Eine Darstellung von Hadhrat JesuAS Entrinnen vom Tode am Kreuz und seiner Reise nach Indien
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam
Jesus in Indien
Eine Darstellung von Hadhrat JesuAS Entrinnen vom Tode am Kreuz und seiner Reise nach Indien
von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Das Original erschien unter dem Titel:
�ی سم م نستاوہند ح
(Masīḥ hindustān me)
© Islam International Publications Ltd.
In Urdu erstmalig erschienen am 20. November 1908 (Qadian, Indien) Erste deutsche Übersetzung/Auflage aus dem Englischen (Mit dem Titel: Jesus starb in Indien) 1988
Zweite, überarbeitete Übersetzung/Auflage aus dem Urdu-Original (Mit dem Titel: Jesus in Indien) 2005
Dritte, verbesserte Auflage 2018
Unter der direkten Aufsicht von
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad Khalifatul Masih VABA (Fünfter Nachfolger des Verheißenen MessiasAS des Islam)
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Genfer Straße 11
D - 60437 Frankfurt am Main
Mehr Informationen unter www.verlagderislam.de
ISBN 978-3-939797-43-2 PRINTED IN GERMANY
Inhaltsverzeichnis | |
Vorwort zur zweiten Auflage | 8 |
Vorwort zur deutschen Erstausgabe | 20 |
Titelseite der Erstausgabe | 26 |
Übersetzung des Faksimiles | 27 |
Jesus in Indien 29
Einleitung 31
Kapitel 1 - Beweise aus der Bibel 53
Kapitel II - Beweise aus dem Heiligen Qur‘an 109
Kapitel III - Beweise aus Büchern der Medizin 119
Kapitel IV - Beweise aus Büchern der Geschichte 135
Beweise aus islamischen Büchern 135
Beweise aus den Büchern des Buddhismus 143
Beweise, die Jesu Kommen in den Punjab zeigen 174
Anhänge 194
Glossar 236
Stichwortverzeichnis 260
Anmerkungen des Herausgebers 272
Zum Autor 278
Vorwort zur zweiten Auflage
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Das hier vorgelegte Buch ist eine Neuübersetzung des Standardwerks „Masīḥ hindustān me“ (Jesus in Indien), das Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS im April 1899 vollen- dete, während es jedoch erst im Jahre 1908 in gedruckter Form vorgelegt wurde.
Eine erste Übersetzung aus dem Englischen wurde in Deutschland bereits im Jahre 1988 im Verlag Der Islam pub- liziert, indes erschien es uns notwendig, eine Übersetzung aus der Originalsprache anzufertigen, die Feinheiten und Besonderheiten deutlich macht, welche durch die Überset- zung aus dem Englischen verständlicherweise nicht ange- messen beachtet werden konnten. Dass die im Jahre 1988 veröffentlichte Übersetzung den Titel „Jesus starb in Indi- en“ trug und nicht wortgetreu den Titel „Jesus in Indien“, den Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS seiner Forschungs- arbeit gegeben hatte, war notwendig geworden, weil Kri- tiker der These, dass JesusAS die Kreuzigung bewusstlos überlebte und zu den Stämmen Israels, die in Kaschmir lebten, auswanderte und dort begraben liegt, eine Polemik unter dem Titel „Jesus in Indien“ herausgebracht hatten. Nachdem dieses Buch nun nicht mehr erhältlich ist, konn- ten wir den Originaltitel verwenden.
Die Auffassung, dass JesusAS nicht am Kreuz starb, ist nicht erst von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS vertre- ten worden. Im Verlaufe der Geschichte des Christentums wurde diese These immer wieder diskutiert, zumal im 19. Jahrhundert, als eine größere Anzahl von Theologen Euro- pas diese Überzeugung verbreitete. Sie ist unter dem Ter-
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minus „Ohnmachttheorie“ bekannt.
Aber Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS hat zum ersten Mal in überzeugender Weise und fußend auf einer Fülle von Beweisen aus unterschiedlichen Wissenschaftsfeldern die Weltöffentlichkeit damit konfrontiert. Wie es dazu kam, beschreibt Mufti Muhammad Sadiq, einer der Ge- fährten von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS in seinem Buch „Qabr-e masīḥ“ (Das Grab des Messias). Dort heißt es:
„Soweit ich weiß, begann diese Arbeit dadurch, dass der Verheißene MessiasAS in einer Zusammenkunft sagte:
„Einmal reflektierte ich über den Vers: „Und Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu einem Zeichen und gaben ihnen Zuflucht auf einem Hügel mit grüner Talmulde und den fließenden Wassern von Quellen“ (Qur‘an, Sure 23:51; d.Vf.), der hier beschriebene Ort er- innerte mich an Kaschmir“ Darauf sagte Hadhrat Mau- lana Nuuruddin (der spätere erste Kalif nach dem Tode des Verheißenen Messias): „Ich habe in Kaschmir gehört, dass es dort ein Grab gibt, das als Grab Jesu bezeichnet wird. Dies hat mir Khalifa Noor-ud-Din (nicht identisch mit dem ersten Kalifen, d.Vf.) gesagt, der berufsbedingt in der ganzen Stadt (Srinagar, d.Vf.) herumfahren muss. Einige bezeichnen das Grab auch als das Mausoleum des Propheten oder des Propheten-Prinzen.“ Daraufhin wies der Verheißene Messias Khalifa Noor-ud-Din an, von Jam- mu nach Qadian zu kommen und schickte ihn dann nach Srinagar, um Nachforschungen über das besagte Grab anzustellen. Herr Khalifa blieb sechs Monate in Srinagar. Er sammelte Unterschriften von großen Gelehrten zur Be-
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stätigung der Tatsache, dass dieses Grab als Grabmal von JesusAS bekannt sei. Einige legten dazu auch schriftliche Zeugnisse vor. Damals haben die Menschen in Kaschmir offen und unumwunden gesagt, wessen Grab das war (nämlich des Propheten JesusAS). Später haben Mullahs aus dem Punjab die Leute davon abgehalten. Herr Khalifa zeichnete auch eine Skizze des Grabs und ließ 556 Perso- nen zur Bestätigung unterschreiben, dass dieses Bauwerk als „Grab Jesu“ bekannt ist.“
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS selbst sagte einmal darüber, wie er auf die Idee gekommen war, dass JesusAS in Kaschmir begraben liegt: „Diese Tatsache wurde mir eröff- net.“ (Was bedeutet, dass er eine dementsprechende Inspi- ration von Gott erhalten hatte, siehe „Malfūẓāt“ Band I, S. 222).
Wer war Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS und welchen Rang hat er innerhalb des Islams? Geboren 1835 in Qadian, einem kleinen Ort im (heute indischen) Punjab, widmete er sich von Jugend an dem Studium religiöser Schriften, insbesondere des Heiligen Qur‘an. In keinem Teil seines Wesens dem Weltlichen verhaftet, unterzog er sich harten spirituellen Übungen, zum Beispiel monatelangem Fasten. Dabei wurden ihm von Allah Zeichen der himmlischen Gnade in Fülle gewährt, von denen er zum Beispiel in sei- nem Hauptwerk „Barāhīn-e aḥmadiyya“ kündete. Wesent- lich dabei war, dass die bislang von den Geistlichen und Gelehrten des Islams vertretene Auffassung, dass Allah nach der Herabsendung des Heiligen Qur‘an nicht mehr
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durch wörtliche Offenbarung mit Seinen auserwählten Dienern kommuniziere, nicht zutrifft. Viele der Offenba- rungen, die Allah ihm zuteil werden ließ, wurden somit von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS als Beweis dafür veröffentlicht, dass das Tor der Offenbarung nach wie vor geöffnet ist. Die Eigenschaft Allahs, dass Er auch al-Muta- kallim (Der Sprechende) ist, wurde von ihm erfahren.
Die ʿulamāʾ (Gottesgelehrten) des Islam feierten Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS anfangs als einzigartige und he- rausragende Persönlichkeit. Als Allah ihm jedoch verkün- dete, dass durch ihn die Prophezeiungen von Hadhrat Je- susAS und Hadhrat Muhammad Mustafa, dem Siegel der ProphetenSAW über die Wiederkunft von JesusAS und das Erscheinen des Imam Mahdi erfüllt worden sind, wand- ten sie sich meist in erbitterter Feindschaft gegen ihn. Auf Geheiß Allahs gründete er 1889 die islamische Reform- gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jamaat“, zu Deutsch: die Gemeinde derjenigen Muslime, die Hadhrat Muhammad- SAW lobpreist. Ahmad nämlich bedeutet: Der Preisende, und Allah erwähnt diesen Namen des Heiligen Propheten MuhammadSAW ausdrücklich im Heiligen Qur‘an im Zu- sammenhang mit Prophezeiungen, die JesusAS über das Er- scheinen eines Propheten nach ihm und seine Wiederkunft machte (Sure 61:7).
Dass Allah ihm offenbarte, dass in seiner Gestalt die Prophezeiungen über die Wiederkunft Jesu erfüllt wurden, wirft einige Fragen auf. Bis dahin war der Glaube der Mus- lime zumeist, dass JesusAS nicht gekreuzigt worden sei,
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sondern in der Nacht vor den Ereignissen auf Golgatha le- bendig in den Himmel aufgefahren sei, wo er seitdem wei- le. Um Römer und Juden zu täuschen, habe Gott nach der Himmelfahrt von JesusAS einem Juden die Körperform und die Gesichtszüge von JesusAS verliehen und dieser Jude sei dann gekreuzigt worden. Diese abwegige Vorstellung war durch sektiererische Christen in den Islam geflossen, die in der Frühzeit des Islams Muslime wurden.
Indes widerspricht diese Ansicht vielen göttlichen At- tributen. Gott handelt niemals gegen die Gesetze, die Er Selbst ins Leben gerufen hat, und Er ist auch ḏū-l waqār,
d.h. derjenige, der alles mit Sinn und Verstand schafft. Dass JesusAS mit seinem Leib tatsächlich in den Himmel geflogen sei und irgendwo im Weltall, wo immer Gott auch sein mag, in das Paradies gelangt sei, wo er sich seit 2000 Jahren aufhalte, unterworfen all den Ungelegenheiten, die ein Körper macht, ist absurd. Allein schon die Vorstellung, Gott sei an einem bestimmten Ort innerhalb unseres Uni- versums, zu dem JesusAS aufgefahren sei, ist unsinnig. Und wozu sollte JesusAS sich fernab der Menschen und ihrer Ent- wicklung 2000 Jahre lang aufhalten, essend und trinkend wie jedes Wesen, das einen materiellen Körper hat? Und wenn er dann von seinem Ort im Paradies wieder auf die Erde herab flöge, wie könnte er sich dann mit den neuen Gegebenheiten zu Recht finden? Und wie könnte er Imam der Muslime sein, wie der Heilige Prophet MuhammadSAW prophezeit hatte (Hadith aus Ṣaḥīḥ buḫārī), wenn er die Ge- schicke der Muslime nicht aus dem Augenschein kennt?
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Im Heiligen Qur‘an nun ist in über 30 Versen gesagt, dass JesusAS gestorben ist. Und dass jemand, der JesusAS genannt wurde, gekreuzigt worden ist, ist historisch ein- deutig bewiesen. Wann und wo ist JesusAS also gestorben, wenn wir den Versen des Heiligen Qur‘an, die seinen Tod bezeugen, glauben wollen?
Was die Wiederkunft von Propheten betrifft, so hatte Je- susAS bereits die Vorstellung ausgeräumt, dass sie persön- lich zurückkämen. Im Glauben der Juden nämlich war und ist fest verankert, dass vor dem Erscheinen des Messias der Prophet EliaAS zurückkehren müsse, von dem behauptet wird, er sei mit einem Feuerwagen viele Jahrhunderte, be- vor JesusAS geboren wurde, in den Himmel gefahren. Jesu- sAS antwortet auf eine Frage von Juden – die anzweifelten, dass er der Messias sei, weil EliaAS noch nicht erneut er- schienen sei –, dass Johannes der TäuferAS eben jener EliaAS sei, auf den sie warteten (Mt 11:12-14).
Auf ebensolche Weise, so die Schlussfolgerung, hat die Wiederkunft von JesusAS stattgefunden. Nicht er selbst, sondern ein anderer, dessen Aufgaben und Kräfte den sei- nen ähnlich sind, ist von Gott ernannt worden. Und somit hatte Gott Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS offenbart, dass durch ihn JesusAS zurückgekommen ist. Deswegen wird er von seinen Anhängern „Verheißener Messias“ genannt.
Über die Kreuzigung JesuAS nun berichtet Allah auch im Heiligen Qur‘an. Ein Nachdenken über die Bedeutung dieser Verse (4:158-159) bringt zum Vorschein, dass Jesu- sAS den Juden und Römern nur vorkam wie jemand, der
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gestorben war, während die Umstände seiner Kreuzigung, also das, was auf Golgatha geschah, bei genauem Nach- sinnen belegen, dass er unmöglich am Kreuz gestorben sein kann. Diese Gedanken, im Zusammenhang mit jenem Vers gesehen, durch den Allah offenbart, dass Er JesusAS und seiner Mutter nach der Kreuzigung Zuflucht in einem grünen Tal mit springenden Quellen gewährt habe (eine Beschreibung, die nicht auf Palästina, wohl aber auf Kasch- mir zutrifft), führten und führen zu den revolutionären Überlegungen, was tatsächlich seinerzeit geschehen ist.
Und vor allem zu der Frage, wohin JesusAS gegangen war, nachdem seine Wunden geheilt waren. Allgemein wissen wir aus den Evangelien, dass er sich seinen Jüngern zeigte. Aber was geschah danach? Auf diese Frage gibt das vorliegende Buch eine überzeugende Antwort. Dabei ist auch von Bedeutung, dass zu der Zeit, in der JesuAS in Palästina lebte, dort nur zwei der zwölf Stämme Israels angesiedelt waren. Die anderen zehn Stämme waren 586 Jahre zuvor, als Nebukadnezar das Land besetzt hatte, aus- gewandert. Die Forschungen von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS brachten zum Vorschein, dass sie in Afghanistan über das heutige Pakistan bis hin nach Kaschmir gezogen waren. Und JesusAS, der selbst erklärt hatte, dass er zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt wurde (Mt 15:24 und Jh 10:16) folgte nach seiner Errettung vom Kreuz ihren Spuren.
Die Überlegungen von Christen, so der Kreis um den Theologen Barth, die schon vor dem Verheißenen Messi-
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asAS zu dem Schluss gekommen waren, dass JesusAS am Kreuz nur ohnmächtig geworden war, sind auch in unse- ren Tage auf mannigfache Weise immer wieder von Pfar- rern und christlichen Wissenschaftlern dargelegt worden. Eine wesentliche Rolle in ihrer Argumentation spielt da- bei oftmals das „Turiner Leichentuch“, in das nach dem Glauben vieler Christen JesusAS nach der Abnahme vom Kreuz gelegt worden ist. Die auf ihm enthaltenen Blut- spuren weisen eindeutig darauf hin, dass die Person, die es umgab, gelebt haben muss. Der Journalist Kurt Berna („Jesus nicht am Kreuz gestorben“, 1962), der Pfarrer Karl Herbst („Kriminalfall Golgatha“, 1992), sowie die Wissen- schaftler Andreas Faber-Kaiser („Jesus starb in Kaschmir“, 1977) und Holger Kersten („Jesus lebte in Indien“, 1983) sind einige von jenen Deutschen, die in den vergangenen Jahren darüber, dass JesusAS die Kreuzigung überlebte, viel beachtete Bücher veröffentlicht haben.
Indes hat bereits 1920 der australische Richter E. B. Docker ein Buch vorgelegt („If Jesus did not die upon the cross?“, London), das die Ohnmachttheorie neu ausführte. 1928 veröffentlichte der schwedische Arzt Dr. Hugo Toll sein Werk „Dug Jesus pa korset?“ (Starb Jesus am Kreuz?). In London erschien 1957 von Robert Graves, einem Schrift- steller, in Zusammenarbeit mit dem Rabbiner Joshua Pod- ro das Buch „Jesus in Rome“, das ebenfalls beschrieb, wie JesusAS die Kreuzigung lebend überstanden hat. Die Mus- lime Mohammad Yasin (1972), Aziz Kashmiri (1973), Al- hadsch A.D. Ajijola (1975), Fida Hassnain (1988 und 1995),
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alle nicht Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat, pu- blizierten ebenfalls Bücher, in denen argumentiert wurde, dass JesusAS nicht am Kreuz gestorben sei. Unter den ande- ren Autoren, die gleiches auf ihre jeweilige Art und Weise erklärten, sind die US-Amerikaner Rodney Hoare (New York, 1979), David Childress (Illinois, 1985), Gene Matlock (1991), James Deardorff (San Francisco, 1994), Mark Mason (Oregon, 1997) und Joseph Macchio („e-book“, 1999), so- wie der Inder P. Choudhury (New Delhi, 1996).
Verständlicherweise haben sich zahlreiche Schriftsteller und Theologen, die der Ahmadiyya Muslim Jamaat ange- hören, eingehend mit dem beschäftigt, was in dem klas- sischen Werk von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS seine Grundlage gefunden hatte. Erwähnt seien die detailrei- chen Bücher „Qabr-e masīḥ“ von Mufti Muhammad Sadiq, Qadian, 1936; „Where did Jesus die?“ von J. D. Shams, Qa- dian, 1945; „Jesus in Heaven on Earth“ von Khwaja Nazir Ahmad, Lahore, 1952; „Did Jesus Redeem Mankind?“ von Hadhrat Mirza Bashir ud-Din Mahmud Ahmad, Qadian, 1973; „Deliverance from the cross“ von Sir Zafrullah Khan, London, 1978; und „Christianity - a Journey from Facts to Fiction“ von Hadhrat Mirza Tahir Ahmad, Tilford, 1996.
Unbedingt zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist auch die Anthologie „Truth about the Crucifixion“, die jene Vorträge enthält, die auf der „Internationalen Konfe- renz über die Errettung Jesu vom Kreuz“ 1978 in London gehalten worden waren. Sowie Vorträge, die in Frankfurt am Main 1992 auf einem Symposion zum Thema Kreuzi-
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gung zu Gehör gebracht wurden und unter dem Titel „Je- sus starb nicht am Kreuz“ im Verlag Der Islam im selben Jahr erschienen. Auch die Broschüre „Jesus in Kaschmir“ muss hier genannt werden, die von der Ahmadiyya Mus- lim Jamaat in Deutschland seit den 60er Jahren kostenlos verteilt wird.
Zudem strahlten Fernsehanstalten, auch in Deutsch- land, dieser Tage eine BBC-Dokumentation aus, die die These von der Errettung Jesu vom Kreuzestod unterstützt. Und in Tageszeitungen (z.B. „Süddeutsche Zeitung“) so- wie Illustrierten (z. B. „Stern“) sind immer wieder Reporta- gen zu lesen, die von dem Grab Jesu in Srinagar berichten. Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass der Verheißene MessiasAS der „Jesus in Indien“ 1899 verfasste, damals den Plan in sich getragen hatte, das Buch in zehn Kapitel und einen Schlussteil zu gliedern. Ferner sollte ein zweiter Band erscheinen. Das Buch in der vorliegenden Form enthält jedoch nur vier Kapitel, weil der Verheiße- ne MessiasAS keine Zeit fand, über verschiedene mit dem Thema zusammenhängende Fragen weitergehende For- schungen anzustellen. Auszüge des Buchs wurden bereits 1902 und 1903 in der Zeitschrift „Review of Religions“ in Englisch und Urdu veröffentlicht. Das vollständige Buch erschien aber erst am 20. November 1908, einige Monate nachdem der Verheißene Messias gestorben war. Anzu- merken ist zudem, dass wir in unserer Übersetzung die vom Autor verwendeten Referenzen beibehalten haben, – während es sehr wohl verschiedene Ausgaben der Bibel
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gibt, die sich zum Teil in der Zählweise der Verse vonein- ander unterscheiden –, es sei denn, dass eine falsche An- gabe auf einen Fehler bei der technischen Herstellung der Erstausgabe zurück zu führen ist, zum Beispiel durch ei- nen Irrtum des Kalligraphen; in diesem Fall wird die rich- tige Quellenangabe in einer Fußnote vermerkt.
Die im Anhang beigefügten Zitate aus verschiedenen Werken von Forschern, die die Ansichten des Autors un- termauern, gehören nicht zum ursprünglich verfassten Buch.
Hadayatullah Hübsch, Frankfurt am Main, März 2005
Danksagung zur dritten Auflage
Dafür, dass diese dritte, nochmals verbesserte Auflage erscheinen konnte, ist einigen Personen Dank auszuspre- chen: Nabeel Ahmad Shad, Safeer-ur-Rehman Nasir, Ha- sanat Ahmad und Tariq Hübsch für Korrektur, Satz und Layout, sowie Qamar Mamood für die Gestaltung des Buchumschlags. Möge Allah sie allesamt segnen.
Mubarak Ahmad Tanveer
Publikationsabteilung Ahmadiyya Muslim Jamaat BRD KdöR Frankfurt am Main 2018
Vorwort zur deutschen Erstausgabe
Vorwort zur deutschen Erstausgabe
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„Sprich: „O Volk der Schrift, ihr fußet auf nichts, ehe ihr nicht die Thora und das Evangelium befolgt und das, was zu euch herabgesandt ward von eurem Herrn.“ Aber gewiß, was von diesem Herrn zu dir herabgesandt ward, wird gar viele von ihnen zunehmen lassen an Aufruhr und Unglauben; so betrübe dich nicht über das ungläubige Volk.“ (Der Heilige Qur‘an 5:69)
Ein Besucher im neuen, im heutigen Jerusalem hat es schwer, sich zwanzig bis dreißig Jahre zurückzuversetzen und sich den damaligen Zustand der Stadt vorzustellen. Selbst ein Spaziergang durch die Gassen der Altstadt, so hilfreich er sein mag, um dreißig Jahre zu überbrücken, ist nur bedingt ein Sprungbrett der Einstimmung, die not- wendig wäre, wollte derselbe Besucher versuchen, sich die Zeit des Pontius Pilatus vorzustellen.
Die Hügel und Berge Jerusalems und Umgebung, die ja schließlich nicht verschwunden sind, sind bei so einem Versuch aber auch nicht mehr sehr nützlich, davon ein Bild zu erhalten, wie es möglicherweise vor zweitausend Jah- ren ausgesehen haben mag. Mit geschlossenen Augen am Tage, oder aber auch mit offenen Augen nach Einbruch der Dunkelheit, wird es immer schwerer, sich dem Bann der Neuzeit zu entziehen. Fast unmöglich, trotz aller Vorstel- lungskraft. Es ist nicht aufgrund eines Mangels an noch vorhandenen, geeigneten Stellen, von denen aus die Stadt in Augenschein genommen werden kann. Die Unmöglich- keit beginnt bereits mit der heutigen Größe der Stadt. Die modernen Straßen, die Verkehrsmittel, die Erfindungen
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des 20. Jahrhunderts, die überall sichtbar sind. So wird es auch für die meisten noch unmöglicher, das notwendige Zeitgefühl aufzubringen, das erforderlich wäre, würde es die Absicht des Besuchers sein, das volle Leben eines Pila- tus oder das eines Jesus ChristusAS nachzuempfinden.
Ein gleicher Versuch während eines Besuches in Beth- lehem, wo das Leben auch heute noch in geruhsameren Bahnen verläuft, lässt sich etwas leichter an. Die hügelige, teilweise bergige und rauhe Umgebung der Stadt hilft da- bei, den Straßenlärm zu überhören. Das elektrische Licht ist noch nicht so stark, dass es die Abendhimmel sichtbar beeinträchtigt. Tiefhängende, schwere, schwarze Wolken, leuchtend grelle Blitze und Donner mit einer selten gehör- ten Stärke, durch das Echo in den Bergen verstärkt, und dazu noch die mit einem solchen Gewitter auftretenden starken Winde und Stürme, lassen den Empfindsamen und den Einfühlsamen zumindest ahnen, was sich an ei- nem Freitag Nachmittage – einem Rüsttag, dem Vortag vor einem hohen Fest der Juden – vor knapp zweitausend Jah- ren, kurz vor dem in diesen Breiten schnellen Einbruch der Dunkelheit, abgespielt haben mag.
Jerusalem war seit Jahrhunderten immer eine unruhi- ge, eine unbequeme Stadt gewesen, und der Landpfleger Pilatus hatte auch seinen Teil an Schwierigkeiten mit den Bewohnern dieser Stadt. Zum Teil noch zusätzlich hervor- gerufen durch das Wirken JesusAS als Wanderprediger. Es herrschte aber kein Ausnahmezustand, der die Straßen vor Einbruch der Dunkelheit leerfegte.
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Dennoch drängte die Zeit in Jerusalem. Männer sollten und mussten an Kreuze geschlagen werden. Alles sollte aber auch vor Anbruch des Sabbat und des hohen Festes erledigt und zu Ende sein. Das verlangten die damaligen Gesetze, die besonders von Pilatus, aber auch ganz allge- mein von den großzügigen Römern beachtet wurden. Un- ter solchen Zeitzwängen nehmen Ereignisse ihren eigenen Lauf, oft sehr unabhängig vom eigentlich geplanten. Spä- ter sind die wahren Abläufe kaum noch genau nachvoll- ziehbar. Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS hat indes nicht mit Imagination, sondern aufgrund von Offenbarungen Gottes die damaligen Ereignisse nachgezeichnet.
Er, der Verheißene MessiasAS, hat zum Ende des vorigen Jahrhunderts auf dieser Grundlage mit Vernunftbeweisen dargelegt, dass JesusAS dem Tode am Kreuz nicht nur ent- rinnen konnte, sondern auch nach seinem Überleben die Missionsarbeit fortsetzte und sich auf die Suche nach den verlorenen Stämmen Israels begab. So erreichte Jesus Indi- en und das Hochland Kaschmir.
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS hat anhand der un- terschiedlichsten Schriften und Bücher Beweisaufnahmen vorgelegt, die auch dem heutigen Wissen entsprechen und einer Neuuntersuchung zu unserer Zeit standhalten würden. Er zeigte dies auch anhand von Erörterungen und Erklärungen religiöser Schriften, die sich nicht nur vor seiner eigenen Zeit oft stark gewandelt hatten – so der Buddhismus – sondern die sich auch im Zeitalter der fast unbegrenzten Nachrichtenfreiheit, unserem eigenen, von
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anderen und meist sehr unterschiedlichen Seiten zeigen und vorstellen.
Die Tatsache, dass der Buddhismus, der im deutsch- sprachigen Raum verhältnismäßig spät in vollem Umfang bekannt wurde, so viele Übereinstimmungen mit dem Christentum zeigte, und dass eine Reihe fast gleicher Ei- genschaften und Beschreibungen, auch (als) austauschbar in der Anwendung auf JesusAS und BuddhaAS bezogen, ge- funden wurden, hatte oft zu gegensätzlichen Überlegun- gen und Ansichten bei Gelehrten und Religionsvertretern geführt. Streitgespräche und heiße Abhandlungen sind in unserer Hälfte des Jahrhunderts mehr denn je zu spüren.
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS fand bereits in seinem Jahrhundert eine Erklärung für diese Übereinstimmung. Er glaubte, dass JesusAS im Lande der Buddhisten von die- sen mit Freuden aufgenommen worden war und den Bud- dhismus mit seinen eigenen Ideen und Offenbarungen neu belebt hatte.
Darin liegt eine sehr wichtige Aussage, denn zur vorlie- genden Zeit war der Urbuddhismus bereits derart verwäs- sert, dass er teilweise den verschiedenen Schulen nur noch den Namen gab.
Der Verheißene MessiasAS gibt seiner Überzeugung Ausdruck, dass JesusAS nicht als Prophet vom Buddhismus beeinflusst war, und er verwirft daher auch die Gedan- kenmöglichkeit einer Schulung JesusAS in buddhistischen Klöstern oder Ländern vor seiner eigentlichen Berufung als Prophet und Wanderprediger in Palästina.
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Der deutsche Text wurde anhand der bezeichneten eng- lischen Vorlage erstellt, ohne Randbemerkungen, Zusätze oder weitere Fußnoten, die sich aufgrund der Übersetzung ergaben, um den Erstzustand der Darstellung, wie er vom Verheißenem MessiasAS erstellt wurde, zu erhalten. Einer- seits als Beweis der Richtigkeit seiner Aussagen, anderer- seits zur Erleichterung des Lesers in dieser modernen Zeit, hat es sich mehr als notwendig gezeigt, einen umfangrei- chen Wortanhang zu erstellen. Dieser soll nicht nur eine hilfreiche Unterstützung sein, sondern zusätzlich helfen, ein mögliches Unverständnis durch Benutzung von Wor- ten zu mindern, deren Ursprung und Auslegung nicht im- mer überall bekannt sind.
Eine unverkennbare Aussage von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS ist gleichzeitig unübersehbar! Seine deutliche Absage an jede Form von Gewalt und sein un- umschränkter Einsatz für den Frieden zu seiner Zeit und zu jeder Zeit!
Wir würden uns freuen, wenn die vorliegende Darstel- lung zu weiteren Anregungen Anlass gibt, und die Leser uns ihre Gedanken dazu mitteilen.
NUUR-MOSCHEE,
Frankfurt am Main, 1988
Titelseite der ersten Ausgabe
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Übersetzung des Faksimiles
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Grenzenloser und unermesslicher Preis und unbegrenzter Lob gebührt Gott, dem Gnadenreichen und Gütigen, dem König der Jinn und der Menschen,
dass dieses wertvolle Juwel, ein Rezept zum Goldschmieden und eine Führung der Irrgeleiteten, nämlich das Buch
Entsprungen aus der wundervollen Feder des Verfassers, Seiner Heiligkeit, dem Messias aus Indien, Mirza Ghulam Ahmad Sahib aus Qadian, Segnungen und Frieden seien mit ihm,
über die Befreiung des Jesus aus Nazareth vom Kreuze und über seine Reise nach Indien,
mit der gottgegebenen Befähigung und Segnung Gottes
in der Druckerei Anwar Ahmadiyya Machine Press Qadian, Bezirk Gurdaspur,
unter der Verwaltung von Sheikh Yaqub Ali Sahib Turrab, dem Setzer und Besitzer der Druckerei, gedruckt wurde und am 20. November 1908 erschien.
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1 مِ یْ ح
رّ لانِ مٰ حْ رّ لاہِ ّللامسْ ِب
Einleitung
2 مْیرِ ک
ْلاہِ ِلوْ سُ رَ یٰلعَ یْ ِّلصَ ُنوَ هٗ دمَ حْ ن
3 نۡیحِ تِ فٰ ۡلار
ۡیخت
ۡنَاوَ قِّ َحلاِبانَ مِ وۡ َقنۡیَبوَ انَ نَ یۡ َبحۡ تَ ۡفاانَ َّبر
„O unser Herr, entscheide denn Du zwischen uns und zwischen unserem Volk nach Wahrheit, denn Du bist der beste
Entscheider."
Ich schreibe dieses Buch, um jene gravierenden Missver- ständnisse auszuräumen, die unter den meisten muslimi- schen und christlichen Richtungen über das frühere und spätere Leben von Hadhrat JesusAS vorherrschen; und ich werde mich dabei auf authentische Tatsachen, auf un- widerlegbare und erwiesene historische Zeugnisse sowie auf alte Schriften fremder Nationen berufen. Denn die verhängnisvollen Auswirkungen dieser Missverständnis- se sind nicht nur für eine Entstellung und Verzerrung der
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1 „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.“ (Anm. d. Ü.)
2 „Wir preisen Ihn und erflehen Seine Segnungen auf Seinen edlen Pro- pheten.“ (Anm. d. Ü.)
3 Der Heilige Qur’an: Sura al-Aʿrāf 7:90. (Anm. d. Ü.)
Notiz: Die Namen der englischen Bücher und deren Autoren, die im Schrift- werk „Jesus in Indien“ Erwähnung finden, wurden auch einmal der Richtigkeit halber bzgl. der Aussprache auf Englisch in den Fußnoten niedergeschrieben. (Herausgeber)
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Lehre der göttlichen Einheit verantwortlich.
Sie üben offenbar auch einen unheilsamen und giftigen Einfluss auf den moralischen Zustand der Muslime in die- sem Lande aus. Der Glaube an solch grundlose Geschich- ten und Märchen hat dazu geführt, dass unter den meisten muslimischen Richtungen spirituelle Krankheiten wie Sit- tenlosigkeit, Missgunst, Hartherzigkeit und Gefühlskälte grassieren. Und Tugenden wie Menschenliebe, Barmher- zigkeit, Gerechtigkeit, Demut und Freundlichkeit werden von Tag zu Tag immer seltener, so als würden sie bald gänzlich verschwinden. Die Hartherzigkeit und Sittenlo- sigkeit vieler Muslime lässt sie kaum besser erscheinen als wilde Bestien. Ein Jainist4 oder Buddhist kann es nicht über sich bringen, selbst eine Stechmücke oder einen Floh zu töten. Doch unter uns Muslimen gibt es viele, die gar einen Mord begehen und einen Unschuldigen töten, ohne dass sie die Strafe des Allmächtigen fürchten, Der das menschliche Leben höher schätzt als das aller Tiere. Wor- in liegt die Ursache für diese extreme Hartherzigkeit und Grausamkeit und Gefühllosigkeit? Sie liegt darin, dass den Muslimen von Kindesbeinen an Geschichten und Mär- chen sowie falsche Vorstellungen vom Jihad eingetrichtert werden, die sich in ihren Herzen festsetzen. Dies lässt sie mit der Zeit so sehr moralisch abstumpfen, dass ihre Her- zen die Abscheulichkeit ihrer verhassten Handlungsweise
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4 Ein Jainist ist Angehöriger einer hinduistischen Glaubensrichtung, zu deren Lehre es gehört, dass kein Lebewesen, sei es ein Mensch, Tier oder ein Insekt, gequält oder getötet werden darf. (Anm. d. Ü.)
Einleitung
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nicht mehr fühlen. Manch einer unter ihnen, der einen an- deren heimtückisch ermordet und somit Verderben über die Familie des Ermordeten bringt, wähnt, er hätte etwas Verdienstvolles getan, oder er würde dadurch in seinem Volk zu Ruhm und Ehre gelangen.
Zur Verhinderung solcher Übel werden in unserem Lan- de, abgesehen von zufälligen Ausnahmen, keine Vorträge und Predigten gehalten, so dass derartige Gräueltaten bei großen Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung stoßen. Daher habe ich aus Mitgefühl mit meinem Volk etliche Bü- cher in Urdu, Persisch und Arabisch verfasst, in denen ich dargelegt habe, dass die Vorstellungen vieler Muslime über den Jihad und die Erwartung eines blutrünstigen Imams sowie die feindselige und boshafte Haltung gegenüber anderen Völkern auf den Irrtümern kurzsichtiger Gelehr- ter beruhen. Der Islam jedoch erlaubt den Gebrauch des Schwertes aus Glaubensgründen nicht, es sei denn, in dem Fall defensiver Kriege, oder aber im Falle von Kriegen, die zur Bestrafung eines Tyrannen oder zur Aufrechterhaltung der Freiheit unternommen werden. Unter Defensivkriegen sind solche zu verstehen, die erst notwendig werden, wenn die Aggression eines Gegners das eigene Leben bedroht. Dies sind die drei Arten des Jihad, die von der Scharia er- laubt sind. Abgesehen von diesen drei Kriegsarten sind an- dere, für die Verbreitung des Glaubens geführte Kriege, im Islam unzulässig. Ich habe, kurz gesagt, eine große Summe für solche Bücher aufgewandt und sie in diesem Land und in Arabien, Syrien und Khorasan etc. veröffentlicht.
Jesus in Indien
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Um nun diese unbegründeten Vorstellungen aus den Herzen der Menschen ausmerzen zu können, verfüge ich durch die Gnade Gottes über starke Argumente, klare Be- weise, überzeugende Indizien und historische Zeugnisse. Das Licht ihrer Wahrheit verheißt mir, dass ihre Veröffent- lichung eine wundersame Veränderung in den Herzen der Muslime hinsichtlich ihrer Ideen bezüglich des Jihad her- beiführen wird. Und ich hoffe, ja, ich bin sogar sicher, dass die Einsicht in diese Wahrheiten dazu führen wird, dass aus den Herzen der rechtschaffenen Söhne des Islam die schönen und süßen Quellen der Sanftmut, Bescheidenheit und Barmherzigkeit fließen werden, und dass in ihnen ein spiritueller Wandel eintreten wird, der einen heilsamen und segensreichen Einfluss auf dieses Land ausüben wird. Genauso bin ich davon überzeugt, dass christliche For- scher und alle anderen Menschen, die nach der Wahrheit verlangen und dürsten, aus diesem meinem Buche Nut- zen ziehen werden. Wie bereits erwähnt, besteht das wah- re Ziel dieses Buches darin, jene Fehler zu berichtigen, die sich in die Glaubensvorstellungen der Muslime und Chris- ten eingeschlichen haben. Dieses Vorhaben erfordert eine kurze Erklärung, die ich nachstehend vorlege.
Es ist zunächst festzustellen: Die meisten Muslime
und Christen denken, Hadhrat JesusAS sei lebendig in den Himmel aufgefahren. Beide glauben seit langem daran, Hadhrat JesusAS lebe immer noch im Himmel und werde irgendwann in der Endzeit auf die Erde herabkommen. Ihre jeweiligen Ansichten, d. h. die Ansicht der Gefolgs-
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leute des Islam und jene der Christen, unterscheiden sich lediglich darin, dass die Christen glauben, Hadhrat JesusAS sei am Kreuz gestorben, auferstanden und mit seinem irdi- schen Körper in den Himmel aufgefahren, wo er zur Rech- ten seines Vaters sitze, und werde in der Endzeit zur Erde herabkommen, um zu richten. Sie sagen auch, der Schöp- fer und Meister der Welt sei dieser JesusAS, der Messias, und niemand sonst; er sei derjenige, der zur Bestrafung und Belohnung in der Endzeit mit Macht herniedersteigen werde; dann würden alle, die nicht an seine Göttlichkeit und an die seiner Mutter glauben, versammelt und in die Hölle geworfen, wo Weinen und Zerknirschung ihr Los sein würden.
Die vorhin genannten muslimischen Gruppierungen vertreten jedoch die Ansicht, Hadhrat JesusAS sei weder ge- kreuzigt worden, noch sei er am Kreuz gestorben; als die Juden ihn gefangen nehmen ließen, um ihn zu kreuzigen, habe ihn ein Engel Gottes in seinem irdischen Körper in den Himmel hinweggenommen, und er sei immer noch im Himmel, und zwar, wie sie sagen, im zweiten Himmel, wo auch der Prophet Hadhrat YahyaAS, d. h. Johannes sei. Da- rüber hinaus sagen diese Muslime, JesusAS sei ein bedeu- tender Prophet Gottes, er sei weder Gott, noch der Sohn Gottes, und sie glauben, in der Endzeit werde er – auf die Schultern zweier Engeln gestützt – in der Nähe des Mi- naretts von Damaskus oder eines anderen Ortes auf die Erde herabsteigen. Er werde gemeinsam mit dem Imam
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Muhammad Mahdi5, welcher bereits vor ihm in der Welt anwesend und ein Fatimide6 sein werde, alle anderen Völ- ker der Welt vernichten werde. Niemand werde am Leben gelassen, außer jene, die sofort und ohne Zögern den Is- lam annähmen. Kurzum, das wahre Ziel der Wiederkunft Hadhrat Jesu auf die Erde wird von muslimischen Grup- pierungen, die auch als Ahl-i sunna oder Ahl-i ḥadīṯ oder allgemein als Wahabis bekannt sind, dahingehend erklärt, dass er, wie der Mahadev7 der Hindus, die ganze Welt zer- stören solle. Er werde zuerst die Menschen auffordern, Muslime zu werden, und werde dann jeden, der auf sei- nem Unglauben beharrt, mit dem Schwert massakrieren. Darüber hinaus behaupten sie, er sei in seinem irdischen Körper lebendig im Himmel, und wenn die Macht islam- ischer Königreiche schwinden würde, würde er herabkom- men und alle anderen Völker der Welt vernichten oder un- ter Androhung der Todesstrafe dazu zwingen, zum Islam zu konvertieren. Insbesondere hinsichtlich der Christen sagen die Gelehrten der vorhergenannten Gruppierungen, Hadhrat JesusAS würde nach seinem Herabkommen die Kreuze in aller Welt brechen, viele Gräueltaten mit dem Schwert verüben und die Welt mit Blut überschwemmen. Die muslimische Gruppierung der Ahl-i ḥadīṯ u. a. sind
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5 Der für die Endzeit von Hadhrat MuhammadSAW prophezeite islami- sche Führer. (Anm. d. Ü.)
6 Jemand aus den Nachkommen der Tochter des Heiligen Propheten MuhammadSAW, Hadhrat FatimaRA. (Anm. d. Ü.)
7 Eine der drei großen Hindugottheiten. (Anm. d. Ü.)
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leidenschaftliche Verfechter der These, dass ein Imam na- mens Muhammad Mahdi kurz vor der Ankunft des Messi- as in der Familie der Bani Fatima8 geboren werde. Weil er zu den Quraischiten gehören werde, werde er das Amt des Khalifa seiner Zeit und des Königs innehaben. Sein wahres Ziel werde darin bestehen, alle fremden Völker zu töten, die den Islam ablehnen, ausgenommen jene, die auf der Stelle die kalima9 rezitierten. Hadhrat JesusAS werde ihm bei dieser Aufgabe helfen. Obwohl Hadhrat JesusAS selbst ein Mahdi ist, eigentlich der große Mahdi, werde er nicht der Khalifa10 der Zeit sein, weil dieses Amt einem Ange- hörigen des Stammes der Quraisch vorbehalten sei. Der erwähnte Muhammad Mahdi erfülle diese Voraussetzung und werde das Amt des Khalifa innehaben. Zudem mei- nen sie, diese beiden würden gemeinsam auf der Erde ein Blutbad anrichten und mehr Blut vergießen als je zuvor. Und sie würden gleich nach ihrem Erscheinen mit diesem Gemetzel beginnen, ohne zu predigen oder ein Zeichen zu zeigen.
Auch sagen sie, Hadhrat JesusAS werde ein Berater oder Minister des Imam Muhammad Mahdi sein, wobei der Imam Mahdi die eigentliche Regierungsgewalt besit- zen werde. Dennoch werde der Verheißene Messias Imam Muhammad dazu anstacheln, die ganze Welt zu massa-
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8 Die Kinder, d. h. das Geschlecht der von Hadhrat FatimaRA Abstam- menden. (Anm. d. Ü.)
9 Das islamische Glaubensbekenntnis. (Anm. d. Ü.)
10 Nachfolger des Propheten sowie ein rein spiritueller Führer. (Anm. d. Ü.)
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krieren, Hadhrat JesusAS werde ihn zu anderen extremen Schritten raten, als ob er jene Zeit wettmachen wollte, da er lehrte, „nicht dem Übel zu widerstehen“, und wenn man auf die eine Wange geschlagen wird, „auch die andere Wange hinzuhalten“.
Dieses sind die Ansichten der Muslime und Christen hinsichtlich Hadhrat JesusAS. Es ist ein großes Vergehen der Christen, dass sie einen demütigen Menschen zu Gott erheben. Was die Muslime anbelangt, so glauben manche unter ihnen, wie die Ahl-i ḥadīṯ (auch bekannt als Wahabis), dass es einen blutigen Mahdi und Messias geben würde, ein Glaube, der einen äußerst schlechten Einfluss auf ihren moralischen Zustand ausübt. Aufgrund dieses schlechten Einflusses können sie mit anderen Völkern weder aufrich- tig in Frieden und Gerechtigkeit leben, noch können sie sich einer nicht-islamischen Regierung gegenüber voll- kommen gehorsam und loyal verhalten.
Jeder einsichtige Mensch wird begreifen, dass ein Glau- be wie oben beschrieben auf große Ablehnung stoßen wird, wenn also Nichtmuslime in die äußerste Zwangslage gebracht würden, entweder sofort den Islam anzunehmen oder zu sterben. Jeder gewissenhafte Mensch wird bereit- willig zugeben, dass es absolut inakzeptabel ist, wenn man einen Menschen unter Androhung des Todes zwingt, sei- nen Glauben zu wechseln. Er kann nur dann an eine Reli- gion glauben, wenn er auf geeignete Weise ihre Wahrheit erkannt und ihre heilsame Lehre und Vorzüge gesehen hat. Der Zwang würde keineswegs zum Fortschritt der be-
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treffenden Religion beitragen, sondern jedem Gegner die Gelegenheit bieten, dieser Religion Fehler anzulasten. Die besagten Glaubensvorstellungen führen letztendlich dazu, dass ihre Anhänger kein Mitgefühl mehr für die Menschen haben und dass der Sinn für große menschliche Tugenden wie Barmherzigkeit und Gerechtigkeit verloren gehen und stattdessen Hass und Feindseligkeit sich verbreiten. Zu- rück bleiben dann nur die tierischen Eigenschaften, und alle hohen moralischen Werte werden ausgelöscht. Selbst- verständlich kann es keinen Zweifel daran geben, dass eine Lehre wie diese nicht von Gott stammen kann, Der ja erst dann jemand zur Verantwortung zieht, nachdem Er Seine Gesetze und Lehren vollständig erklärt hat.
Daher sollte man bedenken: Ist es vernünftig, einen Menschen zu töten, der den wahren Glauben nicht an- nimmt, weil er von dessen Wahrheit nichts weiß und sich seiner Lehren und Schönheiten nicht bewusst ist? Nein, solch ein Mensch verdient hingegen Barmherzigkeit. Er verdient es, dass man ihn freundlich und höflich über die Wahrheit, Schönheit und den spirituellen Nutzen jenes Glaubens aufklärt. Man darf seiner Ablehnung nicht mit Schwert oder Pistole begegnen.
Ein Verstoß gegen jede Vorstellung von Moral ist es, was die besagten Gruppierungen der Muslime publik machen: Sowohl ihre Vorstellung vom Jihad als auch der Glaube, die Zeit sei nahe, in der ein blutiger Mahdi mit dem Na- men Imam Muhammad erscheinen werde, zu dessen Hil- fe der Messias aus dem Himmel herabstiege, wobei diese
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beiden alle Nichtmuslime, die nicht bereit wären den Islam anzunehmen, töten würden. Ist dies nicht eine Lehre, die alle guten Fähigkeiten des Menschen ihrer Wirkung beraubt und Triebe im Menschen entstehen lässt, die wilden Tieren eigen sind? Das Verhalten derjenigen, die solche Glaubens- vorstellungen haben, ist gegenüber den Angehörigen aller Nationen heuchlerisch. Wenn sie unter einer fremden Re- gierung leben, wird es ihnen ganz und gar unmöglich, den Vertretern dieser Regierung wahren Gehorsam zu leisten. Vielmehr wird ein falscher Gehorsam geheuchelt. Das ist der Grund, warum einige Gruppierungen dieser besagten Ahl-i ḥadīṯ in Britisch-Indien ein Doppelleben führen: Ins- geheim machen sie dem Volke Hoffnungen auf die nahen- de Zeit des Massakers und warten auf einen blutrünstigen Mahdi und Messias; diese Haltung scheint auch in ihren entsprechenden Äußerungen durch. Doch wenn sie zu den Regierungsvertretern gehen, schmeicheln sie ihnen und sagen, sie halten solche Ansichten für falsch.
Wenn sie diese Ideen tatsächlich für falsch halten, war- um propagieren sie es nicht in ihren Schriften, und warum warten sie dann auf die Ankunft des blutigen Mahdis und Messias so eifrig, dass sie, um diese beiden zu unterstüt- zen, gleichsam vor ihrer eigenen Tür zu stehen scheinen? Kurz, solche Glaubensansichten haben den Moralzustand dieser Maulvis11 sehr verdorben: Sie sind unfähig, Sanft- mut und Friedfertigkeit zu lehren. Vielmehr wird das grundlose Töten von Andersgläubigen als eine große reli-
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11 Islamische Prediger. (Anm. d. Ü.)
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giöse Pflicht angesehen. Ich wäre glücklich, wenn irgend- eine Richtung der Ahl-i ḥadīṯ diese Ansichten ablehnte, aber ich muss mit Bedauern feststellen, dass es unter den Ahl-i ḥadīṯ12 jene gibt, die sozusagen verborgene Wahabiten sind. Denn sie glauben an einen blutigen Mahdi und an die falschen Vorstellungen des Jihad und vertreten solche Lehrmeinungen, die dem rechten Wege widersprechen. Sie halten es für eine verdienstvolle Tat, alle Menschen an- derer Glaubensbekenntnisse zu töten, wenn sie die Gele- genheit dazu haben. Doch es ist dem Heiligen Qur‘an und den zuverlässigen Ahadith absolut entgegengesetzt, wenn sie an das Morden im Namen des Islam glauben oder Pro- phezeiungen für wahr halten, wonach ein blutiger Mahdi oder Messias kommen würde, der ein Massaker anrich- ten würde oder damit drohen würde, um die Sache des Islam voranzubringen. Unser Heiliger ProphetSAW hat in Mekka und auch danach großes Leid durch die gewalt- same Verfolgung der Ungläubigen erfahren. Insbesonde- re waren die dreizehn Jahre, die er in Mekka verbrachte, Jahre großer Leiden und Qualen jeglicher Art – allein der
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12 Einige von den Ahl-i ḥadīṯ erklären anmaßend und ungerechterweise in ihren Büchern, dass das Erscheinen des Mahdi unmittelbar bevorstün- de: Dass er die Britische Regierung von Indien gefangen nehmen werde und dass der britische König festgenommen und ihm vorgeführt werde.
Solcherlei Bücher kann man immer noch in den Häusern dieser Ahl-i ḥadīṯ finden, eines von ihnen heißt „Iqtirābu-s sāʿat“, geschrieben von
einem sehr bekannten Mitglied der Ahl-i ḥadīṯ, worin auf Seite 64 eine derartige Darstellung gefunden werden kann.
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Gedanke daran kann einem Tränen in die Augen treiben. Trotzdem erhob er nicht das Schwert gegen seine Fein- de, noch antwortete er auf ihre gewaltsamen Angriffe mit gleicher Härte zurück, bis es soweit kam, dass viele sei- ner Gefährten und geliebten Freunde grausam ermordet wurden und selbst ihm körperliches Leid angetan wurde: Beispielsweise hat man versucht, ihn zu vergiften und hat mehrere Mordanschläge gegen ihn verübt, die allesamt fehlschlugen. Als jedoch Gottes Vergeltung kam, geschah es, dass die Vorgesetzten in Mekka und die Häuptlinge ih- rer Stämme einstimmig entschieden, dass dieser Mann un- ter allen Umständen getötet werden müsse. Zu dieser Zeit gab Gott, Der der Unterstützer Seiner Geliebten und der Wahrhaftigen und der Rechtschaffenen ist, ihm bekannt, dass in dieser Stadt nichts mehr übrig sei denn Übles, dass die Stadtbewohner entschlossen seien, ihn zu ermorden und dass er sie deswegen sofort verlassen solle. So geschah es, dass er in Übereinstimmung mit dem göttlichen Befehl nach Medina auswanderte. Doch auch dort ließen ihn sei- ne Feinde nicht in Frieden. Sie verfolgten ihn dort und ver- suchten, den Islam unter allen Umständen zu zerstören. Als ihre Gewalttätigkeiten extreme Ausmaße annahmen und als sie fürwahr Bestrafung für die Ermordung vieler unschuldiger Menschen verdienten, wurde Erlaubnis zur Selbstverteidigung und Verteidigung der Freiheit gegeben, zum Kampf mit der Absicht, deren Angriffe abzuwehren. Da diese Leute viele unschuldige Personen nicht etwa in einer Schlacht töteten, sondern heimtückisch ermordeten
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und ihr Eigentum in Besitz nahmen, hätten sie und ihre Helfershelfer eigentlich verdient, dass man ihnen die glei- che Behandlung widerfahren lasse. Doch als unser Heili- ger ProphetSAW Mekka einnahm, hat er ihnen allen trotz alledem verziehen und vergeben.
Daher ist es vollkommen falsch und ungerecht anzu- nehmen, der Heilige ProphetSAW oder seine Gefährten hätten zur Verbreitung der Religion jemals zur Waffe ge- griffen oder irgend jemand dazu gezwungen, den Islam anzunehmen.
Zudem darf man nicht vergessen: Damals waren die Menschen dem Islam gegenüber äußerst befangen. Die Gegner hielten den Islam für eine neue Religion, eine klei- ne Gemeinde. Sie waren darauf aus, den Islam zu vernich- ten. Jeder Einzelne wollte diese Menschen bald ausgerottet oder vertrieben sehen, damit ihre Entwicklung im Keim erstickt. Deshalb begegneten die Muslime auf Schritt und Tritt den Widerstand dieser Leute, und wenn ein Angehö- riger irgendeines Stamms Muslim wurde, wurde er ent- weder sofort von seinem Stamm getötet, oder er lebte in ständiger Lebensgefahr.
Zu einer Zeit wie dieser erbarmte Sich der allmächti- ge Gott der muslimischen Konvertiten und bestrafte die feindlich gesinnten Herrscher damit, dass sie dem Islam gegenüber tributpflichtig wurden, und so öffnete sich für den Islam die Tür zur Freiheit. Damit wurde beabsichtigt, die Hindernisse auf dem Wege jener zu beseitigen, die den Islam annehmen wollten. Dies stellte Gottes Erbarmen für
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die Welt dar und schadete niemandem. Es ist jedoch deut- lich, dass die nichtmuslimischen Herrscher von heute nicht die religiöse Freiheit des Islam einschränken; sie verbieten nicht die notwendigen Pflichten des Islam, sie töten keinen Angehörigen ihres Volks, der Muslim wird, noch werfen sie ihn deswegen ins Gefängnis oder foltern ihn. Warum sollte der Islam gegen sie das Schwert erheben?
Es ist eindeutig, dass der Islam den Zwang niemals be- fürwortet hat: Wenn man den Heiligen Qur‘an, die Hadith- Bücher und die historischen Werke sorgfältig untersucht und soweit wie möglich über sie nachdenkt, wird man si- cherlich feststellen, dass die Anschuldigung, der Islam hät- te das Schwert geschwungen, um den Glauben mit Gewalt zu verbreiten, ein durch und durch unbegründeter und schamloser Vorwurf gegen den Islam ist. Dieser Vorwurf wird von Leuten erhoben, die die zuverlässigen Überlie- ferungen des Heiligen Qur‘an, der Hadith und des Islam nicht objektiv und vorurteilsfrei lasen, sondern ausgiebi- gen Gebrauch von Lüge und Verleumdung machten.
