahm fünfzehn Tage lang an der Debatte teil, die Debat- te ging weiter und insgeheim betete ich Gott darum, Er möge Atham irgendwie zurechtweisen [...] Als diese Disputation ende- te, sagte ich zu ihm, eine Auseinandersetzung ist zu Ende gegan- gen, aber eine andere steht uns noch bevor, und zwar eine vor Gott, und diese sieht so aus: Sie haben in Ihrem Buch ‚Andruna Bibel‘ (Inhalt der Bibel) unseren Propheten, Frieden und Segen Allahs seien auf ihm, einen Antichristen genannt. Ich glaube an den Propheten als einen Wahrhaftigen und halte den Islam für
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eine Religion von Gott. Kurzum, wir machen nun eine Ausein- andersetzung, über die der Beschluss des Himmels entscheiden wird. Und zwar, wer von uns beiden die Unwahrheit sagt und zu Unrecht einen Propheten Lügner und Antichristen nennt, also einen Feind der Wahrheit – der möge von heute an gerechnet, in- nerhalb von 15 Monaten in die Hölle gestürzt werden, während der andere, der Recht hat, weiter am Leben bleibt; dies wird nur abgewandt, wenn er sich der Wahrheit zuwendet. Das bedeutet, er muss aufhören, den wahren und rechtschaffenen Prophetensaw einen Antichristen zu schimpfen und von seiner Ungezügeltheit und Schmähsucht ablassen. Dies ist deswegen gesagt worden, weil bloßes Leugnen einer wahren Religion nicht zur Bestrafung in dieser Welt führt, vielmehr zieht ausgeprägte Ungezügeltheit, Dreistigkeit und Schmähsucht auch auf Erden Bestrafung nach sich.“
Der Verheißene Messiasas sagte:
„Als ich diese Worte äußerte, erschrak er plötzlich, sein Gesicht wurde fahl und seine Hände begannen zu zittern. Ohne zu zö- gern streckte er die Zunge aus dem Mund und berührte mit sei- nen Händen die Ohren und fing an, seine Hände mitsamt seines Kopfes hin- und herzubewegen, so wie ein Verdächtiger voller Angst einen Vorwurf bestreitet und sich voll Reue und Demut zeigt und immer wieder sagt, ich habe nicht beschimpft und be- leidigt. Auch später hat er nie wieder ein Wort gegen den Islam geäußert.“
Dies war die Reaktion des Löwen Gottes, der wahres Ehrgefühl für den Prophetensaw hatte. Er forderte jeden heraus, der solche Dinge tat. Ein anderer dieser Art hieß Lekhram. Er beschimpfte den Propheten- saw auf schlimme Art und Weise. Angesichts seiner Schroffheit bemüh- te sich der Verheißene Messiasas darum, dass er es unterlassen möge. Doch er hörte nicht auf. Schließlich betete der Verheißene Messiasas
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zu Allah, und so offenbarte Er ihm, er würde einen schlimmen Tod erleiden.
Der Verheißene Messiasas schreibt:
„Hinsichtlich eines Feindes Allahs und des Prophetensaw, der ihn beschimpft und ruchlose Dinge über ihn sagt und Lekhram heißt, hat mir Allah etwas versprochen und mein Gebet erhört, und als ich darauf gegen ihn betete, so wurde mir verkündet, dass er innerhalb von sechs Jahren sterben wird. Das ist ein Zei- chen für jene, die nach der wahren Religion suchen.“
So geschah es auch und er starb einen qualvollen Tod.
Der hervorragende Charakter und die Persönlichkeit des Heiligen Prophetensaw für die Welt.
Der Verheißene Messiasas hat uns beigebracht, solche dreisten Men- schen aufzuklären. Man muss zu ihnen über die schönen Charakter- züge des Prophetensaw sprechen, und der Welt die schönen und glanz- vollen Seiten des Prophetensaw zeigen, die ihnen verborgen sind. Betet zu Allah, Er möge diese Menschen von diesen Dingen abhalten. Oder Er möge sie Selbst ergreifen. Gott hat Seine eigene Art zu ergreifen. Er weiß am besten, wen Er wie zu ergreifen hat.
In der Zeit des Zweiten Kalifen wurde ein schamloses Buch mit dem Titel „Rangila Rasul“ verfasst. Eine Zeitschrift namens „Wartmaan“ veröffentlichte einen schamlosen Artikel, was großen Aufruhr unter den Muslimen von Indien auslöste. Überall herrschte große Aufruhr unter den Muslimen und sie zeigten eine sehr starke Reaktion.
Darauf sprach der zweite Kalif die Muslime mit folgenden Worten an:
„O Brüder, ich sage nochmals mit einem schmerzvollen Herzen,
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nicht derjenige ist mutig, der auf der Stelle zu kämpfen beginnt; er ist feige, weil er im Kampf gegen sein Ego unterlegen ist. (Das stimmt mit einem Hadith4 überein, wo es heißt, dass derjenige mutig ist, der seinen Zorn beherrscht). Mutig ist derjenige, der sich dauerhaft ein Ziel setzt, und nicht ermüdet, bis er dieses Ziel erreicht hat.“
Der zweite Kalif sagte:
„Für den Fortscqhritt des Islam müsst ihr drei Dinge verspre- chen. Erstens, dass ihr gottesfürchtig sein werdet und nicht acht- los an der Religion vorübergeht. Ihr müsst zunächst euer eigenes Tun verbessern. Zweitens müsst ihr echtes Interesse daran zei- gen, die Botschaft des Islam zu verkünden, damit jeder die Lehre des Islam kennen lernt, jeder von den Vorzügen, großartigen Ei- genschaften und dem beispielhaften Leben des Prophetensaw er- fährt. Drittens müsst ihr euch darum bemühen, die Muslime aus der kulturellen und wirtschaftlichen Sklaverei herauszuführen.“ (Anwarul-Ulum, Vol. 9,Seite 555-556)
Nunmehr hat jeder einfache Muslim, jeder Führer, sie alle haben eine Aufgabe. Diese muslimischen Länder, die sozusagen frei sind, sind aber kulturell und politisch immer noch Sklaven. Sie sind von den westlichen Nationen abhängig und wollen sie nachahmen. Sie tun nichts selbst, sondern sind meistens auf sie angewiesen. Deshalb kön- nen diese es sich leisten, von Zeit zu Zeit mit den Emotionen der Mus- lime zu spielen. Der zweite Kalif sorgte auch dafür, dass Versamm- lungen über den Heiligen Propheten Muhammadsaw durchgeführt wurden. Das ist eine Art zu protestieren, statt Zerstörung anzurichten und Unruhe zu stiften. Die Worte, mit denen er die Muslime ganz all- gemein ansprach, sind zuallererst an die Ahmadis gerichtet.
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4 Ausspruch des Heiligen Propheten Muhammadsaw (Anm. d. Ü.).
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In diesen Ländern dringen manche falsche Traditionen unmerklich in manche unserer Familien ein. Ich sage den Ahmadis, ihr seid ange- sprochen. Die guten Dinge in dieser Kultur müssen wir uns aneignen, aber die negativen Seiten müssen wir meiden. Unsere Reaktion sollte also darin liegen, dass wir uns nicht zu Krawallen hinreißen lassen, sondern wir müssen unsere Aufmerksamkeit auf die Überprüfung unserer eigenen Person richten, wir müssen schauen, wie sehen un- sere Handlungen aus, wie gottesfürchtig sind wir, wie weit sind wir hinsichtlich Seiner Anbetung, hinsichtlich der Ausführung religiöser Gebote aufmerksam, und hinsichtlich der Verkündung der Botschaft Gottes.
In der Zeit des vierten Kalifen hatte Rushdie ein äußerst schmähliches Buch geschrieben. Damals hatte der vierte Kalif einige Ansprachen darüber gehalten und ließ auch ein Buch publizieren. Wie ich schon andeutete, solche Dinge kommen immer wieder hoch. Anfang letzten Jahres gab es auch eine derartige Veröffentlichung über den Prophe- tensaw in einer Zeitung. Auch damals hatte ich die Gemeinde und die Unterorganisationen darauf hingewiesen, dass sie Artikel und Briefe schreiben sollten und ihre Kontakte ausbauen sollten. Sie sollten die Vorzüge und Schönheiten des Prophetensaw erklären.
Also, es geht darum, dass man die schönen Seiten der Persönlich- keit des Heiligen Prophetensaw der Welt präsentiert. Zerstörung von Eigentum bringt keinen Nutzen. Wenn Ahmadis aus allen Schichten auch andere gebildete Muslime mit ins Boot holen und sie bitten, es ihnen gleichzutun und eine friedliche Reaktion zu zeigen, Kontakte zu knüpfen und Briefe und Artikel zu schreiben, dann wird in jedem Land für alle gesellschaftliche Gruppierungen die Angelegenheit voll- ständig klar werden. Wer dann trotzdem nicht aufhört (mit Beleidi- gungen wie hier), dessen Fall ist dann Gott überlassen.
Gott hat den Heiligen Prophetensaw als eine Barmherzigkeit für die
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Der Islam und die Freiheit des Gewissens Welten entsandt. Wie Gott Selbst sagt:
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„Wir haben dich nur gesandt als eine Barmherzigkeit für die Welten.“ (Al-Anbia; 21:108)
Eine Persönlichkeit, die in ihrer Barmherzigkeit größer sein könnte als der Prophetsaw, hat es nie gegeben, noch wird sie es jemals geben. Jedoch muss sich jeder Muslim bemühen, dem schönen Beispiel des Propheten nachzueifern, das für alle Ewigkeit erhalten ist. Auch hier- zu tragen wir Ahmadis die größte Verantwortung. Kurzum, der Hei- lige Prophetsaw war eine Barmherzigkeit für die Welten, doch diese Leute versuchen ein sehr schreckliches Bild vom Propheten zu zeich- nen. Wir müssen der Welt mitteilen, dass der Prophetsaw ein Vorbild an Liebe, Güte und Barmherzigkeit war. Natürlich müssen dazu die Muslime auch ihr eigenes Verhalten ändern. Was den Prophetensaw an- belangt, so war er seinerseits stets bemüht, einen Krieg zu vermeiden, geschweige denn Terrorismus zu befürworten. Die Kriege wurden ihm damals aufgezwungen. Mit Erlaubnis Allahs hat der Prophetsaw zur Selbstverteidigung zu den Waffen greifen müssen. Dennoch wur- de den Muslimen Folgendes befohlen:

„O Muslime, bekämpft auf Allahs Weg die, die euch bekämpfen, aber überschreitet nicht das Maß. Allah liebt nicht die Übertre- ter.“ (Al-Baqarah; 2:190)
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Der Heilige Prophetsaw hat sich am genauesten an das Gesetz gehal- ten, das Gott ihm gegeben hatte. Deshalb ist es äußerst grausam, sol- che unangemessenen Gedanken über den Prophetensaw zu verbreiten. Aber anscheinend haben sie sich dafür entschuldigt und unser Imam (in Dänemark) hat dies auch bestätigt.
Die Reaktion der Ahmadiyya Muslim Jamaat auf die Veröffentli- chung der Karikaturen
Andere Muslime zeigen ja ihre Empörung dadurch, dass sie Demons- trationen durchführen und Krawalle veranstalten. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat hat kurz nach diesem Vorfall eine angemessene Reak- tion gezeigt. Ahmadis haben nämlich sofort mit der entsprechenden Zeitung Kontakt aufgenommen.
Man muss sich auch fragen, warum heute Demonstrationen durch- geführt werden, die Karikaturen sind ja im letzten Jahr im September veröffentlicht worden. Was haben wir damals getan? Als das passier- te (Anfang Oktober), hat unser dortiger Imam sofort einen Artikel verfasst und an die Zeitung geschickt, in der die Karikaturen zum ersten Mal veröffentlicht worden waren, und gegen die Veröffentli- chung dieser Bilder protestiert. Er hat auf die Lehre des Verheißenen Messiasas hingewiesen, dass wir auf diese Art protestieren, dass wir zwar keine Protestmärsche durchführen, aber wir suchen eine Ausei- nandersetzung mit geistigen Mitteln – oder fechten einen Kampf mit der Feder aus. Wir sind sehr betrübt über die Veröffentlichung dieser Bilder. Ferner schrieb er, dass wir die Gewissensfreiheit akzeptieren, aber das heißt nicht, dass man die Gefühle anderer verletzt. Der Arti- kel fand eine sehr positive Resonanz. Ein Artikel, der an die Zeitung geschickt wurde, wurde auch publiziert. Auch seitens der dänischen Bevölkerung gab es eine sehr gute Reaktion, so dass wir in unserer Moschee in Dänemark Anrufe und Briefe in dieser Richtung erhielten.
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Dann hat ihn der Präsident des Journalistenverbands eingeladen. Bei diesem Treffen hat er ebenfalls unseren Standpunkt erläutert, dass das hiesige Gesetz die Gewissensfreiheit garantiere, aber das heiße nicht, dass man die heiligen und religiösen Persönlichkeiten beleidigen dür- fe. In dieser Gesellschaft lebten Muslime und Christen zusammen, und es sei wichtig, dass auf ihre Gefühle Rücksicht genommen werde. Sonst könne kein Frieden garantiert werden.
Im Verlauf dieser Zusammenkunft hat der Imam auch die Gelegenheit gehabt, ihnen zu erklären, wie schön die Lehre des Heiligen Prophe- tensaw ist. Wie schön sein Leben war und welche höheren moralischen Eigenschaften er besaß, wie gütig und barmherzig er zu seinen Mit- menschen war – in einem Satz, er war die Verkörperung von Barmher- zigkeit und Güte. Er schilderte den Journalisten einige Begebenheiten aus dem Leben des Prophetensaw und fragte sie, ob es richtig sei, dass man einen Menschen, der ein so schönes Leben geführt hat, durch derartige Schmähbilder verunglimpft. Dieser Vortrag wurde sehr be- grüßt und gutgeheißen. Ein Karikaturist gab unumwunden zu, wenn er vorher die Gelegenheit gehabt hätte, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen, so hätte er solche Bilder nie gezeichnet; nunmehr habe er erfahren, wie die wahre Lehre des Islam sei. Alle waren damit ein- verstanden, dass der Dialog fortgesetzt werden sollte.
Auch der Präsident des Verbands selbst hat eine Presseerklärung he- rausgegeben, die öffentlich verlesen wurde; ein Interview mit einem Fernsehsender war auch sehr gut gewesen. Er traf auch mit einem Minister zusammen. Kurzum, die Jamaat bemüht sich. Auch in an- deren Ländern haben sich die Jamaats entsprechend eingesetzt. Wo Voraussetzungen dafür bestanden, hat sich die Jamaat besonders an- gestrengt.
Auslöser für diese Karikaturen war ein Buch eines dänischen Autors mit dem Titel „Das Leben des Propheten und der Koran“. Dieses Buch ist
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bereits auf dem Markt. Der Autor bat einige Zeichner, Bilder des Hei- ligen Prophetensaw zu zeichnen. Diese wurden von einigen gezeichnet, aber ihre Namen offenbarten sie nicht, weil sie Reaktionen seitens der Muslime befürchteten. Dieses Buch ist also die Ursache auch für jene Bilder, die später in der Zeitung gedruckt wurden. Man darf daher in dieser Beziehung mit der Arbeit nicht nachlassen, man sollte die Medien im Auge behalten und wenn irgendwo Einwände gegen den Islam erhoben werden, sollte man diese entkräften und beantworten. In Dänemark wird auch gesagt, dass einige Muslime solche Bilder gezeigt haben, die sie gar nicht gezeichnet hätten, um die Muslime andernorts zu provozieren. Wir wissen nicht, inwiefern das der Wahr- heit entspricht, aber nachdem wir in dieser Angelegenheit sofort re- agiert haben, hat es bei ihnen das Bewusstsein geschärft. Wir waren ja bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung dieser Bilder aktiv geworden.
Wie bereits gesagt, es ist notwendig, dass die herausragenden Cha- raktereigenschaften des Heiligen Prophetensaw herausgestrichen wer- den. Insbesondere die Vorstellung, der Islam sei eine Religion fanati- scher Krieger, müssen wir durch Argumente widerlegen. Sie sollten verstärkt an die Zeitungen schreiben. Man kann den Autoren und Medienvertretern Bücher über das Leben des Prophetensaw schicken.
Die Ahmadi-Jugendlichen sollten in den Journalismus gehen
Für die Zukunft gibt es auch den Vorschlag, und die Jamaat sollte diesbezüglich Planungen machen, dass möglichst viele Jugendliche, die Interesse haben, den Beruf des Journalisten ergreifen sollten. Da- durch werden wir mit den Redakteuren und Zeitungsmachern in en- gem Kontakt bleiben. Aktionen wie die Karikaturen gibt es immer mal wieder. Wenn umfangreiche Kontakte mit den Medien bestehen, kön-
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nen diese Dinge, solcherlei unsinnige Aktionen, im Vorfeld gestoppt werden. Wenn dennoch auf solchem Verhalten beharrt wird, dann ge- hören solche Leute zu denen, die von Gott sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits mit einem Fluch belegt werden. Im Koran lesen wir:

„Wahrlich, diejenigen, die Gott und Seinen Gesandten zu be- leidigen suchen, Allah hat sie in dieser Welt und im Jenseits verflucht und ihnen eine schmähliche Strafe bereitet.“ (Sura Al- Ahzab; 33:58)
Dieser Beschluss Gottes ist noch immer wirkungsvoll. Unser Pro- phetsaw ist ein lebendiger Prophet. Seine Lehre wird immer lebendig bleiben. Sein Gesetz ist das Gesetz, das die Probleme jedes Zeitalters lösen kann. Wenn man ihm folgt, kann man die Nähe Gottes erlangen. Dieser Vers gilt auch heute noch, wenn auf irgendeine Weise denjeni- gen, die an ihn glauben, großer Kummer bereitet wird. Allah ist leben- dig und Er sieht, was sie tun.
Unsere Pflicht ist es, die Welt aufzuklären. Wir müssen klar machen, dass Gott die Kraft hat, euch für das Leid, das ihr uns zufügt, bereits in dieser Welt zu bestrafen. Deshalb sollen sie aufhören, Gott und Sei- nen Prophetensaw zu verspotten. Aber während wir einerseits über die Lehre des Islam und das schöne Beispiel des Prophetensaw informieren müssen, müssen wir andererseits auch unsere eigene Verhaltsweise verbessern. Unsere Taten werden die Kritiker zum Schweigen brin- gen, und gute Taten sind das Beste, um die Kritiker verstummen zu lassen.
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Ich hatte zum Beispiel berichtet, dass dort einem muslimischen Ge- lehrten Doppelmoral vorgeworfen wird. Er würde in Dänemark et- was ganz anders sagen als in den muslimischen Ländern, dort würde er die Leute provozieren. Vielleicht habe ich diesen Bericht nicht vor- gelesen. – Was uns anbelangt, so müssen wir unsere Taten sprechen lassen, indem wir dafür sorgen, dass unsere Taten unseren Worten entsprechen, zwischen Wort und Tat soll kein Widerspruch bestehen.
Flaggen-Verbrennen und Zerstörung wird nicht die Anerkennung für den Heiligen Prophetensaw fördern
Den Muslimen, ob sie Ahmadis sind oder nicht, ob sie Sunniten, Schi- ieten sind oder einer anderen Richtung angehören, möchte ich ans Herz legen, dass sie bei solchen Angriffen gegen die Heilige Persön- lichkeit des Heiligen Prophetensaw keinen zeitweiligen Eifer an den Tag legen dürfen. Statt Fahnen zu verbrennen, Krawalle zu veranstalten und Botschaften zu stürmen, sollten sie vielmehr ihre eigenen Taten verbessern. Damit den anderen keine Gelegenheit gegeben wird, mit dem Finger auf die Muslime zu zeigen. Meinen Sie etwa, dass dem hohen Rang des Prophetensaw dadurch Gerechtigkeit getan wird, dass man Fahnen oder Gegenstände in einer Botschaft anzündet? Nein, wir glauben an einen Propheten, der gekommen war, um das Feuer zu löschen, er war ein Botschafter der Liebe und ein Prinz des Friedens.
Statt Gewalt, lieber aufklären
Möge Allah den Muslimen Verstand und Weisheit schenken. Aber zu den Ahmadis sage ich, wir wissen nicht, ob die anderen je Vernunft annehmen werden. Aber jeder Einzelne von ihnen, ob jung oder alt, Mann oder Frau, sollte als Reaktion auf diese Karikaturen der Schar
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jener Leute beitreten, die ein Feuer anzünden, das niemals gelöscht wird, es soll kein Feuer sein, das die Fahne oder die Güter eines Lan- des verbrennt, das in ein paar Minuten oder Stunden gelöscht werden kann: Wir sehen, dass Leute voller Eifer (auf einem Bild aus Pakistan) dabei sind, Feuer zu legen, als ob sie etwas großartiges vollbringen. Dieses Feuer wird in fünf Minuten gelöscht. Wir müssen aber ein Feu- er anzünden, das niemals verlöscht. Das ist das Feuer der Liebe zum Prophetensaw. Damit sollen wir in jeder Hinsicht seinem Vorbild nach- eifern. Ein Feuer, das, sobald es in ihrem Herz und ihrer Brust ange- zündet ist, niemals aufhört zu brennen. Dieses Feuer soll sich auch in Gebete verwandeln, seine Flammen sollen bis zum Himmel reichen.
