Die Sündlosigkeit der ProphetenAS

Wie kann Erlösung erlangt werden und was ist die wahre Bedeutung von Erlösung?


Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS

Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam

Die Sündlosigkeit der ProphetenAS

Wie kann Erlösung erlangt werden und was ist die wahre Bedeutung von Erlösung?

von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS


Das Original erschien unter dem Titel:

ملسلاا مھی �لع ء�ب ن ا عصمت

(ʿAṣmat-e anbiyāʾ)


© Islam International Publications Ltd.


In Urdu erstmalig erschienen 1902 (Qadian, Indien) Erste deutsche Übersetzung/Auflage 2017

Aus dem Urdu übersetzt von Behzad Ahmad


Unter der direkten Aufsicht von

Hadhrat Mirza Masroor Ahmad Khalifatul Masih VABA (Fünfter Nachfolger des Verheißenen MessiasAS des Islam)

©image Genfer Straße 11

D - 60437 Frankfurt am Main

Mehr Informationen unter www.verlagderislam.de


ISBN 978-3-939797-41-8 PRINTED IN GERMANY

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort 8

Die Sündlosigkeit der ProphetenAS 13

Wie kann Erlösung erlangt werden und was ist die wahre Bedeutung von Erlösung? 15

Die wahre Bedeutung von istiġfār 37

Der Unterschied zwischen zanb (Sünde) und

ǧurm (Verbrechen) 42

Die Notwendigkeit der Fürbitte 48

Der Heilige Qur’an über die Fürbitte des Heiligen

ProphetenSAW 51

Der christliche Gott 59

Die Worte und Praxis des Heiligen ProphetenSAW 71

Das Erscheinen des Verheißenen Messias 75

Wie kann die Sündlosigkeit bewiesen werden? 77

Stichwortverzeichnis 82

Anmerkungen des Herausgebers 88

Zum Autor 94

Vorwort

Vorwort

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Im Islam besteht der Sinn des menschlichen Lebens dar- in, eine lebendige Beziehung mit Gott einzugehen und Ihn zu erfahren. Der Mensch soll dazu in die Lage versetzt werden, höhere Stufen des Bewusstseins zu erlangen, mo- ralische und spirituelle Höhen zu erklimmen, die es ihm ermöglichen, Gottes Segnungen aufzunehmen und Seines Angesichts gewahr zu werden. Alle Religionen wurden ur- sprünglich mit diesem Ziel der Menschheit offenbart; und alle Religionen wurden der Menschheit übermittelt durch Propheten, die als Vermittler dienten zwischen dem Gött- lichen und Menschlichen. Doch worin besteht die Philoso- phie dieses religiösen Konzepts, wofür werden Propheten benötigt, wenngleich es doch zuvorderst für jeden einzel- nen Menschen darum geht, individuell eine Beziehung zu seinem Schöpfer einzugehen?

In diesem Essay geht der Verheißene Messias des Islam, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, selbst ein Prophet Got- tes, der Frage nach, indem er luzide auf Funktion und Merkmale der von Gott auserwählten Propheten eingeht, und dabei nicht zuletzt erörtert, wie der Mensch wahre Er- lösung erlangen kann.

Propheten sind von Gott geleitete Menschen, die zwischen der Sphäre des Göttlichen und der des Menschlichen ver- mitteln. Sie haben in ihrer Menschlichkeit eine Vollkom- menheit erreicht, die sie dazu befähigt, das göttliche Licht in sich aufzunehmen, um dieses sodann der Menschheit zu überbringen. Sie zeichnen sich durch ihre Gottergebenheit aus, durch ihren Ich-Tod; sie sind weltlichen Wünschen

Vorwort

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abgeneigt und vollkommen aufgegangen in Gott; sie ge- hen eine heilige Vereinigung mit dem Göttlichen ein und kraft dieser Entwicklung erlangen sie höchste Stufen der menschlichen Vortrefflichkeit. Sie sind sündlos und entwi- ckeln ein Mitgefühl für die Menschheit, das sie zur Fürbitte drängt. Zur Fürbitte für die Menschheit und jeder, der ei- nem Propheten Folge leistet, ihn liebt und als spirituellen Vater akzeptiert, profitiert sodann vom göttlichen Licht, das vom Propheten auf ihn herniedergeht. Der Mensch wird in dieser Philosophie als dialogisches Wesen verstan- den, der Islam erkennt, das Fortschritt und Fortpflanzung nur durch das Resultat einer Paarung erfolgen kann. In- sofern sind Propheten für die spirituelle Geburt und Wei- terentwicklung genauso essenziell, wie die Eltern für die körperliche Geburt eines Säuglings unabdingbar sind.

Wie gesagt, ist der Autor dieses Essays selbst ein Prophet. Er ist der Messias des letzten gesetzbringenden Propheten, des Begründers des Islam, der das letzte von Gott für die ge- samte Menschheit offenbarte Gesetz übermittelte. Insofern ist der Heilige Prophet MuhammadSAW ein Fürbitter für die gesamte Menschheit; und in dieser Tradition ist auch sein Stellvertreter und Messias, Hadhrat Mirza Ghulam Ahma- dAS, das spirituelle Licht unserer Zeit, dessen Wegweisung den modernen Menschen zu wahrer Gotteserkenntnis und somit wahren Erlösung führen kann.


Für die Veröffentlichung dieses Essays ist einigen Perso- nen Dank auszusprechen: Behzad Ahmad und Dr. Manan

Vorwort

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Haq für die Übersetzung aus dem Urdu-Original; Hasa- nat Ahmad, Safeer-ur-Rahman Nasir und Nabeel Ahmad Shad für die gründliche Überprüfung und Korrektur der Übersetzung sowie Transkription und arabischen Text; Tariq Hübsch für Lektorat, Satz und Layout und Qamar Mahmood für die Gestaltung des Buchumschlags. Möge Allah sie allesamt segnen.


Mubarak Ahmad Tanveer

Publikationsabteilung Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR Frankfurt am Main, 2016


Die Sündlosigkeit der ProphetenAS

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Die Sündlosigkeit der Propheten

1

مِ یْ ح

رلان

مٰ ح

رلاہ

ّللام

سْ ِب


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2


Wie kann Erlösung erlangt werden und was ist die wahre Bedeutung von Erlösung?


Die Frage nach Erlösung und Fürbitte ist ein großes und zentrales religiöses Thema. Sie gilt mit ihrer Wichtigkeit als Hauptgrund, weswegen einer Religion Folge geleis- tet wird. Zum Prüfen der Wahrhaftigkeit und Richtigkeit einer Religion ist sie ein eindeutiges und offensichtliches Kriterium, durch das zu vollkommener Zufriedenheit er- fahren werden kann, ob eine Religion wahrhaftig und von Gott ist. Es ist völlig richtig zu sagen, dass eine Religion, die diese Frage nicht angemessen und klar beantwortet oder keine klar ersichtlichen Beispiele unter ihren Anhän- gern zeigt, die eindeutig Erlösung erlangt haben, das Indiz für ihre Falschheit liefert. Jene Religion jedoch, welche die Wirklichkeit der Erlösung in ihrer reinsten Form aufge- zeigt hat und in ihrer jeweiligen Zeit solche Menschen her- vorgebracht hat, denen der Geist der Erlösung in vollkom- mener Weise eingehaucht worden ist, hat sich mit einem Siegel versehen, welches sie als wahr und von göttlichem Ursprung ausweist.


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1 „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.“ (Anm. d. Ü.)

2 „Wir preisen Ihn und erflehen Seine Segnungen auf Seinen edlen Propheten.“ (Anm. d. Ü.)

Die Sündlosigkeit der Propheten

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Es gibt hunderte Nachlässigkeiten, Verblendungen, An- griffe des eigenen Egos, Stolperfallen, Schwächen, Unwis- senheit, und auf Schritt und Tritt lauern Finsternisse und Stolpersteine und dauerhafte Gefahren und Einflüsterun- gen des Zweifels; ebenso gibt es verschiedene Arten von Drangsal und Prüfungen der Welt. Jeder Mensch fühlt dies in seinem Herzen. Deswegen ist es offensichtlich, dass der Mensch eine mächtige Hand benötigt, die ihn vor die- sen Übeln bewahrt. Und da der Mensch in seiner Natur schwach ist, kann er nicht auch nur für einen Augenblick darauf bauen, sich mit eigener Kraft aus der Dunkelheit des Egos zu befreien. Dieses kann das menschliche Be- wusstsein bezeugen. Unabhängig davon verlangt auch der gesunde Menschenverstand, dass ein Fürbitter vorhanden sein muss, um Erlösung erlangen zu können, denn Gott, der Allmächtige, steht an der höchsten Stelle der Heilig- keit und Reinheit, während der Mensch sich in der tiefsten Grube der Dunkelheit und Sündhaftigkeit befindet. Und mangels Vergleichbarkeit und Ähnlichkeit ist der gewöhn- liche Mensch nicht in der Lage, Erlösung durch den direk- ten Empfang göttlicher Gnade zu erhalten. Aus diesem Grund erforderte die göttliche Weisheit und Barmherzig- keit, dass einige vollkommene Individuen, die eine beson- dere Vorzüglichkeit in ihrem Wesen besitzen, als Vermitt- ler zwischen der Menschheit und Gott, dem Allmächtigen, dienen sollten. Diese sollten solche Menschen sein, die in ihrem Wesen einen Teil von himmlischen und einen Teil von irdischen Eigenschaften angenommen haben, so dass

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sie aufgrund der Eignung ihrer himmlischen Eigenschaf- ten göttliche Gnade empfangen, und aufgrund ihrer irdi- schen Eigenschaften diese Gnade, die sie von oben erhal- ten haben, nach unten, also an die Menschen, weitergeben können. Es ist angemessen zu sagen, dass Menschen dieser Art aufgrund der Vollkommenheit ihrer himmlischen und irdischen Eigenschaften sich unter den Menschen ganz besonders auszeichnen. Sie gehören gewissermaßen einer anderen Art von Schöpfung an. Der Eifer, den sie für die Manifestation von Gottes Herrlichkeit und Erhabenheit an den Tag legen, die Treue, die in ihren Herzen ist und der ihnen verliehene Drang, anderen Menschen gegenüber barmherzig zu sein – all das sind derart außergewöhnli- che Dinge, die für gewöhnliche Menschen kaum vorstell- bar sind. Man muss jedoch bedenken, dass diese Personen nicht alle gleich sind im Rang, denn einige befinden sich in der Vorzüglichkeit ihres Wesens auf einer hohen Stufe und andere auf einer unteren und noch andere auf eine Stufe, die noch weiter unten liegt. Das reine Gewissen eines ver- nünftigen Menschen kann leicht verstehen, dass die Frage der Fürbitte keine unnatürliche oder künstliche Frage ist, sondern in der von Gott gemachten Welt seit Anbeginn vorhanden ist und selbst das Naturgesetz Zeugnis darüber ablegt.

Die Philosophie der Fürbitte kann folgendermaßen ver- standen werden: Das arabische Wort عفش (shafaʿa) bedeutet

„Paar“. Insofern weist تعافش (shafāʿat) darauf hin, dass eine notwendige Eigenschaft eines Vermittlers darin besteht,

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dass er mit beiden Seiten verbunden ist. Einerseits sollte seine Seele eine starke Beziehung zu Gott, dem Allmäch- tigen, haben, so, als gehe er durch die vollkommene Ver- einigung eine Verbindung mit dem Göttlichen ein, und andererseits sollte er so stark mit der Menschheit verbun- den sein, als ob er ein Bestandteil ihrer Glieder wäre. Da- mit die Vermittlung stattfinden kann, werden diese beiden Elemente benötigt. Das ist der Grund, weshalb Gott mit Seiner Weisheit Adam auf eine Weise erschaffen hat, dass er von Beginn an diese zwei Beziehungen in seine Natur eingelassen hat. Eine Beziehung wurde zu Gott aufgebaut, so wie es im Heiligen Qur’an heißt:

3 نۡيد

جِ سٰ ہٗ َلاۡوعُ َقفَ ي

حِ وۡ رُّ ن

مہِ يۡ ِفت

خۡ فَ َنوَ ہٗ تُ ۡيَوّ ساذَ اِ ف


Das heißt: Wenn Ich ihn nun vollkommen geformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, dann fallet, ihr Engel, sofort alle zusammen dienend nieder.4


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3 Der Heilige Qur’an: Sura 15, Vers 30.

4 Dieser Vers beinhaltet ein tiefgründiges Geheimnis, das ein Zeichen der höchsten Stufe der Vollkommenheit ist: Der Mensch besitzt am Anfang nur seinen Körper, welcher keine Spiritualität beinhaltet. In diesem Zustand dienen die Engel ihm nicht, weil er wie eine Kruste ohne Kern ist. Jedoch entwickelt sich der selige Mensch langsam bis zu dem Zustand, in welchem er Gott sehr nahe steht. Wenn sein Ich vollkommen von dem majestätischen Licht berührt wird und kein Schleier das Licht aufhält, ist es zweifellos das göttliche Licht, das auch als Gottes Geist bezeichnet werden kann. Wenn dieses in einem Menschen eintrifft, ist es ein besonderer Zustand. So wurde auch im Heiligen Qur’an beschrieben, dass Gott in Adam Seinen Geist ein- hauchte. In diesem Zustand wird den Engeln geboten, weder aus einer

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Dieser oben genannte Vers zeigt offensichtlich, dass Gott schon bei der Erschaffung Adams eine Beziehung zu ihm aufgebaut hat, indem Er in ihm Seinen Geist einhauch- te. Dies wurde getan, um eine natürliche Beziehung des Menschen zu Gott aufzubauen. Ebenso war es notwendig, dass eine natürliche Beziehung zu jenen aufgebaut wird, die als Menschengeschlecht bezeichnet werden. Da ihre Knochen von den Knochen Adams und ihr Fleisch von



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Künstlichkeit heraus, noch in Form eines Gebots der Scharia, dass sie sich vor ihm niederwerfen, dass sie also vollkommenen Gehorsam ihm gegenüber leisten sollen. Dieses Gebot stimmt mit der Natur der Engel überein und stellt kein neues Gebot dar. Es liegt in der Natur der Engel, dass, wenn ein Mensch sich mit Gott vereint, sie sich ihm

gegenüber niederwerfen und diesem Menschen dienen müssen. Solche Ereignisse sind keine bloßen Geschichten. Vielmehr ist es die göttliche Vorgehensweise im Heiligen Qur’an, dass in diesen Geschichten Wis- sen und Wahrheiten liegen. Die Wahrheit dieses Verses liegt darin, dass Gott mit dieser Geschichte erklärt, wie sich ein vollkommener Mensch auszeichnet. Deswegen sagte Er: (1) Das erste Zeichen des vollkom- menen Menschen ist, dass kein Teil seiner menschlichen Schöpfung einem Makel ausgesetzt ist. Seine seelischen und körperlichen Glieder müssen einen vollkommenen Anteil an Menschlichkeit besitzen. Seine Natur muss im perfekten Gleichgewicht stehen. (2) Das zweite Zeichen ist, dass der göttliche Geist in ihm eingegangen ist. (3) Und das dritte Zeichen ist, dass die Engel sich vor ihm niederwerfen, so dass alle En- gel im Himmel und auf der Erde ihm seine Dienste erweisen und alles tun, was er sich wünscht. Die Wahrheit ist, dass, wenn Gott mit einem Menschen ist, dann das Heer der Engel auch mit ihm ist und sich

vor ihm vorbeugt. Die Engel unterstützen ihn in jedem Bereich und

sind immer bereit, jeden Befehl von ihm entgegenzunehmen. Sie sind gewissermaßen zu jeder Zeit in einem Zustand der Niederwerfung vor ihm, weil er ein Khalifa Gottes ist. Aber Menschen mit irdischem

Verständnis können dies nicht begreifen, denn ihnen wurde kein Anteil am himmlischen Geist gewährt. (Der Verfasser)