Ich weiß jedoch, dass die Zeit nahe ist, da jene, die nach Wahrheit hungern und dürsten, die Wirklichkeit dieses Vorwurfs erkennen werden. Können wir denn jemals jene Religion als Religion des Zwanges bezeichnen, deren Hei- liges Buch, der Qur‘an, ausdrücklich festlegt,
13 نِ ْیدّ لایفِ هارَ کاِ آَل
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13 Der Heilige Qur’an: Sura al-Baqara 2:257.
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d. h. es soll keinen Zwang im Glauben geben und es ist nicht erlaubt, Gewalt anzuwenden, um jemanden zum Islam zu bekehren?
Können wir denn jenen heiligen Propheten bezichtigen, er hätte anderen Menschen Gewalt angetan, der dreizehn Jahre lang Tag und Nacht all seine Gefährten in Mekka dazu ermahnte, keineswegs Gewalt mit Gewalt zu vergel- ten, sondern alles geduldig zu ertragen?
Als der Feind jedoch seine Boshaftigkeit auf die Spit- ze trieb und alle Stämme sich mit vereinten Kräften zum Auslöschen des Islam rüsteten, hat das Ehrgefühl Gottes es für richtig befunden, jene Leute, die das Schwert ergrei- fen, durch das Schwert töten zu lassen. Ansonsten hat der Heilige Qur‘an die Anwendung von Gewalt nicht erlaubt. Wenn der Islam Zwangsmaßnahmen gebilligt hätte, so wä- ren die Gefährten unseres Heiligen ProphetenSAW gleich- sam zwangsbekehrt und in den Augenblicken der Prüfung nicht in der Lage, wie wahre Gläubige wahre Standhaftig- keit an den Tag zu legen. Doch gerade die Loyalität und Treue der Gefährten unseres Meisters, des Heiligen Pro- phetenSAW, steht außer Frage. Denn es ist kein Geheimnis, dass es unter ihnen Beispiele an Loyalität und Standfestig- keit gibt, deren Parallelen in den Annalen anderer Natio- nen nur schwierig zu finden sind. Diese Gemeinschaft der Gläubigen ließ sich in ihrer Loyalität und Standfestigkeit sogar unter dem Schatten des Schwertes nicht erschüttern. Im Gegenteil zeigten sie an der Seite ihres großen und Hei- ligen ProphetenSAW solche Standhaftigkeit, die ein Mensch
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nur dann aufweisen kann, wenn sein Herz und seine Brust mit dem Licht des wahren Glaubens erleuchtet sind.
Es gibt, kurz gesagt, keinen Zwang im Islam. Kriege im Islam fallen unter drei Kategorien:
Defensive Kriege, d. h. Krieg als Mittel der Selbst- verteidigung;
Bestrafende Kriege, d. h. Blut um Blut;
Krieg, um die Freiheit wiederherzustellen, d. h., um die Macht von Verfolgern zu brechen, die jene zum Islam Konvertierten töten.
Da es also im Islam keine Anweisung gibt, jemanden durch Zwang oder Todesandrohung zum Islam zu bekeh- ren, ist es vollkommen absurd, auf einen blutrünstigen Mahdi oder Messias zu warten. Es kann einfach nicht sein, dass jemand in dieser Welt erschiene, der das Schwert dazu benutzte, die Menschen zum Islam zu bekehren; dies ist absolut unvereinbar mit den Lehren des Heiligen Qur‘an. Diese Tatsache ist keineswegs unverständlich oder schwer zu begreifen. Aber aus Gier und Selbstsucht neigen törich- te Menschen zu diesem Glauben. Denn die meisten unse- rer Maulvis sind dem Irrtum verfallen, sie könnten durch die Kriege des Mahdis zu großem Reichtum gelangen. Da die meisten Maulvis hier im Lande heutzutage sehr arm sind, erwarten sie Tag und Nacht das Erscheinen des Mah- dis, denn sie versprechen sich davon die Erfüllung ihrer Begierden. Deshalb bekämpfen diese Leute jeden, der das
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Erscheinen eines solchen Mahdis verneint. Er wird sofort zum Ketzer erklärt und als ein Abtrünniger gebrandmarkt. Auch ich bin aus den genannten Gründen in den Augen dieser Leute ein Ungläubiger. Denn ich glaube nicht an das Erscheinen eines blutigen Mahdis und eines blutigen Messias. Mehr noch, für mich sind solche absurden Ide- en abscheulich und hassenswert. Und ich bin nicht nur deswegen zum Ungläubigen erklärt worden, weil ich das Erscheinen ihres vermeintlichen Mahdis und Messias ver- neine. Sondern auch deshalb, weil ich aufgrund der mir anvertrauten göttlichen Offenbarungen öffentlich erklärt habe, dass der wirkliche und wahrhaftige Verheißene Messias, der zugleich auch der wirkliche Mahdi ist, über dessen Erscheinen Zeichen in der Bibel und dem Heiligen Qur‘an zu finden sind und dessen Kommen außerdem in den Ahadith versprochen wurde, dass dieser Messias nie- mand anders ist als ich – und zwar ohne Schwert und Ge- wehr. Gott hat mir befohlen, die Menschheit mit Sanftmut, Nachsicht, Freundlichkeit und Demut zu Ihm einzuladen, dem wahrhaftigen Gott, ewig und unveränderlich, Dem vollkommene Heiligkeit, vollkommenes Wissen, vollkom- mene Barmherzigkeit und vollkommene Gerechtigkeit zu eigen ist.
Ich bin das Licht in diesem dunklen Zeitalter. Jeder,
der mir folgt, wird bewahrt vor dem Sturz in die Gruben und Gräber, die vom Teufel für jene bereitet wurden, die in Dunkelheit wandeln. Ich bin von Gott gesandt worden, um die Menschen in aller Welt durch Frieden und Güte zu
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dem wahren Gott zu leiten und die Moral im Islam wie- derherzustellen. Gott hat mir himmlische Zeichen gegeben, um die Sucher nach der Wahrheit mit Zufriedenheit zu er- füllen. Er hat wunderbare Dinge zu meiner Unterstützung gewirkt. Er hat mir Geheimnisse aus dem Ungesehenen und der Zukunft enthüllt. Das ist entsprechend den Heili- gen Büchern das eigentliche Kriterium, an dem man einen Wahrhaftigen erkennt. Und Er hat mir heiliges und reines Wissen gewährt. Deswegen haben sich jene Seelen, welche die Wahrheit hassen und Freude an der Dunkelheit finden, gegen mich gewandt. Ich hatte den Wunsch, den Mitmen- schen gegenüber nach meinen besten Kräften gütig zu sein. In diesem Zeitalter indes besteht die größte Güte gegen die Christen darin, ihre Aufmerksamkeit auf den wahren Gott zu lenken, der frei ist von Mängeln, wie Geburt und Tod, Schmerz und Leid. Jener Gott, Der die ersten himmlischen Körper in sphärischer (oder auch kugelförmiger) Gestalt erschuf und Der somit Seinen Naturgesetzen die Weisung aufprägte, dass es in Seiner Person, gleich einer Sphäre, Einheit und Einigkeit gibt. Das ist der Grund, weshalb die räumlichen Gegenstände nicht dreieckig geschaffen wur- den. Das heißt, die Dinge, welche Gott zuerst erschuf, wie Erde, Himmel, Sonne, Mond und alle Sterne und Elemente – also alle diese Dinge sind kugelförmig, wobei die kugel- förmige Natur auf die Einheit Gottes hinweist. Die wahre Güte und wahre Liebe zu den Christen liegt darin, sie zu Dem Gott zu leiten, Dessen Schöpfungen zeigen, dass Er frei von der Trinität ist.
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Und die größte Sympathie gegenüber den Muslimen besteht darin, sie moralisch zu reformieren und ihre fal- schen Hoffnungen zu zerstreuen, die sie hinsichtlich eines blutigen Mahdis und eines blutigen Messias hegen – Hoff- nungen, welche den islamischen Lehren vollkommen ent- gegengesetzt sind. Wie ich beschrieben habe, sind einige der heutigen ʿulamāʾ der Ansicht, dass ein brutaler Mahdi erscheinen und den Islam mit dem Schwert verbreiten wer- de. Alle solche Ansichten laufen den qur‘anischen Lehren zuwider und sind nur das Ergebnis von Gier und Selbst- sucht. Für einen rechtschaffenen und wahrheitsliebenden Muslim genügt es zur Aufgabe solcher Ideen, dass er sorg- sam den Heiligen Qur‘an studiert, innehält und überlegt, weshalb das Heilige Wort Gottes es ablehnt, jemand durch Morddrohung zum Eintritt in eine Religion zu zwingen. Kurzum, dies eine Argument sollte ausreichen, um sol- che falschen Ideen zu widerlegen. Doch mein Mitgefühl verlangte es, dass ich die zuvor genannten Ideen durch eindeutige und klare Beweise aus der Geschichte etc. wi- derlege. Ich werde daher in diesem Buch beweisen, dass Hadhrat JesusAS nicht am Kreuz starb: Er fuhr nicht in den Himmel auf, noch sollte gehofft werden, dass er jemals vom Himmel auf die Erde herabkäme. Vielmehr ist er im Alter von 120 Jahren in Srinagar, Kaschmir, gestorben. Sein Grab liegt im Khanyar-Viertel in Srinagar.
Ich habe diese Untersuchung, der Klarheit der Ausfüh- rung willen, in zehn Kapitel und einen Epilog unterteilt:
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Das Zeugnis der Bibel
Die Zeugnisse des Heiligen Qur‘an und der Hadith
Das Zeugnis medizinischer Bücher
Das Zeugnis geschichtlicher Aufzeichnungen
Das Zeugnis mündlicher Überlieferungen, die von Generation zu Generation weitergereicht wurden
Verschiedene Indizienbeweise
Das Zeugnis rationaler Argumentation und
Das Zeugnis der frischen Offenbarung, die Gott mir gewährte.
Das sind insgesamt acht Kapitel. In Kapitel neun wird es einen kurzen Vergleich zwischen Christentum und Islam geben, und es werden Argumente zugunsten der Wahrheit des Islam genannt. In Kapitel zehn wird ein etwas ausführ- licher Bericht der Ziele zu lesen sein, die mir Gott gesetzt hat. Dabei wird es um Beweise für die Tatsache gehen, dass ich der Verheißene Messias bin und von Gott komme. Zum Abschluss wird es einen Epilog geben, in dem weitere Weisungen zu finden sein werden.
Ich hoffe, die Leser dieses Buches werden es sorgfältig lesen und die Wahrheit, die in ihm enthalten ist, nicht aus Vorurteil ablehnen. Ich möchte sie daran erinnern, dass dies nicht eine oberflächliche Untersuchung ist. Vielmehr sind die Beweise in diesem Buch erst nach einer gründlichen und ausdauernden Suche zugänglich geworden. Ich bete zu Gott, dass Er mir bei diesem Unterfangen helfen und mir durch Seine besondere Offenbarung und Inspiration
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das vollkommene Licht der Wahrheit geben möge, denn alles wahrhaftige Wissen und jede eindeutige Erkenntnis stammt von Ihm, und nur mit Seiner Erlaubnis leiten sie menschliche Herzen zur Wahrheit.
Amin! Amin!
Demütiger
Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian
25. April 1899
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Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
14 مِ یْ ح
رلان
مٰ حر
لاہ
ّللام
سْ ِب
Beweise aus der Bibel
Es muss zunächst folgendes festgestellt werden: Zwar glauben die Christen, Hadhrat JesusAS sei aufgrund des Verrats von Judas Ischariot festgenommen und gekreuzigt worden – und nach seiner Auferstehung in den Himmel aufgefahren. Jedoch geht aus der Bibel hervor, dass dieser Glaube völlig falsch ist. In Matthäus 12:40 heißt es, wie Jo- nas für drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, werde auch der Sohn des Menschen für drei Tage und Nächte im Schoße der Erde sein. Nun, es ist klar, dass Jona- sAS im Bauch des Fisches nicht starb. Das äußerste, was ihm passierte, war, dass er bewusstlos oder in einem Zustand der Ohnmacht war. Die heiligen Bücher Gottes bezeugen, dass Jonas durch die Gnade Gottes im Bauch des Fisches am Leben blieb, und auch lebendig herauskam. Und letzt- endlich nahm sein Volk ihn an. Wenn Hadhrat JesusAS im Bauch des Fisches15 gestorben wäre, welche Ähnlichkeit könnte dann zwischen einem Toten und einem Lebendi-
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14 „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.“ (Anm. d. Ü.)
15 Druckfehler im Original. Statt „Fisch“ muss es „Erde“ heißen. (Der Herausgeber)
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gen bestehen, und wie könnte ein Lebendiger mit einem Toten verglichen werden?
Die Wahrheit ist vielmehr: JesusAS, als ein wahrer Pro- phet, wusste, dass Gott, dessen Geliebter er war, ihn vor ei- nem verfluchten Tode retten würde, deshalb machte er auf- grund göttlicher Offenbarung eine Prophezeiung in Form einer Parabel, in der er darauf hinwies, er werde weder am Kreuz sterben noch seinen Geist an dem verfluchten Holz aufgeben. Im Gegenteil, er würde, wie der Prophet Jonas, nur durch einen Zustand der Bewusstlosigkeit hindurch- gehen. Zudem hat Jesus in dieser Parabel darauf hingewie- sen, er werde aus dem Schoß der Erde herauskommen und sich dann seinem Volk anschließen, und, wie Jonas, von ihm geehrt werden.
Und auch diese Prophezeiung wurde erfüllt. Denn Je- susAS ging, nachdem er aus dem Schoß der Erde heraus- gekommen war, zu jenen seiner Stämmen, die in den öst- lichen Ländern, Kaschmir und Tibet etc., lebten. D. h. zu jenen zehn Stämmen Israels, die Salmanasser, König von Assur16, 721 Jahre17 vor JesusAS gefangen genommen und verschleppt hatte. Schließlich kamen diese Stämme nach Indien und siedelten sich dort in verschiedenen Regionen an. JesusAS musste diese Reise indes unter allen Umstän- den unternommen haben, denn Gott hatte ihn zu dem Zweck gesandt, die verlorenen Stämme der Juden aufzu-
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16 Persischer König. (Anm. d. Ü.)
17 Abgesehen von diesen, wurden weitere Juden als Ergebnis der baby- lonischen Exzesse in die östlichen Länder ins Exil geschickt.
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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suchen, die sich in verschiedenen Teilen Indiens niederge- lassen hatten. In der Tat waren dies die verlorenen Schafe des Hauses Israel, die den Glauben ihrer Vorväter in die- sen Ländern aufgegeben und zumeist den Buddhismus angenommen hatten, während sie indes schrittweise in Götzendienst zurückfielen. Dr. Bernier berichtet, sich auf eine Anzahl Gelehrter berufend, in seinem Buch „Travels“, dass die Kaschmiri in Wirklichkeit Juden sind, die zur Zeit der Verschleppung in den Tagen des Königs von Assur in dieses Land ausgewandert waren.18
Ohne Frage bestand für Hadhrat JesusAS die Notwendig- keit, den Aufenthaltsort dieser verlorenen Schafe heraus- zufinden, die sich in Indien mit anderen Völkerstämmen vermischt hatten. Ich werde bald Beweise dafür anführen, dass Hadhrat JesusAS tatsächlich nach Indien gekommen ist, dann mit Unterbrechungen bis nach Kaschmir reiste, und unter den Einwohnern, die sich zum buddhistischen Glauben bekannten, die verlorenen Schafe des Hauses Israel entdeckte; dass diese Menschen ihn letztlich aner- kannten, geradeso wie das Volk des Propheten Jonas ihn akzeptierte. Und dies musste geschehen, da JesusAS in der Bibel selbst sagt, dass er zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt worden sei.
ErAS musste in der Tat auch deshalb dem Kreuzestod entrinnen, weil das Heilige Buch sagt, wer am Holze hängt, sei verflucht. Es ist doch äußerst grausam und ungerecht, eine so erhabene Persönlichkeit wie Jesus, den Messias, als
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18 Siehe „Travels“, Band II, Dr. Bernier, der Franzose. Anhang 1.
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verflucht zu bezeichnen, denn entsprechend der überein- stimmenden Ansicht aller Sprachwissenschaftler bezieht sich laʿnat19 auf einen Zustand des Herzens. Als „verflucht“ wird jener bezeichnet, dessen Herz sich von Gott entfrem- det hat und völlig verdunkelt ist. Wenn das Herz gänzlich der göttlichen Barmherzigkeit und der göttlichen Liebe beraubt ist, bar jeglichen Wissens von Ihm; erblindet wie der Teufel, mit dem Gift des Unglaubens angefüllt, wenn nichts von der Gottesliebe und Gotteserkenntnis in ihm übrigbleibt; wenn der Bund der Treue zerbrochen ist, und zwischen ihm und Gott Hass, Verachtung, Groll und Feind- seligkeit entstehen, dass sie sogar einander feind werden, und wenn Gott seiner überdrüssig und er Gottes überdrüs- sig wird. Kurzum, wenn er zum Empfänger aller Eigen- schaften des Teufels wird – und das ist der Grund, warum der Teufel selbst als laʿīn20 bezeichnet wird. Es ist nun klar, dass die Bedeutung des Wortes malʿūn21 so abscheulich ist, dass es niemals auf eine rechtschaffene Person, die Liebe zu Gott in ihrem Herzen hegt, zutreffen kann.
Bedauernswert! Die Christen dachten nicht über die Bedeutung des Wortes Fluch nach, als sie diesen Glauben erfanden. Anderenfalls wäre es für sie unmöglich gewe- sen, ein dermaßen schlechtes Wort für einen Menschen wie JesusAS zu benutzen. Können wir behaupten, das Herz
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19 Fluch. (Anm. d. Ü.)
20 Siehe die Lexika: Lisānu l-ʿarab, Ṣiḥāḥ ǧauharī, Qāmūs, Muḥīṯ, Tāǧu l-ʿurūs etc.
21 Verflucht. (Anm. d. Ü.)
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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von JesusAS wäre Gott je völlig entfremdet gewesen, dass er Gott verneint hätte, Ihn gehasst hätte und dass er zu Seinem Feind geworden wäre? Können wir denken, dass das Herz Jesu sich Gott gegenüber wie ein Fremder und ein Feind gefühlt hätte, versunken in die Dunkelheit des Unglaubens und der Ketzereien? Wenn JesusAS niemals in einem solchen Geisteszustand war, wenn sein Herz also immer erfüllt war mit dem Licht der Gottesliebe und Got- teserkenntnis, dann liegt es an Euch, Ihr weisen Menschen, darüber nachzudenken, ob wir davon sprechen können, nicht nur einer, sondern Tausende von Flüchen Gottes mit all ihren schlimmen Bedeutungen seien auf das Herz Jesu niedergegangen? Gott behüte, niemals. Wie können wir also sagen, dass er, Gott bewahre, verflucht gewesen sei?
Es ist bedauerlich, dass ein Mensch, wenn er einmal etwas geäußert oder sich einem bestimmten Glauben ver- schrieben hat, niemals die Bereitschaft zeigt, diesen Glau- ben aufzugeben, selbst wenn die Absurdität dieses Glau- bens noch so klar und deutlich worden ist. Die Sehnsucht nach Erlösung ist, wenn sie sich auf wahrhaftige Grundla- gen stützt, eine rühmenswerte Angelegenheit. Was ist das für ein Wunsch nach Erlösung, der dazu führt, dass die Wahrheit geopfert und einem heiligen Propheten und voll- kommenen Menschen unterstellt wird, er hätte gleichsam einen solchen Zustand durchlebt, in dem seine Beziehung zu Gott abgebrochen gewesen sei und keine Innigkeit und Eintracht bestanden habe. Stattdessen hätten sich bei die- ser Beziehung Fremdheit und Entferntheit, Feindschaft
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und Abneigung entwickelt, und Dunkelheit hätte – anstel- le von Licht – sein Herz umhüllt?
Gleichzeitig sollte auch bedacht werden, dass dies nicht nur unvereinbar ist mit der Ehre des Prophetentums und dem Rang der Gesandtschaft Hadhrat JesuAS. Vielmehr lässt sich dies auch nicht in Einklang bringen mit seinem Anspruch auf eine hohe spirituelle Stellung, Heiligkeit, Gottesliebe und Gotteserkenntnis, die er wiederholt in den Evangelien zum Ausdruck bringt. Ihr könnt in den Evan- gelien nachlesen, wie dort Hadhrat JesusAS eindeutig be- ansprucht: Ich bin das Licht der Welt, ich bin der Führer, ich stehe in einer Beziehung großer Liebe zu Gott. Er hat mir eine reine Geburt beschert, ich bin der geliebte Sohn Gottes. Wie kann also – angesichts dieser reinen und heili- gen Beziehungen – der unheilige Begriff des Fluchs auf das Herz Jesu zutreffen? Nein, das kann niemals der Fall sein. Es kann folglich kein Zweifel darüber bestehen, dass Je- susAS nicht gekreuzigt wurde, d. h. er starb nicht am Kreuz. Denn seine Person ist erhaben über die Konsequenzen vom Kreuzestod. Und da er nicht gekreuzigt worden ist, blieben ihm die unreinen Folgerungen eines Fluches er- spart, und hieraus folgt zweifelsohne, dass er nicht zu den Himmeln auffuhr. Denn die Himmelfahrt bildet einen Teil dieses Gedankengebäudes und war eine Folgerung aus seinem vermeintlichen Kreuzestod. Wenn es nun bewiesen ist, dass er weder verflucht war, noch drei Tage in der Höl- le verlebte, noch den Tod erlitt, so erweist sich der andere Teil dieses Gedankengebäudes, nämlich die Himmelfahrt,
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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ebenfalls als falsch. Hierüber gehen aus den Evangelien noch weitere Beweise hervor, die ich nun nachfolgend auf- führen werde.
Einer dieser Beweise ist die Aussage Jesu: „Wenn ich aber wieder auferstanden bin, will ich vor Euch hingehen nach Galiläa“. (Mt 26:32) Dieser Vers zeigt eindeutig, dass Jesus, nachdem er seinem Grabgewölbe entstiegen war, nach Ga- liläa ging und nicht in den Himmel. Und das Wort Jesu:
„Wenn ich auferstanden bin“, bedeutet nicht, er sei nach dem Tode auferstanden. Vielmehr gebrauchte er dieses Wort entsprechend der Erwartungshaltung der Leute, die sie ihm gegenüber hatten, da er ja in den Augen der Juden und der Allgemeinheit am Kreuz gestorben war. Es war ja in Wirklichkeit auch so: Ein Mann wurde an das Kreuz geschlagen, in seine Hände und Füße wurden Nägel ge- trieben, so dass er vor Schmerzen ohnmächtig wurde und in einen todesähnlichen Zustand fiel. Wenn er nun nach der Errettung von dieser Tragödie sagte, er sei wieder zum Leben erweckt worden, so ist das keineswegs eine Über- treibung. Und es steht außer Zweifel, dass die Errettung Jesu vom Tod nach so vielen Leiden ein Wunder darstellt. Es war kein gewöhnliches Ereignis. Aber zu glauben, dass er gestorben wäre, ist falsch.
Wahr ist indes auch, dass die Bücher des Neuen Tes- tamentes vom tatsächlichen Tod Jesu ausgehen. Das ist jedoch ein Fehler der Verfasser dieser Bücher, genauso wie sie sich beim Aufschreiben verschiedener anderer historischer Ereignisse geirrt haben. Kommentatoren und
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Forscher der Evangelien geben zu, dass die Bücher des Neuen Testaments aus zwei Teilen bestehen: Erstens, die spirituellen Anweisungen, die Hadhrat JesusAS an seine Jünger weitergab und die den Kern der Lehren des Evan- geliums bilden; und, zweitens, historische Angaben, wie der Stammbaum Hadhrat Jesu, seine Verhaftung und seine Geißelung, die Existenz eines wundersamen Sees zu sei- ner Zeit, etc. Das sind Geschehnisse, die die Schreiber von sich aus aufgezeichnet haben, sie waren nicht offenbart worden. Damit haben die Verfasser ihre eigene Sicht der Dinge wiedergegeben. An einigen Stellen gibt es maßlose Übertreibungen, so zum Beispiel da, wo behauptet wird: Würde man alle Wunderwerke Jesu in Büchern festhalten, so würde die Erde nicht ausreichen, um diesen Büchern Platz zu bieten. Welche Übertreibung!
Abgesehen davon widerspricht es nicht der sprachli- chen Konvention, das große Leid, das JesusAS befiel, als Tod zu bezeichnen. Hat jemand ein derartiges Leid erfahren, dass er beinahe gestorben wäre, so verwenden nahezu alle Völker in dieser Situation die Redewendung: „Ihm wurde ein neues Leben gegeben.“ Der allgemeine Sprachgebrauch aller Völker und Länder lässt eine solche Ausdrucksweise zu.
Nach alledem, was angeführt wurde, sollte auch noch das Evangelium des Barnabas beachtet werden, das si- cherlich auch im Britischen Museum verfügbar sein dürf- te. In diesem Buch steht geschrieben, JesusAS sei weder gekreuzigt worden noch am Kreuz gestorben. Nun lässt
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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sich durchaus folgender Schluss ziehen: Zwar wird dieses Buch nicht zu den Evangelien gezählt und findet über- haupt keine Akzeptanz, dennoch kann es keinen Zweifel daran geben, dass es ein altehrwürdiges Buch ist und zu jenem Zeitabschnitt gehört, in dem auch die anderen Evan- gelien verfasst wurden. Ist es uns etwa nicht erlaubt, diese alte Schrift als ein Geschichtsbuch aus früher Zeit zu be- trachten und als solchem Nutzen aus ihm zu ziehen? Kann man aus dieser Schrift nicht wenigstens diese Erkenntnis ableiten, dass zu der Zeit der Kreuzigung keine Einigkeit über die Frage bestand, ob JesusAS am Kreuz gestorben sei? Nun, selbst wenn in den vier Evangelien solche Meta- phern zu finden sind – wie jene über einen Toten, dass er nicht tot sei, sondern nur schlafe –, dann ist es sicherlich nicht jenseits aller Vernunft zu vermuten, dass ein Zustand der Bewusstlosigkeit als ein Zustand des Todes beschrie-
ben worden ist.
Ich habe bereits ausgeführt, dass ein Prophet nicht lü- gen kann. JesusAS verglich seinen dreitägigen Aufenthalt im Grabgewölbe mit den drei Tagen, die Jonas im Fisch verbrachte. Das zeigt klar, so wie Jonas drei Tage lang im Bauch des Fisches geblieben war, so würde auch JesusAS drei Tage im Grabgewölbe am Leben bleiben. Die jüdi- schen Grabmäler jener Tage waren nicht so gebaut wie ihre Grabmäler heute. Sie waren geräumig und hatten eine Öff- nung auf der einen Seite, die mit einem großen Stein ver- schlossen wurde. Und ich werde an geeigneter Stelle be- weisen, dass das Grab JesuAS, welches kürzlich in Srinagar
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in Kaschmir entdeckt wurde, von derselben Bauweise ist wie jenes, in welches Hadhrat JesusAS bei seiner Bewusstlo- sigkeit gelegt worden war.
Kurz gesagt, der eben zitierte Vers zeigt, dass JesusAS aus dem Grabmal herauskam und sich danach auf den Weg nach Galiläa begab. Und das Markus-Evangelium sagt, nachdem JesusAS das Grabmal verlassen hatte, wurde er auf der Straße nach Galiläa gesehen. Schließlich habe er die elf Jünger getroffen, als sie zu Tisch waren. Er zeigte ih- nen seine Hände und Füße, die verwundet waren, und sie dachten, er sei vielleicht ein Geist. Da sprach er zu ihnen:
„Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selber; fühlet mich an und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Er nahm von ihnen gekochten Fisch und ein Stück Honigwabe, und aß es in ihrer Gegenwart.“ (Mk 16:14, Lk 24:39-43)22
Diese Verse zeigen eindeutig, dass JesusAS niemals in den Himmel aufstieg. Vielmehr war er aus dem Grab he- rausgekommen und nach Galiläa aufgebrochen, – wie ein
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22 Lukas 24:39-43: Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Markus 16:14: Später erschien JesusAS auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten.
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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gewöhnlicher Mensch, mit üblichen Kleidern, mit einem menschlichen Körper. Wenn er nach dem Tode auferstan- den wäre, wie könnte es dann sein, dass dieser Geisteskör- per noch die Wunden trug, die ihm am Kreuz zugefügt worden waren? Wozu hätte er essen müssen? Und wenn er damals Nahrung benötigte, müsste er sogar heute noch Nahrung benötigen.
Die Leser mögen nicht dem Missverständnis unterlie- gen, das Kreuz der Juden von damals sei mit der Henkers- schlinge von heute vergleichbar, aus der lebendig zu ent- kommen nahezu unmöglich ist. Das Kreuz jener Tage hatte kein Seil, das um den Hals des Verurteilten geschlungen wurde, noch wurde ihm auf dem Galgen der Boden unter den Füßen entzogen, so dass er mit dem Hals in der Schlin- ge hängen blieb. Es wurde vielmehr nur auf das Kreuz ge- legt, und seine Hände und Füße wurden auf ihm festgena- gelt. Es war auch möglich, jemand zunächst für ein oder zwei Tage ans Kreuz zu nageln. Sah man diese Strafe als ausreichend an, so wurden die Knochen des Gekreuzigten nicht gebrochen, und er wurde vom Kreuz abgenommen, so dass er am Leben blieb. Hatte man jedoch die Absicht, jemand durch Kreuzigung zu töten, so ließ man ihn drei Tage lang am Kreuz hängen. Kein Wasser und kein Brot konnten auch nur in seine Nähe gelangen. So ließ man ihn drei Tage oder länger in der Sonnenglut schmoren, dann brach man ihm die Knochen, so dass der Verurteilte letzt- lich an dieser Tortur starb.
Aber die Gnade des Allmächtigen Gottes bewahrte Je-
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susAS vor dieser Tortur, die sonst seinem Leben ein Ende bereitet hätte. Wenn man das Evangelium mit Sorgfalt liest, zeigt es sich, dass Hadhrat JesusAS nicht für drei Tage am Kreuz blieb und er nicht drei Tage lang Hunger oder Durst zu erleiden hatte, noch wurden seine Knochen ge- brochen. Im Gegenteil, er blieb nur für zwei Stunden am Kreuz hängen, und die Gnade und Barmherzigkeit Gottes ermöglichten es, dass die Kreuzigung zu später Tagesstun- de stattfand, zudem an einem Freitag, nur kurze Zeit vor Sonnenuntergang, indes der nächste Tag ein Sabbat war, das Passahfest der Juden.
Entsprechend dem jüdischen Brauchtum war es unge- setzlich und eine strafbare Handlung, jemanden am Sabbat oder in der Nacht davor am Kreuz hängen zu lassen; und die Juden, gleich den Muslimen, befolgten den Mondka- lender, in dem die Nacht der Beginn des Kalendertages ist. So gab es einerseits diesen Umstand, der aus irdischen Ge- gebenheiten entstand, und andererseits geschah es durch die Göttliche Fügung, dass in der sechsten Stunde ein hef- tiger Sandsturm wütete, der die Erde für drei Stunden ver- dunkelte (Mk 16:33). Diese sechste Stunde war nach zwölf Uhr, daher nahe dem Abend. Nun befürchteten die Juden in dieser Dunkelheit, dass die Nacht des Sabbats sie über- raschte, und dass sie sich wegen der Verletzung der Heilig- keit des Sabbats Bestrafung zuziehen würden. Deswegen nahmen sie JesusAS und die beiden Diebe in aller Hast von den Kreuzen. Zusätzlich zu all dem gab es eine an- dere himmlische Fügung: Als Pilatus dem Gericht vorsaß,
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sandte seine Frau die Nachricht zu ihm, er solle nichts mit dieser rechtschaffenen Person zu tun haben (d. h. er soll- te nicht den Versuch unternehmen, ihn mit dem Tode zu bestrafen), denn, so sagte sie, sie habe in der Nacht zuvor einen Traum gehabt, der sie außerordentlich beunruhigt hätte (Mt 27:19). Dass der Frau des Pilatus ein Engel im Traum erschien, daraus werden wir und jeder gerecht den- kende Mensch ohne den leisesten Zweifel verstehen, dass Gott niemals beabsichtigt hatte, JesusAS am Kreuz sterben zu lassen.
Seit der Erschaffung dieser Welt ist es niemals vorge- kommen, dass Gott jemandem im Traum mitteilt, er müsse Schritte unternehmen, um einem Unschuldigen das Leben zu retten, und dass dann diese Mitteilung ihren Zweck verfehlt (und dieser Unschuldige den Tod erleidet).
Zum Beispiel besagt das Matthäus-Evangelium, dass ein Engel des Herrn im Traum zu Joseph kam und sprach:
„Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe nach Ägypten, und bleibe dort, bis Ich‘s dir sage; denn Herodes sucht das kleine Kind umzubringen.“ (Mt 2:13)
Kann nun behauptet werden, dass JesusAS in Ägypten hätte getötet werden können, nachdem er dort Zuflucht gefunden hatte? Ebenso verhält es sich mit dem Traum, den die Ehefrau von Pilatus hatte: Dieser Traum kam auf- grund des Göttlichen Plans zur Errettung Jesu, und der Plan Gottes konnte niemals fehlschlagen. Die Möglichkeit,
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dass JesusAS in Ägypten getötet werden könnte, ist nicht vereinbar mit dem festen Versprechen Gottes. Es ist ein- fach undenkbar, dass auf der einen Seite der Engel des All- mächtigen Gottes der Frau des Pilatus erscheint und nahe legt, es wäre für sie nicht gut, wenn JesusAS am Kreuz stür- be, und auf der anderen Seite JesusAS den Kreuzestod erlei- det und diese Engelserscheinung umsonst bleibt. Ist das in der Welt jemals möglich gewesen? Niemals.
Alle reinen Menschen mit einem Gewissen werden, so- bald sie von diesem Traum der Ehefrau Pilatus erfahren, unumwunden erklären, der Zweck jenes Traumes bestehe darin, eine Möglichkeit für die Errettung Jesu zu schaffen. Es steht natürlich jedem frei, eine offensichtliche Wahr- heit aus religiösem Vorurteil heraus zu leugnen, aber Ge- rechtigkeit verpflichtet uns einzugestehen, dass der Traum der Frau von Pilatus ein gewichtiges Zeugnis über die Er- rettung Jesu vom Kreuzestod ist. Und der erste im Rang unter den Verfassern der Evangelien, nämlich Matthäus,
hat dieses Zeugnis aufgezeichnet.
Obwohl die vollkommene Beweisführung (itmám e hud- jdja), die ich in diesem Buch leiste, die Göttlichkeit Jesu und die Lehre vom Sühneopfer zunichte macht, erfordert die Ehrlichkeit und die Liebe zur Wahrheit von uns, dass wir die Wahrheit annehmen und uns nicht durch die Ge- sellschaft, Verwandtschaft und traditionelle Glaubensan- sichten beirren lassen. Seit seiner Erschaffung bis heute hat die Beschränktheit des Menschen ihn tausenderlei Dinge zu seinem Gott machen lassen, bis zu dem Ausmaß, dass
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sogar Katzen und Schlangen angebetet wurden. Trotz alle- dem wurden weise Menschen durch die Hilfe des Himmels vor dem Übel solcher heidnischer Glaubensvorstellungen gerettet.
Zu den Zeugnissen der Bibel über die Errettung Jesu, Sohn der Maria, vom Kreuzestod gehört seine weite Reise nach Galiläa, die er antrat, nachdem er aus dem Grabge- wölbe herausgekommen war. Am Sonntagmorgen traf er zuerst Maria Magdalena, die sofort die Jünger davon un- terrichtete, JesusAS sei am Leben, doch diese glaubten es nicht. Dann wurde er von zwei Jüngern gesehen, als diese übers Land zogen. Und zuletzt erschien er den elf Jüngern, als sie gerade ihre Mahlzeit einnahmen, und er tadelte sie für ihren Unglauben und ihre Hartherzigkeit (Mk 16:9-14). Als die Jünger Jesu sich auf den Weg zur Siedlung Em- maus machten, die etwa dreiviertel Meilen von Jerusalem entfernt war, traf JesusAS auf sie. Und als sie sich dieser Siedlung näherten, wollte JesusAS sich von ihnen trennen, aber sie hielten ihn zurück und bestanden darauf, dass sie diese Nacht zusammen verbringen sollten. Er speiste dann mit ihnen, und sie alle, JesusAS eingeschlossen, verbrachten die Nacht in diesem Ort namens Emmaus (Lk 24:13-31).
Dass JesusAS mit seinem spirituellen Körper, den er nach dem Tode erlangt haben soll, Tätigkeiten vollzog, die nur der irdische Körper zu tun vermag – z. B. Essen, Trinken, Schlafen, die Reise von 70 Meilen23 nach Galiläa – dieser
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23 Meile (Urdu: Kooß). Dieser alte in Indien gebräuchliche Maß hat re- gional unterschiedliche Längen. Der Verfasser benutzt das kooß in der
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Gedanke ist einfach etwas Unmögliches und Absurdes. Die Berichte in den Evangelien weichen aufgrund der un- terschiedlichen Tendenz in den einzelnen Meinungen stark voneinander ab, trotzdem zeigen diese Texte klar, dass Je- susAS seine Jünger in seinem ganz gewöhnlichen, sterbli- chen, menschlichen Körper traf, und dass er zu Fuß eine lange Reise nach Galiläa unternahm: Er zeigte den Jüngern seine Wunden, speiste mit ihnen zur Nacht und schlief in ihrer Gemeinschaft. Ich werde zudem unten beweisen, dass er seine Wunden mit einer Salbe behandelte.
Man muss nun an dieser Stelle folgende Überlegung an- stellen: JesusAS soll doch einen ewigen spirituellen Körper erlangt haben, d. h. er soll jenen unsterblichen Körper ge- wonnen haben, der von der Notwendigkeit zu essen und zu trinken befreit war und der ihn berechtigte, zur rechten Hand Gottes zu sitzen und von allen Wunden und Schmer- zen und Schwächen frei zu sein und der die Herrlichkeit des Ewigen und je schon existierenden Gottes in sich trug. Trotzdem sollte er aber weiterhin mit einem Mangel be- haftet sein, so dass an seinem Körper die frischen Wun- den, welche durch das Kreuz und die Nägel entstanden, vorhanden waren, die bluteten und schmerzten, und für die eine Salbe zubereitet worden war. In Wirklichkeit soll- te JesusAS einen glorreichen und unsterblichen Körper er- langt haben, der eigentlich für immer gesund, fehlerlos, vollkommen und unveränderlich sein müsste. Doch wies
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Länge von 1,625 Meilen, wie dies auch aus dem vierten Kapitel dieses Buches hervorgeht. (Anm. d. Ü.)
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sein Körper fortgesetzt Mängel der verschiedensten Arten auf. JesusAS selbst zeigte seinen Jüngern das Fleisch und die Knochen seines Körpers, und nicht nur das, für ihn gab es überdies die Qualen des Hungers und des Durstes: allesamt Bedürfnisse des sterblichen Lebens. Andernfalls muss man fragen, weshalb er während der Reise nach Ga- liläa solch nutzlose Dinge tat wie Speisen einzunehmen, Wasser zu trinken, sich auszuruhen und zu schlafen.
Ohne Zweifel sind Hunger und Durst für den sterbli- chen Körper in dieser Welt eine Art von Schmerzen; wenn sie extreme Ausmaße erreichen, können sie sogar zum Tod führen. Aus alldem geht eindeutig hervor, dass JesusAS we- der am Kreuz starb noch einen neuen spirituellen Körper erlangte. Vielmehr befand er sich in einer todesähnlichen Bewusstlosigkeit. Gott hat es aus seiner Gnade heraus so eingerichtet, dass das Grabmal, in welches er gelegt wur- de, nicht den Grabmälern dieses Landes glich, sondern ein Hohlraum war. In jenen Tagen war es unter den Juden üb- lich, Grabmäler zu bauen, die wie luftige und geräumige Kammer aussahen und einen offenen Zugang hatten. Die- se Grabmäler wurden bereitgehalten, und wenn erforder- lich, wurde der Leichnam darin verwahrt.
Die Evangelien legen ein klares Zeugnis hiervon ab. Lu- kas sagt:
„Am ersten Tag der Woche nun kamen sie (d. h. die Frau- en) sehr früh am Morgen (d. h. als es noch dunkel war) zum Grabmal, und sie brachten die Gewürze mit sich, die sie zubereitet hatten, und einige andere waren auch bei
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ihnen. Und sie fanden den Stein vom Grabmal hinweg- gerollt [man bedenke dies!], und sie gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht.“ (Lk 24:32)
Man bedenke nun für einen Augenblick die Worte „sie gingen hinein“. Es ist offensichtlich, dass ein Mensch nur ein Grab betreten kann, das einem Raum ähnlich ist und eine Öffnung hat. Ich werde in diesem Buch an geeigneter Stelle zeigen, dass das Grab JesusAS, welches vor kurzem in Kaschmir entdeckt worden ist, eine Öffnung gleich dem oben beschriebenen Grabmal hat. Das ist ein subtiler Punkt und eine Beschäftigung damit wird Forscher zu großen Er- gebnissen führen.
Und unter den Zeugnissen der Evangelien finden wir auch die Worte von Pilatus, die von Markus aufgezeichnet wurden:
„Und nun, als der Abend nahte, kam, weil es Rüsttag war [das ist der Tag vor dem Sabbat], Joseph von Arimat- häa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Königreich Gottes wartete, und ging hinein zu Pilatus und bat um den Körper von Jesus. Pilatus aber wunderte sich, dass er schon tot wäre.“ (Mk 1624:42-44)
Dies zeigt, dass bereits zur Zeit der Kreuzigung Zwei- fel darüber aufkamen, ob JesusAS tatsächlich gestorben sei, und der Zweifel kam von niemandem geringeren denn
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24 „Kapitel 16“ scheint ein Übertragungsfehler zu sein. Richtig ist Kapi- tel 15. (Anm. d. Ü.)
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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von einer Person, die aus Erfahrung wusste, wie lange es dauerte, bis jemand am Kreuz starb.
Unter den Zeugnissen der Evangelien befindet sich auch der Vers:
„Die Juden aber baten Pilatus, weil es der Rüsttag war, dass die Körper nicht den Sabbattag über am Kreuze blieben (denn der Sabbattag war ein Festtag), dass deren Beine gebrochen und dass sie hinweggenommen werden sollten. Dann kamen die Soldaten und brachen die Beine des Ersten und auch die des Anderen, die ja beide mit ihm gekreuzigt worden waren. Aber als sie zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, brachen sie seine Beine nicht; sondern einer der Soldaten stach mit einem Speer in seine Seite, und sofort traten Blut und Wasser aus.“ (Jh 19:31- 34)
Diese Verse belegen, dass, um dem Leben einer gekreu- zigten Person ein Ende zu bereiten, es in jenen Tagen Praxis war, sie etliche Tage am Kreuz hängen zu lassen und dann ihre Beine zu brechen. Aber die Beine von JesusAS wurden bewusst nicht gebrochen und sicherlich wurde er lebendig vom Kreuz abgenommen, wie auch die beiden Diebe. Das ist der Grund, warum Blut austrat, als ihm in die Seite ge- stochen wurde. Das Blut des Toten gerinnt.
All dies lässt auf einen Plan schließen: Pilatus war ein gottesfürchtiger und gutherziger Mensch. Öffentlich konn- te er aus Furcht vor Cäsar keine Gefälligkeit zeigen; denn die Juden hatten JesusAS zu einem Rebellen erklärt. Gleich-
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wohl, Pilatus hatte das Glück, JesusAS gesehen zu haben, Cäsar indes war vom Schicksal nicht so begünstigt. Der erstere sah nicht nur JesusAS, sondern erwies ihm auch eine große Gunst – er wünschte nicht, dass JesusAS den Kreuzes- tod erleidet. Die Evangelien belegen ganz klar, dass Pilatus verschiedene Male beschlossen hatte, JesusAS freizulassen, aber die Juden sagten, wenn er ihn freilasse, würde er sich Cäsar gegenüber illoyal verhalten. JesusAS sei ein Rebell, der König werden wolle (Jh 19:12).
Der Traum seiner Frau bewog ihn weiterhin, JesusAS vor der Kreuzigung zu bewahren, andernfalls sah er Un- heil über sich und seine Frau kommen. Da aber jene Ju- den missgünstige Leute waren, bereit sogar, Cäsar dieses Vorhaben Pilatus zu verraten, ging Pilatus strategisch vor, um JesusAS zu retten: Zunächst einmal setzte er den Frei- tag als Zeitpunkt für die Kreuzigung fest, und das nur ein paar Stunden vor Sonnenuntergang, kurz vor der Nacht des großen Sabbats. Und Pilatus wusste sehr gut, die Ju- den müssten JesusAS gemäß den Geboten ihres Gesetzes vor Einbruch der Nacht vom Kreuz abnehmen, und es sei nach Anbruch des Abends ungesetzlich, jemand am Kreuz hängen zu lassen. Es geschah alles wie geplant, und Jesu- sAS wurde vom Kreuz abgenommen, ehe es Abend wurde. Und es ist unwahrscheinlich, dass zwar die Diebe, die ge- meinsam mit JesusAS ans Kreuz genagelt worden waren, überlebten, während JesusAS aber binnen zweier Stunden starb.
Im Gegenteil, es war somit also ein Ausweg ersonnen
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worden, um JesusAS vor der Tortur des Beinebrechens zu erretten. Die Tatsache, dass beide Diebe lebendig vom Kreuz abgenommen wurden, genügt als Beweis für einen verständigen Menschen. Es war üblich, die Verurteilten le- bendig vom Kreuz abzunehmen, und sie starben nur, wenn ihre Beine gebrochen oder sie ohne Essen und Trinken für einige Tage am Kreuz hängen gelassen wurden. Nichts hiervon traf auf JesusAS zu: Weder blieb er für einige Tage am Kreuz hängen, noch wurden seine Beine gebrochen. In- dem der Anschein erweckt wurde, JesusAS wäre gestorben, wurden die Juden dazu gebracht, diesen ganzen Vorfall zu vergessen.
Die Diebe allerdings wurden sofort getötet, indem ihre Knochen gebrochen wurden. Es wäre anders gewesen, wenn auch bezüglich des einen Diebes gesagt worden wäre, er sei tot, so dass es nicht notwendig sei, seine Kno- chen zu brechen.
Ein Mann namens Joseph – ein geehrter Freund des Pi- latus und eine bekannte Person in der Gegend sowie ein geheimer Anhänger Jesu – war zur rechten Zeit zur Stelle. Ich vermute, auch er wurde auf Anregung des Pilatus hin gerufen.
JesusAS wurde für tot erklärt und der Körper wurde ihm ausgehändigt, denn er war ein angesehener Mann, mit dem die Juden keinen Konflikt in Kauf nehmen konnten. Als er am Ort des Geschehens erschien, trug er JesusAS mit sich fort, als ob er ein Leichnam wäre. In der Tat aber war er nur in einem Zustand der Bewusstlosigkeit.
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Nahebei gab es ein geräumiges Haus, das entsprechend den Gebräuchen der Zeit gleich einem Grabmal errichtet worden war, eine Öffnung hatte und an einem Ort lag, zu dem die Juden keinen Zugang hatten. Auf Vorschlag von Pilatus wurde JesusAS in diesem Haus untergebracht.
Diese Ereignisse geschahen im vierzehnten Jahrhundert nach dem Tode von MosesAS. JesusAS war der Reformer des israelitischen Gesetzes im vierzehnten Jahrhundert. Zwar erwarteten die Juden in diesem vierzehnten Jahrhundert den Verheißenen Messias, und auch die Prophezeiungen der vorangegangenen Propheten bezeugten, dass der Zeitpunkt seines Erscheinens gekommen war, trotzdem erkannten die unwürdigen Priester der Juden nicht die Zeichen der Zeit. Sie erklärten den Verheißenen Messias für einen Lügner. Nicht nur dies, sie erklärten ihn zu ei- nem Ungläubigen, nannten ihn einen Ketzer, verhängten ein Todesurteil gegen ihn und zerrten ihn vor Gericht. Da- raus kann gefolgert werden, dass Gott ins vierzehnte Jahr- hundert eine solche Wirkung gelegt hat, die die Herzen der Menschen gefühllos, die Priester weltlich, blind und zu Feinden der Wahrheit werden lässt.
An dieser Stelle nun möge ein Vergleich angestellt wer- den zwischen dem vierzehnten Jahrhundert nach MosesAS und dem vierzehnten Jahrhundert nach demjenigen, der mit MosesAS zu vergleichen ist: unserem Heiligen Prophe- tenSAW25 –, und dieser Vergleich wird zeigen, dass es in je-
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25 Wie MosesAS hat auch der Heilige Prophet MuhammadSAW ein Gesetz gebracht, den Qur‘an. (Anm. d. Ü.)
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dem dieser Jahrhunderte jeweils einen Mann gab, der den Anspruch erhob, der Verheißene Messias zu sein, ein wahr- haftiger Anspruch, der sich auf die Autorität Gottes stütz- te. Als nächstes wird dann deutlich, dass die Kleriker jener Menschen beide zu Ungläubigen erklärten, sie Ketzer und Dajjal26 schimpften und Todesurteile gegen sie verkünde- ten und sie vor Gericht zerrten – ein römisches Gericht in einem Fall und ein britisches in dem anderen. Letztendlich aber wurden beide errettet und die Absichten der Kleriker – der Juden sowie der Muslime – wurden vereitelt.
Gott wollte für beide Gesalbten große Gemeinden er- wecken und die Absichten ihrer Feinde zunichte machen. Kurz gesagt, das vierzehnte Jahrhundert nach MosesAS und das vierzehnte Jahrhundert nach unserem Heiligen ProphetenSAW bringen für ihren jeweiligen Messias vielerlei Prüfungen, aber auch Segnungen.
Unter den Zeugnissen über die Errettung Hadhrat Je- suAS vom Kreuz gibt es jenes, das bei Matthäus 26:36-46 festgehalten ist. Hier wird folgendes berichtet: Nachdem Hadhrat JesusAS eine Offenbarung über seine bevorstehen- de Gefangennahme erhalten hatte, betete er in Tränen auf seinem Gesicht liegend die ganze Nacht zu Gott. Es konn- te nicht sein, dass diese Gebete, die mit Schmerz und in großer Bedrängnis gesprochen wurden und für die Jesu- sAS ausreichend Zeit gegeben wurde, nicht Gehör fanden. Denn der Schrei eines Auserwählten Gottes zur Zeit gro- ßer Bekümmernis wird niemals abgelehnt. Wie könnte es
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26 Antichrist. (Anm. d. Ü.)
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dann sein, dass das Gebet Jesu, welches er die ganze Nacht lang mit qualvollem Herzen und in einem Zustand der Be- kümmernis dargeboten hatte, abgelehnt würde? Dabei hat doch JesusAS selbst gesagt: Der Vater, der im Himmel ist, erhört mich. Nun, welchen Grund hätte man anzunehmen, dass Gott seine Gebete erhört, wenn ein Gebet in solcher Bedrängnis nicht erhört worden wäre. Aus den Evange- lien geht hervor, dass Hadhrat JesusAS überzeugt war, sein Gebet werde angenommen. Er hatte großes Vertrauen in das Gebet, das er sprach. Dies ist auch der Grund, warum er, als er gefangengenommen und ans Kreuz geschlagen worden war, und die äußeren Umstände nicht entspre- chend seinen Erwartungen vorfand, schrie: „Eli, Eli, lema Sabachtani“27, was bedeutet: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ d. h., ich hatte nicht erwartet, dass es soweit kommen würde und ich am Kreuz zu sterben hätte. Ich war überzeugt, dass Du mich erhören würdest.
Diese beiden Zitate aus der Bibel belegen, dass JesusAS fest daran glaubte, dass sein Gebet erhört und angenom- men werde, dass seine tränenreichen Bittgesuche, die er die ganze Nacht hindurch entbot, nicht vergebens seien, denn er selbst hatte ja mit göttlicher Ermächtigung seinen Jüngern gelehrt: „Wenn ihr betet, wird das Gebet angenommen werden.“
Zudem hat er auch das Gleichnis des Richters erzählt, der weder Mensch noch Gott fürchtete. Und der Sinn dieses Gleichnisses war, dass die Jünger begreifen sollten,
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27 Vergl. Matthäus 27:46:
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dass Gott ohne Zweifel Gebete beantwortet.
JesusAS wusste von Gott, dass ihm ein großes Leiden bevorstand. Doch wie alle mit Gotteserkenntnis begabten Menschen, hörte er nicht auf, zu Gott zu beten. Denn er wusste, dass für Gott nichts unmöglich ist und dass Er Herr über alles Seiende und Nichtseiende ist. Wäre das von JesusAS persönlich geäußerte Bittgebet zurückgewiesen worden, so hätte dies den Glauben der Jünger sehr erschüttert. War es denn möglich, den Jüngern ein Beispiel zu geben, das ihren Glauben zerstört hätte? Wenn sie mit ihren eigenen Augen hätten sehen müssen, dass das Gebet eines so großen Propheten wie Jesus, welches er die gan- ze Nacht lang mit Inbrunst dargeboten hatte, nicht ange- nommen worden war, hätte dieses unselige Beispiel eine schwere Prüfung ihres Glaubens bedeutet. Die Barmher- zigkeit Gottes verlangte es, dass dieses Gebet erhört wer- de. Es ist gewiss, dass das Gebet, welches zu Getsemani gesprochen wurde, angenommen worden ist.
In diesem Zusammenhang muss man einen weite- ren Aspekt beachten. Geradeso wie es eine Verschwö- rung gab, JesusAS zu töten, und sich die Hohepriester und die Schriftgelehrten zu diesem Zweck im Palast des Hohenpriesters, der Kajaphas hieß, versammelt hatten, um einen Plan zur Ermordung Jesu zu ersinnen, so hatte es eine Verschwörung gegeben, MosesAS zu ermorden, und gleichermaßen hatte es in Mekka geheime Beratungen an einem Ort namens Dar-ul-Nadwa gegeben, um unseren Heiligen ProphetenSAW zu ermorden.
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Aber der allmächtige Gott errettete diese erhabenen Propheten vor diesen gemeinen Machenschaften. Der Anschlag auf JesusAS lag zeitlich zwischen diesen beiden Verschwörungen. Warum wurde dann JesusAS nicht ge- rettet, wenn er doch inbrünstiger gebetet hatte als die an- deren? Warum wurden die Bittgebete nicht erhört, wenn Gott doch die Gebete Seiner geliebten Diener erhört und die Pläne der Übeltäter vereitelt?