Wandelt euren Hass in Gebete und sendet Segnungen auf den Heiligen Prophetensaw
Dieses Feuer müssen alle Ahmadis in ihrem Herzen anzünden. Sie müssen ihren Kummer in Gebete verwandeln. Dadurch wird der Pro- phetsaw zu einem Vermittler werden. Damit unsere Gebete angenom- men werden, damit wir die Liebe Allahs anziehen, damit wir die un- sinnigen Dinge der Welt vermeiden, damit wir vor solchem Übel, das immer wieder aufkommt, bewahrt werden, damit wir die Liebe des Prophetensaw immer im Herzen erhalten, damit wir sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits Glück finden, müssen wir sehr viel Segens- gebete für den Prophetensaw sprechen. In dieser Zeit der Prüfungen ist es erforderlich, um von der Liebe des Prophetensaw durchtränkt zu sein, unsere kommenden Generationen im Islam und in der Ahmadi- yyat zu erhalten, muss jeder Ahmadi das folgende Gebot Allahs strikt einhalten:
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„Allah sendet Segnungen auf den Propheten und Seine Engel (beten für ihn): O die ihr glaubt, betet (auch) ihr für ihn und wünschet ihm Frieden mit aller Ehrerbietung.“ (Sura Al-Ahzab;
33 :57)5
Die Gefühle anderer Menschen zu verletzen, ist weder demokra- tisch noch ist das Meinungsfreiheit.
Seine Heiligkeit warnte den Westen vor den Gefahren, die sich dar- aus ergeben, wenn mit den Gefühlen Anderer gespielt wird, und er- wähnte, dass solch ein Verhalten den Zorn Gottes entfachen könnte. Er sagte:
„Wir sollten der Welt vermitteln, dass Meinungsfreiheit nicht das Be- leidigen und das Verspotten von Heiligen Personen der verschiede- nen Religionen impliziert – auf welche Weise dies auch immer gesche- hen mag. Während einerseits der Anspruch erhoben wird, Meister der Demokratie und der Gewissensfreiheit zu sein, wird andererseits mit den Gefühlen anderer gespielt – wiewohl dieses Verhalten weder von Demokratie noch von Gewissensfreiheit zeugt. Zweifelsohne gibt es für alles gewisse Grenzen, ebenso wie auch für jeden Aspekt des Le- bens ein Verhaltenskodex existiert. Demzufolge unterliegt auch der Journalismus wie alle anderen Berufsfelder einem gewissen Verhal- teskodex. Dies gilt auch für die verschiedensten Staatsformen, denn
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5 Aus der Freitagsansprache vom 10. Februar 2006, gehalten in der Bait-ul-Futuh Moschee zu London.
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auch diese haben ihre Regeln und Gesetze. Meinungsfreiheit ist kei- neswegs ein Freischein dafür, dass mit den Gefühlen anderer gespielt wird und diese verletzt werden. Und wenn dies [d. h. die Veröffent- lichung der Karikaturen des Heiligen Propheten Muhammadsaw] als Fortschritt gelten soll, und über diese vermeintliche Freiheit auch Stolz empfunden wird, so sei klargestellt, dass es sich hierbei um jene Form von Freiheit handelt, die nicht zum Fortschritt, sondern zum Verfall führt.
Wiederkehrende Beschimpfungen des Heiligen Prophetensaw wer- den den Zorn Gottes entfachen
Unter der Fahne der Freiheit entfernt sich der Westen zusehends von der Religion und zerstört dabei in sämtlichen Bereichen die morali- schen Werte. Dabei ist ihm nicht gewahr, wie er seinen eigenen Ver- fall selbst heraufbeschwört. Kürzlich hat ein Minister aus Italien ei- nen neuen Einfall an die Öffentlichkeit herangetragen, indem er diese entehrenden und schändlichen Karikaturen auf T-Shirts drucken ließ und diese nicht nur selbst anzog, sondern auch andere dazu auffor- derte, es ihm nachzutun. Es heißt, dass diese T-Shirts dort auch ver- kauft werden, wobei gleichzeitig gesagt wird, dass dies der richtige Weg sei, um den Muslimen einen Denkzettel zu erteilen. Wir besitzen zwar keine Kenntnis darüber, ob durch diese Art und Weise die Mus- lime tatsächlich zurechtgewiesen werden können, aber diese Men- schen sollten wissen, dass sie durch ihr Verhalten sicherlich Gottes Zorn herausfordern. Es ist eine Sache, wenn einem aus Versehen eine Dummheit unterläuft, aber eine andere, wenn daran voller Überzeu- gung festgehalten wird und betont wird, dass das, was man getan hat, rechtens sei – denn dies erregt in der Tat Gottes Zorn.
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Wie Ahmadis unter solchen Umständen reagieren sollten
Wie ich bereits zuvor schon ausführte, sei es den anderen Muslimen selbst überlassen, wie sie hierauf reagieren; doch die Antwort von uns Ahmadi-Muslimen sollte darin bestehen, dass wir sie aufklären und ihnen Gottesfurcht nahe legen. Und wie ich ebenfalls bereits schon zu- vor ausgeführt hatte, sollten Sie der Welt die Großartigkeit des Heili- gen Prophetensaw verdeutlichen. Dabei sollten Sie sich an Gott wenden und nach Seiner Hilfe streben.
Diese Menschen [die Verfechter der Karikaturen] ziehen den Zorn Gottes auf sich und der Eine Gott, Der ein eigenes Ehrgefühl sowie ein Ehrgefühl für seine Geliebten besitzt, besitzt durchaus die Kraft, Seinen Zorn zu manifestieren. Er ist allmächtig und Seine Macht un- terliegt nicht den weltlichen Gesetzen der Menschen. Alles untersteht Seiner Macht und Seinem Willen; und weder kann der Verstand des Menschen das Ausmaß Seiner Strafe erfassen noch kann jemand die- ser entkommen, wenn Gottes Zorn einmal in Wallung gekommen ist. Ahmadi-Muslime sollten angesichts des Verhaltens mancher Men- schen aus dem Westen bzw. mancher westlicher Staaten sich noch mehr Gott zuwenden. Gottes Messiasas hatte sowohl Europa als auch Amerika gewarnt. Diese Erdbeben, Stürme und Katastrophen, die die Welt heimsuchen, beschränken sich nicht nur auf Asien. Auch Ameri- ka hat bereits von diesen Katastrophen kosten können. Und Europa, auch du bist nicht sicher, so werde gottesfürchtig und fordere nicht das Ehrgefühl Gottes heraus! Gleichzeitig möchte ich auch die musli- mischen Länder bzw. jene, die sich Muslime nennen, ansprechen. Sie sollten ihr Verhalten ändern und ein solches Verhalten annehmen, das der Welt die Großartigkeit des Heiligen Prophetensaw und seinen ho- hen Rang vor Augen führt. Denn dies würde dann tatsächlich dem
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entsprechen, wie sich ein wahrhaftiger Gläubiger zu verhalten hat.6
Bewundernswerte Lehren des Islam im Hinblick auf die gute Be- handlung von Nicht-Muslimen
Hinsichtlich der hervorragenden Lehre über die Behandlung von Nicht-Muslimen und der Rede- sowie Meinungsfreiheit sagte Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmadaba:
„Der Heilige Koran führt wiederholt die schönen Lehren des Islam bezüglich des guten Verhaltens Nicht-Muslimen gegenüber an – die Sicherstellung ihrer Rechte, Fairness und Gerechtigkeit, ihre Religi- onsfreiheit, keinen Zwang in Glaubensdingen usw. Es existieren vie- le solcher Anweisungen in Bezug auf Muslime und Nicht-Muslime. Gewiss, das Kämpfen ist in gewissen Situationen ebenfalls erlaubt. Es ist lediglich dann gestattet, wenn der Feind (den Kampf) eröffnet, ein Bündnis gebrochen hat, auf grausame Weise ungerecht oder un- terdrückend ist. Sogar unter diesen Bedingungen hat keine Gruppie- rung oder Partei eines Landes das Recht, eigeninitiativ zu handeln, vielmehr obliegt es der Regierung, zu entscheiden, was zu tun und wie der Unterdrückung entgegenzutreten ist. Es ist nicht die Aufgabe auch nur irgendeiner Dschihad-Organisation, sich zu erheben und die Initiative zu ergreifen.
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6 Aus der Freitagsansprache vom 10. Februar 2006, gehalten in der Bait-ul-Futuh Moschee zu London.
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Beispielhaftes Verhalten des Heiligen Prophetensaw verglichen mit den Ausschweifungen und der Tyrannei der Ungläubigen in Mek- ka und den Feinden des Islam
Zur Zeit des Heiligen Prophetensaw wurden spezielle Kriegssituatio- nen geschaffen, die den Muslimen keine andere Wahl ließen, als sich zu verteidigen. Allerdings, wie ich bereits erwähnte, haben die heu- tigen Dschihad-Organisationen durch ihre aggressiven Parolen und Handlungen, bar jeder berechtigten Gründe und ohne rechtmäßige Befugnis, anderen die Möglichkeit und den Mut gegeben, die Dreis- tigkeit und Schamlosigkeit für unsinnige Angriffe auf die heilige Person des Prophetensaw zu besitzen und damit fortzufahren. Wohin- gegen der Heilige Prophetsaw die Personifikation von Mitgefühl war; ein Wohltäter der Menschheit und großartiger Verfechter der Men- schenrechte, der niemals eine Gelegenheit versäumt hat, den Feind selbst inmitten einer Schlacht zu begünstigen. Jeder Schritt in seinem Leben, jede seiner Taten, eigentlich jeder Moment in seinem Leben ist ein Zeugnis für die Tatsache, dass er die Verkörperung von Mitgefühl war, mit einem Herzen, das jedes andere darin übertrifft, den Anfor- derungen des Mitgefühls und der Güte gerecht zu werden. Er han- delte danach in Zeiten des Friedens, des Krieges, zuhause, außerhalb seines Heimes, in seinem Alltag und bei der Einhaltung von Verträgen mit Menschen anderer Religionen. Er legte einen hohen Maßstab für die Gewissens- und Religionsfreiheit und die Toleranz an. Als er Mek- ka als großer Eroberer betrat, zeigte er sich den besiegten Menschen gnädig und gewährte ihnen zudem vollkommene Religionsfreiheit. Dadurch statuierte er ein ausgezeichnetes Exempel für die Koranische Anweisung:
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Es soll kein Zwang sein im Glauben. (Sura Al-Baqarah; 2:257)
Die Religion ist eine persönliche Herzens- und Seelenangelegenheit. Er ersehnte lediglich, dass sie die wahre Religion annehmen, um so- wohl im Diesseits als auch im Jenseits ein besseres Leben führen zu können, und um zu versuchen, Vergebung für sich selbst zu erlan- gen. Doch gab es keinen Zwang. Sein Leben ist gefüllt von ähnlichen aufschlussreichen Beispielen der Toleranz und Religions- und Gewis- sensfreiheit, von denen ich nun einige anführen werde.
Die Mühsal und die Qual der Zeit 13 Jahre nach dem Anspruch auf Prophetenschaft in Mekka ist jedem bekannt. Der Prophetsaw und sei- ne Anhänger duldeten großes Leid und unvorstellbare Pein. Sie wur- den auf glühenden Sand während der Mittagszeit gelegt, und man legte heiße Steine auf ihre Brust. Sie wurden ausgepeitscht. Frauen wurden getötet, indem man ihre Beine auseinanderriss. Sie wurden gepeinigt. Selbst dem Heiligen Prophetensaw wurden eine Reihe von Folterungen zugefügt. Zeitweise wurden die Innereien eines Kamels auf seinen Rücken gelegt, als er sich zum Gebet niederwarf, was es ihm unmöglich machte, sich aufzurichten. Während seiner Reise nach Ta’if bewarfen Kinder ihn mit Steinen und beschimpften ihn. Ihre Oberhäupter stachelten sie immerzu an. Seine Kopfverletzungen blu- teten so stark, dass seine Schuhe mit Blut gefüllt waren. Dann gibt es noch die Begebenheit von She’b Abi Talib, als er, seine Familie und seine Gefolgschaft mehrere Jahre belagert wurden. Sie hatten weder zu essen noch zu trinken, sodass Kinder verhungern mussten. Ein Ge- fährte spürte eines Nachts etwas Weiches unter seinen Füßen, das er aufhob und in den Mund steckte, im Glauben, es sei etwas Essbares.
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Von solch einem verzweifelten Ausmaß war ihr Hunger. Letztendlich trieben diese Umstände zur Migration nach Medina; die Gegner lie- ßen ihn nicht einmal dann in Ruhe und drangen in die Stadt ein. Sie versuchten, die Juden Medinas gegen ihn aufzuhetzen. Wenn unter diesen von mir soeben beschriebenen Umständen Krieg ausbricht und die zuvor Unterdrückten die Möglichkeit zur Vergeltung bekommen, so versuchen sie für gewöhnlich, Unterdrückung mit Unterdrückung zu erwidern. Einem Sprichwort zufolge ist im Krieg alles erlaubt. Trotz dessen entwickelte unser Prophetsaw selbst in solchen Situatio- nen hohe Maßstäbe des Mitgefühls und der Gnade. Es war nur eine kurze Zeit vergangen, als die Muslime die unnachgiebige Verfolgung hinter sich gelassen hatten; die Erinnerungen waren noch frisch; der Heilige Prophetsaw schenkte dem Schmerz seiner Anhänger mehr Auf- merksamkeit als seinem eigenen, dennoch verstieß er nicht gegen die islamischen Regeln und Anordnungen. Er handelte nicht wider seine innewohnende, hohe Ethik, auf die seine Lehren basierten. Ihnen ist vielleicht das Ausmaß mancher westlicher Länder aufgefallen, mit denen diese heutzutage gegen andere Länder vorgehen, sie bekrie- gen – und stellen Sie dem nun das gesegnete Vorbild des Prophetensaw entgegen. Diesbezüglich gibt es folgende historische Überlieferung:
Während der Schlacht von Badr hatten die Muslime ihr Lager an ei- nem ungünstigen Ort aufgeschlagen. Hubab bin Mundhar erkundigte sich beim Heiligen Prophetensaw, ob der Ort für das Lager auf göttli- ches Geheiß gewählt wurde oder aus einem strategischen Grund. Der Heilige Prophetsaw entgegnete, dass er ihn wegen seiner Ansicht aus- gewählt hatte, es sei strategisch gesehen ein guter Platz. Es wurde ihm mitgeteilt, dass der Ort nicht sehr günstig sei. Sie sollten den Wasser- brunnen ansteuern, die Kontrolle übernehmen und diesen als Wasser- quelle nutzen. So hätten sie Zugang zum Wasser und der Feind nicht.
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Der Heilige Prophetsaw nahm diesen Ratschlag an und so zogen sie weiter zu besagtem Ort und lagerten dort. Nach einer kurzen Weile kamen ein paar Leute der Quraish (die mekkanischen Feinde, Anm. d. Ü.), um Wasser zu schöpfen, während die Gefährten des Propheten versuchten, sie vom Wasser fernzuhalten. Der Heilige Prophetsaw hielt seine Gefährten zurück mit den Worten, „Lasst sie Wasser schöpfen“. (As-Siratun-Nabawiyyah libne Hasham; Bd. 2, S. 284; Ghazwatu Badril- Kubra; Mashwaratul Hubab Alar-Rasul Sallallahu alaihi wasallam)
Sogar gegenüber den Feinden, die muslimischen Kindern vor nicht allzu langer Zeit sogar den Zugang zu Essen und Trinken verwehrt hatten, besaß der Heilige Prophetsaw ein hohes Maß an Langmut. All das abtuend, verweigerte er den feindlichen Soldaten nicht das Was- ser, obwohl es unter seiner Kontrolle war, da dies seinem Moralver- ständnis vollständig widersprochen hätte. Der größte Einwand, der gegen den Islam erhoben wird, ist der, dass er „mit dem Schwert verbreitet“ worden sei. Die Leute, die wegen des Wassers gekommen waren, hätte man nötigen können, für den Wasserzugang die Bedin- gungen anzuerkennen. Die Götzendiener führten viele Schlachten auf diese Weise. Dennoch war es nicht das, was der Heilige Prophetsaw tat. Man könnte einwenden, dass dieser Schritt dazu diente, die Gunst der Feinde zu erlangen und Krieg zu vermeiden, da die Muslime in einer schwachen Position waren. Allerdings ist dem nicht so. Die blut- rünstigen Tendenzen der mekkanischen Götzendiener den Muslimen gegenüber waren allgemein bekannt, weshalb niemand auch nur an- satzweise vergebliche Hoffnungen hegen konnte. Es steht außer Fra-
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ge, dass der Heilige Prophetsaw sich solche Illusionen machte. Er han- delte so, weil er die Personifikation von Mitgefühl und Güte war und so die menschlichen Werte aufrecht erhielt; weil in der Tat er es war, der diese Werte zu schätzen lehrte.
Das einzigartige vom Heiligen Prophetensaw gesetzte Niveau an Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit
Es gibt die Begebenheit von einem Feind des Islam, der zum Tode verurteilt wurde. Er wurde nicht nur vom Heiligen Prophetensaw be- gnadigt, sondern ihm wurde außerdem die Freiheit gewährt, seine ei- gene Religion auch unter den Muslimen weiter zu praktizieren. Seine Geschichte:
Ikramah, Sohn des Abu Jahl, bekriegte den Heiligen Prophetensaw sein ganzes Leben lang. Zu Zeiten des Sieges über Mekka, und trotz der Amnestie-Erklärung, attackierte er einige Truppen und verschuldete ein Blutvergießen in der Ka’bah. Für seine Kriegsverbrechen wurde er zum Tode verurteilt. Da sich seit dieser Zeit, nach dem Sieg über Mekka, niemand gegen die Muslime behaupten konnte, floh er Rich- tung Yemen, um sein Leben zu retten. Seine Frau erbat beim Heiligen Prophetensaw Vergebung für ihn, der dies in seiner Güte auch tat. So folgte sie ihrem Ehemann, um ihn zurückzuholen. Ikramah konnte es nicht glauben, dass er begnadigt wurde, obwohl er soviel Grausam- keit veranlasst, so viele Muslime getötet und bis zum letzten Moment bekämpft hatte. Wie konnte ihm vergeben werden? Seine Ehefrau schaffte es dennoch, ihn zu überzeugen und brachte ihn zurück. Als Ikramah in die Gegenwart des Heiligen Propheten trat, wollte er eine Bestätigung für seine Milde. Bei seiner Ankunft machte der Heilige Prophetsaw eine erstaunliche Geste von Wohlwollen und erhob sich als
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Zeichen seines Respekts für ihn in seiner Funktion als der Anführer des Feindes. Auf seine Nachfrage bestätigte der Heilige Prophetsaw Ikramah, dass er ihn begnadigt habe. (Mu’atta Imam Malik; Kitabun- Nikah; Nikahul Mushriki Idha Aslamat zaujatuhu qablahu)
Ikramah fragte nach, ob seine Begnadigung auch galt, wenn er bestän- dig an seinem Glauben festhielte? Würde ihm auch vergeben werden, wenn er den Islam nicht annahm und an seiner götzendienerischen Einstellung festhielte? Die Bejahung des Heiligen Propheten berührte Ikramah außerordentlich und er rief „Oh Muhammad! Zweifellos bist Du äußerst nachsichtig, mitfühlend und gütig zu Deinen Verwandten.“ An- gesichts dieses Wunders an höchster Zuvorkommenheit und Güte des Heiligen Propheten nahm Ikramah den Islam an. (As-Siratul-Halbiyy- ah; Bd. 3; S. 109; Babu Dhikri Maghaziyati Sallallahu alaihi wasalaam; Fathi Makkata Sharrafahallahu Ta’ala; Gedruckt in Beirut)
Dies ist die Art und Weise wie der Islam sich verbreitet hat; mit aus- gezeichneten Umgangsformen und Gewissens- und Religionsfreiheit. Der Akt der höchsten Zuvorkommenheit und die Freiheit der Religion hat eine Person wie Ikramah augenblicklich hingerissen. Der Heilige Prophetsaw gewährte sogar Gefangenen und Sklaven die Religionsfrei- heit, während er auch die Verkündung des Islam aufrechterhielt; dies in Erfüllung eines göttlichen Gebots, um die Lehren des Islam denen zu bringen, die sie nicht kannten. Die Absicht dahinter war, die Nähe zu Gott bei anderen gedeihen zulassen, und dies geschah durch die Sympathie für sie.