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seinem Fleisch sein würde, würden sie mit Sicherheit an dem Geist, der Adam eingehaucht wurde, teilhaben kön- nen, wodurch Adam auf natürliche Art und Weise ihr Ver- mittler sein würde. Es ist notwendig, dass derjenige, der von ihm abstammt, an der Rechtschaffenheit, die Adam durch das Einhauchen des Geistes verliehen wurde, teil- hat, genauso wie die Eigenschaften und Gewohnheiten eines Tieres von seinem Jungen übernommen werden. Es gehört ja auch zur Essenz des Vermittelns, dass ein natür- licher Erbe an den Eigenschaften seines Vorfahren teilhat. Wie bereits aufgeführt, stammt die arabische Wurzel der Wörter تعافش „Vermitteln“ und „Fürbitte“ von dem Wort عفش (shafaʿa) „Paar“ ab, was auch „Gefährte“ bedeutet. Somit werden die Eigenschaften des naturgemäßen Gefährten stets geteilt. Dies ist die Grundlage der Vererbung von Ei- genschaften. Das Kind eines Menschen hat Anteil an den menschlichen Eigenschaften, das Fohlen hat Anteil an den Eigenschaften eines Pferdes und das Kitz hat Anteil an den Eigenschaften einer Ziege. So lässt sich sagen, dass Erbe bedeutet, die Wohltaten der Vermittlung zu empfangen. Da die Vermittlung in ihrem Kern wie die Beziehung von Gefährten ist, muss ein Mensch, der Nutzen aus der Ver- mittlung und Fürbitte eines anderen zu ziehen wünscht, eine natürliche Beziehung zu jenem Menschen besitzen, so dass auch ihm das verliehen wird, was in die Natur des an- deren gelegt worden ist. Diese Beziehung zwischen zwei Menschen ist auf natürliche Weise im Menschen verankert, dass nämlich ein Mensch ein Teil eines anderen Menschen

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ist. Genauso wird diese Beziehung durch Anstrengung weiterentwickelt. Wenn ein Mensch also wünscht, dass es eine Mehrung an natürlicher Liebe und Mitgefühl geben sollte, die er für die Menschheit empfindet, so kann diese Zunahme entsprechend den Möglichkeiten seiner Natur erreicht werden. Auf die gleiche Grundlage beruht auch das Auf und Ab in der Liebe. Die Liebe eines Menschen zu einem anderen wächst derart, dass der Liebende ohne die Gesellschaft des Geliebten keine Ruhe finden kann. Schließlich wirkt sich die Intensität seiner Liebe auch auf das Herz der anderen Person aus. Derjenige, der einen Menschen aufs Äußerste liebt, ist jemand, der ihm aufrich- tig und auf vollendeter Weise Wohlergehen wünscht. Man sieht und fühlt dieses in der Beziehung der Mutter zu ihren Kindern. Die Wurzel der Vermittlung und Fürbitte ist also ebendiese Liebe, wenn sie von einer natürlichen Beziehung begleitet wird, denn ohne eine natürliche Beziehung ist die Vervollkommnung von Liebe, die eine Bedingung der Ver- mittlung ist, nicht möglich. Um ein menschliches Wesen mit dieser Beziehung auszustatten, erschuf Gott Eva nicht getrennt von Adam, sondern erschuf sie aus Adams Rippe, so wie es im Heiligen Qur’an heißt:

5 اھَ جَ وۡ زَ اھَ نۡ مقَ لَ خَ و


Das heißt: Wir erschufen den Partner Adams, also Eva, aus seinem eigenen Wesen, damit Adams Beziehung zu


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5 Der Heilige Qur’an: Sura 4, Vers 2.

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Eva und den Nachkommen natürlich sein möge und nicht künstlich. Dieses wurde getan, damit die Beziehung und das Mitgefühl der Nachkommen Adams dauerhaft sein sollten, denn eine natürliche Beziehung ist dauerhaft und eine unnatürliche Beziehung nicht, weil ihr die Anzie- hungskraft, die einer natürlichen Beziehung innewohnt, fehlt. Demnach erschuf Gott auf natürliche Weise beide Arten von Beziehungen, die Adam haben sollte – die zu Gott und die zur Menschheit. Es ist daher offensichtlich, dass der vollkommene Mensch, der dazu fähig ist, ein Ver- mittler zu sein, jemand sein muss, der auf vollkommene Weise Anteil an diesen beiden Beziehungen hat, wobei ohne diese beiden Vorzüge kein Mensch vollkommen sein kann. Auch nach Adam war es die Vorgehensweise Got- tes, dass diese beiden Beziehungen als notwendig erachtet wurden für jemanden, der ein Vermittler sein sollte. Eine Beziehung sollte also derart sein, dass ihnen der himmli- sche Geist eingehaucht wird, und dass Gott eine derartige Beziehung zu ihnen begründet, als wäre Er auf sie herab- gekommen; und zweitens sollte jene Beziehung unter den Menschen, die zwischen Adam und Eva durch gegensei- tige Liebe und Barmherzigkeit gefestigt wurde, bei ihnen heller erstrahlen als irgendwo anders. Dies war der Grund, weshalb diese sich zu ihren Ehefrauen hingezogen fühlten, wobei dies das erste Zeichen dafür ist, dass sie eine Grund- haltung des Mitgefühls für die Menschheit besitzen. Dies wird im folgenden Hadith angedeutet, mit den Worten:

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6 ہلِ ھْ َاِ لمْ ُکرُ ْيخمْ ُکرُ ْيخ

Das bedeutet, dass nur jene Person unter euch am gütigs- ten der Menschheit gegenüber sein kann, die zuerst gütig gegenüber seiner Ehefrau ist. Derjenige aber, der seine Ehe- frau grob und ungerecht behandelt, kann nicht anderen ge- genüber wohltätig sein. Denn als Gott Adam erschuf, kürte Er seine Ehefrau zur ersten Berechtigten seiner Liebe. Des- wegen kann derjenige, der seine Ehefrau nicht liebt oder keine Ehefrau hat, nicht den Rang eines vollkommenen Menschen erreichen und entbehrt einer der Bedingungen des Vermittelns. Selbst wenn er sündlos ist, ist er nicht fähig für eine Fürbitte. Derjenige, der eine Frau heiratet, legt für sich das Fundament für das Mitgefühl mit der Menschheit, denn seine Ehefrau ermöglicht ihm, einen weiten Kreis von Beziehungen zu gründen. Und wenn Kinder geboren werden, wird dieser Kreis sogar noch erweitert. Die Kin- der wiederum finden Ehefrauen und folglich werden auch deren Kinder ihrerseits Großmütter und Onkel haben. Auf diese Weise wird Liebe und Mitgefühl zur Gewohnheit. Da der Kreis dieser Gewohnheit erweitert wird, wird das Mit- gefühl allen Menschen gegenüber erweitert. Jene jedoch, die wie Einsiedler leben, finden keine Gelegenheit, diese Gewohnheit zu erweitern und ihre Herzen bleiben trocken und hart.

Die Sündlosigkeit hat mit der Fürbitte nichts zu tun, weil Sündlosigkeit nur das Vermeiden von Sünden impliziert.


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6 Hadith: Tirmidhi.

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Die Definition von Sünde ist, dass ein Mensch sich einer Strafe schuldig macht, indem er bewusst gegen die Gebote Gottes verstößt.7 Es ist somit klar, dass Sündlosigkeit und die Fürbitte nicht miteinander verwandt sind, denn auch minderjährige Kinder und von Geburt an Geisteskranke sind sündlos, denn sie sind weder dazu in der Lage, ab- sichtlich ungehorsam zu sein, noch verdienen sie es, für ihre Taten bestraft zu werden. Sie verdienen es zwar, als schuldlos angesehen zu werden, aber verdienen sie etwa auch, Fürbitter für die Menschheit zu sein und als Erlö-


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7 Die Definition von Sünde, die gerecht und vernünftig ist, lautet, dass eine Tat als Sünde zu verstehen ist, wenn eine Person durch seine Tat ein Gebot Gottes bricht, weswegen sie dann eine Strafe erhält. So muss deshalb zunächst ein Gebot Gottes vorhanden sein, bevor jemand eine Sünde begeht. Darüber hinaus muss dieses Gebot dem Täter bekannt sein und der Täter muss bei klarem Verstand sein und sich bewusst sein, für welche Strafen er sich verantwortlich macht. So gibt es Bei- spiele für Ausnahmefälle: Wenn ein Mann in einem fernen Land lebt und nicht über das göttliche Gesetz in Kenntnis gesetzt wurde und irgendein Gesetz davon bricht, dann ist er nach dem göttlichen Gesetz nicht einer der Gesetzesbrecher, denn er besitzt keine Kenntnis über das göttliche Gesetz. Aber wenn jener Mann mit gesundem Menschen- verstand Götzen anbetet und nicht an die Einheit und Einzigartigkeit Gottes glaubt, so ist er sündhaft, obwohl das göttliche Gesetz (Scharia) ihm nicht bekannt gewesen ist. Denn die Einheit und Einzigartigkeit Gottes, die durch den Heiligen Qur’an gebracht wurde, ist nicht wie die Trinität der Christenheit, welche mit der menschlichen Vernunft nicht vereinbar ist. Das heißt, für dieses Vergehen ist die Kenntnis des göttlichen Gesetzes nicht nötig, denn der menschliche Verstand reicht dafür vollkommen aus. Aber wenn jemand das göttliche Gesetz kennt, aber noch unreif oder verrückt ist und in diesem Zustand eine Tat ge- gen das göttliche Gesetz begeht, dann erhält er keine Strafe, denn ihm wurde nicht der menschliche Verstand gegeben. Deshalb ist er trotz allem sündlos. (Verfasser)

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ser bezeichnet zu werden? Es ist also offensichtlich, dass Erlösung und Sündlosigkeit nicht miteinander einherge- hen. Die Vernunft kann die Sündlosigkeit nicht mit der Fürbitte gleichsetzen. Jedoch kann die Vernunft durchaus verstehen, dass es für den Fürbitter essenziell ist, zweierlei Arten von Beziehungen zu unterhalten. Und die Vernunft verlangt, dass ein Mensch, der diese beiden Eigenschaften in sich trägt, zum einen eine sehr enge Beziehung mit Gott pflegt und zum anderen auch Seine Geschöpfe liebt und großes Mitgefühl für diese hegt. Er wird ohne Zweifel auch für solche Menschen aus seinem Herzen heraus Fürbitte leisten, die er nicht kennt, und seine Fürbitte wird auch angenommen. Denn wenn einem Menschen diese beiden Beziehungen gewährt worden sind, dann wird sicherlich daraus resultieren, dass er wegen seiner vollkommenen Liebe zu Gott Seinen Segen aufnimmt und aufgrund sei- ner vollkommenen Liebe zu den Geschöpfen Allahs sie an dem göttlichen Segen teilhaben lässt. Das ist der Zustand, der in anderen Worten Fürbitte heißt. Wie ich soeben er- klärt habe, ist es für einen Fürbitter erforderlich, dass er eine so tiefe Beziehung zu Gott hat, als ob Gott in sein Herz herabgekommen sei, sein Menschsein gestorben sei, jedes Partikel seines Wesens himmlische Manifestationen zeige und seine Seele schmelze und wie Wasser zu Gott fließe, ja, den äußersten Punkt der Nähe zu Ihm erreiche. Es ist für einen Fürbitter ebenso notwendig, dass sein Herz überwäl- tigt wird vom Mitgefühl für denjenigen, für den er Fürbitte zu leisten begehrt. Die Intensität seiner Qual sollte ihm das

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Himmlische

Sphäre


Position des Fürbitters

Irdische

Sphäre

Gefühl vermitteln, dass sich seine Glieder von seinem Kör- per trennen, und als stünde er davor, seiner Sinne beraubt zu werden. Sein Mitgefühl sollte ihn zu einer Stufe tragen, die jene von Vätern und Müttern und jedem, der den Kum- mer anderer teilt, übertrifft. Wenn diese beiden Bedingun- gen in einem Menschen erfüllt sind, wird er einerseits mit der himmlischen und andererseits mit der irdischen Positi- on vereinigt sein. Dann werden beide Seiten der Waage in einem Gleichgewicht sein, das heißt, dass er sowohl eine vollkommene Manifestation des Himmlischen als auch eine vollkommene Manifestation des Irdischen darstellen und in der Mitte zwischen den beiden als Bindeglied ste- hen wird. Siehe folgende Verbildlichung:



Bezugnehmend auf diese Position des Fürbitters, die der Heilige ProphetSAW innehatte, bestätigt der Heilige Qur’an seinen Status als vollkommenen Menschen, indem es sagt:

8 يٰ ندۡ َاوۡ َانۡيسَ ۡوقَ باقَ ناَکفَ يّٰ لدتَ فَ اَند


Das heißt: Dieser Prophet stieg zu Gott auf, näherte sich



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8 Der Heilige Qur’an: Sura 53, Verse 9,10..

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Ihm so nahe, wie es nur möglich ist, erwarb die vollkom- mene Nähe und nahm vollständig an der himmlischen Po- sition teil. Dann wandte er sich auf vollkommene Weise der irdischen Position zu, das heißt, er erlangte das äußerste Maß an Gottesverehrung und nahm auch gänzlich an den tatsächlichen Erfordernissen der Menschheit teil, nämlich der Liebe und dem Mitgefühl, was irdische Vollkommen- heit bedeutet. So erreichte er auf der einen Seite den Rang der Vollkommenheit in der Liebe zu Gott und auf der an- deren den der Vollkommenheit in der Liebe zur Mensch- heit. Da er sich zuerst Gott vollkommen näherte und dann der Menschheit, wurde er gewissermaßen wie zu einer Sehne zwischen zwei Bögen, wodurch er die Bedingung für die Fürbitte erfüllte. In der Tat legt Gott in Seinem Wort Zeugnis für ihn ab, indem Er sagt, dass er wie eine Sehne zwischen zwei Bögen einen Platz zwischen Gott und der Menschheit innehat.

Seine Nähe zu Gott beschreibend, heißt es an anderer Stel-

le:

9 ن

ۡيمِ لَ عٰ ۡلابّ

رَ ہِ لّٰ ِليۡ ِ تامَ مَ وَ يايَ ح

مَ وَ ي

کِ سُ ُنوَ يۡ ِ تاَلص

نَّ اِ لق

Das bedeutet: Teile den Menschen mit, dass du dich voll- kommen von dir selbst losgesagt hast und deine Anbetung ausschließlich Gott gewidmet ist.

Hier wird darauf hingewiesen, dass ein Mensch, solange er nicht vollkommen ist, Allah nicht in der reinsten Form anbeten kann. Stattdessen ist ein Teil der Anbetung Gott


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9 Der Heilige Qur’an: Sura 6, Vers 163.

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gewidmet und ein anderer Teil der Anbetung seines Egos, denn er möchte, dass sein Ego als erhaben und ruhmvoll wertgeschätzt wird, so wie Gott Erhabenheit und Ruhm gebührt. Eben das ist die Bedeutung von Gottesdienst und einen Teil ebenjenes Gottesdienstes widmet er auch den Geschöpfen. Großartigkeit, Ruhm und Macht sollten indes für Gott bestimmt sein, er aber ordnet diese auch den Ge- schöpfen zu. Denn wie er Gott verehrt, so verehrt er auch sein eigenes Ego und andere Geschöpfe. So lässt er auch alle irdischen Mittel an seiner Verehrung teilhaben, weil er denkt, dass sie gegenüber dem Willen und Plan Gottes auch die Kraft besäßen, zu vernichten oder entstehen zu lassen. Ein solcher Mensch kann nicht ein wahrer Diener Gottes sein, der anstelle von Gottes Großartigkeit einmal sein eigenes Ego und einmal andere Geschöpfe daran teil- haben lässt. Sondern ein wahrer Diener ist jemand, der alle Großartigkeiten und Glorien nur Gott zuschreibt und nicht jemand anderem. Und wenn die Anbetung des Menschen diese Stufe der Einheit Gottes erreicht hat, nur dann kann er als ein wahrhaftiger Diener Gottes angesehen werden. Und derjenige, der mit seiner Zunge bekundet, dass keiner anbetungswürdig ist außer Allah, muss dieses auch mit sei- nen Taten, also durch seine Gebete, zeigen. Auf diese Stufe der Vollkommenheit wurde in dem aufgeführten Vers hin- gewiesen, in welchem der Heilige Prophet MuhammadSAW aufgefordert wird, mitzuteilen, dass alle seine Gebete Al- lah gewidmet sind. Das heißt, dass das eigene Ego, andere Geschöpfe und Dinge keinen Anteil im Gebet haben.