Alle rechtschaffenden Menschen wissen durch Er- fahrung, dass ein Gebet in Bedrängnis und Unruhe stets angenommen wird. Ja, die Stunde der Drangsal ist doch für einen rechtschaffenen Menschen die Stunde zur Manifestation von Zeichen. Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht. Vor ungefähr zwei Jahren wurde ich von einem gewissen Doktor Martin Clark, einem Christen, der in Am- ritsar im Punjab lebte, vor einem Gerichtshof im Distrikt Gurdaspur des versuchten Mordes angeklagt. Es wurde behauptet, ich hätte einen gewissen Abdul Hamid beauf- tragt, den besagten Doktor zu töten. Folgende Konstella- tion stellte sich in diesem Prozess ein: Bestimmte hinter- hältige Anhänger der drei Religionsgemeinschaften – der Muslime, Christen und Hindus – verbündeten sich gegen mich und ließen nichts unversucht, um zu erreichen, dass ich des versuchten Mordes für schuldig erklärt werde. Die Christen hegten Groll gegen mich, weil ich versuchte – und ich versuche weiterhin –, die Menschheit von den falschen Ideen zu erlösen, die Christen hinsichtlich der Person Jesu vertreten, und dies war der erste Geschmack der Behand-
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lung, die mir von ihnen zuteil wurde. Die Hindus waren verärgert über mich, weil ich eine Prophezeiung über den Tod eines gewissen Lekh Ram, eines Pandit, mit seiner Zu- stimmung gemacht hatte, und die Prophezeiung innerhalb der bestimmten Zeit erfüllt worden war – ein furchtein- flößendes Zeichen von Gott. Die muslimischen Maulvis waren gleichermaßen verärgert, weil ich mich der Idee des blutigen Messias und Mahdi sowie der Lehrmeinung vom Jihad, wie sie sie verstanden, widersetzte. So verschworen sich einige wichtige Persönlichkeiten dieser drei Gemein- schaften mit dem Ziel, die Mordanklage gegen mich zu be- weisen, so dass ich entweder gehängt oder ins Gefängnis geworfen werde. Somit waren sie ungerechte Leute in den Augen Gottes.
Gott eröffnete mir all das, noch bevor sie ihre geheimen Beratungen anstellten: Er gab mir die frohe Botschaft im voraus, dass ich letztendlich freigesprochen werde. Die- se heiligen Offenbarungen von Gott wurden Hunderten von Menschen im Voraus verkündet. Als ich nach der Of- fenbarung betete, Herr! Rette mich aus dieser Not, wur- de mir offenbart, dass Gott mich retten würde, und mich von der Anklage, die gegen mich vorgebracht worden war, entlasten würde. Diese Offenbarung wurde nämlich über dreihundert Personen mitgeteilt, von denen viele noch le- ben. Nun geschah es, dass meine Feinde falsche Zeugen vor Gericht brachten, und beinahe meine Verurteilung er- wirkt hätten – Anhänger der drei Gemeinschaften, die hier bereits erwähnt wurden, sagten eidlich gegen mich aus.
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Dann geschah es aber, dass die wahren Tatbestände die- ses Falles dem zuständigen Richter von Gott auf vielerlei Weise enthüllt wurden. Sein Name war Captain W. Doug- las, Deputy Commissioner für den Bezirk Gurdaspur. Es wurde ihm klar, dass die Anklage falsch war. Schließlich ließ ihn seine Gerechtigkeitsliebe die Anklage abweisen, ohne auf den Doktor, der ja ein Missionar war, gerings- te Rücksicht zu nehmen. Ich hatte aufgrund göttlicher Offenbarungen Hunderten von Leuten und in öffentlichen Veranstaltungen im Voraus verkündet, dass ich in diesem Prozess trotz gefährlicher Begleitumstände freigesprochen werden würde, und der Fall war genauso ausgegangen, wie ich vorausgesagt hatte. Das hat den Glauben vieler Menschen gestärkt.
Es blieb nicht nur bei dieser Anklage. Weitere folgten, und Beschuldigungen, kriminell gehandelt zu haben, wurden gegen mich aus den oben genannten Gründen erhoben und vor Gericht gebracht. Doch bevor ich vom Gericht vorgeladen wurde, unterrichtete mich Gott über den Ursprung und das Ende der ganzen Angelegenheit, und für jede dieser ernsten Anklagen wurde mir die frohe Nachricht des Freispruchs mitgeteilt.
Mit diesen Ausführungen möchte ich zeigen, dass Gott, der Allmächtige, zweifellos Gebete annimmt. Besonders dann, wenn Seine unterdrückten Diener, die ihr Vertrauen in ihn setzen, sich an Seiner Schwelle niederwerfen, küm- mert Er sich um ihre Klagen, und hilft ihnen auf wunder- same Weise. Dafür bin ich selbst ein Zeuge.
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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Warum sollte dann das Gebet Jesu, welches in solcher Todespein geäußert wurde, nicht angenommen werden? Nein, es wurde angenommen. Gott rettete ihn. Gott schuf Umstände auf der Erde und im Himmel, um ihn zu erret- ten.
JohannesAS, der Prophet Yahyâ, hatte keine Zeit zum Beten, denn sein Ende war gekommen, aber JesusAS hatte die ganze Nacht zum Gebet zur Verfügung, und er verbrachte diese Nacht im Gebet, vor Gott stehend und sich nieder- werfend, denn Gott hatte gewollt, dass er seinem Kum- mer Ausdruck verleihe und um seine Erlösung durch Ihn, für Den nichts unmöglich war, bete. So erhörte der Herr, in Übereinstimmung mit Seiner ewigen Handlungsweise, sein Gebet. Die Juden logen, als sie bei der Kreuzigung Jesu spotteten, warum habe Gott ihn nicht errettet, wenn er sich tatsächlich auf Gott verlasse. Doch Gott machte alle Anschläge der Juden zunichte und errettete Seinen gelieb- ten Messias vor dem Kreuzestod und dem Fluch, der da- mit zusammenhing. Die Juden waren gescheitert.
Und zu den Zeugnissen des Evangeliums, die wir ge- funden haben, zählt der Vers aus Matthäus:
„Auf dass über Euch komme all das gerechte Blut, das ver- gossen ist auf Erden, vom Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, welchen ihr erschlagen habt zwischen Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage Euch, dass solches alles wird über dies Geschlecht kommen.“ (Mt 24:35-36)
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Die nähere Auseinandersetzung mit diesen Versen zeigt, dass JesusAS an dieser Stelle zu verstehen gibt, die Prophetenmorde der Juden hätten mit der Ermordung Zacharias aufgehört, und die Juden würden danach kei- ne Macht mehr besitzen, einen Propheten zu töten. Das ist eine große Prophezeiung, aus der klar hervorgeht, dass JesusAS nicht am Kreuz getötet wurde. Vielmehr wurde er vom Kreuz errettet und starb letztlich eines natürlichen Todes. Denn würde JesusAS das Schicksal bevorstehen, wie Zacharias durch die Hände der Juden getötet zu werden, so hätte er bestimmt in diesen Versen auf seine Ermordung hingewiesen. Und wenn man dagegen vorbringt, es wäre keine Sünde für die Juden, JesusAS zu töten, da JesusAS Süh- ne tun musste, dann ist auch dieser Einwand kaum stich- haltig. In Johannes 19:11 heißt es nämlich, die Juden hät- ten sich durch ihre Absicht, JesusAS zu töten, einer großen Sünde schuldig gemacht. Ebenso gibt es an vielen anderen Stellen Hinweise darauf, dass sie sich aufgrund des Ver- brechens, das sie an JesusAS begingen, in den Augen Gottes strafbar gemacht hatten (Evangelium28 26:24).
Unter den Zeugnissen des Evangeliums, die uns
überliefert wurden, gibt es einen Vers aus Matthäus, nämlich:
„Wahrlich, ich sage Euch, es stehen etliche hier, die den
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28 Gemeint ist das Evangelium nach Matthäus. (Anm. d. Ü.)
(In der ersten Auflage handelt es sich um einen Schreibfehler. 23 ist das richtige Kapitel. Herausgeber)
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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Tod nicht schmecken werden, bis dass sie den Menschen- sohn in sein Königreich eintreten sehen.“ (Mt 16:28)
Gleichermaßen lautet ein Vers bei Johannes:
„Jesus sprach zu ihnen, wenn ich will, dass er (d. h. der Jünger Johannes) weile (d. h. in Jerusalem), bis ich kom- me.“ (Jh 21:22)
Das bedeutet: Wenn ich will, wird Johannes nicht ster- ben, bis ich wiederkomme.
Diese Verse zeigen mit großer Deutlichkeit, dass JesusAS versichert hatte, einige Menschen würden bis zu seiner Rückkehr am Leben bleiben. Zu diesen hatte er auch Jo- hannesAS gezählt. Die Erfüllung dieses Versprechens war unvermeidlich. Daher räumen auch die Christen ein, dass zur Erfüllung dieses Worts Jesu notwendig sei, dass bei sei- ner Wiederkunft einige Menschen aus seiner Zeit lebten. Das ist die Grundlage für die Erklärung der christlichen Geistlichen, JesusAS sei in Übereinstimmung mit seinem Versprechen zur Zeit der Zerstörung Jerusalems dorthin gekommen und JohannesAS habe ihn gesehen, der damals noch am Leben gewesen sei. Aber man darf hier den Stand- punkt der Christen nicht außer Acht lassen. Demnach wird in diesem Fall nicht von einer leiblichen Ankunft Jesu be- richtet, wobei die vorausgesagten Zeichen aufgetreten wä- ren. Vielmehr ist er JohannesAS in einer Vision erschienen, damit er seine Prophezeiung erfülle, die in Matthäus 16:28 enthalten ist. Doch ich sage, dass ein Erscheinen dieser Art
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die Prophezeiung nicht erfüllt.
Denn es ist eine sehr schwache Interpretation, gleich- sam ein umständlicher Versuch, kritischen Einwänden auszuweichen. Diese Interpretation ist dermaßen unhalt- bar und falsch, dass keine Notwendigkeit besteht, sie zu widerlegen. Hätte JesusAS irgend jemandem in einem Traum oder einer Vision erscheinen sollen, wäre eine Pro- phezeiung dieser Art lächerlich.29
Denn Paulus war auf diese Weise JesusAS begegnet, lan- ge bevor er JohannesAS erschien. Es scheint, dass die Pro- phezeiung, die im Vers 28 des Kapitels 16 von Matthäus enthalten ist, eine Panik unter den christlichen Klerikern ausgelöst hat. Sie sind nicht in der Lage gewesen, ihr eine vernünftige Bedeutung in Übereinstimmung mit ihren ei- genen Glaubensvorstellungen zu geben. Es wäre schwie- rig für sie auszuführen, JesusAS sei zur Zeit der Zerstörung Jerusalems mit Pracht vom Himmel herabgestiegen und alle hätten ihn gleich dem Blitz gesehen, der den ganzen Himmel erhellt und von jedermann wahrgenommen wird. Es war aber auch nicht leicht für sie, diese Aussage zu ig- norieren, die da lautet: Einige von denen, die hier stehen,
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29 Ich habe in einigen Büchern Interpretationen des Verses 24, Kapitel 26 von Matthäus (Richtig ist 16:28. Anm. d. Ü.) der Maulvis gelesen, die noch gewundener sind als die Interpretationen der Christen: Sie sagen, da JesusAS es zu einem Zeichen seiner Wiederkunft erklärte, dass beim Erscheinen des Messias einige Personen jener Zeit sowie ein Jünger noch am Leben sein würden, sei es notwendig, dass jener Jünger bis zum heutigen Tage fortlebte, denn der Messias sei ja noch nicht wie- dergekommen. Und sie glauben, dass sich jener Jünger in irgendeinem Berg versteckt hält und dort auf den Messias wartet!
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werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Sohn des Menschen in sein Königreich kommen sehen. Aufgrund des umständlichen Deutungsversuchs wird geglaubt, die Prophezeiung sei durch eine Vision erfüllt worden. Das aber ist nicht richtig. Rechtschaffene Diener Gottes erschei- nen den Auserwählten immer in Visionen. Für eine Visi- on ist es nicht einmal notwendig, dass sie in einem Traum wahrgenommen wird. Sie kann auch im Wachzustand ge- sehen werden. In dieser Beziehung habe ich meine eigenen Erfahrungen. Abermals habe ich JesusAS in einer kašf30 ge- sehen und andere Propheten getroffen, während ich hell- wach war. Ich habe auch unser Oberhaupt, unseren Meis- ter und Führer, den Propheten MuhammadSAW oftmals im Wachzustand gesehen und mit ihm gesprochen – in einem derart klaren Zustand des Wachseins, dass nicht die ge- ringste Spur von Schlaf oder Trägheit vorhanden war. Ich habe auch einige Menschen, die tot sind, an ihren Gräbern oder an anderen Orten getroffen, während ich wach war, und mit ihnen gesprochen. Ich weiß sehr wohl, dass solche Treffen mit den Toten im Wachzustand möglich sind. Wir können sie nicht nur treffen, wir können auch mit ihnen sprechen und können ihnen sogar die Hand geben. Zwi- schen diesem und dem gewöhnlichen Wachzustand gibt es in der Erfahrung keinen Unterschied. Man nimmt wahr, dass man genau in dieser Welt ist; man hat dieselben Oh- ren, Augen und die selbe Zunge. Doch ein tieferes Nach- sinnen enthüllt ein verschiedenes Universum.
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30 Vision im Wachzustand. (Anm. d. Ü.)
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Die Welt begreift diese Art der Wachheit nicht, denn die Welt lebt in Trägheit und Unwissen. Diese Wachheit ist ein Geschenk des Himmels. Sie wird jenen gewährt, die mit neuen Sinnen ausgestattet werden. Dies ist eine Tatsache, an der gibt es nichts zu deuteln und zu leugnen.
Nach der Zerstörung von Jerusalem soll JesusAS dem Apostel JohannesAS in einer Vision erschienen seien und sie sollen miteinander gesprochen und sich die Hände ge- geben haben. Mit der Prophezeiung hat dies jedoch nichts zu tun. Solche Phänomene kommen in der Welt oft vor und selbst in diesem Augenblick kann ich, wenn ich mich ein wenig konzentriere, JesusAS oder einen anderen heiligen Propheten durch die Gnade Gottes im Wachsein sehen. Ein derartiges Zusammentreffen erfüllt nicht die Prophezei- ung, die in Matthäus 16, Vers 28, enthalten ist.
Die Sache stellt sich anders dar. JesusAS wusste, dass er vom Kreuz errettet und in ein anderes Land auswan- dern werde, dass Gott ihn weder sterben noch aus die- ser Welt hinwegnehmen würde, solange er nicht die Vernichtung von Juden mit seinen eigenen Augen gesehen hätte. Solange jene Früchte des Königreiches, welche den spirituell Herausragenden vom Himmel gewährt werden, nicht Wirklichkeit geworden seien, würde er nicht sterben. Daher machte JesusAS diese Prophezeiung, um seinen Jüngern zu versichern: „Ihr würdet bald dieses Zeichen von mir sehen, dass jene, die das Schwert gegen mich erhoben, in meinem Leben und in meiner Gegenwart mit dem Schwert getötet werden.“ Wenn Beweise irgendeinen Wert haben,
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dann kann es für die Christen keinen größeren Beweis geben als diesen: Dass JesusAS mit seiner eigenen Zunge die Prophezeiung machte, dass einige von ihnen bei seiner Wiederkunft noch am Leben sein würden.
Es muss festgestellt werden, dass die Evangelien zwei Arten von Prophezeiungen über das Erscheinen von JesusAS enthalten.
Das Versprechen seines Erscheinens in der Endzeit. Diese Wiederkehr hat spirituellen Charakter und findet in derselben Art und Weise statt wie die Wie- derkunft des Propheten EliasAS in der Zeit von Jesu- sAS. Wie EliasAS ist er in diesem Jahrhundert bereits erschienen. Und es ist kein anderer als der Verfasser dieser Zeilen: ein Diener der Menschheit, der als der Verheißene Messias im Namen JesuAS gekommen ist. JesusAS hat in den Evangelien die Nachricht über mein Erscheinen gegeben. Gesegnet ist der, der aus Hochachtung für JesusAS über mein Erscheinen ernsthaft und wahrheitsliebend nachdenkt und den rechten Weg nicht verlässt.
Bei der zweiten Art von Prophezeiungen in den Evangelien über die Wiederkunft Jesu handelt es sich in Wirklichkeit um Beweise für das Leben Jesu, das durch die Gnade Gottes auch nach der Kreuzigung fortbestand. Gott rettete seinen herausragenden Diener vom Kreuzestod, wie die oben erwähnte Prophezeiung verdeutlicht. Die Christen begehen den Fehler, dass sie diese beiden Sachverhalte ver-
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mischen. Dies führt zu vielen großen Verwirrungen und Schwierigkeiten. Kurz gesagt, dieser Vers bei Matthäus im Kapitel 16 ist ein sehr wichtiges Indiz, das die Tatsache unterstützt, dass JesusAS dem Kreu- zestod entkommen konnte.
Zu den Zeugnissen der Evangelien, die uns erreicht ha- ben, zählt folgender Vers aus Matthäus:
„Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Men- schensohns am Himmel, und dann werden heulen alle Geschlechter auf Erden, und werden kommen sehen den Menschensohn in den Wolken des Himmels mit großer Pracht und Herrlichkeit.“ (Mt 24:30)
Die eigentliche Bedeutung dieses Verses ist, dass Hadhrat JesusAS sagt, es werde eine Zeit kommen, da vom Himmel,
d. h. durch Göttliche Allmacht, solche Wissenschaften, Argumente und Zeugnisse aufgedeckt werden, wodurch sich die Dogmen von der Göttlichkeit Jesu, seinem Tod am Kreuz und seinem Aufstieg in den Himmel und sei- ner Wiederkunft als falsch herausstellen werden. Der Himmel wird Zeugnis ablegen gegen die Lügen jener, die leugnen, dass er ein wahrhaftiger Prophet ist. Und gegen jene, die ihn vielmehr wegen seiner Kreuzigung für einen verfluchten Menschen halten, wie z. B. die Juden. Denn es wird klar und deutlich werden, dass er nicht am Kreuz starb und deshalb nicht verflucht war. Hierauf werden alle Nationen der Erde, die seinen Rang übertrieben oder
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geringer geschätzt hatten, sich angesichts dieses Irrtums sehr schämen. Dann, wenn dieser Tatbestand offenbar wird, werden die Menschen im spirituellen Sinne Jesus auf die Erde herabkommen sehen, d. h. in jenen Tagen wür- de der Verheißene Messias in der Kraft und im Charakter Jesu kommen. Durch die Unterstützung des Himmels und durch die Macht und Herrlichkeit, die ihm von Gott zuteil werden würden, wird er mit seinen leuchtenden Beweisen erscheinen und erkannt werden.
Die Erklärung dieses Verses ist, dass durch die Fügung Gottes die Person Hadhrat JesuAS und die Ereignisse seines Lebens so gestaltet sind, dass einige Völker seinen Rang unzulässig erhöht, andere jedoch erniedrigt haben. Ein Volk hat ihn frei von menschlichen Bedürfnissen erklärt und sogar behauptet, er sei noch nicht gestorben und sit- ze lebendig im Himmel. Andere Menschen, die jene noch übertreffen, behaupten, er sei am Kreuz gestorben, dann auferstanden und in den Himmel aufgefahren und habe alle Vollmachten der Göttlichkeit erhalten, ja, er sei Gott
selbst. Wiederum andere Menschen, die Juden, behٰ aup- ten, er sei am Kreuz getötet worden, und deswegen ہللابذوعن
ّ
(Gott bewahre) sei er für alle Zeit verflucht, d. h. verdammt und zum Gegenstand immerwährenden Zorns. Gott sei unzufrieden und verärgert über ihn und sehe auf ihn als einen verhassten Feind herab, dass er ein Lügner und Be- trüger sei, und
ہللاب ذوعن (Gott bewahre) ein Ungläubiger, ein Erzungläubi- ger und nicht von Gott gesandt.
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Diese Übertreibung und Herabsetzung waren so ungerecht, dass es nötig war, dass Gott seinen wahren Propheten von diesen Anschuldigungen freispreche. Der oben erwähnte Vers des Evangeliums weist auf diesen Sachverhalt hin.
Die Aussage, alle Völker der Erde würden heulen und wehklagen, gibt zu verstehen, dass alle Glaubensrichtungen – für die das Wort „Volk“ benutzt werden kann – an jenem Tage wehklagen werden. Sie würden sich auf ihre Brust schlagen und wehklagen und ihre Trauer wird groß sein. An dieser Stelle sollten die Christen diesen Vers mit großer Aufmerksamkeit betrachten und sich überlegen, warum sie von diesem Wehklagen ausgeschlossen bleiben sollen, wenn dieser Vers doch das Klagen aller Völker prophezeit? Sind sie etwa keine Nation? Warum sorgen sie sich nicht um ihre Lösung, wenn sie laut diesem Vers auch zu den Wehklagenden zählen? In ihm wird deutlich gesagt, dass alle Völker der Welt wehklagen werden, wenn das Zeichen des Messias am Himmel erscheint. Wer sagt, sein Volk wür- de nicht wehklagen, widerspricht JesuAS. Nur auf jene trifft diese Prophezeiung nicht zu, die noch gering an Zahl sind und deshalb nicht als ein Volk bezeichnet werden können, und diese Gemeinschaft sind wir! Ja, wir sind die einzige Gemeinde, die außerhalb der Bedeutung und des Bereichs dieser Prophezeiung steht, denn diese Gemeinde hat bis- lang erst wenige Anhänger, auf die das Wort „Volk“ oder
„Geschlecht“ nicht zutreffen kann.
JesusAS sagt mit der Autorität der Offenbarung, dass
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alle jene Menschengruppen der Welt, die es aufgrund ih- rer Anzahl verdienen, als ein „Geschlecht“ oder ein „Volk“ beschrieben zu werden, sich auf ihre Brust schlagen, wenn das Zeichen am Himmel erscheint. Es würde keine Aus- nahme dabei geben, außer der einen Menschengruppe, die gering an Zahl ist und auf die das Wort „Volk“ nicht zu- treffen würde.
Weder Christen, noch Muslime, noch Juden, noch ande- re Verleugner können sich dieser Prophezeiung entziehen. Einzig unsere Jamaat wird von dieser Prophezeiung nicht erfasst, denn sie ist ja erst vor kurzer Zeit wie ein Samenkorn von Gott gesät worden. Das Wort eines Propheten kann niemals fehlgehen. Wenn diese Worte den klaren Hinweis enthalten, dass jede Nation in der Welt wehklagen wür- de, welche dieser Völker können dann beanspruchen, die- se treffe nicht auf sie zu? JesusAS hat in diesem Vers kei- ne Ausnahme gemacht. Die Gruppe jedoch, welche noch nicht die Größe eines „Volks“ oder einer „Nation“ erreicht hat, ist auf jeden Fall ausgenommen – d. h. unsere Jamaat. Diese Prophezeiung hat sich in diesem Jahrhundert ein- deutig erfüllt, denn die nunmehr entdeckte Wahrheit über JesusAS ist ohne Zweifel die Ursache des Wehklagens all dieser Völker, weil sie die Irrtümer aller bloßgestellt hat. Die herausfordernden Jubelschreie der Christen über die Göttlichkeit JesuAS wechseln in schmerzerfüllte Seufzer. Die Beharrlichkeit der Muslime, tagaus und tagein zu be- haupten, JesusAS sei lebendig in den Himmel aufgefahren, geht über in Weinen und Wehklagen. Und was die Juden
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anbetrifft, sie verlieren alles.
Hier ist es notwendig zu erwähnen, dass in der Aussage, die in besagtem Vers enthalten ist, nämlich, dass zu jener Zeit alle Nationen der Erde auf ihre Brust schlagen wür- den, „Erde“ – bilād-i šām31 – bedeutet, mit der diese drei Völker verbunden sind – die Juden, weil dies der Ort ihres Ursprungs und die Stätte ihrer Verehrung ist. Die Christen, weil JesusAS an diesem Ort und an dieser Stätte erschien und die erste Gemeinde der christlichen Religion aus die- sem Land entsprang. Die Muslime, weil sie die Erben die- ses Landes bis zum Jüngsten Tag sind. Und auch wenn das Wort „Erde“ so aufgefasst wird, dass es alle Länder um- fasst, auch dann gibt es keine Schwierigkeit, denn wenn die Wahrheit aufgedeckt wird, werden alle Verleugner be- schämt.
Unter den Zeugnissen, die uns durch die Evangelien er- reicht haben, befindet sich die Aussage aus dem Evangeli- um des Matthäus, die ich nun anführe:
„Und die Gräber wurden geöffnet, und viele Leiber der Heiligen, die schliefen, standen auf und kamen heraus aus ihren Gräbern nach seiner (d. h. Jesu) Auferstehung und gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen.“ (Mt 27:52)
Es gibt in den Evangelien die Geschichte, dass die
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31 Damit sind das heutige Syrien und die benachbarten Regionen ge- meint. (Anm. d. Ü.)
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Heiligen nach der Auferstehung Jesu aus ihren Gräbern auferstanden und vielen in ihrem wirklichen Körper er- schienen. Das ist zweifelsohne kein historisches Ereignis. Denn, wäre dem so, dann hätte der Gerichtstag in dieser unserer Welt bereits stattgefunden, und was zur Prüfung der Wahrhaftigkeit des Glaubens und der Ernsthaftigkeit ein Geheimnis hätte bleiben sollen, wäre allen offenkundig geworden. Glaube wäre kein Glaube mehr und in der Sicht eines jeden Gläubigen und Ungläubigen wäre die Natur des Jenseits zu einer offensichtlichen und augenscheinli- chen Tatsache geworden, so wie das Vorhandensein des Mondes, der Sonne und der Wechsel von Tag und Nacht eine offenkundige Tatsache ist. In diesem Falle wäre der Glaube nicht mehr eine edle und wertvolle Haltung gewe- sen, die irgendeine Art der Belohnung verdient hätte.
Wenn die Stämme und die vergangenen Propheten Israels, deren Zahl in die Hunderttausende geht, wirklich zum Zeitpunkt der Kreuzigung zum Leben erweckt und lebend in die Stadt gekommen wären, und wenn dieses Wunder der gleichzeitigen Auferstehung von mehreren Hundert Propheten und vielen Hunderttausenden Recht- schaffenen als Zeichen der Wahrheit und Göttlichkeit Jesu gezeigt worden wäre, dann hätten die Juden eine außer- ordentlich gute Gelegenheit dazu gehabt, von den wieder zum Leben erweckten Propheten, Heiligen und ihren eige- nen verstorbenen Vorfahren zu erfragen, ob dieser Mann, der beanspruchte, Gott zu sein, wirklich Gott war oder ob er nur gelogen hätte. Höchstwahrscheinlich hätten sie
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diese Gelegenheit auch nicht versäumt. Sie hätten über JesusAS Erkundigungen einziehen müssen, sie müssten sehr begierig sein, von den Toten Auskünfte zu erhalten.
Wenn nun Hunderttausende von Toten auferstan- den und in die Stadt kamen und Tausende von ihnen in jenes Viertel gingen, wie könnten die Juden eine solche Gelegenheit vorübergehen lassen? Sie mussten sich nicht nur bei einem oder zweien erkundigt haben. Als die Toten ihre jeweiligen Häuser betraten, musste große Aufregung in jedem Haus geherrscht haben, denn Hunderttausende von ihnen waren der Welt zurückgegeben worden. In jedem Haus hätte es ein großes Aufsehen geben müssen und jedermann hätte die Toten befragen müssen, ob der Mann, der sich selbst Jesus der Messias nennt, wirklich Gott sei. Aber die Juden glaubten nicht an JesusAS, wie es von ihnen erwartet worden war, und ließen ihre Herzen nicht erweichen, sondern nahmen in ihrer Hartherzigkeit zu: Deshalb ist anzunehmen, dass die (angeblich) aufer- standenen Heiligen keine positive Auskunft über ihn gege- ben hatten. Sie müssten eher die Antwort gegeben haben, dass dieser Mensch einen falschen Anspruch auf Göttlich- keit erhebe und eine Lüge gegen Gott äußere. Das könnte wahrscheinlich der Grund dafür sein, dass die Juden mit ihrem üblen Trachten (gegen JesusAS) nicht aufhörten, und dies obwohl Hunderttausende von Propheten und Apos- teln wieder zum Leben erweckt worden waren. Nachdem sie Jesus „getötet“ hatten, versuchten sie, andere zu töten. Wie ist zu verstehen, dass Hunderttausende von Hei-
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ligen und Rechtschaffenen, die von der Zeit AdamsAS bis Johannes dem TäuferAS in jener gesegneten Erde in ihren Gräbern ruhten, alle auferstehen, zum Predigen in die Stadt kommen, und jeder Einzelne von ihnen vor Tausen- den von Menschen bezeugt, Jesus der Messias, sei der Sohn Gottes, ja selbst Gott, nur er solle angebetet werden, die Leute sollten ihren früheren Glauben aufgeben; sonst wür- den sie in die Hölle gehen, die jene selbst gesehen hätten! Und dennoch – trotz dieses höchst verlässlichen Zeugnis- ses und solcher Augenzeugenberichte, die Hunderttausen- de der verstorbenen Heiligen äußerten, sollten die Juden nicht von ihrer Verleugnung Abstand nehmen!
Mein Verstand kann das nicht begreifen. Wenn also tatsächlich Hunderttausende von verstorbenen Heiligen und Propheten und Gesandten etc., – wirklich zum Leben erweckt – in die Stadt gekommen wären, um Zeugnis ab- zulegen, müssen sie ohne Zweifel gegen Jesus ausgesagt und niemals seine vermeintliche Göttlichkeit bestätigt ha- ben. Das scheint der Grund dafür zu sein, dass die Juden, nachdem sie die Zeugenaussagen der Toten vernommen hatten, in ihrer Verleugnung noch mehr beharrten und sich bestätigt fühlten. JesusAS sollte sie zum Glauben an seine Göttlichkeit bewegen, aber als ein Ergebnis dieser Bezeu- gungen lehnten sie ihn sogar auch als einen Propheten ab. Kurz gesagt, solche Glaubensvorstellungen sind schäd- lich und verderblich – wenn nämlich angenommen wird, Hadhrat JesusAS hätte diese Hunderttausenden von Toten oder irgendeinen Toten zuvor zum Leben erweckt, dann
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brachte die Wiedererweckung dieser Toten keinerlei gute Resultate hervor. Es liegt in der Natur des Menschen, dass jemand, der ein weit entferntes Land bereist hat und nun nach vielen Jahren in seine Heimatstadt zurückkommt, natürlich begierig darauf ist, seinen Mitmenschen über das Eigenartige und Fremde zu berichten und ihnen wun- dersame Geschichten aus dem Land, das er besucht hat, zu erzählen. Er wird nicht stumm bleiben oder mit zuge- schnürter Kehle dastehen, wenn er seine Bekannten nach einer langen Trennung wiedertrifft. Nein, vielmehr sind bei einer solchen Begegnung auch andere bestrebt, zu dem Heimkehrer zu eilen und ihn über das fremde Land zu befragen. Wenn nun durch Zufall zu solchen Leuten eine arme und bedürftige Person von bescheidener Erschei- nung kommt und beansprucht, König des Landes zu sein, dessen Hauptstadt der Reisende besucht haben, und sogar behauptet, in ihrem königlichen Rang dem einen oder an- deren König überlegen zu sein: Dann würden die Leute immer solche Reisenden danach fragen, ob dieser Mann, der da zur Zeit in ihrem Land umhergeht, wirklich der König jenes Reiches ist. Die Reisenden beantworten solche Fragen entsprechend dem, was sie beobachtet haben. In ei- nem Fall wie dem oben angeführten wäre die Wiedererwe- ckung der Toten durch JesusAS nur dann annehmbar, wenn das Zeugnis, um welche diese Toten gebeten wurden – und eine solche Befragung ist nur allzu natürlich –, zu irgend- einem sinnvollen Ergebnis geführt hätte. Doch dies ist hier nicht der Fall.
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Nimmt man nun die Wiedererweckung der Toten an, so ist man gezwungen anzunehmen, dass diese Auferstande- nen nicht zugunsten Hadhrat Jesu aussagten: sonst hätte man seine Wahrhaftigkeit anerkannt. Man muss vielmehr davon ausgehen, dass diese Aussagen noch größere Verwirrung stifteten. Wäre doch anstelle von Menschen die Wiedererweckung von Tieren überliefert worden! Das hätte gewiss viele Schwierigkeiten erspart.
Wenn zum Beispiel behauptet worden wäre, Hadhrat JesusAS hätte eintausend Ochsen zum Leben erweckt, wäre dies vernünftiger gewesen. Auf den Einwand, zu welchem Ergebnis die Aussage dieser Toten führe, hätte man sofort antworten können, es seien ja Ochsen, wie sollten sie etwas bestätigen oder bestreiten, sie können ja nicht sprechen! Die Toten jedoch, die JesusAS ins Leben zurück gebracht haben soll, waren allesamt Menschen. Beispielsweise befrage man heute einige Hindus: Wenn zehn oder zwanzig ihrer Vorfahren auferstehen und bezeugen würden, eine bestimmte Religion sei wahrhaftig, ob sie dann Zweifel an der Wahrhaftigkeit dieser Religion hegten, so würden sie es niemals verneinen. Es gibt sicherlich in der gesamten Welt keinen Menschen, der nach einer solchen Enthüllung weiterhin in seinem Unglauben und seiner Verleugnung verharren würde.
Ich bedaure, sagen zu müssen, dass in der Erfindung solcher Geschichten die Sikhs unseres Landes weitaus er- folgreicher sind als Christen. Die Sikhs haben durch ihre Erfindung von Geschichten einen Beweis für ihre Intelli-
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genz erbracht. Sie erzählen, dass Guru Baba Nanak32 einst einen toten Elefanten zum Leben erweckt hätte. Dies nun ist ein „Wunder“, gegen das der oben angeführte Einwand nicht erhoben werden kann. Denn die Sikhs können sagen: Der Elefant hatte keine Zunge zum Sprechen, mit der er für oder wider Baba Nanak hätte Zeugnis ablegen können. Kurz gesagt, gewöhnliche Leute, die nur wenig Verstand besitzen, sind zufrieden mit derartigen „Wundern“, aber die Weisen sind sehr beunruhigt, wenn sie wegen solcher Geschichten von den Angehörigen anderer Völker kriti- siert werden, und sie schämen sich sehr, wenn sie sich in einer Zusammenkunft derart sinnlose Märchen anhören
müssen.
Ich nun hege die gleichen Gefühle der Liebe und Verbundenheit gegenüber Hadhrat JesusAS wie die Chris- ten. Ja, mehr noch, ich habe eine engere Beziehung zu ihm, denn die Christen wissen nicht, wen sie da preisen, aber ich weiß, wen ich preise, denn ich habe ihn gesehen. Ich fahre nun deswegen damit fort, die wahre Natur jener Be- richte in den Evangelien zu offenbaren, wonach zur Zeit der Kreuzigung all die toten Heiligen wieder zum Leben erweckt worden und zur Stadt gekommen sein sollen.
Es soll verdeutlicht werden, dass dieses Ereignis eine
kašf33 war, die einige reinherzige Menschen nach der Kreu-
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32 Indischer Heiliger des Islams, der eine Versöhnung zwischen Hindus und Muslimen anstrebte; wird heute von seinen Anhängern als Grün- der einer neuen Religion, des Sikhismus, gefeiert. (Anm. d. Ü.)
33 Vision. (Anm. d. Ü.)
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zigung wie einen Traum sahen, dass Heilige, die verstorben waren, wieder zum Leben erweckt in die Stadt gekommen sind, wo sie den Einwohnern Besuche abstatten. Gerade- so wie in den heiligen Büchern Gottes Träume gedeutet worden sind – z. B. der Traum Josephs, so hat auch dieser Traum eine Deutung. Und jene lautet, dass JesusAS nicht am Kreuz starb und dass Gott ihn vor dem Kreuzestod er- rettete. Fragt man nun, woher wir diese Interpretation ha- ben, so lautet die Antwort, dass führende Autoritäten der Kunst der Traumdeutung dies schreiben, und alle Interpre- ten haben dies aufgrund ihrer Erfahrungen bestätigt. Ich zitiere hier eine alte und führende Autorität in der Kunst der Traumdeutung, d. h. dem Autor des Taʿṭīru l-anām34:
نجسلایفنمقلطیهنافمھرودیٰلااوعجرومھروبقنماوبثویتوملانأیأرنم
(Siehe Taʿṭīru l-anām fī taʿbīri l-manām von Qutbuz Zaman Shaikh Abdul Ghani al-Nablisi, Seite 289.)
Übersetzung: Sieht irgend jemand in einem Traum oder einer Vision, dass Tote aus ihren Gräbern steigen und in ihre Heimstätten gehen, so bedeutet dies, dass ein Gefangener aus seiner Gefangenschaft freikommen und aus den Händen seiner Verfolger errettet würde.
Der Kontext macht deutlich, dass dieser Gefangene eine große und hochstehende Persönlichkeit sein wird. Es ist bemerkenswert, wie diese Deutung logisch auf Hadhrat
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34 Wörtlich: „Essenz für die Menschen“, ein Buch, das Trauminterpreta- tionen aus der Sicht des Islams beinhaltet. (Anm. d. Ü.)
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JesusAS angewendet werden kann. Man kann nur zu leicht verstehen, dass die toten Heiligen, die zum Leben erweckt worden waren und sich auf den Weg in die Stadt mach- ten, auf die besagte Tatsache hinweisen, damit die Weisen wissen mögen, dass Hadhrat JesusAS vor dem Kreuzestod gerettet worden ist.
Ebenso gibt es viele weitere Hinweise in den Evangeli- en, die klar darauf hindeuten, dass Hadhrat JesusAS nicht am Kreuz starb, sondern nach seiner Errettung in ein an- deres Land auswanderte. Aber ich denke, was ich bereits ausgeführt habe, genügt für den Unvoreingenommenen.
Es ist möglich, dass einige in ihren Herzen den Einwand aufrechterhalten, dass die Evangelien wiederholt behaup- ten, Hadhrat JesusAS sei am Kreuz gestorben, wieder auf- erstanden und in den Himmel aufgefahren. Auf derartiger Einwand habe ich bereits kurz geantwortet, aber ich möch- te noch einmal sagen, dass Hadhrat JesuAS Zusammen- treffen mit den Jüngern nach der Kreuzigung, sein Reisen nach Galiläa, sein Essen von Brot und Fleisch, sein Vorzei- gen der Wunden an seinem Körper, sein Verbringen einer Nacht mit den Jüngern in Emmaus, sein heimliches Fliehen vor der Rechtsprechung des Pilatus, sein Auswandern von diesem Ort, wie es der Brauch der Propheten war; und sein Reisen unter dem Schatten der Furcht – all diese Ereignisse schlüssig belegen, dass er nicht am Kreuz starb, dass sein Körper seinen sterblichen Charakter behielt, und dass er keiner Veränderung unterworfen war. Es wird in den Evangelien von keinem Augenzeugen der Himmel-
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fahrt berichtet.35 Und wenn es ein solches Zeugnis gäbe, wäre es nicht glaubwürdig, da es eine Angewohnheit der Evangelisten zu sein scheint, aus einer Mücke einen Ele- fanten zu machen. Sie übertreiben maßlos und machen aus einer Kleinigkeit ein Monstrum. Entfährt beispielsweise einem Evangelisten, JesusAS sei der Sohn Gottes, so trägt der zweite dafür Sorge, ihn zu Gott zu erheben. Der dritte verleiht ihm die Macht über Himmel und Erde und der Vierte erklärt unmissverständlich , dass er alles sei und es keinen anderen Gott außer ihm gäbe. Kurzum, auf diese Weise werden Tatsachen entstellt und verfälscht.
Betrachtet man diese Vision, in der die Toten gese- hen wurden, die ihren Gräben entstiegen und in die Stadt gingen, so stellt man fest: Man hat die wörtliche Interpretation betont und behauptet, dass die Toten tatsächlich ihren Gräben entstiegen und nach Jerusalem gingen, wo sie die Menschen besuchten. Man bedenke, wie zunächst aus einer „Feder“ eine „Krähe“ gemacht wurde. Dann blieb es nicht bei nur einer Krähe, sondern es wur- den Hunderttausende! Wo maßlos übertrieben wird, gibt es keine Möglichkeit, die Wahrheit zu ermitteln.
Es ist weiterhin zu bedenken, welche maßlosen Übertreibungen diese Evangelien, die das Buch Gottes genannt werden, enthalten. Zum Beispiel heißt es: Würden alle Werke Jesu niedergeschrieben, könnte die Erde diese Schriften nicht fassen! Ist solch eine Übertreibung der Weg
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35 Niemand berichtet, dass er der Zeuge dieses Vorfalles sei und er mit eigenen Augen gesehen habe, dass JesusAS in den Himmel auffuhr.
Jesus in Indien
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der Ehrlichkeit und der Wahrheit? Wenn die Werke Jesu derart grenzenlos waren, wie konnten sie dann auf einen Zeitraum von drei Jahren beschränkt sein?
Eine andere Schwierigkeit hinsichtlich dieser Evangeli- en besteht darin, dass sie falsche Angaben über die früheren Bücher machen. Sie geben noch nicht einmal die Genealogie von JesusAS richtig an. Die Evangelien lassen den Eindruck entstehen, dass ihre Autoren von beschränktem Verstand waren, so sehr, dass einige von ihnen JesusAS gar für einen Geist hielten. Seit den frühesten Zeiten wird den Evangeli- en der Vorwurf gemacht, ihr Text sei in seiner ursprüngli- chen Reinheit nicht erhalten. Und da es eine Menge ande- rer Bücher gibt, die unter dem Titel „Evangelium“ verfasst wurden, gibt es keinen vernünftigen Grund, weshalb die Aussagen jener anderen Bücher zurückgewiesen und all das, was in den Evangelien des Neuen Testaments enthalten ist, für wahr gehalten werden sollte. Denn man kann nicht sagen, dass die anderen Evangelien mehr Über- treibungen enthalten, als die vier anerkannten Evangelien. Es ist erstaunlich, dass in diesen Büchern zwar der reine und unbefleckte Charakter Jesu betont wird, andererseits aber Vorwürfe gegen ihn erhoben werden, die jeder recht- schaffenen Person unwürdig sind. So hatten zum Beispiel die israelitischen Propheten in Übereinstimmung mit der Thora gleichzeitig Hunderte von Frauen, um dadurch Ge- nerationen rechtschaffener Menschen zu zeugen, aber man wird niemals davon gehört haben, dass irgendein Prophet solch ein Beispiel von Freizügigkeit lieferte, dass er einer
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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unreinen und zuchtlosen Frau, einer bekannten Sünderin aus der Stadt, erlaubte, seinen Körper mit ihren Händen zu berühren, Öl – welches sie mit ihrem unsittlichen Gewerbe erworben hatte – auf seinem Haupt zu verreiben, und ihr Haar an seine Beine zu schmiegen, und dass er eine junge, unkeusche Frau all dies habe tun lassen und sie nicht da- von abgehalten habe. Man wird nur durch Gutmütigkeit vor Verdächtigungen bewahrt, die natürlich angesichts eines solchen Anblicks auftauchen. Dennoch ist dies kein gutes Beispiel für andere.
Kurz gesagt, diese Evangelien enthalten viele Dinge, die zeigen, dass sie nicht in ihrer Originalform bewahrt wor- den sind, oder dass deren Verfasser ganz andere Personen als Jünger und seine Schüler waren. Zum Beispiel, kann die Aussage in dem Matthäusevangelium: „Und das ist bei den Juden bis zum heutigen Tage wohlbekannt“, wirklich Matthäus zuzuschreiben? Zeigt es denn nicht, dass der Verfasser des Matthäusevangeliums irgendeine andere Person war, die zu einer Zeit lebte, als Matthäus bereits gestorben war? Im selben Matthäusevangelium heißt es an anderer Stelle:
„Und sie kamen zusammen mit den Ältesten und hielten Rat, woraufhin sie eine große Summe Geldes für Solda- ten gaben, und dabei sprachen: Saget, dass seine Jünger bei Nacht kamen und ihn gestohlen haben, während wir schliefen.“ (Matthäus 28:12-13)
Man wird leicht bemerken, wie unüberzeugend und ir- rational solche Aussagen sind. Wenn die Bedeutung dieser
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Aussage die ist, dass die Juden wünschten, die Auferste- hung Jesu vor den Toten zu verheimlichen, und aus die- sem Grund sie die Soldaten bestachen, damit dieses große Wunder nicht allgemein bekannt würde, warum war es dann so, dass JesusAS, dessen Pflicht es war, den Juden die- ses Wunder zu verkünden, es geheim hielt? Mehr noch, er verbat sogar anderen, es preiszugeben? Hier wird erklärt, dass er Angst davor hatte, gefangengenommen zu werden. Aber dann stellt sich die folgende Frage: Wenn die Bestim- mung Gottes herabgesandt worden war, und JesusAS den Tod erlitten und durch die Auferstehung einen glorreichen Körper bekommen hatte, was hatte er dann von den Juden zu befürchten. Gewiss hätten die Juden nun keine Gewalt mehr über ihn, denn stand er nicht jenseits und über aller sterblichen Existenz?
Es ist bedauerlich, dass einerseits von seiner Wieder- erweckung in einem glorreichen Körper, seinem Treffen mit den Jüngern, der Reise nach Galiläa und schließlich von seiner Himmelfahrt berichtet wird, er andererseits trotz seines glorreichen Körpers die Juden auf Schritt und Tritt fürchtet. Er flieht heimlich aus dem Land, auf dass die Juden ihn nicht entdeckten. Er unternimmt eine Reise von siebzig Meilen nach Galiläa, um sein Leben zu retten, und bittet wiederholt die Menschen, darüber Stillschwei- gen zu bewahren. Sind dies die Zeichen und Merkmale eines glorreichen Körpers? Nein, die Wahrheit ist, dass es kein neuer und glorreicher Körper war – es war derselbe verwundete Körper, der vor dem Tod errettet worden war.
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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Und da er seitens der Juden weiterhin Unbill befürchte- te, verließ JesusAS unter allerlei Vorsichtsmaßnahmen das Land. Alles Gerede, was diesem entgegensteht, ist absurd; wie zum Beispiel, dass die Juden die Soldaten bestochen hätten, um sie zu der Aussage zu veranlassen, die Jünger hätten den Leichnam gestohlen, während sie (die Solda- ten) schliefen. Wenn die Soldaten geschlafen hätten, könn- ten sie darüber befragt werden, woher sie in ihrem Schlaf wüssten, dass der Leichnam Jesu gestohlen worden sei. Und kann ein vernünftiger Mensch allein aus der Tatsache, dass JesusAS nicht im Grabmal war, schließen, dass er in den Himmel aufgestiegen sei? Gibt es denn keine anderen Gründe dafür, dass ein Grab leer vorgefunden wird? Um hierfür Beweise zu erbringen, wäre die Aufgabe JesuAS ge- wesen, vor seiner Himmelfahrt einige hundert Juden und auch Pilatus zu treffen. Vor wem empfand er denn Furcht in seinem glorreichen Körper? Er trug Sorge dafür, dass seine Gegner nicht einmal einen winzigen Beweis finden können. Im Gegenteil, er hegte Furcht und floh nach Ga- liläa. Aus diesem Grund sind wir absolut überzeugt, dass es zwar der Wahrheit entspricht, dass er jenes wie eine Kammer gefensterte Grab verließ und dass er seine Jünger im Geheimen traf, aber es ist keineswegs wahr, dass ihm irgendein neuer und glorreicher Körper verliehen wurde! Es waren derselbe Körper und dieselben Wunden und er hatte dieselbe Furcht in seinem Herzen, Juden – die so un- glückselig waren ihn zu verfolgen – könnten ihn wieder gefangen nehmen.
Jesus in Indien
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Man lese nur einmal aufmerksam Matthäus, Kapitel 28, Verse 7 bis 10. Diese zeigen deutlich, dass es Frauen gab, denen jemand erzählte, JesusAS sei am Leben und reise nach Galiläa, und denen auch unter dem Siegel der Verschwiegenheit gesagt wurde, die Jünger darüber zu informieren. Ohne Zweifel waren diese Frauen erfreut, dies zu hören. Aber sie gingen mit einem furchtsamen Her- zen davon – d. h. sie befürchteten weiterhin, JesusAS könnte doch noch von einigen übelgesinnten Juden gefangenge- nommen werden. Im neunten Vers heißt es, dass, während diese Frauen unterwegs waren, um die Jünger zu infor- mieren, JesusAS sie traf und sie begrüßte. Und der zehnte Vers führt aus, dass JesusAS sie aufforderte, sie sollten sich nicht fürchten, d. h. seine Verhaftung zu befürchten. Er bat sie, seinen Brüdern zu überbringen, dass sie allesamt nach Galiläa36 gehen sollen, wo sie ihn wiedersehen würden, d.
h. er könnte hier aus Furcht vor dem Feind nicht bleiben. Wenn JesusAS also tatsächlich nach seinem Tode mit einem glorreichen Körper zum Leben erweckt worden war, wäre es seine Aufgabe gewesen, den Juden Beweise eines sol- chen Lebens zu geben. Aber wir wissen, dass er dies nicht tat. Es ist deswegen absurd, die Juden zu beschuldigen,
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36 Jesus tröstet hier die Frauen nicht mit den Worten, dass er in einem neuen und glorreichen Körper auferstanden sei, dass nunmehr niemand mehr Hand an ihn legen könne. Nein, als er ihre schwache Natur sah, tröstete er sie so, wie Männer Frauen zu trösten pflegen. Kurz gesagt, er zeigte keinen Beweis eines glorreichen Körpers; vielmehr zeigte er auf sein Fleisch und seine Knochen und bewies somit, dass es ein ganz gewöhnlicher, sterblicher Körper war.
Kapitel 1 – Beweise aus der Bibel
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den Beweis für die Auferstehung Jesu vernichtet zu haben. Nein, Jesus selbst hat nicht den leisesten Beweis für seine Auferstehung gegeben. Im Gegenteil, er hat durch seine geheime Flucht, das Essen, Schlafen und das Vorzeigen seiner Wunden selbst bewiesen, dass er nicht am Kreuz ge- storben war.
Kapitel 2 – Beweise aus dem Heiligen Qur‘an
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Beweise aus dem Heiligen Qur‘an und authentischen Überlieferungen, die Hadhrat Jesu Überleben belegen
Die Argumente, die ich nunmehr in diesem Kapitel an- führen möchte, mögen nutzlos erscheinen hinsichtlich der Christen, denn diese sind nicht an das gebunden, was der Heilige Qur‘an oder die Ahadith über diese Fragen aussagen. Aber ich führe sie an, damit die Christen von einem Wunder des Heiligen Qur‘an und Heiligen ProphetenSAW erfahren und damit ihnen die Tatsache offenbar wird, dass die Wahrheit, die nach Hunderten von Jahren erst jetzt entdeckt worden ist, bereits von unserem Heiligen ProphetenSAW und dem Heiligen Qur‘an verkün- det wurde. Dementsprechend werde ich im folgenden ei- nige Zitate anführen:
37 ۔انً یْ قِ َیهُ وْ لُ تَ َقامَ و۔۔۔مْ ُھَله
بِّ شنک
ٰلوَ هُ وْ بُ َلص
اموَ هُ وْ لُ تَ َقامَ و
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37 Sure 4 (an-Nisāʾ): 158.
Jesus in Indien
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D. h. weder ermordeten die Juden Hadhrat Jesus, noch töteten sie ihn am Kreuz; nein, sie vermuten nur, dass Hadhrat Jesus am Kreuz gestorben sei. Sie haben keine Argumente, um mit voller Gewissheit sagen zu können, Hadhrat JesusAS sei sicherlich am Kreuz gestorben.
In diesen Versen erklärt Gott der Allmächtige, dass JesusAS zwar offensichtlich an das Kreuz genagelt und sein Mord beabsichtigt wurde, ist es jedoch falsch, wenn die Ju- den und die Christen annehmen, Hadhrat JesusAS sei wirk- lich am Kreuz gestorben. Nein, Gott sorgte dafür, dassd Jesus vor dem Tod am Kreuz errettet wurde. Nun, wenn jemand gerecht ist, muss er eingestehen, dass das, was der Heilige Qur‘an entgegen den Ansichten der Juden und Christen aussagt, sich letztendlich als wahr erwiesen hat. Die genauesten Untersuchungen von heute haben bewie- sen, dass Hadhrat JesusAS wirklich vor dem Kreuzestod be- wahrt wurde. Ein Studium überlieferter Aufzeichnungen zeigt, dass die Juden niemals in der Lage gewesen waren, die Frage zu beantworten: Wie konnte es geschehen, dass Hadhrat JesusAS binnen zwei oder drei Stunden starb, ohne dass seine Beine gebrochen wurden?
Dies hat die Juden zu einer anderen Behauptung ver- anlasst – dass sie nämlich JesusAS mit dem Schwert getötet hätten, während die alte Geschichtsüberlieferung der Juden die vermeintliche Ermordung JesuAS durch das Schwert nicht bestätigt. Es ist die Majestät und Allmacht Gottes, Der zur Errettung JesuAS die Dunkelheit herauf- zog. Es gab ein Erdbeben. Die Frau des Pilatus sah eine
Kapitel 2 – Beweise aus dem Heiligen Qur‘an
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Vision. Die Nacht des Sabbats dämmerte, in der es nicht erlaubt war, einen gekreuzigten Körper am Kreuz hängen zu lassen. Aufgrund des furchtbaren Traums war der Rich- ter der Entlassung JesuAS zugeneigt. Alle diese Ereignisse hat Gott zur gleichen Zeit stattfinden lassen, damit JesusAS gerettet würde. JesusAS selbst wurde in einen Zustand der Bewusstlosigkeit überführt, damit er jedem tot erscheine. Durch furchtbare Zeichen wie das des Erdbebens, etc., wurden die Juden in Angst und Schrecken versetzt und sie befürchteten eine himmlische Bestrafung. Außerdem war ihre Sorge, dass die Leichen während der Sabbatnacht nicht an den Kreuzen hängen dürften. Hinzu kommt, dass die Juden JesusAS für tot hielten, weil sie ihn in einem Zu- stand der Bewusstlosigkeit sahen. Es war dunkel, es hatte ein Erdbeben gegeben und es herrschte große Aufregung. Sie sorgten sich auch um ihre Familien – wie erging es den Kindern in dieser Dunkelheit und bei dem Erdbeben? Ihre Herzen waren voller Schrecken, denn, falls dieser Mann, wie sie dachten, ein Lügner und ein Ungläubiger war, wa- rum wurden in den Augenblicken seines Leidens solch erschreckende Zeichen sichtbar – Zeichen, die nie zuvor sichtbar gewesen waren. Sie waren so aufgeregt, dass sie nicht länger in der Lage waren, sich zu vergewissern, ob JesusAS wirklich gestorben bzw. wie sein Zustand tatsäch- lich war. Alle diese Ereignisse jedoch waren eine göttliche Fügung, um JesusAS zu retten.