Es gibt hierzu ein Erlebnis eines Gefangenen:
Sa’id bin Abi Sa’id erzählt, er habe Hadhrat Abu Hurairara sagen hören, dass als der Heilige Prophetsaw eine Expedition nach Najad schickte, eine Person vom Stamm Banu Hanifa namens Thumamah bin Athal als ein Gefangener mitgebracht wurde. Die Gefährtenra des
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Propheten fesselten ihn an eine Säule der Moschee des Propheten. Der Heilige Prophetsaw kam zu ihm und fragte:
„Oh Thumamah, was ist deine Entschuldigung oder was glaubst du wird man mit dir machen?“ Er antwortete: „Ich habe eine positive Erwartung. Wenn du mich tötest, so hast du einen Mörder getötet. Wenn du Wohlwollen zeigst, so begünstigst du eine Person, die Güte wertschätzt. Wenn du Eigen- tum willst, so kannst du so viel haben, wie du möchtest.“
Seine Stammesgenossen konnten Lösegeld für ihn zahlen. Am nächs- ten Tag kam der Heilige Prophetsaw wieder vorbei und fragte Thuma- mah, was er wünsche. Er antwortete, dass er bereits am vorangegan- genen Tag gesagt habe, dass, wenn man ihm Begünstigung gewähren sollte, man in ihm eine Person finde, die Güte sehr wertschätze. Der Heilige Prophetsaw verließ ihn. Am dritten Tag fragte der Heilige Pro- phetsaw ihn:
„Oh Thumamah, was sind Deine Absichten?“ Er antwortete, dass er be- reits gesagt habe, was gesagt werden musste. Der Heilige Prophetsaw ordnete an, Thumamah freizulassen. Thumamah ging zu einem nahe- gelegenen Dattelgarten, badete dort, betrat noch einmal die Moschee, rezitierte die Shahadah und sprach. „O Muhammad, bei Gott, von der ganzen Welt lehnte ich Dein Gesicht am meisten ab, aber nun ist Dein Ge- sicht, das von mir meist geliebte. Bei Gott, ich lehnte Deinen Glauben am meisten ab, doch ist nun der von mir am meisten geliebte Glauben der, den Du brachtest. Bei Gott, ich lehnte Deine Stadt am meisten ab, doch nun ist sie die von mir am meisten geliebte Stadt. Deine Reiter hielten mich auf, obwohl ich die Umrah vollziehen wollte. Was sagst Du dazu?“ Der Heili- ge Prophetsaw gab ihm die frohe Botschaft, gratulierte ihm zu seiner Annahme des Islam und wies ihn an, die Umrah zu vollziehen mit den Worten, dass Allah sie annehmen würde. Als er Mekka erreichte, fragte ihn jemand, ob er zu den Sabäern übergetreten sei. Er antwor- tete: „Nein, ich habe den Glauben Muhammads angenommen, und bei Gott,
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nun soll euch nicht einmal ein Getreidekorn aus Yamamah beschert werden.“ (Sahih Bukhari; Kitabul-Maghazi; Babu Wafdi Bani Hanifah wa Hadithu Thumamah bin Athal)
In einer anderen Überlieferung heißt es, dass er entweder geschlagen wurde oder ein Versuch unternommen wurde, ihn zu schlagen, bei dem er gesagt haben soll, dass kein Getreide kommen würde und dies solange nicht, bis der Heilige Prophetsaw die Erlaubnis dazu gebe. Infolgedessen ging er zurück zu seinem Stamm und der Getreideex- port wurde gestoppt. Die Situation verschlechterte sich zunehmend. Schließlich stellte Abu Sufyan ein Gesuch an den Heiligen Propheten- saw, dass er etwas Mitleid für die Menschen zeigen solle, da sie verhun- gerten. Der Heilige Prophetsaw sagte nicht, dass er das Getreide nur bekomme, wenn er den Islam annehme. Vielmehr entsandte er un- verzüglich eine Botschaft an Thumamah, er solle das Handelsverbot aufheben, weil es grausam war. Die Jungen, die Alten, die Kranken brauchten Nahrungsmittel und sie sollten ihnen zugänglich gemacht werden. (As-Siratul-Nabawiyyah; Ibni Hasham asru Thumamatabni Atha- lil Hanafiyyi wa Islamuhu – Khurujuhu Ila Makkata wa Qissatuhu Ma’a Quraishin)
Wie wir sehen, wurde dem Gefangenen Thumamah nicht gesagt, dass er unter ihrer Kontrolle stünde und den Islam annehmen solle. Im Gegenteil, er wurde drei Tage lang gut behandelt, und dann wurden die höheren Maßstäbe guter Behandlung angewandt und er wurde freigelassen. Thumamah selbst hatte die Einsicht, sodass er sich so- fort nach seiner Freilassung dem Heiligen Prophetensaw unterwürfig zeigte, wohl wissend, dass er buchstäblich und in seiner spirituellen Fürsorge tatsächlich dem Heiligen Prophetensaw unterwürfig war.
Gleichermaßen nötigte der Heilige Prophetsaw einen jüdischen Sklaven nicht, das zu tun, was er wollte, nur weil er in seiner Befehlsgewalt war. Der Mann fühlte sich sehr krank und als der Heilige Prophetsaw
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sah, dass sein Leben in Gefahr war, sorgte er sich um sein gutes Ende. Es beunruhigte ihn, dass er von dieser Welt scheiden könnte, ohne die letzte Scharia von Gott angenommen und Gottes Vergebung erlangt zu haben. Er besuchte ihn an seinem Krankenbett und bat ihn sehr liebevoll, den Islam anzunehmen.
Hadhrat Anasra erzählt:
„Der Heilige Prophetsaw hatte einen jüdischen Sklaven, der sich sehr krank fühlte. Der Heilige Prophetsaw besuchte ihn und bat ihn, den Islam anzunehmen. In einer anderen Überlieferung heißt es, dass er [der Jude] zu seinen Ältesten schaute; Gleich- wohl, entweder mit ihrer Erlaubnis oder aus eigenem Antrieb, nahm er den Islam an.“ (Sahih Bukhari; Kitabul-Jana’iz; Babu Idha aslamassabiyyu famata; Hadith Nr. 1356)
Diese Zusage entstand mit großer Sicherheit aus der liebevollen und gütigen Behandlung, die dieser junge Mann in seinen Jahren als Sklave erfahren hatte; er musste begriffen haben, dass der Islam gewiss eine wahre Religion war und dass Erlösung darin lag, ihn anzunehmen. Er konnte sich niemals vorstellen, dass der Inbegriff von Zuneigung und Liebe, wie es der Heilige Prophetsaw war, jemals etwas Schlechtes für ihn wollte. Zweifellos war er wahrhaftig und rief andere nur zu dem auf, was für sie das Beste war und riet Ihnen nur das Beste. Das war die Freiheit, die er etabliert hatte, und es gibt kein (anderes) Vorbild in dieser Welt.
Der Heilige Prophetsaw bevorzugte die Gewissensfreiheit, die Re- ligionsfreiheit, und die Freiheit im Leben auch schon vor seinem Anspruch auf Prophetenschaft und er lehnte die Sklaverei ab. Als Hadhrat Khadijara ihm nach ihrer Heirat ihr ganzes Eigentum und die Sklaven übergab, sagte er zu ihr, dass wenn sie ihm alles gäbe, er da- rüber verfügen würde, wie es ihm beliebte. Sie antwortete, dass dies
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der Grund sei, warum sie ihm alles aushändigte. Er sagte, er würde allen Sklaven die Freiheit schenken. Sie antwortete, er solle mit dem Vermögen tun, was er wolle. Sobald sie ihm alles gegeben habe, habe sie keinen Einfluss mehr darauf und dass es dann sein Eigentum sei. Der Heilige Prophetsaw rief sofort nach allen Sklaven von Hadhrat Khadijara und sagte ihnen, dass sie von dem Tage an frei waren. Er verteilte außerdem einen großen Anteil des Vermögens unter die Ar- men und Bedürftigen.
Einer unter den von ihm befreiten Sklaven hieß Zaid. Er schien auf- geweckter und intelligenter als der Rest zu sein. Er erkannte richtig, dass wenn ihm die Freiheit gewährt werde, auch das Schandmal der Sklaverei verschwände, aber sein Wohlergehen lag darin, in der Ge- sellschaft des Heiligen Prophetensaw zu bleiben.
Aus diesem Grund sagte er: „Nun gut, Du hast mich befreit, jedoch werde ich nicht gehen; ich werde bei Dir bleiben als Dein Sklave.“
Er blieb beim Heiligen Prophetensaw und ihre gegenseitige Liebe und Zuneigung wuchs weiter. Zaid, der ursprünglich von einer wohlha- benden Familie abstammte, wurde [als Kind] entführt und dann von den Räubern verkauft. Er wurde mehrere Male weiter verkauft und traf schließlich hier ein. Seine Eltern und Verwandten suchten seither nach ihm und erfuhren, dass ihr Sohn sich in Mekka aufhielt. Sie er- reichten Mekka und fanden heraus, dass sein Verbleib beim Heiligen Prophetensaw war. Sie boten ihm soviel Reichtum an wie er wolle für die Freiheit ihres Sohnes und sagten, dass seine Mutter hoffnungslos bedrückt war. Der Heilige Prophetsaw entgegnete, dass er Zaid bereits freigelassen habe und dass es ihm frei stünde, zu gehen und er kein Geld wolle. So baten ihn seine Verwandten, mit ihnen zu gehen. Je- doch antwortete der Sohn:
„Ich habe euch getroffen und dies genügt mir. Bei Gelegenheit
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werde ich auch meine Mutter wiedersehen, doch kann ich jetzt nicht mit euch kommen. Nun bin ich der Sklave des Prophetensaw und sich von ihm zu trennen kommt nicht in Frage. Ich liebe den
Prophetensaw mehr als jemand seine Eltern lieben könnte.“
Zaids Vater und sein Onkel drängten ihn, aber er lehnte es ab, mitzu- gehen. Als der Heilige Prophetsaw Zaids Liebe sah sprach er „Zaid war schon ein freier Mensch, aber vom heutigen Tag an ist er mein Sohn“. Zaids Vater und sein Onkel reisten in ihr Heimatland zurück, während Zaid in Mekka blieb. (vgl. Dibachah Tafsir-ul-Qur’an, Mirza Bashir ud-Din Mahmud Ahmad, S.112)
Nach seiner Berufung zum Propheten nahmen seine Freiheitsideale noch weiter zu. Seiner guten Natur wohnten schon jene guten Ver- haltenzüge inne, welche Allah ihm später durch Regeln der Scharia bezüglich der Rechte der Sklaven offenbarte. Diese verlangten die Freilassung eines Sklaven bei Nichtbefolgung derselbigen.
Eine Überlieferung berichtet von einem Vorfall, bei dem ein Gefähr- te seinen Sklaven schlug. Aus Zufall sah dies auch der Heilige Pro- phetsaw. Er äußerte sich überaus verärgert darüber. Daraufhin entließ der Gefährte seinen Sklaven in die Freiheit. Der Heilige Prophetsaw merkte an, dass falls er seinen Sklaven nicht befreit hätte, er die Strafe Gottes auf sich geladen hätte. (Sahih Muslim, Kitabul Iman, Babu Suhba- til mamaliki … Hadith Nr. 4308)
Dies nennt man wahre Freiheit! Hadhrat Abu Hurairara berichtet davon,
„[...] dass sich einmal zwei Männer stritten. Einer der Streitenden war ein Muslim und der andere ein Jude. Der Muslim unterstrich seine Meinung mit folgenden Worten: ‚Ich schwöre bei dem We- sen, welches Muhammadsaw aus allen Welten auserwählte und ihm Vortrefflichkeit vor allen anderen gewährte.“
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Der Jude entgegnete daraufhin: „Ich schwöre bei dem Wesen, welches Moses über alle Welten erhob und ihn auserwählte“.
Daraufhin schlug der Muslim den Juden. Der Jude beschwerte sich bei dem Heiligen Prophetensaw. Der Heilige Prophetsaw erkundigte sich bei dem Muslim nach dem Vorfall und sprach dann:
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„Gib mir vor Moses nicht den Vorzug.“ (Sahih Bukhari, Kitabul- Khusumati, Babu ma yudhkaru fil-Ashkhasi wal-Khusumati bainal- Muslimi wal-Yahudi)
Dies war der Standard der Glaubens- und Gewissensfreiheit während seiner Regierungszeit. Nach der Emigration nach Medina schloss der Heilige Prophetsaw einen Friedensvertrag mit den Juden und anderen Stämmen ab. Aufgrund der Mehrheitsposition der Muslime - bedingt durch ihre eigene große Anzahl und die Anzahl der Nicht-Muslime, die sich ihnen angeschlossen hatten, lag die Regierungsausübung in der Hand des Propheten. Jedoch bedeutete dies keineswegs, dass die Gefühle anderer nicht beachtet wurden. Trotz der quranischen Bezeu- gung, dass er in der Tat vor allen anderen Propheten ausgezeichnet worden war, tolerierte er keinen Wettbewerb der Gesandten, der das Zusammenleben erschwert hätte. Nachdem er die Aussage des Juden vernommen hatte, tadelte er lediglich den Muslim, Gesandte nicht in ihre Streitigkeit einzubeziehen. Die Einschätzung des Muslims, ihn als den Vortrefflichsten aller Propheten zu bezeichnen, war zwar richtig
- zumal auch Gott dies bezeugt hatte -, dennoch durften die Gefühle eines Mitbürgers nicht verletzt werden. Dies ließ er nicht geschehen. Zollte jemand dem Heiligen Prophetensaw Respekt, so hatte er auch anderen Propheten Respekt zu zollen. Dies stellten die Standards von Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit dar, die der Prophetsaw einführ-
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te, um sowohl die Gefühle seiner eigenen Gläubigen als auch die der anderen Bürger zu schützen. So manches Mal wurde den Gefühlen anderer Vorrang gegeben.
Das Verhalten des Heiligen Prophetensaw bei der Einhaltung von Menschenrechten und religiöser Toleranz
Die Hochhaltung von Menschenrechten und Gerechtigkeit durch den Heiligen Prophetensaw zeigt sich an folgenden Begebenheiten.
Abdur Rahman bin abi Laila berichtet, dass Sahl bin Hanif und Qais bin Sa’d an einem Ort namens Qadsia saßen, als ein Trauerzug an ih- nen vorbeizog. Beide standen daraufhin auf. Als ihnen mitgeteilt wur- de, dass dies das Begräbnis eines Nicht-Muslims sei, antworteten sie:
„Einmal passierte ein Trauerzug den Heiligen Prophetensaw, der sich aus Respekt erhob. Man erzählte ihm, dass dies doch das Begräbnis eines Juden sei. Der Heilige Prophetsaw antwortete:
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‚War er denn kein Mensch?’ (Sahih Bukhari, Kitabul-Jana’iz, Bab man qama li janaazati yahudi)
So hat der Respekt gegenüber den Religionen anderer und gegenüber der Menschheit auszusehen.
Genau solche Aussagen und solche Vorbilder schaffen eine Atmo- sphäre von religiöser Toleranz. Durch die Förderung solchen Verhal- tens werden wohlwollende Gefühle für andere hervorgerufen, die dann eine Atmosphäre von Liebe und Frieden schaffen. Dies steht im Gegensatz zu den weltlich gerichteten Menschen von heute, die nichts weiter als Hass verbreiten.
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Eine andere Überlieferung berichtet davon, wie bei dem Sieg von Khaibar einigen Muslimen Abschriften der Thora in die Hände fie- len. Die Juden sprachen bei dem Heiligen Prophetensaw vor und ver- langten ihr heiliges Buch zurück. Der Heilige Prophetsaw wies seine Gefährten an, den Juden ihre heiligen Bücher auszuhändigen. (As- Siratul-Halabiyyah, Bab Dhikri Maghaziyyati Sallallahu Alaihi Wasalla, Ggazwah Khaibar, Band 3, S. 49)
Trotz der Fehlhaltung der Juden, aufgrund derer sie auch bestraft worden waren, tolerierte der Heilige Prophetsaw es keineswegs, selbst den Feind so zu behandeln, dass seine Gefühle verletzt werden konnten.
Das Friedensabkommen von Medina zwischen dem Heiligen Pro- phetensaw und den Juden
Neben diesen einzelnen Begebenheiten habe ich Ihnen auch von dem Abkommen in Medina berichtet. Ich werde nun die Vertragsklau- sen aufzählen, die uns mittels der Überlieferungen zugänglich sind. Ich werde darlegen, wie der Heilige Prophetsaw Anstrengungen un- ternahm, eine friedliche Atmosphäre unter diesen Verhältnissen zu schaffen, und anstrebte, Frieden in das Gebiet zu bringen, um das Ziel des Friedens und die Achtung der Menschenwürde in jener Gesell- schaft einzuführen.
Einige Bedingungen des Vertrags, den er aufstellte, als er Medina erreichte, beinhalteten die beidseitige Sympathie und Aufrichtig- keit zwischen Muslimen und Juden, des Weiteren die Unterlas- sung von gegenseitigen Unterdrückungen. Obwohl die Juden den Vertrag kontinuierlich brachen, fuhr der Heilige Prophetsaw fort, sie mit Freundlichkeit zu behandeln, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Angelegenheit solche extremen Ausmaße angenommen hatte,
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dass er gezwungen war, strenge Maßnahmen gegen sie zu ergrei- fen.
Die zweite Bedingung beinhaltete die religiöse Freiheit. Die Mus- lime - trotz ihrer Mehrheitsposition - hinderten die Andersgläubi- gen nicht daran, ihre Religion zu praktizieren.
Die dritte Bedingung hatte die Unversehrtheit des Lebens und des Eigentums zum Inhalt. Diese konnte lediglich bei einem Ver- brechen oder Vertragsverstoß außer Kraft gesetzt werden. Auch bei der Ermittlung eines Verbrechens durfte niemand diskrimi- niert werden. Muslim oder Nicht-Muslim, jeder Täter bekam die gerechte Strafe. Die Gewährleistung von Sicherheit wurde zur Aufgabe beider Parteien erklärt. Sie war Teil der Staatsaufgaben.
Jeden Streitfall hatte man dem Heiligen Prophetensaw zur Urteils- findung vorzulegen. Jedes Urteil musste auf der Grundlage des entsprechenden Religionsgesetzes gefällt werden. Da der Heili- gen Prophetsaw das höchste Amt bekleidete, wurden ihm alle Fälle vorgelegt. Christliche und andere Gegensprecher erheben heute den Einwand, dass die Urteile, die gegen einige jüdische Bürger gesprochen wurden - obwohl auf der Basis ihres eigenen Gesetz- buches und unter den vorher vereinbarten Bedingungen - zu streng gewesen seien.
Der Vertrag beinhaltete des Weiteren das Verbot, ohne die aus- drückliche Erlaubnis des Heiligen Prophetensaw an einem Krieg teilzunehmen. Die Notwendigkeit dieser Bedingung ergab sich aus den gegebenen Umständen. Die heutigen sogenannten Dschi- had Gruppierungen sollten sich die Klausel vor Augen halten. Demnach ist kein Dschihad ohne die Erlaubnis der Regierung gestattet. Dieser Dschihad darf nur in Form von Wehrdienst im staatlichen Militär oder bei Kriegseintritt des Landes geführt wer- den.
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Eine weitere Vertragsklausel schrieb gegenseitige Hilfe von Mus- limen und Juden bei einem Angriff von außen vor. Sollte ein Waf- fenstillstand mit dem Feind ausgehandelt werden, so fiel beiden Parteien die Kriegsbeute zu gleichen Teilen zu. Genauso ver- pflichteten sich alle Bürger Medinas, die Stadt bei einem Angriff gemeinsam zu verteidigen.
Eine andere Vertragsbedingung beinhaltete das Einverständnis der jüdischen Bevölkerung, weder die Quraish aus Mekka noch ihre Verbündeten zu unterstützen oder ihnen Schutz zu gewäh- ren. Denn sie waren die Urheber der Vertreibung der Muslime aus Mekka gewesen. Die vertriebenen Muslime hatten Schutz in Medina gefunden und somit konnte keinem Bürger der neuen medinensischen Regierung gestattet werden, mit einem feindlich gesinnten Volk ein Bündnis einzugehen oder ihre Hilfe anzuneh- men.
Den Quellen zufolge hatte jedes Volk seine eigenen Ausgaben zu bestreiten. Den vertraglichen Bedingungen entsprechend bekam jeder Unterdrücker, Straftäter oder Aufrührer seine Strafe. Also jede Person, die andere unterdrückte, frevelte oder anders zuwi- derhandelte, musste, unabhängig von ihrer religiösen Zugehö- rigkeit, zurechtgewiesen und gerichtet werden. (vgl. Muhammad
- Das Leben des Heiligen Propheten, Mirza Bashir ud-Din Mahmud Ahmadra, Frankfurt am Main 2012)
Religiöse Freiheit und Amnesie für das Volk von Najran
Um eben diese religiöse Freiheit und Toleranz zu fördern, erlaubte der Heilige Prophetsaw den zu Besuch gekommenen Christen von Najran in der Moschee des Propheten zu beten. In ihrem Gottesdienst rich- teten sie sich gen Osten. Die Gefährten des Heiligen Propheten wa-
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ren der Meinung, dass dies nicht gestattet sei, der Heilige Prophetsaw hingegen sagte, dass es nichts ausmache. Ebenso überliefert ist die Immunitätserklärung, die der Heilige Prophetsaw dem Volk von Na- jran gab. In dieser wird erwähnt, dass er die Verantwortung auf sich genommen hat, die Grenzen der Christen (die aus Najran gekommen sind) durch die muslimische Armee beschützen zu lassen. Darüber hinaus oblag es den Muslimen, ihre Kirchen, Gebetsstätten und Gast- häuser zu beschützen, und zwar unabhängig davon, wie weit entfernt sie sich befanden, ob nun in den Städten, den Bergen oder den Wäl- dern. Sie waren frei entsprechend ihrer Religion zu leben, und ihre Religionsfreiheit zu schützen gehörte ebenso zur Verantwortlichkeit der Muslime. Der Heilige Prophetsaw sagte:
„Da sie nun einer muslimischen Regierung unterstehen, und so- mit mir unterstehen, bin ich zu ihrem Schutz verpflichtet“
In der Vereinbarung heißt es weiter, dass die Muslime die Chrsiten ohne deren Einwilligung nicht in ihre Feldzüge einbinden werden. Ihre Priester und religiösen Führer würden nicht von ihren Ämtern enthoben werden und können weiter ihren Aufgaben nachgehen. Es wird keine Einmischungen in ihren Gebetsstätten geben. Diese wür- den zu keinem Zwecke und und unter keinen Umständen genutzt werden, und würden auch nicht in Gasthäuser umgewandelt werden. Diese würden für niemanden als Unterkunft und ohne Erlaubnis auch nicht für irgendeinen anderen Zweck genutzt werden. Die Jizya müss- te nicht von Priestern und religiösen Gelehrten entrichtet werden, unabhängig davon, wo sie lebten. Wenn ein Muslim eine christliche Frau ehelichte, dann besäße sie eine ihr dünkende absolute Religions- freiheit. Wenn jemand es wünscht, zu einem religiösen Gelehrten zu gehen, um Rat einzuholen, so wäre es ihm gestattet. Hinsichtlich der
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Restauration von Kirchen etc. beinhaltete die Vereinbarung, dass die Muslime ihnen helfen sollten als wäre es eine vorzuziehende Option, wenn sie finanzielle und moralische Unterstützung von ihnen benö- tigten. Es würde nicht als Kredit betrachtet werden noch als ein Ge- fallen, sondern als ein Mittel, um die Vereinbarung zu festigen, weil dadurch die sozialen Beziehungen verbessert und der Geist gegensei- tiger Hilfe gestärkt würde.