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Weiter wurde gesagt, dass mein Opfer Gott gehört und mein Leben und mein Tod auch nur für Gott sind. In der arabischen Sprache bedeutet das Wort ہكيسن (nasīka) „Op- fer“. Und das Wort كسن (nusuk) ist die Pluralform von ہكيسن, das im Vers vorhanden ist. Eine weitere Übersetzung die- ses Wortes ist „Gottesdienst“. In diesem Vers wurde dieses Wort verwendet, welches sowohl Gebet als auch Opfer be- deutet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass ein vollkomme- nes Gebet, in welchem weder das Ego noch die Geschöpfe oder andere Dinge beigemengt sind, in Wirklichkeit ein Opfer ist. Ein vollkommenes Opfer ist in Wirklichkeit ein vollkommener Gottesdienst. Dann wurde weiterhin ge- sagt: mein Leben und mein Tod gehören ebenso Gott. Die- ser letzte Satz ist die Erklärung des Wortes „Opfer“. Denn niemand soll meinen, dass mit „Opfer“ das Opfern von Schafen, Kühen oder Kamelen gemeint ist. Es soll somit ersichtlich werden, dass dieses Wort in dem Kontext, dass das Leben und der Tod ganz besonders Gott gehören, das seelische Opfer meint. Das Wort qurbani (Opfer) stammt vom Wort برق qurb (Nähe) ab. Dies indiziert, dass Gottesnä- he dann erlangt wird, wenn alle menschlichen Kräfte und Bewegungen absterben. Zusammenfassend lässt sich sa- gen, dass dieser Vers ein großer Beweis der Gottesliebe des Heiligen ProphetenSAW ist. Dieser Vers zeigt, dass der Hei- lige ProphetSAW Gott in dem Maße ergeben war und sich so sehr in Ihm verloren hatte, dass jeder Atemzug seines Lebens und sein Tod gänzlich Gott gewidmet waren. Ego, menschliche Schwäche und weltliche Mittel hatten keinen

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Anteil mehr an seinem Wesen. Seine Seele hatte sich so auf- richtig vor der Schwelle Gottes niedergeworfen, dass etwas Fremdes auch nicht den geringsten Anteil an ihr hatte. So- mit erfüllte er den Teil der Bedingung, der für einen Fürbit- ter notwendig ist. Der letzte Teil des Verses, dass das Leben und der Tod Gott gehören, Der für die Obhut der ganzen Welt sorgt, impliziert, dass mein eigenes Opfer dem Wohl der Welt dient. Der zweite Teil der Bedingung der Fürbitte besteht aus dem Mitgefühl für die Geschöpfe Gottes. Wie wir eben geschrieben haben, beinhaltet der Vers

ىلدتفىند10 das zweite Wort ىلدت 11, welches das Mitgefühl zum Ausdruck bringt. Der Wortstamm von ىلدت lautet ولد , was bedeutet, den Eimer in den Brunnen zu lassen, so dass er mit Wasser gefüllt werden kann. ولد bedeutet auch, mit jemandem eine Beziehung des Fürbitters eingehen. Das Wort ىلدت bedeutet also, mit großem Mitleid und Mitgefühl für den Zweck der Fürbitte auf verlorene Menschen auf- merksam werden, sich ihnen zu nähern, um von ihnen ihr schmutziges Wasser zu entfernen und sie mit dem reinen Wasser zu versorgen.

Da die Liebe zu Gott und die Erlangung des höchstmögli- chen Ranges in seiner Liebe eine Sache ist, die Andere nicht nachempfinden können, hat Allah aus der Person des Hei- ligen ProphetenSAW solche Taten zum Vorschein gebracht, die bewiesen haben, dass der Heilige ProphetSAW in jeder



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10 „Dann näherte er sich (Gott); dann stieg Er herab (zu dem Prophe- ten).“ (Anm. d. Ü.)

11 „dann stieg Er herab (zu dem Propheten).“ (Anm. d. Ü.)

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Hinsicht Gott angenommen hatte. Jedes Teil und jede Faser seines Wesens war so sehr mit der Liebe und Erhabenheit Gottes durchtränkt, dass sein Wesen gewissermaßen wie ein Spiegel für die vollständige Wahrnehmung göttlicher Manifestationen war. Alle vorstellbaren Anzeichen der vollkommenen Liebe Gottes waren in der Person des Hei- ligen ProphetenSAW vorhanden. Es ist offensichtlich, dass jemand eine Person entweder aufgrund ihrer Güte oder aufgrund ihrer Schönheit liebt. Denn seit der Schöpfung des Menschen sind sich alle darüber einig, dass Güte Lie- be entstehen lässt. Und obwohl die Menschen aufgrund ihrer Gemüter verschiedenartig sind, haben doch alle die gemeinsame Angewohnheit, dass sie, beeinflusst durch die Güte, entsprechend ihrer Möglichkeiten eine Liebe zu demjenigen entwickeln, der ihnen die Güte erwiesen hat. Sogar die geizigsten, erbarmungslosesten und gemeinsten Menschen, die sich durch Raub und Unrecht auszeichnen und auf verbrecherische Weise ihren Unterhalt erwerben, lassen sich durch Güte beeinflussen. Ein Dieb beispiels- weise, der ein Verbrechen begeht, bekommt die Gelegen- heit, in einer Nacht in zwei Häusern einzubrechen. In ei- nem Haus wohnt eine Person, die ihm gegenüber gütig war und der andere Hausbesitzer ist eine für ihn fremde Person. Seine Natur, obwohl sie unrein ist, würde es kei- neswegs erlauben, dass er das Haus des Fremden beim Stehlen verschont, während er nur das Haus des Gütigen überfällt. Nicht nur Menschen, selbst Tiere besitzen die Ei- genschaft, dass sie denjenigen, der ihnen Gutes tut, nicht

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angreifen. Dementsprechend haben viele Menschen die Erfahrung mit einem Hund gemacht, dass dieser einem solchen Menschen stets Treue erweist, der ihm gegenüber gütig gewesen ist. Somit gibt es keinen Zweifel darin, dass Güte eine Ursache für Liebe ist. Genauso ist es offensicht- lich, dass Schönheit ebenso Liebe entstehen lässt. Denn die Betrachtung von Schönheit beinhaltet eine Form des Ge- nusses. Der Mensch sucht von Natur aus die Nähe zu et- was, das ihm zum Genuss gereicht. Mit Schönheit ist nicht bloß das äußere Aussehen gemeint, wie beispielsweise die Form der Augen, Nase und Stirn oder die Hautfarbe. Vielmehr sind damit die persönlichen Besonderheiten, die innewohnende Vorzüglichkeit und Qualität gemeint, die sich aufgrund ihrer Makellosigkeit und Beispiellosigkeit auf einer solchen Ebene befinden, dass sie ein Grund zur Anziehung werden. Somit werden alle Besonderheiten, die der Mensch als lobenswert erachtet, als Schönheit be- zeichnet und das menschliche Herz fühlt sich diesen hin- gezogen. Ein Krieger beispielsweise, der derart mutig und ruhmreich ist, dass beim Ringen niemand mit ihm mithal- ten kann, ja, er sogar Löwen mit seinen Händen bezwin- gen kann, auf dem Kriegsfeld wegen seiner Stärke und Geschicklichkeit tausende Gegner besiegen kann und auch wenn er von Tausenden umzingelt wird, sich von ihnen befreien kann, wird auf einer natürlichen Art die Herzen der Menschen zu sich ziehen und sie werden ihn sicher- lich lieben. Obwohl die Menschen von seiner beispiellosen Kampfkunst und Tapferkeit eigentlich unmittelbar keinen

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Vorteil haben und dieser in einem weit entfernten Land lebt und niemand ihn je gesehen hat und er sogar zu ei- nem viel früheren Zeitpunkt lebte, werden Menschen Er- zählungen über ihn lieben und ihn wegen seiner besonde- ren Fähigkeiten lieben. Was ist der Grund für diese Liebe? Hat er jemandem Güte erwiesen? Es ist offensichtlich, dass er niemandem Güte erwiesen hat. Außer seiner Schönheit (ḥusn) gibt es keinen Grund dafür. Es besteht kein Zweifel darin, dass diese spirituellen Besonderheiten ein Teil der Schönheit sind und als Schönheit des Charakters und der Eigenschaften bezeichnet werden, welche der körperlichen Schönheit gegenüberstehen. Der Unterschied zwischen iḥsān (Güte), der Schönheit des Charakters und der Schön- heit der Eigenschaft besteht darin, dass ein Mensch mit aufrechtem Charakter und aufrechten Eigenschaften erst dann mit iḥsān (Güte) in Verbindung gebracht wird, wenn eine andere Person davon beeinflusst wird oder davon pro- fitieren kann. Wenn eine Person von dieser rechtschaffenen Eigenschaft bzw. dem Charakter profitieren kann, dann wird diese rechtschaffene Eigenschaft und dieser Charak- ter für ihn zu einer Güteerweisung, derer er huldigend und dankend gedenken wird. Aber für andere Personen gehört sein rechtschaffener Charakter zu seiner Schönheit. So wird beispielsweise die Eigenschaft der Großzügigkeit und Generosität für denjenigen zu einer Güteerweisung, der von diesen Eigenschaften direkt profitieren kann. Für Andere jedoch wird sie bloß eine schöne Eigenschaft sein. Gottes Naturgesetz und die Schrift Seiner Natur, die seit

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Urzeiten und seit der Erschaffung des Menschen existie- ren, lehren uns, dass es notwendig ist, Seine Güte (iḥsān) und Schönheit (ḥusn) zu erfahren, um eine starke Bezie- hung zu Gott herzustellen. Wie bereits erläutert, sind mit iḥsān (Güte) charakterliche Abbildungen des allmächtigen Gottes gemeint, die ein Mensch am eigenen Wesen erfah- ren hat. Zum Beispiel ist Gott zu seinem Beschützer ge- worden, als er hilflos, abhängig, schwach und unbehütet war. Oder Gott hat in einer Zeit der Not und Bedürftigkeit seinen Bedarf gedeckt; oder Gott Selbst hat ihm in einer Zeit großen und niederschmetternden Kummers geholfen; oder Gott Selbst hat ihn auf seiner Suche nach Ihm ohne die Vermittlung eines Lehrers oder Meisters geleitet.

Auch ḥusn (Schönheit) meint dieselben schönen Attribute Gottes, die aufgrund der Güte beobachtet werden kön- nen. Beispielsweise Seine Allmacht, Seine Sanftmut, Seine Feinheit, Seine Herrschaft, die Barmherzigkeit, die in Gott vorzufinden ist, oder Seine alltägliche und sichtbare Herr- schaft, und jene allgemeinen Gaben, die in großer Anzahl für das Wohlergehen des Menschen zur Verfügung stehen. Dazu gehört auch Seine Erkenntnis, die der Mensch durch Propheten erhält und womit er sich vor dem spirituellen Tod und Verderben rettet, ebenso Seine Eigenschaft, dass Er die Gebete der Besorgten und Bedrängten erhört, oder Seine Eigenschaft, dass Er jenen, die sich Ihm zuneigen, Sich sogar noch mehr zuneigt.

Alle diese Eigenschaften Gottes gehören Seiner Schön- heit (ḥusn) an. Dieselben Eigenschaften werden, wenn ein

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Mensch sie eigens erfährt, in Bezug auf diesen zu Güte (iḥsān), obwohl sie in Bezug auf andere Leute nur als Schön- heit (ḥusn) gelten. Wenn jemand jene göttlichen Attribute, die in Wahrheit Seine Schönheit bedeuten, auch in Form Seiner Güte erlebt, wird sein Glaube unermesslich gestärkt und er wird zu Gott hingezogen wie Eisen zu einem Mag- neten. Seine Liebe zu Gott vermehrt sich um ein Vielfaches und sein Vertrauen in Gott nimmt an Kraft zu. Da er sich nun vergewissert hat, dass alles Gute für ihn in Gott liegt, erstarken seine Hoffnungen auf Gott. Er bleibt auf natürli- che Art stets Gott zugeneigt, frei von Zwang oder Künst- lichkeit, und sieht sich selbst in jedem Augenblick davon abhängig, Gottes Hilfe zu erlangen. Er erhält aufgrund seines Nachsinnens über die göttlichen Eigenschaften die starke Gewissheit, dass er erfolgreich sein wird, denn er ist Augenzeuge von vielen Beispielen der Segnung, Gna- de und Großzügigkeit Gottes geworden. Darum sind Kraft und Gewissheit die Quelle seiner Gebete. Der Bund seiner Entschlossenheit ist fest und kräftig.

Schließlich, nachdem er die göttlichen Geschenke und Großzügigkeiten gesehen hat, geht das Licht der Gewiss- heit mit großer Kraft in ihn ein und sein eigenes Wesen wird ganz und gar verbrannt. Aufgrund des ständigen Nachsinnens über die Herrlichkeit und Macht Gottes ver- wandelt sich sein Herz zum Hause Gottes. So wie die Seele des Menschen seinen Körper zu Lebzeiten nicht verlässt, so trennt sich von ihm auch nie jene Gewissheit, die in ihm von Gott aus, dem Mächtigen und Glorreichen, ein-

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gegangen ist. Ein heiliger Geist wallt ständig in ihm auf. Seine Sprache folgt der Anweisung dieses heiligen Geistes. Wahrheiten und Weisheiten fließen aus ihm hervor und das Zelt des ehrenvollen und majestätischen Herrn bleibt stets in seinem Herzen aufgeschlagen.

Ständig durchströmt ihn wie Wasser die Wonne der Ge- wissheit, Wahrhaftigkeit und Liebe, wodurch jedes seiner Körperteile erfrischt erscheint. Seine Augen offenbaren den eigenartigen Glanz dieser Frische und aus seiner Stirn glänzt ein eigenartiges Licht aufgrund dieser Frische. Sein Angesicht erscheint, als ob es vom Regen göttlicher Liebe berieselt werden würde. Auch seine Zunge hat vollen An- teil an dieser Frische und aus allen seinen Gliedern geht eine solche Schönheit hervor, wie sie nach dem Regen des Frühlings als entzückende Frische in den Zweigen und Blättern der Bäume und in den Blüten und Früchten be- merkt werden kann.

Doch der Körper jenes Menschen, auf den dieser Geist nicht herabgekommen ist und der von ihm noch nicht be- wässert wurde, ist wie ein toter Körper. Und dieses Was- ser, diese Frische und Wonne, deren Beschreibung durch Worte nicht möglich ist, kann nie von jenem toten Herzen erlangt werden, welches von der Quelle des Lichtes der Gewissheit nicht erhellt worden ist. Im Gegenteil, es ist übelriechend wie etwas Verbranntes. Aber jener, dem die- ses Licht gewährt wurde und in dessen Wesen diese Quelle entsprungen ist, möchte immer, in jeder Sache, in jedem Wort und in jeder Handlung, Kraft von Gott erhalten. Das ist seine Wonne und darin liegt seine Freude. Er kann ohne

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sie nicht leben. Die Worte, die im Heiligen Buch Gottes festgelegt wurden, um Kraft zu erlangen, sind unter dem Begriff رافغتسا (istiġfār) bekannt.