Darauf wird in dem Vers hingewiesen:
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Jesus in Indien
مْ ُھَله
بِّ شنک
ٰلو
D. h. die Juden töteten Jesus nicht, Gott ließ sie nur glauben, sie hätten ihn getötet.38
Dieser Umstand ermutigt die Rechtschaffenen, großes Vertrauen in Gott zu setzen, dass Gott Seine Diener retten kann, wie es Ihm gefällt. Der Heilige Qur‘an enthält auch den Vers über den Messias:
39 ن
ْیِبرَّ قَ مُ ْلان
موَ ةِ رَ خ
آْلاوَ ایَ ْندّ لایفِ اھً یْ جِ و
Das bedeutet, dass JesusAS sowohl in dieser Welt zu Rang und Ehre gelangen und Verehrung durch gewöhnli- che Menschen erfahren wird, als auch im Jenseits. Nun ist es offenbar, dass JesusAS im Land von Herodes und Pilatus nicht geehrt wurde. Im Gegenteil, er wurde verachtet. Die Vermutung, er würde in diese Welt zurückkehren und Ehre und Achtung erlangen, ist eine unwirkliche Mutmaßung. Sie ist entgegen den göttlichen Büchern und dem ewigen göttlichen Gesetz der Natur. Zudem gibt es keinen Beweis dafür. Die Wahrheit jedoch ist, dass JesusAS nach seiner Erlösung von jenen verfluchten Peinigern das Land des Punjab mit seiner Ankunft ehrte, hier ließ ihm Gott einen großen Rang zuteil werden; denn hier traf er die zehn ver- lorengegangenen Stämme Israels.
Es scheint, dass die meisten dieser Israeliten den Bud-
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38 Sura 3 (ĀI-e ʿimrān): 158.
39 Sura 3 (ĀI-e ʿimrān): 46.
Kapitel 2 – Beweise aus dem Heiligen Qur‘an
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dhismus angenommen hatten, und dass einige zum Göt- zendienst sehr primitiver Art herabgesunken waren. Durch die Ankunft Hadhrat JesuAS aber kehrten die meisten von ihnen auf den rechten Pfad zurück. Da es in den Lehren von JesusAS eine Ermahnung gab, an den kommenden Propheten zu glauben, wurden die zehn Stämme, die in diesem Land als Afghanen und Kaschmiri bekannt sind, letztendlich alle Muslime. Auf diese Weise kam JesusAS in diesem Land zu großen Ehren.
Es ist kürzlich in eben diesem Land Punjab eine Münze gefunden worden, auf die der Name JesusAS in Pali-Schrift- zeichen eingraviert ist. Diese Münze stammt aus der Zeit Hadhrat JesuAS. Dies beweist, dass Hadhrat JesusAS in die- ses Land kam und königliche Ehren erlangte. Wahrschein- lich ist die Münze von einem König geprägt worden, der ein Anhänger Hadhrat JesuAS geworden war. Eine weitere Münze ist gefunden worden, auf der die Figur eines Israe- liten abgebildet ist. Die Gesichtszüge lassen darauf schlie- ßen, dass es sich um Hadhrat JesusAS handelt.
Der Heilige Qur‘an sagt in einem Vers40, Gott wird Je- sus, wo immer er auch hingeht, segnen. Also zeigen diese Münzen, dass ihm von Gott große Segnungen zuteil wur- den, und dass er nicht starb, bis er königliche Ehren erlangt hatte.
Zudem enthält der Heilige Qur‘an den Vers:
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40 Sura 19 (Maryam): 32.
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Jesus in Indien
41 اوْ رُ َفکَ ن
ْیذِ َّلان
مکرُ هِّ طَ مو
D. h., O Jesus! Ich werde dich von diesen Vorwürfen freisprechen! Ich werde deine Unschuld beweisen, und die Anschuldigungen, die gegen dich von bestimmten Juden und Christen vorgebracht wurden, zunichte machen:
Dies ist eine große Prophezeiung. Im Grunde hat sie die Bedeutung, dass die Juden behaupteten, Hadhrat JesusAS sei durch die Kreuzigung (Gott bewahre) verflucht worden und habe somit die Liebe Gottes verloren, dass das Herz von Hadhrat JesusAS, wie das Wort „Fluch“ es bedingt, sich von Gott abwandte, seiner überdrüssig und von einem dicken Vorhang der Dunkelheit umhüllt wurde. Es ent- wickelte sich dahin, das Böse zu lieben und das Gute zu meiden. Es brach mit Gott und kam unter die Herrschaft Satans. Es entstand Feindschaft zwischen ihm und Gott!
Dieselbe Anschuldigung der Verdammnis wurde von den Christen vorgebracht, aber die Christen verbanden zusätzlich törichterweise zwei einander ausschließende Haltungen. Sie sagen einerseits, dass Hadhrat JesusAS der Sohn Gottes sei, andererseits erklären sie ihn auch für verflucht. Sie geben zu, dass jemand, der verflucht ist, der Sohn der Finsternis und des Teufels, sogar der Teufel selbst ist. Dies waren die schmutzigen Beschuldigungen, die gegen JesusAS vorgetragen wurden. Die Prophezeiung indes, die in dem obigen Vers enthalten ist, weist darauf hin, dass eine Zeit kommen wird, da Gott JesusAS von die-
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41 Sure 3 (ĀI-e ʿimrān): 56.
Kapitel 2 – Beweise aus dem Heiligen Qur‘an
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sen Beschuldigungen freisprechen wird. Und diese Zeit ist eben die heutige.
Die Unschuld Hadhrat JesuAS wurde in den Augen der Verständigen durch das Zeugnis unseres Heiligen ProphetenSAW zu einer Tatsache, denn er, und gleich ihm der Heilige Qur‘an, bezeugen, dass die Anschuldigungen, die gegen Hadhrat JesusAS erhoben wurden, allesamt falsch sind. Aber für gewöhnliche Menschen war diese Beweisführung subtil.
Deswegen verlangte die Gerechtigkeit Gottes, dass die Reinheit und Unschuld Hadhrat JesuAS auf eine für alle Menschen sichtbare Weise demonstriert werden sollte, ge- nauso wie seine Kreuzigung ein sichtbares und bekanntes Ereignis war. Eben das ist nun eingetreten. Die Reinheit JesuAS ist nicht nur theoretisch begründet, sondern ist auf höchst anschauliche Weise nachgewiesen worden. Hun- derttausende von Menschen haben mit ihren physischen Augen gesehen, dass das Grab Hadhrat JesuAS in Srina- gar in Kaschmir existiert. Und geradeso, wie er in Gol- gatha gekreuzigt wurde, d. h. an der Stätte des Schädels, so ist auch sein Grab an der Schädelstätte, d. h. Srinagar, entdeckt worden.42 Es ist äußerst eindrucksvoll, dass das Wort „Sri“ in den Namen beider Plätze vorkommt. Der Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, wurde „Gilgit“ (Gol-
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42 „Srinagar“ ist zusammengesetzt aus „Sri“ (Hindi für Schädel) und
„Nagar“ (Stätte), d.h. Stätte des Schädels. Der Ort, an dem JesusAS ge- kreuzigt wurde, hieß ebenfalls „Schädelstätte“ (Golgatha) Mt 27:33, Mk 15:22, Lk 23:33, Jh 19:17.
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gatha) oder „Sri“ (Schädel) genannt, und der Ort, wo in der letzten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts das Grab Jesu entdeckt wurde, wird auch Gilgit oder „Sri“ genannt. Es scheint, dass der Gilgit genannte Ort in Kaschmir auf
„Sri“ hinweist. Diese Stadt wurde wahrscheinlich in der Zeit Hadhrat JesuAS gegründet und in ortsbezogener Er- innerung an das Ereignis der Kreuzigung Gilgit genannt,
d. h. „Sri“. Ähnlich verhält es sich mit Lhasa, was „Stadt des Einen, der der Verehrung würdig ist“ bedeutet. Dieses Wort ist hebräischen Ursprungs und auch die Stadt wurde zur Zeit Hadhrat JesuAS gegründet.
Aus vertrauenswürdigen Überlieferungen in den Ahadith geht hervor, dass der Heilige ProphetSAW sagte, Je- susAS sei 125 Jahre alt geworden. Alle Richtungen des Islam glauben, dass Hadhrat JesusAS zwei einzigartige Dinge zu eigen waren – die auf keinen weiteren Propheten gleich- zeitig zutrafen, nämlich: 1.) er hatte ein außerordentlich hohes Alter, d. h. bis zu 125 Jahren; 2.) er reiste in viele Tei- le der Welt und wurde deswegen „Der Reisende Prophet“ genannt. – Falls seine Himmelfahrt mit nur 33 Jahren statt- fand, dann kann die Überlieferung, dass er 125 Jahre alt geworden sei, offensichtlich nicht richtig sein, noch hätte er dann soviel Reisen können, wenn er so kurz gelebt hätte. Diese Überlieferungen sind nicht nur in den vertrauens- würdigen und alten Büchern der Ahadith zu finden. Sie sind bei allen muslimischen Richtungen mit solcher Kon- tinuität bekannt, dass sie sich größter Beliebtheit erfreuen. Kanzu l-ʿummāl, welches ein umfangreiches Buch der
Kapitel 2 – Beweise aus dem Heiligen Qur‘an
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Ahadith ist, enthält im Band II, Seite 34 ein von Abu Huraira überlieferte Hadith.43
فرعتاّلئلناکمیٰلاناکمنملقتنایسیعاینایسیعیٰلایٰلاعتہّللایحوا
44 یذؤتف
D. h. Gott offenbarte Hadhrat JesusAS: „O Jesus! Ziehe von einer Stätte zur anderen.“ (D. h. wandere von einem Land zum anderen), auf dass du nicht erkannt und verfolgt wirst. Dieses Buch enthält zudem ein weiteres Hadith, das von Jaabir überliefert ist:
45 حارقلاءاملابرشیوءارحصلالقبلکایسمااذافحیسیمیرمنبایسیعناک
„D. h. Hadhrat JesusAS pflegte stets zu reisen; er wan- derte von einem Land zum anderen und bei Anbruch der Nacht pflegte er, wo immer er war, sich von den Pflanzen der Umgebung zu ernähren und reines Wasser zu trinken. In demselben Buch gibt es auch einen Bericht von Ab-
dullah bin Umar:
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43 Kunz-ul-Ammal, Band II (Kitab al-Thalith, min harf il hamza al-bab al- awwal fil achlaq walaf ’aal al mahmuda; fassl, chauf al-aqiba. Raqm al-ha-dith 5955. [Anm. d. Übers.])
44 Im arabischen Original steht sharab, während hier versehentlich yash- rabgeschrieben wurde. (siehe Kitab al-Thalith, min harf il hamza al-bab alawwal fil achlaq walaf ’aal al mahmuda; fassl, al-sabr ´ala anwa ´albalaya
walmakara. Raqm al-hadith 6852.) (Anm. d. Ü.)
45 Band 6, S. 51 (Kans-ul-ammal, Kitab al-Fitn min qism al-afaal. Fassl fil- wassiyya filfitn. Matba daera al-maarif al-nizamiyya, haiderabad, Indien 1313 N. H.)
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مھنیدبنورفینیذلالاق ،ءابرغلاءیشیالیقءابرغلاہّللایلاءیشبحالاق میرمنبایسیعیٰلانوعمتجیو46
D. h. der Heilige ProphetSAW sagte, dass Gott am meisten die Armen liebt. Als er gefragt wurde, was mit den Armen gemeint sei, sagte er: Es sind Menschen, die wie JesusAS, der Messias, aufgrund ihres Glaubens aus ihrem Land flie- hen.
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46 Band 6, Seite 51
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin
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Beweise aus Büchern der Medizin
Ein Beweis von großem Wert für die Errettung Hadhrat Jesu vom Kreuzestod, den wir fanden und dem niemand die Zustimmung verweigern kann, ist ein medizinisches Präparat namens marham-i ʿīsā oder „Die Salbe Jesu“, das in zahlreichen medizinischen Büchern angegeben ist. Eini- ge dieser Bücher wurden von Christen, einige von Magiern und Juden, einige von Muslimen verfasst. Die meisten von ihnen sind überaus alt. Aus den Nachforschungen geht her- vor, dass dieses Präparat anfangs über mündliche Quellen Hunderttausenden von Menschen bekannt wurde. Später wurde diese Rezeptur schriftlich festgehalten. Bereits zur Zeit Hadhrat JesuAS wurde kurz nach der Kreuzigung ein Arzneimittelbuch in lateinischer Sprache verfasst, in dem dieses Präparat mit dem Zusatz erwähnt wurde, es sei für die Wunden Hadhrat JesuAS zubereitet worden. Dieses Werk ist später in verschiedene Sprachen übersetzt wor- den. Schließlich wurde es in der Zeit von Mamun-al-Rashid ins Arabische übertragen. Es ist mithin ein wunderbares Ereignis, durch Gottes Hand gefügt, dass hervorragende Ärzte aller Religionen – Christen, Juden, Magier, Muslime
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– in ihren Büchern bezüglich dieses Präparats angeben, es sei von den Jüngern Jesu zubereitet worden.
Eine eingehende Beschäftigung mit den Büchern der Arzneimittelkunde zeigt, dass dieses Präparat bei Verlet- zungen äußerst nützlich ist, die durch Schläge oder Sturz entstanden sind, weil es die Blutung sofort stillt. Da es auch Myrrhe enthält, bleibt die Wunde keimfrei. Die Salbe ist zudem sehr nützlich gegen Pest, auch gut gegen Furun- kel und Geschwüre aller Art. Es ist jedoch nicht klar, ob die Salbe aufgrund einer göttlichen Offenbarung an Hadhrat JesusAS zubereitet worden war, nachdem er die Leiden des Kreuzes überstanden hatte, oder nach Beratschlagung mit einem Arzt. Einige ihrer Bestandteile haben spezifische Wirkungen, insbesondere Myrrhe, die auch in der Thora erwähnt wird. Auf jeden Fall konnten durch die Anwen- dung dieser Salbe die Wunden Hadhrat JesuAS innerhalb weniger Tage heilen. Er erholte sich soweit, dass er in der Lage war, die siebzig Meilen von Jerusalem nach Galiläa zu Fuß in nur drei Tagen zurückzulegen. Hinsichtlich der Wirksamkeit dieses Präparates genügt die Aussage, dass der Messias, der andere heilte, durch dieses Medikament selbst geheilt wurde! Es gibt mehr als eintausend Bücher, die die Rezeptur festhalten. Sie alle zu erwähnen, würde viel Zeit beanspruchen. Da sie darüber hinaus unter den griechischen Ärzten (d. h. jenen, die in alter griechischer Medizin bewandert sind) äußerst berühmt ist, sehe ich kei- ne Notwendigkeit, die Titel all dieser Bücher aufzulisten. Ich führe nachstehend nur die Titel einiger weniger Bücher
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Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin an, die hierzulande erhältlich sind.
Liste der Bücher, die marham-i ʿīsā enthalten und dar- legen, dass diese Salbe für Hadhrat JesusAS, d. h. für die Wunden seines Körpers, zubereitet worden war:
„Qānūn“ – von Sheikh-ul-Rais Bu Ali Sina, Band III, Seite 133.
„Šarḥa al-Qānūn“ – von Allama Qutb-ud-Din Shiraa- zi, Band III.
„Kāmilu ṣ-ṣanāʿa“ – von Ali Bin-al-Abbas Al-Majoo- si, Band III, Seite 602.
„Maǧmūʿa baqāʾī“ – von Mahmud Muhammad Is- mail aus Mukhatib von Khaqan (bekannt als Vater des Muhammad Baqaa Khan, Band II, Seite 497).
„Taḏkira ʾūlu l-albāb“ – von Sheikh Daud Al-Zareer Al-Antaaki, Seite 303.
„Qarābādīn-i rūmī“ – zusammengestellt etwa zur Zeit von Jesus, ins Arabische übersetzt während der Herrschaft von Mamun-al-Rashid in das Arabische. Siehe unter Hautkrankheiten.
„ʿUmdatu l-muḥtāǧ“ – von Ahmad Bin Hasan al- Rasheedi al-Hakeem. In diesem Buch werden „mar- ham-i ʿīsā “ und andere Präparate aus etwa hundert, vielleicht sogar mehr als hundert anderen Büchern erwähnt, die in französischer Sprache abgefasst wa- ren.
„Qarābādīn“ – in Persisch, von Hakeem Muhammad
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Akbar Ar-zaani (s. u. Hautkrankheiten).
„Šifāʾu l-asqām“ – Band II, Seite 230.
„Mirʾatu š-šifā“ – von Hakeem Nathu Shah, Manu- skript, s. u. Hautkrankheiten.
„Ḏaḫīra-i ḫawārizm šāhī“ – s. u. Hautkrankheiten.
„Šarḥa qānūn gīlānī“ – Band III.
„Šarḥa qānūn qaršī“ – Band III.
„Qarābādīn“ – von Alwi Khan, s. u. Hautkrankhei- ten.
„ʿilāǧu l-amrāḍ“ – von Hakeem Muhammad Sharif Khan, Seite 893.
„Qarābādīn yūnānī“, griechisch – s. u. Hautkrankheiten.
„Tuḥfatu l-muʾminīn“ – als Kommentar zu „makhza- nu l-adwiya“ Seite 713.
„Muḥīṭ fi-ṭ-ṭibb“ – Seite 367.
„Aksīr-i aʿẓam“ – Band IV, von Hakeem Muhammad A’azam Khan Sahib, bekannt als Naazim-i-Jahan, Seite 331.
„Qarābādīn“ – von Ma’sumi-ul-Masum bin Karim- ud-Din Al-Shustri Shiraazi.
“ʿIǧāla nāfiʿa“ – von Muhammad Sharif Dehlavi, Seite 410.
Ṯibb-i šibrī“ – auch bekannt als „Lawam-i-Shibriyy- ah” von Syed Hussain Shibr Kaazimi, Seite 471.
“Makhzan Sulaimānī“ – Übersetzung von „Aksīr-i ʿarabī“, Seite 599, von Muhammad Shams-ud-Din Sahib aus Bahawalpur.
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin
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“Šifāʾu l-amrāḍ” – Übersetzt von Maulana Al-Ha- keem. Muhammad Noor Karim, Seite 282.
“Kitābu ṭ-ṭibb dārā šakūhī” – von Noor-ud-Din Mu- hammad Abdul Hakeem, Ain-ul-Mulk Al-Shiraazi, Seite 360.
“Minhāǧu d-dukān ba-dastūru l-aʿyān fī aʿmāl wa- tarkību n-nāfiʿa li-l-abdān” – von Aflaatoon-i-Zama- anah (dem Platon seiner Zeit) wa Rais-i-Awaanah Abul-Minaa Ibn Abi Nasr-il-At-taar Al-Israeli Al- Harooni (d. h. ein Jude), Seite 86.
“Zubdatu ṯ-ṯibb” – von Syed-ul-Imam Abu Ibrahim Ismail bin Hassan-ul-Husaini Al-Jurjaani, Seite 182.
“Ṯibb-i Akbar“ – von Muhammad Akbar Arzaani, Seite 242.
“Mīzānu ṭ-ṭibb“ – von Muhammad Akbar Arzaani, Seite 152.
“Sadīdī“ – von Rais-ul-Mutakallimeen Imam-ul Mo- haqqiqeen Al-Sadid-ul-Kaazrooni, Band II, Seite 283.
“Ḥāwī kabīr” – von Ibn-i-Zakariyaa, s. u. Hautkrank- heiten.
„Qarābādīn“ – von Ibn-i-Talmeez, s. u. Hautkrank- heiten.
„Qarābādīn“ – Ibn-i-Abi Saadiq, Hautkrankheiten.
Diese Bücherauswahl habe ich hier als Beispiel angeführt. Gelehrte, insbesondere Ärzte, wissen, dass in der Vergangenheit eine große Anzahl dieser Bücher unter
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muslimischer Herrschaft an den wichtigen Standorten der Wissenschaft gelehrt wurden. Auch Gelehrte aus Europa studierten sie. Es ist eine Tatsache und frei von jeder Über- treibung, dass es in jedem Jahrhundert Millionen von Men- schen gegeben hat, die mit diesen Büchern vertraut waren. Hunderttausende von ihnen haben sie von Anfang bis Ende studiert. Ich kann versichern, dass es keinen einzigen unter den Gelehrten in Europa und Asien gegeben hat, der nicht wenigstens einige der erwähnten großartigen Werke kannte.
Als Hispania, Kesmino und Satlirnam47 Zentren der Wis- senschaft waren, studierten viele Europäer gerne Ibn Sinas großes Buch Qānūn (Kanon), ein großartiges medizinisches Werk, welches das Rezept für marham-i ʿīsā enthält; andere Bücher, wie z. B. Ṣaḥīfa, Išārāt und Bašārāt, die sich mit der Naturwissenschaft, Astronomie und Philosophie befassen, erwähnen ebenfalls dieses Medikament. Ebenso wurden Werke von bekannten Gelehrten wie Abu Nasr Farabi, Abu Raihan, Israil, Thabit bin Qurrah, Hunain bin Ishaq und Ishaq etc. und ihre Übersetzungen der griechischen Bücher unterrichtet. Übersetzungen ihrer Werke müssten sicherlich auch heute noch in Europa vorzufinden sein. Da die muslimischen Herrscher leidenschaftliche Förderer der Medizin waren, ließen sie Übersetzungen von guten grie- chischen Werken anfertigen. Die oberste Regierungsgewalt des Kalifentums war für lange Zeit in den Händen von
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47 Hispania ist Andalusien, Kesmino ist Katamonu und Satlirnam ist Santarém (Verfasser).
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin
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Königen gewesen, die sich eine Verbreitung des Wissens mehr wünschten als die Erweiterung ihrer Herrschaftsge- biete. Aus diesem Grund ließen sie nicht nur griechische Bücher ins Arabische übersetzen, sondern stellten gegen hohes Entgelt auch gelehrte Pandits aus Indien ein, die sie medizinische und andere Bücher übersetzen ließen. Eine der größten Dankverpflichtungen, die ihnen die Sucher nach dem wahren Wissen schulden, besteht darin, dass sie Übersetzungen lateinischer und griechischer Medizin- bücher anfertigen ließen, die die „Salbe Jesu“ erwähnten und unmissverständlich und unübersehbar den Hinweis aufzeichneten, dass diese Salbe für die Wunden Jesu zube- reitet worden war. Als die gelehrten Menschen islamischer Zeiten, wie etwa Thabit bin Qurrah und Hunain bin Ishaq, die auf dem Gebiet der Medizin, der Naturwissenschaf- ten und Philosophie gut bewandert waren und zudem die griechische Sprache beherrschten, das „Qarabadin“ (amt- liches Arzneibuch) übersetzten, in dem marham-i ʿīsā er- wähnt wird, behielten sie in weiser Voraussicht das Wort
„Shalikha“ in arabischer Schrift bei, was ein griechisches Wort ist und „zwölf“ bedeutet, ein Hinweis auf die Tatsa- che, dass das Buch aus einem griechischen Pharmaziebuch übersetzt worden war. Das ist der Grund, warum in beina- he jedem Buch das Wort „šalīkhī“48 gefunden werden kann.
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48 In dem berühmten Buch al-Qānūn fī aṭ-ṭibb des Avicenna, Band III, Kapitel 4 (von den Salben), ist zu lesen, die Salbe Jesu wird auch als die Salba da-shlikha, Salbe der Jünger und Salbe der Apostel genannt. Diese besteht aus zwölf Substanzen, wegen der zwölf Jünger.
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Es ist darüber hinaus zu bedenken, dass alte Münzen zwar einen großen Wert besitzen und helfen, große Rätsel der Geschichte zu lösen, doch alte Bücher, welche zu allen Zeiten Millionen von Menschen bekannt gewesen sind und als Standardwerke an berühmten Wissenschaftszent- ren gelehrt wurden, und immer noch diesen Zweck erfül- len – diese alten Bücher sind tausendfach wertvoller als Münzen und Inschriften. Was Münzen und Inschriften an- belangt, gibt es die Gefahr der Verfälschung. Wissenschaft- liche Bücher, die seit der Zeit ihrer Entstehung Millionen von Menschen bekannt waren und von allen Nationen be- wahrt und geschützt wurden und sogar bis zum heutigen Tage geschützt werden, sind solch wertvolle Beweismittel, dass Münzen und Inschriften sich mit ihnen nicht messen lassen können. Soll doch jemand, falls möglich, eine Münze oder Inschrift benennen, die einen derart allgemeinen Be- kanntheitsgrad erreicht hat wie der „Qānūn“ des Ibn Sina (Avicennas Kanon). Kurzum, die „Salbe Jesu“ stellt für die Sucher nach Wahrheit ein äußerst wichtiges Beweismittel dar. Erkennt man diesen Beweis nicht an, müsste man alle historischen Zeugnisse ablehnen. Denn, abgesehen von der Tatsache, dass die Zahl solcher Bücher, die eine Erwäh- nung des marham-i ʿīsā enthalten, ungefähr eintausend oder mehr beträgt, sind sie und ihre Verfasser Millionen von Menschen bekannt. Jemand, der diesen offensichtli- chen und klaren und starken Beweis nicht akzeptiert, kann nicht als Freund der Geschichtswissenschaften gelten. Ist es plausibel, dass wir solch ein mächtiges Beweismittel ig-
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin
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norieren? Können wir dieses gewichtige Zeugnis anzwei- feln, das in Europa und Asien weit verbreitet ist, und das durch anerkannte Philosophen – Juden, Christen, Magiern und Muslimen – Bestätigung erhält?
O ihr Forscher, eilt zu diesem großen Beweis. O ihr Rechtgesinnten, denkt hierüber nach. Verdient ein solch leuchtender Beweis denn, missachtet zu werden? Sollten wir denn nicht „Licht“ von dieser „Sonne der Wahrheit“ beziehen? Absurd ist die Vorstellung, Hadhrat JesusAS hätte irgendwelche Verletzungen vor der Zeit seiner Mission erlitten oder Wunden wären da gewesen, die er irgendwann während der Ausübung seines gesamten Amtes, aber nicht als Ergebnis der Kreuzigung erlitten hätte, oder seine Hände und Füße wären aus einem ande- ren Grund verwundet gewesen; er wäre etwa von einem Dach gefallen und die Salbe sei für die Blessuren, die er durch diesen Sturz erlitten hätte, zubereitet worden. Es ist absurd, weil er vor der Zeit seiner Mission keine Jün- ger hatte, während im Zusammenhang mit der Salbe die Jünger erwähnt werden. Das Wort „šalīḫa“49, das ein grie-
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49 Dieses Wort kommt in mehreren Variationen vor, beispielsweise als schalicha, daschlicha, salicha. Wie der Verheißene Messias in einer ande- ren Schrift, Sat batschan („Wahres Wort“), schreibt, sei dieses Wort viel- leicht griechischen oder hebräischen Ursprungs. Im Griechischen konnte dieses Wort nicht gefunden werden. Allerdings findet man es im Ara- mäischen (Schliha) und Hebräischen (Schlih); es bedeutet Gesandter. Es ist bekannt, dass der Buchstabe h beim Übergang ins Aramäische bzw. Hebräische zu ch wird. Es ist durchaus möglich, dass dieses Wort einen Hinweis auf die zwölf Jünger darstellt, die die Salbe zubereitet hatten. Avicenna schrieb in seinem berühmten Buch: „Salbe der Gesandten –
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chisches Wort ist und „zwölf“ bedeutet, ist immer noch in den Büchern enthalten. Vor der Zeit seiner Mission wurde JesusAS darüber hinaus nicht für einen so wichtigen Men- schen gehalten, dass Ereignisse aus seinem Leben aufge- zeichnet worden wären. Seine Gesandtschaft dauerte nur dreieinhalb Jahre und während dieser Zeit sind Unfälle oder eine Verwundung – das Ereignis der Kreuzigung aus- genommen – in den Berichten über ihn nicht übermittelt worden. Wenn jemand dennoch unter dem Eindruck steht, dass Hadhrat JesusAS sich diese Verwundungen bei einem anderen Unfall zugezogen hat, dann liegt es bei ihm, den Beweis dafür zu erbringen. Denn das Ereignis, auf das wir uns beziehen, nämlich die Kreuzigung, ist erwiesen und wird auf eine solche Weise anerkannt, dass sie weder Ju- den noch Christen leugnen. Die Meinung jedoch, Hadhrat JesusAS sei aus einem anderen Grund verwundet worden, ist von keiner dieser Völker überliefert worden. Solche Ge- danken zu hegen, hieße, wider besseres Wissen den Pfad der Wahrheit zu verlassen. Der Beweis, der hier angeführt wurde, ist nicht geeignet, dass er mit einem derart abwegi- gen Vorwand widerlegt werden könnte.
Bis zum heutigen Tage sind etliche Originalmanuskrip-
te verschiedener Werke erhalten. Auch ich besitze ein al- tes Manuskript des Qanun von Ibn Sina, das aus alter Zeit
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oder Salbe der daschlicha (Apostel). Diese ist auch als Salbe der zohra oder Salbe von Mandia erwähnt. Eine Salbe, die leicht starke Wunden heilen kann. Es gibt nichts Vergleichbares. Sie kann auch vereiterte Wun- den im toten Fleisch heilen. Es wird gesagt, dass dieses Medikament aus zwölf Medikamenten besteht und für zwölf Apostel war.“
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stammt. Es wäre deswegen äußerst ungerecht – es käme geradezu dem Mord an der Wahrheit gleich –, solch einen offensichtlichen Beweis wie diesen zu verwerfen. Denkt wieder und wieder nach – und reflektiert darüber, denn diese Bücher gibt es immer noch in den alten Bibliotheken der Juden, Magier, Christen, Araber, Perser, Griechen, Römer, Deutschen und Franzosen, wie auch in den alten Bibliotheken anderer europäischer und auch asiatischer Länder. Wäre es denn angemessen, sich von einem Beweis wie diesem abzuwenden, dessen Glanz das Auge der Ver- neinung blendet?
Wenn diese Bücher nur von Muslimen verfasst worden und nur in den Händen der Anhänger des Islam gewesen wären, dann hätte es bestimmt Leute gegeben, die nur allzu schnell zu der Schlussfolgerung gelangt wären, die Musli- me hätten diese Aussage erfunden und sie in ihren Büchern überliefert, um den christlichen Glauben anzugreifen. Die- se Annahme ist jedoch nicht begründet, nicht nur aus den Gründen, die ich unten anführen werde, sondern auch an- gesichts der Tatsache, dass sich die Muslime niemals eines Betrugs solcher Art schuldig machen könnten: Denn wie die Christen glauben auch die Muslime, dass JesusAS bald nach dem Ereignis der Kreuzigung in den Himmel auffuhr. Die Muslime glauben ja nicht einmal, dass Hadhrat Jesu- sAS überhaupt ans Kreuz geschlagen wurde oder dass er irgendwelche Verwundungen infolge der Kreuzigung er- litt. Wie könnten sie dann absichtlich eine falsche Aussage erfinden, die ihrem eigenen Glauben zuwiderläuft? Abge-
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sehen davon gab es den Islam noch nicht auf der Welt, als diese medizinischen Bücher in Lateinisch und Griechisch verfasst wurden und daraufhin unter vielen Millionen Menschen zirkulierten: Bücher, in denen das Rezept für die
„Salbe Jesu“ ebenso enthalten ist wie die Erklärung, diese Salbe sei von den Jüngern für Hadhrat JesusAS präpariert worden.
Juden, Christen, Muslime und Magier standen mitei- nander in Fragen der Religion auf Kriegsfuß. Deswegen ist die Tatsache, dass sie alle diese Salbe in ihren Büchern erwähnten und hierbei noch nicht einmal Rücksicht auf ihre Glaubensbekenntnisse nahmen, ein klarer Beweis da- für, dass das Rezept der Salbe eine so allgemein bekannte Tatsache war, dass sie von keiner Religionsgemeinschaft oder Volksgruppe verneint wurde.
Es ist jedoch richtig, dass es bis zur Zeit des Erscheinens des Verheißenen Messias keinem dieser Menschen einfiel, aus diesem Rezept, das in Hunderten von Büchern aufge- führt und Millionen von Menschen in verschiedenen Nati- onen bekannt gewesen ist, einen Nutzen für die Geschichte zu ziehen. Wir haben deswegen keine andere Möglichkeit, als in diesem Zusammenhang anzunehmen, dass Gott es so wollte – es war von Anfang an so bestimmt –, dass diese leuchtende Waffe und dieses wahrheitsbekundende Argument, das den Glauben an den Kreuzestod zerstört, der Welt durch den Verheißenen Messias verkündet werden sollte. Denn der Heilige ProphetSAW hatte prophezeit, dass der Glaube an das Kreuz nicht abnehmen sollte, noch sollte
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin
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sein Fortschritt gezügelt werden, solange der Verheißene Messias in der Welt nicht erschienen ist. Es ist der Verhei- ßene Messias, dessen Hand das „Brechen des Kreuzes“ vollbringen sollte. In dieser Prophezeiung steckt der Hin- weis, dass Gott in der Zeit des Verheißenen Messias Um- stände schaffen würde, die die Wahrheit über die Kreuzi- gung bloßlegten. Dann würde das Ende kommen und der Glaube an das Kreuz würde seine Lebensspanne beenden, nicht jedoch durch Krieg oder Gewalt, sondern lediglich durch göttlichen Einfluss, der sich selbst der Welt in Ge- stalt von wissenschaftlichen und theoretischen Argumen- ten und Entdeckungen manifestieren würde. Das ist die Bedeutung dieses Hadith, welches von Bukhari und ande- ren überliefert wird. Es war deswegen unvermeidlich, dass der Himmel diese Beweise und diese eindeutigen Zeichen nicht enthüllen sollte bis zur Zeit des Erscheinens des Ver- heißenen Messias. Und genauso ist es eingetreten.
Von der Zeit des Verheißenen Messias an werden sich nun die Augen öffnen und nachdenkliche Menschen werden sich Gedanken machen: denn der Messias Gottes ist gekommen. Es ist notwendig, dass der Verstand Erleuchtung, die Herzen Aufmerksamkeit und die Feder Stärke erlangen und Menschen Tatkraft gewinnen. Rechtschaffenen Seelen wird nun die Fähigkeit zu verstehen und jedem Rechtgeleiteten Einsicht gewährt werden. Denn was immer in den Himmeln scheint, erhellt auch die Erde. Gesegnet und glücklich ist, wer Anteil an diesem Licht hat. Wie die Frucht in ihrer Jahreszeit hervorkommt, so steigt
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das Licht zu seiner festgesetzten Zeit herab. Niemand kann bewirken, dass es herabsteigt, bevor es nicht von selbst he- rabsteigt, noch kann jemand dessen Herabsteigen aufhal- ten, wenn die Zeit dazu gekommen ist. Differenzen und Kontroversen sind unvermeidbar. Am Ende jedoch siegt die Wahrheit, denn dies ist nicht das Werk eines Menschen. Der Sohn des Menschen hat keinen Anteil daran – es ge- schieht durch Gottes Hand, Der die Jahreszeiten wechselt, die Zeiten bewegt, und Nacht in Tag und Tag in Nacht ver- wandelt. Er erschafft die Dunkelheit, aber liebt das Licht. Er erlaubt, dass sich Shirk50 in der Welt verbreitet, aber Er liebt Tauhid51 und Er will nicht, dass Seine Majestät einem anderen zugeschrieben wird. Seit der Geburt des Men- schen bis zu seiner endgültigen Vernichtung liegt das gött- liche Naturgesetz darin, dass Gott Seine Tauhid oder Seine Einzigartigkeit fördert. Das Ziel aller Propheten, die von Ihm gesandt wurden, bestand darin, die Verehrung des Menschen und anderer Geschöpfe auszuradieren und die Verehrung Gottes in der Welt zu verbreiten. Ihre Aufgabe bestand darin, den Inhalt des Ausspruchs:
52 ہُ ّللااَّلاِ ہَ ٰلاِ اَل
in der Welt so strahlen zu lassen, wie er im Himmel strahlt. Der Größte unter ihnen ist folglich derjenige, dem es gelang, diese Formel im hellsten Glanz erstrahlen zu
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50 Gott Partner beigesellen. (Anm. d. Ü.)
51 Die Einheit Seiner Selbst. (Anm. d. Ü.)
52 „Niemand ist anbetungswürdig außer Allah“ (Anm. d. Ü.)
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Medizin
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lassen. Der zuerst die Schwäche falscher Götter bloßstellte und ihre Nichtigkeit mit Wissen und Macht bewies und hiernach ein Denkmal für seinen deutlichen entscheiden- den Sieg setzte, und zwar in der Gestalt dieses Leitsatzes:
53 ہِ ّللالُ وْ سُ رَّ دٌ مَّ َحمُ ہُ ّللااَّلاِ ہَ ٰلاِ اَل
Seine Äußerung
54 ہُ ّللااَّلاِ ہَ ٰلاِ اَل
ist keine unbewiesene Behauptung. Vielmehr legte er zuerst die Beweise vor, zeigte den Irrtum alter Glaubens- vorstellungen und rief dann die Menschen dazu auf, dass sie endlich einsehen mögen, dass es fürwahr keinen Gott außer jenem Gott gibt, Der all ihre Macht gebrochen hatte. Als eine Erinnerung an diesen erwiesenen Tatbestand lehr- te er also den gesegneten Satz:
55 ہِ ّللالُ وْ سُ رَّ دٌ مَّ َحمُ ہُ ّللااَّلاِ ہَ ٰلاِ اَل
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53 „Niemand ist anbetungswürdig außer Allah, Muhammad ist der Ge- sandte Allahs." (Anm. d. Ü.)
54 „Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah“ (Anm. d. Ü.)
55 „Niemand ist anbetungswürdig außer Allah; Muhammad ist der Ge- sandte Allahs." (Anm. d. Ü.)
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Beweise aus Büchern der Geschichte
Da das folgende Kapitel Beweise verschiedenster Art umfasst, ist es um der Klarheit der Gliederung willen in mehrere Abschnitte unterteilt, die nun nachstehend aufge- führt sind:
Beweisführung anhand von islamischen Büchern, die über die Reisen Hadhrat JesuAS berichten:
In dem sehr bekannten Geschichtsbuch Rauzat-us-Safa ist auf den Seiten 130 bis 135 in persischer Sprache fol- gender Text zu ‚finden‘, den wir verkürzt in Übersetzung wiedergeben:
„Hadhrat JesusAS wurde ‚Der Messias‘ genannt, weil er weite Reisen unternahm. Er trug einen wollenen Schal um seinen Kopf und einen losen wollenen Mantel um seinen Körper. Er hatte einen Stock in der Hand. Er pflegte von Land zu Land und Stadt zu Stadt zu wandern. Wenn die Nacht hereinbrach, blieb er dort, wo er gerade war. Er ernährte sich von wildwachsendem Gemüse, trank wildes Quellwasser
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und bewegte sich auf seinen Reisen stets zu Fuß. Auf einer seiner Reisen kauften einmal seine Gefährten ein Pferd für ihn. Er ritt auf dem Pferd einen Tag lang, da er aber nicht die Mittel für die Fütterung seines Pferdes aufbringen konnte, gab er es zurück. Von seinem Land reiste er bis nach Nasibain, das mehrere hundert Meilen von seiner Heimat entfernt war. Er wurde von einigen Jüngern begleitet, die er in die Stadt sandte, auf dass sie dort predigten. In der Stadt jedoch waren falsche und unbegründete Gerüchte über Hadhrat JesusAS und seine Mutter im Umlauf. Der Stadthalter verhaftete deswegen die Jünger und ließ Hadhrat JesusAS zu sich kommen. Hadhrat JesusAS heilte einige Personen auf wunder- same Weise und tat andere Wunder. Daraufhin wur- den der König des Landes von Nasibain einschließlich der gesamten Armee und des Volkes seine Anhänger. Das Ereignis, bei dem Speisen zu ihm herabgesandt wurden, welches selbst im Heiligen Qur‘an erwähnt wird, fand während seiner Reisen statt.“
Das ist in Kürze die Aussage des Rauzat-us-Safa. Der Autor des Buches hat Hadhrat JesusAS jedoch viele absurde und irrationale Wunder zugeschrieben, die ich hier nicht erwähne, da ich meinen Bericht frei von Falschheit und absurden Übertreibungen halten möchte. Und so wende ich mich jetzt der Kernfrage zu, die zu der Schlussfolgerung führt, dass Hadhrat JesusAS im Verlauf seiner Reisen in
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Nasibain ankam. Dieses Nasibain ist ein Ort zwischen Mossul und Syrien, das auf englischen Landkarten auch Nasibus genannt wird. Wenn man von Syrien in Richtung Persien reist, kommt man durch Nasibain, das 450 koos56 von Jerusalem entfernt liegt: Mossul liegt fast 48 Meilen von Nasibain und 500 Meilen von Jerusalem entfernt. Die Grenze Persiens ist nur hundert Meilen von Mossul ent- fernt. Das bedeutet, dass Nasibain 150 Meilen von der Grenze Persiens entfernt ist. Persien stößt im Osten an die afghanische Stadt Herat, d. h. Herat liegt an der westlichen Grenze Afghanistans, in Richtung des persischen Territori- ums, und ist etwa 900 Meilen von der westlichen Grenze Persiens entfernt. Von Herat bis zum Khyber-Pass sind es ungefähr 500 Meilen. Ich füge hier eine Landkarte ein, die die Route zeigt, der JesusAS folgte.57
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56 Druckfehler i. O. Gemeint sind 450 Meilen. (Anm. d. Ü.)
57 Es existiert ein Brief im vierzehnten Abschnitt des ersten Kapitels des Ge schichtsbuches, das im Griechischen als das „Glaubensbekenntnis des Eusebius“ bekannt ist; es wurde von einem Londoner namens Heinmer im Jahre 1650 n. Chr. übersetzt; aus diesem Brief geht hervor, dass ein König mit Namen Abgerus aus dem Land jenseits des Euph- rats Hadhrat JesusAS an seinen Hof einlud. Der Brief, den Ab- gerus an Hadhrat JesusAS schickte, und die Antwort dar- auf enthalten vielerlei Falschheit und Übertreibungen. Das zumindest aber scheint wahr zu sein, dass der König, nachdem er von den Grausamkeiten der Juden unterrichtet worden war, JesusAS an seinen Hof einlud, um ihm Zuflucht zu gewähren. Der König glaubte wahr scheinlich, dass jener ein wahrer Prophet sei.
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Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Die Landkarte stellt den Weg dar, den Hadhrat Jesu- sAS auf seiner Reise nach Kaschmir gewählt hat. Das Ziel dieser Reise bestand darin, jene Israeliten zu treffen, die der König Salmanassaar gefangen genommen und nach Medien verschleppt hatte. Es muss hier angemerkt wer- den, dass auf den Landkarten, die von Christen herausge- geben wurden, die Stadt Medien am südlichen Ende des Meeres Khizar (Asowsches Meer) gezeigt wird, da, wo heute Persien liegt. Das bedeutet, dass Medien auf jeden Fall ein Teil des heutigen Persien war. Die östliche Gren- ze Persiens stößt an Afghanistan. Das Meer liegt im Süden und das Türkische Reich im Westen. Wenn der Bericht der Rauzat-us-Safa zutrifft, war Hadhrat JesusAS anscheinend in der Absicht nach Nasibain gereist, um über Persien nach Afghanistan zu gelangen, und so die verlorenen Ju- den, die inzwischen als Afghanen bekannt geworden wa- ren, zur Wahrheit einzuladen. Das Wort „Afghane“ scheint hebräischen Ursprungs zu sein. Es ist abgeleitet von einem Wort, das „tapfer“ bedeutet. Und anscheinend gaben sie sich diesen Namen selbst, als sie auf der Höhe ihrer Siege angelangt waren.58
Kurz gesagt, Hadhrat JesusAS kam über Afghanistan
in den Punjab, wobei er letztlich die Absicht hatte, nach
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58 In der Thora gab es ein Versprechen an die Juden, dass, wenn sie an den
„letzten Propheten“ glaubten, ihnen in der Endzeit nach vielen Leiden Königtum und Herrschaft verliehen würden. Dieses Versprechen ging in Erfüllung, indem die zehn Stämme Israels den Islam annahmen. Das ist der Grund, warum es unter den Afghanen als auch unter den Kaschmiris große Könige gegeben hat.
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Kaschmir zu gelangen, nachdem er den Punjab und Indien besucht hätte. Es ist zu bemerken, dass Chitral und ein Streifen des Punjab Kaschmir und Afghanistan trennen. Wenn man von Afghanistan aus durch den Punjab nach Kaschmir reist, muss man eine Distanz von 80 koos oder etwa 130 Meilen zurücklegen. Über Chitral beträgt die Ent- fernung 100 koos.59
Hadhrat JesusAS traf nun die weise Entscheidung, die Route durch Afghanistan einzuschlagen, so dass die ver- lorenen Stämme Israels, die als Afghanen bekannt sind, Anteil an seinen Segnungen haben mögen. Im Osten stößt Kaschmir an Tibet. Von Kaschmir aus hätte er leicht nach Tibet gelangen können. Und, einmal in den Punjab gelangt, hätte er keine Schwierigkeit gehabt, durch die wichtigen Städte Hindustans zu wandern, bevor er nach Kaschmir und Tibet ging. Es ist deswegen durchaus möglich, dass Hadhrat JesusAS, wie einige alte historische Berichte dieses Landes zeigen, Nepal, Benares und andere Orte besuchte. Er muss dann durch Jammu oder Rawalpindi nach Kasch- mir gewandert sein. Da er aus einem kalten Land stamm- te, ist es gewiss, dass er in diesen Gegenden nur über den Winter blieb, und sich Ende März oder Anfang April auf den Weg nach Kaschmir gemacht haben muss. Da Kasch- mir Sham60 ähnelt, kann es auch als sicher gelten, dass er sich in diesem Land niedergelassen hatte. Es ist darüber hinaus möglich, dass er eine Zeitlang in Afghanistan blieb,
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59 Ca. 162 Meilen. (Anm. d. Ü.)
60 Syrien und das umliegende Land. (Anm. d. Ü.)
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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und es ist nicht auszuschließen, dass er in diesem Land geheiratet hat. Denn einer der Stämme der Afghanen ist als Isa Khel61 bekannt – es wäre nicht überraschend, wenn sie Nachkommen Hadhrat JesuAS wären.
Leider ist die Geschichtsschreibung der Afghanen nicht besonders klar und übersichtlich. Deshalb wird es sehr schwierig, durch ein Studium verschiedener Stammesbe- richte ihren Ursprung zurückzuverfolgen. Es steht über jeden Zweifel, dass die Afghanen, wie die Kaschmiris, Is- raeliten sind. Jene, die eine gegensätzliche Ansicht in ihren Büchern vertreten, haben sich schwer getäuscht und keine sorgfältige Untersuchung dieser Frage betrieben.
Die Afghanen geben zu, dass sie die Nachkommen des Qais sind, und Qais gehört zu Israel. Es ist jedoch nicht notwendig, diese Diskussion hier zu verlängern. Ich habe diese Frage bereits eingehend in einem anderen Buch be- handelt; hier wird lediglich auf die Reise Hadhrat JesusAS eingegangen, die über Nasibain, Afghanistan und Punjab nach Kaschmir und Tibet führte.
Aufgrund dieser langen Reise wurde er der „Reisende Prophet“ genannt, ja, sogar „der Führer der Reisenden“. Ein muslimischer Gelehrter, Imam Alam Allama, also Aarif-Billah Abi Bakr Mohammad Bin Mohammad Ibn-al- Walid Al Fahri Al Tartooshi Al Maliki, der für seine Größe und Gelehrsamkeit berühmt ist, sagt über Hadhrat JesusAS auf Seite sechs seines Buches Siraj-ul-Maluk, veröffentlicht
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61 D.h. dieses Volk wird nach (Isâ) Jesus benannt. (Anm. d. Ü.).
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1306 N. H. von Matba Khairiya in Ägypten:
نیحئاسلاماماونیدھازلاسأرهتملکوہّللاحوریسیعنیا
„Wo ist Isâ, der Ruhullah62 und Kalimatullah63, der Meister der Rechtschaffenen und der Führer der Reisenden war?“, wo- mit er darauf hinweisen wollte, dass jener tot sei und dass sogar so große Menschen wie er aus dieser Welt scheiden müssten. Man beachte, dass diese Autorität an Gelehrsam- keit JesusAS nicht nur einen „Reisenden“ nennt, sondern den „Führer der Reisenden“.
Ähnlich wird auf Seite 431 des Wörterbuchs Lisan-ul- Arab ausgeführt:
رقتسیالضرالایفاحئاسناکهٗ َّنالحیسمبیسیعیَ مِّ سُ لیق
„JesusAS wurde ‚Der Messias‘ genannt, weil er umherwan- derte und nicht in einem Ort verblieb.“
Dasselbe wird im Tajul-Urus Sharah Qamus überliefert. Dort wird auch ausgesagt, dass der „Messias“ jener ist, der mit Güte und Segnungen eingerieben wurde, d. h. dem Güte und Segnungen verliehen wurden, in solchem Ausmaß, dass sogar seine Berührung segensreich sei. Dieser Name wurde JesusAS verliehen und Gott gibt diesen Namen, wem immer Er will.
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62 Übersetzung: Geist Gottes. (Anm. d. Ü.)
63 Übersetzung: Wort Gottes. (Anm. d. Ü.)
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Demgegenüber steht jener Messias, der mit Übel und Fluch eingerieben wurde. Das heißt, seine Natur war aus Fluch und Übel zusammengesetzt, und zwar so sehr, dass seine bloße Berührung Übel, Fluch und Finsternis aufstei- gen lässt. Dieser Name wurde dem Messias, dem Dajjal64, und all jenen, die ihm gleichen, gegeben.
Diese beiden Namen „Messias der Reisende“ und „Mes- sias der Gesegnete“ stehen nicht im Widerspruch zueinan- der. Der eine schließt den anderen nicht aus. Denn es ist eine göttliche Handlungsweise, dass Er einem Menschen einen Namen gibt, der mehrere Bedeutungen hat, wobei all diese auf die besagte Person zutreffen. Kurzum, der Satz:
„Jesus war ein Reisender“, ist so eindeutig durch die isla- mische Geschichtsschreibung bewiesen, dass, wenn man alle Angaben aus diesen Büchern anführen wollte, sie, wie ich glaube, einen umfangreichen Band ergeben würden. Was ich hier ausgeführt habe, soll deswegen genügen.
Beweise aus den Büchern des Buddhismus:
Uns sind auch aus buddhistischen Schriften verschiede- ne Zeugnisse zugänglich, die – zusammen betrachtet – klar und überzeugend darlegen, dass Hadhrat JesusAS in den Punjab und nach Kaschmir etc. kam. Im Folgenden stelle
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64 Antichrist. (Anm. d. Ü.)
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ich diese Beweise vor, auf dass alle gerechten Menschen sie zunächst aufmerksam studieren, ihnen eine zusammen- hängende Ordnung gebend, selbst zu der oben erwähnten Schlussfolgerung gelangen können. Hier nun sind die Be- weise.
Erstens: Die Titel, die BuddhaAS gegeben wurden, glei- chen denen, die JesusAS auch gewährt wurden. Auch die Ereignisse im Leben Buddhas weisen eine Ähnlichkeit mit denen im Leben JesusAS auf. Hier wird jedoch auf jene Aus- prägung des Buddhismus Bezug genommen, die innerhalb der Grenzen Tibets, wie in Leh, Lhasa, Gilgit und Hams u.
a. vorherrscht. Diese Orte wurden erwiesenermaßen von JesusAS besucht. Bezüglich der Ähnlichkeit der Titel genügt es, darauf hinzuweisen, dass z. B. Hadhrat JesusAS sich in seinen Schriften als das „Licht“ bezeichnet hat. Ebenso wur- de Gautama „Buddha“ genannt, was im Sanskrit „Licht“ bedeutet. Hadhrat JesusAS wird im Evangelium „Meister“ genannt, auch BuddhaAS wird als „Sasta“ oder „Meister“ bezeichnet. Hadhrat JesusAS wird im Evangelium der „Ge- segnete“ genannt, Buddha wird Sugt, d. h. der „Gesegnete“ genannt. Hadhrat JesusAS wurde der Name „Prinz“ gege- ben. Auch BuddhaAS hatte diesen Namen. Hadhrat JesusAS wird in den Evangelien als jemand beschrieben, der das Ziel seines Kommens erfüllt, und genauso ist BuddhaAS in den buddhistischen Schriften Siddharta genannt worden,
d. h. „Einer, der das Ziel seines Kommens erfüllt“. Hadhrat JesusAS ist in den Evangelien als „Zuflucht der Ermüdeten“
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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bezeichnet worden. BuddhaAS wird in den buddhistischen Schriften Asarn Sarn, d. h. „Zuflucht der Zufluchtslosen“ genannt. Hadhrat JesusAS heißt in den Evangelien „König“, wiewohl er es als „König des himmlischen Königreiches“ interpretierte. Auch BuddhaAS wurde „König“ genannt.
Die Ähnlichkeit in den Biografien wird durch Ereignisse wie diese ersichtlich: Die Evangelien berichten, dass Hadhrat JesusAS vom Teufel mit den Reichtümern und den Königreichen der Welt in Versuchung gebracht wurde, wenn er sich vor ihm niederwerfen würde. Auf die gleiche Weise wurde BuddhaAS in Versuchung gebracht, als der Teufel zu ihm sagte, dass er ihm Prunk und Herrlichkeit von Königen geben würde, wenn er dem Teufel gehorch- te, seinen harten Lebenswandel aufgäbe und nach Hause zurückkehre. Aber, so wie JesusAS dem Teufel nicht folg- te, so gehorchte auch BuddhaAS, wie es überliefert ist, ihm nicht.65 (Siehe „Bud-dhism“ von T. W. Rhys Davids; und
„Buddhism“ von Sir Monier Williams.)66
Dies zeigt, dass die Titel, die Hadhrat JesusAS in den Evan- gelien beansprucht, in den viel später zusammengestellten buddhistischen Büchern BuddhaAS zugeschrieben werden. Geradeso wie Hadhrat JesusAS vom Teufel in Versuchung geführt wurde, so behaupten diese Bücher, dass auch Bud- dhaAS vom Teufel in Versuchung geführt wurde. Mehr noch, der Bericht über die Versuchung Buddhas in diesen
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65 Siehe Anhang 1 bis Anhang 5.
66 Siehe auch „Chinese Buddhism“ von Edkins; „Buddha“ von Oldenberg, übersetzt von W. Hoey; „Life of Buddha“, übersetzt von Rickhill.