Es ist äußerst grausam, zu behaupten, der Islam hätte sich durch Zwang und Unterdrückung verbreitet, sieht man doch diesen hohen Standard von Freiheit und Toleranz des Heiligen Prophetensaw.
Der Verheißene Messiasas äußert sich darüber folgendermaßen:
„Betrachten wir den Zeitpunkt, als die Gläubigen der Buchre- ligionen und die Götzendiener äußerst verdorben waren und annahmen, sie hätten etwas Lobenswertes getan, obwohl sie bösartig gehandelt hatten. Sie ließen nicht ab von Verbrechen und stifteten Unruhe in der Gesellschaft. Zu diesem Zeitpunkt beschloss Allah der Erhabene, die Hilflosen zu erretten, indem er die Macht in die Hände des Heiligen Prophetensaw legte.
Das arabische Land hatte keinen König gehabt, der die Völker regierte. Jedes Volk lebte ohne Regeln und war ständiger Gefahr ausgesetzt. Tag für Tag begingen Menschen Verbrechen, weil kein Gesetz vorhanden war, das sie bestraft hätte.
Dann wendete sich Gott in Gnade zu ihnen und entsandte den Heiligen Prophetensaw. Er kam nicht bloß als Prophet, sondern Gott erklärte ihn zum König. Und vollendete mit dem heiligen Koran ein Gesetz, das Justiz sowie militärische und ökonomi- sche Richtlinien beinhaltete.
So wurde der Heilige Prophetsaw der Herrscher über alle Völker Arabiens. Als König kamen Menschen jeden Glaubens zu ihm, um sein Urteil zu vernehmen.
Der Heilige Koran bestätigt einen Vorfall zwischen einem Mus-
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lim und einem Juden, der dem Heiligen Prophetensaw zur Urteils- findung vorgelegt wurde. Nach näherer Untersuchung sprach er dem jüdischen Bürger sein Recht zu und entschied sich somit gegen die Klage des Muslims.
Einige unkluge Gegner des Islams, die den Koran nicht aufmerk- sam lesen, beurteilen jede Handlung des Prophetensaw in seiner Rolle als Prophet. Sie sollten doch wissen, dass solche Strafmaß- nahmen in der Funktion des Staatsoberhaupts auferlegt wur-
den.“
Der Verheißene Messiasas schreibt weiter:
„Als das Zeitalter von Moses zu Ende ging, gab es Propheten und es gab Könige. Die Könige sorgten durch politische Maß- nahmen für Frieden und Ordnung. Den Heiligen Prophetensaw jedoch machte Allah zum Propheten und zum König. Die Be- handlung von Andersgläubigen hat Allah in folgendem Vers deutlich gemacht.
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‚Und sprich zu jenen, denen das Buch gegeben ward, und zu den Analphabeten <Habt ihr euch ergeben?> Haben sie sich ergeben, dann sind sie sicher auf dem rechten Weg, wenden sie sich aber zurück, dann obliegt dir nur die Verkündung.‘ (Surah Al-Imran, 3:21)
Dieser Vers beweist, dass die Initiative für einen Kampf nicht von den Muslimen ausgehen sollte. Ein Krieg durfte nur gegen jene verbrecherischen Menschen geführt werden, die Muslime umbrachten, Unruhe in der Bevölkerung stifteten und in Dieb- stahl und Räuberei verwickelt waren. Diese Kriege wurden in der Rolle eines Königs und nicht eines Propheten geführt. Wie
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Allah der Erhabene sagt:

‚Und kämpfet für Allahs Sache gegen jene, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Maß nicht, denn Allah liebt nicht die Maßlosen.‘ (Surah Al-Baqarah, 2:191)
(Chashma-e-Ma’rifat, Ruhani Khaza’in, Band 23, S. 242-243)
Wie war es möglich, dass ein so heiliger Prophet, dem die Scharia he- rabgesandt wurde, entgegen den Richtlinien handelte, die ihm von Gott offenbart worden waren?
Bei dem Sieg über Mekka verkündete er vollkommene Gnade, ohne dass die Unversehrtheit einer Person an die Annahme des Islam ge- knüpft war. Dieser Gnadenerlass wurde unter ganz anderen Bedin- gungen gewährt als die Annahme des Islam. Ein Beispiel hiervon wurde bereits genannt. Gnade sollte jedem Menschen gewährt wer- den, der einen Ort betrat, den der Heilige Prophetsaw auserwählt hatte. Diese Orte der Gnade waren die Kaba, die Häuser von bestimmten Menschen oder die Flagge eines Muslims, unter der man sich bereit erklärte zu marschieren.
Dieses vorbildliche Verhalten kann nirgendwo anders gefunden wer- den. Bei dem Einzug von Mekka lauteten seine uneingeschränkten Worte:
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„Kein Tadel treffe euch heute.“ (Surah Yusuf. 12:93)
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Tausend Segnungen sollen auf ihm sein, der ein solch großartiges Ex- empel statuierte und uns diese Lehren gab. Möge auch Allah der Er- habene uns zu diesem Handeln befähigen. Amin.7
Ein Vorschlag, um Irrlehren zu beseitigen
Der Begründer der Ahmadiyya Gemeinde, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas, hat vorgeschlagen, regelmäßig interreligiöse Konferenzen stattfinden zu lassen, um die Irrlehren, die zwischen den unterschied- lichen Religionen und ihren Anhängern bestehen, zu beseitigen und ein friedliches Nebeneinander zu fördern. Demgemäß schrieb er zum diamantenen Jubiläum von Queen Victoria:
„Es wird notwendig sein, dass jeder Teilnehmer die Vorzüge sei- nes Glaubens präsentiert und andere nicht schlecht redet.“8
Der Verheißene Messiasas sagte, dass die Bevölkerung häufig von re- ligiösen Führern und dem christlichen Klerus fehlgeleitet wird. Er schreibt weiter:
„Hätten sie gute Absichten, dann hätten sie nicht derartige Ein- wände gegen den Koran erhoben, die auch gegen die Thora von Moses erhoben werden können. Hätten sie Angst vor Gott, so hätten sie sich nicht auf solche Bücher verlassen, die, in der Sicht von Muslimen, inauthentisch sind und bar endgültiger Wahrheit. Deswegen gebietet es uns die Gerechtigkeit, dass selbst dann, wenn ganz Europa engelsgleich wäre, die Priester eine Ausnah- me bilden würden. Der Grund dafür, dass Europas Christen mit
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7 Aus der Freitagsansprache vom 10. Februar 2006, gehalten in der Bait-ul-Futuh Moschee zu London.
8 Tohfa‐e‐Qaisariyyah (Ein königliches Geschenk), Ruhani Khaza’in, Bd. 12, S. 279.
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Hass und Abscheu auf den Islam schauen, liegt darin begründet, dass ebenjene Priester Lektionen des Hasses geben, indem sie inauthentische Ereignisse berichten.
Ich stimme dem zu, dass das Verhalten einiger ignoranter Mus- lime unwürdig ist und sie aus Unwissenheit erwachsene Laster besitzen. So assoziieren einige wilde Muslime den Begriff Dschi- had mit grausamem Blutvergießen, wiewohl sie nicht wissen, dass das öffentliche Aufbegehren gegen einen gerechten Regie- renden ein Aufruhr ist und nicht Dschihad. Das Brechen von Abkommen, Böses statt Gutes begehen und die Ermordung von Unschuldigen – wer immer solche Taten begeht, sollte ein Übel- täter genannt werden und nicht ein Held.
Diese Ideen sind durch die pervertierten Interpretationen der Priester entstanden. In Gottes Buch gibt es keine Hinweise für sie. Im Wort Gottes wird erklärt, dass die Strafe durch das Schwert jenen gebührt, die das Schwert erheben. Es lehrt nicht Rebellion gegen jene, die Frieden etablieren, der Öffentlichkeit nutzen und jedermann Freiheitsrechte beimessen. Es ist uneh- renhaft, das Wort Gottes zu verleumden. Deswegen ist es höchst wünschenswert, dass zum Wohle der Menschheit von der Kaise- rin von Indien eine Religionskonferenz abgehalten wird, um so die Wirklichkeit der Religionen bekanntzumachen.“9
Mitgefühl zu zeigen, heißt, menschlich zu sein
Der Verheißene Messiasas schreibt:
„Eine Religion, die nicht allgemeines Mitgefühl lehrt, ist tatsäch- lich keine. Ein Mensch kann nicht als solcher bezeichnet werden, wenn er kein Mitgefühl empfinden kann. Unser Gott hat kein Volk benachteiligt. So sind die gleichen menschlichen Kräfte, die den Arya zuteil wurden, auch den Arabern, Persern, Syrern, Chi-
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9 Ebd., S. 280‐281.
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nesen, Japanern sowie den europäischen und amerikanischen Völkern gegeben worden. Für alle ist die Erde der Boden und allen dienen Sonne, Mond und andere Sterne als Lichtquellen und haben auch andere Vorteile. Alle Völker ziehen Nutzen aus den von Ihm erschaffenen Elementen wie Wind, Wasser, Feuer und Erde und aus den anderen von Ihm geschaffenen Dingen wie Getreide, Früchte, Medizin usw. Diese Eigenschaften des Schöpfers lehren uns, dass auch wir unseren Mitmenschen mit Großmut und Freundlichkeit begegnen und nicht engherzig und engstirnig werden.
Freunde! Seht es als Gewissheit an, dass dasjenige unserer bei- den Völker, welches die Eigenschaften Gottes nicht ehrt und sein Verhalten nicht nach diesen ausrichtet, bald untergehen wird. Es wird nicht nur sich, sondern auch zukünftige Generationen dem Untergang preisgeben. Die Rechtschaffenen aller Zeiten haben Zeugnis darüber abgelegt, dass die Befolgung des göttlichen Weges das Lebenselixier für die Menschheit ist. Das Überleben der Menschen hängt sowohl in körperlicher als auch geistiger Hinsicht davon ab, dass sie alle heiligen Eigenschaften Gottes, die die Quelle des Friedens sind, befolgen.“10
Die Unerwünschtheit der Blasphemie von heiligen Personen und Texten
In seinem Buch „Botschaft der Versöhnung“ schreibt der Verheißene Messiasas:
„In heiklen Zeiten wie diesen, in der beide Völker den Frieden dringend benötigen, ruft Sie der Verfasser zur Versöhnung auf. Die Welt wird von verschiedenen Heimsuchungen geplagt. Es kommt zu Erdbeben, und Dürrezeiten treten auf, und auch die
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10 Botschaft der Versöhnung, Frankfurt am Main 2008, S. 1, 2; Ruhani Khazain, Bd. 23,
S. 439f.
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Beulenpest ist noch nicht beseitigt. Gott hat mir mitgeteilt, dass die Menschen, wenn sie von ihren schlechten Taten nicht ablas- sen und keine Reue zeigen, von harten Übeln getroffen werden. Eine Heimsuchung wird noch nicht vergangen sein und schon wird ein neues Übel erscheinen. Schließlich werden sich die Menschen gequält fragen, was nun wieder geschieht und we- gen der zahlreichen Heimsuchungen wie Wahnsinnige werden. Also, Brüder und Mitbürger! Seid aufmerksam, bevor diese Tage kommen. Hindus und Muslime sollten untereinander Frieden schließen. Wenn eines der Völker die Grenzen, die einer Versöh- nung entgegenstehen, überschreitet, sollte dieses Volk davon ab- lassen. Andernfalls wird dieses Volk die alleinige Verantwortung für die Sünde der gegenseitigen Feindschaft tragen.
Wenn nun jemand sagt, wie solle denn eine Versöhnung herbei- geführt werden, wo doch die religiösen Gegensätze tagtäglich die Herzen immer stärker entzweien, so antworte ich hierauf: Tatsächlich handelt es sich nur dann um einen religiösen Gegen- satz, wenn dieser auf beiden Seiten auf Verstand, Gerechtigkeit und nachweisbaren Tatsachen beruht. Denn der Mensch ist doch gerade deswegen mit Verstand ausgestattet worden, damit er eine solche Haltung einnimmt, die der Vernunft und den Grund- sätzen der Gerechtigkeit nicht entgegensteht und diese Haltung den wahrgenommenen und nachweisbaren Tatsachen nicht wi- derspricht. Kleinere Meinungsverschiedenheiten können der Versöhnung nicht entgegenstehen. Nur solche Gegensätze, bei denen ein anerkannter Prophet oder ein anerkanntes heiliges Buch beleidigend und leugnend angegriffen wird, stehen der Versöhnung entgegen.“11
„Freunde! Sehr alte Erfahrungen und ständige Prüfung haben bewiesen, dass das Beschimpfen und die unehrenhafte Behand- lung der Propheten und Gesandten anderer Völker ein solches
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11 Ebd., S. 7; Ruhani Khazain, Bd. 23, S. 444.
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Gift ist, dass letztlich nicht nur den leiblichen Körper, sondern auch die Seele zerstört und hierdurch sowohl das diesseitige als auch das nächste Leben vernichtet. Ein Land, dessen Bewohner gegenseitig damit beschäftigt sind, die religiösen Führer der anderen schlecht zu reden und ihr Ansehen zu verletzen, kann nicht zur Ruhe finden. Es kann keine wahre Einigkeit bei jenen Völkern geben, wo ein Volk oder beide gegenseitig den Prophe- ten, Gesandten oder Heiligen des anderen beschimpfen oder mit schlechten Worten bedenken. Wer reagiert schon ohne Emo- tionen, wenn sein Prophet oder Führer beleidigt wird? Gerade die Muslime sind ein solches Volk, die – wenngleich sie ihren Propheten nicht zu Gott oder Gottes Sohn erheben – den Hei- ligen Prophetensaw frommer als alle anderen Heiligen, die aus dem Mutterleib geboren wurden, ansehen. Folglich ist es nicht möglich, mit einem wahren Muslim Frieden zu schließen, wenn nicht bei Diskussionen über ihren reinen Propheten dieser mit Ehrerbietung und reinen Worten bedacht wird.
Und wir selbst bedenken die Propheten anderer Völker nicht mit üblen Worten. Vielmehr glauben wir daran, dass die seit lan- ger Zeit bestehende Liebe und Achtung zu den zu verschiede- nen Völkern gesandten Propheten, an die unzählige Menschen glauben und die in irgendeinem Teil der Erde erweckt wurden, als Beweis für ihre Wahrheit ausreicht. Denn wenn sie nicht von Gott gewesen wären, hätte sich ihre Akzeptanz nicht in den Her- zen von unzähligen Menschen verbreitet. Gott gibt das Ansehen, dass Er seinen anerkannten Dienern gewährt, nicht beliebigen anderen. Wenn ein Lügner sich auf deren Stuhl setzen will, dann wird er sehr rasch zerstört und der Vernichtung preisgegeben.“12
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12 Ebd., S. 15, 16; Ruhani Khazain, Bd. 23, S. 452f.
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Er schreibt weiter:
„Freunde! Es gibt keine Sache, die vergleichbar mit einer Ver- söhnung ist. Lasst uns durch diese Vereinbarung eins und zu einem Volke werden. Sie sehen, wie die gegenseitige Verleug- nung zu Streitereien geführt hat und welche Nachteile das Land hierdurch erleidet. Kommt und stellt fest, welchen Segen die gegenseitige Anerkennung hat. Dies ist der beste Weg, um sich zu versöhnen. Auf eine andere Weise Frieden zu schließen, ist vergleichbar mit einem Ekzem, das glänzend erscheint und in diesem Zustand be-lassen wird, weil man über seinen äußerli- chen Glanz erfreut ist, obwohl sich in seinem Inneren faulender und stinkender Eiter befindet.“13
Der Verheißene Messiasas schreibt weiter in „Botschaft der Versöh- nung“:
„Religion bedeutet, die von Gott verbotenen Dinge zu meiden, auf den Wegen seiner Zufriedenheit zu gehen, seiner gesamten Schöpfung Gutes zu tun und mit Mitleid zu begegnen, alle Pro- pheten und Gesandten der Welt als Propheten und Reformer ihrer jeweiligen Zeit anzuerkennen und zwischen ihnen nicht zu unterscheiden sowie jeden Menschen zu unterstützen. Das ist die Zusammenfassung unseres Glaubens. Warum aber sollen wir uns mit denjenigen versöhnen, die unrechtmäßig und ohne Gottesfurcht unseren Heiligen Propheten Hadhrat Muhammad Mustafasaw mit schlechten Worten bedenken, unreine Anschuldi- gungen erheben und von der Benutzung übler Worte nicht ab-
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13 Ebd., S. 20; Ruhani Khazain, Bd. 23, S. 456.
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lassen. Ich sage es offen und ehrlich: Wir können uns mit den Schlangen der Einöden und den Wölfen der Wildnis versöhnen. Wir können uns jedoch nicht mit denjenigen versöhnen, die ge- gen unseren geliebten Propheten, den wir mehr lieben als unser Leben, unsere Mutter und unseren Vater, unreine Angriffe füh- ren. Möge Allah uns als Muslime sterben lassen. Wir wollen uns nicht so ein Verhalten aneignen, das zum Verlust des Glaubens führt.
Ich will jetzt nicht grundlos ein besonderes Volk beschuldigen und auch niemanden bedrücken. Aber mit großer Bedrückung muss ich feststellen, dass der Islam jene reine und friedfertige Religion ist, welche die Führer keines Volkes angegriffen hat. Der Koran ist das ehrwürdige Buch, das den Grundstein für den Frieden zwischen den Völkern legte und die Propheten jedes Volkes anerkannte. Diese Besonderheit zeichnet den Koran aus, der uns hinsichtlich der Welt lehrte:
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O Muslime! Sagt, dass wir an alle Propheten der Welt glauben, und wir unterscheiden nicht dergestalt zwischen ihnen, dass wir an man- che von ihnen glauben und andere ablehnen.
(Heilige Koran: Sura 2, Vers 137)
Wenn es ein anderes, derart Frieden förderndes, göttliches Buch gibt, so nennt dessen Namen. Der erhabene Koran hat die allge- meine göttliche Barmherzigkeit nicht auf ein besonderes Volk beschränkt. Sämtliche Propheten aus dem Volke Ismaelsas, wie etwa Jakobas, Isaakas, Mosesas, Davidas oder Jesusas werden als Pro- pheten anerkannt. Die Propheten keines Volkes, obgleich ob sie nach Indien oder Persien entsandt wurden, werden als Heuchler oder Lügner bezeichnet. Vielmehr wird deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es Propheten in jedem Volk und in jeder Stadt gegeben hat. Hierdurch wurde der Grundstein für den Frieden
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zwischen allen Völkern gelegt. Doch zur Betrübnis beschimpfte jedes Volk diesen Propheten des Friedens und betrachtet ihn mit Verachtung.
Geliebte Mitbürger! Ich habe diese Dinge Ihnen gegenüber nicht deswegen erwähnt, um Sie zu betrüben oder ihren Herzen Kummer zuzufügen. Vielmehr möchte ich mit absolut lauterer Absicht feststellen, dass diejenigen Völker, die es sich zur Ge- wohnheit gemacht haben und sich in ihrem Glauben unrechtmä- ßigerweise so verhalten, dass sie die Propheten anderer Völker mit üblen Worten und Beschimpfungen bedenken, sich wegen dieser unnötigen und grundlosen Einmischung Gott gegenüber sündhaft verhalten. Darüber hinaus begehen sie auch die Sün- de, dass sie den Samen der Heuchelei und Feindschaft zwischen den Menschen säen. Beantworten Sie mir mit ruhigem Herzen die Frage: Wenn jemand den Vater einer Person beschimpft oder falsche Anschuldigungen gegen dessen Mutter erhebt, greift er dann nicht auch die Ehre seines eigenen Vaters an? Wenn nun je- mand, der so beschimpft wurde, mit einer ähnlichen Beschimp- fung antwortet, ist es dann grundlos zu behaupten, dass derjeni- ge, der die Schmähung zuerst ausgesprochen hat, die eigentliche Verantwortung trägt und in diesem Fall selbst der Feind der Ehre seiner Vater und Mutter ist?“14
Nur Reue kann zur Erlösung führen
Der Gründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadianas, schreibt:
„Bedenket, Gott hat mir über viele Erdbeben Mitteilung gege- ben. Seid deswegen sicher, dass so, wie Erdbeben Amerika und Europa erschüttert haben, ebenso sie Asien erschüttern werden. Einige von ihnen werden dem Tag des Gerichts ähneln. So viele
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14 Ebd., S. 23-25, Ruhani Khazain, Bd. 23, S. 458-460.
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Menschen werden sterben, dass Bäche von Blut fließen werden. Sogar die Vögel und wilden Tiere werden nicht gegen diesen Tod gefeit sein. Eine Vernichtungsquelle wird die Oberfläche der Erde überfluten, die die größte seit der Geburt der Menschen sein wird.