Die wahre Bedeutung von istiġfār


Die wahre und richtige Bedeutung von istiġfār ist, Gott de- mütig darum zu bitten, die menschlichen Schwächen nicht zum Vorschein kommen zu lassen, und dass Gott die eige- ne menschliche Natur mit Seiner Kraft stützen möge und ihr Seine Unterstützung und Hilfe gewähren möge. Dieses Wort stammt von „رفغ(ġafr) ab, was „bedecken“ bedeu- tet. Also lautet die Bedeutung davon: Gott möge mit Sei- ner Kraft die in der menschlichen Natur liegende Schwä- che der Person, die „رفغتسم(mustaġfir) ist (also um istiġfār bittet), bedecken. Jedoch wurde danach die Bedeutung für die Allgemeinheit erweitert und somit auch so weit ver- standen, dass Gott die in der Vergangenheit begangene Sünde bedecken möge. Doch die wahre und richtige Be- deutung lautet, dass Gott mit Seiner göttlichen Kraft den mustaġfir, der also um istiġfār bittet, vor den Schwächen der menschlichen Natur beschützt, ihm durch Seine Kraft wei- tere Kraft verleiht, ihn durch Sein Wissen mit Wissen aus- stattet und ihm Licht gewährt aus Seinem Licht. Denn Gott hat sich nach der Erschaffung des Menschen von ihm nicht getrennt. Er ist nicht nur der Schöpfer der Menschen, Der alle inneren und äußeren Kräfte des Menschen erschaffen hat. Er ist vielmehr auch der qayyūm für die Menschen. Das heißt, alles, was Er erschaffen hat, beschützt und bewahrt

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Er durch Seine Stütze. Wenn also „qayyūm“ genauso das Attribut Gottes ist, dass Er also jenes Wesen ist, das durch Seine Unterstützung die Schöpfung bewahrt, dann ist es für den Menschen eine Pflicht, dass er genauso, wie er auf- grund der Schöpfungskraft Gottes erschaffen wurde, die Art und Weise seiner Schöpfung mithilfe des göttlichen Attributs des Allerhaltenden davor beschützt, zu verküm- mern. Denn die Schöpfungskraft (ḫāliqīyat) Gottes hat dem Menschen die Güte erwiesen, dass Er ihn als Sein Eben- bild erschuf. Ebenso verlangte es das göttliche Attribut der Erhaltung (qayyūmīyat), dass das reine Bild des Menschen, welches Gott mit Seinen beiden Händen erschaffen hat, nicht unrein werde und verderbe. Deshalb wurde dem Menschen gelehrt, dass er mithilfe des istiġfār Hilfe auf- grund Seines Attributs qayyūmīyat erbittet. Wenn es auf der Welt also keine Sünden gegeben hätte, so gäbe es dennoch das istiġfār. Denn die Existenz istiġfār geht damit einher, dass das Gebäude der Menschheit, welches Gott aus Sei- ner Eigenschaft des Schöpfens heraus erschaffen hat, nicht zerstört werde, sondern erhalten bleibe. Doch ohne die Un- terstützung Gottes kann nichts erhalten bleiben. Das Gebot des istiġfār ist also aufgrund der natürlichen Notwendig- keit des Menschen heraus entstanden. Genau dies ist es, was der Heilige Qur’an im folgenden Vers andeutet:

12 مُ ۡويُّ َقۡلاىُّ حَ ۡلَاَۚوھاَّلاِ ہَ ٰلاِ ۤاَلہُ لٰ لَا

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Das heißt: Allein Gott ist es, der anbetungswürdig ist, denn Er ist es, der lebendig macht und nur durch Seine Stütze kann der Mensch am Leben bleiben.

Das bedeutet, dass die Geburt des Menschen eines ḫāliq (Schöpfers) und eines qayyūm (Erhalters) bedurfte, damit der Schöpfer den Menschen erschüfe und der Erhalter ihn vor Verkümmerung bewahrte. Gott ist also sowohl der Schöpfer als auch der Erhalter. Mit der Erschaffung des Menschen war die Aufgabe der Schöpfung vollendet, aber die Aufgabe der Erhaltung besteht für die Ewigkeit, wes- wegen die Notwendigkeit für ein fortwährendes istiġfār besteht. Jedes Attribut Gottes ist mit einem Segen verbun- den. Um den Segen der qayyūmīyat zu erhalten, wird in der Sura al-Fatiha darauf hingewiesen, dass es notwendig ist, sich ständig mit dem istiġfār zu beschäftigen:

13 ن

ۡيعِ تَ سۡ َنکاَيّ اِ وَ د

بُ عۡ َنکاَيّ ا

Das heißt: Wir beten allein Dich an und zu Dir allein fle- hen wir um Hilfe darum, dass Deine qayyūmīyat (Attribut des Erhaltens) und rabbūbīyat (Attribut der Herrschaft) uns helfen möge und uns vor dem Stolpern bewahren möge, damit die Schwäche uns nicht ereile, wodurch wir nicht mehr in der Lage sein würden, Gottesdienste zu verrich- ten.

Durch diese Erklärung ist es ersichtlich, was die wahre Bedeutung von istiġfār ist, nämlich: Es wird nicht dann

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getan, wenn eine Pflicht verletzt worden ist, sondern aus dem Wunsch heraus, dass künftig keine Pflicht verletzt werden soll. Und da die menschliche Natur sich selbst als schwach erkennt, bittet sie auf natürliche Weise Gott um Kraft, genauso wie ein Kind seine Mutter um Milch bittet. Gott hat den Menschen von Beginn an mit Zunge, Augen, Herz, Ohren etc. versorgt. Genauso hat Er von Beginn an auch den Drang nach istiġfār in seine Natur gelegt. Er hat den Menschen spüren lassen, dass er nach seiner Schöp- fung auf die Hilfe Gottes angewiesen ist. Darauf wird im folgenden Vers hingewiesen:

14 تنٰ مِ ؤۡ مُ ۡلاوَ نۡينِ مِ ؤۡ مُ لۡ ِلوَ كبِ ۡۢنذَ ِلرۡ فِ غۡ تَ ساو


Das heißt, bitte Gott, dass Er deine Seele vor den mensch- lichen Schwächen bewahrt und dass Er dir solche Kraft verleiht, dass deine Schwächen nicht zum Vorschein kom- men. Genauso sollst du für jene Männer und Frauen, die an dich glauben, in Form von Fürbitte für sie beten, dass sie vor der Strafe ihrer Fehler, die sie durch die Schwächen ihrer menschlichen Seele begangen haben, bewahrt bleiben und ihr weiteres Leben vor Sünden beschützt bleibt. Die- ser Vers beschreibt die höchste Stufe der Bedeutung von Sündlosigkeit und Fürbitte. Er besagt, dass der Mensch die höchste Stufe der Sündlosigkeit und der Fürbitte nur dann erlangen kann, wenn er ständig dafür betet, dass er vor seinen menschlichen Schwächen bewahrt bleibt und


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14 Der Heilige Qur’an: Sura 47, Vers 20.

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auch für andere Menschen betet, dass sie ebenfalls von dem Gift ihrer Sünden erlöst werden. Er lenkt mit seinen Wehrufen die Kraft des Allmächtigen Gottes zu sich und möchte, dass auch andere Menschen von dieser Kraft teil- haben mögen, die mit ihm im Bund des Glaubens sind. Für den sündlosen Mensch ist es notwendig, Gott um Kraft zu bitten, weil die menschliche Natur von sich aus keine Qua- lität enthält. Jegliche Qualität erhält sie stets von Gott. Sie besitzt aus sich selbst heraus keine Kraft, sondern erlangt diese stets von Gott. Sie beinhaltet für sich genommen kein vollkommenes Licht, sondern erhält das Licht von Gott. Das Geheimnis liegt darin, dass einem vollkommenen We- sen nur eine Anziehungskraft verliehen wird, damit es die höhere Kraft zu sich ziehen kann, diesen Schatz der Kraft aber nur Gott gewähren kann. Aus diesem Schatz ziehen auch die Engel ihre Kraft und genauso zieht auch der voll- kommene Mensch aus dieser Quelle durch den Kanal des Gottesdienstes die Kraft der Sündlosigkeit und Gnade zu sich. Somit ist unter den Menschen nur derjenige vollkom- men sündenfrei, der durch istiġfār die göttliche Kraft zu sich zieht. Diese Anziehung hält er durch Bittgebete und demütige Dienste konstant aufrecht, damit das Licht ihn ständig erleuchte. Ein solches Herz kann mit einem Haus verglichen werden, dessen Türen von der Ost- und West- seite und von jeder anderen Seite in Richtung der Sonne zeigen, wodurch zu jeder Zeit das Licht der Sonne hinein- scheint. Derjenige aber, der Gott nicht um Kraft anfleht, kann mit einem solchen Kerker verglichen werden, des-

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sen Türen von allen Seiten verschlossen sind und in dem kein Lichtstrahl hineingelangen kann. Was ist die Bedeu- tung von istiġfār? Es kann mit einer Apparatur verglichen werden, mit dessen Hilfe Kraft empfangen werden kann. Das Geheimnis der Einheit Gottes basiert auf der Grund- lage, dass die Eigenschaft der Sündlosigkeit nicht als das ständige Erbe der Menschheit verstanden werden sollte. Vielmehr muss für dessen Erhalt allein Gott als Quelle verstanden werden. Das Wesen Gottes kann durch die Me- tapher des Herzen verglichen werden, in dem ein Vorrat an reinem Blut ständig gespeichert ist. Und das istiġfār ei- nes vollkommenen Menschen kann mit den Arterien und Adern verglichen werden, die mit dem Herzen verbunden sind. Das Herz zirkuliert das Blut durch die Arterien und Adern, welche das Blut an jedes Körperorgan verteilen, die das Blut benötigen.


Der Unterschied zwischen zanb (Sünde) und ǧurm

(Verbrechen)


Es ist völlig falsch anzunehmen, dass das Wort „zanb“,

welches im Vers

15 ك

بِ ۡۢنذَ ِلرۡ فِ غۡ تَ ساو

vorkommt, mit Verbrechen zu übersetzen ist. Denn es gibt einen klaren Unterschied zwischen zanb und ǧurm. Das Wort ǧurm (Verbrechen) steht immer für eine solche Tat, die



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15 „und bitte um Vergebung für deine Fehler.“ (47:20 – Anm. .d. Ü.)

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eine Strafe zur Folge hat. Aber das Wort zanb kann auch für menschliche Schwächen verwendet werden. Deswegen kommt das Wort zanb im Zusammenhang mit Gesandten aufgrund ihres Menschseins vor, wobei das Wort ǧurm auf sie nicht zutrifft. In dem Buch Gottes wird kein Prophet als ein muǧrim (Verbrecher) bezeichnet. Im Wort Gottes, also dem Heiligen Qur’an, wird dem Verbrecher die Hölle ver- heißen. Denn es ist von Gott versprochen worden, dass ein Verbrecher in die Hölle geworfen werden wird, aber für einen muḏnib gibt es eine solche Warnung nicht. So sagt Al- lah, der Erhabene:

16 ىيٰ حَي اَل وَ اھَ يۡ ِف تۡومُ َي اَلؕمَ نَّ ھَ جہٗ َل نَّ اِ فَ امً ِرجم ہٗ َبّ رَ تۡاَيّ نم

Das heißt, wenn eine Person als ein Verbrecher vor Gott erscheint, wird ihre Strafe die Hölle sein, in der sie weder sterben noch leben wird. Gott hat an dieser Stelle muǧriman (Verbrecher) gesagt und nicht muḏniban (Schwacher), denn in manchen Fällen wird auch ein Unschuldiger als muḏnib bezeichnet, aber nie als muǧrim. Dafür gibt es noch einen weiteren Beweis in der Sura āl-i-Imran im folgenden Vers:

امَ ِّلقٌ دِّ صَ مُ لۡوسُ رَ مۡ ُکءآج

مَّ ُثۃٍ مَ كۡ ح

وَّ بتٰ ِکنمِ مۡ كُ تُ يۡ َتاٰ ۤامَ َ َلن

ّيٖ بِ نّ لاقاثَ يۡ مہُ لٰ لاذخَ َاذۡ اِ و

اَنرۡ رَ ۡقَااۤۡوُلاقَ ؕی

رِ صۡ اِ مۡ كُ ِلذٰ ىلٰ عمۡ ُتذ

خَ َاوَ مۡ ُترۡ رَ ۡقَاء

لاقَ ؕہٗ ّنرُ صُ نۡ تَ َلوَ ہٖ بِ نَ ُنمِ ؤۡ تُ َلمۡ كُ عَ م 17


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16 Der Heilige Qur’an: Sura 20, Vers 75.

17 Und (gedenket der Zeit) da Allah (mit dem Volk der Schrift) den Bund der Propheten abschloss (und sprach): „Was immer Ich euch gebe von dem Buch und der Weisheit – kommt dann ein Gesandter zu euch, erfüllend, was bei euch ist, so sollt ihr unbedingt an ihn glauben

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Aus dem Text dieses Verses geht eindeutig hervor, dass alle Propheten, zu denen auch Hadhrat JesusAS gehört, aufge- fordert waren, an den Heiligen ProphetenSAW zu glauben. Sie bezeugten, dass sie an ihn glaubten. Wenn man den aufgeführten Vers mit dem Vers

18 تنٰ مِ ؤۡ مُ ۡلاوَ نۡينِ مِ ؤۡ مُ لۡ ِلوَ كبِ ۡۢنذَ ِلرۡ فِ غۡ تَ ساو

verknüpft, wird, Gott bewahre, Hadhrat JesusAS als Verbre- cher dargestellt, wenn man das Wort zanb mit Verbrecher übersetzt. Denn auch er ist laut dem Vers einer derjenigen, die an den Heiligen ProphetenSAW glauben. Daher ist auch er ohne Zweifel ein muḏnib. Diese Stellen sollten die Chris- ten genau betrachten. Aus diesen Versen wird deutlich be- legt, dass zanb an dieser Stelle nicht Verbrechen, sondern die nicht anklagbare menschliche Schwäche bedeutet. Für die Natur des Menschen ist es wichtig, dass sie diese mensch- liche Schwäche in sich trägt, weswegen diese Schwäche als zanb bezeichnet wird. Denn diese Schuld und Schwäche ist dem Wesen des Menschen immanent, damit er stets von Gott anhängig ist und damit er, um diese Schwäche zu überwinden, stets Gott um Kraft bittet. Weiterhin gibt es keinen Zweifel darin, dass die menschliche Schwäche der- art beschaffen ist, dass sie ohne die Kraft Gottes besteht.


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und ihm unbedingt helfen.“ Er sprach: „Seid ihr einverstanden, und nehmet ihr diese Verantwortung Mir gegenüber an?“ Sie sprachen:

„Wir sind einverstanden.“ (3:82 – Anm. d. Ü.)

18 „...und bitte um Vergebung für deine Fehler und für die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen.“ (47:20 - Anm. d. Ü.)

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Das, was also in Richtung zanb führen kann, wurde meta- phorisch auch selbst als zanb bezeichnet. Es ist in der Re- dewendung üblich, dass manche Ursachen von Krankhei- ten auch selbst den Namen der Krankheit bekommen. Die Schwäche der menschlichen Natur ist also ebenfalls eine Krankheit, deren Heilung das istiġfār ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch Gottes die menschliche Schwäche als zanb bezeichnet hat und auch bezeugt, dass die Natur des Menschen schwach ist.

ً ۡ

So spricht er:

19 افيعِ ض

ناسَ ۡنِاۡلاقَ لِ خ

Das heißt: Der Mensch wurde schwach erschaffen. Es ist die gleiche Schwäche, die, falls die göttliche Kraft ihn nicht bestärkt, die Ursache für die verschiedenartigen Sünden ist. Istiġfār bedeutet also, dass man zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit Gottes Hilfe erbittet. Man soll Gott bit- ten, dass die menschliche Schwäche, die er als zanb mit sich trägt, nicht zum Vorschein kommen möge. Somit ist das kontinuierliche istiġfār ein Mittel dafür, das zanb zu besie- gen und es nicht zum Vorschein kommen zu lassen. Das Licht Gottes kommt stattdessen herab und bedeckt es.