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Büchern ist ausführlicher. So habe BuddhaAS, als ihn der Teufel mit Reichtum und Königtum in Versuchung führen wollte, die Neigung empfunden, nach Hause zurückzu- gehen. Er gab jedoch diesem Verlangen nicht nach. Aber derselbe Teufel traf ihn eines Nachts wieder und brach- te seine gesamte Brut mit sich und erschreckte ihn durch furchtbare Erscheinungen. Dem BuddhaAS erschienen die- se Teufel wie Schlangen, die Feuer aus ihrem Mund spie- en. Die „Schlangen“ begannen, Feuer und Gift nach ihm zu schleudern, aber ihr Gift wurde in Blumen verwandelt, und das Feuer bildete einen Kreis um Buddha. Als der Teu- fel so keinen Erfolg hatte, rief er seine sechzehn Töchter zu sich und forderte sie auf, dem BuddhaAS ihre Schönheit zu enthüllen, aber auch dies bewegte BuddhaAS nicht. Der Teufel war über das Scheitern seiner Pläne enttäuscht. Er versuchte es mit anderen Mitteln, war aber nicht in der Lage, irgendetwas gegen den standfesten BuddhaAS aus- zurichten, der fortfuhr, durch höhere und höhere Stufen der Spiritualität zu reisen, und nach einer langen Nacht,
d. h. nach schweren und langwierigen Versuchungen, überwältigte er seinen Feind, den Teufel. Das „Licht“ des Wahren Wissens wurde ihm eröffnet und als der „Morgen“ hereinbrach, d. h. sobald seine Prüfungen vorüber waren, erlangte er Wissen über alle Dinge. An dem Tag, an dem diese große Schlacht endete, wurde der Buddhismus gebo- ren. GautamaAS war damals fünfunddreißig Jahre alt. Ihm wurde der Titel „Buddha“ oder das „Licht“ gegeben67, und
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67 Siehe Anhang 2.
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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der Baum, unter dem er zu jener Zeit saß, wurde „Baum des Lichts“ genannt.
Wenn man nun in der Bibel nachschaut, wird man feststel- len, wie sehr die Versuchung Buddhas der Prüfung ähnelt, die Hadhrat JesusAS durchmachte. So sehr, dass BuddhaAS damals angeblich fast genauso alt ist wie Hadhrat JesusAS zur Zeit seiner Prüfung. Wie aus buddhistischen Schriften ersichtlich, hat BuddhaAS den Teufel in Menschengestalt nicht vor den Augen aller anderen gesehen. Es war eine besondere Erscheinung, nur für BuddhaAS sichtbar. Das
„Gespräch“ des Teufels war eine „Eingebung“ von Teufel,
d. h. er flößte BuddhaAS ein, er (der BuddhaAS) möge seinen Weg verlassen und dem Befehl des Teufels folgen. In die- sem Fall würde er ihm allen Reichtum der Welt schenken. Ähnlich räumen die christlichen Gelehrten ein, dass der Teufel, der Hadhrat JesusAS erschien, nicht in einer körper- lichen Form zu ihm kam – er kam zu Hadhrat JesusAS nicht vor den physischen Augen der Juden als ein menschliches Wesen, das durch die Straßen und Gassen in seinem phy- sischen Körper streifte und zu JesusAS so sprach, dass es die Anwesenden hätten hören können. Im Gegenteil, das Zusammentreffen war seiner Natur nach eine Vision, die nur Hadhrat JesusAS sah. Auch ihr Gespräch war der Natur nach eine Eingebung, d. h. der Teufel flüsterte, wie es seine Art ist, seinem Herzen üble Gedanken ein. Aber Hadhrat JesusAS nahm sie nicht an – wie BuddhaAS verwarf er die Eingebung des Teufels.
An dieser Stelle nun ist es von Vorteil, darüber
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nachzudenken, warum es eine so große Ähnlichkeit zwi- schen BuddhaAS und Hadhrat JesusAS gibt. Die Aryas mei- nen in diesem Zusammenhang, dass JesusAS im Verlauf seiner Reise durch Indien mit dem Buddhismus vertraut wurde. Er hätte die Kenntnisse der buddhistischen Leh- ren und der Ereignisse aus dem Leben BuddhasAS dazu genutzt, um – Gott behüte – nach der Rückkehr in die Heimat das Evangelium zu schreiben. Er hätte seine mo- ralischen Prinzipien verfasst, indem er die moralischen Lehren des BuddhaAS plagiierte. Genauso wie BuddhaAS sich selbst „das Licht“ und „das Wissen“ nannte und sich andere Titel gab – habe es auch JesusAS getan. Er sei sogar soweit gegangen, dass er die Geschichte der Versuchung Buddhas durch den Teufel auf seine Person bezog. Diese Meinung jedoch ist ein Fehler und eine Erfindung der Ary- as. Es ist vollkommen unwahr, dass Hadhrat JesusAS vor dem Ereignis der Kreuzigung nach Indien kam. Noch hat zu jener Zeit die Notwendigkeit für diese Reise bestanden – die Notwendigkeit, diese Reise zu unternehmen, trat erst dann auf, als die Juden des Landes Syrien Hadhrat JesusAS zurückgewiesen, und wie sie glaubten, gekreuzigt hatten. Der weise Plan Gottes rettete ihn vor dem Kreuzestod. Doch jetzt hatte Hadhrat JesusAS seine Pflicht, den Juden zu predigen, erfüllt, sein Mitgefühl für sie war erschöpft. Aufgrund dieser Untat waren diese Juden so hartherzig geworden, dass es ihnen unmöglich geworden war, die Wahrheit zu akzeptieren. Zu diesem Zeitpunkt erst, nach- dem Hadhrat JesusAS von Gott eröffnet worden war, dass
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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die zehn verlorenen jüdischen Stämme nach Indien ausge- wandert seien, brach er nach Indien auf. Da nun ein Teil der Juden den Buddhismus angenommen hatte, wurde es notwendig, dass dieser wahre Prophet den Gefolgsleuten des Buddhismus seine Aufmerksamkeit zuwandte.
Zu dieser Zeit begannen die buddhistischen Gelehr- ten, die das Erscheinen des Messias-Buddha erwarteten, Hadhrat JesusAS als Buddha zu bezeichnen, und zwar auf- grund der Titel Hadhrat JesusAS, einiger seiner moralischen Lehren, wie zum Beispiel „liebe deinen Feind, widersteh nicht dem Bösen“, und auch seiner hellen Haut wegen, wie es von Gautama BuddhaAS prophezeit worden war. Es ist auch möglich, dass damals bestimmte Titel, Lehren und Begebenheiten aus dem Leben Hadhrat JesusAS bewusst oder aus Versehen BuddhaAS zugeschrieben wurden. Denn die Geschichtsschreibung war im Prinzip nie eine Stärke der Hindus. Die Ereignisse aus dem Leben BuddhasAS wa- ren bis zur Zeit Hadhrat JesuAS nicht aufgeschrieben wor- den. Buddhistische Priester hatten nun die Gelegenheit, BuddhaAS das zuzuschreiben, was sie ihm zuzuschreiben wünschten. Die Priester haben möglicherweise die Ereig- nisse aus dem Leben Hadhrat JesuAS und seine moralischen Lehren, als sie ihnen bekannt wurden, zusammen mit vie- len anderen Dingen, die sie selbst hinzufügten, BuddhaAS zugeschrieben.68
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68 Wir können nicht leugnen, dass der buddhistische Glaube von alters her bedeutsame moralische Lehren enthält. Zur gleichen Zeit aber be- stehe ich darauf, dass jener Teil, der mit den Lehren des Evangeliums,
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Weiter unten werde ich beweisen, dass jener Teil der moralischen Lehren in den buddhistischen Büchern, der mit den Evangelien übereinstimmt, etwa die Titel wie
„Licht“ etc., welche, wie im Falle Hadhrat JesusAS auch be- züglich des BuddhaAS überliefert worden sind, wie auch die Geschichte der Versuchung durch den Teufel – dass all dies zu jener Zeit den buddhistischen Büchern hinzugefügt wurde, als Hadhrat JesusAS nach der Kreuzigung in dieses Land kam. Es gibt noch eine andere Ähnlichkeit zwischen BuddhaAS und Hadhrat JesusAS: Der Buddhismus überlie- fert, dass BuddhaAS während der Versuchung fastete und sein Fasten vierzig Tage andauerte. Die Evangelium-Ken- ner wissen, dass auch Hadhrat JesusAS vierzig Tage lang fastete.
Wie ich gerade ausgeführt habe, bestehen zwischen der moralischen Lehre BuddhasAS und JesuAS so große Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen, dass sie jeden, der mit beiden vertraut ist, verwundern müssen. Zum Bei- spiel lehren die Evangelien: Widersteht nicht dem Übel, liebet eure Feinde, lebt in Armut, meidet Stolz, Falschheit und Gier. BuddhaAS lehrt dasselbe. Die buddhistischen Lehren legen sogar noch größeren Wert darauf, so dass das Töten aller lebendigen Geschöpfe, selbst von Ameisen und Insekten, zur Sünde erklärt wird. Der herausragende Grundsatz des Buddhismus verlangt, dass man Mitgefühl
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den Parabeln und Textauszügen aus der Bibel völlig übereinstimmt, unzweifelhaft den buddhistischen Büchern in jener Zeit hinzugefügt wurde, als JesusAS in diesem Land war.
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und Mitleid für die ganze Welt empfindet, der gesamten Menschheit und allen Tieren wohlgesinnt sein und den Geist der Einheit und der gegenseitigen Liebe fördern soll. Dasselbe gilt für die Lehren des Evangeliums. Wie JesusAS seine Jünger in verschiedene Länder sandte – während er eines selbst bereiste –, hat es seinen Lebensberichten zufol- ge auch BuddhaAS getan. In dem Buch „Buddhism“ von Sir Monier Williams69 wird berichtet, dass Buddha seine Schü- ler zum Predigen in der Welt aussandte und sie zuvor mit diesen Worten ansprach:
„Gehet hin und wandert in alle Richtungen aus Mitge- fühl zu der Welt und um der Wohlfahrt der Götter und der Menschen willen. Gehet hin in die verschiedensten Richtungen verkündet ein Leben vollkommener Zurück- haltung, Keuschheit und des Zölibats. Und auch ich werde diese Lehre predigen.“
BuddhaAS begab sich nach Benares und vollbrachte dort viele Wunder. Er hielt auf einem Berg eine eindrucksvolle Predigt, genauso wie JesusAS seine Bergpredigt hielt. Wei- terhin berichtet dieses Buch, dass BuddhaAS meistens in Pa- rabeln predigte und spirituelle Dinge mit Hilfe äußerlicher Analogien zu erklären pflegte.
Man sollte sich daran erinnern, dass diese moralische Lehre und die Art zu predigen, d. h. Parabeln anzuwen- den, die Vorgehensweise Hadhrat JesuAS war. Diese Art
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der Predigt und die moralische Lehre lassen, zusammen mit anderen Umständen, den Eindruck entstehen, dass dies eine Nachahmung der Lehre Hadhrat Jesu ist. Als JesusAS nach Indien kam und überall predigte, trafen ihn die Anhänger des buddhistischen Glaubens. Als sie sahen, dass er eine heilige Persönlichkeit war, die Wunder wirkte, übernahmen sie sein Gedankengut in ihre Bücher. Sie er- klärten ihn sogar zum Buddha. Es entspricht der mensch- lichen Natur, dass er bemüht ist, eine gute Sache zu über- nehmen, wo immer er sie findet. So sehr, dass man eine kluge Bemerkung, die jemand in einer Zusammenkunft macht, sich merkt und sich daran erinnert. Es ist deswegen höchst wahrscheinlich, dass die Anhänger des buddhisti- schen Glaubens das gesamte Bild der Evangelien in ihren Büchern wiedergegeben haben. Beispielsweise fasteten so- wohl JesusAS als auch BuddhaAS vierzig Tage lang. JesusAS wurde vom Teufel in Versuchung gebracht, so auch Budd- haAS. Wie JesusAS wurde auch BuddhaAS ohne Vater gebo- ren. BuddhaAS predigte die gleiche moralische Lehre wie JesusAS. Beide bezeichneten sich als „Licht“. Beide nannten sich selbst „Lehrer“ und ihre Gefährten Jünger. Bei Mat- thäus, Kapitel 10, Vers 8-9 heißt es: „Versorgt euch nicht mit Gold und Silber in euren Taschen“. Auch BuddhaAS gab sei- nen Schülern denselben Befehl.70 Genauso wie das Evange- lium zum Zölibat ermutigt, tut es die buddhistische Lehre. Geradeso wie es ein Erdbeben gab, als JesusAS ans Kreuz geschlagen wurde, gab es der Überlieferung zufolge auch
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ein Erdbeben zum Zeitpunkt des Todes von Buddha.71 72
Die Ursache dieser Ähnlichkeiten liegt in der Tatsache, dass JesusAS zum Glück der Buddhisten Indien besuchte, einen beachtlichen Zeitraum unter ihnen verweilte und die Buddhisten mit den Umständen seines Lebenslaufes und mit seiner edlen Lehre vertraut wurden. Folglich war es unvermeidlich, dass ein großer Teil jener Lehren und Sitten seinen Weg in die buddhistischen Überlieferungen fand, denn JesusAS wurde von den Buddhisten hoch geachtet und zu einem Buddha erklärt. Demzufolge zeichneten die- se Menschen seine Aussprüche in ihren Büchern auf und schrieben sie Guatama BuddhaAS zu.
Es ist in der Tat erstaunlich, dass BuddhaAS wie JesusAS seine Schüler durch Parabeln belehrt hat – insbesondere durch jene, die in den Evangelien zu finden sind. In einer dieser Parabeln sagt BuddhaAS:
„So, wie der Bauer die Saat sät, aber nicht sagen kann: das Korn soll heute quellen, morgen keimen, so ist es auch mit dem Schüler.“ Das heißt, er kann nicht sagen, ob der Schüler sich zum Guten entwickeln oder wie ein Samen sein werde, der in trockene Erde gesät wird und verdorrt.
Es fällt auf, dass es dieselbe Parabel ist, die bis zum heutigen Tage in den Evangelien festgehalten wird. BuddhaAS wendet ein weiteres Gleichnis an:
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71 Anmerkung: Wie die Christen, feiern auch die Buddhisten das Abend- mahl.
72 Siehe Anhang 1 bis Anhang 4.
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„So, wie ein Rudel Hirsche in einem Wald lebt, und ein Mann zu ihnen kommt und ihnen einen falschen Pfad er- öffnet, den Pfad des Todes. Das heißt, er versucht, sie in eine Falle zu locken und zu töten. Während ein anderer kommt und einen sicheren Pfad eröffnet; das heißt, er sät eine Weide und gräbt eine Wasserstelle für sie, auf dass das Wild gedeihe; so ist es, wenn der Mensch in Vergnügun- gen lebt und der Böse kommt, und eröffnet den falschen achtfältigen Pfad, auf dass sie vernichtet werden. Dazu kommt der Vollkommene und eröffnet den achtfältigen sicheren Pfad der Wahrheit und des Friedens, auf dass sie errettet werden.“
BuddhaAS lehrte auch:
„Die Rechtschaffenheit ist ein sicherer Schatz, den niemand stehlen kann. Es ist ein Schatz, der den Menschen sogar nach dem Tode begleitet. Das ist ein Schatz, welcher die Quelle allen Wissens und aller Vollkommenheit ist.“
Nun wird man merken, dass die Lehre des Evangeliums genau dieselbe ist. Diese Lehren wurden in alten buddhis- tischen Schriften aufgezeichnet und sind einer Zeitspanne zuzuordnen, die nicht weit entfernt von der Zeit Hadhrat Jesu liegt – nein, es ist sogar dieselbe Zeitspanne.
Weiterhin steht auf Seite 135 dieses Buches, dass Bud- dha sagte:
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„Ich bin so unbescholten, dass keiner etwas Schlechtes an meiner Person zeigen kann.“73
Auch dies hat eine Ähnlichkeit mit einem Ausspruch JesuAS. Im Buch „Buddhism“ wird auf Seite 45 angeführt:
„Die Morallehre des Buddha hat eine verblüffende Ähn- lichkeit mit der christlichen Lehre.“
Ich stimme damit überein. Ich bestätige es, denn beide sagen:
„Liebe nicht die Welt, noch den Reichtum. Hasse nicht deine Feinde, tue nichts Übles, besiege das Übel durch das Gute. Tue anderen das, was du willst, dass dir getan wird.“
Das weist fürwahr auf eine so erstaunliche Ähnlichkeit zwischen dem Evangelium und der Lehre Buddhas hin, dass sich weitere Ausführungen im Grunde erübrigen.
Wie buddhistische Schriften zeigen, sagte Gautama BuddhaAS die Ankunft eines zweiten Buddhas voraus, der Metteyya genannt wurde. Diese Prophezeiung ist im Laggawatti Suttatta – einer buddhistischen Überlieferung – enthalten. Sie wird auf Seite 142 von Oldenbergs Buch erwähnt. Die Prophezeiung lautet:
„Er wird der Führer einer Gruppe von Jüngern sein, die
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73 Siehe Anhang 2.
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Hunderttausende zählen wird, so wie ich jetzt der Führer einer Gruppe von Jüngern bin, die Hunderte zählt.“74
Hier ist anzumerken, dass das Wort Metteyya aus der Pali-Sprache dem hebräischen Wort Masiha entspricht. Es ist nun nichts Ungewöhnliches, dass ein aus einer Fremd- sprache übernommenes Wort sich verändert. Auch ein englisches Wort wandelt sich, wenn es von einer anderen Sprache entlehnt wird: z. B. erklärt Max Müller im Verlauf einer Liste, die er auf Seite 318 Band 11 der Heiligen Bücher des Ostens anführt: das „th“ des englischen Alphabets wird im Persischen oder Arabischen zum stimmlosen oder aber scharfen „s“. Wenn man derlei Veränderungen im Auge behält, kann man leicht verstehen, dass das Wort „Messiah“ in der Pali-Sprache zu Metteyya wurde. Das heißt, dass der zukünftige Metteyya, der von BuddhaAS prophezeit wurde, in Wirklichkeit kein anderer war als der MessiasAS selbst.
Dies findet Unterstützung durch die Tatsache, dass BuddhaAS prophezeite, dass die von ihm begründete Re- ligion in der Welt nicht länger als fünfhundert Jahre blei- ben würde. Zur Zeit des Niederganges seiner Lehren und Grundsätze würde der Metteyya in dieses Land kommen und der Welt seine moralischen Lehren wiedergeben.
Nun wissen wir, dass Hadhrat JesusAS fünfhundert Jahre nach BuddhaAS erschien. Entsprechend der von BuddhaAS selbst vorausgesagten Frist für den Niedergang seiner Religion befand sich der Buddhismus zu jener Zeit
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74 Siehe Anhang 5.
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im Verfallszustand. Hadhrat JesusAS, dem Kreuzestod entkommen, ist in dieses Land gereist. Die Buddhisten erkannten ihn und zollten ihm große Verehrung. Es gibt keinen Zweifel daran, dass die moralische Lehre und die spirituellen Wege, die BuddhaAS lehrte, durch die Lehren JesuAS in diese Welt wiederbelebt wurden. Christliche Historiker räumen ein, dass die Bergpredigt des Evangeliums und die Lehren aus anderen Teilen, die moralische Anleitungen umfassen, gänzlich jener Lehre entsprechen, die Gautama BuddhaAS 500 Jahre zuvor der Welt gepredigt hatte. Sie meinen auch, dass BuddhaAS nicht nur moralische Grundsätze, sondern auch andere große Wahrheiten lehrte. Ihrer Meinung nach ist der Titel „Licht Asiens“, der BuddhaAS verliehen wurde, vollkommen zu- treffend. Nun, in Übereinstimmung mit der Prophezeiung BuddhasAS ist JesusAS fünfhundert Jahre danach erschienen. Seine moralischen Lehren entsprachen, wie die meisten christlichen Gelehrten eingestehen, den Lehren BuddhasAS. Es kann deswegen keinen Zweifel daran geben, dass er im
„Geiste“ BuddhasAS erschien. In Oldenbergs Buch wird auf
der Grundlage des Laggawatti Suttatta ausgeführt, dass sich die Anhänger des BuddhaAS in der Hoffnung auf die Zukunft damit trösteten, sie würden als Schüler des Met- teyya die Segnung der Erlösung erlangen. Das heißt, sie wa- ren sich sicher, dass der Metteyya unter ihnen erscheinen würde, und dass sie durch ihn Erlösung finden würden. Denn die Worte, in denen BuddhaAS die Hoffnung auf den Metteyya übermittelt hatte, verkündeten eindeutig, dass
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seine Schüler ihn treffen würden. Die Aussage des oben er- wähnten Buches bestärkt die Überzeugung, dass Gott für die Leitung dieser Menschen zwei Arten von Umständen geschaffen hatte: Einerseits war es unvermeidlich, dass Je- susAS in jenes Land reiste, wo die Juden hingekommen und sich niedergelassen hatten, aufgrund seines in Genesis 3, Vers 10 erwähnten Titels75, „Asaf“, was übersetzt „der das Volk zusammenführt“ heißt. Andererseits war es ebenfalls notwendig, dass die Anhänger Buddhas in Übereinstim- mung mit Buddhas Prophezeiung ihn sahen und von ihm spirituelle Leitung bekamen.
Betrachtet man diese beiden Aspekte zusammen, kann man zweifelsfrei folgern, dass Hadhrat JesusAS auch Tibet bereiste. Und in solchem Maße haben christliche Lehren und Bräuche in den großtibetischen Buddhismus Eingang gefunden, dass man davon ausgehen muss, dass Hadhrat JesusAS diese Menschen traf. Die hingebungsvollen An- hänger des Buddhismus haben stets auf das Wiedersehen mit dem Messias gewartet – eine Tatsache, die in den bud- dhistischen Büchern bis heute verzeichnet ist. Dies legt ein beredtes Zeugnis davon ab, dass dieses sehnsüchtige Warten eine Vorbereitung für die Ankunft Hadhrat JesusAS in diesem Land war. Angesichts dieser beiden genannten Tatsachen besteht für eine gerechte Person keine Notwen- digkeit, in den buddhistischen Überlieferungen nach ei- nem Hinweis darauf zu suchen, dass Hadhrat JesusAS nach Tibet kam. Denn wegen der Prophezeiung BuddhasAS war
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75 Druckfehler im Original. Richtig ist Genesis 49:10. (Anm. d. H.)
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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die Sehnsucht groß, so muss diese Prophezeiung JesusAS nach Tibet gezogen haben.
Es muss hier noch einmal angeführt werden, dass das Wort „Metteyya“, das häufig in buddhistischen Büchern erwähnt wird, ohne Zweifel das Wort „Messias“ ist. In dem Buch „Tibet, Tartary, Mongolia“ von H. T. Prinsep wird auf Seite vierzehn über den Metteyya-Buddha, der in Wirklichkeit der Messias ist, ausgeführt, dass nachdem die ersten Missionare (christliche Prediger) von den Bedin- gungen, die in Tibet herrschten, aus erster Hand Kennt- nis erhielten, sie zu der Schlussfolgerung gelangten, dass in den alten Büchern der Lamas Spuren christlicher Reli- gion zu finden seien. Auf derselben Seite wird außerdem erwähnt, dass diese alten Autoritäten zweifelsohne glau- ben, dass die Jünger Jesu noch am Leben waren, als die christliche Lehre diesen Ort erreichte. Auf Seite 171 wird berichtet, dass man damals fest mit der Geburt eines gro- ßen Erlösers rechnete; in Bezug auf diesen Erlöser merkt Tacitus an, dass nicht nur Juden für dieses Erwarten ver- antwortlich waren; sondern auch Buddhisten, denn dem- zufolge liegt der Ursprung der Sehnsucht nach diesem Er- löser im Buddhismus selbst. Es gab also in diesem Lande die Ankunft eines Metteyya. Der Autor der besagten engli- schen Schrift merkt dazu an: Die Bücher Pitakattayan und Attha-Katha enthalten eine klare Prophezeiung über das Erscheinen eines anderen Buddhas, dessen Ankunft 1000 Jahre nach der Zeit des GautamaAS oder „Sakhiya Muni“ stattfinden würde. GautamaAS erklärt, dass er selbst der
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fünfundzwanzigste Buddha sei, und dass der „Bagwa Metteyya“ noch erscheinen werde, d. h. er würde nach ihm in sein Land kommen. Er werde Metteyya heißen und hellhäutig sein. Der englische Autor führt weiter aus, dass das Wort „Metteyya“ eine verblüffende Ähnlichkeit mit
„Messias“ habe.76 Kurz gesagt, Gautama BuddhaAS erklärt in dieser Prophezeiung klar und deutlich, dass ein Mes- sias in seinem Land, unter seinem Volk und unter seinen Gefolgsleuten erscheinen wird. Das war die Grundlage für den anhaltenden Glauben an die Ankunft eines Messias unter seinen Gefolgsleuten. BuddhaAS nannte ihn in seiner Prophezeiung „Bagwa Metteyya“, weil Bagwa in Sanskrit weiß bedeutet. Und Hadhrat JesusAS, der aus der Region um Syrien stammte, war hellhäutig.
Die Bevölkerung des Landes, in dem diese Prophezeiung gemacht wurde – also das Volk von Magadh, wo Rajagriha herrschte – war dunkelhäutig. Auch Gautama BuddhaAS war dunkelhäutig. Er hatte seinen Gefolgsleuten zwei schlüssige Zeichen hinsichtlich des zukünftigen Bud- dha gegeben. Erstens, er werde „Bagwa“ oder von weißer Haut sein, und zweitens, er werde ein „Metteyya“, d. h. ein Wanderer sein und aus einem fremden Land kommen. Die Menschen hielten also beständig nach diesen Zeichen Aus- schau, bis sie tatsächlich Hadhrat JesusAS sahen. Jeder Bud- dhist muss sich notwendigerweise dazu bekennen, dass fünfhundert Jahre nach dem BuddhaAS der „Bagwa Met-
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Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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teyya“ in ihrem Land erschienen ist.77 Es wäre daher nicht überraschend, wenn Bücher des buddhistischen Glaubens die Ankunft des Metteyya, d. h. des Messias, in ihrem Land und die Erfüllung dieser Prophezeiung erwähnten.
Doch angenommen, es gibt keinen solchen Hinweis. Auch dann kann aufgrund der Hoffnung, die BuddhaAS seinen Schülern machte, nachdem er von Gott die Offen- barung erhalten hatte, dass der Bagwa Metteyya in ihrem Land erscheinen würde, kein Buddhist, der Kenntnis von dieser Prophezeiung hat, die Tatsache leugnen, dass jener Bagwa Metteyya, dessen zweiter Name „Messias“ ist, in ihrem Land erschienen ist. Denn die Nichterfüllung der Prophezeiung würde die Wahrhaftigkeit der Religion in Frage stellen. Wenn nun eine solche Prophezeiung, die auf einen bestimmten Zeitraum festgesetzt war und die Gau- tama BuddhaAS immer wieder seinen Schülern verkündet hatte, nicht zu ihrer reifen Zeit in Erfüllung ging, hätten die Anhänger Buddhas seine Wahrhaftigkeit angezweifelt, und es wäre in ihren Büchern verzeichnet gewesen, dass sich diese Prophezeiung nicht erfüllte.
Ein weiteres Argument, das das Eintreten dieser Pro- phezeiung unterstützt, ist, dass im Tibet Schriften aus dem siebten Jahrhundert nach Christus gefunden wurden, die das Wort „Massih“ enthalten. Sie erwähnen den Namen Hadhrat JesuAS in ihrer Überlieferung als „mī-šī-hū“78. Der Verfasser der Liste, die das Wort „mī-šī-hū“ enthält, ist ein
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77 Der Zeitraum von 1000 bzw. 5000 Jahren ist falsch.
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Buddhist. Siehe „A Record of the Buddhist Religion“, von I. Tsing, Übersetzung von G. Takakusu. Dieser ist ein Japa- ner, der I. Tsings Buch übersetzt hat. I. Tsing war ein chi- nesischer Reisender. In einer Randbemerkung und im An- hang zu Tsings Buch führt Takakusu aus, dass in einem alten Buch der Name „mī-šī-hū“ (Messias) verzeichnet ist. Dieses Buch stammt ungefähr aus dem siebten Jahrhun- dert. Es wurde kürzlich von einem Japaner namens G. Ta- kakusu übersetzt und bei der Clarendon Press (Oxford) veröffentlicht.79 Das Buch erwähnt das Wort „Massih“, was mit Sicherheit beweist, dass die Buddhisten dieses Wort nicht aus fremder Quelle übernommen haben. Vielmehr wurde das Wort der Prophezeiung Buddhas entnommen und einmal als Massih und ein anderes Mal als Bagwa Met- teyya niedergeschrieben.
Unter den Zeugnissen, die wir in den buddhistischen Überlieferungen finden, ist jenes, das in „Buddhism“ von Sir Monier William auf Seite 45 aufgeführt ist, dass näm- lich der sechste Schüler des BuddhaAS ein Mann namens
„Yasa“80 war. Dieses Wort scheint eine Kurzform des Worts
„Yasu’“ zu sein. Da Hadhrat JesusAS fünfhundert Jahre nach dem Tode des BuddhaAS erschien, d. h. im sechsten Jahrhundert, wurde er der sechste Schüler genannt. Es soll hier angemerkt werden, dass Professor Max Müller in der Zeitschrift „The Nineteenth Century“ auf Seite 517 der Aus- gabe vom Oktober 1894 die eben gemachte Aussage mit
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79 Siehe Seiten 169, 223 dieses Buches.
80 Siehe Anhang 2.
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den Worten unterstützt, dass bekannte Autoren oft darauf hingewiesen haben, Hadhrat JesusAS sei von den Grund- sätzen des Buddhismus beeinflusst gewesen. Des Weiteren schreibt er, dass man bis zum heutigen Tag versucht, dieses Rätsel zu lösen und einen historisch wahren Weg zu finden, auf dem der Buddhismus zur Zeit Hadhrat JesusAS nach Palästina gelangte.81 Dieses Zitat bestätigt jene buddhisti- schen Bücher, die erwähnen, dass Yasa der Schüler Bud- dhas war. Wenn nämlich Christen von so hohem Rang wie Professor Max Müller überzeugt sind, dass die Grundsätze des Buddhismus Hadhrat JesusAS beeinflusst hätten, so heißt dies mit anderen Worten, dass er ein Schüler Buddhas gewesen ist. Dennoch halte ich den Gebrauch solcher Wor- te in Bezug auf Hadhrat JesusAS für ungehörig und respekt- los. Und wenn es in den buddhistischen Büchern heißt, dass „Yasu’“ der Schüler Buddhas war, so entspricht diese Schreibweise einer nur zu bekannten Angewohnheit der Priester dieses Volkes, eine große Persönlichkeit, die zu ei- ner späteren Zeit erscheint, zu einem Schüler einer früher erschienenen Persönlichkeit zu erklären. Abgesehen davon ist es nicht ganz abwegig – obwohl fern des gebührenden Respekts – von einer Lehrer-Schüler-Beziehung zwischen BuddhaAS und Hadhrat JesusAS zu sprechen, da die Lehren Hadhrat Jesu und die Lehren Buddhas sehr große Ähnlich- keit aufweisen und BuddhaAS zeitlich vor Hadhrat JesusAS lebte. Ich kann mich jedoch mit der Betrachtungsweise eu- ropäischer Forscher nicht anfreunden, die zu beweisen su-
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81 Siehe Anhang 8.
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chen, dass die buddhistische Lehre zu Lebzeiten Hadhrat JesuAS Palästina erreichte.
Es ist in der Tat bedauerlich, dass diese Forscher einen so abwegigen Pfad einschlagen und die Spuren des bud- dhistischen Glaubens in Palästina suchen, obgleich doch der Name und die Erwähnung Hadhrat JesusAS in den alten Schriften des Buddhismus vorhanden sind. Warum suchen sie denn nicht nach den gesegneten Fußspuren Hadhrat Jesu in den Bergen von Nepal, Tibet und Kaschmir? Doch ich weiß, dass es nicht in ihrer Macht lag, eine so große Wahrheit hinter Tausenden dunklen Schleiern hervorzuho- len. Vielmehr war es das Werk Gottes – Der aus den Him- meln sah, dass die Verehrung des Erschaffenen alle Maße überschritt, sich in der ganzen Welt verbreitet und die Verehrung des Kreuzes und des angeblichen Opfers eines menschlichen Wesens die Herzen von Millionen von Men- schen vom wahren Gott abgewandt hatte. Darauf sandte seine Eifersucht einen Seiner Diener im Geist des Jesus von NazarethAS in die Welt, um den Glauben an das Kreuz zu brechen. In Übereinstimmung mit dem alten Versprechen erschien er als der Verheißene Messias. Da kam die Zeit, das Kreuz zu brechen, das heißt, den Irrtum des Glaubens an das Kreuz so deutlich zu offenbaren, wie das Entzwei- brechen eines Stückes Holz. Also hat nun der Himmel den Weg zum Brechen des Kreuzes geebnet, auf dass ein Su- cher nach Wahrheit aufstehen und danach suchen möge. Wenngleich der Glaube an die leibliche Himmelfahrt Jesu- sAS ein Irrglaube war, barg sich darin dennoch ein Geheim-
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nis, und zwar dieses: Die Wirklichkeit des messianischen Lebens war verloren gegangen und ausgelöscht worden, gleich einem Leichnam, das im irdischen Grab aufge- zehrt wird. Jene Wirklichkeit existierte im Himmel wie ein menschlicher Körper. Es war notwendig, dass diese Wirk- lichkeit in der Endzeit erneut auf die Erde herabstiege, also ist jene messianische Wirklichkeit nun in Gestalt eines Menschen auf die Erde herabgestiegen. Sie hat das Kreuz
„gebrochen“. Die Übel der Falschheit und der Verehrung des Unwahren, die unser Heiliger ProphetSAW in einem Hadith über das Kreuz mit einem Schwein verglichen hat, sind zusammen mit dem „Brechen“ des Kreuzes in Stücke zerschlagen worden, wie ein Schwein mit dem Schwert er- schlagen wird. Dieses Hadith bedeutet nicht, dass der Ver- heißene Messias die Ungläubigen töten und Kreuze bre- chen wird: Das Zerbrechen des Kreuzes bedeutet vielmehr, dass in jenem Jahrhundert der Gott der Himmel und der Erde die verborgene Wirklichkeit hervorbringen wird, die mit einem Schlag die gesamte Struktur des Kreuzes zer- schlagen wird. Und das Töten des Schweins deutet weder auf die Ermordung von Menschen noch auf die Tötung von Schweinen hin, sondern auf das Töten von schweinischen Eigenschaften – nämlich das Beharren auf Falschheit und deren abermalige Verkündigung, was gleichbedeutend mit dem Essen von Unreinem ist. So wie ein totes Schwein kei- nen Unrat fressen kann, naht die Zeit – nein, sie ist bereits gekommen –, wenn üble Naturen daran gehindert werden, von solchen Unreinheiten zu essen.
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Die Gelehrten des Islam haben bei der Interpretation die- ser Prophezeiung Fehler gemacht. Die wahre Bedeutung vom „Zerbrechen des Kreuzes“ und „Töten des Schweins“ ist jene, die ich eben ausgeführt habe. Es heißt (in jenem Hadith) ja auch noch, in der Zeit des Verheißenen Messi- as würden religiöse Kriege aufhören, und solch glänzende Wahrheiten würden sich vom Himmel offenbaren, dass sie den Unterschied zwischen Wahrheit und Falschheit in aller Deutlichkeit zeigen würden. Glaubt also nicht, dass ich mit einem Schwert gekommen bin. Nein, ich bin gekommen, um alle Schwerter zurück in ihre Scheiden zu stecken. Die Welt hat lange genug in der Dunkelheit gekämpft. Manch einer hat jene, die ihm wohlgesinnt waren, angegriffen, die Herzen von gütigen Freunden verletzt und seinen Lieben wehgetan. Nun aber wird es keine Dunkelheit mehr geben. Die Nacht ist vergangen, der Tag ist angebrochen. Geseg- net ist derjenige, der dessen nicht länger beraubt ist!
Unter den Zeugnissen aus den buddhistischen Schrif- ten ist jenes, das auf Seite 419 des Buches „Buddhism“ von Oldenberg aufgezeichnet ist. In diesem Buch wird unter Bezugnahme auf das Buch namens „Mahawagga“, Seite 54, Abschnitt 1, überliefert, dass ein Nachfolger Buddhas ein Mann namens „Rahulta“82 war, ein aufopfernder Schü- ler, oder sogar sein eigener Sohn. Ich behaupte hier, dass der „Rahulta“ der buddhistischen Überlieferungen eine Verballhornung von „Rūḥullāh“ ist, welches einer der Titel Hadhrat JesuAS ist. Es gibt die Geschichte, dieser „Rahulta“
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82 Diese Bezeichnung findet man auch als rahulla. Siehe Anhang 5.
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sei der Sohn Buddhas gewesen, den BuddhaAS verlassen habe, als er noch ein Säugling war, und sei ins Exil gegan- gen. Außerdem habe er seine Frau, als sie noch schlief, in der Absicht verlassen, sich für immer von ihr zu trennen, ohne sie über sein Vorhaben zu unterrichten oder ihr Le- bewohl zu sagen, und sei in ein anderes Land ausgewan- dert. Diese Geschichte ist absurd, sinnlos und der Größe Buddhas abträglich. Solch ein grausamer und hartherziger Mensch, der kein Mitleid mit seiner armen Frau hatte, der sie, als sie im Schlaf lag, verließ, ohne ein Wort des Tros- tes zu ihr zu sagen, und sich wie ein Dieb davonschlich. Der seine ehelichen Pflichten vollkommen ignorierte – sich weder von ihr scheiden ließ, noch sie um Erlaubnis bat, auf eine Reise ohne ein absehbares Ende zu gehen, der ihr durch sein plötzliches Verschwinden einen harten Schlag versetzte, der ihr Schmerzen bereitete und ihr noch nicht einmal einen Brief schickte, bis der Sohn zu einem Mann herangewachsen war, und der kein Mitleid mit dem Kind gezeigt hatte. Ein solcher Mensch, der keine Achtung ge- genüber den eigenen moralischen Lehren zeigte, die er selbst seinen Schülern einschärfen wollte, kann niemals eine rechtschaffene Person sein. Mein Gewissen weigert sich, dies zu akzeptieren, geradeso wie es sich weigert, der Geschichte im Evangelium zu glauben, wonach Jesus einst seiner Mutter gegenüber keine Achtung gezeigt habe, als sie kam und ihn rief, stattdessen aber Worte geäußert habe, die sie beleidigten.
Wenngleich beide Geschichten über das Verletzen der
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Gefühle von Frau und Mutter eine gewisse Ähnlichkeit miteinander haben, können wir dennoch solche Geschich- ten nicht für wahr halten, denn solche Handlungsweise ist selbst eines gewöhnlichen Menschen unwürdig, ge- schweige denn, dass man sie Jesus oder Gautama Buddha zuschreibt. Wenn Buddha seine Frau nicht liebte, hatte er auch kein Mitleid mit dieser armen Frau und ihrem Säug- ling? Dieses Verhalten ist dermaßen charakterlos, dass ich heute noch Schmerz empfinde, wenn ich diese Jahrhun- derte alte Geschichte höre (und mich frage), warum habe er dies getan. Es gibt kein Verständnis dafür, warum er all dies getan haben soll. Es genügt (als Zeichen) der Charak- terlosigkeit eines Menschen, dass er kein Mitleid mit seiner Frau hat, es sei denn, sie ist unmoralisch, ungehorsam oder aber sie wird ungläubig, dem Ehemann übelgesinnt und trachtet ihm nach dem Leben. Wir können daher Buddha solch ein schlechtes Verhalten nicht unterstellen, das ge- gen seine eigenen Prinzipien verstößt. Diese Umstände of- fenbaren also, dass diese Geschichte falsch ist. Tatsächlich bezieht sich „Rahulta“ auf Jesus, der u. a. auch „Ruhullah“ heißt. Das Wort „Ruhullah“ ist dem hebräischen „Rahulta“ sehr ähnlich. „Rahulta“, d. h. „Ruhullah“ ist aus dem ge- nannten Grunde als Schüler Buddhas bezeichnet worden. Denn Jesus, der zeitlich nach Buddha kam, brachte eine Lehre, die der Lehre Buddhas ähnlich war. Folglich haben die Buddhisten Buddha zur Quelle jener Lehre und Jesus zu seinem Schüler erklärt. Es wäre daher nicht verwunder- lich, wenn Buddha aufgrund einer Offenbarung von Gott
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Jesus zu seinem Sohn erklärt hätte.
Ein anderes Beweismittel dieser Art ist die Überlieferung in demselben Buch, wonach eine Anhängerin Buddhas namens Magdaliyana als Mittlerin diente, als „Rahulta“ von seiner Mutter getrennt wurde. Hier bleibt anzumer- ken, dass der Name Magdaliyana in Wirklichkeit eine ab- geänderte Form von Magdalena ist. Magdalena ihrerseits war eine Jüngerin Hadhrat JesuAS, die in den Evangelien erwähnt wird.
Alle diese Beweise, die ich hier kurz aufgeführt habe, führen jeden Gerechten zu der Schlussfolgerung, dass JesusAS zweifelsohne in dieses Land gekommen sein muss. Abgesehen von all diesen klaren Beweisen, kann es sich kein weiser Mensch leisten, die Ähnlichkeit, die insbeson- dere in Tibet zwischen den Lehren und Zeremonien des Buddhismus und des Christentums vorhanden ist, abzu- lehnen. Diese Ähnlichkeit ist so überraschend, dass die meisten christlichen Denker glauben, der Buddhismus sei das Christentum des Ostens und das Christentum der Buddhismus des Westens.83
JesusAS hatte ja gesagt: „Ich bin das Licht und der rechte Weg.“ Merkwürdigerweise wurden diese Worte auch vom BuddhaAS geäußert. In den Evangelien wird JesusAS der Er- löser genannt. Auch BuddhaAS bezeichnet sich als Erlöser (siehe Lalta Wasatra). In den Evangelien wird angeführt, dass JesusAS ohne Vater geboren wurde. In den Biografien Buddhas wird berichtet, dass auch er ohne Vater geboren
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83 Siehe Anhang 9.
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wurde. Nun, wie Hadhrat JesusAS gleichsam einen Vater hatte, nämlich Joseph, so hatte auch BuddhaAS einen Vater. Es wird auch berichtet, dass zur Zeit von Buddhas Geburt ein Stern erschien. Es gibt auch die Geschichte von Salo- mons Entscheidung, das Kind entzweizuschneiden und je eine dieser Hälften jeder der zwei Frauen zu geben. Die- se Geschichte findet sich auch in Buddhas Jataka.84 Dar- aus wird folgendes ersichtlich. Zum einen war Jesus as in dieses Land gereist. Zum anderen waren auch die Juden aus jenem Land, die in dieses Land eingewandert waren, Verbindungen mit dem Buddhismus eingegangen. Die Ge- schichte der Entstehung der Welt, wie sie in den buddhisti- schen Büchern geschildert wird, weist große Ähnlichkeiten auf mit der Darstellung derselben in der Thora. Wie aus der Thora hervorgeht, dass der Mann der Frau überlegen ist, so wird auch im Buddhismus ein Mönch als einer Non- ne überlegen angesehen.
BuddhaAS glaubt zwar an die Seelenwanderung, doch seine Lehre der „Seelenwanderung“ ist den Lehren der Evangelien durchaus nicht entgegengesetzt. Laut BuddhaAS gibt es drei Arten der Seelenwanderung:
Die Folgen der Bemühungen und Handlungen des Verstorbenen verlangen, dass ein anderer Körper geboren wird;
Die zweite Art der Seelenwanderung ist jene, die
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84 „Jataka“ des Buddha bedeutet nach buddhistischer Literatur: „Geschich ten und Erzählungen von Buddha, die er während der verschiedenen Stadien seiner spirituellen Geburt erzählte.“ (Anm. d. Ü.)
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sich laut den Tibetanern in ihren Lamas manifes- tiert, d. h. ein Teil des Geistes eines Buddhas oder Buddha Satwas wandert in den gegenwärtigen Lama; das bedeutet, dass seine Kraft, Natur und sei- ne spirituellen Eigenschaften in einen solchen Lama übergehen, und dass sein Geist den letzteren beein- flusst;
Die dritte Art der Seelenwanderung ist, dass der Mensch durch verschiedene Schöpfungszustände geht, bis er entsprechend seiner individuellen Fä- higkeiten tatsächlich zu einem Menschen wird. Der Mensch durchlebt eine Zeit, wenn er sozusagen dem Rindvieh gleicht. Dann wächst er an Gier und Übeltat und wird zu einem Hund. Sein erstes Wesen stirbt und das nächste Wesen gestaltet sich gemäß den Handlungsweisen des ersten. Doch alle diese Veränderungen finden in diesem Leben statt. Die- ser Glaube ist also den Lehren der Evangelien nicht entgegengesetzt.
Es war bereits davon die Rede, dass der BuddhaAS auch an die Existenz des Teufels glaubt. Ebenfalls glaubt er an Hölle und Himmel, an die Engel und an den Tag des Gerichts. Die Beschuldigung, BuddhaAS leugnete die Exis- tenz Gottes, ist reine Erfindung. Im Gegenteil, BuddhaAS glaubt nur nicht an Vedanta85 und an die körperlichen Göt- ter der Hindus. Er kritisiert die Veden heftig und hält die
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85 Vedanta bedeutet Philosophie der Vedas oder Philosophie bzw. Bild Gottes in den Veden. (Anm. d. Ü.)
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seinerzeitigen Veden für nicht richtig. Er hält sie für ein entstelltes, verfälschtes und manipuliertes Buch. Er sagt, die Zeit, in der er ein Hindu und ein Anhänger der Veden war, sei die Zeit einer üblen Geburt gewesen. Zum Beispiel spielt er darauf an, dass er für eine zeitlang ein Affe war und eine zeitlang ein Elefant. Dann war er ein Hirsch und ein Hund. Viermal eine Schlange und dann ein Spatz, dann ein Frosch, zweimal ein Fisch, zehnmal ein Tiger, viermal ein Huhn, zweimal ein Schwein und einmal ein Hase. In der Zeit seiner Existenz als Hase pflegte er die Affen, Scha- kale und Wasserhunde zu belehren. Dann wieder sagt er, dass er ein Geist gewesen war, zu einer anderen Zeit eine Frau und einmal ein tanzender Teufel.
Mit allen diesen Hinweisen weist er auf jenen Abschnitt seines Lebens hin, der bestimmt war von Feigheit, weibli- cher Verhaltensweise, Unreinheit, Grausamkeit, Barbarei, Verschwendung, Gier und Zweifel. Es hat den Anschein, dass er auf diese Weise auf jene Zeit aufmerksam macht, als er ein Anhänger der Veden war, denn, nachdem er die Veden aufgegeben hatte, machte er keinen Hinweis mehr darauf, an ihm würden Spuren eines üblen Lebens haften. Im Gegenteil erhebt er hiernach sogar sehr große Ansprüche. Er sagt, er sei eine Manifestation Gottes und habe das Nirwana86 erlangt. BuddhaAS führt auch aus, dass der Mensch, der aus dieser Welt scheidet und höllische Handlungsweisen mit sich nimmt, in die Hölle geworfen wird. Die Schildwächter der Hölle zerren ihn in Richtung
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86 Wörtlich: Erlösung; Paradiesischer Zustand. (Anm. d. Ü.)
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des Königs der Hölle, der Yamah genannt wird. Der Ver- urteilte wird dann gefragt, ob er nicht die fünf Botschafter gesehen hätte, die gesandt worden waren, um ihn zu war- nen: Kindheit, hohes Alter, Krankheit, Strafe für eine Untat im irdischen Leben, was ein Beweis für die Bestrafung des Jenseits ist und tote Körper, die auf die Vergänglichkeit des Universums hinweisen. Der Verurteilte erwidert, dass er ein dummer Narr gewesen sei und über keines dieser Din- ge nachgedacht habe. Die Wächter werden ihn dann zum Platz der Bestrafung zerren und ihm Eisenketten anlegen, die wie Feuer glühen werden. Zudem lehrt BuddhaAS, dass die Hölle verschiedene Stufen hat, in welche Sünder der verschiedenen Kategorien geworfen werden. Kurz gesagt, all diese Lehren verkünden laut, dass die buddhistische Religion bis zu einem gewissen Grand von Hadhrat Jesu- sAS beeinflusst war. Ich möchte jedoch an dieser Stelle diese Ausführungen nicht in die Länge ziehen und diesen Ab- schnitt beenden. Denn die Prophezeiung über die Ankunft Hadhrat Jesu ist so deutlich in den buddhistischen Schrif- ten enthalten, dass niemand sie leugnen kann. Überdies sehen wir, dass die zur Zeit Hadhrat Jesu verfassten bud- dhistischen Bücher moralische Lehren und Gleichnisse der Evangelien enthalten. Beide Tatsachen zusammengenom- men lassen keinen Zweifel daran, dass JesusAS in dieses Land gekommen ist. Somit haben wir jenes Zeugnis, das wir in den buddhistischen Schriften gesucht haben, im vol- len Umfang gefunden. Dank sei dem allmächtigen Gott.
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Über Beweise aus Büchern der Geschichte, die zeigen, dass Hadhrat JesuAS Ankunft in den Punjab und die benachbarten Gebiete unumgänglich war.
Die Frage drängt sich natürlich auf, weshalb Hadhrat JesusAS, nachdem er dem Kreuzestod entronnen war, in dieses Land kam. Was veranlasste ihn, solch eine lange Reise zu unternehmen? Es erscheint notwendig, diese Frage detailliert zu beantworten. Ich habe darüber bereits einiges gesagt, aber ich halte es dennoch für wichtig, die Diskussion vollständig niederzuschreiben.
Man sollte daher zuerst zur Kenntnis nehmen, dass es für Hadhrat JesusAS aufgrund seines Auftrages als gött- licher Gesandter dringend notwendig war, in Richtung des Punjab und dessen Umgebung zu reisen. Denn die zehn Stämme Israels, die in den Evangelien die verlore- nen Schafe Israels genannt werden, waren in dieses Land ausgewandert, eine Tatsache, die von keinem Historiker verneint wird. Es war deswegen notwendig für Hadhrat JesusAS, in dieses Land zu reisen, und nachdem er die ver- lorenen Schafe gefunden hatte, ihnen seine göttliche Bot- schaft zu verkünden.
Hätte er das nicht getan, wäre das Ziel seiner Gesandtschaft erfolglos und unerfüllt geblieben. Denn er war von Gott zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel geschickt worden. Wäre er aus der Welt geschieden, ohne
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diese verlorenen Schafe gesucht, ausfindig gemacht, und sie den Weg zur Erlösung gelehrt zu haben, wäre er einem Manne gleich gewesen, der von seinem König beauftragt wird, zu einem Wüstenstamm zu gehen und für sie einen Brunnen zu graben und sie mit Wasser zu versorgen; die- ser indes verbringt drei oder vier Jahre an irgendeinem anderen Ort und kehrt zurück, ohne einen Schritt für die Suche jenes Stammes unternommen zu haben. Hat solch ein Mann den Befehl des Königs ausgeführt? Keineswegs! Bloß aus Bequemlichkeit kümmerte er sich nicht um jenen Stamm.
Ist die Frage aber, wie und woher wir wissen, dass die zehn Stämme Israels in dieses Land kamen, dann lautet die Antwort, dass es klare Beweise dafür gibt, die nicht einmal von einem Menschen mit einem einfachen Verstand angezweifelt werden können. Es ist nämlich allenthalben bekannt, dass Völker wie die Afghanen und die ursprüng- lichen Einwohner von Kaschmir in Wirklichkeit israeliti- scher Abstammung sind. Zum Beispiel hat das Volk der Gebirgsregion von Alai, die zwei oder drei Tagesreisen vom Distrikt Hazara entfernt ist, seit undenklichen Zeiten sich selbst als Bani Israel bezeichnet. Auch die Einwohner von Kala Dakah, einem anderen Berg in dieser Region, sind stolz darauf, israelitischen Ursprungs zu sein. Dann gibt es einen Stamm im Hazara-Distrikt selbst, der sei- nen Ursprung auf Israel zurückführt. Auf ähnliche Weise bezeichnen sich die Volksstämme in der bergigen Region zwischen Chillas und Kabul als Israeliten. Hinsichtlich
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der Einwohner von Kaschmir scheint die Ansicht, die Dr. Bernier unter Bezugnahme auf einige englische Forscher im zweiten Teil seines Buches „Travels in the Mogul Em- pire“ aufgezeichnet hat, richtig zu sein: Dass nämlich die Kaschmiris Abkömmlinge Israels sind. Ihre Kleidung, ihre Gesichtszüge und einige ihrer Sitten lassen eindeutig da- rauf schließen, dass sie israelitischen Ursprungs sind.87 Ein Engländer namens George Forster führt in seinem Buch aus, dass er während seines Aufenthaltes in Kasch- mir dachte, inmitten eines jüdischen Stammes zu sein.88 In dem Buch „Races of Afghanistan“ von H. W. Bellews C. S.
I. (Thacker Sprink und Co., Kalkutta) wird erwähnt, dass die Afghanen aus Syrien kamen. Nebukadnezar nahm sie gefangen und siedelte sie in Persien und Medien an. Von hier wanderten sie zu einem späteren Zeitpunkt gen Osten und siedelten sich in den Hügeln von Ghor an, wo sie als die Kinder Israels bekannt waren.
Das wird unterstützt durch eine Prophezeiung des Propheten Idris89, der vorausgesagt hatte, dass die zehn Stämme Israels, die gefangengenommen worden waren, der Knechtschaft entkommen und in dem Land „Arsarah“ Zuflucht finden würden. Dies scheint der Name der Region zu sein, die als Hazara bekannt ist und in Ghor liegt.
In dem Buch Tabaqat-i-Nasri, das über die Eroberung Afghanistans durch Dschingis Khan berichtet, wird
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87 Siehe Anhang 10.
88 Siehe Anhang 11.
89 Bibl. Enoch. (Anm. d. Ü.)
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ausgeführt, dort habe zur Zeit der Shabnisi-Dynastie ein Volk gelebt, das als Bani Israel bekannt gewesen sei. Ei- nige von ihnen waren große Händler. Im Jahre 622 A. D., um die Zeit, als unser Heiliger Prophet MuhammadSAW seine Berufung verkündete, hatte sich dieses Volk in dem Territorium östlich von Herat angesiedelt. Ein Führer der Quraisch, Khalid bin Walid, überbrachte ihnen die gute Nachricht von der Ankunft des Propheten mit der Absicht, sie unter die Fahne des Gesandten GottesSAW zu vereinen. Fünf oder sechs Führer wurden gewählt und begleiteten ihn. Das Oberhaupt unter ihnen war Qais, auch bekannt als Kisch. Nachdem sie den Islam angenommen hatten, kämpften sie tapfer für die Sache des Islam und machten viele Eroberungen. Bei ihrer Rückkehr überreichte ihnen der Heilige ProphetSAW viele Geschenke, segnete sie und prophezeite, dass dieses Volk zu großer Herrschaft gelan- gen würde. Der Heilige ProphetSAW sagte, dass die Führer dieses Stammes immer als Malik bekannt sein würden. Den Qais benannte er Abdul Rashid und ehrte ihn mit dem Titel „Pahtan“. Afghanische Autoren erklären, dass dieses ein syrisches Wort ist, das „Ruder“ bedeutet. Da der neue Muslim Qais sein Volk führte, war er wie ein Schiffsruder, daher wurde ihm der Titel „Pahtan“ gegeben.