Wohnstätten werden zerstört werden, als hätte sie niemals je- mand bewohnt. Dies wird begleitet sein von vielen anderen füchterlichen Schreckensereignissen, die aus der Erde kommen oder vom Himmel herab gesandt werden, bis ihre außerge- wöhnliche Art jedem nachdenklichen Menschen klar sein wird. Die ganze wissenschaftliche und philosphische Literatur wird über seinesgleichen nicht zu berichten wissen. Dann wird die Menschheit überaus beunruhigt sein und sich fragen, was denn geschehen wird. Viele werden entkommen und viele werden zugrunde gehen. Die Tage sind nahe, ja, ich kann sie tatsäch- lich nahe bei der Hand sehen, an denen die Welt Zeuge einer fürchterlichen Tragödie sein wird. Nicht nur Erdbeben, sondern auch viele furchterregende und schreckliche Ereignisse werden den Menschen befallen, einige von den Wolken her, einige aus der Erde. Das wird so geschehen, weil die Menschheit aufgehört hat, ihren wahren Gott zu verehren und weil sie sich in den An- gelegenheiten der Welt verloren hat mit ihrem ganzen Herzen, ihren Bemühungen und ihren Absichten. Wenn ich nicht erschie- nen wäre, wären diese Heimsuchungen vielleicht für eine kleine Weile zurückgehalten worden. Doch durch mein Kommen sind die geheimen Absichten eines erzürnten Gottes, die bislang ver- borgen waren, offensichtlich geworden. So spricht Gott:
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„Wir strafen niemals, bis wir einen Gesandten senden.“ (Heilige Koran; Sura 17, Vers 16)
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Jene, die bereuen, werden Sicherheit finden und jenen, die fürchten, wird Barmherzigkeit zuteil. Denkt ihr, Ihr wäret gegen diese Schrecken gefeit? Oder könnt ihr euch durch Kunstgriffe oder Pläne retten? Gewisslich nicht. An jenem Tage werden alle menschlichen Bestrebungen zunichte. Denkt nicht, dass Erdbe- ben nur Amerika und andere Kontinente heimsuchen werden, dass euer eigenes Land aber sicher bleiben wird. Fürwahr, euch mag eine noch größere Heimsuchung treffen. O Europa, Du bist nicht sicher und O Asien, auch du bist nicht immun. Und ihr Be- wohner der Inseln, keine falschen Götter werden euch zur Ret- tung eilen. Ich sehe Städte einstürzen und Siedlungen zur Ein- öde werden. Der eine und einzige Gott hat lange geschwiegen. Widerliche Taten wurden vor Seinen Augen vollbracht und Er sagte nichts. Nun aber wird Er Sein Gesicht in Majestät enthül- len, Ehrfurcht gebietend. Höre der, wer Ohren hat, dass die Zeit dafür nicht weit entfernt ist. Ich habe mein Bestes getan, um alle unter den Schutz Gottes zu bringen, aber es ward bestimmt, dass das, was geschrieben war, geschehen sollte. Wahrlich sage ich, dass auch für dieses Land die Wende sich schnell nähert. Die Zei- ten Noahs werden vor euren Augen wieder erscheinen und eure eigenen Augen werden Zeugen für die Schrecken sein, die die Städte Lots überkamen. Aber Gott ist langmütig in seinem Zorn. Bereut, damit Euch Barmherzigkeit erwiesen werde. Derjenige, der Ihn nicht fürchtet, ist tot und nicht lebendig.“15
Der einzige Weg, um die verlorene Glorie des Islam wiederherzu- stellen
Kurzum, um heute den Glauben wieder zu beleben, dem Islam den verlorenen Glanz wiederzugeben, um den Prophetensaw zu verteidi- gen, hat Allah heute einen „Ritter Allahs“ (Djarri Allah) aufgestellt, man muss ihm folgen, die Argumente und Beweise, die er gab, und
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15 Haqiqatul‐Wahi, Ruhani Khaza’in, Bd. 22, S. 268,269.
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seine Lehre muss man leben und praktizieren, dann wird die Fahne des Heiligen Prophetensaw in altem Glanz und voller Größe wehen, so Gott will, und weiter wehen.
Der Verheißene Messiasas hat die Wichtigkeit der Epoche, in der wir leben, erläutert und den Menschen vielfältige Ermahnungen zukom- men lassen; das kann man so zusammenfassen, dass diese Tage für den Islam äußerst hart sind, weswegen Gott eine Gemeinschaft ge- gründet hat, die ihn zur verlorenen Größe zurückbringen wird. Daher fordert der Verheißene Messiasas die Leute auf, dass sie ihre starre Hal- tung aufgeben sollten und darüber nachdenken müssen: würde Gott auch heute keinen Eifer zeigen, wo der Prophetsaw doch von allen Sei- ten angegriffen wird, während Gott auf ihn Frieden (Durud) sendet? Hier ist das vollständige Zitat:
„Diese Zeit ist segensreich, in diesen Tagen voller Unruhe hat Allah nur aus Seiner Gnade heraus, um die Größe des Heiligen Prophetensaw allen sichtbar zu machen, durch Seine gesegnete Hand eine Gemeinde zur Unterstützung des Islam gegründet. Ich frage all diejenigen, die den Schmerz des Islam im Herzen empfinden und die noch etwas für seine Ehre und Größe fühlen. Sie mögen sagen, ob der Islam jemals schwierigere Zeiten sah als diese, ob es jemals zuvor eine so schlimme Beschimpfung und Verunglimpfung des Propheten gegeben hätte, und ob der Qur- ân jemals so beleidigt worden ist. Ich bedauere sehr und empfin- de tiefen Schmerz über die Lage der Muslime. Bisweilen verliere ich alle meine Ruhe, wenn ich sehe, dass sie nicht einmal so viel Ehrgefühl besitzen, dass sie ihre Schmach nicht sehen können. Hat Allah dem Prophetensaw gar keine Ehre zuerkannt, dass trotz dieser beleidigenden Verunglimpfung Er nichts unternimmt und keine himmlische Gemeinde ins Leben ruft und die Gegner zum Schweigen bringt und der Welt seine wahre Größe und Reinheit wieder bekannt macht? Während doch Er und Seine Engel Frie- den auf den Propheten senden. In dieser Zeit der Beleidigung
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ist die Verkündung dieser Gebete des Friedens für den Prophe- ten äußerst wichtig, dies zeigte Gott durch die Gründung dieser Gemeinde.“16
Schauen Sie sich diese Worte genauer an. Die Ahmadiyya Muslim Ja- maat, die sich zum Verheißenen Messiasas bekennt, hat hier eine große Verantwortung. Während in dieser Zeit ein Sturm der Verunglimp- fung tobt, würden Allah und Seine Engel Frieden auf den Prophe- tensaw senden; und sicherlich würden sie es tun und zwar unablässig. Wenn wir, die wir zu der Jamaat des wahren Liebenden des Heiligen Prophetensaw gehören und so unsere Gebete mit dem Durud tränken, dass wir in der Atmosphäre so viele Durud-Gebete mit aufrichtigem Herzen sprechen, dass alle Partikel durch unser Durud zu duften be- ginnen und dass alle unsere Bittgebete durch die Vermittlung unse- res Durud an den Hof Gottes gelangen und angenommen werden, so sollten wir unsere Liebe und Verbundenheit zum Prophetensaw und zu seinen Nachkommen zum Ausdruck bringen. Möge Allah auch den Muslimen die Einsicht gewähren, dass sie den spirituellen Botschafter Gottes erkennen und in die Gemeinde dieses spirituellen Sohns des Heiligen Prophetensaw eintreten mögen, die Versöhnung, Frieden und Liebe in der Welt fördert und die Stellung des Prophetensaw erhöht. Möge Allah ihnen Verstand gewähren, dass sie erkennen, dass trotz ihres Bekenntnisses zum Prophetensaw nach 1400 Jahren in dem hei- ligen Monat Muharram und in einem Land (Irak) Muslime das Blut der anderen Muslime vergießen. Aber sie ziehen keine Lehre daraus und hören nicht auf mit dem Blutvergießen. Möge Allah sie zur Ver- nunft bringen, so dass sie damit aufhören und mit Gottesfurcht die wahre Lehre des Islam praktizieren. Alles, was sie an Fehlverhalten an den Tag legen, ist darauf zurückzuführen, dass sie den wahren Imam
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16 Malfusat Band 3, Ausgabe 2003, S.8f.
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nicht erkennen, und die klare Anweisung des Heiligen Propheten Muhammadsaw missachten.
Jeder Ahmadi, der den Imam der heutigen Zeit erkannt hat, trägt heu- te eine sehr große Verantwortung. Beten Sie sehr viel Durud aus der Liebe heraus, die tief im Herzen verwurzelt ist, richten Sie Bittgebete an Allah, für sich und für andere Muslime, damit Allah die muslimi- sche Umma vor dem Untergang bewahren möge.
Es ist eine Forderung unserer Liebe zum Propheten, dass wir in un- seren Bittgebeten sehr oft an die muslimische Gemeinschaft denken. Die Fremden haben keine guten Absichten. Wir wissen nicht, welche Schwierigkeiten, Prüfungen und Probleme den Muslimen noch be- vorstehen und welche Pläne gegen sie geschmiedet werden. Möge Allah Barmherzigkeit erweisen.
Möge Allah uns immer den geraden Weg leiten. Mögen wir dankbare Diener Allahs werden. Dafür, dass Er uns befähigte, den Imam der Zeit zu erkennen. Und möge er uns auch befähigen, den Anforderungen des Glaubens an den Imam zu genügen und möge Er uns immer er- möglichen, dass wir auf den Wegen gehen, die zu Seinem Wohlgefal- len führen. (Amin)17
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17 Freitagsansprache vom 24.2.2006, gehalten in der Bait-ul-Futuh-Moschee zu Lon- don..
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22. September 2012
Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat verurteilt den islamfeindlichen Film
Das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmadaba, sagt, dass der Zorn der Muslime gerechtfertigt sei, ge- waltbereite Reaktionen jedoch verurteilt werden müssen.
Das Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat, Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmadaba, der fünfte Kalif des Verheißenen Messias, hat Muslime in der gesamten Welt dazu aufgerufen, sich im friedlichen Protest gegen den die Gefühle der Muslime verletzenden Film „Innocence of Muslims“ zu vereinen. Er forderte auch zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Meinungsfreiheit auf, so dass die religiösen Gefühle aller Menschen geschützt bleiben.
Seine Heiligkeit sagte in seiner Freitagsansprache vom 21. September 2012, dass die Muslime der ganzen Welt durch den Schmähfilm gegen den Heiligen Propheten Muhammadsaw und der Neuauflage der ver- unglimpfenden Karikaturen in einem französischen Magazin zutiefst verletzt worden sind.
Medien wie BBC National News, BBC Newsnight, Sky News, Sky Arabic, Reuters, The Press Association und weitere Medienvertreter waren anwesend und hatten unmittelbar nach seiner Ansprache die Möglichkeit zu einer Audienz mit Seiner Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad.
Seine Heiligkeit sagte in seiner Freitagsansprache, dass es eine tief sit- zende Angst vor dem Islam sei, die die Motivation für den Film und andere Verunglimpfungen liefere.
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„Es ist ihre Unfähigkeit, den Islam (intellektuell) herauszufor- dern, die dazu geführt hat, dass sie auf solche abscheulichen Mittel zurückgreifen und diese im Namen der Meinungsfreiheit rechtfertigen.“
Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmadaba verurteilte die gewalttä- tigen Proteste von Extremisten scharf. Er sagte, das Töten von un- schuldigen Personen und Botschaftsmitarbeitern sei völlig gegen die Lehren des Islam. Das Zerstören von Eigentum oder Verbrennen von Gebäuden sei falsch und nütze keinem, außer denen, die den Islam diffamieren wollen.
Über die Rolle von Recht und Freiheit sagte er:
„Es darf nicht sein, dass im Namen der Meinungsfreiheit der Frieden auf der ganzen Welt zerstört wird.“
Seine Heiligkeit rief die Staats- und Regierungschefs der Welt und die Weltbevölkerung dazu auf, darüber nachzudenken, ob sie eine Rolle bei der Entstehung von Feindseligkeiten in der Welt spielen, indem sie jene Menschen uneingeschränkt unterstützen, die durch Filme oder Karikaturen religiöse Gefühle und unschuldige Menschen verletzen. Seine Heiligkeit forderte, dass die Muslime auf diese Provokationen eine gemeinsame und wirkungsvolle Reaktion zeigen sollten. Musli- mische Länder und Muslime in westlichen Ländern sollten gemein- sam die friedlichen Lehren des Islam und des Heiligen Koran der Welt zeigen.
Seine Heiligkeit ermahnte sie dazu, dass sie zu jeder Zeit und an jedem Ort gemeinsam und friedlich agieren sollten, um die heilige Persön- lichkeit des Propheten Muhammadsaw und den Islam zu verteidigen:
„Extremismus ist nicht die Antwort darauf. Die Antwort ist jene,
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die ich zuvor erwähnt habe, und zwar, dass man sich selbst re- formieren und Gebete und Segenswünsche für diesen Prophe- tensaw, den Erlöser der Menschheit, sprechen sollte. Ebenso muss die muslimische Welt zur Einheit finden, um auch aus weltlicher Sicht agieren zu können. Die Muslime in den westlichen Län- dern sollten von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.“
Seine Heiligkeit sagte, dass solche Angriffe gegen den Islam in jüngs- ter Zeit zugenommen haben. Und obwohl die unangemessenen Re- aktionen bestimmter Muslime zu verurteilen sind, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass oft die Handlungen der Gegner Unfrie- den provoziert haben.
Seine Heiligkeit erläuterte die Bemühungen der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Bezug auf die Darstellung des wahren Islam und sagte:
„Wir Ahmadi-Muslime lassen nichts unversucht, um uns den Mitmenschen dienstbar zu machen. In den USA wurde Blut gebraucht, wir Ahmadis spendeten letztes Jahr 12.000 Flaschen Blut. Dieses Jahr wird diese Aktion wiederholt. Dort läuft wie- der eine Blutspendenaktion. Ich habe ihnen gesagt: Wir Ahmadi- Muslime spenden Blut, um Leben zu retten, doch ihr lasst unsere Herzen bluten, indem ihr diese hasserfüllten Handlungen unter- nehmt oder sie unterstützt.“
Zum Ende hin betonte Seine Heiligkeit, dass alle Versuche, den Heili- gen Prophetensaw zu schmähen, letztlich zum Scheitern verurteilt sind:
„Seien Sie sich der Aussage des Imams der Zeit18 bewusst: Jeder Sieg kommt vom Himmel. Und im Himmel ist der Entschluss
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18 „Imam“ bedeutet „Religiöser Führer“. Hier: der religiöse, spirituelle Führer unserer Epoche, also der jüngste Prophet, der Verheißene Messias und Imam Mahdi Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadian. (Anm. d. Ü.)
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gefasst worden: Dieser Prophet, den ihr zu verhöhnen versucht, wird in der ganzen Welt siegen.“
Nach der Freitagsansprache sprach das Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jamaat mit der Presse und betonte, dass die Lie- be der Muslime zum Propheten Muhammadsaw unvergleichbar sei. Er sagte, dass jeder Mensch sich verletzt fühle, wenn Menschen verspot- tet werden, die er liebt; genauso verletze jeder Angriff auf den Heili- gen Propheten Muhammadsaw alle Muslime zutiefst.
Eine Frage zu den gewaltsamen Protesten beantwortend, sagte Seine Heiligkeit, dass solche Handlungen falsch seien und dass das Töten unschuldiger Menschen, darunter Botschafter und Diplomaten, völlig im Widerspruch dessen stehe, was der Islam lehre. Er sagte, dass alle Proteste im Rahmen des Gesetzes und friedlich durchgeführt werden müssen.
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23.Septmeber 2012
Die Grenzen der Meinungsfreiheit müssten definiert werden, um so die reli- giösen Gefühle der Menschen zu schützen. Das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat sagte, dass die Empörung und Wut der Muslime über den antiislamischen Film zwar legitim sei, die gewalttätigen Proteste jedoch zu verurteilen sind.
In einem Gespräch mit Medienvertretern sagte Mirza Masroor Ahmad, das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, dass die Muslime sich weltweit vereinen sollten, um friedlich gegen den Film, der in der ge- samten islamischen Welt Entrüstung und Wut hervorgebracht hat, zu protestieren. Mirza Masroor Ahmad wies verstärkt darauf hin, dass die Grenzen der Meinungsfreiheit definiert werden müssten, um so die religiösen Gefühle der Menschen zu schützen. Einer veröffentlich- ten Stellungnahme wurde folgendes Zitat von Mirza Masroor Ahmad eingefügt:
„Tatsächlich ist es ihr intellektuelles Versagen und ihre Niederla- ge gegen den Islam, welche sie unter dem Deckmantel der Mei- nungsfreiheit zu einer solchen Verunglimpfung zwingt […] Es darf nicht erlaubt sein, unter dem Vorwand der Meinungsfrei- heit den Weltfrieden zu zerstören.“
Er verurteile weiterhin die in den verschiedensten Ländern anhalten-
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den gewalttätigen Proteste, bei denen viele unschuldige Menschen, darunter einige Diplomaten, ums Leben kamen.
Er sagte: Zerstörung von Eigentum und Brandstiftung kann nicht ge- rechtfertigt werden und diese Aktionen nützen niemandem.
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26.September 2012
Islamfeindlicher Film: Ahmadiyya Muslim Jamaat wird eine Frie- denskonferenz veranstalten Von Yudhvir Rana
Amritsar: Während auf der einen Seite die Muslime weltweit mit großer Empörung und Wut auf den islamkritischen Film, der ihre religiösen Gefühle verletzt hat, reagieren, hat die Ahmadiyya Mus- lim Jamaat beschlossen, am 30. September in ihrer Zentrale in Qadi- an, Bezirk Gordaspur, eine Friedenskonferenz zu veranstalten. Die Konferenz wird auf Anweisung des Oberhauptes der weltweiten Ge- meinde veranstaltet, worin er alle Muslime der Welt dazu auffordert, sich friedlich gegen diesen Film zu vereinen. Die Veröffentlichung des Trailers zum Film und die damit verbundene Welle der Gewalt in verschiedenen Ländern sowie die Tode vieler Unschuldiger ver- urteilte Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad. Er sagte, dass die Tötung von Unschuldigen, Diplomaten inbegriffen, auf keiner Weise mit den islamischen Lehren vereinbar sei. Zerstörung von Eigentum und Brandstiftung kann nicht gerechtfertigt werden und durch diese Aktionen wird keiner einen Nutzen tragen, außer jene, die den Islam diffamieren wollen. Wir müssen prüfen, ob wir dazu beitragen, Hass zu verbreiten oder kollektiv eine durchdachte Antwort liefern. Er for- derte die muslimischen Regierungen und die in westlichen Ländern lebenden Muslime dazu auf, vereint die wahre und friedvolle Lehre des Islam und des Koran zu verbreiten.
Er sagte: Die Muslime sollten jede Möglichkeit nutzen, um gemein- sam in der Verteidigung des reinen Charakters des Heiligen Prophe- ten Muhammadsaw und des Islam einen friedvollen Weg zu gehen.
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Der Pressesprecher der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Sayyad Tufail Ahmad Shahbaz, sagte, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat neben politischen Führern auch Vertreter aller Religionen zu dieser Frie- denskonferenz einlade.
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30. September 2012
Muslimischer Führer verurteilt die Gewalt im Anschluss an den islamfeindlichen Film von Chloé Fedio
Der Vorsitzende einer muslimischen Gemeinde in Ottawa verurteilte die gewaltsame Reaktion auf „einen äußerst widerlichen und provak- tiven Film“, einschließlich blutiger Proteste und das Stürmen einer Botschaft in Bengasi, das den amerikanischen Botschafter in Libyen sowie drei Mitarbeiter tötete.
Während einer Veranstaltung im Gotteshaus der Ahmadiyya Mus- lime in Cumberland am Samstag Abend sagte Imam Imtiaz Ahmed den Mitgliedern seiner Gemeinde, dass es möglich ist, friedlich gegen
„The Innocence of Muslims“, einem vierzehn minütigen Amateur- film, der in den USA produziert und im Internet veröffentlich wurde, zu protestieren.
„Es ist ein schändlicher und vulgärer Akt des Produzenten dieses Films, der in der gesamten muslimischen Welt für Unruhe gesorgt hat. Jeder Muslim reagiert darauf – sie stellen ihre derzeitige Erregung zur Schau indem sie Flaggen verbrennen, für Schaden und Zerstörung sorgen und Botschaften angreifen“, sagte er. „Glauben sie, dass sie Vergeltung erfahren, wenn sie Flaggen verbrennen, die Einrichtung einer Botschaft verbrennen und einen Botschafter töten? Das ist tat- sächlich gegen die Lehren des Islam. Das ist nicht der wahre Islam.“ Die Ahmadis sind eine in der Minderheit befindende muslimische Gruppierung, die zum interreligiösen Dialog ermutigt. Die Anzahl der Mitglieder der Gemeinde in Cumberland beträgt ca. 500, sagt Ah- med.
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Ahmed gesellte sich zu den muslimischen Führern, die rund um den Globus kritisierten, dass der Film mit dem Verweis auf die Meinungs- freiheit verteidigt wurde.
„Jeglicher beleidigende Ausspruch über irgendeine heilige Person ir- gendeiner Religion konstituiert in keinster Weise irgendeine Art von Freiheit“, sagte Ahmed.
Das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat rufte letzte Woche in London alle Muslime dazu auf, sich in der Opposition zum Film fried- lich zu vereinen. Er verurteilte die Gewalt. Hadhrat Mirza Masroor Ahmad schlug außerdem vor, dass der Meinungsfreiheit Grenzen ge- setzt werden sollte, um den religiösen Glauben zu schützen.
„Es sollte nicht sein, dass im Namen der Meinungsfreiheit der Frieden der gesamten Welt zerstört wird“, sagte er.
Awais Mahmood, der Vorsitzende der Jugendorganisaton der Ge- meinde in Ottawa, sagte, er sei besorgt um seine Familie in Pakistan, wo, wie AFP berichtet, in Zusammenstößen rund um den Film am Wochenende mindestens 21 getötet und mehr als 200 verletzt wurden.
„Der Islam lehrt uns Loyalität. Der Heilige Prophet, Friede sei auf ihm, sagte, Loyalität dem Heimatland gegenüber sei Teil des Glau- bens“, sagte Mehmood. „In Pakistan zerstören sie ihr Eigentum und verletzen ihre Nachbarn – das ist keine Art, um seiner Sichtweise Aus- druck zu verleihen.
Yasmin Malik, eine Vorsitzende der Frauenorganisation, schlug eine friedliche Alternative vor.
„Anstatt auf die Straßen zu gehen und all diese Dinge zu verbrennen – wir glauben nicht daran. Wir glauben fest an die Feder, um seine Botschaft nach außen zu tragen“, sagte Malik.