An dieser Stelle sollte man auch wissen, dass das Wort istiġfār aus dem Wort „رفغġafara stammt, dessen ur- sprüngliche Bedeutung „unterdrücken“ und „bedecken“ ist, also zu bitten, dass die menschliche Schwäche nicht zum Vorschein kommt und keinen Schaden verursacht und


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19 Der Heilige Qur’an: Sura 4, Vers 29.

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sie stattdessen bedeckt bzw. unterdrückt bleibt. Denn der Mensch ist nicht Gott, er ist von Ihm abhängig. Er gleicht somit einem Kind, welches auf Schritt und Tritt auf seine Mutter angewiesen ist, damit sie es vor dem Stürzen und Verirren bewahrt. Genauso ist er stets auf Gott angewie- sen, damit Er ihn vor Verirrungen und Stolpern beschützt. Das istiġfār ist also eine Behandlung dafür.

Es gibt auch eine erweiterte Bedeutung dieses Wortes, die auf jene Menschen zutrifft, die eine Sünde begangen ha- ben. Dann bedeutet istiġfār, dafür zu beten, dass Gott die Person vor der Strafe bewahrt, die aufgrund der Begehung der Sünde kommt. Doch diese sekundäre Bedeutung trifft auf solche Menschen, die Gott sehr nahe sind, keineswegs zu. Denn Gott hat diesen Personen schon von vorneherein mitgeteilt, dass sie keine Strafe erhalten werden, sondern die höchsten Stufen des Paradieses erlangen werden und ihnen im Schoße der Barmherzigkeit Gottes Platz gegeben wird. Diese Versprechen werden ihnen nicht nur einmal, sondern unzählige Male gegeben und ihnen wird das Pa- radies auf der irdischen Welt gezeigt. Und wenn sie nun in dem Sinne das istiġfār praktizieren würden, dass sie aufgrund ihrer Sünden nicht in die Hölle geworfen wer- den mögen, dann wird ein solches istiġfār für sie selbst zur Sünde, denn sie würden nicht dem Versprechen Gottes vertrauen und denken, dass sie fern sind von der Barm- herzigkeit Gottes. Gott der Allmächtige sagt:

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Die Sündlosigkeit der Propheten

20 ن

ۡيمِ لَ عٰ لۡ ِّل ۃً مَ حۡ رَ اَّلاِ ك

نٰ لۡ سَ رۡ َا ۤامو

Das heißt, wir haben dich als Barmherzigkeit für alle Welt geschickt und du bist die Verkörperung der Barmherzig- keit.

Wie kann ein Mensch, über den Gott dies sagt und der selbst daran zweifelt, dass die Barmherzigkeit Gottes ihn umfasst, für Andere ein Mittel der Barmherzigkeit sein?

Dieser Sachverhalt reicht aus, um jene unvoreingenom- mene Menschen davon zu überzeugen, dass es ein großer Fehler und eine üble Tat ist, die zweite Bedeutung von istiġfār dem Heiligen ProphetenSAW zuzuschreiben. Das erste Zeichen eines sündlosen Menschen ist, dass er stän- dig zu Gott um Seine Kraft und Hilfe gegen die menschli- chen Schwächen betet. In anderen Worten heißt das, dass er fortwährend das istiġfār betet. Wenn ein Kind beim Lau- fen immer die Hand der Mutter hält und es niemals ertra- gen kann, sich von der Hand zu trennen, dann wird dieses Kind sicherlich nicht stolpern. Aber das Kind, welches von seiner Mutter nicht geführt wird, sondern ohne ihre Unter- stützung eine schmale Treppe herauf- und herunterläuft, wird sicherlich eines Tages fallen und sich schwer verlet- zen. Die gesegneten reinen Menschen können mit jenem glückseligen Kind verglichen werden, welches sich von seiner geliebten Mutter niemals entfernt und niemals ih- ren Schoß und ihre Stütze verlässt. Genauso verhalten sie sich. Sie werfen sich auf der Schwelle Gottes derart nieder,


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20 Der Heilige Qur’an: Sura 21, Vers 108.

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wie ein Kind sich in den Schoß der Mutter wirft. Ein Kind bewältigt alle seine Aufgaben mit der Kraft seiner Mutter und wenn es ein anderes böses Kind oder einen Hund be- gegnet oder eine andere Bedrohung zum Vorschein kommt oder es sich an einem unsicheren Ort befindet, so ruft es sofort nach seiner Mutter, damit diese sofort zu ihm läuft und es vor der Bedrohung rettet. Genauso ist der Zustand der spirituellen Kinder, die im übertragenen Sinne Gott wie ihre eigene Mutter verstehen und Seine Kraft als ihre Lebensquelle ansehen und zu jedem Zeitpunkt und in je- dem Zustand nach dieser Kraft trachten. Dies ist vergleich- bar mit einem Säugling, das Hunger hat und seinen Mund auf die Brust seiner Mutter legt und durch seine natürliche Anziehung die Milch zu sich zieht, während die Mutter zu dem Zeitpunkt fühlt, wie das Kind seine weichen Lip- pen flehend an die Brust seiner Mutter legt. So strömt auf eine natürliche Weise die Milch und gelangt in den Mund des Kindes. Das gleiche Gesetz trifft auf jene Kinder zu, die nach spiritueller Milch dürsten.


Die Notwendigkeit der Fürbitte


Möglicherweise stellt jemand an dieser Stelle die Fra- ge, warum der Mensch der Fürbitte bedarf und warum es nicht möglich ist, direkt durch Reue und istiġfār von Gott Vergebung zu erlangen. Diese Frage beantwortet das Naturgesetz selbst. Es ist ein Fakt und niemand kann be- streiten, dass die Fortpflanzung von Menschen und sogar

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allen Arten von Tieren auf Fürbitte beruht. Denn wir ha- ben bereits geschrieben, dass das Wort šafāʿat (Fürbitte) vom Wort šafaʿa abstammt, welches „Paar“ bedeutet. Es kann also kein Zweifel darin bestehen, dass die Segnung des Fortbestands durch šafaʿa zustande kommt. Auf diese Weise gelangen das äußere Aussehen, die Fähigkeiten und die inneren Qualitäten eines Menschen in einen anderen Menschen. Er ist das Ergebnis einer Paarung. Bei allen Tie- ren, beispielsweise Ziege, Büffel, Esel etc., werden eben- falls die Eigenschaften und Fähigkeiten auf die Nachkom- menschaft übertragen. Dies ist das Ergebnis von Paarung. Diese Verbindung heißt ebenfalls šafaʿat (Fürbitte) in dem Sinne, dass ein unvollkommenes Wesens eine spirituel- le Verbindung mit einem vollkommenen und perfekten Wesen eingeht. Durch seine Seele werden die seelischen Schwächen des unvollkommenen Wesens geheilt und er bleibt geschützt vor den Trieben des Egos. Der Mond geht beim Gegenüberstehen zur Sonne eine Art Verbindung und Einheit mit ihr ein und profitiert von ihrem Licht. Da die spirituelle Beziehung, die liebende Herzen zu Prophe- ten eingehen, der körperlichen Bindung ähnelt, wie die zwischen Vater und Sohn, werden diese spirituell geseg- neten Menschen von Gott ebenso als Kinder der Propheten angesehen. Diese vollkommene Regeneration können nur jene Menschen erlangen, die Zeichen, Moral und Segnun- gen von den Propheten erfahren. Das ist die wahre und na- türliche Fürbitte. Jene, die diese Nachkommenschaft in ih- rer Vollkommenheit erlangen, erlangen die gleichen Züge,

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Eigenschaften und Segnungen wie die Propheten. Das ist die wahre Bedeutung von Fürbitte: Das Naturgesetz Got- tes, sowohl von der körperlichen als auch von der spiritu- ellen Art, erfordert es seit jeher, dass jegliche Segnungen das Resultat eines Paares sind. Der Unterschied besteht nur darin, dass die eine Art šufʿa genannt wurde, während die andere šafāʿat heißt. Der Mensch benötigt, um den spi- rituellen Fortbestand zu sichern, die šafāʿat, genauso wie šufʿa notwendig ist, um die körperliche Fortpflanzung zu sichern. Das Wort Gottes hat beide Formen erklärt.

So sagt Allah im Heiligen Qur’an auf der einen Seite, dass Er Adam als Paar erschuf. Aus diesem Paar erschuf Er das Menschengeschlecht mit zahlreichen Männern und Frau- en. Ebenso spricht Er, dass Gott Seinen Statthalter (Khalifa) erschuf, welcher AdamAS war und den göttlichen Geist in sich trug. Dieses Licht wurde von AdamAS auf andere Pro- pheten übertragen: AbrahamAS, IsaakAS, IsmaelAS, JakobAS, MosesAS, DavidAS, JesusAS, sie alle wurden zu Erben dieses Lichts, bis der letzte Erbe, unser Heiliger ProphetSAW ge- sandt wurde. So haben alle reinen Propheten die physi- schen Eigenschaften von Adam geerbt, und ebenso haben sie von dem Statthalter (Khalifa) AdamAS den göttlichen Geist erhalten. Durch sie wurden dann mit der Zeit auch andere Menschen zu Erben.

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Der Heilige Qur’an über die Fürbitte des Heiligen ProphetenSAW


Im Heiligen Qur‘an wird an verschiedenen Stellen die Für- bitte des Heiligen ProphetenSAW angesprochen. An einer Stelle heißt es:

21 مۡ كُ َبۡوُنذُ مۡ كُ َلرۡ فِ غۡ َیوَ ہُ لٰ لامُ كُ بۡ بِ حُيىۡ ِنۡوعُ بِ َتافَ ہَ لٰ لانۡوبُّ حِ ُتمۡ تُ نۡ کُ ناِ لق

Das heißt: Sprich: Liebt ihr Gott, so kommet und folget mir, damit Gott euch liebt und euch eure Fehler verzeiht. Dieser Vers erklärt mit Deutlichkeit, dass das Befolgen des Heili- gen ProphetenSAW, dessen wichtige Voraussetzungen sind ihn zu lieben, zu ehren und ihm zu gehorchen, notwendi- gerweise darin resultiert, dass der Mensch zu einem Ge- liebten Gottes wird und ihm seine Sünden vergeben wer- den. Wenn einer also bereits vom Gift der Sünden gekostet hat, so wird die Wirkung des Giftes durch das Gegengift der Liebe, des Gehorsams und der Gefolgschaft zurückge- drängt. So kann sich der Mensch von der Sünde genauso befreien, wie ein Mensch durch ein Medikament von der Krankheit geheilt wird. Genauso wie Licht die Finsternis verdrängt, Gegengift die Wirkung des Giftes neutralisiert und Feuer verbrennt, wirkt auch die wahrhaftige Gehor- samkeit und Liebe. Schaut, auf welche Weise das Feuer alles verbrennt. Die mit Eifer erfüllte rechtschaffene Tat, welche ausschließlich dafür verrichtet wird, die Herrlich-


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21 Der Heilige Qur’an: Sura 3, Vers 32.

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keit Allahs zu offenbaren, wird mit der gleichen Wirkung wie das Feuer ausgestattet und verbrennt den Staub und das Holz der Sünden. Wenn ein Mensch mit aufrichtigem Herzen an unseren Heiligen ProphetenSAW glaubt, seine Er- habenheit und Heiligkeit anerkennt und mit ganzer Wahr- heit, Reinheit, Liebe und Gehorsamkeit seinem Wege folgt, bis er durch die vollkommene Gehorsamkeit die Stufe des Ich-Tods erlangt, dann erhält er aufgrund der extremen Bindung zum Heiligen ProphetenSAW einen Teil jenes gött- lichen Lichtes, das auf den Heiligen ProphetenSAW herabge- sandt wird. Da Finsternis und Licht sich gegenseitig aus- schließen, passiert es, dass jene Finsternis, die in ihm ist, sich allmählich entfernt, bis kein Teil der Finsternis mehr in ihm übrig bleibt. Er bezieht aus diesem Licht solche Kraft, die ihm zur Ausübung von rechtschaffenen Taten der höchsten Form verhilft. Jedes seiner Körperteile strahlt das Licht der göttlichen Liebe aus. Dann ist ein Punkt erreicht, bei dem die innewohnende Finsternis vollständig vertrie- ben wird. In ihm erstrahlt sowohl das Licht der Erkenntnis als auch das Licht der Taten. Durch die Vereinigung die- ser Lichter verlässt die Finsternis der Sünden sein Herz. Denn es ist offensichtlich, dass Licht und Finsternis nicht an ein und demselben Ort sein können. Deswegen können das Licht des Glaubens und die Finsternis der Sünde auch nicht zugleich an einem Ort sein. Eine solche Person pro- fitiert von dieser Gehorsamkeit derart, dass ihr sogar die Kraft entzogen wird, in Zukunft Sünden zu begehen, es sei denn, sie übt aus einem Zufall heraus eine Sünde aus. Sie

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erhält den Drang, rechtschaffene Taten zu begehen. Allah sagt hierzu im Heiligen Qur‘an:

22 نايَ صۡ عِ ۡلاوَ قَ ۡوس

فُ ۡلاوَ رَ فۡ كُ ۡلامُ كُ يۡ َلاِ ہَ رَّ َکوَ مۡ كُ بِ ۡولُ ق

ىۡ ِف ہٗ نَ َيّ زَ وَ نامَ ۡيِاۡلا مُ كُ يۡ َلاِ ب

بَّ ح

Das heißt, Gott hat durch das Herabsenden des reinen Geistes auf dich jede rechtschaffene Tat für dich liebge- macht und Er hat Unglauben, Frevel und Widersetzlich- keit verabscheuenswert für dich gemacht.

Es mag sich jemand die Frage stellen, was denn das Licht sei, das die Person durch die Gehorsamkeit gegenüber ProphetenAS erhält, wodurch die Gefühle für die Sünde verschwinden. Die Antwort auf diese Frage lautet: (1) Es ist eine reine Erkenntnis, der keine Finsternis des Zweifels und der Skepsis beigemischt ist. (2) Es ist eine reine Liebe, hinter der keine egoistischen Absichten stecken. (3) Es ist ein reiner Genuss, der alle anderen Genüsse übertrifft und dem keine Unreinheit angehört. (4) Es ist eine gewaltige Anziehung, welche alle Anziehungskräfte übertrifft. (5) Und es ist ein Gegengift mit starker Wirkung, wodurch alle inneren Gifte verschwinden.

Das sind die fünf Dinge, die als Licht mit dem heiligen Geist im Herzen desjenigen erscheinen, der wahrhaft Ge- horsamkeit leistet. Ein solches Herz sagt sich nicht nur endgültig von der Sünde los, sondern empfindet auf na- türliche Weise eine Abneigung gegen ihr. Die Wirkung die- ser fünf Dinge im Einzelnen zu erläutern würde sehr lange



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22 Der Heilige Qur’an: Sura 49, Vers 8.

Die Sündlosigkeit der Propheten

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dauern. Es genügt allerdings, die Besonderheiten der rei- nen Erkenntnis näher zu betrachten, um zu verstehen, wie die reine Erkenntnis von der Sünde abhält.