Es ist nicht möglich festzustellen, wann die Afghanen
von Ghor weiter vorstießen, um sich schließlich in der Re- gion von Kandahar niederzulassen, die heutzutage ihre Heimat ist. Wahrscheinlich geschah dies im ersten Jahrhun- dert des islamischen Kalenders. Die Afghanen behaupten,
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dass Qais die Tochter von Khalid bin Walid heiratete, die ihm drei Söhne gebar, deren Namen Saraban, Patan und Gurgasht lauteten. Saraban hatte zwei Söhne, die Sacharj Yun und Karsh Yun. Ihre Nachkommen werden Afghanen,
d. h. die Bani Israel, genannt. Die Einwohner Kleinasiens und die Islamhistoriker des Westens nennen die Afghanen
„Sulaimanis“90. Und in der „Encyclopedia of India, Eastern and Southern Asia“, von E. Balfour, Band III, ist zu lesen91, dass das jüdische Volk in den zentralen, südlichen und öst- lichen Teilen Asiens verbreitet ist. In früheren Zeiten hat- ten sich diese Völker in großer Zahl in China angesiedelt. Sie hatten einen Tempel in Yih Chu, der Hauptstadt des Distrikts Shu. Dr. Wolf, der lange Zeit auf der Suche nach den zehn verlorenen Stämmen Israels umherwanderte, ist der Meinung, wenn die Afghanen die Kinder Jakobs sind, sie den Stämmen Jehuda und Bejamin angehören. Einem weiteren Bericht zufolge wurden die Juden nach Tatarien ins Exil geschickt. Sie waren in großer Anzahl in der Um- gebung von Bukhara, Merv und Khiva anzutreffen.
Priester John, der Kaiser von Tatarien, der in einem Brief an Alexios Komnenos, Kaiser von Konstantinopel, über seine Herrschaftsgebiete schrieb, sagt, dass jenseits dieses Flusses (Amu) die zehn Stämme Israels lebten. Zwar bean- spruchten sie, von ihrem eigenen König regiert zu werden, in Wirklichkeit aber seien sie seine Untertanen und Vasal- len.
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90 Siehe Anhang 12.
91 In Wirklichkeit handelt es sich um Band I, dritte Auflage. (Anm. d. H.)
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Dr. Moores Untersuchungen zeigen, dass der tartarische Stamm namens Chosan jüdischen Ursprungs ist. Unter ihnen sind bis heute Spuren des alten jüdischen Glaubens zu finden. So pflegen sie zum Beispiel den Brauch der Beschneidung.
Bei den Afghanen gibt es eine Überlieferung, dass sie die zehn verlorenen Stämme vom Hause Israel seien. Der König Nebukadnezar habe sie nach der Zerstörung von Je- rusalem gefangengenommen und im Land Ghor nahe Ba- miyan angesiedelt. Bevor Khalid bin Walid zu ihnen kam, hatten sie ununterbrochen am jüdischen Glauben festge- halten.
Die Afghanen sehen den Juden sehr ähnlich. Beiden ist der Brauch gemein, dass der jüngere Bruder die Witwe des älteren Bruders heiratet. Ein französischer Reisender na- mens Ferrier, der durch Herat kam, berichtet, dass es in diesem Gebiet viele Israeliten gibt, die vollkommene Frei- heit in der Befolgung der Gebräuche ihres jüdischen Glau- bens genießen.92
Der Rabbiner Benjamin von Toledo (Spanien) machte sich im zwölften Jahrhundert n. Chr. auf die Suche nach den verlorenen Stämmen. Er erklärte, dass diese Juden in China, Iran und Tibet angesiedelt seien.
Josephus, der im Jahre 93 n. Chr. die alte Geschichte der Juden verfasste, schreibt in seinem elften Buch im Verlauf seines Berichts über die Juden, die mit dem Propheten EsraAS aus der Gefangenschaft entlassen wurden, dass die
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92 Siehe Anhang 13 bis Anhang 15.
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zehn Stämme jenseits des Euphrats sogar bis zu seiner Zeit angesiedelt hätten und dass ihre Anzahl nicht gezählt wer- den könne.93 Mit „jenseits des Euphrats“ sind Persien und die östlichen Gebiete gemeint.
Der Heilige Hieronymus, der im fünften Jahrhundert n. Chr. lebte, führt bezüglich des Propheten HoseaAS in einer Randbemerkung aus, seit jenen Tagen hätten die zehn Stämme (der Israeliten) unter dem Herrschaftsbereich des Königs Parthiens gelebt und seien bislang nicht aus der Gefangenschaft befreit worden. Im ersten Band desselben Buches ist zu lesen, dass der Graf Juan Steram auf Seite 233 bis 234 seines Buches die Behauptung der Afghanen aufge- zeichnet hat, Nebukadnezar habe sie nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem zur Auswanderung in das Terri- torium von Bamiyan (das liegt benachbart zu Ghor und in Afghanistan) gezwungen.
Und in dem Buch „A Narrative of a Visit to Ghuzni, Kabul and Afghanistan“ von G. T. Vigne, F G. S. 1840, wird auf Seite 166 berichtet, dass ein gewisser Mullah Khuda Dad aus dem Buch „Majma-ul-Ansab“ vorlas, dass der älteste Sohn Jakobs Jehuda war, dessen Sohn Usrak war. Usraks Sohn war Aknur. Aknurs Sohn war Maalib, Maalibs Farlai, Farlais Qais, Qais’ Talut, Taluts Armea – und Armeas Sohn war Afghan – vom Letzteren stammt das afghanische Volk ab und nach ihm wird es benannt. Afghan war ein Zeitge- nosse Nebukadnezars und ein Nachkomme Israels. Er hat- te vierzig Söhne. Nach zweitausend Jahren, in der vierund-
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93 Siehe Anhang 16.
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dreißigsten Generation wurde jener Qais geboren, der zur Zeit MuhammadsSAW lebte. Seine Nachkommen vermehr- ten sich in vierundsechzig Generationen94 Afghans ältester Sohn, der Salm hieß, emigrierte aus seiner Heimat Syrien und siedelte sich in Ghor Mashkoh nahe Herat an. Seine Nachkommen verbreiteten sich in ganz Afghanistan.95
Und in der „Encyclopedia of Geography“ von James Bryce, F G. S., London 1856, ist auf Seite 11 zu lesen, dass die Afghanen ihre Abstammung auf Saul, den israeliti- schen König, zurückführen, und sich selbst die Nachkom- men Israels nennen. Alexander Burns sagt, dass die Afgha- nen behaupten, sie seien jüdischen Ursprungs. Der König von Babylonien nahm sie gefangen und siedelte sie im Gebiet um Ghor an, was nordwestlich von Kabul gelegen ist. Bis zum Jahre 622 n. Chr. befolgten sie ihren eigenen jüdischen Glauben. Khalid bin Abdullah (fälschlicherwei- se wurde statt Walid Abdullah geschrieben) heiratete die Tochter des Oberhauptes dieses Stammes und überzeugte sie alle in jenem Jahr, den Islam anzunehmen.96
In dem Buch „History of Afghanistan“ von Col. G. B. Malleson, erschienen in London (1878), wird auf Seite 39 angeführt, dass Abdullah Khan von Herat, der französi- sche Reisende Ferrier und Sir William Jones (der ein großer Orientalist war) darin übereinstimmen, dass die Afghanen von den Bani Israel abstammen und die Nachkommen der
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94 Tatsächlich sind es 66 Generationen. (Anm. d. Ü.).
95 Siehe Anhang 17.
96 Siehe Anhang 18.
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zehn verlorenen Stämme sind.97
Das Buch „History of the Afghans“ von G. P. Ferrier98 (fran- zösisch), übersetzt von Cap. W. M. Jasse und erschienen in London (1858), berichtet auf Seite eins, dass die Mehrheit der orientalischen Historiker der Meinung sind, die Afgha- nen seien Nachkommen der zehn Stämme Israels. Auch die Afghanen würden diese Ansicht vertreten. Derselbe His- toriker schreibt auf Seite 4 seines Buches, dass dies durch folgendes Zeugnis belegt ist: Sie sagen, als Nadir Shah in Peschawar eintraf, um Indien zu erobern, schenkten ihm die Oberhäupter des Yusuf-Zai-Stammes eine Bibel in hebräischer Sprache. Sie gaben ihm auch andere sakrale Gegenstände, die von ihren Familien zum Vollzug der re- ligiösen Zeremonien ihres alten Glaubens aufbewahrt wor- den waren. In jenem Lager gab es auch Juden, denen die- se Gegenstände gezeigt wurden. Sie konnten diese sofort erkennen. Derselbe Historiker vertritt auf Seite vier seines Buches die Meinung, dass die Ansicht von Abdullah Khan von Herat vertrauenswürdig sei. Zusammengefasst lautet diese Ansicht folgendermaßen: Malek Thalut (Saul) hatte zwei Söhne – Afghan und Djalut. Afghan war der Patri- arch dieser Stämme. Nach der Herrschaft von David und Salomon gab es einen Kampf unter den Stämmen Israels mit dem Ergebnis, dass jeder Stamm von den übrigen ge- trennt wurde. Dieser Zustand dauerte bis zur Zeit Nebu- kadnezars an. Nebukadnezar führte eine Invasion durch
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97 Siehe Anhang 19.
98 „G“ ist tatsächlich „J“. Der volle Name lautet Joseph Pierre Ferrier.
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und tötete siebzigtausend Juden. Er plünderte die Haupt- stadt und nahm die verbliebenen Juden als Gefangene mit sich nach Babylonien. Nach dieser Katastrophe flohen die Kinder Afghans voller Furcht von Judäa nach Arabien, wo sie für eine lange Zeit lebten. Da Wasser und Land aber rar waren und Mensch und Tier hart zu kämpfen hatten, entschieden sie, nach Indien auszuwandern. Ein Teil des Abdali-Stammes blieb in Arabien und während des Khali- fats von Hadhrat Abu BakrRA knüpfte einer ihrer Anführer durch Heirat ein Band zwischen ihnen und Khalid bin Wa- lid. … Als Iran an Arabien fiel, wanderten diese Leute aus Arabien aus, und siedelten sich in den iranischen Provin- zen Fars (Persien) und Kirman an. Sie blieben dort bis zur Invasion Dschingis Khans. Die Abdalis ertrugen Dschingis Khans Verfolgungen nicht und kamen über Makran, Sindh und Multan nach Indien. Aber dort fanden sie auch keinen Frieden. Schließlich gingen sie nach Koh Sulaiman und ließen sich dort nieder. Auch die übrigen Mitglieder des Stammes Abdali kamen dort zusammen. Sie bestanden aus vierundzwanzig Stämmen – den Nachkommen Afghans, der drei Söhne hatte, nämlich Saraband (Saraban), Arkash (Argoutch), Karlen (Batan). Jeder von ihnen hatte acht Söh- ne, die sich in vierundzwanzig Stämme vermehrten, wobei jeder Stamm nach dem Namen eines jeden Sohnes benannt wurde. Ihre Namen und die Namen ihrer Stämme werden untenstehend angeführt:
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Söhne des Saraband: | Name des Stammes: |
Abdal | Abdālī |
Yusuf | Yūsuf zaʾī |
Babur | Bābūrī |
Wezir | Wazīrī |
Lohuan | Lauhānī |
Beritch | Barchī |
Khuguian | Ḫugiyānī |
Chiran | Šarānī |
Söhne des Gargascht (Arkash): | Name des Stammes: |
Khildsch | Ḫilǧī |
Kaukar | Kākarī |
Djuamourian | Ǧamūrīnī |
Storian | Satūryānī |
Pen | Pīnī |
Kass | Kasī |
Takan | Takānī |
Nassar | Naṣrī |
Söhne des Kerlen: | Name des Stammes: |
Khattak | Ḫatakī |
Sur | Ṣūrī |
Afrid | Āfrīdī |
Tur | Ṯūrī |
Zaz | Zazi |
Bab | Bābī |
Benguech | Banganešī |
Lendeh-pur | Landīpūrī 97 |
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Hier enden seine Ausführungen!
Das Buch Maḫzan-i afġānī100 von Khawaja Nimatullah, geschrieben 1018 nach der Hidschra, in der Zeit des Kö- nigs Jahangir, dessen Übersetzung von Professor Bernhard Doran (Charkow-Universität) 1836 in London veröffent- licht wurde, enthält in den Kapiteln, die unten erwähnt werden, folgende Themen.
In Kapitel I wird die Geschichte von Jakob Israel ange- führt, mit dem die Genealogie dieses Volkes (der Afghanen) beginnt. Kapitel II enthält die Geschichte des Königs Talut,
d. h. die Genealogie der Afghanen wird auf Talut zurück- geführt.
Auf Seite 22 und 23 wird erklärt: Talut hatte zwei Söhne – Berkhia und Ermiah. Berkhias Sohn war Asif und Ermiahs Sohn Afghan. Auf Seite 24 heißt es, dass Afghan vierundzwanzig Söhne101 hatte. Keiner im Stamm hatte so viele Nachkommen wie Afghan. Auf Seite 65102 wird aus- geführt, dass Nebukadnezar das gesamte Syrien besetzte, die israelitischen Stämme verbannte und in der bergigen Landschaft von Ghor, Ghaznin, Kabul, Kandahar und Koh Firoz ansiedeln ließ, wo insbesondere die Nachkommen von Asaf und Afghan ihren Wohnsitz nahmen.
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99 Siehe Anhang 20.
100 Dieses Buch ist eine Zusammenfassung bekannter und anerkannter Bü cher der Geschichte, wie z. B. Tarikh Tibri, Madschma-ul-Insab, Gasida-e- Dschalankaschai, Matla‘-ul-Anwâr, Ma‘dane Akbar (Siehe Seite 3, Einlei tung d. Autors).
101 Siehe Anhang 21. An dieser Stelle ist von 40 Söhnen die Rede.
102 Druckfehler; tatsächlich Seite 25, siehe Anhang 21.
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In Kapitel III wird berichtet, einige Stämme aus den Nachkommen von Asaf und Afghan hätten sich nach der Vertreibung der Kinder Israels aus Syrien durch Nebukad- nezar in Arabien niedergelassen. Die Araber pflegten sie als Kinder Israels und Kinder Afghans zu bezeichnen.
Auf Seite siebenunddreißig und achtunddreißig dieses Buches wird unter Berufung auf den Autor des Majma-ul- Ansab und Mestoufi, Autor des Tarikh Gozida, ausgeführt, dass zu Lebzeiten des Heiligen ProphetenSAW Khalid bin Walid die Afghanen, die nach der Regierungszeit des Nebukadnezars ihren Wohnsitz im Gebiet von Ghor genommen hatten, dazu einlud, den Islam anzunehmen. Die afghanischen Führer unter der Leitung von Qais, der ein Nachkomme von Talut in der siebenunddreißigsten Generation war, kamen daraufhin zu dem Heiligen Pro- phetenSAW. Der Heilige Prophet MuhammadSAW gab Qais den Namen Abdur Rasheed. (Hier wird die Genealogie von Abdul Rashid Qais bis auf Talut-Saul zurückgeführt). Der Heilige ProphetSAW verlieh den Führern den Titel Pathan, was „Schiffsruder“ bedeutet. Nach einiger Zeit kehrten diese Führer in ihre Gebiete zurück und begannen damit, den Islam zu predigen.
Und in demselben Buch Maḫzan-i afġānī wird auf Sei- te 63 berichtet, dass Farid-ud-Din Ahmad hinsichtlich des Titels Banī afġāniyya oder Banī afġān in seinem Buch Risāla Anṣāb-i afghāniyya Folgendes schreibt: Nachdem Nebukad- nezar, der Magier, die israelitischen und die syrischen Ge- biete erobert und Jerusalem geplündert hatte, machte er die
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Israeliten zu Gefangenen und verschleppte sie als Sklaven. Er nahm etliche ihrer Stämme, die dem mosaischen Gesetz folgten, mit sich und befahl ihnen, den Glauben ihrer Vorfahren aufzugeben und ihn anstelle Gottes anzubeten, was sie verweigerten. Folglich ließ Nebukadnezar zweitau- send der Intelligentesten und Weisesten unter ihnen töten und befahl dem Rest, dass sie sich aus seinem Königreich und aus dem syrischen Gebiet zurückziehen sollten. Einige von ihnen verließen unter einem Führer Nebukadnezars Reich und wanderten bis zu den Ghor-Hügeln. Ihre Nach- kommen siedelten sich an diesem Ort an und vermehrten sich, und die Menschen begannen, sie Bani Israel, Bani Asaf und Bani Afghan zu nennen. Auf Seite 64 führt der o.
g. Autor an, dass allgemein anerkannte Bücher wie Tārīḫ-i afġānī, Tārīḫ-i ġaurī etc., die behaupten, dass der Großteil der Afghanis von den Bani Israel abstammt; einige von ih- nen sind koptischen Ursprungs. Darüber hinaus berichtet Abdul Fazl, dass einige Afghanen sich selbst für ägypti- schen Ursprungs halten. Sie begründen dies damit, dass, als Bani Israel von Jerusalem nach Ägypten zurückkehr- ten, dieser Stamm (d. h. die Afghanen) nach Indien aus- wanderte. Auf Seite 64 schreibt Farid-ud-Din Ahmad über die Bezeichnung „Afghan“: Hinsichtlich der Bezeichnung Afghan haben einige überliefert, dass sie nach der Vertrei- bung (aus Syrien) in Erinnerung an ihre Heimat immer zu
„wehklagen und weinen“ (aho faghan103) pflegten. Deshalb
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103 Das heißt, dass „Afghan“ aus zwei persischen Wörtern zusammengesetzt ist, nämlich „ah“ und „fughan“.
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wurden sie „Afghan“ genannt. Sir John Malcolm ist dersel- ben Ansicht (siehe „History of Persia“, Band 1, Seite 101.):
„Da sie die Anhänger und Verwandten von Salomon AS sind, werden sie somit von den Arabern als Sulaimani bezeichnet.“
Auf Seite 65 heißt es, das afghanische Volk halte sich nach den Untersuchungen nahezu aller Orientalisten jüdi- schen Ursprungs. Einige zeitgenössische Wissenschaftler haben diese Ansicht übernommen oder lehnen diese zu- mindest nicht als falsch ab. Die Gepflogenheit unter den Afghanen, sich jüdische Namen zu geben, geht zweifelsoh- ne auf ihre Annahme des Islam zurück. (Diese Ansicht des Übersetzers Bernhard Doran lässt sich jedoch durch nichts belegen. Im Nordwesten Punjabs gibt es sehr viele Völker hinduistischen Ursprungs, die zum Islam übergetreten sind, dennoch haben sie nicht angefangen, sich jüdische Namen zu geben. Dies zeigt deutlich, der Übertritt eines Volkes zum Islam führt nicht dazu, dass dieses Volk jüdi- sche Namen annimmt. Der Verfasser.) In ihren Gesichts- zügen zeigen die Afghanen eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Juden, eine Tatsache, die sogar von jenen Gelehr- ten eingestanden wird, die nicht die Ansicht teilen, dass die Afghanen jüdischen Ursprungs sind. Und dies mag der einzige wahrhaftige Beweis ihrer jüdischen Herkunft sein. In diesem Zusammenhang lauten Sir John Malcolms Worte folgendermaßen:
„Obwohl ihr Anrecht auf diese stolze Abstammung (von den Israeliten – der Verfasser) sehr zweifelhaft ist, wird durch ihre persönliche Erscheinung und viele ihrer Ge-
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bräuche offensichtlich, dass sie eine von den Persern, Tataren und Indern verschiedene Rasse sind, und dies al- lein scheint der Aussage einige Glaubwürdigkeit zu ver- leihen, gegen die ja viele starke Fakten sprechen und für die bislang kein deutlicher Beweis vorgelegt wurde. Falls die Ähnlichkeit der Gesichtszüge eines Volkes mit einem anderen Volk eine Schlussfolgerung zulässt, dann jene, dass die Kaschmiris mit ihren jüdischen Gesichtszügen auch jüdischer Abstammung sind. Dies wird nicht nur von Bernier, sondern auch von Forster und vielleicht auch einigen anderen Gelehrten erwähnt.“
Obgleich Forster Berniers Meinung nicht teilt, gesteht er doch, dass er während seines Aufenthalts bei den Kaschmiris dachte, er sei inmitten eines jüdischen Volkes.104 Hinsichtlich des Wortes „Kaschmiri“ finden sich auf Seite 250 von „Dictionary of Geography“, herausgegeben
von A. K. Johnston, die folgenden Worte:
Auf Seite 250 unter der Überschrift „Cashmere“: „Die Eingeborenen haben einen hochgewachsenen kräftigen Körperbau mit männlichen Gesichtszügen – die Frauen wohlgeformt und hübsch – hochgewachsen mit Adlernase und Gesichtszügen, die den jüdischen sehr ähneln.“105
In der „Civil and Military Gazette“ (23. November 1898, Seite 4) ist unter der Überschrift „Sawati und Afridi“ Folgendes veröffentlicht:
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104 Siehe Anhang 21.
105 Siehe Anhang 22.
Jesus in Indien
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„Wir haben eine äußerst wertvolle und interessante Ar- beit erhalten, die bei dem letzten Treffen der Anthropologi- schen Abteilung der British Association vorgelegt wurde und die vor dem Anthropologischen Institut bei einem ih- rer Wintertreffen vorgetragen werden soll. Im Folgenden drucken wir diese Arbeit ab.
«Schon die älteste Geschichtsschreibung hat sich mit den Pathanen bzw. Paktanen, den Einwohnern an der westli- chen Grenze Indiens, befasst. Viele ihrer Stämme wurden von Herodot und den Historikern Alexander des Großen erwähnt. Im Mittelalter wurde die raue und unkultivier- te Wildnis dieser Berge, die sie bewohnten, Ruh genannt. Die Einwohner wurden als „Rahila“ bezeichnet. Es steht außer Zweifel, dass dieser Rahila bzw. Pathanen schon lange vor der Ankunft afghanischer Stämme in dieser Ge- gend sesshaft waren. Heutzutage werden die Afghanen zu den Pathanen gezählt, da sie die Pathanensprache, näm- lich Paschtu, sprechen. Doch sie selbst erkennen keinerlei Verwandtschaftsbeziehung mit ihnen an. Sie behaupten, dass sie Israeliten, d. h. die Nachkommen jener Stämme seien, die von Nebukadnezar nach Babylonien verschleppt wurden. Ihnen allen ist jedoch die Sprache Paschtu ge- meinsam. Darüber hinaus folgen sie alle einem Gesetzes- kodex, bekannt als Paktanwali. Viele Vorschriften dieses Kodex haben eine verblüffende Übereinstimmung mit den Anordnungen des alten mosaischen Gesetzes. Einige wei- sen Ähnlichkeiten mit alten Sitten und Gebräuchen der Radschput-Völker auf.
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Israelitische Spuren
Hält man sich die israelitischen Einflüsse vor Augen, so wird deutlich, dass die Pathanen-Stämme sich in zwei große Gruppen unterteilen lassen. … Das heißt, erstens, jene Stämme, die hinduistischen Ursprungs sind, wie z.
B. Waziri, Afridi, Orakzai usw. Zweitens, jene Afghanen, die beanspruchen, semitisch zu sein. An den Grenzge- bieten bilden sie die Mehrheit. Es ist zumindest möglich, dass Paktanwali, der ungeschriebene Kodex bürgerlicher Pflichten, auf beide (Einflüsse) aufbaut. Denn wir sehen, dass darin mosaische Gesetze mit Radschput-Tradition vermengt sind, die ihrerseits von islamischen Gebräuchen modifiziert wurden. Jene Afghanen, die sich als Durani bezeichnen und diese Benennung seit der Errichtung der Durani-Herrschaft106, d. h. seit über 150 Jahren pflegen, behaupten, in Wirklichkeit die Nachkommen israelitischer Stämme zu sein. Weiterhin sei ihre Linie den Kisch (Qais) entsprungen, dem Muhammad (Friede und Segnungen Allahs seien auf ihm, der Autor) den Beinamen Pahtan gab, was auf Syrisch soviel wie 'Schiffsruder' bedeutet. Er sollte nämlich seine Leute auf den Wellen des Islam (gleich einem Schiff) führen. Leugnen wir eine alte Verwandt- schaftsbeziehung zwischen den afghanischen und israeli- schen Völkern, dann ist es schwierig, eine plausible Erklä- rung dafür zu finden, weshalb israelitische Namen unter den Afghanen zu finden sind. Ebenso wird es schwierig, einige Sitten, beispielsweise die Einhaltung des Passahfes- tes unter den Afghanen zu begründen. Selbst wenn der af-
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106 Siehe Anhang 22.
Jesus in Indien
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ghanische Stamm Yusuf-Zai das Passahfest in Unkenntnis seiner wahren Bedeutung feiern sollte, ist zumindest ihre Nachahmung der Passahfest-Traditionen sehr erstaunlich und überaus präzise. Spricht man den Afghanen ihren is- raelitischen Ursprung ab, so lässt sich zudem die Beharr- lichkeit gelehrter Afghanen nicht erklären, mit der sie die- se Überlieferung hinsichtlich ihrer Herkunft weitergeben und aufrechterhalten. Dieser Umstand deutet daraufhin, dass jene Überlieferung eine Wahrheitsgrundlage haben muss. Bellew räumt ein, dass eine Verwandtschaft der Af- ghanen mit den Israeliten durchaus möglich ist. Er fügt aber hinzu, dass wenigstens einer der drei großen afgha- nischen Stämme, die sich als Nachkommen Qais' erklären, Sarabor heißt. Das ist nun die Paschtu-Übersetzung jenes Namens, den die Suradsch-Banz-Radschput im Altertum trugen. Es ist bekannt, dass sie sich nach der Niederlage gegen die Chandrabanzi im Krieg des Mahabharat in Af- ghanistan ansiedelten. Es ist nahe liegend, dass die Afgha- nen möglicherweise Israeliten sind, die sich mit dem alten Radschput-Volk vermischt haben. In meinen Augen war dies schon immer die wahrscheinlichste Lösung der Frage nach der Herkunft und dem Ursprung der Afghanen. Wie dem auch sei, die heutigen Afghanen zählen sich aufgrund ihrer Tradition und Überlegungen zu einem auserwählten Volk, nämlich den Nachkommen Abrahams. …“
Zusammen betrachtet können diese Zitate, die den Büchern renommierter Autoren entnommen sind, jeden Wahrheitsliebenden davon überzeugen, dass die Afghanen und Kaschmiri, die an Indiens Grenzgebieten und
Kapitel 3 – Beweise aus Büchern der Geschichte
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Umgebung leben, tatsächlich israelitischen Ursprunges sind.
Im zweiten Teil dieses Buches werde ich, so Gott will, ausführlich darlegen, dass der Zweck der langen Reise Hadhrat JesuAS nach Indien letztlich darin bestand, seine Aufgabe zu erfüllen: Die Aufgabe, zu allen israelitischen Stämmen zu predigen, wie er selbst in den Evangelien andeutet. Es ist somit keineswegs verwunderlich, dass er bis nach Indien und Kaschmir reiste. Vielmehr wäre es erstaunlich, wenn er sich im Himmel aufhielte, ohne seine Mission erfüllt zu haben. Hiermit beende ich diesen Teil.
Friede sei mit dem, der der Rechtleitung folgt! Der Verfasser
MIRZA GHULAM AHMAD, DER VERHEIßENE MESSIAS
aus Qadian,
Distrikt Gurdaspur (INDIEN)
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The Hibbert Lectures – 1831. (Die Hibbert-Vorträge) Indian Buddhism (Indischer Buddhismus). Von T. W Rhys Davids, II. Auflage.Veröffentlicht von: Williams & Norgate, London, 1891.
Seite 147: „All dies ist besonders vom vergleichenden Standpunkt aus von Interesse. Es ist ein Ausdruck des buddhistischen Standpunktes, der die Theorie einer höchsten Gottheit ausschließt, von der Idee her sehr ähnlich dem, was in kulturgeschichtlichen Schriften ausgedrückt wird, in denen Christus als die Manifestation Gottes gegenüber den Menschen, das Logos, das zu Fleisch gewordene Wort Gottes, das Brot des Lebens, bezeichnet wird, und es ist kein reiner Zufall, dass heterodoxe Anhänger der beiden Religionen in späteren Zeiten die Vorstellung vom Buddha und vom Logos als Grundlagen ihrer Emanationstheorien benutzt haben. Es ist nur ein frisches Beispiel der Art, in der ähnliche Ideen in ähnlich zusammengesetzten Gemütern zu sehr ähnlichen Ausdrucksweisen gelangen. Der Chakka-Vatti Buddha war für die frühen Buddhisten das, was der Logos Messias für die frühen Christen darstellte. In beiden Fällen überlappen die beiden Ideen einander, sie rennen ineinander, eine der anderen Ergänzung. In beiden Fällen umfassen die zwei zusammengenommen nahezu dieselbe Grundlage, insofern es die verschiedenen Ursprünge der beide Lehren
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erlauben. Und es ist der Chakka-Vatti Buddha Kreis von Ideen in dem einen Fall, und der Messias Logos in dem anderen, der prinzipiellen Einfluss auf die Beschlussfassung hat, dass die Meinung der frühen christlichen Biographen hinsichtlich ihrer jeweiligen Meister dieselbe war und zu ähnlichen Resultaten führte; obwohl die Einzelheiten in den beiden Fällen niemals identisch sind.“
Sir M. M. Williams, Seite 135:
„Er sagte von sich selbst (Mahevegga 1.6.8): ‚Ich bin der Allbezwingende (Sabbabhibha), der Allweise; ich habe kein Makel, durch mich selbst besitze ich Wissen; ich habe keinen Nebenbuhler (Patipuggalo); ich bin der oberste Arhad – höchster Lehrer. Ich allein bin der vollkommen Weise (Sambuddha); ich bin der Eroberer (Jina); alle Feuer der Begierden sind in mir gelöscht (Sitibhuto); ich habe Nirwana erlangt (Nibbuto).’“
Seite 135 (Fußnote): „In der Tat blieb Gautama bis zu seinem vier- oder fünfunddreißigsten Lebensjahr ein Bo- dhi-Sattva; danach erreichte er vollkommene Erleuchtung und war ein Buddha geworden.“
Seite 126: „1. Töte nicht irgendein Lebewesen. 2. Stehle nicht. 3. Begehe keinen Ehebruch. 4. Lüge nicht. 5. Trinke
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keine zu starken Getränke. 6. Nehme keine Nahrungsmit- tel zu dir außer in den vorgegebenen Zeiten. 7. Gebrauche keine Blumengirlanden, Schmuck oder Parfüm. 8. Benutze kein hohes oder breites Bett, sondern nur eine Matte auf dem Boden. 9. Halte dich fern vom Tanzen, Singen, von Musik oder weltlichen Schauspielen. 10. Besitze kein Gold oder Silber irgendwelcher Art und nehme keins an.“ (Ma- havagga 1.5.6).
Seiten 45-47: „Die früheren Schüler des Buddha waren nicht arm. Denn der sechste, der ins Sangha aufgenommen wurde, war ein hochgeborener Jugendlicher namens Yasa.“
Bevor er diese 60 Mönche zur Verkündung seiner eige- nen Frohbotschaft entsandte, hielt er folgende Rede an sie:
„Ich bin von allen Fesseln befreit (S. 127), menschliche und göttliche. O Mönche, auch ihr seid von diesen Fesseln befreit. Geht weg und wandert überallhin, aus Barmher- zigkeit für die Welt und für die Wohlfahrt der Götter und Menschen. Geht weg, jeder einzeln, in verschiedene Rich- tungen. Predigt die Lehre (Dharmam), das Heil (Kalyana) in seinem Anfang, seiner Mitte und seinem Ende; in sei- nem Geist und Buchstaben. Verkündet ein Leben von voll- kommener Enthaltsamkeit, Keuschheit und vom Zölibat (brahmaçariyam). Auch ich werde gehen, um diese Lehre zu predigen.“ (Mahavagga I. II. I).
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Als seine Mönche, die missionieren sollten, abgegan- gen waren, machte auch Gautama sich auf den Weg, nicht jedoch, solange er wieder von Mâra versucht wurde (S. 41). Er verließ Benares und reiste nach Uruvelâ zurück, das nahe Gayâ lag. Dort bekehrte er zuerst dreißig reiche junge Männer und dann ein Tausend orthodoxe Brahma- nen, die von Kâsyapa geführt wurden, und von seinen zwei Brüdern, die ein heiliges Feuer am Brennen hielten („Brahmanism“, S. 364). Die Feuerkammer wurde durch einen Schlangendämon verfolgt. So bat Buddha darum, die Kammer für eine Nacht zu bewohnen, bekämpfte die Schlange und konnte sie in seiner Bettelschale einfangen. Danach wirkte er auch andere Wunder (es sollen angeblich 3500 sein). …
An sie richtete er auf dem Gayâsîsa-Hügel (Brahma- yoni) nahe Gayâ seine brünstige Feuer-Rede. Mahâ, (Band I., 21):
„Alles, o Mönche, brennt (âdittam=âdîptam). Das Auge brennt, sichtbare Dinge brennen. Das Gefühl, das durch den Kontakt mit den sichtbaren Dingen entsteht, brennt – es brennt durch das Feuer des Gelüsts (Begierde), der Feindseligkeit und der Illusion (râgagginâ dosagginâ mohagginâ), durch Geburt, Verfall (djarayâ), Tod, Kum- mer, Klage, Bedrückung (domanassehi) und Verzweif- lung (upâyâsehi). Das Ohr brennt; Stimmen brennen, die Nase brennt, Gerüche brennen, die Zunge brennt, die Geschmäcker brennen; der Körper brennt, alles, was die
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Sinne wahrnehmen, brennt. Der Geist brennt, Gedanken brennen. Alles brennt im Feuer von Leidenschaft und Lust. Angesichts dessen, o Mönche, wird ein weiser und edler Schüler angewidert von dem Auge, den sichtbaren Din- gen, wird angewidert von dem Ohr, den Stimmen, von Ge- rüchen, Geschmäckern, vom Körper, vom Geist. Wenn er dies tut, befreit er sich von Lust und Leidenschaft. Wenn er frei ist, sieht er ein, dass er sein Ziel erreicht hat, dass er ein Leben von Enthaltsamkeit und Keuschheit lebte, dass die Wiedergeburt beendet ist.“
Es wird berichtet, dass die Feuer-Rede – die ein Schlüs- sel zum Verständnis von Nirwana ist – durch den Anblick einer Feuersbrunst angeregt wurde. Es war die Gewohn- heit Gautamas, dass er den Zuhörern Ideen einprägte, indem er auf sichtbare Dinge Bezug nahm. Er vergleicht alles Leben mit Flammen. Der Kern des Vortrags ist die Verpflichtung, das Feuer der Lust, und mit ihm das Feuer jeglicher Existenz, auszulöschen, des Weiteren die Bedeu- tung des Mönchtums und Zölibats für die Erreichung die- ses Ziels zu erkennen. Man halte die Bergpredigt Christi den Worten gegenüber, die an viele Menschen gerichtet wurden (nicht an die Mönche): „Gesegnet sind jene, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.“
Der Buddha und seine Schüler brachen daraufhin nach Râjagriha auf.
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P. W Rhys Davids, M. A. Phd, Buddhism, Veröffentlicht von: The Society for Promoting Christian Knowledge, (Die Gesellschaft zur Förderung christlichen Wissens), Nort- humberland Avenue, Charing Cross, W. C. 43, Queen Vic- toria Street, London, E. C. 1887.
„Von Buddhas Mutter wird berichtet, dass sie eine Jung- frau gewesen sei.“, Seite 183. „Seine Mutter war die beste und reinste der Töchter der Menschen“.
Anmerkung: Am Ende der Seite 183 zitiert Davids den Heiligen Jeremias:
„Der Heilige Jeremias sagt (Contra Sovian, Buch I): Es wird aus einer Überlieferung unter den Gymnosophisten Indiens weitergegeben, dass Buddha, der Begründer ihrer Glaubenslehre, von einer Jungfrau aus ihrer Seite hervor- gebracht wurde.“
The Life of Buddha and the Early History of his Order, deri- ved from Tibetan Works in the Bkah-Hgyur and Bstan-Hgyur, translated by W. Woodville Rockhill (Trübner & Co. Lon- don 1884)
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Seite 32: „Nach Kapilavastu kam das Gerücht, der Prinz sei aufgrund intensiver Bußübungen gestorben; da war der ganze Hof verzweifelt und seine Frauen fielen ohnmächtig zu Boden; kurz darauf kam die Nachricht, dass er Erleuch- tung erlangt habe und große Freude gab es überall.“
Seite141: „Als der Gesegnete hinschied, wurde die Erde gewaltig geschüttelt, es blitzte und donnerte und die Götter im Himmel schrieen mit Trommelschlag (oder wie Trommelschlag) [f. 635a]. Zu jenem Zeitpunkt hielt sich der ehrwürdige Mahâkâçyapa im Kalantakanivasa Bambus- Wäldchen bei Râjagriha auf; als die Erde bebte, fragte er nach dem Grund, und er erfuhr, dass der Gesegnete ver- storben war. …“
Buch: Buddha. Sein Leben, Seine Lehre, Seine Anordnungen. Verfasser: Oldenberg, Dr. Hermann, Übersetzt aus dem Deutschen von William Hoey, M. A., D. Lit., Herausgeber: Williams & Norgate, 14. Henriette Str., Covent Garden, W
C. 1882.
Auf Seite 142: „Aus Anlass einer Prophezeiung Bud- dhas bezüglich Metteyya, des nächsten Buddhas, der in ferner Zukunft auf der Erde erscheinen wird, wird gesagt:
‚Er wird der Führer einer Gruppe von Anhänger sein, die Hunderttausende zählen wird, so wie ich jetzt der Füh-
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rer einer Gruppe von Anhängern bin, die Hunderte zählt.‘“ Cakkana Hisuttanta.
Auf Seite 149: „Bezüglich der Ehefrau und des Kindes von Buddha ist die Hauptpassage ‚Mahauagga’, i 54; Ra- hula wird häufig in den Sutta-Texten als Buddhas Sohn erwähnt, ohne dass ihm von den alten Traditionen eine herausragende Rolle in den Reihen der Anhänger zuge- schrieben wird.“
Auf Seite 103: „Rahula ist der Name des Sohnes von Buddha. Er (Buddha) sagt: Rahula wurde mir geboren, eine Fessel wurde für mich geschmiedet.“
In der Fußnote auf Seite 103: „Im Namen Rahula scheint eine Anspielung auf Raha, die Sonne und den Mond, die den Dämon verdrängen (verdunkeln), vorzuliegen.“
H. T. Princep Buch: Tibet, Tatarien und die Mongolei.
„Die frühesten Reisen ins eigentliche Tibet, die uns über- liefert wurden, sind jene der Jesuitenpater Grueber und Dorville, die auf jener Route von China aus im Jahre 1661
A. D. zurückkehrten, gerade vierhundert Jahre nach Marco Polos Reise westwärts. Sie waren die ersten Christen aus Europa, von denen bekannt ist, dass sie in die bewohnten
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Teile Tibets vorgedrungen sind, denn Marco Polos Reise führte, wie wir gezeigt haben, in Richtung Nordwesten an die Quellen des Oxus. Pater Grueber war von der frappie- renden Ähnlichkeit, die er sowohl in der Lehre als auch in den Ritualen der Buddhisten von Lhasa mit jenen seines eigenen römischen Glaubens fand, äußerst beeindruckt. Er notierte, erstens: dass die Kleidung der Lamas mit jener übereinstimmte, die uns als Kleidung der Apostel auf alten Gemälden überliefert wurde. Zweitens: dass die Ordnung der Klöster und der verschiedenen Orden der Lamas oder Priester eine Ähnlichkeit mit jener der römischen Kirche zeigt. Drittens: dass die Idee von der Inkarnation beiden gemeinsam war und auch der Glaube an das Paradies und Fegefeuer. Viertens: er merkte an, dass sie Hochmessen ab- hielten, Almosen gaben, Gebete verrichteten und für die Toten Opfer brachten, darin der Römisch-Katholischen Kirche gleich. Fünftens: dass sie Klöster nahe Lhasa hat- ten, in denen bis zu 30.000 Mönche und Nonnen lebten, die alle ihre Armuts-, Gehorsams- und Keuschheitsgelüb- de ablegten gleich den römischen Mönchen, und darüber hinaus noch andere Gelübde. Und sechstens: es gab bei ihnen Beichtväter, die von den Oberlamas oder Bischöfen beauftragt wurden; und die ermächtigt waren, Beichte ab- zunehmen, Strafe zu verhängen und Absolution zu ertei- len. Neben all diesem gab es die Praxis, heiliges Wasser zu benutzen, beim Gottesdienst abwechselnd zu singen, für die Toten zu beten und eine vollkommene Ähnlichkeit in den Gewändern der Groß- und Oberlamas mit denen der
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verschiedenen Orden der römischen Hierarchie. Diese frü- hen Missionare wurden weiterhin zu der Schlussfolgerung geführt, und zwar aufgrund dessen, was sie sahen und hörten, dass die Bücher der Lamas Spuren der christlichen Religion enthielten, die, wie sie dachten, in Tibet zu der Zeit der Apostel gepredigt worden sein muss“ (Seite 12-14)
Hinsichtlich der Ankunft eines Erlösers schreibt der Au- tor H. T. Princep in demselben Buch (Tibet, Tatary and Mon- golia) auf Seite 171:
„Die allgemeine Erwartung der Geburt eines großen Propheten, Heilands oder Erlösers, auf die sogar Tacitus Hinweise gibt, welche in dem Zeitraum vorherrschte, als der Gründer der christlichen Religion erschien, war, daran kann es keinen Zweifel geben, buddhistischen Ursprungs und keineswegs allein auf die Juden beschränkt oder nur auf den Prophezeiungen ihrer Schriften begründet.“
Als Fußnote schreibt der Autor auf Seite 171 weiter:
„Die Ankunft eines anderen Buddha, eintausend Jah- re nach Gautama oder Sakhya Muni, wird ausdrücklich in den Pitakattayan und Ath-Katha prophezeit. Gautama sagt von sich selbst, dass er der fünfundzwanzigste Bud- dha sei und verkündet: Der Bagawa Metteyya wird erst noch kommen. Der Name Metteyya hat außerordentliche Ähnlichkeit mit dem des Messias.“
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I. Tsing. Eine Aufzeichnung der buddhistischen Religion, wie sie in Indien und in malaiischen Inselgruppen praktiziert wird. (A.D. 671 bis 695).
Auf den Seiten 223 bis 224: „Es ist in der Tat merkwür- dig, den Namen des Messias in einem buddhistischen Werk vorzufinden, obwohl der Name relativ zufällig auf- taucht. Das Buch heißt: ‚The New Catalogue of the Buddhist Books Compiled in the Chiang Yuan Period’ (A. D. 785 bis 804), in der neuen japanischen Ausgabe der chinesisch-buddhis- tischen Bücher (Bodlerian Library, Japan, 65 DD, Seite 73. Dieses Buch ist nicht im Nanges-Katalog enthalten).
Darüber hinaus unterscheiden sich die Sanghayama der Sakya und der Kloster von Tachin (Syrien) sehr in ihren Gebräuchen und ihre religiöse Praxis ist einander vollkom- men entgegengesetzt. Der King-Ching (Adam) muss die Lehren des Messias (Ni-shi-ho) überliefern und der Sakya Putiyiya-Sramanas hatte die Sutren des Buddhas zu ver- breiten.“
The Ninetenth Century (Das Neunzehnte Jahrhundert), London. Oktober 1894, Band III, Juli bis Dezember, Briti- sches Museum, laut Ausgabe 59, 39.
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Auf Seite 517 steht: Folgendes ist in einem Artikel von Max Müller zu finden, der unter der Überschrift ‚Der An- gebliche Aufenthalt von Jesus in Indien’ veröffentlicht wurde, in der er Nikolas Notovitch kritisiert, der nach Tibet ge- fahren war, und dort einige alte Aufzeichnungen und Ma- nuskripte in dem buddhistischen Himis-Kloster gesehen hatte, in denen davon berichtet wurde, dass Jesus Christus Tibet und Kaschmir besucht habe; Notovitch schrieb nach seiner Rückkehr ein Buch in Französisch ‚Vie inconnue De Jesus-Christ’ (Das unbekannte Leben des Jesus Christus), Paris 1894. Nikolas Notovitch war russischer Nationalität.“
„Aber N. Notovitch sah unter allen Umständen diese Manuskripte und, wenngleich er sie nicht mit in die Hei- mat brachte, und, da er nicht vorgab, Tibetisch zu können, hatte er sich den tibetischen Text von einem Übersetzer übersetzen lassen und siebzig Seiten davon in französisch in seinem ‚Vie inconnue De Jesus-Christ’ veröffentlicht. Es ging ihm offensichtlich um die Entdeckung eines Lebens von Christus unter den Buddhisten. Auf Ähnlichkeiten zwischen dem Christentum und dem Buddhismus ist in letzter Zeit häufig hingewiesen worden und die Idee, dass Christus von buddhistischen Lehren beeinflusst worden ist, ist mehr als einmal von bekannten Schriftstellern ver- breitet worden. Die Schwierigkeit bestand bislang darin, einen wirklichen, historischen Kanal zu entdecken, durch den der Buddhismus zur Zeit von Christus Palästina er- reicht haben könnte. N. Notovitch glaubt, dass das Manu- skript, das er in Himis gefunden hat, die Angelegenheit auf
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die einfachste Weise erklärt. Es gibt ohne Zweifel, sagt er, eine Lücke im Leben von Christus zwischen seinem fünf- zehnten und neunundzwanzigsten Lebensjahr. Während dieser Zeitspanne sei er, so versichert das neue Leben von Christus, das in Tibet gefunden worden ist, in Indien gewe- sen, er habe Sanskrit Pali studiert, die Veden und den bud- dhistischen Kanon gelesen, und sei dann über Persien nach Palästina zurückgekehrt, um das Evangelium zu predigen. Wenn wir Herrn Notovitch recht verstehen, sei dieses Le- ben von Christus mündlichen Aussagen von jüdischen Händlern zufolge aufgezeichnet worden, die unmittelbar nach der Kreuzigung nach Indien gekommen waren (Sei- te 237). Es war in Pali, der heiligen Sprache des südlichen Buddhismus, niedergeschrieben worden; die Schriftrollen waren danach ungefähr 200 A. D. (Seite 236) von Indien nach Nepal und Makhada (Quoere Mazadhe) gebracht worden, und von Nepal dann nach Tibet, und wurden in Lhasa bis zum heutigen Tag sorgfältig aufbewahrt. Tibeti- sche Übersetzungen des Pali-Textes sind, so behauptet er, in verschiedenen Klöstern zu finden. Unter anderem in Hi- mis. Es sind diese tibetanischen Manuskripte, die in Himis für Herrn Notovitch übersetzt worden waren, während er mit einem gebrochenen Bein im Kloster darniederlag, und es sind diese Manuskripte, denen zufolge er sein neues Le- ben des Jesus Christus, zusammen mit einem Bericht seiner Reisen, entnommen und in Französisch veröffentlicht hat. Dieser Band, von dem es im Französischen bereits mehrere Ausgaben gibt, soll bald ins Englische übersetzt werden.“
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Hier ist ein Auszug aus einem Buch mit Namen: The Mystery of the Ages (Die Mysterien der Zeitalter), veröffent- licht im Jahre 1887:
„(Der Buddhismus) ist das Christentum des Ostens, und als solches sogar besser bewahrt worden als das Chris- tentum, der Buddhismus des Westens.“
Buch: Travels in the Moghul Empire (Reisen durch das Mogul-Königreich). Verfasser: François Bernier. Heraus- geber: Archibald Constable, London 1891.
„Es sind jedoch viele Merkmale des Judentums in die- sem Land zu finden. Während der Einreise in das König- reich, nach der Überquerung der Peer-Puchal-Berge, fiel es mir bei den Einwohnern der Grenzdörfer auf, wie sie den Juden ähneln. Ihre Gesichtszüge und ihr Verhalten sowie die unbeschreibbaren Eigentümlichkeiten, die es einem Reisenden ermöglichen, zwischen den Einwohnern ver- schiedener Nationen zu unterscheiden, alle schienen die- sem alten Volk anzugehören. Ihr sollt das, was ich sage, nicht für Ergebnis meiner Phantasie halten, denn das jüdi- sche Erscheinungsbild dieser Dorfbewohner ist von unse- rem Vater, dem Jesuiten, und einigen anderen Europäern
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bemerkt worden, schon lange bevor ich Kaschmir besuch- te.“
George Forster. Letters on a Journey from Bengal to Eng- land (Briefe von einer Reise von Bengalen nach England). Herausgegeben von: R. Faulder, London, 1808.
Seite 23: „Beim ersten Betrachten der Kaschmiris in ih- rem eigenen Land bildete ich mir anhand ihrer Trachten, ihrer Gesichtszüge, die lang und würdevoll waren, und der Form ihrer Brote ein, dass ich unter ein Volk von Juden gekommen war.“
Verfasser: H. W. Bellews, C. S. I. Buch: Races of Afgha- nistan (Rassen Afghanistans). Veröffentlicht von: Thacker Spink &Co., 1884.
„Den Überlieferungen dieses Volkes (der Afghanen) zufolge beziehen sie sich auf Syrien als das Land ihrer Wohnstätte, und zwar zu jener Zeit, als sie von Bukhta- nasr (Nebukadnezar) in Gefangenschaft genommen und in verschiedenen Teilen Persiens und Mediens angesiedelt wurden. Von diesen Gegenden wanderten sie östlich in irgendeiner darauf folgenden Zeitspanne in das gebirgi-
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ge Land von Ghor, wo sie von den benachbarten Völkern
‚Bani Afghan‘ – oder ‚Bani Israel‘, d. h. Kinder des Afghan oder Kinder Israels, genannt wurden. Zur Erhärtung dieser These besitzen wir das Zeugnis des Propheten Esra, das be- sagt, dass die zehn Stämme Israels, die in Gefangenschaft fortgeführt worden waren, schließlich entfliehen konnten und Zuflucht in dem Land von Arsareth fanden, von dem vermutet wird, dass es mit dem Hazara-Land von heute identisch ist und von dem Ghor einen Teil bildet. Es wird auch in der Tabcati Nasiri aufgeführt, dass es zur Zeit der eingeborenen Shan Sabi in jenem Land ein Volk namens Bani Israel gab, und dass einige von ihnen beträchtlichen Handel mit den umherliegenden Ländern führten.“
„Dieses Volk hatte sich im Osten von Herat in Ghor nie- dergelassen, zu dieser Zeit verkündete Muhammad, dass er ein Prophet war – um ca. 622 n. Chr. Damals kam Khalid bin Walid, ein Führer des arabischen Quraisch-Stammes, zu ihnen mit der Kunde des neuen Glaubens und mit der Einladung, sich der Lehre des Propheten anzuschließen.“
S. 16: „Khalid hatte in seiner Mission Erfolg, denn er kehrte zum Propheten zurück, begleitet von sechs oder sieben Vertretern aus dem Volk der Afghanen, wobei ihre Anhänger alles in allem 76 waren. Das Oberhaupt oder der Führer dieser Gruppe hieß Kais oder Kisch.“
„Der Überlieferung dieses Volks zufolge hatten Kais und seine Anhänger so gut und erfolgreich für die Sache des Propheten gekämpft, dass der Prophet, als er sich von
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ihnen verabschiedete, ihnen schöne Geschenke machte, sie wegen ihrer Tapferkeit lobte, sie segnete und ihrer Nation eine glorreiche Zukunft voraussagte. Er versprach, dass der Titel Malik (König) ihre Führer stets auszeichnen wür- de. … Zur gleichen Zeit war der Prophet, als Zeichen der besonderen Gunst und Auszeichnung, so gnädig, den he- bräischen Namen ‚Kais’ in den arabischen ‚Abdur Rashid‘ zu ändern – er ermahnte sie, sich um die Bekehrung seines Volkes zu bemühen, er verlieh ihm den Titel ‚Pahtán‘, ein Begriff, den die afghanischen Schriftsteller auf die syrische Sprache zurückführen, das Schiffsruder bedeutet, denn der neu Bekehrte war der Führer seines Volks, um sie auf ihrem Wege zu leiten.“
Seite 17: „Wann die Afghanen aus Ghor auswanderten und sich um ihre jetzige Heimat Kandahar niederließen, ist nicht bekannt. Aus den Schriften früherer mohammeda- nischer Historiker geht jedoch hervor, dass dies im ersten Jahrhundert ihrer Zeitrechnung geschah. …“
Seite 19: „Es wird berichtet, dass Kais eine Tochter des Khalid bin Walid heiratete, der seinem Volk die Nachricht vom Propheten und seine Lehre brachte, von ihr hatte er drei Söhne, denen er die Namen Saraban, Batan und Ghur- husht gab. …“
„Die richtigen Afghanen – die Bani Israil, wie sie sich nennen, wobei sie sich von allen anderen Teilen ihrer Nati- on abheben – bezeichnen sich als Nachkommen des Sara-
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ban über seine zwei Söhne Schardjyún und Khrischyún.“
Seite 24„ „Die Mohammedaner aus Kleinasien und den westlichen Ländern nennen die Afghanen gewöhnlich Su- lemáni.“
Verfasser: Balvor, Edward; Chefchirurg. Buch: The Cyc- lopaedia of India and Eastern and Southern Asia (Konversati- onslexikon von Indien und Süd- und Ost-Asien), III. Auf- lage, Verleger: Bernhard Quaritch, 15. Piccadilly, London W 1. 1885.