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24. September 2012
Islamischer Führer verurteilt die tödlichen Proteste gegen den Film
Tausende Gläubige versammelten sich am Freitag, um zu vernehmen, wie ihr spiritueller Führer die weltweiten gewaltsamen Proteste ge- gen dem islamfeindlichen Film verurteilte.
Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Gemeinde kamen in der Bait-ul- Futuh-Moschee in der London Road, Morden, zusammen, um die ein- stündige Ansprache von Seiner Heiligkeit Mirza Masroor Ahmadaba zu hören.
In einer weltweiten Liveausstrahlung missbilligte er die Handlungen der Protestanten und sagte, dass eine friedvolle Herangehensweise hätte bemüht werden sollen, um den Film zu verurteilen.
Die tödlichen Ausschreitungen, die in diesem Monat im Mittleren Os- ten, Nordafrika und Australien ausbrachen, wurden durch einen vier- zehnminütigen Trailer des US-Amateurfilms „Innocende of Muslims“ ausgelöst.
Ein Schauspieler aus dem Video – Ausschnitte dessen wurden auf Youtube veröffentlicht – stellt den Propheten Muhammad dar, etwas, das im Islam streng verboten ist. Muslime haben sich weiter über den Film empört, weil er zeigt, wie Muhammad Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Frauen hat und den sexuellen Missbrauch von Kin- dern gestattet.
Nach seiner Freitagsansprache sagte Seine Heiligkeit: „Wir können es nicht tolerieren, nicht einmal die geringste Sache gegen den Prophe- ten. Gehört es zu seiner Meinungsfreiheit, wenn jemand in ihrer Ge- genwart ihren Vater beleidigt? Sie würden gewiss Vergeltung üben.“
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Außerdem plädierte er dafür, das Verspotten von Religionen zu ver- bieten.
Seine Heiligkeit sagte, die gewaltsamen Protestaten folgten nicht der wahren Lehre des Islam und ihnen mangele es an Leitung. Er fügte hinzu: „Es ist nicht korrekt, wie diese Muslime protestieren.“
Der in Amerika produzierte Film hat in der muslimischen Welt töd- liche Gewalt ausgelöst, Pakistan eingeschlossen, wo am Freitag, den
21. September, 21 Menschen in den Ausschreitungen getötet wurden. Am Samstag sagte ein Minister der pakistanischen Regierung, dass er
100.000 Dollar für den Tod des Filmproduzenten zahlen würde. Dabei hat er selbst Terrororganisationen wie Al Qaida und Taliban um Hilfe dafür gebeten, den Filmemacher zu fassen, der derzeit abgetaucht ist. Die Vorsitzende der muslimischen Frauenorganisation, Nasira Reh- man, sagte, die Ahmadiyya Muslim Gemeinde sei „furchtbar ver- letzt“, und dass jemand das Ansehen des Propheten besudele, sei
„herzzereißend“. „Unser Herzen bluten“, fügte sie hinzu. Hinsichtlich der Protestanten sagte sie, es sei nicht die Aufgabe von Muslimen, jene zu strafen, die „den Frieden stören“, und dass sie für eine Lösung zu Gott beten sollten und die Sache nicht in die eigene Hände nehmen sollen.
Der Gläubige Ahmad Murtaza aus Putney sagte, friedliche und ver- nünftige Diskussionen wären die Antwort gewesen. Er sagte: „Der Prophet Muhammad steht jedem Muslim äußerst nahe. Man soll Mu- hammad stärker lieben, als jeden anderen – es wird einem von Kind- heit an eingeprägt. Man darf die Rechte anderer nicht verletzen. Deine Meinungsfreiheit endet dort, wo die Nase des anderen beginnt.“ Ahmadi-Muslime selbst werden in radikalislamischen Ländern wie Pakistan verfolgt, weil sie glauben, dass ihr spiritueller Führer der letzte Prophet der Religionen ist, wohingegen die meisten Muslime glauben, dass Muhammad der letzte Prophet war.
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2010 hat diese Zeitung aufgedeckt, wie Mitglieder der Ahmadiyya- Gemeinde von religiösen Fanatikern in Südlondon öffentlich be- schimpft und diskriminiert wurden, die ihre Existenzgrundlage und politischen Kandidaten zum Ziel hatten. 2010 wurden außerdem 93 Ahmadi-Gläubige von Terroristen abgeschlachtet, während sie in Mo- scheen in Lahore beteten – darunter auch Muhammad Ashraf Bilal, ein zu Besuch gekommener Geschäftsmann, der in Sispara Gardens, Southfileds, lebte.
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24. September 2012
Islamabad. Der Vorsitzende der Ahmadiyya Gemeinde in Pakistan hat gesagt, dass der Zorn der Muslime aufgrund des antiislamischen Filmes, der in den Vereinigten Staaten produziert wurde, „vollkom- men gerechtfertigt“ sei. Er hat aber trotzdem die gewaltsamen Reak- tionen verurteilt.
„Ihre Unfähigkeit, den Islam zu besiegen, führt sie dazu, zu solchen abscheulichen Handlungen, die sie auf Grundlage der Meinungs- und Ausdrucksfreiheit zu rechtfertigen versuchen, zurückzugreifen. Lasst nicht zu, dass im Namen der Meinungsfreiheit der Frieden der ge- samten Welt zerstört wird“, zitiert The Express Tribune Mirza Mas- roor Ahmad.
Ahmad sagte, Muslime auf aller Welt sollen sich „in Opposition zum Film, der für großen Unmut und Wut unter den Muslimen in aller Welt gesorgt hat, vereinen.“ Ahmad rief außerdem zur Einschrän- kung der Redefreiheit auf, so dass die religiösen Gefühle geschützt werden. Auch verurteilte er die gewaltsame Reaktion von Muslimen, die in einigen Ländern beaobachtet werden konnten, sowie das Töten von unschuldigen Personen, darunter Botschafter und Diplomaten. Der von einem israelischen Amerikaner produzierte Film, der den Propheten Muhammad als Betrüger, Kinderschänder und Frauenheld darstellt, verursachte einen Aufruhr in der muslimischen Welt, der in Gewalt und weltweiten Protesten gegen Amerika endete. (ANI)
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28.September 2012
Muslimischer Führer ruft zum Frieden und zur Einschränkung der Redefreiheit ob des aufwiegelnden Videos auf von Graham Lanktree
Das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, der fünfte Kalif, ruft die Muslime weltweit dazu auf, sich in einem friedlichen Protest gegen den Film „The Inno- cence of Muslims“ zu vereinigen.
Nach Wochen der Gewalt, die wegen eines Amateurvideos, der den muslimischen Glauben kritisiert hat, ausgebrochen ist, werden Mit- glieder der islamischen Gemeinde Ottowa in einem Treffen am Sams- tag zu einem Ende der Gewalt und der Einschränkung der Redefrei- heit aufrufen.
„Es ist gegen die Lehren des Islam, Flaggen zu verbrennen, Eigentum niederzubrennen und Menschen zu töten – Botschafter eingeschlos- sen“, sagte Imtiaz Ahmad, ein islamischer Missionar und Gemeinde- vorsitzender. „Es gibt einen feinen Unterschied zwischen der Rede- freiheit und das Verletzen der Gefühle anderer. Wenn andere verletzt werden, dann sollte die Redefreiheit eingeschränkt werden.“
Ahmed hofft, die 400 Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde Ottowa, einer kleinen muslimischen Gemeinde, die in Pakistan verfolgt wird, als Publikum zu gewinnen, um mit ihr die Botschaft der Ablehnung von Gewalt teilen zu können.
„Die beste Reaktion besteht darin, Gott den Allmächtigen um Seine Hilfe zu bitten und selbst ein Vorbild zu sein“, sagte er. „Gewalt ist nie eine Lösung. Wir verurteilen auch das in Amerika produzierte Video und die Karikaturen in Frankreich.“
Internationale Berichterstattung
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Am 21. September rief Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, das spirituel- le Oberhaupt der Ahmadis, zur Einschränkung der Redefreiheit auf, damit die religiösen Gefühle aller Menschen geschützt bleiben.
„Wir sind dankbar dafür, dass die Kanadische Regierung uns die Frei- heit eingeräumt hat, unseren Glauben zu praktizieren“, sagte Ahmad.
„ In meinem Heimatland können wir uns nicht einmal selbst als Mus- lime bezeichnen“, fügte er hinsichtlich der zahlreichen und regelmä- ßig stattfindenden Angriffe auf die 2 bis 5 Millionen pakistanischen Ahmadi-Muslime an.
„Jede Religion respektiert seinen eigenen Propheten. Christen respek- tieren Jesus Christus, Friede sei auf ihm“, sagte er. „Doch manches Mal benutzen ignorante Kleriker Personen für ihre persönlichen Inte- ressen. Der Prophet Muhammad hat uns nie gelehrt, auf die Straßen zu gehen und Gewalt zu erzeugen.“
Imtiaz Ahmed wird am Samstag, den 29. September, um 17:00 in 2610 Market St. in Cumberland, einen Gesprächsabend, in dem Gewalt verurteilt wird, moderieren.
Internationale Berichterstattung
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Reporter: Garth Bray
In Europa haben moderate muslimische Führer versucht, die auf ihre Region ausweitende Gewalt zu stoppen, und es scheint so weit auch zu funktionieren. Unserem Europa Korrespondenten Garth Bray wur- de ein seltener Zugang zu einer Londoner Moschee gewährt.
Während in Asien und im Mittleren Osten Amerika-Flaggen brennen, scheinen in Paris, also dort, wo Karikaturen eines nackten Propheten Muhammad veröffentlicht wurden, Aufrufe zur Beruhigung zu fruch- ten. So auch in Großbritannien.
Ich wurde in diese Moschee eingeladen, die derart bestrebt war, ihre moderaten Ansichten zu zeigen, dass auch zwei weibliche Reporter willkommen geheißen wurden. Der Kalif hat den Filmemacher und den Karikaturisten verurteilt.
„Allah der Allmächtige wird die Hölle mit diesen Menschen füllen.“ Doch postwendend erinnerte er seine Zuhörer daran, dass es nicht ihnen zustehe, die Bösen zu bestrafen.
„Wir glauben nicht an irgendeine Form der Gewalt und Sie haben nie- mals beobachtet oder gesehen, wie irgendein Ahmadi in diese Art von Protest und Gewalt verwickelt war.“
Diejenigen, die diese Moschee im Südwesten Londons gebaut haben, sagen, dass sie die größte in Westeuropa sei, und dass Muslime aus hundert Nationen die Worte, die in ihr gesprochen wurden und sie dazu aufgerufen haben, nicht mehr zu machen, als sich gegen die Ver- unglimpfung ihrer Religion, wie in den Karikaturen und dem Film gesehen, artikulativ zur Wehr zu setzen, zugehört haben.
Ihr Führer, der Kalif, gab mir gegenüber jedoch zu, dass es viel mehr Muslime gibt, die sich darauf vorbereiten, viel Schlimmeres zu ma-
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chen. Er sagt: „Es sind keine antiwestlichen Gefühle, sondern es ist vielmehr das Aufwiegeln anderer, um die eigene Gefolgschaft zu ver- größern.“ Natürlich würden seine Worte – als Oberhaupt einer klei- nen muslimischen Gemeinde – nicht viele von ihnen bewegen noch die Gewalt an Orten wie Peshawar eindämmen.
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Vorzüglichkeit zeigt sich dort, wo sie selbst Feinde anerkennen
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19 „Ihr nennt mich nichtgläubig, indes werde ich erstens auf- gezehrt und völlig eingenommen von der Liebe zu Gott und anschließend von der Liebe zum Heiligen Propheten (Friede und Segen Allahs seien auf ihm). Wenn diese beiden alles verzehren- den Lieben jemanden zu einem Nichtgläubigen machen, dann, bei Gott, bin ich der größte Nichtgläubige von allen.“ (Erklärende Übersetzung)
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In seiner englischen Übersetzung des Heiligen Korans schreibt der Schriftsteller George Scale mit Bezug auf Spanhemius, einem über- zeugten Feind des Islam, der viel Negatives über den Propheten Mu- hammadsaw gesagt hat:
„...wie verbrecherisch Muhammad durch die Erfindung einer fal- schen Religion für die Menschheit auch immer gewesen sein mag, der Lob für seine wahren Tugenden kann ihm nicht abgesprochen wer- den; noch kann ich etwas anderes, als der Aufrichtigkeit des frommen und gelehrten Spanhemius zu applaudieren, der, wiewohl er ihn als gefährlichen Betrüger ansah, doch auch akzeptierte, dass er reichlich mit natürlichen Gaben gesegnet war, schön in seinem Wesen, von sub- tilem Geist, einem annehmlichen Verhalten, großzügig zu den Armen, zuvorkommend gegenüber jedermann und tapfer dem Feinde entge- gentretend, und über allem eine große Ehrerbietung für Gottes Na- men; streng gegenüber den Eidbrüchigen, den Ehebrechern, Mördern, Verleumdern, Verschwendern, Habgierigen, falsch Bezeugenden etc. Ein großer Prediger von Geduld, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Großzügigkeit, Dankbarkeit, des Ehrens von Eltern und Vorgesetzten, und ein ständiger Preiser des göttlichen Lobs.“20
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20 George Sale. To the Reader. In: The Koran: Commonly called the Alkoran of Moham- med. J. B. Lippincott & Co., PA. S. vi‐vii (1860).
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Ein andere Schriftsteller, Stanley Lane-Pool, schreibt:
„Freigebig vergab er den Quraisch all die Jahre des Leids und der grausamen Verhöhnung, in denen sie ihn quälten, und begnadigte die gesamte Bevölkerung Mekkas...auf diese Weise trat Muhammad wie- der in seine Heimatstadt ein. In den Annalen der Eroberung wird es keinen Triumphmarsch geben, der mit diesem zu vergleichen ist.“21
In „The Outline of History“ schreibt Professor H.G. Wells hinsicht- lich eines der größten Beweise des Prophetentums des Propheten Mu- hammadsaw:
„Weil diejenigen, die ihn am besten kannten, ihm am meisten glaub- ten...Muhammad war auf keinen Fall ein Hochstapler...es gibt kein Zweifel darin, dass der Islam viele ausgezeichnete und edle Eigen- schaften besitzt...Sie erschufen eine von weitverbreiteter Grausamkeit und sozialer Unterdrückung befreitere Gesellschaft, als eine Gesell- schaft in der Welt bis dato jemals gewesen ist.“22
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21 Stanley Lane‐Poole. Introduction. In: Speeches and Table Talk of the Prophet Mu- hammad. Macmillan & Co., London. S. xlvi (1882).
22 H.G. Wells. Part II: Muhammad and Islam. In: The Outline of History. University of Michigan Library., MI. S. 269 (1920).
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In seinem Buch „Islam at the Crossroads“ schreibt De Lacy O’Leary:
Wie auch immer, die Geschichte bezeugt, dass die Legende von fana- tischen Muslimen, die über die Welt fegen und eroberten Völkern mit dem Schwert den Islam aufzwingen, zu den fantastischsten und ab- surdesten Mythen gehört, die Historiker jemals wiederholt haben.“23
In einer Aussage, die im „Young India“ veröffentlicht wurde, sagte Mahatma Gandhi:
„Ich wollte etwas erfahren über einen der Besten, welcher heute un- bestritten Einfluss hat auf die Herzen von Millionen Menschen… Und ich gelangte immer mehr zu der Überzeugung, dass es nicht das Schwert war, welches in jenen Tagen für den Islam einen Platz ge- wonnen hat im Bauplan dieser Welt. Es war die strikte Einfachheit, die äußerste Selbstverleugnung des Propheten, die gewissenhafte Einhaltung seiner Versprechen, seine intensive Hingabe an Freunde und Nachfolger, seine Unerschrockenheit, seine Furchtlosigkeit, sein absolutes Vertrauen in Gott und seine eigene Mission. All dies und nicht das Schwert war das tragende Fundament und überwand jedes Hindernis. Als ich den zweiten Band (der Biographie des Propheten) abschloss, bedauerte ich, dass ich nicht noch mehr lesen konnte über dieses großartige Leben.“24
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23 De Lacy O’Leary. Islam at the Crossroads. Kegan Paul., London, S.8 (1923).
24 Mahatma Gandhi. Young India. 23. September 1924.
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Sir John Bagot Glubb, ein Offzier, der 1986 verstorben ist, schreibt im Fazit seines Buches:
„Welche Meinung der Leser auch gebildet haben mag, wenn er zum Ende dieses Buches gelangt ist, es ist schwierig zu leugnen, dass Mu- hammads Berufung augenfällige Ähnlichkeiten zu unzähligen ande- ren Berichten von gleichen Visionen hat, enthalten im Alten sowie Neuen Testament, in den Erfahrungen christlicher Heiliger, wahr- scheinlich auch unter Hindus und Angehörigen anderer Religionen. Solche Visionen haben darüberhinaus häufig den Beginn eines Lebens von großer Heiligkeit und heroischer Tugend markiert. Solche Phä- nomene mit Selbsttäuschung gleichzusetzen, scheint schwerlich eine adäquate Erklärung zu sein, da sie von vielen Personen erfahren wur- den, die zeitlich voneinander getrennt sind durch tausende von Jahren und räumlich durch tausende von Meilen und die höchstwahrschein- lich nicht einmal voneinander gehört haben. Trotzdem scheinen die Berichte ihrer Visionen außergewöhnliche Ähnlichkeiten miteinander aufzuweisen. Es scheint wenig vernünftig, zu vermuten, dass all diese Visionäre sich diese augenfällig gleichen Erfahrungen ausgedacht ha- ben, wiewohl sie in völliger Unkenntnis voneinander lebten.“25
Hinsichtlich der Auswanderung der Gefährten des Heiligen Prophe- tensaw nach Abessinien (der Prophetsaw war zu jener Zeit in Mekka) schreibt er:
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25 John Bagot Glubb. The Life and Times of Muhammad. Hodder & Stoughton. 1970 (Nachdruck 2002).
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„Die Liste scheint nahezu alle Personen, die den Islam angenommen haben, beinhaltet zu haben, und der Botschafter Gottes musste un- ter der für gewöhnlich feindlich gesinnten Einwohner Mekkas wohl mit einer stark verminderten Gruppe von Anhängern zurückgeblie- ben sein; eine Situation, die sein beträchtliches Maß an Tapferkeit und Überzeugung beweist.“26
In seinem Buch „A History of the Intellectual Development of Euro- pe“ schreibt John William Draper:
„Vier Jahre nach dem Tode von Justinian, 569 n.Chr., wurde in Mek- ka, Arabien, der Mann geboren, der unter allen Männern den größ- ten Einfluss auf die Menschheit gehabt hat… Muhammad, von Eu- ropäern mit dem Beinamen ‚der Hochstapler‘ versehen...Muhammad besaß jene Kombination von Eigenschaften, die mehr als einmal das Schicksal von Imperien besiegelte. Ein predigender Soldat, eloquent auf der Kanzel, tapfer auf dem Feld. Seine Theologie war einfach: ‚Es gibt nur einen Gott.‘ [Die Quintessenz der Religion ist, dass Gott Eins ist]...Um diese ewigwährende Wahrheit durchzusetzen, beschäftigte er sich nicht mit sinnloser Metaphysik, sondern setzte sich dafür ein, durch Regeln hinsichtlich der persönlichen Sauberkeit, der Nüchtern- heit, dem Fasten und Beten die sozialen Umstände seines Volkes zu verbessern. Mehr als jede andere Arbeit wertschätzte er das Almosen- geben und die Nächstenliebe.“27
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26 Ebd.
27 John William Draper, M.D., L.L.D. A History of the Intellectual Development of Europe. Harper and Brothers Publishers., NY. S. 244(1863).
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Der berühmte Orientalist William Montgomery Watt schreibt in sei- nem Buch „Muhammad in Medina“:
„Je mehr man über die Geschichte Muhammads und des Frühen Is- lam nachdenkt, desto mehr ist man über die Größe seiner Errungen- schaft erstaunt. Die Umstände statteten ihn mit einer Möglichkeit aus, die nur wenige Männer gehabt haben, der Mann indes traf den Nerv seiner Zeit. Ohne seine Begabungen als Seher, Staatsmann, Verwalter und, dem zugrundeliegend, sein Vertrauen in Gott und seinen festen Glauben, dass Gott ihn gesandt hat, wäre ein bemerkenswertes Kapi- tel in der Geschichte der Menschheit ungeschrieben geblieben. Es ist meine Hoffnung, dass diese Studie über sein Leben einen Beitrag zu einer neuen Würdigung und Wertschätzung einer der größten Söhne Adams leisten möge.“28
Der berühmte christliche Historiker, Pfarrer Bosworth Smith, schreibt in seinem Buch „Muhammad and Muhammadanism“:
„Er war Cäsar und Papst in einem: aber er war ein Papst ohne Anma- ßung und ein Cäsar ohne die Legionen: ohne ein stehendes Heer, ohne Leibwache, ohne einen Palast und ohne ein festes Staatseinkommen; wenn irgendein Mann das Recht zu sagen hätte, dass er von Gottes
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28 William Montgomery Watt. Muhammad at Madina. Oxford University Press. S. 335 (1981).
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Gnaden regierte, dann war es Muhammad, weil er die ganze Macht ohne ihre Instrumente und ohne ihre Stütze besaß.“29
„Diejenigen, die ihn am besten kannten, seine Frau, sein sonderlicher Sklave, sein Cousin, sein erster Freund – der, wie Muhammad sagte, als einziger Konvertierte „nicht umkehrte noch verdutzt war“ – waren die ersten, die seine Mission anerkannten. Das gewöhnliche Schicksal eines Propheten hat sich in seinem Fall verkehrt; er war nicht ohne Ehre, außer bei jenen, die ihn nicht gut kannten.“30
„Die von Muhammad verbotenen, ja, nicht nur verbotenen, son- dern abgeschafften, Praktiken wie menschliche Opfer, das Töten von weiblichen Säuglingen, Blutfehden, unbegrenzte Vielweiberei, mut- willige Grausamkeit gegenüber Sklaven, Trunkenheit und Glücks- spiel hätten in Arabien und den angrenzenden Ländern ungehindert weiterexistiert.“31
„Ohne den festesten Glauben an die Wahrhaftigkeit und das Gute seiner Sache kann niemand das bewerkstelligen, was Muhammad bewerkstelligt hat...alles gilt es zu beweisen; der wahre Liebende er- reicht langsam und schmerzhaft das, was er glaubte, die Wahrheit zu sein.“32
„Zu sagen, dass Arabien eine Erneuerung benötigte, bedeutet in an- deren Worten nichts anderes, als dass die Zeit für einen neuen Pro-
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29 Rev. Bosworth Smith. Character of Mohammad. In: Mohammad and Mohammadanism. Smith, Elder & Co., London. S. 235 (1876).