Es ist offensichtlich, dass ein Mensch und sogar Tiere sich einer Sache nicht nähern, von der sie das sichere Wissen haben, dass sie ihnen schadet. Wenn ein Dieb das Wissen erhält, dass an jenem Ort, an dem er den Diebstahl plant, eine Gruppe von Personen vorhanden ist, die ihn beim Diebstahl überwältigen würde, so wird er auf keinen Fall den Mut fassen, diesen Diebstahl zu begehen. Wenn so- gar ein Vogel wittert, dass unter dem Ort, an dem für ihn Körner liegen, eine Falle liegt, wird er sich den Körnern nicht nähern. Wenn weiterhin ein schmackhaftes Gericht zubereitet wurde, aber jemand erfährt, dass die Speise ver- giftet ist, dann würde er die Speise niemals anrühren. All diese Beispiele machen deutlich, dass der Mensch, wenn er Wissen über eine gefährliche und schädliche Sache besitzt, sich dieser nicht nähert. Vielmehr rennt er davon weg. Deswegen kann man auch verstehen, dass ein Mensch, der durch irgendeinen Weg darüber Kenntnis erlangt, dass die Sünde ein tödliches Gift ist, das sofort tötet, wird er nach diesem Wissen mit Sicherheit keine Sünde begehen. Doch an dieser Stelle stellt sich konsequenterweise die Frage, was dieser Weg ist? Kann dieser Weg etwa die Vernunft sein? Die Antwort ist, dass die Vernunft keineswegs das vollkommene Mittel dazu sein kann, solange ein göttli- cher Unterstützer fehlt. Denn die Überzeugung darüber, dass es wirklich eine Strafe für die Sünde gibt, von der

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der Mensch nicht entkommen kann, kann nur entstehen, wenn man die absolute Gewissheit hat, dass es einen Gott gibt, der Sünden bestrafen kann. Aber ein Mensch, der nur seiner Vernunft vertraut und vom Himmel kein Licht erhalten hat, kann an einen Gott nicht vollkommen glau- ben, denn er hat weder das Wort Gottes jemals gehört noch Sein Antlitz erblickt. Aus diesem Grund kann er, voraus- gesetzt er kommt durch die Reflexion über die Schöpfung der Himmel und der Erde zum richtigen Ergebnis, nur zu der Erkenntnis gelangen, dass es für diese Schöpfungen einen Erschaffer geben muss. Aber er kann nicht zu dem vollkommenen und überzeugten Wissen gelangen, dass es diesen Schöpfer tatsächlich gibt. Es ist offensichtlich, dass ein großer Unterschied zwischen „es muss geben“ und „es gibt“ vorhanden ist. Wenn jemand nur davon überzeugt ist, dass es einen Gott geben muss, wird er durch seine Augen nicht die ganze Wahrheit, sondern dahinter nur Dunkelheit und Finsternis sehen können. Er kann durch seine Erkenntnis niemals jenem gleichen, der nicht nur behauptet, dass es einen solchen wahren Schöpfer geben muss, sondern durch das ihm zugängliche Zeugnis des Lichtes sogar selbst fühlt, dass es ihn tatsächlich gibt. Die- ses himmlische Licht ermöglicht es ihm nicht nur, Gottes Wesen zu sehen, sondern dieses himmlische Licht schärft auch seine geistigen Kräfte und seine Vernunft. Auch sei- ne auf Vernunft basierenden Schlussfolgerungen sind von hoher Qualität. Seine Überzeugung über die Existenz Gottes geschieht also mit einer doppelten Kraft. An die-

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ser Stelle ist mit himmlischem Licht gemeint, dass er mit dem tatsächlichen göttlichen Zwiegespräch gesegnet wird oder mit einer solchen Person, die den Vorzug des göttli- chen Zwiegesprächs erhalten hat, in einer starken Bindung steht. Mit dem göttlichen Zwiegespräch ist nicht die auf Zweifeln beruhende Offenbarung gewöhnlicher Menschen gemeint. Denn zweifelhafte Offenbarung hat keine Bedeu- tung. Sie befindet sich sogar auf einer tieferen Ebene als die Vernunft. Damit ist vielmehr jene reine und vollkommene Offenbarung Gottes gemeint, die frei von Zweifel ist und unbedingt mit himmlischen Zeichen begleitet wird. Jene Offenbarung zeichnet sich durch Majestät und Herrlichkeit aus. Sie überwältigt durch ihre majestätischen und entzü- ckenden Worte das Herz und durchdringt es wie ein Nagel aus Stahl. Sie ist mit dem Stempel der göttlichen Zeichen und außergewöhnlichen Merkmalen versehen. Das ist die erste Grundlage für den Menschen, um eine vollkommene Überzeugung über die Existenz Gottes zu erlangen, dass man also selbst ein Nutznießer einer derartigen Offenba- rung ist oder eine innige Bindung mit einer solchen geseg- neten Person eingeht, die durch ihre spirituelle Kraft die Herzen zu sich zieht. Eine Religion, welche diese frische und reine Offenbarung, die mit lebendigen Zeichen ausge- zeichnet ist, nicht präsentieren kann, ist mit verdorbenen Knochen zu vergleichen, die schon fast zu Staub geworden sind. Für eine solche Religion ist es unmöglich, eine wahr- haftige Änderung hervorzurufen. Diejenigen, die stolz darauf sind, können nur solche Menschen sein, die bloß

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den Traditionen ihrer Vorväter folgen möchten. Sie trach- ten weder aus ihrer Seele heraus nach der Wahrheit, noch verspüren sie die Sehnsucht für solche Wünsche. Vielmehr befinden sie sich aufgrund ihrer Vorurteile und der Nei- gung zur Verirrung in einem Zustand, der zu ihrer völligen Abkehr führt. Ihnen ist es gleichgültig, ob sie die Möglich- keit haben, mit vollkommener Überzeugung an Gott zu glauben und welche Eigenschaften jener Gott besitzt, an den man mit voller Überzeugung glauben kann. Welche Aspekte sind es, die sie zur vollkommenen Überzeugung bringen können? Was sind die Kennzeichen der wahren Überzeugung, die jenen Menschen auszeichnen, der eine solche Überzeugung besitzt?

Wenn eine Religion bis zu einem gewissen Grade nachvoll- ziehbar ist und auch äußere Werte und Anständigkeit vor- weist, muss sie deswegen nicht in der Lage sein, in Bezug auf die Existenz Gottes und Seiner Attribute den Menschen die Stufe der Überzeugung erklimmen zu lassen? Vielmehr sind alle Religionen der Welt solange absurd, nutzlos, un- sinnig, leblos und tot, bis sie nicht in der Lage sind, einen Suchenden zur reinen Quelle der Überzeugung zu führen.


Wie bedauerlich, dass die meisten Menschen nicht verste- hen, was es bedeutet, mit Überzeugung an das Wesen Got- tes, an Seine Existenz, Erhabenheit, Kraft und an all Seine schönen Eigenschaften zu glauben. Wenn man über den bedauerlichen Zustand solcher Menschen sagt, dass sie von der reinen Quelle der Überzeugung entfernt sind und

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deswegen auch von der wahren Reinheit entfernt sind, die man nach der Stufe der Überzeugung erlangt, dann werden sie deswegen empört und sagen voller Emotionen: „Glau- ben wir etwa nicht an Gott?“ Die Antwort auf diese Fragen lautet: Weder besitzt ihr die tatsächliche Überzeugung über Gott noch glaubt ihr wahrhaft an Ihn. Wie bedauernswert, dass sie es nicht verstehen: Sie werden in ein Loch, von dem sie wissen, dass sich dort eine giftige Schlange auf- hält, niemals ihre Hand hineinstecken, weil sie dort ihren Tod sehen. Doch sie sind mutig beim Begehen jeder Sün- de. Sie verzehren kein Gift, weil sie wissen, dass sie davon sterben würden, aber sie begehen große und fürchterliche Verbrechen. Selbst eine starke Vermutung würde sie daran hindern, solche Taten zu begehen, die ihnen Schaden zu- fügen könnten. Dazu müssten sie nicht einmal eine volle Überzeugung darüber besitzen. Sie würden beispielsweise niemals unter einem Dach schlafen, das rissig geworden ist. Sie möchten sich nicht in einem Dorf aufhalten, in dem die Cholera oder Pest ausgebrochen ist. Was ist denn der Grund dafür, dass sie trotz der Behauptung Überzeugung zu besitzen die Gesetze Gottes brechen? Ihr sollt wissen, dass sie in Wahrheit also überhaupt keine Überzeugung besitzen. Sie haben nicht einmal die starke Vermutung da- rüber, dass ein mächtiges Wesen existiert, das in der Lage ist, mit einem Schlag zu vernichten.

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Der christliche Gott


Diese Krankheit ist heutzutage nicht ausschließlich mit ei- ner bestimmten Glaubensrichtung verbunden. Vielmehr ist sie genauso unter den Muslimen vorzufinden, wie sie auch bei den Christen existiert. So wie die Menschen aus dem Westen diese besitzen, haben auch die Menschen aus dem Osten daran teilgenommen, die einen mehr, die ande- ren weniger.

Der Unterschied zwischen Muslimen und Christen besteht darin, dass die Muslime wegen ihrer Ignoranz dem wah- ren und allmächtigen Gott gegenüber nachlässig gewor- den sind, aber Gott dennoch ihnen Sein Licht zeigt. Er lei- tet sie in jedem Zeitalter zu Sich. Viele glückselige Menschen haben Anteil an diesem Licht. Doch die Christen haben schon seit geraumer Zeit jenen Gott verloren, an den zu glauben einem Menschen dazu verhilft, sich zum Reinen hin zu verändern; jener Gott, dessen Majestät und Herr- lichkeit sich vorzustellen einem Menschen dazu verhilft, wahrhaft eine Abneigung gegenüber der Sünde zu entwi- ckeln. Anstatt an den Lebendigen, aus Sich selbst Seienden und Allerhaltenden Gott zu glauben, verehren diese Leute einen demütigen Menschen, nämlich JesusAS, Sohn der Ma- ria, als Gott. Doch er kann weder auf ihre Gebete antwor- ten, noch selbst jemanden rufen oder irgendeine Erhaben- heit und Macht zum Vorschein bringen. Wie kann durch ihn wahre Reinheit erlangt werden? Was ist denn seine Macht, die in den Büchern steht, nämlich, dass er durch die

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Juden viel Leid erfahren hat. Er betete die ganze Nacht, aber sein Gebet wurde nicht erhört. Seine Mutter wurde auf schamlose Weise beschuldigt, aber er war nicht in der Lage, die Beschuldigungen mit göttlicher Kraft zu widerle- gen. Wenn seine Wunder auch akzeptiert werden würden, sind sie keine Besonderheit, die nicht auch bei anderen Propheten vorzufinden wären. Sogar das Wunder des Pro- pheten EliasAS, wonach er die Toten auferstehen ließ, ist eine Besonderheit, die größer ist als die Wunder Jesu. Ge- nauso sind die Wunder des Propheten JesajaAS in der Tat solche, mit denen sich die Wunder Jesu nicht messen kön- nen. Die Prophezeiungen von Hadhrat JesusAS sind unvoll- kommen. Anstatt durch diese eine Läuterung der Herzen zu erreichen, kommt man durch deren Lektüre ins Schmun- zeln darüber, welche Art von Prophezeiungen das sind, dass nämlich Hungernöte, Erdbeben und Kriege kommen werden, obwohl all dies bereits im Lande stattgefunden hatte? Wie kann ein intelligenter Mensch an einen solchen Gott glauben? Das sind alte Geschichten. Gott weiß, wie viel Wahrheit und wie viel Lüge darin liegt. In der heuti- gen Zeit ist es für die Menschen noch schwieriger gewor- den, an einen solchen neuen Gott zu glauben, der auch nicht in den Lehren des Judentums vorzufinden ist. Denn diese Menschen haben weder persönlich erlebt, wie Tote auferstanden sind, noch, wie böse Geister aus Kranken entnommen wurden. Außerdem sind keine der Verspre- chen, die über sie gemacht wurden, in Erfüllung gegangen. So haben sie beispielsweise nicht erlebt, dass sie Gift zu

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sich genommen hätten, dieses aber keine Auswirkungen auf sie hatte, dass sie einem Berg befohlen hätten, sich zu bewegen und dieser sich sofort in Bewegung gesetzt hätte, oder dass sie Schlangen in ihren Händen gehalten hätten und diese nicht gebissen hätten. Jedoch sehen wir, dass Christen aus Europa Selbstmord begehen. Das Gift tötet sie sofort. Sie können nicht einmal einen falschherum liegen- den Schuh durch ihren Befehl umdrehen, solange sie es nicht mit ihren Händen tun, geschweige denn, dass sie ei- nen Berg in Bewegung versetzen würden. Genauso wer- den sie auch von Schlangen und anderen giftigen Tieren immer wieder getötet. Sie könnten darauf antworten, dass die Bedeutung dieser Verse nicht wortwörtlich zu nehmen ist, sondern sie eine metaphorische Bedeutung haben, bei- spielsweise, dass mit Gift gemeint sei, dass sie den Zorn herunterschlucken können und mit Schlangen sei gemeint, dass böse Menschen ihnen nichts antun können. Bevor wir aber über diese Erklärungen sprechen, haben wir das Recht, an dieser Stelle folgende Frage zu stellen: Alle diese Ansprüche wurden in Bezug auf Zeichen gemacht und Hadhrat JesusAS hat immer wieder gesagt, dass alle Zei- chen, die ich zum Vorschein bringe, auch meine Anhänger zeigen werden; alle diese Ansprüche sind also nur meta- phorisch zu verstehen und damit sind keine Zeichen ge- meint. Dadurch wird eindeutig bewiesen, dass die Wun- der, die Hadhrat JesusAS zugesprochen werden, auch alle metaphorisch zu verstehen sind. Denn Hadhrat JesusAS sagt in den Evangelien wiederholt, dass die Wunder, die er

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zum Vorschein bringt, auch seine wahren Anhänger zum Vorschein bringen würden. Bei solch einer Anfrage über diese Wunder bekommt man die Antwort, dass bei diesen Stellen nicht Wunder gemeint ist, sondern der moralische Zustand der Christen. Wieso kann man dann nicht sagen, dass mit den Wundern von Hadhrat JesusAS auch nur sol- che gemeint sind und keine echten Wunder? Diese Frage stellt für die Christen ein sehr großes Problem dar, worauf sie keine Antwort haben. Wenn man an dieser Stelle weiter analysiert, dann ist das nicht bloß eine einzige Schwierig- keit, sondern es entstehen drei Schwierigkeiten: (1) Ers- tens, der MessiasAS sagte, dass die Wunder, die er zeigt, auch seine Anhänger zeigen werden, ja, sie sogar noch mehr zeigen werden. Diese Behauptung würde sich als falsch herausstellen. (2) Zweitens, durch diese falsche Be- hauptung wird weiterhin bewiesen, dass der MessiasAS selbst auch keine Wunder gezeigt hat, da in diesem Fall auch seine Anhänger in der Lage sein müssten, Wunder zu zeigen. (3) Und drittens, wenn wir einmal trotzdem anneh- men, dass JesusAS Wunder gezeigt habe und wenn wir die Stellen aus den Evangelien ignorieren, in denen steht, dass die Ehebrecher dieser Zeit nach Wunder verlangen, ihnen aber keine Zeichen gezeigt werden, dann können die Wun- der nicht größer sein als die Wunder der vorherigen Pro- pheten. Die Gottheit Jesu kann also nicht bewiesen wer- den. Wenn die Gottheit Jesu so schwach ist, dass ein Mensch mit gesundem Menschenverstand daran gar nicht glauben kann, wie kann dann eine solche Gottheit vor Sün-

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den beschützen? Wir haben bereits geschrieben, dass das erste Mittel, das vor Sünden bewahren kann, die vollkom- mene Überzeugung über das Wesen Gottes ist. Es ist die Überzeugung, dass es tatsächlich einen Gott gibt, der Sün- den bestraft. Aber wie kann eine solche Überzeugung hin- sichtlich JesusAS entstehen? Gibt es etwa einen Unterschied zwischen ihm und anderen verstorbenen Menschen? Wir wissen und jeder Vernünftige weiß, dass es eine klare Aus- zeichnung zwischen Gott und seinen Geschöpfen geben muss. In diesem Fall ist jedoch nicht einmal der Unter- scheid zwischen einem Toten und einem Lebendigen zu erkennen, geschweige denn jene klare Auszeichnung. Es ist bedauerlich, dass die Christen zwar mit Klamauk Jesu- sAS als Gott darzustellen versuchen. Aber wir würden uns sogar damit begnügen, wenn sie in der Lage wären, zu be- weisen, dass Hadhrat Jesus ein lebendiger Mensch ist. Wir hegen keinen Argwohn gegenüber irgendeine Religion. Wenn der Sohn der Maria tatsächlich Gott ist, dann sind wir die Ersten, die bereit sind, ihn als solchen zu akzeptie- ren. Wenn er tatsächlich der Fürbitter ist, dann möchten wir die ersten Gläubigen sein. Aber wie können wir etwas Falsches, Absurdes und Lügnerisches akzeptieren? Wenn Gott genauso schwach und demütig ist wie Jesus, Sohn der MariaAS, dann ist es überhaupt nicht notwendig, an einen solchen Gott zu glauben. Wie soll man von einem solchen Gott überzeugt sein? Wenn aber JesusAS, der Messias, ein solcher Gott ist, dass wir ihn auf einer solchen Weise erken- nen können, wie Gott der Allmächtige sich in jedem Zeital-