Unter der Überschrift ‚Afghanistan’, Seite 31:
„Pakhtun ist die nationale Bezeichnung der eigentli- chen Afghanen; aber Afghanen und Pathanen halten sich selbst auch für Bani Israel. Pakhtu ist der individuelle und Pukhtuna der kollektive Name der Afghanen. Diesem Wort wird ein hebräischer (brani) Ursprung zugeschrie- ben, obwohl manche sagen, es habe eine syrische (Suriani) Quelle und bedeute befreit oder freigesetzt. Es wird auch behauptet, dass der Terminus Afghan dieselbe Bedeutung habe. Eine Überlieferung besagt, dass die Mutter des Af- ghan oder Afghana bei seiner Geburt ausrief: ‚Afghan’, d. h. ich bin frei, und ihm dann diesen Namen gab; eine andere Überlieferung besagt, dass sie während der Geburtswehen
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ausrief ‚Afghan, afghan’ oder ‚fighan, fighan’, Worte, die im Persischen: Wehe, Schmerz, oh weh bedeuten! Afghan als Bezeichnung der Herkunft wird nur von den Nachfahren des Qais beansprucht.“
„Es wird gesagt, dass der Begriff Pathan von Pihtan her- rührt, einer Titelanrede, von der vermutet wird, dass sie von Mohammad einem Afghanen namens Qais verliehen worden war.“
„Ihr Ursprung ist in Unklarheit gehüllt, aber verschie- dene Schriftsteller halten sie für Nachkommen eines der zehn Stämme Israels, und dies ist auch die Meinung eini- ger Afghanen. Einige wenige Autoren meinen, dass diese Nation nicht jüdischen Ursprungs sei, sondern dass jene, die die mohammedanische Religion unter ihnen verbreite- ten, konservative Juden waren.“
Dann steht auf Seite 34 mit Bezug auf Elphinstone's Werk Kingdom of Caubul (Königreich von Kabul), (Seite 182 bis 185) geschrieben: „Unter den Yusufzai sieht kein Mann seine Frau, bis die Heiratszeremonie vollzogen wur- de, und unter den Bardurani herrscht größte Zurückhal- tung zwischen der Zeit, wenn die beiden Partner verlobt werden und der Heirat. Einige von ihnen leben bei ihren zukünftigen Schwiegervätern und verdienen sich ihr Brot durch ihre Dienstleistungen, so wie Jakob es tat, als er Ra- chel heiraten wollte, ohne jemals das Ziel seiner Wünsche gesehen zu haben.“
„Unter den Afghanen wird es, genauso wie bei den Ju-
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den, für den Bruder eines Verstorbenen für verpflichtend gehalten, dessen Witwe zu heiraten, und es ist eine tödli- che Beleidigung für den Bruder, wenn irgendeine andere Person sie ohne seine Einwilligung heiratet.“
„Narrative of a Mission to Bokhara in the Years 1843-1845“ (Schilderung einer Reise nach Buchara in den Jahren 1843 bis 1845), in zwei Bänden, von Rev. Joseph Wolff, D. D., LL. D., veröffentlicht von John W Parker, West Strand, London, 1845, Band 1, 2. Auflage.
Seite 9: „Aus verschiedenen Unterhaltungen mit Afgha- nen in Khorsassan und anderswo erfuhr ich, dass einige stolz darauf sind, von den Kindern Israels abzustammen, aber ich bezweifle die Wahrheit dieser voreingenommenen Überlieferung.“
Seite 13: „Alle Juden von Turkistan versichern, dass die Turkomanen die Nachkommen von Togarmah sind, einem der Söhne von Gomar, der im ersten Buch Moses 10:3 er- wähnt wird.“
Seite 14: „Die Zahl der Juden in Buchara beträgt zehn- tausend. Der oberste Richter versicherte mir, dass Bucha- ra das Habor ist und Balkh das Halah, aus 2. Könige 18:6. Aber dass unter der Herrschaft des Dschingis Khan all ihre
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schriftlichen Überlieferungen verlorengegangen seien. In Balkh versicherten mir die muselmanischen Mullahs, dass der Ort von einem Sohn Adams erbaut worden war, dass sein erster Name Hanakh und danach Halah (Helach, d. Hrsg.) gewesen sei, wenngleich spätere Schriftsteller es Balakh oder Balkh genannt hätten. Sowohl die Juden von Balkh als auch die von Samarkand versichern, dass Turkis- tan das Land von Nod ist und Balkh sich dort befindet, wo Nod einst war.“
Seite 15: „Es gibt eine alte Überlieferung in Buchara, dass einige der zehn Stämme sich in China befinden. Ich versuchte mich mit den Juden hier in verschiedenen Punk- ten der Auslegung der Schrift, insbesondere der wichtigen Stelle aus Jesaja 7:14 – Jungfrau. Sie übersetzten es wie die Christen es tun und sind in völliger Unkenntnis der wichti- gen Auseinandersetzung zwischen Juden und Christen in diesem Punkt.“
Seite 16: „Elch erhielt nach diesem überaus interessan- ten Aufenthalt einen Pass von dem König und überquer- te dann den Oxus und kam wenige Tage später in Balkh an und von dieser Stadt aus, wo ich mich auch mit den Versprengten aus Israel unterhielt, fuhr ich nach Muzaur weiter.“
„Einige Afghanen beanspruchen eine Abstammung von Israel. Ihnen zufolge war Afghana der Neffe von Asaph, dem Sohn des Berachia, der den Tempel Salomons erbaute.
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Die Nachkommen dieser Afghaun, die Juden sind, wurden von Nebukadnezar nach Babylon gebracht, von wo aus sie dann in die Berge von Ghoree in Afghanistan geschickt wurden, aber in der Zeit Mohammads wurden sie Moham- medaner. Sie stellen ein Buch namens Majmooa Alansab,
d. h. einer Sammlung von Genealogien, vor, das auf Per- sisch geschrieben ist.“
Seite 17: „Von dort ging ich nach Peschawar. Auch hier wurde mir ein einzigartiges Buch über die Abstammung der Afghanen vorgelesen, das Pashtu-Buch von Khan le- haun Loote. Die Schilderung dieses Buches stimmt mit der überein, die in den Manuskripten Reemurnameh und Ketaub Ansbee Muhakkek Toose angegeben ist. Ich hielt im Allgemeinen die Gesichtszüge nicht für jüdisch, aber ich war unwahrscheinlich von der Ähnlichkeit beein- druckt, die die Youssufzeye und die Khalibaree, zwei ih- rer Stämme, mit den Juden haben. Die Kaffreseeah Poosh unterscheiden sich, falls sie Afghanen sind, außerordent- lich vom Rest der Nation. Viele Reisende dachten, dass sie Abkömmlinge von Alexanders Armee seien, aber sie selbst sagen das nicht.“
Seite 18: „Ich dachte immer, dass die Kaffreseeah Poosh Abkömmlinge Israels wären, und einige der gebildeten Ju- den von Samarkand sind meiner Meinung.“
Seite 19 bis 20: „Es überraschte mich, zu bemerken, dass
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Captain Riley die Afghanen für jüdische Abkömmlinge hielt.“
Seite 58: „Ich verbrachte sechs Tage bei den Kindern von Rachab (Bani Arbal). Bei ihnen waren Kinder Israels von dem Stamme Dan, die in Hatramawl nahe Terim woh- nen, die, in Übereinstimmung mit den Kindern Rachabs, die rasche Ankunft des Messias in den Wolken des Him- mels erwarten.“
Band II, Seite 131: „Es ist sehr bemerkenswert, dass der Prophet Hesekiel in Kapitel 27, Vers 14, eine genaue Be- schreibung des Handels gibt, den die Turkmenen mit den Einwohnern von Buchara, Khiva und Khokand trieben. Der Prophet sagt: Die vom Hause Togarmah (d. h. die Turkme- nen) handelten auf ihren Messen mit Pferden, Reitern und Mauleseln. Die Turkmenen sind bis zum heutigen Tage, so wie die jüdischen Wächter, Händler und verdingen sich für ein paar Tengas am Tag. Es ist auch bemerkenswert, dass ich häufig hörte, dass die Turkmenen sich selbst Toghra- mah nennen, und die Juden nennen sie Togarmah.“
„Beim Anblick der Pferdescharen, die mit Gut beladen von Kaschmir, Kabul, Khokand, Keetay und Orenbough kamen, geriet mir die Passage aus Jesaja 9, Vers 6, in den Sinn: ‚Die Vielzahl der Kamele wird dich bedecken, Dromedare aus Midian und Epha, alle werden sie aus Saba kommen, und sie werden Gold und Weihrauch bringen.’ Wenn ich Gold er- wähne, darf ich nicht vergessen, dass es nahe Samarkand
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Goldminen und Türkise gibt.“
Seite 236: „Einige wenige Worte noch über die Kinder in den Bergen von Kurdistan. Diese Kinder sind, wie der kürzlich verstorbene Dr. Grant gut beobachtet hat, jüdi- scher Herkunft, wenngleich ich nicht so weit gehen kann, dass ich zustimme, dass sie zu den zehn Stämmen gehö- ren, da sie ihre eigene Genealogie nicht kennen. Sie sind nun meistens Christen.“
„Sie ähneln am meisten den Protestanten Deutschlands und Englands, denn sie haben weder Heiligenbilder noch Klöster und ihre Pfarrer sind verheiratet. Die bischöfliche Würde jedoch ist erblich, als auch jene des Patriarchen, und zur Zeit, da die Mutter des Patriarchen schwanger wird, hört sie auf, Wein zu trinken und Fleisch zu essen; und für den Fall, dass ein Sohn geboren wird, ist er dann der Pat- riarch, und wenn es eine Tochter wird, ist sie verpflichtet, ewig Jungfrau zu bleiben.“
The Lost Tribes (Die verlorenen Stämme), von George Moore, M. D.
Auf Seite 143: „Wir fühlen uns beim Anblick der gegen- wärtigen Lage des Ostens sofort von einem Land größter Wichtigkeit angezogen und das für uns am Interessantes- ten dabei ist, dass wir dort ein Volk vorfanden, das be-
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kennt, zu den Bani Israel oder den Nachkommen der zehn Stämme zu gehören, nämlich Afghanistan und die daran angrenzenden Länder.“
Auf Seite 145: „Die auffallendsten Gründe dafür zu glauben, dass gewisse Gruppen der Völker von Buchara und Afghanistan israelitischen Ursprungs sind, sind Fol- gende:
Ihre persönliche Ähnlichkeit mit der hebräischen Familie. So sagt Dr. Rolff, der jüdische Missionar: Ich war äußerst beeindruckt von der Ähnlichkeit der Youssoufzye (der Stamm Josefs) und der Khybe- re, zweien ihrer Stämme, mit den Juden. Moorcroft sagt auch über die Khyberis: Sie sind hochgewach- sen und haben eine eindeutig jüdische Form der Ge- sichtszüge.
Sie haben sich selbst seit undenklichen Zeiten Bani- Israel, Kinder Israels, genannt.
Die Namen ihrer Stämme sind israelitisch, insbe- sondere der des Josefs, der Ephraim und Manasse mit einschließt. Im Buch der Offenbarung steht der Stamm Josefs für Ephraim (Offenbarung 7:6-8). Im vierten Buch Moses 36:5 spricht Moses von den Ma- nasse als ‚Dem Stamm der Söhne Josefs’, so dass ganz deutlich wird, dass beide, Manasse und Ephraim, durch den Namen des Stammes Josefs bekannt wa- ren.
Die hebräischen Namen von Orten in Afghanistan
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tauchen viel häufiger auf, als es den mohammeda- nischen Verbindungen zugerechnet werden kann; und in der Tat existierten diese Namen, bevor die Afghanen Mohammedaner wurden.
Alle Berichterstattungen stimmen darüber überein, dass sie die Berge von Ghore seit weit entfernter Al- tertumszeit bewohnten. Es ist sicher, dass die Prin- zen von Ghore zu dem afghanischen Stamm der Sooree gehörten, und dass es ihrer Dynastie mög- lich war, seit altersher bis in das elfte Jahrhundert hinein zu bestehen. ‚Sie scheinen schon früh die Berge von Soliman oder Soloman in Besitz genommen zu ha- ben, eingeschlossen all die südlichen Berge Afghanistans’ (El-phinstone).
Afghan ist der Name, der ihrer Nation von ande-
ren gegeben wurde, der Name, den sie selbst ihrer Nation gaben, lautet Pashtunen, und Dr. Garey und Dr. Marshman versichern, dass die Pashtu-Sprache mehr hebräische Wurzeln hat als jede andere.“
Auf Seite 147: „Das hohe Alter des Namens des Landes Kabul, oder Cabool, ist damit begründet; und es ist auch bewiesen worden, dass einige bestimmte Völker, bekannt als ,Die noblen Stämme’ dort seit einer sehr langen Zeit- spanne wohnten. Es gibt deswegen ausreichend Beweis- mittel, dass die gegenwärtige Bevölkerung Kabuls recht hat, wenn sie angibt, dass sie und ihre Vorfahren seit der frühesten Zeit der Geschichte Kabul besiedelt hatten, und
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dass sie seit undenklichen Zeiten als ‚Die Stämme’ bekannt sind. Das bedeutet, israelitische Stämme, wie sie es jetzt selbst annehmen, zu sein. Nach Sir W. Jones stimmen die westpersischen Regierungsstellen mit ihnen in ihrer Dar- stellung ihrer Herkunft überein. Und hier ansässige und kompetente Autoritäten wie Sir John Malcolm und der Missionar Mr. Chamberlain versichern uns nach ausgiebi- gen Untersuchungen, dass diese Afghanen unzweifelhaft vom Samen Abrahams abstammen.“
The Works of Flavius Josephus; comprising the Antiquities of the Jews; a History of the Jewish Wars and Life of Flavius Jose- phus; Written by himself. Translated by William Whiston,
A. M., Professor of mathematics in the University of Cam- bridge (Willoughby & C. London 1840).
Seite 223: „… die zehn Stämme sind immer noch jenseits des Euphrat und haben sich immens vermehrt, so dass ihre Anzahl nicht geschätzt werden kann.“
A Personal Narrative of a Visit to Ghazni, Kabul, in Af- ghanistan (Eine persönliche Schilderung einer Reise nach Ghazni, Kabul, in Afghanistan). Von: G. T. Vigne Esq., E R.
G. S. London: Whittaker & Co., Ave Maria Lane, E. C. 1840.
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Seite 166 bis 167: „Moolah Khuda Dad, eine in der Ge- schichte seiner Landsleute bewanderte Persönlichkeit, las mir aus dem Mujmaul-un-sal (Sammlung von Genealogi- en) die folgende kurze Abhandlung über ihren Ursprung vor. Sie sagen, dass der Älteste von Jakobs Söhnen Juda war, dessen älterer Bruder war Osruk, der der Vater von Okour war, dem Vater von Moslib, dem Vater von Farlai, dem Vater von Kys, dem Vater von Talut, dem Vater von Ermiah, dem Vater des Afghans, woher der Name Afgha- nistan stammt. Er war ein Zeitgenosse Nebukadnezars, nannte sich selbst Bani Israel und hatte vierzig Söhne, de- ren Namen hier anzuführen keine Veranlassung besteht. Sein vierunddreißigster Nachfahre in direkter Linie, nach einem Zeitraum von zweitausend Jahren, war Kys. Von Kys, der zur Zeit des Propheten Muhammads lebte, stam- men sechzig Generationen ab. Sulum, der älteste Sohn Af- ghans, der zu Sam (Damaskus) lebte, verließ diesen Ort und gelangte nach Ghura Mishkon, einem Land nahe He- rat, und seine Nachkommen verteilten sich schrittweise über das ganze Land, das jetzt Afghanistan genannt wird.“
Cyclopaedia of Geography (Lexikon der Geographie), von James Bryce, M. A. IL. D., E R. S. E. und Keith Johnson, E R.
G. S., II. Auflage. Veröffentlicht von: William Collins, Sons & Co. Ltd-, London & Glasgow 1880.
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Unter der Überschrift „Afghanistan“, Seite 25: „Ge- schichte und Beziehungen“ … „Der Name Afghan wird nicht von dem Volk selbst benutzt; sie selbst nennen sich selbst Pashtun und im Plural Pashtunen, wovon vielleicht der Name Puten kommt, den man ihnen in Indien gegeben hat. Sie führen ihren Ursprung auf Saul, den König Israels, zurück, und nennen sich selbst Bani Israel. Entsprechend der Aussage von Sir A. Burnes besagt ihre Tradition, dass sie vom König Babylons aus dem Heiligen Land nach Gho- re verpflanzt worden waren, das im Nordwesten von Ka- bul liegt, und dort als Juden bis zum Jahre 632 A. D. lebten, bis sie von einem arabischen Führer, Khalid-ibn-Abdalla, der eine Tochter eines afghanischen Führers geheiratet hatte, zum Mohammedanismus bekehrt wurden. Keine historischen Beweismittel sind bislang zur Unterstützung dieser Behauptung angeführt worden und sie ist vielleicht eine reine Erfindung, die auf den Tatsachen gründet, die in
2. Könige, 18:2, erwähnt werden. Wie immer es auch sein mag, alle Reisenden stimmen darüber überein, dass die- ses Volk sich auffallend von den benachbarten Nationen unterscheidet und in sich einen gemeinsamen Ursprung haben muss. Einige meinen, dass sie den Juden in Gestalt und Gesichtsausdruck sehr ähneln und in verschiedene Stämme unterteilt sind, getrennte Gebiete bewohnen und sich fast nie mit anderen mischen.“
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History of Afghanistan (Geschichte Afghanistans) von Colonel G. Malleson. C. S. I., W. H. Allen & Co., 13. Wa- terloo Place, Pall Mall, London S. W. 1, Veröffentlicht vom:
„India Office“, 1878.
Seite 39: „Ich wende mich jetzt dem Volk von Afghanis- tan zu, den Stämmen, die das Land bewohnen und die die Pässe beherrschen. Das Thema ist mit großer Ausführlich- keit von Mountstuart Elphinstone, von Ferrier – der aus- führlich Abdullah Khan von Herat zitiert -, von Bellews und vielen anderen behandelt worden.
Entsprechend der Aussagen von Abdullah Khan und anderen afghanischen Schriftstellern ist Ferrier geneigt zu glauben, dass die Afghanen die zehn verlorenen Stämme darstellen, und zu behaupten, dass sie von Saul, dem König Israels, abstammen. Unter vielen Schriftstellern, die diese Ansicht teilen, mag hier der geehrte Name von Sir William Jones erwähnt werden. Andererseits verwirft Professor Dorn aus Charkov, der das Thema ausführlich untersuch- te, diese Theorie. Mountstuart Elphinstone klassifiziert sie in dieselbe Kategorie wie die Theorie der Herkunft der Römer von den Trojanern. Die Einwände gegen Abdullah Khans Ansicht sind kürzlich zutreffend und kraftvoll von Professor Dowson in einem Brief an die Times ausgedrückt worden. „Falls“, schreibt dieser Herr, „es der Überlegung wert wäre, ist es doch unvereinbar mit der Feststellung,
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dass die Afghanen Nachkommen der zehn verlorenen Stämme sind. Saul kam aus dem Stamme Benjamin und dieser Stamm war nicht unter den zehn verlorenen Stäm- men. Es bleibt die Frage der Gesichtszüge. Dies hat ohne Zweifel ein Gewicht, kann aber nicht gegenüber den wich- tigeren Frage der Sprache bestehen.“ Professor Dowson geht dann dazu über nachzuweisen, dass die afghanische Sprache keinerlei Spuren des Hebräischen in sich hat, und endet mit der Äußerung der Vermutung, dass es „zu un- glaubwürdig“ sei, dass im Verlauf der Zeit die gesamte afghanische Rasse ihre Sprache verändert haben könnte.“
History of the Afghans, by J. P. Ferier, translated from the original unpublished manuscript by Captain William Jesse (John Murray, London, 1858).
Seite1: „Die Mehrheit der orientalischen Autoren be- trachten sie als Nachkommen einer der zehn Stämme Is- raels – und so denken auch die Afghanen selbst über ihre Herkunft.“
Seite 4: „Die Afghanen denken jedoch, dass sie den Be- weis ihrer jüdischen Herkunft in der folgenden Überliefe- rung haben:
‚Als Nadir Shah bei seinem Eroberungszug durch In- dien Peschawar erreichte, präsentierte ihm ein Führer des
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Stammes Yousoofzye eine Bibel in hebräischer Sprache, sowie viele Gegenstände, die sie bei ihren früheren Got- tesdiensten gebrauchten und die sie erhalten hatten; die Juden, die zu dem Lager gestoßen waren, konnten diese Gegenstände sofort erkennen.“
Seite 6: „Weil wir nicht beurteilen können, welche Mei- nung die richtige ist, sollten wir uns der Meinung des Ab- dullah Khan von Herat anschließen, der dies im Grunde am meisten verdient. Es wird seine Ansicht über die Art und Weise wiedergegeben, wie die Afghanen nach Afgha- nistan gebracht wurden. Im Folgenden ist die Übersetzung seines Manuskripts:
„… Malek Thalut (Saul), König der Juden, hatte zwei Söhne, Afghan und Djalut – der erste war der Ahne des af- ghanischen Volkes und nach ihm ist es auch benannt. Nach der Herrschaft von David und Salomon, deren Nachfolger Saul war, wurden die jüdischen Stämme durch Anarchie zwieträchtig, und dieser Zustand dauerte bis zu der Zeit an, als Bakhtun Nasr Jerusalem einnahm, 70000 Juden massakrierte und, nachdem er diese Stadt zerstört hatte, die übrige Bevölkerung nach Babylonien verschleppte. Nach diesem Desaster waren die afghanischen Stämme so geängstigt, dass sie Judäa verließen und nach Arabien aus- wanderten. Hier verbrachten sie eine beträchtliche Zeit, da jedoch Wasser und Weideland knapp waren und sowohl Menschen als auch Tiere große Not leiden mussten, be- schlossen einige der Stämme nach Hindustan auszuwan-
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dern. Der Zweig der Abdalis blieb jedoch in Arabien; wäh- rend des Khalifats von Abu Bakr verbündeten sie sich mit einem mächtigen Führer namens Khaled ibn Walid, der zu dem Stamm der Koreisch (i. O.: Korech) gehörte. Zu der Zeit als die Araber Persien unterwarfen, wanderten die Abdalis aus Arabien aus und ließen sich in einem erober- ten Land nieder; sie wurden in den Provinzen von Fars und Kerman sesshaft, wo sie bis zum Einfall des Dschingis Khan in diese Landesteile blieben. Die schrecklichen Ta- ten dieses Eroberers jagten der Bevölkerung solche Angst ein, dass die Abdalis Persien verließen und über Mekran, Sindh und Multan in Indien ankamen. Doch diese Wande- rung war nicht besonders fruchtbar. Denn kaum hatten sie sich hier niedergelassen, wurden sie von ihren Nachbarn angegriffen, die sie vom Flachland in die rauen Berge von Suleiman vertrieben, die als ihre Wiege betrachtet werden und die sie Kooh-Khasseh nannten. Das gesamte afghani- sche Volk kam durch die Ankunft der Abdalis in die Sulei- man-Berge zusammen; das aus 24 Stämmen bestand, de- ren Ahn, wie bereits angemerkt, Afghan war. Dieser Ahne hatte drei Söhne, Tsera-Bend, Argoutch und Kerlen, deren jeder acht Söhne hatte; nach diesen sind die 24 Stämme ge- nannt. Und folgendermaßen werden sie unterteilt:
Söhne des Tsera-Bend | Name des Stammes: |
Abdal | Abdali |
Yoosoof | Yoosoofzyes |
Baboor | Baboorees |
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Wezir | Wezirees |
Lohooan | Lohooanees |
Beritch | Beritchees |
Khooguian | Khooguianees |
Chiran | Chiranees |
Söhne des Argoutch: | Name des Stammes: |
Ghildj | Ghiljzyes |
Kauker | Kaukerees |
Djumourian | Djumourianees |
Storian | Storianees |
Pen | Penees |
Kass | Kassees |
Takan | Takanees |
Nassar | Nassarees |
Söhne des Kerlen: | Name des Stammes: |
Khattak | Khattakees |
Soor | Soorees |
Afreed | Afreedees |
Toor | Toorees |
Zaz | Zazees |
Bab | Babees |
Bengeuch | Beguechees |
Lendeh-poor | Lendeh-poorees.” |
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History of the Afghans, translated from the Persian of Ne- amet Ullah, by Behard Dorn, Ph.D. FOR. M.A.R.S. M.T.C., Part 1 & 2 (J. Murray, London, 1829).
Teil 1, Seite 23: „Dawud behandelte die zwei betroffe- nen Witwen mit äußerster Freundlichkeit; der Himmel be- schenkte sie beide mit einem vollkommenen Sohn, die zur gleichen Stunde geboren wurden; einer der beiden hieß Berkhia, der andere Ermia. … Beide waren mit einem Sohn gesegnet. Berkhia nannte den seinen Asif: Ermias Sohn hieß Afghana.“
Seite 24: „… Gott erlaubte Bokhtnasser, die Regionen von Syrien (Sham i. O.) zu unterwerfen, Jerusalem zu zer- stören und die Israeliten zu bezwingen, somit ihre Famili- en in die Gefangenschaft und Sklaverei zu treiben, und all jene, die an die Thora glaubten, ins Exil zu schicken; … das gesamte Sham hatte er sich unterworfen, er verschleppte die Israeliten und brachte sie in die bergigen Regionen von Ghor, Ghazneen, Kabul, Candahar, Koh Firozeh. …“
Seite 37: „Mestoufi, Autor der Tareekh Kozeida und der Mujmul Ansab, macht folgende Angaben. Als der Glanz des anmutigen Antlitzes des Muhammad sichtbar wurde, wurde Khaled durch seine Annahme des mohammeda- nischen Glaubens geehrt, eine große Anzahl von Arabern und verschiedenen Völkern gingen nach Medina, und
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durch das hervorragende Licht des Mohammad nahmen sie den Islam an. Zu jenem Zeitpunkt sandte Khaled ei- nen Brief an die Afghanen, die seit der Vertreibung der Israeliten durch Bokhtnasser in der Bergregion um Ghor lebten. Im Brief unterrichtete sie Khaled über die Ankunft des letzten Propheten. Als sie diesen Brief erhielten, mach- ten sich viele ihrer Führer auf den Weg nach Medina. Der mächtigste unter ihnen und den Afghanen war Kais, der nach König Saul in der 37. Generation lebte und in der
45. Generation nach Ibrahim und in der 603. Generation nach Adam. Stammbaum des Abdulrashid Kais, der unter dem Nachnamen Pathan bekannt ist: Kais ben Isa, ben Sa- lool, ben Otba, ben Naeem, ben Morra, ben Geludur, ben Iskunder, ben Reman, ben Ain, ben Mehlool, ben Salem, ben Selah, ben Farood, ben Ghan, ben Fahlool, ben Karam, ben Amal, ben Hadi-fa, ben Minhal, ben Kais, ben Ailem, ben Ismuel, ben Harun, ben Kumrood, ben Abi, ben Zale- eb, ben Zaleeb, ben Tullal, ben Levi, ben Amel, ben Tarej, ben Arzund, ben Mundool, ben Saleem, ben Fghana, ben Irmia, ben Sarool, genannt Malek (König) Talut, ben Kais, ben Otba, …“
Seite 38: „Der Prophet gab ihnen Segnungen jeder Art; nachdem er den Namen aller erfahren hatte und bemerkt hatte, dass Kais ein hebräischer Name sei, während sie selbst Araber seien, gab er Kais den Namen Abd Ulras- heed. … Ihre Verbindung zum Glauben wird so stark sein wie das Holzstück, auf das beim Bau des Schiffes das Kiel
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gelegt werde, das der Seeman Pathan nennt. Darauf ver- lieh er Abd Ulrasheed auch den Titel Pathan. … Der Pro- phet verabschiedete Abd Ulrasheed, um nach Ghor und die angrenzende Region Kohistan zurückzukehren und dort den neuen Glauben zu verkünden und den Ungläubi- gen diesen (Glauben) zu lehren.“
Teil 2, Seite 63 (Unter dem Wort ‚Suleimani’): „Mahabat Khan berichtet uns, dass sie von den Arabern so genannt werden, weil sie zu den Anhängern und Nachfolgern des Königs Salomon gehörten.“
Seite 63-64: „Bani Afghanah, Bani Afghan; das heißt, Kinder von Asif, Israel, Afghanah oder Afghan. Diese Na- men werden von Fareed Ud-deen Ahmad in seiner Risalah Ansab Afaghinah erwähnt, worin wir folgende Passage finden: ‚Im Laufe der Zeit unterwarf Bokhtnassr, der Ma- gier, Bani Israel und die Länder um Syrien, zerstörte Jeru- salem und führte die Kinder Israels in Gefangenschaft und Sklaverei und verschleppte viele Stämme dieses Volkes, die dem Gesetze Mose folgten, und befahl ihnen, ihn als Gott zu verehren und das Bekenntnis ihrer Vorväter auf- zugeben; sie waren damit nicht einverstanden. Daraufhin brachte er zwei Tausend der weisesten und fähigsten unter ihnen um und den Rest forderte er auf, Syrien und sein Herrschaftsgebiet zu verlassen. Teile von ihnen, die einen Führer hatten, wurden von ihm aus dem Herrschaftsge- biet des Bokhtnassr herausgeführt und nach Kohistan von
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Ghor gebracht, wo ihre Nachkommen sich niederließen. Ihre Zahl nahm täglich zu und die Menschen nannten sie Bani Israel, Bani Asif, und Bani Afghanah.‘“
Seite 64: „Fareed Uddin Ahmed sagt am Anfang seiner Ausführungen über diesen Aspekt: Was den Namen ‚Af- ghan’ anbelangt, haben einige geschrieben, dass sie nach ihrer Vertreibung – stets in Erinnerung ihrer angestamm- ten Heimat – zu klagen und zu jammern pflegten (afghan). Deswegen wurden sie Afghan genannt.“ Siehe Sir J. Mal- colms History of Persia, Vol. I., Seite 101, wo auf dieselbe Weise das Wort hergeleitet wird. …
Farid Uddin Ahmed erwähnt, dass in Standardwerken, wie Tareekh Afghani, Tareekh Ghori u.a. behauptet wird, Afghanen seien zum größten Teil Israeliten und teilweise Kopten, siehe auch Abu Fazl Teil II, Seite 178: „Einige Af- ghanen glauben, ägyptischer Abstammung zu sein, indem sie behaupten, als die Kinder Israels aus Jerusalem nach Ägypten zurückkehrten, migrierte dieser Stamm nach Hindustan.“
Seite 65: „Den meisten orientalischen Historikern zu- folge erachten sich die Afghanen als Nachkommen der Juden, eine Ansicht, die selbst von einigen modernen Autoren übernommen oder für wahrscheinlich gehalten wird. … Der Gebrauch von jüdischen Namen unter den Afghanen ist zweifelsohne auf ihr Muslimsein zurückzu- führen. … Der einzige Beweis, der für ihre angebliche jü-
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dische Herkunft angeführt werden kann, ist die verblüf- fende Ähnlichkeit der Gesichtszüge der Afghanen und der Juden; die selbst von denen zugegeben worden ist, die der Behauptung ihres jüdischen Ursprungs nicht die geringste Aufmerksamkeit schenken. Die Wort des Sir John Malcolm über dieses Thema sind: ‚Obwohl ihr Recht auf diese stolze Herkunft (von den Juden) sehr zweifelhaft ist, ist es aus ihrer körperlichen Erscheinung und vieler ihrer Gebräu- che ersichtlich, dass sie eine von den Persern, Tataren und Indern verschiedene Rasse sind. Und allein dies scheint der Behauptung ein wenig Glaubwürdigkeit zu verleihen, welche zu vielen starken Fakten im Widerspruch steht und wofür kein direkter Beweis geliefert worden ist. Wenn aus der Ähnlichkeit der Merkmale eines Volkes mit eines ande- ren gefolgert werden kann, wären die Kaschmiris sicherlich aufgrund ihrer jüdischen Merkmale jüdischen Ursprungs, was nicht nur von Bernier, sondern auch von Forster und vielleicht anderen angemerkt worden ist.‘“
Seite 65-66: „Nun, zwar stimmt Forster der Meinung Berniers, die Herkunft der Kaschmiris auf die vertriebenen jüdischen Stämme zurückzuführen, nicht zu, doch er ge- steht ein, als er unter den Kaschmiris war, dachte er, unter einer jüdischen Nation zu sein.“
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Dictionary of Geography, Descriptive, Physical, Statistical, and Historical, Forming a Complete General Gezetteer of the World, By Alex. Keith Johnston (…), London 1855.
Seite 250 (Unter dem Stichwort Cashmere): „Die Einwoh- ner sind von hohem robustem Körperbau, mit männlichen Zügen; Frauen sind wohlgeformt und hübsch, mit Adler- nase und Gesichtszügen, die den Jüdischen ähnlich sind.“
Glossar
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A. H.: Engl. Abk. für „After Hijra“, s. N.H.
Abbasiden: Eine arabisch-islamische Dynastie, die 749/750 n. Chr. das Kalifat an sich riss und dies bis 1258 be- hielt. Sie führten ihre Herkunft auf ihren Gründer – einen Onkel des Propheten MuhammadSAW na- mens al-Abbas ibn Hasim zurück. Den Höhepunkt ihrer Macht und des Reiches sieht man um die Zeit Harun-al-Rashids (786-809). Die Mehrzahl der An- hänger war in der persischen Provinz Hurasan (Chorasan) zu finden.
Abdul Hamid: Diener Gottes (arab.), auch Eigenname. Adia-Ebene: Assyrische Landschaft.
Ahadith: Plural von Hadith.
Ahl-i-Hadith: Anhänger der Hadith, fundamentalistische Rich- tung.
Ahl-i-Sunna Anhänger der Sunna, Sunniten
Ahmadiyya: Islamische Reformgemeinde, 1889 durch Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS (1835-1908) in Indien ge- gründet. Tritt für die Verbreitung des Islam mit friedlichen Mitteln ein.
Aramäisch: Aramäisch war die Umgangssprache in Palästina zur Zeit von Hadhrat Isâ (Jesus Christus) während Hebräisch nur die Sprache der jüdischen Schrift- gelehrten war.
Arhat: Arahant (der) in deutsch; arahant in Pali; arhant und Arhat in Sanskrit: Heiliger, der durch Erleuch- tung vor seinem Tod das Nirwana erreicht hat.
Artha Katha: Kathag, die Begrüßungs- und Glücksschleife. – Name einer indischen Veda.
Glossar
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Artha: Eine Bezeichnung aus dem Sanskrit. Die wörtliche Bedeutung ist Ding, Objekt; begrifflich meint Ar- tha den gesamten Bereich der sinnlich erfassbaren Dinge, die im täglichen Leben benötigt werden, die also zur Führung des Haushaltes, zum Unter- halt der Familie und überhaupt zur Erfüllung der menschlichen Lebensaufgaben erforderlich sind. Artha bezeichnet den Erwerb von Reichtum und irdischen Gütern; die Kenntnisse, die dazu ge- braucht werden, beziehen sich auf Wirtschaft und Politik. Von den vielen Lehrwerken, die der Errei- chung dieses Zieles dienen sollen, ist das Kautilya- Arthashastra das bedeutendste.
Arthashastra: Ein altindisches „Lehrwerk für Politik und Wirt- schaft“, von Kautilya um etwa 300 vor Christus geschrieben und zusammengestellt.
Aryas: Hindu-Gruppe.
Asaph: Sohn des Berachiah, auch Berechia, der den Tem- pel des Salomons baute. Der Vorsteher „der Musi- ker“, einer der Menschen zusammenbringt.
Assyrien: Antike Landschaft am Euphrat und Tigris, dem Zweistromland, mit Assur, Babylon und Babylo- nien.
Autar: Heilige Person oder Prophet.
Babel: Hebräischer Name für Babylon.
Babylon: Antike Stadt am Euphrat, Hauptstadt von Baby- lonien unter Nebukadnezar II. Heute ein Ruinen- feld.
Baktrien: Antike Landschaft nördlich des Hindukusch, Hauptstadt Baktra, früher Balch, heute ein Teil von Afghanistan.
Glossar
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Balch: Auch Balkh, Stadt in Baktrien, heute in Afghanis- tan.
Bamiyan: Gebirgsgegend und Gebirgszug am westlichen Ausläufer des Hindukusch, heute in Afghanistan.
Bani Fatima: Familie oder das Geschlecht der von Fatima Ab- stammenden.
Bani Israel: Geschlecht Israel, Nachkommen des Israel
Bani: Auch Beni, die Kinder des…, Nachkömmlinge von …
Benares: Heute Varanasi. Stadt am Ganges. Zentrum des Hinduismus.
Ben-Yamin: Auch Bin-Yamin, Stammvater des Volkes Benja- min.
Bharat: Bharata-Varsha: Indien, oder das Königreich von Bharata.
Bihar: Indischer Bundesstaat am Ganges, heute Haupt- stadt Patna.
Bodhi: Erwachung, Erleuchtung (Pali und Sanskrit)
Buchara: Stadt im heutigen Usbekistan
Buddha: Der Erwachte, Erleuchtete. (Aus Pali und Sanskrit) Cashmere: Alte Schreibweise von Kaschmir.
Chalas: Gebirgsgegend, heute Kalacha in der Provinz Ba- miyan (Afghanistan).
Glossar
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Chaled bin Walid: Auch Khalid-bin-Walid, Khalid-ibn-Walid: War zuerst ein Heerführer z. Zt. des Propheten Mu- hammad. Diente dann unter dem 1. Khalifa Abu Bakr. Er besiegte Damaskus und eroberte die Stadt durch eine besondere Strategie. Es ist ohne weite- res möglich, dass die besagten Afghanenstamm- väter unter ihm dienten, da er die Gebiete im Zweistromland eroberte und neben Türkenstäm- men auch jeden anderen guten Kämpfer aus den besetzten Gebieten gern in seine Armee holte.
Chandra: Mond (Sanskrit) – als Gott, aber auch als Gestirn im Weltall. Möglicherweise auch Xandra geschrie- ben; diese Schreibweise geht auf Alexander den Großen zurück, der einen großen Teil Indiens er- oberte.
Chandra-Gupta: Großvater von König Ashoka.
Chandra-Vansa: Mondrasse; zwei Gruppen, die Yadavas und Pan- ravas, betrachten den Mond als ihren Urahn.
Charkov: Das heutige Krakau, Polen, alte Schreibweise Kra- kow oder Chrawkov, oder auch Chrakov, wo seit 1364 eine Universität besteht. Besitzt eine bedeu- tende Bibliothek.
Chitral: Im heutigen Pakistan in der Nordwest-Grenz-pro- vinz gelegen.
Chorasan: Nordostprovinz vom Iran. Auch Khorasan, Chu- rasan o. Hurasan geschrieben.
Christos: Griechisch: Christus (lateinisch): der Gesalbte.
Dajjal: Bezeichnung für den Verführer der Endzeit, d. h. die gegen Gott eingestellten teuflischen Kräfte. Antichrist.
Dan: War der 5. Sohn Jakobs: Stammvater.
Glossar
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David: König, von 1007-968 B.C., eroberte Israel und die Hauptstadt Damaskus. Baute die Bergfestung Jerusalem zur Königstadt aus. Er herrschte noch über ein vereintes Reich. Wurde von seinem Sohn Salomon abgelöst.
Dhammapada: Lehre des Buddha.
Dharma: Sanskrit-Bezeichnung, auch dhamma (Pali): Grundbedeutung: das Feste, dauernde Gesetz, Beschaffenheit, Eigenschaft, Ding, Erscheinung. Buddhalehre insgesamt.
Dharmakaja: Dharmakaya in Sanskrit: der Leib des transzen- denten Buddha d. h. absolute Wirklichkeit; kaya
= Leib.
Dorville: Der Jesuitenpater d'Orville. Auch Albert d'Orville.
Drepung: Gelbmützenkloster, westlich von Lhasa, mit Sta- tue und Tempel für den Buddha der Zukunft, dem Buddha Metreya, dem Buddha Mettayya, Buddha Mettaya
Dschihad: Siehe Jihad! wörtlich: Streben (nach dem Wohlge- fallen Allahs); fälschlich verstanden als „Heiliger Krieg“. Der Islam kennt drei Arten von Jihad: Den großen Jihad (Jihad akbar), d. h. Kampf gegen das Übel in einem selbst; den mittleren Jihad (Jihad kabir), d. h. Verbreitung der Lehren des Heiligen Qur‘an durch Wort und Schrift sowie Argumen- tation; den kleinen Jihad (Jihad saghir), d. h. Ver- teidigungskrieg, Verteidigung des Lebens durch Waffe.
Dschingis Khan: geb. 1155, gest. 1227. Begründer eines Weltreiches, unterwarf Südsibirien, Nordchina und Korea, das Reich Chorason und Südrussland. Das Reich zer- fiel nach seinem Tode.
Glossar
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Emanationstheorie: Entstehung aller Dinge aus dem vollkommenen, unabänderlichen Einen (Gott).
Ephraim: Sohn Josephs (Stammvater). Spielte eine führende Rolle im Nordreich. 722 v. Chr., von den Assyrern vernichtet. (Auch 4. Buch Moses 36:5).
Fatimide: Jemand aus den Nachkommen der Tochter des Propheten Muhammad, Fatima.
Fatwa: Rechtsgutachten, Erlass, ein Verdikt.
Firozkoh: Provinz östlich von Herat.
Ghazni: Provinz und Stadt, zwischen Kabul und Kan¬dahar, Afghanistan.
Ghowr: Berggegend östlich von Herat und dem Anfang des Hindukusch-Gebirges. Nördlich von Kanda- har an die Provinz Kabul im Osten angrenzend, im heutigen Afghanistan. Andere Schreibweisen sind Ghor, Choor, Chour, Chaur, Choree, Ghore. Nahe Herat, auch Ghaur Maslikoh oder Ghowrmach, grenzt an Turkmenistan.
Ghura Mishikon: Pakistanische Stadt im nordwestlichen Kaschmir, 1490 Meter über Meeresspiegel. Gebirgsland im NW-Kaschmir, zwischen Karakorum und Hindu- kusch.
Golgatha: Hebräisch, die Schädelstätte. Hügel vor dem alten Jerusalem. Auch: Golgatha, Golgota, je nach Lan- desart.
Gota: Frühere Bezeichnung für Lhasa, Stadt in Tibet.
Gotama: Deutsche Schreibweise, Familienname des Bud- dha. Auch Gotama in Pali, aber Gautama in Sans- krit, vom Stamme Gotama.
Grueber: Johann Grüber. Jesuitenpater, nach der Geschichte einer der ersten, der Lhasa nachweislich besucht hat.
Glossar
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Guru Bawa Nanak:
Islamischer Heiliger aus Indien, der eine Versöh- nung zwischen Hindus und Muslimen anstrebte; wird heute von seinen Anhängern als Gründer ei- ner neuen Religion, des Sikhismus, gefeiert.
Guru: Aus Hindi/Sanskrit, der Ehrwürdige, der geistige Lehrer, eine ehrwürdige Person.
Gymnosophisten: Lehre von der Bewegung der Dinge.
Hadith: Wörtlich, eine Mitteilung. Plural: Ahadith. Die Be- zeichnung wird besonders gebraucht für Mittei- lungen und Aussprüche des Heiligen Propheten MuhammadSAW. Es entstanden Hadith-Sammlun- gen, nach strengen Kriterien angelegt, nach Quel- lengenauigkeit überprüft und nach Sachgebieten ausgelegt. Von Zeit zu Zeit wurde behauptet, dass die eine oder andere Aussage eine Fälschung sei, nicht verbriefter Übertragung ist, oder ursprüng- lich ‚erfunden’ wurde, um gewissen Rechtsfindig- keiten gerecht zu werden oder sie zu ermöglichen. Die Rechtsgelehrten des Glaubens haben es sich jedoch allgemein zur Aufgabe gemacht, vor Jahr- hunderten noch mehr denn je, alle verdächtigen Aussagen abzuweisen, so dass heute mit fast abso- luter Sicherheit feststeht, welche den Originalan- spruch erheben dürfen.
Hazara: Volksstamm in Zentralafghanistan, lebt im Haza- rajat (auch: Hazaristan), Gebirgsgegend am süd- lichen Ende des Hindukusch. Berührt Gazni und Uruzgan in Afghanistan.
Hadhrat Abu BakrRA:Der engste Gefährte des Propheten Muhammad- SAW, der nach dessen Tode zum ersten Khali-fa ge- wählt wurde, regierte von 633 - 639 A.D.
Prophet: Damit ist der Prophet MuhammadSAW gemeint.
Glossar
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Heiliger Qur‘an: Der in 114 Suren (Kapitel) unterteilte Text der Of- fenbarung Gottes, die dem Propheten Muhammad als Gesetz für die gesamte Menschheit durch mündliche Offenbarung mitgeteilt wurde.
Herat: Auch Herath, heute Provinzhauptstadt in Nord- west-Afghanistan am Flusse Hari Rud.
Herodes Agrippa I: Geb. 10 v. Chr., gest. 44 n. Chr. 41-44. König von Judäa, vereinigte noch einmal das Land, ließ Jo- hannes den Täufer hinrichten.
Herodes Agrippa II: Geb. um 28 n. Chr., war im jüdischen Krieg 67-70
n. Chr. Bundesgenosse der Römer.
Herodot: Auch Herodot von Halikarnass. Lebte etwa 500- 424 B.C. gilt für viele als „Vater der Geschichts- schreibung“, für andere ein historischer Märchen- erzähler.
Higra: Hijrat, oder als „H“ mit Jahreszahlangabe. Die Auswanderung des Heiligen Propheten von Mek- ka. In Verbindung mit Jahresangabe verwendet, bezeichnet es das muslimische Kalendersystem.
Himis Gonpa: Kloster in dem der russische Reisende Notowitsch gewesen sein soll. Heute in Leh, Stadt in Kaschmir.
Hindi: Hauptverkehrssprache in Indien.
Hindu: Anhänger des Hinduismus.
Hinduismus: Vielgötterglaube, Hauptreligion Indiens, in einer Vielzahl von Differenzierungen, verbunden mit dem Glauben an die Seelenwanderung.
Hindukusch: Gebirge in Zentralasien, Afghanistan und Kasch- mir; mit Höhen bis über 7000 Meter.
Hindustan: Auch Hindostan. Früher Bezeichnung für heuti- gen Teil von Nordwestindien, Gebiet, das an Pa- kistan grenzt.
Glossar
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Hurasan: Provinz in Persien (Abbasiden). Auch Chorasan oder Churasan geschrieben.
Imam: Hat mehrere Bedeutungen.
Der Vorbeter beim gemeinsamen Gebet.
Ein Schiitenführer, der sich als göttlicher bestell- ter - Nachfolger Muhammads saw hält.
Ein Khalifa (s. d.)
Begründer einer der verschiedenen Schulen des Rechts.
Der geistige Führer der Muslime. Immanuel: Hebräische Bedeut.: „Gott mit uns“.
Indus: Entspringt im Hochland von Tibet, 3200 km Län- ge, bildet den Hauptstrom im Punjab, einer der Flüsse im Fünfstromland (Punjab).
Iran: Früher Persien, in der Antike Nordteil Medien mit den Medern oder Magern, Südteil Persiens.
Isâ: Arabischer Name für Jesus.
Islam: Frieden, Hingabe an Gott. Bezeichnung für die vom Heiligen Propheten MuhammadSAW gebrach- te Religion, zu der sich heute etwa eine Milliarde Menschen bekennen.
YahyâAS: Johannes der TäuferAS, der auch im Qur‘an er- wähnt wird, durch dessen Erscheinen die Prophe- zeiungen über die Wiederkunft des Propheten Eli- asAS in Erfüllung gingen.
Jain: Eine Richtung des Hinduismus, deren Lehre das Töten jeglichen Lebens (eingeschlossen Moskitos und Ungeziefer etc.) untersagt.
Jainismus: Indische Erlöserreligion. Auch in der Form Jina, über die englische Form in Deutschland ange- wandt. Daher auch Jinismus.
Glossar
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Jamaat: Gemeinde, Partei, Gruppierung. Auch als Kurz- form für Ahmadiyya Muslim Jamaat verwendet.
Jammu: Heute Bundesstaat in Indien, Jamuu und Kasch- mir.
Jataka: Mehrzahl Jatakas. D. h. Geschichten aus dem frü- heren Leben Buddhas. Wiedergeburtsgeschichten (Jatakam).
Jawan: Stadt in Afghanistan, heute Javand.
Jihad: Auch Dschihad und Jehad, „Streben auf dem Wege Gottes“, der große Jihad: Kampf gegen das Übel in einem selbst; der mittlere Jihad: Verbrei- tung des Islam durch das Wort; der kleine Jihad: Verteidigungskrieg.
Jerusalem: 1000 v. Chr. Hauptstadt unter König David und Salomon, unterlag vielfältigem Wechsel und stand unter vielfältiger Herrschaft. Wurde zur Haupt- stadt des heutigen Israels.
Jesus: Hebräische Bedeut. von Joschua: „Gott hilft“.
Jina: Anhänger des Jinsmus, auch Jainismus.
Josephus Flavius: Sein eigentlicher Name, da Jude von Geburt, war Joseph ben Matitjahu – er lebte etwa 37/38-100 n. Chr. Er galt als jüdischer Heeresführer, Befehls- haber von Galiläa, doch er ergab sich den an- kommenden Römern, den Flaviern, nahm deren Namen an und zog nach Rom. Er erwarb sich die Gunst des Kaisers Vespasians. Schrieb die Ge- schichte der jüdischen Kriege, die er im Heerlager des Titus mit verfolgte. Die jüdischen Altertümer, Antiquitates Judaicae, etwa 94 n. Chr.
Judäa: Auch Juda, Land und Königreich um Jerusalem, dann auch römische Provinz, zur Zeit von JesusAS, zu Syrien zählend.
Glossar
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Jussufsai: Stamm der Paschtunen, auch Pathanen genannt. Je nach Landesursprung sind eine Reihe von ande- ren Schreibweisen bekannt. So etwa Yoozoof Zyes, Yussufzais, Yusufzais, Jussufzais.
Kabul: Heute Hauptstadt von Afghanistan. Ältere Schreibweisen sind bekannt als Cabul, Caubul, Cabool, Caubool, Kaubul. Provinz und Stadt.
Kafir: Ungläubiger, jemand, der verneint, dass der Pro- phet MuhammadSAW von Gott gesandt wurde und Empfänger göttlicher Offenbarung war.
Kafirstan: Nuristan, Gebiet im westlichen Hindukusch.
Kain: Sohn Adams und Bruder Abels, der ihn auch er- schlug. Andere Schreibweisen sind: Kais, das wie- derum auch als Keis zu finden ist und so aus dem Römischen kommt. Siehe auch: Quais.
Kala Dakah: Heute Qala Takht, Ort und Seitental zwischen Ghaur und Gazni.
Khalifa: Kalif: Das geistliche Oberhaupt der Muslime; nach den vier rechtgeleiteten Khalifa Abu BakrRA, Um- arRA, OsmanRA, und AliRA, die von den Muslimen durch Wahl in ihr lebenslanges Amt kamen, gab es Khalifa, die ihr Amt, ähnlich wie in Königs- häusern, vererbten. Zuletzt war der Khalifa nur noch Symbolfigur ohne wirklichen Einfluss. Im Jahr 1923 wurde das Kalifat in der Türkei von Attatürk abgeschafft. Indes ist die Institution des wahren Kalifats durch die Khalifa, die innerhalb der Ahmadiyya Muslim Jamaat (Gemeinde) durch Wahl bestimmt werden, wiederbelebt worden. Derzeit ist der 5. Kalif als Nachfolger des Verheiße- nen Mahdis und Messias, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, im Amt. Sein Name lautet Hadhrat Mir- za Masroor AhmadABA.
Glossar
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Khalifa: Nachfolger, Stellvertreter. Ein geistiges und geist- liches Oberhaupt des Islam in der Nachfolge des Heiligen Propheten MuhammadSAW.
Kalima: Der Satz, der das islamische Glaubensbekenntnis umfasst: „La ilaha illallah Muhammadur rasulullah“ – „Niemand ist anbetungswürdig außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Gottes.“
Kandahar: Stadt und Provinz in Afghanistan, an Pakistan
angrenzend.
Kaschmir: Auch Kaschmir: Ehemaliges Fürstentum und Landschaft im NW-Himalaja, südliches Karako- rum, Indien und Pakistan. 1586 unter Akbar dem indischen Mogulreich angegliedert. 1756 unter af- ghanischer Herrschaft. 1819 Teil des Sikhreiches im Punjab. 1846 an den orthodoxen Hinduherr- scher Fulab Singh verkauft. Heute als: Jammu und Kaschmir bekannt unter indischer und pakista- nischer Regierung. Es wurde als der „Garten In- diens“ und das „Paradies auf Erden“ bezeichnet. Hauptstadt: Sri-nagar. Als angenommene, akzep- tierte Sprachen gelten: Dogri, Kaschmiri, Urdu, Ladakhi, Pahari.
Khaiberpass: Wichtigster Pass zwischen Afghanistan und Pa- kistan. Auf der Straße Kabul – Peschawar. Auch Khyberpass.
Khaled-Ibn- Abdullah:
Bezeichnung für Khaled-ibn-Walid, Chaled-Bin- Waled.
Khorasan: Heute Chorasan, nordostiranische Provinz, Hauptstadt Meshed.
Kitab: Arabisch für „Buch“.
Kufr: Unglauben.
Glossar
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Kuraischiten: Mekkanischer Stamm, dem auch der Prophet Mu- hammadSAW angehörte. Auch Koreischiten, Quo- raisch und Quraisch geschrieben.
Ladhak: Westtibetische Provinz Indiens. Ladhakitische Muslime gingen vor etwas über hundert Jahren nach Lhasa, um die dortige Moschee zu gründen.
Lalta Wasattara: Auch Lilavataras, die unzähligen Inkarnationen (Wiedergeburten) Krishnas. Der sich selbst erlöst, um in der weltlichen Welt zu erscheinen oder wie- der abzutreten.
Lama: Priester oder Mönch des Lamaismus.
Lamaismus: In Tibet und Mongolei vorherrschende Form des Tantra-Buddhismus.
Lamas: Geistliche des tibetischen Buddhismus.
Leh: Stadt in Jammu & Kaschmir, Standort des Klosters Himis. Hauptstadt der Provinz Ladakh.
Lhamo: Schutzherrin von Lhasa.
Lhasa: Hauptstadt von Tibet, heute ein Teil der Chi-nesi- schen Volksrepubliken auch La-Sa, dennoch heute wieder Verwaltungshauptstadt der autonomen Region Tibet. Bis 1959 Sitz des Dalai Lama, des
„Gottkönigs“ der Tibeter. Zugang zur Stadt war für lange Zeit für Fremde verboten, daher auch oft
„Die verbotene Stadt“ genannt. Wurde nachweis- lich erst am 8. Oktober 1661 von zwei Jesuitenpa- tern das erste Mal erreicht, Pater Johann Grüber und Pater Albert d’Orville. Die Gründung Lhasas gilt als gegeben durch die chinesische Prinzessin Wen Cheng, die 641 n. Chr. den tibetischen König Srong Tsan Gampo heiratete. Sie wird im Tantra- Buddhismus als „Weiße Tara“ verehrt. Der Sage nach ließ sie den See, der sich da befand, wo heute Lhasa steht, trocken legen und die ersten Gebäude errichten.