30 Ebd. S. 127.
31 Ebd. S. 125.
32 Ebd. S. 127.
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pheten gekommen war; und warum sollte dieser Prophet nicht Mu- hammad selbst gewesen sein? Der gründlichste und aktuellste Autor zu diesem Thema, Sprenger, hat gezeigt, dass einige hundert Jahre vor Muhammad die Ankunft eines Propheten erwartet, ja, sogar vorher- gesagt wurde.“33
„In der Gänze wundert es mich nicht, wie sehr, sondern wie wenig sich Muhammad unter den sich verändernden Umständen wandelte. Als Schafhirte in der Wüste, als Händler in Syrien, in der Einsamkeit des Berges Hira, als Reformer einer Minderheit, im Exil in Medina, als anerkannter Eroberer und auch als jemand, der mit dem persischen Khosroes und dem griechischen Heraklius geichgestellt war, können wir noch immer eine substantielle Einheit wahrnehmen. Ich zweifle, dass es jemals einen Mann gab, dessen äußere Umstände sich derart veränderten, während er selbst sich wenig verändern musste, um ih- nen gerecht zu werden: die Akzidenzen änderten sich, die Substanz scheint mir in allen gleich zu sein.“34
Washington Irving schreibt in seinem Buch „Life of Muhammad“:
„Seine militärischen Erfolge haben bei ihm keinen Stolz noch Eitel- keiten hervorgerufen wie es geschehen wäre, wären diese für eigene Zwecke erlangt worden. In der Zeit seiner größten Macht bewahrte er die gleiche Einfachheit in seinem Benehmen und seinem Erscheinen
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33 Ebd. S. 133.
34 Ebd.
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wie in den Tagen der Not. So weit entfernt von Regententum war er verärgert, wurden ihm beim Betreten eines Raumes ungewöhnliche Ehreerbietungen dargebracht.“35
Sir William Muir war ein Orientalist, der, wiewohl er einiges gegen den Islam äußerte, geschrieben hat:
„Gründlich und abschließend in all seinen Handlungen, nahm er keine Arbeit auf, die er nicht zu einem Ende brachte. Die gleiche Ei- genschaft durchzieht sein Verhalten im sozialen Miteinander. Wenn er sich in einer Konversation einem Freund zuwandte, so wandte er sich ihm nicht nur teilweise zu, sondern mit seinem ganzen Gesicht und gesamten Körper. Beim Händeschütteln war er nicht derjenige, der seine Hand als erstes zurückzog; noch war er der erste, der mit ei- nem Fremden das Gespräch zuerst beendete; noch sein Ohr abwand- te. Eine ehrwürdige Einfachheit durchzog sein Leben. Es war seine Gewohnheit, alles selbst zu erledigen. Wenn er Almosen gab, dann legte er sie mit seinen eigenen Händen in die des Empfängers. Er un- terstützte seine Frauen in ihrer Hausarbeit...Er hatte zu jedem leichten Zugang... Botschafter und Delegationen wurden mit der äußersten Höflichkeit und Rücksichtsnahme empfangen. Wenn es um Angele- genheiten der Exekutive ging oder um anderen den Staat betreffende Belange, zeigte Muhammad alle Qualitäten eines fähigen und erfahre- nen Herrschers. Was dies noch merkwürdiger erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass er selbst nicht schreiben konnte. Ein bemerkenswertes
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35 Washington Irving. The Life of Mahomet. Bernard Tauchnitz,. Leipzig. S. 272‐3(1850)
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Merkmal war die Gewandtheit und Rücksicht, mit der Muhammad selbst die Unbedeutendsten seiner Anhänger behandelte. Bescheiden- heit und Freundlichkeit, Geduld, Selbstverleugnung und Großzügig- keit durchzogen sein Verhalten und zogen die Zuneigung von allen, die ihn umgaben, an. Er mochte es nicht, „nein“ zu sagen. Wenn er nicht dazu in der Lage, einem Bittsteller affirmativ zu antworten, so bevorzugte er, zu schweigen. Er war nicht bekannt dafür, jemals eine Einladung, und auch nicht von den Niederrangigsten, ausgeschlagen zu haben, noch ein ihm angebotenes Geschenk, wie klein es auch ge- wesen sein mag, nicht angenommen zu haben. Er besaß die seltene Fähigkeit, jeder einzelnen Person in einer Gesellschaft das Gefühl zu geben, dass sie der Ehrengast sei. Wenn er jemanden traf, der über einen Erfolg frohlockte, so würde er freudig und liebevoll seine Hand ergreifen. Mitfühlend sympathisierte er mit den Leidtragenden und Gequälten. Sanft gegenüber kleinen Kindern, würde er es nicht ver- schmähen, eine spielende Gruppe von ihnen mit dem Friedensgruß anzusprechen. Selbst in Zeiten des Mangels teilte er sein Essen mit an- deren und war unermüdlich besorgt um das persönliche Wohlbefin- den von jedem, außer sich selbst. Ein freundlicher und wohlgesinnter Ton durchzieht all die Beschreibungen seines Charakters.
Muhammad war ein treuer Freund. Er liebte Abu Bakr mit der tiefen Zuneigung eines Bruders; Ali mit der liebevollen Befangenheit eines Vaters. Der freigelassene Zaid war derart gefesselt von der Liebens- würdigkeit des Propheten, dass er es bevorzugte, in Mekka zu ver- weilen, anstatt mit seinem Vater Nachhause zu kehren. „Ich werde dich nicht verlassen“, sagte er, sich an seinen Wohltäter klammernd,
„weil Du mir Vater und Mutter warst“. Muhammads Freundschaft überlebte den Tod von Zaid und dessen Sohn, Usama, wurde von ihm seines Vaters wegen bevorzugt behandelt. Uthman und Umar waren auch Gegenstand besonderer Zuneigung; und der Eifer, mit dem der
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Prophet in Hudaibiyya den Schwur am Baum initiierte und schwor, dass er seinen belagerten Schwiegersohn bis auf den Tod verteidi- gen würde, war ein sichtbarer Beweis treuer Freundschaft. Zahlrei- che weitere Beispiele von Muhammads inbrünstiger und standhafter Unterstützung könnten angeführt werden. Seine Liebe war nie fehl am Platz; sie wurde jedes Mal erwidert mit warmer und selbstaufop- fernder Liebe. In Ausübung einer absolut diktatorischen Macht war Muhammad gerecht und gemäßigt. Noch war er in seiner gemäßig- ten Art seinen Feinden gegenüber verlangend, wenn sie sich einmal frohgemut seinen Ansprüchen unterordneten. Der von den mekka- nischen Bewohnern lange und trotzig geführte Kampf gegen seinen Anspruch könnte ihren Eroberer dazu verleiten, seiner Empörung durch unauslöschbare Spuren von Feuer und Blut Ausdruck zu ver- leihen. Muhammad jedoch vergab, abgesehen von einigen Kriminel- len, ihnen allen; und, nobel die Erinnerungen der Vergangenheit, mit all dem Hohn, den Beleidigungen und der Verfolgung, in der Verges- senheit verbergend, behandelte er selbst seine ärgsten Feinde mit ei- ner gütigen, ja, sogar freundlichen Rücksichtsnahme. Nicht weniger kennzeichnend war die Nachsicht Abdullah und den enttäuschten Einwohnern Medinas [d. h. den Heuchlern] gegenüber, die jahrelang immer wieder seine Pläne durchkreuzten und sich seiner Autorität widersetzten, noch die Gnade, mit der er die unterwürfigen Annähe- rungsversuche von Stämmen empfing, die noch in der Stunde seines Sieges zu den Feindlichsten überhaupt gehörten.“36
Obwohl er an diversen Stellen in Opposition zum Heiligen Koran schrieb, formuliert er hier:
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36 Sir William Muir. Life of Muhammad (Volume IV). Smith, Elder and Company., London. S. 303‐307 (1861).
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„Es ist eine nachhaltige Bestärkigung der Aufrichtigkeit Mahomets, dass die ersten Konvertierten enge Freunde und Haushaltsangehö- rige waren, die, wohl vertraut mit seinem Privatleben, nicht anders hätten können, als jene Diskrepanzen aufzuspüren, die mehr oder weniger ausnahmslos vorhanden sein müssen zwischen dem Auftre- ten eines heuchlerischen Betrügers in der Öffentlichkeit und seinen Handlungen Zuhause.“37
Sir Thomas Carlyle diskutiert die Tatsache, dass der Prophet Mu- hammadsaw analphabet war. Er schreibt:
„Einen anderen Umstand dürfen wir nicht vergessen: er besaß kei- ne Schulbildung; nichts von dem, was wir Schulbildung nennen. Die Kunst des Schreibens wurde soeben erst in Arabien eingeführt; es scheint die richtige Ansicht zu sein, dass Muhammad nie im Leben schreiben konnte! Das Leben in der Wüste, mit all seinen Erfahrun- gen, war seine Bildung. Jenes aus dem unendlichen Universum, was er von seinem dunklen Ort, mit seinen eigenen Augen und Gedanken aufnehmen konnte – das, und nicht mehr davon, konnte er wissen. Diese Tatsache, keine Bücher zu besitzen, ist recht sonderbar, wenn man über sie nachdenkt. Außer das, was er selbst sehen konnte, oder das, was in der obskuren Wüste Arabiens an Gerüchten im Umlauf war, konnte er nichts wissen. Die Weisheit, die vor ihm vorhanden war oder die in einer gewissen Distanz zu ihm war, war so gut wie
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37 Sir William Muir. Life of Muhammad (Volume II). Smith, Elder and Company., London. S. 97‐8 (1861).
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nicht vorhanden für ihn. Von den großen Bruderseelen, deren Fackeln durch die Länder und Zeiten hinweg aufflammten, kommunizierte keine direkt mit dieser großen Seele. Er ist alleine und muss tief im Herzen der Wildnis aufwachsen, alleine mit der Natur und seinen ei- genen Gedanken.“38
Hinsichtlich der Heirat des Prophetensaw und seinen häuslichen Bezie- hungen schreibt Carlyle:
„Wie er mit Khadija, einer reichen Witwe, zusammenkam, als ihr An- gestellter arbeitete und für ihren Handel umherreiste, immer wieder zu den Fairs nach Syrien; wie er all dies, wie man es gut nachvollzie- hen kann, mit Redlichkeit und Gewandheit bewerkstelligte; wie ihre Dankbarkeit und ihre Achtung für ihn wuchs: Die Geschichte ihrer Heirat ist alles in allem so, wie die arabischen Autoren sie uns näher- bringen, vollkommen verständlich. Er war fünfundzwanzig, sie vier- zig. Er scheint auf eine äußerst liebevolle, friedliche und bekömmliche Weise mit dieser rechtlich angetrauten Gönnerin gelebt zu haben; sie, und nur sie allein, wahrhaftig geliebt zu haben. Die Tatsache, dass er gänzlich tadellos, gänzlich ruhig und auf eine gewöhnliche Weise gelebt hat, bis die Hitze seiner Jahre vorüber war, widerspricht voll- kommen der Hochstapler-Theorie.“39
„Unsere gegenwärtige Annahme über Mahomet, wonach er ein int- riganter Hochstapler sei, eine Verkörperung des Falschen, dass seine Religion eine bloße Anhäufung von Quacksalberei und Albernheit sei, beginnt derzeit für jedermann unhaltbar zu sein. Die Lügen, die der
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38 Thomas Carlyle. On Heroes, Hero‐Worship and the Heroic in History. Wiley and Putnam., NY. S.47 (1846).
39 Ebd. S. 48.
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wohlmeinende Eifer um diesen Mann herum angehäuft hat, sind nur eine Schmach für uns selbst...Es ist an der Zeit, all dies zu verwer- fen. Die von diesem Mann gesprochenen Worte stellten die Lebens- richtlinien von nun 180 Millionen Menschen in diesen zwölfhundert Jahren dar [Er schrieb dies im 19. Jahrhundert]...Eine größere Anzahl von Gottes Geschöpfen glaubt zu dieser Stunde an Mahomets Worten, denn an irgendwelchen anderen Worten.“40
Der französische Philosoph Lamartine schreibt in seinem Buch „His- tory of Turkey“:
„Wenn die Großartigkeit der Absicht, die Bescheidenheit der Mittel und die Unermesslichkeit des Ergebnisses drei Maßstäbe für das Ge- nie des Mannes wären, wer wagte dann auf menschliche Weise einen großen Mann der modernen Geschichte mit Mahomet zu vergleichen? Die Berühmtesten unter ihnen bewegten lediglich Waffen, Gesetze oder Reiche; sie gründeten, wenn überhaupt sie etwas gründeten, nur materielle Mächte, in sich zusammengefallen oft vor ihnen selbst. Jener bewegte Armeen, Gesetzgebungen, Reiche, Völker, Dynastien, Millionen von Menschen auf einem Drittel des bewohnten Erdballs; mehr noch, er bewegte Ideen, Glauben und Seelen. Er gründete um ein Buch herum, von dem jeder Buchstabe Gesetz wurde, eine Ge- meinschaft des Geistes, die die Völker aller Sprachen und aller Rassen einschließt...“41
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40 Thomas Carlyle. On Heroes, Hero‐Worship and the Heroic in History. Wiley and Putnam., NY. S.60‐1 (1846).
41 A. De Lamartine. History of Turkey (English Translation). D. Appleton
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„Philosoph, Redner, Apostel, Gesetzgeber, Krieger, Ideengeber, Wie- derbegründer rationeller Dogmen eines Kultes ohne Bilder, Gründer von zwanzig irdischen und einem spirituelle Reiche, das ist Mu- hammad. Wie man auch die menschliche Größe bemisst, welcher Mann war je größer?“42
John Davenport schreibt:
„Ist es möglich zu verbergen, so fragen wir uns, dass der Mann, der so großartige und nachhaltige Reformen in seinem Land einleitete, indem er die Anbetung des einen und wahren Gottes statt des rohen und erniedrigenden Gottesdienstes, in dem seine Landsleute seit Jah- ren versunken waren, einsetzte...nur ein bloßer Hochstapler gewesen ist, oder dass seine gesamte Laufbahn eine der schieren Heuchelei war? Können wir uns vorstellen, dass seine heilige Mission bloß eine Erfindung von ihm war, dessen Falschheit ihm durchweg bewusst war? Nein, es ist sicher, dass nur ein Bewusstsein mit wahrhaftig rechtschaffenen Absichten Muhammad so beständig und andauernd, ohne jemals zurückzuweichen oder zu schwanken, ohne sich jemals, von der ersten Offenbarung gegenüber Khadija bis zu seiner letz- ten, seinen engsten Beziehungen und Gefährten zu verraten, tragen konnte.“43
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& Co., NY. S. 154 (1855‐7).
42 Ebd. S. 155.
43 John Davenport. An Apology for Mohammed and the Koran. J.Davy & Sons., Lon- don. S.139 (1869).
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„Wären westliche Fürsten statt den Sarazenern und den Türken die Herren Asiens, dann hätten sie den Mohammedanismus nicht der- art toleriert wie die Mohammedaner das Christentum toleriert haben, das ja selbst mit der unbarmherzigsten Grausamkeit jene ihres Glau- bens verfolgt hat, das es für andersgläubig erklärt hat.“44
„Es besteht kein Zweifel darin, dass unter allen Gesetzgebern und Eroberern es keinen einzigen gibt, dessen Lebensgeschichte detailrei- cher und authentischer rekonstruiert werden kann, als die des Pro- pheten Muhammad.“45
Michael H. Hart schreibt in seinem Buch, einer Rangliste der einfluss- reichsten Personen der Geschichte:
„Dass ich Mohammed die Liste der 100 einflussreichsten Personen der Weltgeschichte anführen ließ, mag einige Leser überraschen und mag durch einige in Frage gestellt werden. Aber er war der einzige Mann in der Geschichte, der sowohl auf religiösem als auch auf welt- lichem Gebiet erfolgreich war.“46
„Wie kann man nun den gesamten Einfluss Muhammads auf die Menschheitsgeschichte einschätzen? Wie jede andere Religion übt der Islam einen großen Einfluss auf das Leben ihrer Anhänger aus. Dies ist der Grund dafür, dass die Begründer der größten Weltreligion al- lesamt weit vorne in diesem Buch platziert sind. Da es auf der Welt
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44 Ebd. S. 82.
45 Ebd.
46 Michael H. Hart. The 100: A Ranking of the most influential Persons in History. Carol publishing group., S.3.
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grob geschätzt ungefähr doppelt so viele Christen wie Muslime gibt [dies bezieht sich auf die Zeit, als er das Buch geschrieben hat], mag es zunächst eigenartig erscheinen, dass Muhammad vor Jesus rangiert. Für diese Entscheidung gibt es zwei Hauptgründe. Erstens, Mu- hammad hat eine weit größere Rolle gespielt in der Entwicklung des Islam als Jesus in der Entwicklung des Christentums. Obwohl Jesus verantwortlich war für die wesentlichen ethischen und moralischen Grundsätze des Christentums [für jene, die sich vom Judentum unter- schieden], so war es jedoch Paulus, der sich vorrangig für die christli- che Theologie verantwortlich zeichnet, sein erster Bekehrer war und der Verfasser eines großen Teils des Neuen Testaments. Muhammad indes war sowohl für die Theologie des Islam als auch die morali- schen Prinzipien verantwortlich. Außerdem spielte er die Hauptrolle in der Verbreitung des neuen Glaubens und in der Etablierung der religiösen Praxis des Islam. Darüberhinaus ist er der Verfasser der hei- ligen Schrift der Muslime, des Koran [in anderen Worten: die Feinde des Islam werden mit hoher Wahrscheinlichkeit das behaupten], eine Sammlung von Erkenntnissen Muhammads, die, wie er glaubte, ihm direkt von Allah offenbart wurden. Die meisten dieser Äußerungen wurden mehr oder weniger wirklichkeitsgetreu während der Lebens- zeit von Muhammad kopiert und nach seinem Tod auf verbindliche Weise zusammengetragen. Deswegen gibt der Koran sehr genau die Ideen und die Lehre und in beträchtlichem Maße auch die genauen Worte von Muhammad wieder. Von den Lehren Christi hat nicht eine derartig detaillierte Zusammenstellung überlebt. Da der Koran für die Muslime zumindest genauso wichtig ist wie die Bibel für die Christen, muss Muhammads Einfluss über das Medium Koran enorm gewesen sein. Es ist wahrscheinlich der Fall, dass relativ gesehen Muhammads Einfluss auf den Islam größer gewesen ist, als zusammengenommen der Einfluss von Jesus Christus und Paulus auf das Christentum. Auf
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dem religiösen Gebiet allein scheint Muhammad auf die Menschheits- geschichte genauso einflussreich gewesen zu sein wie Jesus.“47
Karen Armstrong schreibt in „Muhammad: Eine Biografie des Pro- pheten“:
„Muhammad musste nahezu ganz von vorn anfangen und sich seinen Weg zur radikal-monotheistischen Spritualität alleine bahnen. Zu Be- ginn seiner Mission hätte ihm ein leidenschaftsloser Beobachter keine Chance eingeräumt. Die Araber, an die er sich wandte, waren einfach noch nicht bereit für den Monotheismus: für diese anspruchsvolle Vi- sion [d. h. Tauhid, der Glaube an die Einheit Gottes] waren sie noch nicht ausreichend entwickelt. Tatsächlich könnte der Versuch, sie in dieser gewalttätigen und furchteinflößenden Gesellschaft auf breiter Basis einzuführen, äußerst gefährlich sein und Muhammad könnte sich glücklich schätzen, mit seinem Leben davonzukommen. Und tatsächlich war Muhammad auch ständig in Gefahr und sein Überle- ben grenzt an ein Wunder. Doch er war erfolgreich. Zum Ende seines Lebens hatte er die Wurzel des ständigen Kreislaufs der Gewalt zwi- schen den Stämmen, die die Region heimsuchte, weggeschlagen und auch das Heidentum bot nicht länger einen Anlass zur Sorge. Die Ara- ber waren bereit, ein neues Kapitel ihrer Geschichte aufzuschlagen.“48
„Schlussendlich war es der Westen, nicht der Islam, der die offene Dis- kussion über religiöse Themen untersagte. Zu Zeiten der Kreuzzüge
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47 Ebd. S. 8,9.
48 Karen Armstrong. Muhammad - A Biography of the Prophet. Harper Collins Publis- hers., NY. S. 53‐54 (1993).
Westliche Gelehrte über den Heiligen Prophetensaw
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schien Europa besessen von dem Verlangen nach geistiger Gleichför- migkeit und bestrafte seine Abweichler mit einer Inbrunst, die in der Geschichte der Religion ihresgleichen sucht. Die Hexenjagd der Inqui- sation und die Verfolgung von Protestanten durch die Katholiken und umgekehrt waren inspiriert von abstrusen theologischen Meinungen, die sowohl im Islam als auch im Judentum als private und freigestell- te Angelegenheiten angesehen wurden. Weder Judentum noch Islam teilen die christliche Konzeption von Häresie, die menschliche Ideen über das Göttliche auf ein unakzeptables Maß anheben und sie beina- he zu einer Form des Götzendienstes werden lassen.“49
Annie Besant schreibt in ihrem Buch „The Life and Teachings of Mu- hammad“:
„Es ist für keinen, der das Leben und die Stellung des berühmten Pro- pheten von Arabien studiert und weiß, wie er lehrte und lebte, mög- lich, etwas anderes außer Verehrung für jenen großen Propheten, ei- nen der großen Gesandten Gottes, zu empfinden. Und obwohl vieles, was ich in Worte fasse, vielen bekannt ist, fühle ich doch selbst immer, wenn ich es lese, einen neuen Weg der Bewunderung, ein neues Ge- fühl der Verehrung für jenen großen arabischen Lehrer.“50
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49 Ebd. S. 27.