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ter durch die Propheten unmittelbar selbst erkennen ließ und auch jene Ihn erkannten, die keine himmlischen Bü- cher erhalten haben, sind wir bereit, ihn zu akzeptieren. Gibt es jemanden auf der Erde, der uns ein einzigartiges Zeichen des Messias zeigen kann, damit wir seine Stimme hören und die Zeichen seiner Gottheit sehen können? Denn wir haben schon einige Male erwähnt, dass, wenn im Glau- ben an den wahren Gott Zweifel bestehen, dieser nicht zur Erlösung der Sünden führen kann. Wenn man an einen sol- chen hypothetischen, künstlichen Gott glaubt, der von den Juden geschlagen wurde, kann man nicht durch ihn von irgendeiner Krankheit erlöst werden. Es ist offensichtlich, dass auch der Glaube an den wahrhaftigen Gott den Men- schen von Sünden nur dann befreien kann, wenn der Glau- be die Stufe der Überzeugung erreicht hat. Wie beschä- mend ist es also, einen Menschen als Gott anzusehen, ohne für seine Gottheit gewissenhafte Argumente präsentieren zu können. Wahrlich, solche Menschen sind die Feinde des wahren Weges. Ich kann nicht verstehen, welche Notwen- digkeit diese Menschen empfunden haben, eine solche be- schämende Tat zu vollbringen und welche Verluste sie hät- ten, wenn sie an den lebendigen und ewigen Gott glauben würden, die sie durch einen künstlichen Gott kompensiert haben. Wir bezeugen, dass der wahre Gott sich AdamAS, SetAS, NoahAS, AbrahamAS, MosesAS und allen anderen Pro- pheten offenbart hat. Und schließlich offenbarte Er sich un- serem Heiligen ProphetenSAW. Jener Gott ist der Lebendige, der aus Sich selbst Seiende und der Allerhaltende. Und wie

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Er in den früheren Zeiten durch die Propheten „Ich existie- re!“ sagte, so sagt Er dies auch heute. Wie die früheren Pro- pheten Seine herrliche Stimme gehört und Seine Zeichen gesehen haben, genauso hören auch wir Seine Stimme und sehen Seine Zeichen. Und genauso, wie Er in früheren Zei- ten die Gebete Seiner Diener erhörte und darauf antworte- te, hört Er auch unsere Gebete und antwortet darauf. Und genauso, wie frühere rechtschaffene Menschen durch Sei- ne Liebe und dem Betrachten Seines Antlitzes wahre Rein- heit erlangten, erhalten auch wir auf eine derartige Weise eine solche Reinheit. Somit kann nur derjenige einen sol- chen kraftvollen und majestätischen Gott verlassen, der äußerst unglückselig und blind ist. Wir sind davon über- zeugt, dass alle fabrizierten Götter dieser Welt, wie bei- spielsweise Jesus, Sohn der Maria, Ramachandra, Krischna und BuddhaAS, ohne Argumente zu Göttern gemacht wur- den. Dies kann man damit vergleichen, dass man eine Zie- ge zum Menschen erklärt, obwohl sie weder wie Menschen spricht, noch wie ein Mensch laufen kann oder wie ein Mensch aussieht oder den Verstand eines Menschen be- sitzt oder irgendwelche anderen menschliche Eigenschaf- ten innehat. Kann man etwa eine Ziege zum Menschen er- klären, weil sie einige Dinge mit dem Menschen gemein hat, wie zum Beispiel, dass sie isst, wie der Mensch isst, und ihrer Notdurft nachgehen muss, wie es auch der Mensch tut? Kann jemand behaupten und beweisen, dass es besondere Gemeinsamkeiten zwischen JesusAS, Rama etc. mit Gott gibt?

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Diese Götter wurden nur deswegen erschaffen, da auf- grund eines vorhandenen Extrems ein anderes Extrem ge- wählt wurde. Beispielsweise, als Raja Ravana auf beson- ders harte Weise Raja Ramachandra demütigte. Da er seine Frau nach Lanka mitnahm, schockierte er das Volk von Ra- machandra. Die Anhänger von Raja Ramchandra zögerten nicht, Raja Ravana vom Menschengeschlecht auszustoßen und Raja Ramchandra mit voller Überzeugung zu ihrem Parmeshwar (Gott) zu küren, so dass bis zur heutigen Zeit die Hindus anstelle des Namens ihres Parmeshwars nur noch „Ram Ram“ sagen. Sogar ihre Begrüßung heißt „Ram Ram“. Das zeigt, dass die Christen bei ihrer Auslegung, dass Jesus Gott sei, nicht so extrem sind wie die Hindus. Sie beharren so sehr bei ihrer extremen Auslegung, dass sie den Namen ihres richtigen Gottes nahezu vergessen haben und fast zu jedem Anlass nur noch „Ram Ram“ sagen. Sie haben aufgrund einer verletzten Ehre und Extremismus Rama zu Gott erklärt. Aus diesen Gründen wurde auch Je- sus zu Gott erklärt.

Zunächst haben die boshaften Juden die Geburt von Je- susAS als unehelich bezeichnet. Hadhrat Maria wurde mit schmutzigen Vorwürfen beschuldigt. Danach wurde die Lebensweise von JesusAS diffamiert. Man kann aus den Büchern einiger jüdischer Gelehrter, die ich derzeit lese, entnehmen, dass sie das Leben von Hadhrat Jesus auf eine diffamierende Art beschrieben haben. Diese Bücher von jüdischen Gelehrten werden abends bei uns seit einigen Tagen nur aus dem Grund verlesen, weil heutzutage eini-

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ge stumpfsinnige Priester das Leben unseres Heiligen Pro- phetenSAW diffamieren, so dass unsere Gemeinde darüber in Kenntnis gesetzt wird, dass das Leben von Hadhrat JesusAS viel schlimmer verunglimpft wurde als das des Heiligen ProphetenSAW. Die Beschuldigungen, die gemacht wurden, sind unerträglich und man kann sie nicht aufschreiben. Beispielsweise wurde seine Mutter mit schmutzigen Vor- würfen beschuldigt. Genauso wurden seine Großmütter Tamar, Rahab und bint Saba der Unzucht beschuldigt, was auch einige Priester akzeptieren. Die schlimmsten Beschul- digungen sind die, die sich auf die Lebenspraxis JesuAS be- ziehen; wonach er in jeder Sache betrügerisch vorgegangen sei. Deshalb habe Gott ihn, wie es in der Thora versprochen wurde, mit der Todesstrafe bestraft. Diese Schmach, Miss- achtung und Verleumdung kann ein Muslim nicht lesen, ohne dabei sofort zornig zu werden. Hadhrat JesusAS wur- de also dermaßen beleidigt, dass man ihm sogar den Rang des Menschen aberkannte. Aus diesem Grund war es eine natürliche Konsequenz, dass die Anhänger Jesu langsam das andere Extrem suchten. Deswegen haben solche eifri- gen Menschen, die schon zuvor dem Götzendienst zuge- neigt waren, sich damit beglückt, Hadhrat JesusAS zu Gott zu machen. Auf diese Weise wollten sie sich also an den harten Beschuldigungen der Juden rächen, mit denen sie den Namen JesuAS beschmutzt hatten. Seltsam ist jedoch, dass die Christen versuchen, durch ihre Evangelien die Gottheit des Messias zu beweisen. Doch genau aus diesen Evangelien haben jüdische Gelehrte versucht zu beweisen,

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dass dieser Mensch, Gott bewahre, ein niederträchtiger und betrügerischer Mensch gewesen sei, der weder Wun- der hervorgebracht noch irgendeine wahre Prophezeiung gemacht habe. Darüber hinaus schreibt er, dass die Aussa- gen der Evangelien, in welchen steht, dass JesusAS den Ju- den viele Wunder gezeigt habe, widersprüchlich seien und aus den Evangelien selbst als falsch erwiesen seien. Denn im Evangelium steht auch, dass in allen Kontroversen, in denen die Älteren des Volkes von JesusAS ein Wunder ver- langen, JesusAS diesen Älteren immer mit schlimmen Be- leidigungen geantwortet habe und sagte, dass ihnen keine Wunder gezeigt werden würde. Weiter schreibt er, auch wenn wir daran glauben würden, dass JesusAS einige Kran- ke geheilt habe, so ist dies kein nützliches Argument für seine Gottheit, denn in dieser Zeit hätten auch seine Wi- dersacher solche Wunder gezeigt. Und schließlich schreibt er, wie nun die Vernunft es akzeptieren könne, dass JesusAS Gott sei, wenn frühere Propheten mächtigere Wunder ge- zeigt haben. So kann man sagen, dass die Juden vehement JesusAS beleidigt haben. Aufgrund dieser Demütigung war es die Konsequenz, dass die Anderen das andere Extrem wählen würden. Als also diese Flut des Extremen unter Christen sich in Bewegung setzte, wurde der Grundstein dafür gelegt, JesusAS zum Gott zu erklären. Diese Umstän- de kann man dann nachvollziehen, wenn man auf der ei- nen Seite die Angriffe der Juden und auf der anderen Seite die Verteidigung dieser Angriffe durch die Übertreibung der Christen betrachtet. Die Bücher der jüdischen Gelehr-

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ten wurden nun stärker verbreitet und einige jüdische Gelehrte haben diese auch auf Französisch und Englisch publiziert. Aus diesem Grund ist es für die Wahrheitssu- chenden sehr einfach geworden, die Wahrheit zu verste- hen. Alle Gruppierungen der Juden sind sich einig, dass, seitdem Hadhrat MosesAS die Thora offenbart wurde, von Zeit zu Zeit Propheten erschienen. Keine einziger Prophet hatte die Dreifaltigkeit gelehrt, vielmehr lehrten sie alle, dass ihr den einen und verborgenen Gott habt. Ein wei- terer Vorwand der Juden ist, dass, als MosesAS Gott, den Allmächtigen, auf dem Berg Sinai bat, ihm Sein Gesicht zu zeigen, Gott sagte, dass niemand Sein Gesicht sehen kann. Weshalb sagte Er dies? Er hätte zu diesem Zeitpunkt das Gesicht von JesusAS zeigen können und sagen können, dies ist mein Gesicht. Die Juden haben versucht zu beweisen, dass das Christentum eine solche Religion ist, die die alte Grundlage der Thora, auf der das Siegel aller Propheten vorhanden ist, zu zerstören versucht, da die Grundlage der Thora auf die Einheit und Einzigartigkeit Gottes basiert. Somit haben die Christen einen solchen Gott präsentiert, der mit der Lehre der Thora und des Heiligen Qur‘an nie- mals übereinstimmen kann. Sie haben versucht, eine üble Erneuerung in der Welt zu verbreiten. Ihnen ist es nicht nur gleichgültig, dass ein solch neuer Glaube der Lehre der Thora und der Schriften anderer Propheten widerspricht, sondern auch der Vernunft zuwider ist. Sie sind also auch der Vernunft gegenüber gleichgültig. Sie glauben nicht daran, dass in der Religion auch mit Vernunft argumen-

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tiert werden kann. Sie glauben, dass die Vernunft nicht das Recht habe, irgendetwas über die Einheit oder Drei- faltigkeit Gottes zu sagen. Sie sind es gewohnt, andere zu diffamieren und den Fehler bei anderen zu suchen, doch es ist erstaunlich, dass sie ihre eigene Lehre nicht einmal mit einem Blick betrachten. Ihre wirkliche Aufgabe hätte sein sollen, zuerst die Gottheit Jesu, welche von der Tho- ra, dem Qur’an und der Vernunft widersprochen wird, zu beweisen und dann erst die fabrizierten Dogmen wie zum Beispiel Erbsünde oder Erlösung zu verbreiten. Doch das haben sie nicht getan. Sie haben ihre wahrhaftige Lehre ig- noriert und sich mit absurden Dingen aufgehalten.

Aber an dieser Stelle möchte ich auch sagen, dass im Unter- grund dieses Fehlers auch eine Wahrheit verborgen liegt. Aufgrund absurder Vorstellungen wurde das Gesicht der Wahrheit so sehr geschwärzt und entstellt, dass wir heute statt der Schönheit nur eine grässliche und furchterregende Gestalt sehen. Aber die Wahrheit liegt unter diesem dunk- len Schleier, wie ein Blitz scheint sie durch diese zerstöre- rische Lehre, den Messias zu Gott zu machen, hindurch. Und diese lautet: Aus der Thora ist erweisen, dass Gott den Menschen als Sein Ebenbild erschaffen hat. Er hat in ihm Sein Licht gelegt und Seinen Geist eingehaucht. Dies erfahren wir auch aus dem Heiligen Qur‘an. Es ist nicht übernatürlich und außerhalb der menschlichen Natur, dass Gott im reinen Herzen Seines Dieners auf eine solche Art und Weise erscheint, dass im Herzen das Zelt Seiner Herrlichkeit aufgeschlagen wird. Ein solcher Mensch hat

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eine derartige Bindung zu Gott, wie das Eisen, das in ein loderndes und äußerst heißes Feuer gelegt wird und dem Feuer gleich erscheint. Doch in Wirklichkeit bleibt es Eisen und wird nicht zu Feuer. Eine solche Beziehung herrscht zwischen den vollkommenen Geliebten und Gott. Sie be- ginnen zu fühlen, dass Gott in ihnen herabgestiegen ist. Aufgrund dieses Zustands der Vereinigung mit Gott kom- men aus ihren Zungen bisweilen solche Worte hervor, die man als šaṭḥa23 bezeichnet. Das bedeutet: Manchmal be- schreiben sie diese göttliche Verbindung mit solchen Wör- tern, dass gewöhnliche Menschen zum Fehlschluss kom- men, er habe den Anspruch erhoben, Gott zu sein. Solche Ausdrücke findet man in allen göttlichen Büchern.


Die Worte und Praxis des Heiligen ProphetenSAW


Im Heiligen Qur‘an werden die Worte und Handlungen des Heiligen ProphetenSAW im gleichen Zusammenhang als Worte und Praxis Gottes beschrieben. So heißt es beispiels- weise über die Worte:

24 ىحٰ ۡوُي ىٌ حۡ و اَّلاِ َوھ ناِ یوٰ ھَ ۡلا نِ عقُ طِ نۡ َيامو

Das heißt, dass die Worte dieses Propheten nicht aus der Quelle der menschlichen Triebe entspringen, sondern seine Worte sind das Wort Gottes. Nun werden mit diesem Vers alle Worte des Heiligen ProphetenSAW als die Worte Gottes


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23 Begriff aus der islamischen Mystik. (Anm. d. Ü.)