Glossar
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Mager: Griechische Bezeichnung für Meder, daher auch Magianer.
Maghadi: Dialekt von Maghada. Der Buddha hielt einen gro- ßen Teil seiner Lehrreden in Maghadi.
Maghara: Name eines Volkes und Landes im südlichen Bi- har, Indien. Maghada in Sanskrit und Pali. Provinz des Buddhas.
Mahabharat: Maha-Bharata: Der große Krieg (im alten Indien). Maha-Deva: Der große Gott (ein Name Sivas).
Maha-Devi: Die große Göttin, (ein Name Devis, der Gattin) Frau (Sivas).
Maha-Vagga: Der 2. Band des Palikanon.
Mahdi: Der geistige Führer, der auch Anspruch erhebt, der erwartete Messias, der Erlöser zu sein, im Sinne der muslimischen Tradition. Der von Gott Geleite- te. Der unter göttlicher Leitung Stehende.
Malik: Arabisch: „König“.
Mamun-al-Rashid: Kalif von Bagdad, 813-833 n. Chr. Höhepunkt des Abbasiden-Reiches. Mamun war der Sohn des Harun-al-Raschid.
Manasse: Ältester Sohn von Joseph (Stammvater).
Mara: Aus dem Sanskrit, der Teufel, der Buddha zu ver- führen versuchte.
Masih: Arabisch für Messias.
Maulvi: Islamischer Prediger, der Rituale vollziehen kann und z. B. den Freitagsgottesdienst leitet.
Meder: Indogermanisches Volk im Westiran. Sie zerstör- ten das Reich der Assyrer zwischen 625-585 v. Chr. Die Griechen nannten sie die Mager.
Glossar
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Medien: Zuerst 836 v. Chr. erwähnt, wurde es 550 v. Chr. von Persien verwaltet. (Satripie) Gebietsmäßig etwa der Nordteil von Persien, dem heutigen Iran.
Mekka: Stadt der Kaaba, des ersten Gotteshauses auf Er- den; Stätte des Wirkens des Heiligen Propheten MuhammadSAW.
Meschech: Stadt in Khorasan, heute Chjorasan, Provinz- hauptstadt Meshed im nordöstlichen Iran.
Messias: Der Erlöser. Der „Verheißene Messias“. Maschiach (hebräisch), Christus (lateinisch), Christo (grie- chisch) = der Gesalbte.
Metreya: Übereinstimmend mit dem Mettayya der Abhand- lung. Er ist der Buddha der Zukunft, wie er in Ti- bet bekannt ist. Buddha predigte, dass nach 500 Jahren seine Religion in Gefahr der Vergessenheit oder der Verfälschung geraten würde. Daher weis- sagte er, dass zur gegebenen Zeit ein neuer Bud- dha, ein Messias, ein Bote kommen würde sowie dass nach 2500 Jahren Buddha Metreya erscheinen würde. – Metreya gilt auch als Schutzherr des La- maklosters von Drepung in Tibet, etwas westlich von Lhasa, auch als „Reishaufenkloster“ bezeich- net.
Metreya-Tempel: Wurde im Jahre 1917 dem Buddha Metreya, dem Buddha der Zukunft geweiht, nachdem in 1916 eine Buddhastatue auch als Metreya, Buddha der Zukunft, aufgestellt worden war. In Drepung.
Metteyya: Auch Metreya. Der Buddha der Zukunft.
Mogul: Islamische Herrscherdynastie in Indien. 1857 wur- de der letzte Mogul zur Abdankung durch die Bri- ten gezwungen.
Glossar
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Mohammedaner: Muslim: Ein fälschlicherweise im letzten Jahrhun- dert oft angewandter Ausdruck, der einen Gläubi- gen des Islam bezeichnet.
Mohammedanis- mus:
Islam: Im vorigen Jahrhundert wurde dieser Aus- druck fälschlicherweise noch häufig gebraucht. So auch das Wort Mohammedaner anstelle von Mus- lim.
N. H.: Abk. für „Nach Hijra“, d. h. Nach der Auswande- rung des Heiligen Propheten MuhammadSAW aus Mekka nach Medina im Jahre 622, von der an die islamische Zeit entsprechend dem Mondkalender gerechnet wird.
Ramazan: Ramadan, der Fastenmonat.
Mosul: Stadt im heutigen Irak. Stadt des Altertums, süd- lich vom antiken Ninive.
Mufti: Rechtsgelehrter, der eine Fatwa (Rechtsgutachten) in Glaubensfragen erstellen darf.
Muhammad: Geb. 570 in Mekka, gest. 632 in Medina. Die Schreibweisen wie Mohammad und Muhammad sind im europäischen Raum ebenfalls üblich.
Müller: Max F., Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher über die Veden, die verschiedenen Arten von Auslegungen der Religionen, vor allem durch seine Bearbeitung der fünfzig Bände „The Sacred Books of the East“.
Muslime: Gottergebene, Anhänger des Islam.
Nirwana: Sanskrit: Erlöschen, verwehen, aufhören zu at- men, nirva: ausblasen. Nibbana in Pali. Das Ende des materialistischen Lebens. Im Sinne von Erlö- sung, paradiesischer Zustand.
Nisibis: Stadt in der Nähe der heutigen syrisch-türkischen Grenze. Im Buch als Nasibain, Nusaybin erwähnt.
Glossar
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Nod: Land des Kain, Sohn Adams.
Nusaybin: Auch Nysaibin oder Nisibain, heute Nisibis.
NW-Grenzprovinz: Eine Grenzprovinz, die sich im westlichen Pakis- tan bis zur Grenze zu Afghanistan von Waziristan bis zum Hindukusch hinzieht, mit dem berühm- ten Khyber-Pass bei Peschawar.
Oldenberg: Dr. Hermann, Autor vieler Bücher über östliche Religionen.
Oxus: Deutsche Schreibweise für antike Bezeichnung des heutigen Amudarja, Fluss im heutigen West- turkestan; fließt in den Aralsee. War eine oft er- wähnte Reisemarkierung des Altertums. Von den Griechen Oxos geschrieben.
Paktanwali: Gesetzsammlung, die in Afghanistan früher die Rechtsgrundlage darstellte.
Palästina: Das Land der Philister, Philisterland.
Pali: Die Sprache des heutigen Buddhismus, entstand aus einer Nebenform des Sanskrit der Veden, Prakrit genannt, und wurde durch buddhistische Missionare über Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, eingeführt.
Pandit: Hindu-Geistlicher.
Pandschab: Fünfstromland. Region in Indien und Pakistan. West-Pandschab bildet die pakistanische Provinz Pandschab. Das indische Ost-Pandschab wurde später in weitere Provinzen g-teilt (Pandschab/ Hariana).
Panjab: Auch Punjab, siehe Pandschab. Paschtunenstämme: Durrani, Ghilzai, Afridi, Jussufsai, Mohmand. Paschto: Sprache der Paschtunen
Glossar
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Passahfest: Auch Passafest und Pesach, fällt in den März/ April. Pesach (hebräisch = schonendes Vorüberge- hen); erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten.
Pathanen: Eine andere Bezeichnung für Paschtunen. Peshawar: Provinzhauptstadt im heutigen Pakistan, i. d.
North-West-Grenzprovinz.
Philisterland: Philister, ein antikes indogermanisches Seevolk, etwa 1400 v. Chr. in Palästina eingedrungen. Sie waren die ‚ewigen’ Gegner Israels und wurden letztlich in das römische Reich eingegliedert.
Pitakkatayan: Sutta Pitaka, Buddhas Lehre und Reden. Suttas (Lehrvorträge), und Nikayas (Sammlungen)
Qais: Römischer Name für Kain. Stammvater, einer der Stämme Israels.
Qur-ân: Wörtlich „das oft Gelesene“. Das ewig gültige Ge- setz, das Gott für alle Menschen dem Heiligen Pro- pheten MuhammadSAW offenbarte.
Rahula: Sohn des Buddha. Deutsche Schreibweise ent- spricht dem Originalwort aus der Pali-Sprache.
Rawalpindi: Stadt in Pakistan, nahe dem heutigem Islamabad.
Rhys-Davids: T. W. Verfasser vieler Bücher über Buddhismus und Hindureligionen, sowie indische Frühge- schichte. (The Question of King Melinda, u. a. Werke.)
Ruhullah und Kali- matullah:
Ruhullah heiß wörtlich: „Geist Gottes“ und Kali- matullah heißt wörtlich: „Wort Gottes“.
Sakja: Name des Geschlechts aus dem der Buddha stammt.
Sakjamuni: Bezeichnung für den Buddha: „Der Weise aus dem Sakya Geschlecht“ = Pali sakyamuni; Sansk- rit sakyamuni.
Glossar
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Salmanassar: Salmanassar III, König von Assur. Lebte von 858- 824 v. Chr., kämpfte gegen die Meder, Israeliten und Araber. Salmanassar V. regierte von 727-722, siegte über Samaria, wurde selbst gestürzt. Unter seiner Belagerung und nach seinem Sturz wird die Zerstreuung der zehn Israelitenstämme als einge- leitet gesehen. Diese „verloren sich im assyrischen Reich“.
Salomon: Auch Solomo, der Sohn König Davids (973-933 v. Chr.). Brachte Jerusalem zur Blüte, regierte von 970-950. Nach seiner Herrschaft, unter der seines Sohnes Rehabeam, machten sich die zehn Nord- stämme selbständig unter dem Vogt Jerobeam. Nur Juda und Jerusalem verblieben.
Samaria: Geschichtliche Landschaft in Mittelpalästina und Stadt, das heutige Dorf Sabastijja. Samariter = Be- wohner des Landes, altes jüdisches Mischvolk, das nur die 5 Bücher Mose anerkannte.
Samarkand: Stadt in Usbekistan
Sanskrit: Bedeutet „geordnet“. Als Sprache erwachsen aus dem Vedisch-Sanskrit, eine benutzte Sprache vor der Erfindung der Schrift, bzw. vor der Erreichung der Schreibkunst in Indien.
Satwa: Auch Satwa-Buddha, auch Sattva geschrieben. Die Erscheinungsweise der Reinheit oder Tugend in der materiellen Welt.
Saul: Der erste gottgeweihte König der vereinigten Stämme von Israel. (hebräisch für der Erbetene). Auch der „Bauernkönig“. König Talut der Afgha- nen.
Scharia: Das islamische Gesetz, wie es durch den Heiligen Qur‘an dargelegt wird.
Glossar
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Shakyamuni: Auch Sakjamuni, in China der „Dickbauch-bud- dha“ und Glücksgott. In Tibet – Buddha-Shakya- muni – der voraussagte, dass Metreya, der Buddha der Zukunft, noch nach ihm erscheinen würde.
Schifa: Gesundheit.
Siddartha: Eigenname Buddhas.
Siva: Mahadeva-Trilinga-Visvanatha: Der die Erschei- nungsweise der Unwissenheit beherrscht und die Zerstörung des materiellen Universums vor- nimmt. (Sanskrit Wort und Eigenname.)
Sri: Glück, Wohlsein, Reichtum, Wohlhaben. 1. Die Frau Vishnus 2. Ein Ehrentitel oder Bezeichnung für Götter, Könige, Helden, Menschen und Bücher von hohem (moralischem) Wert.
Sulaimani: Arabische Bezeichnung für Nachkommen des Sa- lomo oder Salomon.
Sunna: Tradition, gewohnte Handlungsweise, Überlie- ferung, Brauch, der Weg, den man beschreitet. Vorbild. Lebensweise des Heiligen Propheten Mu- hammadSAW. Nach dem Qur‘an, die zweitwichtigs- te Quelle der islamischen Lehre.
Surrya-Vansa: Rajputs. Sonnenrasse; die die Sonne als ihren Ur- ahn betrachten.
Sutta: Im Deutschen das Sutta, mit Grundbedeutung: Schnur, Leitfaden. Im Buddhismus Lehrreden, Lehrstück. Sutra in Sanskrit
T'atirul-Anam: Wörtlich: „Essenz für die Menschen“, ein Buch über die Traumdeutung aus der Sicht des Islam.
Thora: Fünf Bücher Mose, das Gesetz der Juden. Togarma: Gebirge in der Türkei. Auch Togarmah möglich.
Ulema: Gelehrte, gewöhnlich für Religionsgelehrte oder Kleriker; Plural von Aalim.
Glossar
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Urdu: Nationalsprache in Pakistan. Wird vom großen Teil der Muslime in Indien und Pakistan gespro- chen und verstanden.
Varanasi: Die Stadt der ersten Predigt von Buddha. Eine zeitlang Benares genannt, am Ganges gelegen.
Vedanta: Auch Vedanta-Sutra (Brahama-Sutra): Eine philo- sophische Abhandlung, die von Srila Vyasadeva geschrieben wurde, um die Schlussfolgerung aller Veden zu geben.
Veden: Wort aus dem Sanskrit. Die vier heiligen Schriften der Anhänger des Glaubens an die Seelenwan- derung, also Hindus, die sogenannten Rg-, (auch Rig-, Reg- und Rag-) Yajur-, Sama- und Arthava- Veda. Dazu Ergänzungen, die als Puranas, Mahab- harta, das Vedanta-Sutra bezeichnet werden.
Vespasian: Titus Flavius Vespasian, geb. 17.11.9 n. Chr., gest.
24.6.79 n. Chr., römischer Kaiser seit 69 n. Chr., unter seiner Herrschaft wurde der Aufstand der Juden von seinem Sohn Titus niedergeschlagen, 70 nach Christus Jerusalem zerstört.
Vyanjana: Vinjana: Bewusstsein, Bewusst werden, Erkennen.
Vinnana in Pali = vijnana in Sanskrit.
Wahabiten: Volksstamm und Religionsrichtung im Islam. Die Herrscherfamilie Saudi in Saudi-Arabien gehört diesem Stamme an. Anhänger der Lehre Abdal- wahhabs. Der saudische König ist ein direkter Nachfolger und auch die Mehr-zahl der Bewohner des Königreiches (seit 1931) gehören dieser Glau- bensrichtung an.
Wali: Wörtlich: Freund. Vormund, Fürsprecher, Anwalt.
Williams: Monier, Sir; Verfasser von verschiedenen Büchern über die Religionen des Osten (Vedism, Brahma- nism & Hinduism, u. a.).
Glossar
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Yahuda: Auch Yehuda, Jehuda = Juda.
Yahyâ: Arabischer Name für Johannes den Täufer.
Yama: Indischer und tibetischer Totengott, der das golde- ne Lebensrad in den Händen hält.
Yamaraja: Auch Yama-raja: König des Todes, Halbgott des Todes, Wort aus dem Sanskrit. Eigenname des Herrschers über die Hölle nach den Überlieferun- gen der Veden.
Yasa: In der Pali-Sprache, Name, der einem der ersten Laienanhänger.
Yunani: Eine altgriechische Behandlungsart, die man heute vielleicht „Ganzheitsmedizin“ nennen könnte.
Stichwortverzeichnis
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Abdul Hamid 78
Abdul Rashid 177, 186
Abel 81
Abendmahl 153
Abgerus 137
Absolution 203
Abu BakrRA 183
Affe 172
Afghan 180, 182, 185, 186, 187,
188, 210, 212, 213, 223, 226,
227, 231, 232
Afghanen 113, 139, 140, 141, 175,
176, 177, 178, 179, 180, 181,
182, 185, 186, 187, 188, 190,
191, 192, 209, 210, 211, 212,
213, 214, 215, 216, 217, 220,
221, 225, 226, 230, 232, 233
Afghanistan 139, 140, 141, 176,
180, 181, 209, 212, 216, 219,
221, 222, 223, 224, 226
Aggression 33
Ägypten 65, 66, 142, 187, 232, 261
Ahadith 41, 47, 109, 116, 117, 261,
276, 281
Ahl-e-Hadith 36, 41
Ahl-e-Sunnat 36
Allmächtigen 32, 64, 66
Amritsar 78, 261
Antichrist 75
Apostel 86, 125, 128, 203
Arabien 33, 183, 186, 226, 227
Arabisch 33, 275, 281
Argumente 34, 50, 88, 109, 110,
286
Armut 150
Aryas 148
Arzt 120
Asaf 158, 185, 186, 187
Asien 124, 127, 212
Astronomie 124
Auferstehung 53, 62, 92, 93, 104,
107
Avicenna 125
Baba Nanak 98
Babylonien 181, 183, 190, 226
Bani Fatima 37
Barmherzigkeit 32, 34, 39, 47, 56,
64, 77, 197, 261, 274
Barnabas 60
Belohnung 35, 93
Benares 140, 151, 198
Berg 84, 151, 175
Bergpredigt 151, 157, 199
Bescheidenheit 34
Beschneidung 179
Beweise 34, 49, 50, 53, 55, 59, 86,
87, 105, 106, 109, 119, 131,
133, 135, 143, 144, 169, 174,
175
Bewusstlosigkeit 54, 61, 62, 69,
74, 111, 283
Bibel 47, 50, 53, 55, 67, 76, 147,
150, 182, 226, 261, 281
Blitz 84
Blumen 146
Blut 36, 37, 46, 71, 81, 282
Blutung 120
Stichwortverzeichnis
![]()
Brechen des Kreuzes 131, 164
Britische Regierung 41
Buddha 24, 144, 145, 146, 147,
148, 149, 150, 151, 152, 153,
154, 155, 156, 157, 159, 160,
161, 162, 163, 167, 168, 169,
170, 171, 172, 173, 195, 196,
197, 198, 199, 200, 201, 202,
204
Buddhismus 23, 24, 55, 112, 143,
144, 146, 148, 149, 150, 156,
158, 159, 163, 164, 169, 170,
195, 206, 207, 208
Buddhist 32, 160, 161, 162, 205
Buddhisten 24, 153, 157, 159, 162,
168, 195, 203, 206
Captain W. Douglas 80 Cäsar 71, 72
China 178, 179, 202, 215
Christen 34, 35, 36, 38, 48, 53, 56,
78, 83, 84, 87, 90, 91, 92, 97,
98, 109, 110, 114, 119, 127,
128, 129, 130, 139, 153, 163,
195, 202, 215, 218, 261, 282,
287
Christentum 24, 50, 169, 208, 282,
284
Christentums 285
Dajjal 75, 143
Damaskus 35, 222
David 182, 226
Demut 32, 47, 261, 283
Dschingis Khan 176, 214, 227
Dunkelheit 21, 22, 47, 48, 57, 58,
64, 110, 111, 114, 132, 166
Durst 64, 69
Ehebruch 196, 261
Ehemann 168
Ehre 33, 58, 112, 261
Ehrfurcht 283
Ehrgefühl 45, 261
Eigentum 43
Einheit 32, 48, 132, 151
Einzigartigkeit 132
EliasAS 87
Emanationstheorien 195
Emmaus 67
Endzeit 34, 35, 87, 139, 165, 285
Engel 35, 65, 66, 171, 261, 287
Enthaltsamkeit 197, 199
Erdbeben 110, 111, 152, 153
Erde 34, 35, 36, 37, 48, 49, 53, 54,
60, 64, 81, 88, 89, 90, 92, 95,
101, 131, 153, 165, 201, 283
Erkenntnis 51, 61, 261
Erlösung 57, 81, 112, 157, 175,
261, 286
Essen 67, 73, 100, 107, 165
Europa 124, 127, 202
Eusebius 137
Evangelien 58, 59, 60, 61, 66, 68,
69, 70, 71, 72, 76, 87, 88, 92,
98, 100, 101, 102, 103, 144,
145, 150, 152, 153, 169, 170,
Stichwortverzeichnis
![]()
171, 173, 174, 193
Evangelium 21, 60, 62, 64, 65, 82,
92, 102, 144, 148, 150, 152,
155, 167, 207
Fars 183, 227
Fatimide 36
Feind 45, 57, 89, 106, 146, 149
Feindseligkeit 39, 56, 198
Feuer 146, 173, 196, 198, 199, 261
Fisch 62, 172
Fleisch 62, 69, 100, 106, 128, 195,
218, 282
Fluch 56, 81, 114, 143
Forscher 34, 60, 70, 127, 163, 164,
176
Fortschritt 38, 131
Freiheit 33, 42, 43, 44, 46, 179
Freitag 22, 64, 72
Freundlichkeit 32, 47, 229
Frieden 25, 38, 42, 47, 183, 273
Friedfertigkeit 40
Furunkel 120
Galiläa 59, 62, 63, 67, 68, 69, 100,
104, 105, 106, 120
Gebet 76, 77, 78, 81, 261, 281
Geburt 48, 58, 132, 159, 170, 172,
198, 204
Gefährten 42, 43, 45, 136, 152, 274
Gefangenschaft 99, 179, 180, 209,
210, 229, 231
Gefängnis 44, 79, 261
Gefühllosigkeit 32
Gefühlskälte 32
gehorsam 38
Gehorsam 40, 261
Geist 54, 62, 102, 151, 164, 171,
172, 197, 199
Gemeinde 281
Gemetzel 37
George Forster 176, 209
Gerechtigkeit 32, 38, 39, 66, 115
Gericht 65, 74, 75, 79, 80, 261
Geschichten 32, 96, 97, 98, 167,
168
Gesegnete 143, 144, 201
Getsemani 77
Gewalt 25, 44, 45, 104, 131
Gewissen 66, 167
Ghor 176, 177, 179, 180, 181, 185,
186, 187, 210, 211, 229, 230,
231, 232
Gier 46, 49, 150, 171, 172
Gift 56, 146
Glaube 32, 38, 39, 53, 93, 130, 131,
149, 164, 171, 203
Glauben 38, 39, 44, 45, 46, 55, 56,
57, 77, 80, 95, 129, 130, 160,
164, 179, 181, 187, 230, 231,
281
Gnade 34, 53, 64, 69, 86, 87
Golgatha 115
Gott 35, 38, 39, 42, 43, 47, 48, 50,
54, 56, 57, 58, 65, 67, 69, 74,
75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 86,
87, 89, 90, 91, 93, 94, 95, 99,
101, 110, 111, 112, 113, 114,
Stichwortverzeichnis
![]()
117, 118, 130, 131, 132, 133,
142, 148, 158, 161, 164, 165,
168, 173, 174, 193, 199, 229,
231, 261, 273, 281, 283
Gottesdienst 203
Gotteserkenntnis 56, 57, 58, 77,
284
Gottesliebe 56, 57, 58
Göttlichkeit 35, 66, 88, 89, 91, 93,
94, 95
Götzendienst 55, 113
Grab 49, 61, 62, 70, 105, 115, 116,
165, 283
Gräber 47, 92
Grabgewölbe 59, 61, 67
Grabmal 62, 69, 70, 74, 105, 262
Grabmäler 61, 69
Grausamkeit 32, 172
Groll 56, 78
Güte 47, 48, 142
Hadith 44, 50, 117, 131, 165, 166,
276
Hartherzigkeit 32, 67, 94
Hass 39, 56, 262
Hazara 175, 176, 210
Heilige ProphetSAW 43, 116, 118,
130
Heiliger ProphetSAW 41
Heiligkeit 47, 58, 64
Heinmer 137
Herat 137, 177, 179, 181, 182, 210,
222, 224, 226
Herodot 190
Herrscher 43, 44, 124
Hieronymus 180
Himmel 34, 35, 36, 39, 48, 49, 53,
59, 62, 76, 81, 84, 86, 88, 89,
90, 91, 100, 101, 105, 129,
131, 132, 164, 165, 166, 171,
193, 201, 229, 282
Himmelfahrt 58, 100, 104, 105,
116, 164, 283
Hindus 36, 78, 79, 97, 149, 171
Hohlraum 69
Hölle 35, 58, 95, 171, 172, 173
Honigwabe 62
Hund 171, 172
Hunger 64, 69
Idris 176
Imam Muhammad 35, 37, 39
Indien 5, 6, 23, 29, 31, 40, 41, 54,
55, 67, 117, 125, 140, 148,
149, 152, 153, 182, 183, 187,
193, 205, 206, 207, 223, 225,
227, 262, 281, 284
Indizien 34
Inkarnation 203
Insekt 32
Insekten 150
Interpretation 84, 99, 101, 166
Iran 179, 183
Islam 5, 6, 33, 34, 35, 36, 37, 38,
40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 48,
49, 50, 116, 129, 130, 139,
177, 181, 186, 188, 191, 230,
262, 276, 279, 281, 284, 286
Stichwortverzeichnis
![]()
Israel 55, 141, 174, 175, 177, 178,
179, 181, 185, 187, 210, 212,
215, 219, 222, 223, 231, 232,
283
Israeliten 112, 113, 139, 141, 175,
179, 180, 187, 188, 190, 192,
229, 230, 232
Jainist 32
Jalsa 277
Jamaat 91, 273, 277, 281, 282, 288
Jehuda 178, 180
Jenseits 93, 112, 173, 262
Jerusalem 21, 22, 23, 67, 83, 86,
101, 120, 137, 179, 180, 186,
187, 226, 229, 232
Jihad 32, 33, 34, 39, 41, 79
Johannes 35, 81, 82, 83, 84, 86, 95
Jonas 53, 54, 55, 61
Joseph 65, 70, 73, 170, 182, 214
Judas Ischariot 53
Juden 22, 35, 54, 55, 59, 63, 64, 69,
71, 72, 73, 74, 75, 81, 82, 86,
88, 89, 91, 92, 93, 94, 95,
103, 104, 105, 106, 110, 111,
112, 114, 119, 127, 128, 129,
130, 137, 139, 147, 148, 149,
158, 159, 170, 178, 179, 182,
183, 188, 204, 208, 209, 213,
214, 215, 216, 217, 219, 223,
226, 232, 233
Jünger 60, 62, 67, 68, 77, 83, 84,
103, 105, 106, 125, 127, 136,
151, 152, 159
Jüngsten Tag 92
Kabul 175, 180, 181, 185, 213, 217,
220, 221, 223, 229
Kajaphas 77
Kalima 37
Kandahar 177, 185, 211
Kaschmir 23, 49, 54, 55, 62, 70,
115, 116, 139, 140, 141, 143,
164, 175, 176, 193, 206, 209,
217, 262, 283
Kaschmiri 55, 113, 189, 192
Ketzer 47, 74, 262
Keuschheit 151, 197, 199
Khalid bin Walid 177, 178, 179,
183, 186, 210, 211
Khanyar-Viertel 49, 283
Khyber-Pass 137
Kinder Israels 176, 186, 210, 217,
219, 231, 232
Knochen 62, 63, 64, 69, 73, 106
König 41, 54, 72, 96, 113, 136, 137,
139, 145, 175, 178, 179, 181,
208, 211, 215, 223, 224, 226,
230
Kooß 67
Koran 281, 283
Körper 35, 36, 48, 63, 67, 68, 69,
70, 71, 73, 93, 100, 103, 104,
105, 106, 111, 135, 147, 165,
170, 173, 198, 199, 282, 283
Kraft 274
Kreuz 5, 6, 23, 35, 49, 54, 58, 59,
60, 61, 63, 64, 65, 66, 68, 69,
Stichwortverzeichnis
![]()
71, 72, 73, 75, 76, 82, 86, 88,
89, 99, 100, 107, 110, 111,
129, 130, 131, 152, 164, 165,
262
Kreuzestod 55, 58, 66, 67, 72, 81,
87, 88, 99, 100, 110, 119,
130, 148, 157, 174
Kreuzigung 61, 63, 64, 70, 72, 81,
87, 88, 93, 98, 100, 114, 115,
116, 119, 127, 128, 129, 131,
148, 150, 207, 283, 285
Krieg 46, 131, 192, 262
Kriege 33, 46, 166
Kriegsarten 33
Lahore 284
Lama 171
Leben 22, 31, 32, 33, 36, 53, 59,
60, 61, 63, 64, 65, 67, 71, 83,
84, 86, 87, 93, 94, 95, 97, 98,
99, 100, 104, 106, 128, 144,
148, 149, 151, 159, 168, 171,
173, 197, 199, 201, 206, 207,
281, 288
Lebewesen 32, 196
Lehre 32, 38, 39, 40, 66, 150, 151,
152, 153, 154, 155, 157, 159,
164, 168, 170, 197, 201, 203,
210, 211, 284
Leichnam 69, 73, 105, 165
Leid 41, 42, 48, 60
Leidenschaft 199
Lekh Ram 79
Licht 22, 34, 46, 47, 51, 57, 58, 127,
131, 132, 144, 146, 148, 150,
152, 157, 169, 230, 263
Liebe 48, 56, 58, 66, 98, 114, 151,
155, 263, 283
loyal 38
Loyalität 45
Lüge 44, 94, 196
Lukas 62, 69
Lust 199
Macht 35, 36, 46, 82, 89, 101, 133,
164, 263
Magdalena 67, 169
Magier 119, 129, 130, 186, 231
Mahdi 5, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 46,
47, 49, 79, 279, 281, 282,
285
Märchen 32, 98
Marham-i ʿīsā 119, 121
Maria Magdalena 67
Markus 62, 70
Martin Clark 78
Masiha 156
Matthäus 53, 65, 66, 75, 81, 82, 83,
84, 86, 88, 92, 103, 106, 152
Medikament 120, 124, 128
Medina 42, 229, 230, 277
Medizin 119, 120, 124, 125
Meister 35, 85, 142, 144, 196
Mekka 41, 43, 45, 77, 277
Mensch 32, 38, 39, 45, 57, 63, 65,
70, 71, 76, 94, 105, 154, 167,
169, 171, 172, 183, 263, 281,
283
Stichwortverzeichnis
![]()
Menschenliebe 32
Menschheit 47, 78, 87, 151, 263,
283
Messias 5, 23, 24, 25, 35, 37, 38,
39, 40, 41, 46, 47, 49, 50, 55,
74, 75, 79, 81, 84, 87, 89, 90,
94, 95, 112, 118, 120, 127,
130, 131, 135, 142, 143, 149,
156, 158, 159, 160, 161, 162,
164, 165, 166, 195, 196, 204,
205, 217, 279, 281, 284, 288
Metteyya 155, 156, 157, 159, 160,
161, 162, 201, 204
Missgunst 32
Mitgefühl 33, 39, 49, 148, 150, 151
Mitleid 151, 167, 168
Mönch 170
Mondkalender 64
Moral 39, 48
Mord 32, 110, 129
Mordanklage 79
Moschee 277
Mossul 137
Münze 113, 126
Münzen 113, 126
Muslim 43, 44, 49, 177, 263, 273,
281, 282, 288
Muslime 32, 33, 34, 35, 36, 38, 39,
43, 75, 78, 91, 92, 113, 119,
129, 130, 263, 281, 282
Muslimen 32, 49, 64, 119, 127,
129, 282
Mutter 35, 65, 136, 167, 168, 169,
200, 212, 218
Myrrhe 120
Nägel 59, 68
Nasibain 136, 137, 139, 141
Natur 48, 93, 96, 98, 106, 112, 143,
147, 152, 171, 263, 287
Naturwissenschaft 124
Nebukadnezar 176, 179, 180, 182,
185, 186, 187, 190, 209, 216
Nepal 140, 164, 207
Nichtmuslime 36, 38, 40
Nirwana 172, 196, 199
Nonne 170
Notovitch 206, 207
Offenbarung 50, 54, 75, 79, 90,
120, 161, 168, 219, 263, 287
Offenbarungen 23, 24, 47, 79, 80
Ohnmacht 53
Ohnmachttheorie 10, 16
Oldenberg 145, 166, 201
Pahtan 177, 191
Paktanwali 190, 191
Palästina 24, 163, 164, 206, 207
Parabeln 150, 151, 153
Paradies 282, 283
Paschtu 190, 192
Passahfest 64, 192
Pathan 186, 213, 230, 231
Paulus 84
Persien 137, 139, 176, 180, 183,
207, 227
Stichwortverzeichnis
![]()
Persisch 33, 121, 216, 281
Peschawar 182, 216, 225
Pest 120
Pferd 136
Philosophie 124, 125, 171, 263,
284
Pilatus 21, 22, 23, 65, 66, 70, 71,
72, 73, 74, 100, 105, 110, 112
Pracht 84, 88
Predigt 151, 152, 197
Prinz 144, 201
Prophet 24, 35, 41, 43, 54, 61, 74,
81, 88, 102, 116, 118, 130,
137, 141, 149, 165, 177, 186,
210, 211, 217, 230, 231, 282
Propheten 273, 274, 282
Prophezeiung 54, 79, 82, 83, 84,
85, 86, 87, 90, 91, 114, 131,
155, 157, 158, 159, 160, 161,
162, 166, 173, 176, 201, 264
Prophezeiungen 41, 74, 87, 204,
281, 282, 283, 285
Prüfung 45, 77, 93, 147
Punjab 78, 112, 113, 139, 140, 141,
143, 174, 264
Qadian 279, 281
Qais 141, 177, 178, 180, 181, 186,
191, 192, 213
Qanun 124, 126, 128
Quraisch 37, 177, 277
Qur‘an 21, 41, 44, 45, 46, 47, 49,
50, 75, 109, 110, 112, 113,
115, 136, 264, 283
Rebell 72
Rechtschaffenheit 154, 274
Regierung 38, 40, 41
Regierungsgewalt 37, 124
Reichtum 46, 146, 147, 155
Reinheit 102, 115, 264
Reise 5, 6, 54, 67, 68, 69, 104, 139,
141, 148, 167, 174, 193, 202,
203, 209, 214, 221
Reisen 100, 116, 135, 136, 202,
207, 208
Religion 38, 39, 43, 44, 92, 97, 130,
156, 159, 161, 162, 173, 204,
205, 213, 264
Religionen 282, 283
Rezeptur 119, 120
Richter 80, 111, 214
Rindvieh 171
Ruder 177
Ruhm 33
Sabbat 64, 70
Salbe 68, 119, 120, 121, 125, 126,
127, 128, 130
Salbe Jesu 119, 125, 126, 130
Salomon 182, 188, 226, 231
Sandsturm 64
Sanftmut 34, 40, 47
Sanskrit 144, 160, 207
Scharia 33, 277
Schicksal 72, 82
Schiffsruder 177, 186, 191, 211
Stichwortverzeichnis
![]()
Schlacht 42, 146
Schlaf 85, 105, 167
Schlafen 67, 107
Schlangen 67, 146
Schmerz 48, 75, 168, 213
Schönheit 39, 146, 288
Schöpfer 35, 281
Schwein 165, 172
Schwert 36, 39, 42, 44, 45, 46, 47,
49, 86, 110, 165, 166
Seele 283
Seelenwanderung 170, 171
Segnungen 286
Selbstsucht 46, 49
Selbstverteidigung 42, 46
Siddharta 144
Siedlung 67
Sikhismus 98
Sikhs 97, 98
Sittenlosigkeit 32
Sonnenuntergang 64, 72
Spiritualität 146
Srinagar 49, 61, 115, 283
Standfestigkeit 45
Standhaftigkeit 45
Stern 170
Stolz 150, 264
Sühne 82
Sühneopfer 66
Sünde 82, 150, 264, 284
Syrien 33, 92, 137, 140, 148, 160,
176, 181, 185, 186, 187, 205,
209, 229, 231
Tacitus 159, 204
Talut 180, 185, 186, 222, 230
Teufel 47, 56, 114, 145, 146, 147,
148, 150, 152, 172, 264
Thora 21, 102, 120, 139, 170, 229
Tibet 54, 140, 141, 158, 159, 161,
164, 169, 179, 202, 204, 206,
207
Tier 32, 183
Tiere 32, 226
Tod 48, 58, 59, 60, 65, 69, 79, 83,
85, 88, 104, 110, 198, 264,
281, 285
Todesstrafe 36
Todesurteil 74
Traum 65, 66, 72, 84, 85, 99
Traumdeutung 99
Treue 45, 56
Triebe 40
Trinität 48
Trinken 67, 73
Turiner Leichentuch 16
Übertreibung 59, 60, 90, 101, 124
Unglauben 21, 36, 62, 67, 97, 282
Ungläubigen 282
Universum 85, 283
Unschuldigen 32, 65
Urdu 6, 33, 67, 281
Stichwortverzeichnis
![]()
Vater 76, 121, 152, 169, 170, 208,
222
Vedanta 171
Vedas 171
Veden 171, 172, 207, 264
Verachtung 56
Vergeltung 42
Verheißene Messias 5, 23, 24, 47,
50, 75, 87, 89, 127, 131, 164,
165, 279, 281
Verleumdung 44
verlorenen Schafe 55, 174, 175
Vernunft 61, 264
Verschwörung 77
Versuchung 145, 146, 147, 148,
150, 152
Vertrauen 76, 80, 112
Verurteilung 79
Vision 83, 84, 85, 86, 99, 101, 111,
147, 264, 287
Vollkommenheit 154
Wachzustand 85
Waffe 43, 130
Wahabis 36, 38
Wahrhaftigkeit 284
Wahrheit 31, 34, 38, 39, 44, 48, 50,
51, 54, 57, 66, 74, 91, 92, 93,
101, 102, 104, 105, 109, 112,
126, 127, 128, 129, 131, 132,
139, 148, 154, 164, 166, 214,
264, 285
Wal 53, 61
Wasser 63, 69, 71, 117, 175, 183,
203, 226
Weisheit 282
Welt 35, 36, 37, 44, 46, 47, 58, 65,
66, 69, 85, 86, 90, 91, 93, 94,
97, 112, 116, 130, 131, 132,
142, 145, 147, 151, 155, 156,
157, 164, 166, 170, 172, 174,
197, 282
Wiederkunft Jesu 36, 87
Wissen 23, 47, 48, 51, 125, 128,
133, 146, 148, 196
Wissenschaft 124
Wunde 120
Wunden 63, 68, 100, 105, 107, 119,
120, 121, 125, 127, 128
Wunder 59, 93, 98, 104, 109, 136,
151, 152, 198
Yahyâ 35, 81
Zacharias 81, 82
Zeichen 37, 47, 48, 74, 78, 79, 83,
84, 86, 88, 90, 91, 93, 104,
111, 131, 160, 168, 211, 264,
282
Zeugnisse 31, 34, 50, 88, 126, 143
Zölibat 152, 197
Zufriedenheit 48
Zukunft 48, 157, 201, 211
Zwang 38, 44, 45, 46
Anmerkungen des Herausgebers
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Die Verszählung des Heiligen Qur’an:
Der Heilige Qur’an beinhaltet 114 Suren, die jeweils aus einer unterschiedlichen Anzahl an Versen bestehen. Jede Sure, mit Ausnahme der neunten Sure, fängt mit der Eröffnungsformel, der tasmiya beziehungsweise basmala (bi-smillāhi r-raḥmāni r-raḥīm – Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen) an. In den Ausgaben des Heiligen Qur’an, die von der Ahmadiyya Muslim Jamaat veröffentlicht werden, wird diese Eröffnungsfor- mel immer als erster Vers der jeweiligen Sure gezählt. Andere Ausgaben berücksichtigen die basmala bei der Verszählung nicht, weshalb sich die Versangaben um einen Vers verschieben.
Im islamischen Sprachgebrauch werden hinter den Namen be- stimmter Personen, denen Gott eine besondere Stellung gegeben hat, verschiedene Segensgebete (Eulogien) gesprochen. Folgen- de Abkürzungen wurden verwendet, deren vollständige Form im Arabischen (in deutscher Transliteration) ebenfalls im Folgenden angegeben wird:
SAW ṣallallāhu ‘alaihi wa-sallam (taṣliya genannt) – Bedeutung: „Frieden und Segnungen Allahs seien auf ihm“ – wird nach dem Namen des Heiligen Propheten MuhammadSAW gesprochen.
AS ‘alaihi s-salām (taslīm genannt) – Bedeutung:
„Friede sei auf ihm“ – wird nach dem Namen aller anderen Pro- pheten gesprochen.
Anmerkungen des Herausgebers
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RA raḍiyallāhu ‘anhu / ‘anhā / ‘anhum – (tarḍiya genannt) – Bedeutung: „Möge Allah Wohlgefallen an ihm/ihr/ ihnen haben“ – wird nach den Namen der Gefährten des Heili- gen Propheten MuhammadSAW oder des Verheißenen MessiasAS gesprochen.
RH raḥmatullāhi ‘alaih / raḥimahullāh – Bedeu- tung: „Möge Allah ihm Barmherzigkeit erweisen“ – wird nach den Namen von bereits verstorbenen besonderen rechtschaffe- nen Menschen gesprochen, die aber keine Gefährten des Heili- gen Propheten MuhammadSAW oder des Verheißenen MessiasAS waren.
ABA ayyadahullāhu ta‘ālā bi-naṣrihi l-‘azīz – Be- deutung: „Möge Allah sein Helfer sein und ihn mit Seiner Kraft unterstützen“ – wird nach dem Namen des Kalifen der Zeit ge- sprochen.
Begriffserklärung Hadhrat: Ein Ausdruck des Respekts, wel- cher für eine Person von bewährter Rechtschaffenheit und Fröm- migkeit verwendet wird.
In diesem Buch verwendete Umschrift
Die Umschrift der arabischen Wörter und Namen folgt dem von der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG) empfoh- lenem Transkriptionssystem (lautgerechte Wiedergabe).
Bei der Umschrift in diesem Buch, die der folgenden Tabelle folgt, wurde darauf Wert gelegt, dass die Aussprache des Ori-
Anmerkungen des Herausgebers
![]()
ginals möglichst erhalten bleibt und eine einfache Lesbarkeit gewährleistet wird. Insofern ergeben sich hier und da einige Un- terschiede zu der in der Fachliteratur verwendeten Transliterati- on, bei der jedem Buchstaben ein Symbol entspricht, so dass die Umschrift eine vollständige Rekonstruktion des Originals mög- lich macht.
Arabisch | DMG | Beschreibung | Laut- schrift |
ا | ʾ / a | in der Kehle gebildeter schwacher Explosionslaut, wie im deutschen vor jedem anlautenden Vokal gesprochen Kurzer Vokal a | [ʔ] [ʔ̴] [a] |
ﺏ | b | Konsonant b | [b] |
ﺕ | t | Konsonant t | [t] |
ﺙ | ṯ | stimmloses englisches th | [θ] |
ﺝ | ǧ | stimmhaftes dsch | [ʤ] |
ﺡ | ḥ | scharfes, ganz hinten in der Kehle gesprochenes h | [ħ] |
ﺥ | ḫ | raues ch wie in Bach | [χ] |
ﺩ | d | an den Zähnen gebildeter Konsonant d | [d] |
ﺫ | ḏ | stimmhaftes englisches th | [ð] |
ﺭ | r | stimmhaftes, gerolltes Zungespitzen-r | [r] |
ﺯ | z | stimmhaftes s | [z] |
ﺱ | s | stimmloses s | [s] |
ﺵ | š | stimmloses sch | [ʃ] |
ﺹ | ṣ | breites stimmloses s | [sˁ] |
ﺽ | ḍ | ein etwas dumpf klingendes stimmhaftes d | [dˁ] |
ﻁ | ṭ | dumpfes t ohne folgenden Hauchlaut | [tˁ] |
ﻅ | ẓ | dumpfes, stimmhaftes s | [zˁ] |
ﻉ | ʿ | ungewöhnlich gepresster, ganz weit hinten gebildeter a-haltiger Kehllaut | [ʕ] |
Anmerkungen des Herausgebers
![]()
ﻍ | ġ | ein erweichter, dem Gaumen-r ähnlicher Buchstabe (wie das r in Rauch) | [ɣ] |
ﻑ | f | Konsonant f | [f] |
ﻕ | q | ein hinten am Gaumensegel gesprochenes k ohne folgenden Hauchlaut | [q] |
ک | k | Konsonant k | [k] |
ﻝ | L | Konsonant l, außer in Allah | [l] |
ﻡ | m | Konsonant m | [m] |
ﻥ | n | Konsonant n | [n] |
ﻩ | h | kräftig artikulierter Konsonant h | [h] |
و | w/u | Konsonant w Kurzer Vokal u | [w] [u] |
ي | y/i | Konsonant j Kurzer Vokal i | [j] [i] |
Kurzvokale werden als a, i, u geschrieben, Langvokale als ā, ī, ū.
Folgende Wörter unterliegen entweder konventionsmäßig oder der Lesbarkeit halber nicht oder nur bedingt den DMG Um- schriftregeln. Eigennamen werden in der Regel nicht translite- riert:
Unsere Konvention | DMG |
Abu Bakr | abū bakr |
Ahadith | aḥādīṯ |
Ahmadiyya | aḥmadiyya |
Ali | ʿalī |
Allah | allāh |
Amin | āmīn |
Dschihad | ǧihād |
Fatwa | fatwā |
Hadhrat | ḥaḍrat |
Hadith | ḥadīṯ |
Hadsch | ḥaǧǧ |
Hafis | ḥāfiẓ |
Hidschra | hiǧra |
Hudhur | ḥuḍūr |
Imam | Imām |
Inshallah | inšāʾallāh |
Islam | islām |
Anmerkungen des Herausgebers
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Jalsa Gah | ǧalsa gāh |
Jalsa Salana | ǧalsa sālāna |
Jamaat | ǧamāʿah |
Kalif / Khalifa | ḫalīfa |
Khutba | ḫuṭba |
Kalifat / Khilafat | ḫilāfa |
Khadija | ḫadīǧa |
Khalifat-ul-Masih | ḫalīfatu l-masīḥ |
Majlis-e Mushawarat | maǧlis-e mušāwarat |
Majlis-e Shura | maǧlis-e šūrā |
Medina | madīna |
Mekka | makka |
Moschee | masǧid |
Muhammad | muḥammad |
Nikah | nikāḥ |
Qurʾan | qurʾān |
Quraisch | quraiš |
Ramadan | ramaḍān |
Ruhani Khazain | rūḥānī ḫazāʾin |
Scharia | šarīʿa |
Sura | sūra |
Usman | ʿuṯmān |
Umar | ʿumar |
Zakat | zakat |

Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von QadianAS
Zum Autor
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Der Verheißene Messias und Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, wurde 1835 in Qadian (Indien) geboren und widmete sein Leben dem Studium des Heiligen Qur‘an, dem Gebet und der Hingabe zu Gott. Als er bemerkte, dass der Islam von allen Seiten mit haltlosen Vorwürfen angegriffen wurde und die Mus- lime nicht in der Lage waren, darauf zu reagieren, verteidigte er als Imam und Stimme der Zeit den Islam und stellte die unver- fälschten Lehren des Islam in ihrer Ursprünglichkeit wieder dar.
In seinem umfangreichen Gesamtwerk an Schriften, Vorle- sungen, Reden und religiösen Diskursen etc. erörtert er, dass der Islam den einzigen lebendigen Glauben darstellt, durch dessen Befolgung der Mensch eine tiefgehende Beziehung zu seinem Schöpfer herstellen kann.
Er erklärt, dass Gott ihn gemäß der Prophezeiungen in der Bibel, im Heiligen Qur‘an und in den Überlieferungen des Heili- gen ProphetenSAW des Islam (Ahadith) zum Messias und Mahdi ernannt hat. 1889 begann er, Mitglieder in seine Gemeinde, die Ahmadiyya Muslim Jamaat, aufzunehmen, die mittlerweile in über 206 Ländern verbreitet ist und mehrere zehn Millionen Mit- glieder umfasst. Er schrieb mehr als 80 Bücher in Urdu, Arabisch und Persisch.
Nach dem Tod des Verheißenen MessiasAS im Jahre 1908 tra- ten Kalifen seine Nachfolge an, um seine Aufgaben fortzuführen. Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, Khalifatul Masih Vaba, ist das derzeitige Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat und der fünfte Nachfolger des Verheißenen Messiasas.
Zum Autor
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Hintergrund
In allen großen Religionen gibt es Prophezeiungen über das Erscheinen eines großen Propheten und Reformers, der zu der Zeit erscheinen würde, wenn die Welt von Egoismus und Un- glauben geprägt sein würde. So hat auch JesusAS seine Wieder- kehr angekündigt und Zeichen für dieses Ereignis genannt.
Im Christentum wird dies Parusie (griech. Ankunft) genannt. Der Heilige Prophet MuhammadSAW hat ebenfalls eine Vielzahl von Prophezeiungen überliefert, in denen von der Wiederkunft JesusAS und dem Auftreten des Imam Mahdi die Rede ist.
Indes bestehen über die Art und Weise, wie diese Prophezei- ungen eintreten werden, bei Christen und Muslimen verschie- denartige Anschauungen. Orthodoxe Muslime glauben, JesusAS sei lebendig in den Himmel aufgefahren und befinde sich dort körperlich im Paradies an Gottes Seite, und eines Tages wird er herabsteigen und die Welt der Ungläubigen mit Waffengewalt besiegen.
Wiederkunft von JesusAS
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat hingegen sagt, dass ein sol- ches Denken der Weisheit Gottes widerspricht. Es ist unsinnig anzunehmen, JesusAS befinde sich mit seinem Körper aus Fleisch und Blut in einem Paradies über den Wolken, wo er täglich Nah- rung zu sich nehmen muss und anderen Verrichtungen unter-
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liegt, denen ein Mensch aufgrund seiner körperlichen Beschaf- fenheit nachgehen muss.
Das Paradies, so ist aus den heiligen Schriften der Mensch- heit zu entnehmen, ist kein materieller Ort, sondern ein geistiger Zustand, in dem sich die Seele befindet. Gott ist kein Wesen aus Materie, sondern jenseits von Werden und Zerfall, wie es dem Körper eigen ist. Er ist auch nicht an einen materiellen Ort ge- bunden, so dass die „Himmelfahrt“ von JesusAS nicht bedeuten kann, dass er zu einem bestimmten Ort im Universum aufgestie- gen ist, vielmehr kann man sich Gott tatsächlich nur im spiritu- ellen Sinne nähern, denn nur Ehrfurcht und geistige Verhaltens- weisen wie Hingabe, Demut und Liebe erreichen Ihn, nicht aber Materielles.
Wenn JesusAS aber nicht mit seinem Körper zu Gott ins Pa- radies aufgestiegen ist, wo ist er dann? Und wie wird seine Wiederkunft aussehen, von der zahlreiche Prophezeiungen ver- schiedener Religionen sprechen?
Der Heilige Koran erklärt, dass JesusAS eines natürlichen Todes auf Erden gestorben ist. Nach Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS überlebte JesusAS die Kreuzigung in Bewusstlosigkeit und wanderte dann zu den verlorenen Stämmen vom Hause Is- rael bis nach Kaschmir aus, wo er auch begraben liegt (4:158 und 23:51). Sein Grab im Khanyar-Viertel der Stadt Srinagar ist heu- te noch zu besichtigen. Zudem sagt Gott in weiteren 30 Versen des Heiligen Qur‘an, dass JesusAS auf der Erde gestorben ist. Wie aber kann dann seine Wiederkunft stattfinden?
Der Verheißenen Messias, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS im Verlag Der Islam
Die Philosophie der Lehren des Islam
2012, gebunden, 272 Seiten
ISBN 978-3-932244-80-3
Die Arche Noahs. Die Festung des Glaubens
2011, gebunden, 196 Seiten
ISBN 978-3-944277-47-9
Die Essenz des Islam – Band 1. Auszüge aus den Schriften, Reden und Bekanntmachungen des Verheißenen MessiasAS
2016, gebunden, 604 Seiten
ISBN 978-3-939797-10-4
Befreiung von der Sünde
2012, gebunden, 80 Seiten
978-3-932244-04-9
Jesus in Indien
2004, broschiert, 164 Seiten
ISBN 3-921458-39-0
Der Vortrag von Ludhiana. Über die Wahrhaftigkeit des Verheißenen MessiasAS
2012, gebunden, 112 Seiten
ISBN 978-3-932244-95-7
Der Vortrag von Lahore. Über Gotteserkenntnis und Sün- de im Islam im Vergleich zu Christentum und Hinduismus.
2011, broschiert, 95 Seiten
ISBN 3-921458-77-3

Der Vortrag von Sialkot. Über die Endzeit, Jesu Tod und Prophezeiungen
2012, gebunden, 104 Seiten
ISBN 978-3-932244-96-4
Die Quelle des Christentums
2016, gebunden, 126 Seiten
ISBN 978-3-944277-58-5
Eine Auswahl aus den Schriften des Verheißenen Messi- asAS
2015, gebunden, 132 Seiten
ISBN 978-3-944277-34-9
Die Wahrheit über den Mahdi
2015, broschiert, 96 Seiten
978-3-944277-49-3
Die verborgene Wahrheit. Über die Kreuzigung von Hadhrat JesusAS
2015, gebunden, 80 Seiten
978-3-944277-42-4
Ein Geschenk für An-Nadwah. Ein Essay über das Erken- nen eines wahren Propheten,
2015, broschiert, 72 Seiten
978-3-944277-51-6
Die grüne Bekanntmachung. Eine Abhandlung über den Tod von Bashir
2016, broschiert, 80 Seiten
ISBN 978-3-944277-69-1

Die Sündlosigkeit der Propheten. Wie kann Erlösung erlangt werden und was ist die wahre Bedeutung von Erlösung?
2017, broschiert 104 Seiten
978-3-939797-41-8
Der Rückblick
2013, broschiert, 48 Seiten
978-3-944277-27-1
Argumente des Islam
2013, gebunden, 88 Seiten
978-3-944277-13-4
Die Himmlische Entscheidung
2013, gebunden, 108 Seiten
978-3-94427701-1
Botschaft der Versöhnung
2014, gebunden, 80 Seiten
978-3-944277-36-3
Die Segnungen des Gebetes
2010, broschiert, 46 Seiten
ISBN 978-3-932244-60-5
Das Testament – Al-Wassiyat
2008, broschiert, 72 Seiten
78-3-932244-14-8

Ziele erklärt. Die Natur der Engel, der Seele und der Offen- barung
2011, broschiert, 88 Seiten
978-3-932244-24-7
Al-Qaseeda – Lobeshymne auf den Heiligen Propheten MuhammadSAW
2012, broschiert, 54 Seiten
978-3-932244-99-5
Die Notwendigkeit des Imam
2013, gebunden, 116 Seiten
978-3-932244-86-5
Drei Fragen eines Christen und die Antworten darauf
2011, broschiert, 88 Seiten
978-3-932244-78-0
Antworten des Verheißenen MessiasAS
2015, gebunden, 120 Seiten
978-3-944277-39-4
Was ist der Unterschied zwischen einem Ahmadi und einem Nicht-Ahmadi?
2017, broschiert, 80 Seiten
978-3-939797-40-1
Offenbarung, Vision, Wahrtraum
1991, broschiert, 48 Seiten
3-921458-71-4

Werke über den Verheißenen Messias,
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Das gesegnete Leben. Eine Biografie des Verheißenen Messias und Begründers der Ahmadiyya Muslim Jamaat Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Shaikh Abdul Qadir
2017, gebunden, 728 Seiten
ISBN 978-3-939797-39-5
Mirza Ghulam Ahmad von QadianAS
Iain Adamson
1991, broschiert, 204 Seiten
ISBN 3-921458-72-2
Spiegel der Schönheit
Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA 1992, broschiert, 84 Seiten
ISBN 3-921458-54-4