50 Annie Besant. The Life and Teachings of Mohammad. Theosophical Publishing House., India. S. 4 (1932).
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Ruth Cranston schreibt in „World Faith“:
„Muhammadsaw hat niemals einen Krieg oder Blutvergießen ange- fangen. Jeder Krieg, den er kämpfte, war defensiv. Wenn er kämpfte, dann nur, um zu überleben. Er kämpfte mit den Waffen und in der Art und Weise, wie es zu seiner Zeit üblich war. – „Christliche“ Nationen, die heute 140 Millionen Menschen umfassen (1949), und die jüngst
120.000 hilflose Zivilisten mit einer einzigen Bombe töteten, haben ab- solut keine Berechtigung, einem Führer etwas vorwerfen, in dessen Schlachten im schlimmsten Falle fünf bis sechs hundert Menschen fielen. Die Opfer, die (es bei diesen Schlachten) gab, und zwar in der blutrünstigen und dunklen Zeit des siebten Jahrhundertes, wirken kindisch im Vergleich zu den von uns verursachten Opfern in diesem
‚fortgeschrittenen‘ und aufgeklärten Zeitalter. Ganz zu schweigen von den Massenschlachtungen während der Inquisition und der Kreuzzü- ge, als die christlichen Krieger stolz feststellten, dass sie knöcheltief im Blut der muslimischen Ungläubigen liefen.“51
Godfrey Higgins schreibt:
„Nichts ist so geläufig, wie zu vernehmen, dass christliche Priester über die Bigotterie und Intoleranz von Mohameds Religion schimp- fen. Wunderbare Beteuerung und Heuchelei! Wer hat die Morisken
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51 Ruth Cranston. World Faith. Harper and Row Publishers., NY. S. 155 (1949).
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aus Spanien vertrieben, weil sie nicht wieder zu Christen wurden? Wer tötete Millionen von Mexikanern und Peruanern und machte sie allesamt zu Sklaven, weil sie nicht Christen waren? Welch Gegenteil zeigten die Mohammedaner in Griechenland! Jahrhundertelang war es den Christen erlaubt, friedfertig im Besitz ihres Eigentums, ihrer Re- ligion, ihrer Priester, Bischöfe, Patriarchen und Kirchen zu leben...“52
„In der Geschichte der Kalifen kann nichts aufgezeigt werden, was auch nur halb so schändlich war wie die Inquisation, nicht ein Beispiel einer Person, die für ihre religiöse Gesinnung brannte; noch, so glaube ich, wurde in Zeiten des Friedens auch nur eine Person getötet, nur weil sie den Islam nicht angenommen hatte.“53
In „History of the Saracen Empire“ schreibt Edward Gibbon:
„Es ist nicht die Verkündung, sondern die Dauerhaftigkeit seiner Religion, die unsere Bewunderung wert ist. Derselbe reine und voll- kommene Eindruck, den er in Mekka und Medina hinterlassen hat, wurde bewahrt. Nach den Revolutionen von zwölf Jahrhunderten durch die indischen, die afrikanischen und die türkischen Bekehrten des Koran…haben die Mohammedaner einheitlich der Versuchung widerstanden, den Gegenstand ihres Glaubens und ihrer Ergeben- heit auf ein Level mit den Sinnen und Vorstellungen des Menschen zu reduzieren. ‚Ich glaube an einen Gott und Mahomet, den Gesand-
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52 Godfrey Higgins. Apology for Mohammed. Lahore. S. 123‐4 (1829).
53 Ebd. S. 52.
Westliche Gelehrte über den Heiligen Prophetensaw
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ten Gottes’ ist das einfache und unveränderliche Bekenntnis des Islam [d. h. niemand ist anbetungswürdig außer Allah und Muhammad ist sein Gesandter]. Das intellektuelle Bild von der Gottheit ist nie durch ein sichtbares Idol degradiert worden; die Ehrungen des Propheten haben niemals das Maß an menschlicher Tugend überschritten und seine lebenden Gebote haben die Dankbarkeit seiner Jünger in den Grenzen der Vernunft und der Religion gebändigt.”54
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54 Edward Gibbon, Simon Oakley. History of the Saracen Empire. Alex Murray & Son., London. S. 54 (1870).
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Stichwortverzeichnis
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Abdullah Atham 32
Abessinien 110 Abkommen in Medina 61 Abu Bakr 116
Achtung 22, 61, 72
A History of the Intellectual De- velopment of Europe 111
Ahmad 58
Ahmadi 19, 20, 30, 40, 43, 46
Ahmadis 31, 36, 37, 38, 42, 43,
46
Ahmadiyya Muslim Jamaat 38 Ali 116
Allah 32, 34, 37, 41, 42, 44, 54,
58, 65, 66, 67, 68, 77, 78,
79, 80, 139
Almosengeben 111 Alphonse de Lamartine 120 Amerika 19, 46, 75, 77
Anerkennung 42
Angst vor dem Islam 85 Annie Besant 125
Antichristen 32, 33
Apostel 121
Arabern 69
Arabien 111, 113
Arbeit 40, 111, 115
Argumente 40, 77
Arya 69
Asien 46, 75, 77
Auswanderung 110
Barmherzigkeit 37, 39, 74, 77,
80, 144
Barmherzigkeit für die Welten 37
BBC 19
Bescheidenheit 116
Beten 80, 111
Beulenpest 71
Bigotterie 126
Bildung 118, 143, 144
Bischöfe 127
Blasphemie 70
Blut 21, 49, 76, 79, 87
Blutfehden 113
Blutspendenaktion 87
Blutvergießen 52, 69, 79
Bosworth Smith 112 Botschaft der Versöhnung 70,
72, 73, 75
Brandstiftung 31, 90, 91
Buch 22, 30, 32, 34, 36, 39, 40,
61, 66, 69, 70, 71, 74, 109,
111, 112, 114, 120, 139
Cäsar 112
Charakter 20, 28, 34
Chinesen 69
Christen 39, 63, 64, 68, 100, 123
Christentum 32, 122, 123
christliche Theologie 123
Stichwortverzeichnis
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Dänemark 30, 38, 40, 42
Davidas 74
Demokratie 44
Demut 33
Diamantjubiläum 22
Dschihad 47, 48, 62, 69
Dschihad-Organisation 47
Durud 78, 79, 80
Ehre 22, 25, 26, 27, 75, 78
Ehrengast 116
Ehrfurcht 77
Ehrgefühl 32, 33, 46, 78
Eigentum 36, 54, 56, 57, 86, 90,
91
Einfachheit 109, 114, 115
Einfluss 57, 109, 111, 122
Einheit 87
Einigkeit 72
Empörung 20, 38, 89, 91
Engel 44, 78, 79
Erdbeben 46, 70, 75, 76, 77
Erde 70
Erfolg 27, 116
Erlöser der Menschheit 87 Erlösung 56, 75, 144
Eroberer 48, 114
Eroberung 108
Europa 46, 68, 75, 77
Exil in Medina 114 Extremismus 86
Fairness 47
Fasten 111
Feder 38
Feuer 42, 43, 70
Fortschritt 45
Freiheit 45, 52, 53, 56, 57, 58, 62,
63, 65, 86
Freiheitsideale 58
Freund 113, 115, 116
Freundlichkeit 61, 70, 116
Frieden 22, 23, 24, 25, 26, 32, 39,
44, 60, 61, 66, 69, 70, 71,
78, 79, 139, 143, 144
Friedenskonferenz 91, 92
Früchte 70
Fürsten 122
Geduld 107, 116 Gemeinschaft des Geistes 120 George Scale 107
Gerechtigkeit 22, 42, 47, 52, 59,
60, 68, 71, 144
Geschenk 22, 27, 68, 116
Gesetz 23, 25, 38, 39, 41, 65, 120
Gesetze 31, 45, 120
Gesetzgeber 121
Getreide 55, 70
Gewalt 20, 31, 42
Gewissensfreiheit 38, 39, 44, 49,
51, 56, 59
Gewissens- und Religionsfrei- heit 48, 53
Stichwortverzeichnis
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Glücksspiel 113
Gnade 50, 65, 67, 78
Gott 20, 23, 31, 32, 33, 34, 36, 37,
38, 41, 46, 53, 54, 56, 59,
65, 67, 143, 144
Gottesfurcht 26, 46, 73, 79
Großmut 70
Großzügigkeit 107, 116
Güte 37, 39, 48, 52, 53, 54
Händeschütteln 115
Händler 114
Hass 43, 60, 69, 91
Hassan bin Sabit 28 Hausarbeit 115
Heidentum 124
Heiligen Prophetensaw 19, 20, 31,
34, 36, 37, 39, 40, 42, 43,
45, 46, 48, 49, 50, 52, 55,
57, 59, 60, 61, 62, 65, 66
Heimsuchung 71
Heirat des Prophetensaw 119 Heraklius 114
Heuchelei 75, 121, 126
Heuchler 74, 117
Hexenjagd 125
H.G Wells 108
Himmel 43, 76, 87
Hochstapler-Theorie 119
Hölle 20, 33
Hudaibiyya 117
Ideen 69, 120
Ideengeber 121
Idol 128
Ikramah 52, 53
Imam 38, 39, 53, 79, 80
Indien 24, 26, 34, 69, 74
Inquisation 125
Intoleranz 126
Isaakas 74
Islam 5, 6, 22, 26, 27, 28, 29, 31,
32, 33, 35, 39, 40, 41, 43,
47, 48, 51, 52, 53, 54, 55,
56, 65, 67, 77, 78, 83, 105,
143, 144
Jakobas 74
Jamaat 14, 20, 31, 32, 38, 39, 40,
141, 143
Japanern 70
Jenseits 41, 43, 49
Jesus 100, 123
Jesusas 74
John Bagot Glubb 110 John William Draper 111 Journalismus 40, 44
Jude 56, 58, 59
Juden 50, 59, 60, 61, 63, 66
Judentum 123
Jünger 128
Stichwortverzeichnis
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Kalif 5, 19, 20, 34, 35, 36, 141,
143, 144
Kanzel 111
Karen Armstrong 124
Karikaturen 31, 38, 39, 40, 42,
45, 46
Katastrophen 46
Katholiken 125
Khadija 119
Khadijara 56
Khaibar 61
Khosroes 114
Kirchen 64, 65, 127
Klerus 68
Königin Elisabeth 22
Konversation 115
Krawalle 38, 42
Kreuzzüge 124
Krieg 37, 50, 51, 62, 66
Krieger 40, 121
Kriegsverbrechen 52
Kultur 36
Lekhram 33, 34
Liebe 21, 28, 29, 32, 37, 42, 43,
56, 57, 58, 60, 72, 79, 80,
88, 117
Life of Muhammad 114
Liste der 100 einflussreichsten Personen der Weltge- schichte 122
Lügner 25, 26, 27, 33, 72, 74
Macht 46, 65, 113, 114
Mahomet 115, 119, 120
Medizin 70
Meinungsfreiheit 44, 45, 47, 52,
59, 85, 86, 89
Mekka 48, 49, 52, 54, 57, 58, 63,
67, 110, 111
Menschenrechte 48
Menschenwürde 61
Menschheit 48, 60, 69, 70
menschliche Opfer 113
Messias 66, 78
Metaphysik 111 Michael H. Hart 122 Milde 52
Mission 109, 113, 121
Mitgefühl 48, 52, 69
Mitleid 55, 73 Mohammad and Mohammadanism 113
Mond 70
Monotheismus 124
Morisken 126
Moses 59, 66, 68
Mosesas 74
Muhammad and Muhammada- nism 112
Muhammad in Medina 112 Muhammadsaw 20, 30, 35, 45, 58,
139
Muslim 5, 14, 20, 21, 28, 31, 35,
37, 38, 58, 59, 62, 65, 79,
141, 143
Muslime 19, 20, 21, 27, 28, 30,
Stichwortverzeichnis
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31, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40,
42, 45, 46, 47, 50, 51, 52, 59,
62, 63, 64, 65, 66, 69, 71, 72,
74, 78, 79, 80, 85, 86, 87, 88,
89, 91, 93, 94, 95, 96, 98, 99,
100, 101, 123, 144
Mutter 57, 58, 74, 75
Nachsicht 117
Nächstenliebe 107, 111
Najran 63
Neuseeland 20
Not 115
Opfer 20
Ordnung 66
Pakistan 43
Papst 112
Patriarchen 127
Paulus 123
Persern 69
Philosoph 120
Priester 64, 68, 69, 126, 127
Prophet 23, 27, 28, 41, 65, 66, 67,
71
Propheten 20, 21, 22, 23, 27, 28,
29, 30, 32, 33, 35, 37, 39, 42,
44, 45, 51, 52, 53, 54, 58, 59,
63, 66, 139
Prophetensaw 31, 32, 33, 34, 35,
36, 37, 39, 40, 41, 42, 43, 45,
46, 48, 49, 50, 52, 53, 54, 55,
57, 58, 59, 60, 61, 62, 65, 66,
77, 78, 79
Prophetsaw 37, 38, 41, 43, 48, 49,
50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57,
58, 59, 60, 61, 62, 65, 67, 78
Protestanten 95, 96, 125
Queen Victoria 22
Quraisch 108
Quraish 51, 63
Recht 33, 47, 66, 86
Reformer 73, 114
Regententum 115
Religion 23, 24, 25, 26, 27, 33, 34,
35, 40, 45, 49, 52, 53, 56, 62,
64, 69, 73, 74, 94, 100, 101,
107, 111, 119, 122, 125, 126,
127, 128, 144
Religionsfreiheit 47, 48, 53, 56
Religionskonferenz 69
Respekt 27, 59, 60
Rettung 77
Reue 33, 71, 75
Ritter Allahs 77
Rücksichtsnahme 115, 117
Rushdie 36
Sarazenern 122
Stichwortverzeichnis
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Sayyad Tufail Ahmad Shahbaz 92
Schafhirte 114
Scharia 56, 58, 67
Schicksal eines Propheten 113 Schlacht von Badr 50 Schönheit 28, 29, 32
Schulbildung 118
Schwert 51
Schwur am Baum 117 Seele 72
Segnungen 139
Selbstverleugnung 109, 116
Selbstverteidigung 37
Sicherheit 24, 56, 62, 77
Sklaven 35, 53, 55, 56, 57, 58, 113,
127
Sklaverei 35, 56, 57
Soldat 111
Sonne 70
Spanhemius 107
Spott 20
Sprenger 114
Spritualität 124
Staatsmann 112
Stolz 45, 114
Stürme 46
Sünde 71
Syrern 69
Tauhid 124
Terrorismus 37
The Express Tribune 89
Theologie 111
Thora 26, 61, 68
Thumamah 53, 54, 55 Times of India 91 Tod 27, 28, 34, 76
Tohfae Qiasaria 22
Toleranz 48, 49, 60, 65
Trunkenheit 113
Tugend 110, 128
Türken 122
Umar 116
Unfrieden 27, 30, 87
Unruhe 27, 29, 35, 65, 66
Unterdrückung 47, 50, 65
Urteilsfindung 62, 66
Usama 116
Uthman 116
Vater 21, 58, 74, 75
Verantwortung 37, 79, 80
Verfall 45
Vergeltung 50
Verhalteskodex 44
Verheißene Messiasas 22, 23, 31,
32, 33, 34, 65, 66
Verheißenen Messiasas 5, 19, 31,
32, 38, 139, 143
Vernunft 30, 42, 71, 79, 128, 143
Versöhnung 24, 25, 26, 70, 71, 79
Verstand 42, 46, 71
Vertrauen in Gott 109, 112
Stichwortverzeichnis
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Vielweiberei 113
Waffen 37, 120
Wahrhaftigkeit 26, 113
Wahrheit 33, 40, 68, 72, 111
Washington Irving 114
Wasser 50, 51, 70
Weisheit 42, 118
Welt 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29,
30, 31, 33, 34, 36, 37, 41, 43,
44, 46, 54, 56, 143, 144
Weltfrieden 20, 22, 89
Westen 44, 45, 46, 124
William Montgomery Watt 112 William Muir 115, 117, 118
Wind 70
Wüste 114, 118
Wut 20, 89, 91
Zaid 57, 58, 116
Zeichen 34, 53
Zerstörung 29, 31, 35, 36, 42
Zorn 35, 44, 45, 46, 77
Zorn Gottes 45, 46
Zufriedenheit 73
Zwang 47, 49, 65
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Anmerkungen des Herausgebers
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Gemäß unserer Zählweise wird der Vers Bismillah irrahman ir-rahiem (im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen) stets als ers- ter Vers eines Koran-Kapitels (Sura) gezählt. Einige Herausgeber von Koran-Ausgaben beginnen mit der Zählung erst nach Bismillah irrahman irrahiem. Sollte der Leser den Vers also nicht unter der in diesem Buch wiedergegebenen Nummer finden, sei es ihr oder ihm geraten, von der Zahl Eins abzuziehen.
Die Titelunterzeile sowie die Zwischenüberschriften stammen nicht vom Verfasser, sondern wurden von der Übersetzung hinzugefügt.
Die folgenden Abkürzungen wurden verwendet. Leser werden gebe- ten, die vollständigen Formeln zu gebrauchen:
saw „sallallahu alaihi wa sallam“ bedeutet: „Frieden und Segnungen Allahs seien auf ihm“ und wird im Anschluss an den Namen des Heiligen Pro- pheten Muhammadsaw gebetet.
as „alaihis salam“ bedeutet: „Friede sei auf ihm“ und wird im An- schluss an die Namen von allen übrigen Propheten gebetet.
ra „radi-Allahu anhu/anha/anhum“ bedeutet: „Möge Allah Gefallen an ihm/ihr/ihnen haben“ und wird im Anschluss an die Namen der Gefähr- ten des Heiligen Propheten Muhammadsaw oder des Verheißenen Messiasas gebetet.
rh „rahmatullah alaih“ bedeutet: „Möge Allah ihm gnädig sein“ und wird im Anschluss an die Namen von verstorbenen frommen Muslimen gebetet, die keine Gefährten des Heiligen Propheten Muhammadsaw oder des Verheißenen Messiasas waren.
Begriffserklärung Hadhrat: Ein Ausdruck des Respekts, welcher für eine Person von bewährter Rechtschaffenheit und Frömmigkeit verwendet wird.
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Zum Autor
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Hadhrat Mirza Masroor Ahmadaba Fünfter Kalif des Verheißenen Messias und Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat
Zum Autor
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Seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmadaba ist der fünfte Kalif der welt- weit aktiven Ahmadiyya Muslim Jamaat. Der Kalif ist das geistige Oberhaupt von mehreren zehn Millionen Mitgliedern weltweit, da- runter ca. dreißig Tausend in Deutschland Lebenden. Er wurde 1950 in Rabwah, der weltweiten Gemeindezentrale in Pakistan, geboren. 1976, nach der Erlangung des akademischen Grades des Masters of Science in Agrarwirtschaft, verpflichtete er sich der Gemeinde und wurde sodann vom damaligen Kalifen nach Ghana beordert, um in einem der zahlreichen humanitären Projekte der Gemeinde in Afrika die Agrarwirtschaft im Lande zu verbessern. Unter seiner Führung gelang es einem Team dann auch, zum ersten Mal in Ghana Weizen anzubauen, was als ein Meilenstein in der landwirtschaftlichen Ent- wicklung Ghanas angesehen wird. 1985 kehrte er nach Pakistan zu- rück und bekleidete dort in der Gemeinde leitende Ämter im Bereich der Finanzen, Bildung und Erziehung. Am 22. April 2003 wurde er schließlich zum Khalifatul Masih V, dem 5. Nachfolger des Verheiße- nen Messiasas, gewählt.
Im Kontext eines um sich greifenden falschen Verständnisses des Is- lam, gilt zu erwähnen, dass der Kalif eine völlig apolitische Institution repräsentiert. Rein geistig und bedingungslos friedlich ruft das spiri- tuelle Oberhaupt in seinen weltweit ausgestrahlten Ansprachen zum Frieden in der Welt auf, wobei im Vordergrund steht, dass individu- eller, nationaler und globaler Frieden ohne eine Hinwendung zu Gott nicht gelingen kann. Abseits blindem und irrationalem Dogmatismus liegt der Fokus jedoch auf ein Religionsverständnis, dass durch eine Symbiose von Glauben und Vernunft glänzt und dadurch in der geis- tigen Welt einen revolutionären Anspruch hegt.
Zum Autor
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Bedenkt man die unheilige Rolle, die sogenannte Muslime in der Welt spielen, ist das Verdienst des Kalifen für ein friedliches und gerechtes Miteinander nicht zu unterschätzen. Es tritt ein für
Überbringung der Botschaft des Verheißenen Messias des Islam, wonach individueller, sozialer und internationaler Frieden nur durch eine Hinwendung zu unserem Schöpfer möglich ist. Da- bei ist die Verbindung zwischen Mensch und Gott lebendig, denn Gott offenbart sich nach wie vor dem Menschen und Erlösung ist nur möglich, wenn der Mensch tatsächliche Erkenntnis von Got- tes Wesen gewinnt.
Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen
absolute Gerechtigkeit
Gegen die Unterdrückung der Frau und für Gleichwertigkeit zwi- schen den Geschlechtern
Trennung von Staat und Religion
Menschenrechte, so wie sie im Koran festgelegt sind.
Zugang und Förderung zu Bildung für die gesamte Weltbevölke- rung