24 Der Heilige Qur’an: Sura 53, Verse 4,5.

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bezeichnet. Analog gibt es einen weiteren Vers, in welchem bewiesen wird, dass die Handlungen des Heiligen Prophe- tenSAW die Handlungen Gottes sind. So spricht Gott:

25 َىمٰ رَ ہَ لٰ لانَ كِ ٰلوَ تيۡ مَ رَ ذۡ اِ تيۡ مَ رَ ام

Das heißt, alles, was du warfst, warfst nicht du, sondern Gott. Aus diesem Vers ist also ersichtlich, dass die Taten des Heiligen ProphetenSAW die Taten Gottes sind. Wenn nun so- wohl die Worte des Heiligen ProphetenSAW die Worte Got- tes sind und seine Taten die Taten Gottes, dann folgt doch daraus, dass der Heilige ProphetSAW die vollkommene Ma- nifestation des göttlichen Wesens ist. Trotzdem bezeichnet kein vernünftiger Muslim den Heiligen ProphetenSAW als Gott. Sie ordnen dem Heiligen ProphetenSAW nicht eine Hy- postase zu, wie es die Christen tun, obwohl es praktische Anhaltspunkte gäbe, nämlich, dass Gott, der Allmächtige, nicht nur Ehrgefühl für Sein eigenes Wesen besitzt, sondern auch für den Heiligen ProphetenSAW. Gott hat den Heiligen ProphetenSAW nicht sterben lassen, ehe Er jenen Leuten, die ihm Leid zugefügt hatten, die unrechtmäßig gemordet hat- ten und ihn aus seiner Heimat vertrieben hatten, die Strafe kosten ließ. Und jene, die ihn unterstützt hatten, ließ Er auf den Thronen sitzen. Wenn wir nun die Umstände des Hei- ligen ProphetenSAW mit denen von Hadhrat JesusAS verglei- chen, so müssen wir gestehen, dass Gott, der Allmächtige, keine Unterstützung für Hadhrat JesusAS offenbarte. Viel-


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25 Der Heilige Qur’an: Sura 8, Vers 18.

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mehr half Er den Juden, bis diese JesusAS am Kreuz hängen ließen und ihn auf das Schlimmste peinigten. Als Chosrau Parvez sich vornahm, den Heiligen ProphetenSAW zu töten, wurde er innerhalb von einer Nacht selbst zum Opfer ei- nes Mordes. Doch als aufgrund der falschen Propaganda der Juden der Haftbefehl gegen JesusAS ausgerufen wurde, da konnten ein oder zwei Polizisten ihn festnehmen und ins Gefängnis bringen. Kann jemand sagen, dass die gött- liche Majestät mit einem solchen Menschen war, der die ganze Nacht für seine Rettung betete, aber nicht errettet wurde? Wir sehen hingegen, wie viele Feinde das Haus unseres Heiligen ProphetenSAW umzingelten, mit der Ab- sicht ihn anzugreifen und trotz größter Bemühungen nicht erfolgreich waren. Doch der Heilige ProphetSAW musste nicht wie JesusAS die ganze Nacht beten, sondern wurde von Gott aufgrund Seiner Gunsterweisung gerettet und konnte einfach und offen aus dem Hause gehen, ohne dass es jemand bemerkte. Doch das herzzerreißende Gebet von Hadhrat JesusAS „Eli Eli Lama Sabachthani“,26 das die Juden heute noch verspotten, wurde nicht erhört und gemäß der Auffassung der Christen war das Ergebnis dieses Gebetes, dass er gekreuzigt wurde. Derart war der Umgang Gottes mit Hadhrat JesusAS und mit seinen Jünger war er genauso. Er hatte seinen Jüngern versprochen, dass er während ih- rer Lebzeiten zurückkommen werde. Diese Prophezeiung hat sich als falsch herausgestellt, denn es sind schon 2000


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26 „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34; Mt 27:46.

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Jahre vergangen und er ist immer noch nicht erschienen. Alle, die auf ihn warteten, sind in einem solchen Zustand gestorben, dass die Juden sie stets verspotteten. Sie frag- ten, wann ist denn euer Meister wiedergekommen und sie sind ob dieser Frage immer in Verlegenheit geblieben und konnten nicht antworten. Ihnen wurden sogar zwölf Throne versprochen, aber die Zahl der Throne schrumpfte mit der folgenden Zählung auf zehn, weil ein Jünger zum Abtrünnigen wurde und ein anderer ebenfalls etwas tat, was einem Abtrünnigen gleicht. Die Prophezeiung indes sprach von zwölfen. Unserer Heiliger ProphetSAW hatte sei- nen Gefährten versprochen, dass sie auf dieser Welt auf Thronen sitzen werden. Sogar unsere Gegner wissen, dass dieses Versprechen in Erfüllung ging. Wenn man die Lehre von Hadhrat JesusAS Wörter studiert und jene Wörter un- tersucht, auf deren Grundlage er zu Gott erklärt wird, dann sind es keine außergewöhnlichen und besonderen Wörter, denn sie wurden auch für andere Propheten verwandt. AdamAS und IsraelAS wurden ebenso als Kinder Gottes be- zeichnet. Es steht sogar an einer Stelle, dass ihr alle Gott seid. Aber kann man etwa aus diesen Worten schlussfol- gern, dass tatsächlich alle, für die diese Wörter gesagt wur- den, Gott oder Gottes leibliche Söhne sind? Auch Hadhrat JesusAS hat solche Ausdrücke verwendet.

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Das Erscheinen des Verheißenen Messias


Man muss mit Bedauern sagen, wie im Falle JesuAS aus ei- ner Mücke ein Elefant gemacht wurde. Auch ich empfange Offenbarungen von Gott und seit mehr als zwanzig Jahren spricht Gott zu mir. Über 150 Zeichen sind erschienen. Ich schwöre bei Gott, dass ich auch die Toten in der Art und Weise wieder zum Leben erweckt habe, wie es gemäß der Praxis Gottes möglich ist. Außerdem kann ich schwören, dass mehr als zehntausend meiner Gebete erhört wurden. Für mich wurden noch viel herrlichere Worte von Gott of- fenbart als die Worte im Evangelium, aus denen heraus Je- sus zu Gott gemacht wird. Ich habe diese Worte auch in Bü- chern veröffentlicht. Gott hat mich Adam genannt, Er hat mich Abraham genannt und Er hat mich als den Verheiße- nen Messias bezeichnet. Er hat mir gesagt, dass ich der Ver- heißene bin, auf den wartend alle Propheten davongegan- gen sind. Aber trotz alledem sage ich nicht, dass ich Gott oder Gottes Sohn bin, obwohl Gott für solche Worte zur Genüge gesprochen hat, aus denen heraus ich gemäß dem Maßstab, mit dem JesusAS, Sohn der Maria, gemessen wird, ich ganz einfach als Gott gelten könnte. Aber ich weiß, dass dies Ketzerei wäre. Deshalb bin ich am meisten verwun- dert, welche Auszeichnung JesusAS, Sohn der Maria, hatte, dass er zu Gott erklärt wurde? Hatte er außergewöhnliche Wunder gezeigt? Aber ich sehe, dass die Wunder, die hier gezeigt werden, noch größer sind. Waren seine Prophezei- ungen etwa außergewöhnlich groß? Aber ich würde nicht

Die Sündlosigkeit der Propheten

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die Wahrheit sagen, wenn ich nicht feststellen würde, dass jene Prophezeiungen, die mir gegeben wurden, viel größer sind als die von JesusAS, Sohn der Maria. Kann ich etwa sagen, dass man aufgrund der Worte, die in den Evangeli- en für JesusAS, Sohn der Maria, verwandt wurden, ihn als Gott anerkennen muss? Aber ich schwöre bei Gott, bei des- sen Namen Lügen zu schwören Verdammnis im Dies- und Jenseits bedeutet, dass die Worte, die von Gott für meine Glorie offenbart wurden, ich schwöre, dass sie das reine Wort Gottes sind, und nicht umgewandelt, verändert, ma- nipuliert, wie die der Evangelien; diese Worte sind viel er- habener und prächtiger als jene Wörter, die die christlichen Priester für JesusAS, Sohn der Maria, aus den Evangelien hervorbringen. Aber ist es mir etwa erlaubt, den Anspruch zu erheben Gott zu sein oder als Sohn Gottes bezeichnet zu werden? Genauso ist auch JesusAS, Sohn der Maria, nicht Sohn Gottes, noch ist er Gott. Ich bin der Messias von Mu- hammadSAW und er war der Messias von MosesAS. Gott hat- te es vorherbestimmt, dass in der Kette Israels, jenes Geset- zes, dessen Fundament durch MosesAS gelegt wurde, der Messias kommen wird. Genauso hatte Gott vorbestimmt, dass in der Kette des Stammes Ismaels, dessen göttliches Gesetz durch den Heiligen ProphetenSAW begann, auch ein Messias erscheinen wird, und so ist es auch geschehen. Der Diener Gottes, MosesAS, brachte die Scharia für die Israeliten. Jedoch wusste Gott, dass etwa 14 Jahrhunderte nach Moses die Israeliten die Wahrheit und den Pfad der Scharia verlassen würden und dass ihr moralischer Zu-

Die Sündlosigkeit der Propheten

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stand sich sehr verschlechtern wird. Deshalb hatte Gott etwa 14 Jahrhunderte nach Hadhrat MosesAS den Messias, Sohn der MariaAS, geschickt, in einem Land, in dem nicht einmal mehr die Herrschaft der Kinder Israels übriggeblie- ben war. Als dann gemäß der Prophezeiung von Deutero- nomium aus der Thora der vergleichbare gesetzgebende Prophet zu MosesAS erschien, nämlich der Heilige Prophet MuhammadSAW, da sandte Gott wieder nach 1400 Jahren einen Messias, wie er den vergangenen Messias geschickt hatte. Und ich bin der Messias. Und genauso, wie der zu MosesAS analoge Prophet in vielen Hinsichten viel größer ist als Moses, ist auch der analoge Messias zu JesusAS in vielen Hinsichten viel größer als JesusAS. Das ist ein Teil der Gnade, Gott gewährt sie, wem Er will.


Wie kann die Sündlosigkeit bewiesen werden?


Die Lehre der Sündlosigkeit und Fürbitte, die immer wie- der von den Christen aufgegriffen wird, ist ein klarer Feh- ler der Christen. Wenn Sündlosigkeit bedeutet, dass ein Feind über das Leben eines Menschen nichts kritisieren können soll, dann lasst uns aus den Büchern der Juden zeigen, wie die Lebensweise von Hadhrat JesusAS und sei- ner Mutter war. Sie haben das Leben dieser sehr beanstan- det. Und wenn die Definition von Sündlosigkeit ist, dass jemand von selbst behauptet, er sei rechtschaffen, dann lasst uns aus den Evangelien zeigen, dass JesusAS sagte, er sei nicht rechtschaffen. Wenn also die Sündlosigkeit von

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JesusAS, Sohn der Maria, schon nicht aus den Evangelien bewiesen werden kann, sondern die Evangelien eher an einigen Stellen gegen seine Sündlosigkeit sprechen – wie beispielsweise sein Trinken von Wein oder das Brechen der dauerhaften Gebote des Gesetzes der Thora wie das Verbot des Schweinfleischverzehrs oder das Gebot der Be- schneidung, das unrechtmäßige Zerstören von Eigentum anderer Menschen, das Beleidigen von Schriftgelehrten und Pharisäern, das Erlauben von Körperkontakt zu un- züchtigen Frauen, das unrechtmäßige Massierenlassen von Öl auf dem Kopf, seine Jünger anderen Feldern Äh- ren pflücken lassen –, sagt, ist das alles nicht etwa Sünde? Wenn das Trinken von Alkohol eine gute Tat war, wes- halb hat dann JohannesAS das Konsumieren von Alkohol verabscheut? Warum hat DanielAS gesagt, dass die Türen des Himmels für alle Trinker geschlossen seien? Warum setzte er das ewige Gesetz der Beschneidung außer kraft, ungeachtet dessen, dass kürzlich durchgeführte Recher- chen ihre Nützlichkeit auch hinsichtlich der Gesundheit erwiesen haben? Der Verzehr von Schweinefleisch war für immer verboten, aber weshalb erlaubte er dies, obwohl er selbst sagte, dass das Gesetz der Thora nicht aufgehoben sei? Doch er selbst hob das Gesetz auf. Die Schuldlosigkeit von JesusAS, Sohn der Maria, aus den Evangelien zu bewei- sen ist genauso schwierig, wie eine schwerkranke Person in ihrer letzten Stufe der Tuberkulose, dessen Symptome zu sehen sind, als gesund zu bezeichnen. War es nicht ihre Aufgabe gewesen, erst die Sündlosigkeit von Hadhrat Je-

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susAS zu beweisen, bevor sie andere Propheten kritisierten? Sie folgern sofort aus dem Wort istiġfār aus dem Heiligen Qur‘an, dass dadurch die Sündhaftigkeit bewiesen werde. Jedoch vergessen sie die Worte der Evangelien, er sei nicht rechtschaffen. Ist das etwa ein anständiges Verhalten? Nach alledem können wir weiterhin feststellen, dass nur derjeni- ge am Tag des Jüngsten Gerichts ein Fürbitter sein kann, der auch in dieser Welt ein Beispiel für die Fürbitte gezeigt hat. Wenn wir diesen Maßstab anwenden, dann sehen wir, dass auch Hadhrat MosesAS ein Fürbitter war, da er durch seine Gebete oftmals Strafen abwendete, was durch die Thora bezeugt wird. Wenn wir auf den Heiligen Prophe- tenSAW schauen, wird seine Existenz als Fürbitter am besten und klarsten bewiesen. Denn es war die Wirkung seiner Fürbitte, dass seine armen Gefährten den Thron bestiegen. Es war der Einfluss seiner Fürbitte, dass jene Leute, die in Abgötterei und Polytheismus lebten, solche eifrigen An- hänger der Einheit Gottes wurden, dass sie eine beispiel- lose Hingabe zeigten, die man sonst nirgendwo sieht. Die Fürbitte des Heiligen ProphetenSAW ist es, die ermöglicht, dass seine wahren Befolger bis heute Gottes Offenbarung erhalten. Gott spricht mit ihnen. Aber wo können wir diese Beweise im Falle von JesusAS, Sohn der Maria, vorfinden? Welcher Beweis kann für die Fürbitte unseres Meisters und Geliebten, des Heiligen Propheten MuhammadSAW, größer sein als der, dass alles, was wir durch seine Person von Gott erhalten haben, unsere Feinde nicht erlangen können. Wenn unsere Gegner sich ernsthaft dieser Prüfung stellen

Die Sündlosigkeit der Propheten

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würden, so könnte man innerhalb von wenigen Tagen die Entscheidung sehen. Aber sie möchten die Entscheidung nicht. Sie möchten, dass wir an einen Gott glauben, der weder sprechen noch sehen kann, der nichts über die Zu- kunft vorhersagen kann. Doch unser Gott hat die Macht, das alles zu tun. Gesegnet ist der, der nach einem solchen Gott sucht!


Stichwortverzeichnis

Stichwortverzeichnis

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A

AbrahamAS 50, 64

Adam 18, 19, 20, 21, 22, 23, 50, 64,

74, 75

Allmacht 34

B

Barmherzigkeit 16, 22, 34, 46, 47

Beschneidung 78

Buddha 65

C

Cholera 58

Chosrau Parvez 73

Christen 44, 59, 61, 62, 63, 66, 67,

68, 69, 72, 73, 77

Christentum 69

D

Deuteronomium 77

Dieb 31, 54

Diebstahl 54

Drangsal 16

Dreifaltigkeit 69, 70

Dunkelheit 16, 55

E

Ebenbild 38, 70

Ego 28, 29

Ehebrecher 62

Ehefrau 23

Ehre 66

Einheit 24, 28, 42, 49, 69, 70, 79

Einsiedler 23

Einzigartigkeit 24, 69

Eisen 35, 71

EliasAS 60

Engel 18, 19, 41

Erbsünde 70

Erhabenheit 17, 28, 31, 52, 57, 59

Erhaltung 38, 39

Erkenntnis 34, 52, 53, 54, 55

Erlöser 24

Erlösung 5, 6, 15, 16, 25, 64, 70

Europa 61

Evangelien 61, 62, 67, 68, 76, 77,

78, 79

Evangelium 68, 75

F

Feinheit 34

Feuer 51, 52, 71

Finsternis 51, 52, 53, 55

Freude 36

Frevel 53

Frieden 100

Fürbitte 15, 17, 20, 21, 23, 24, 25,

27, 30, 40, 48, 49, 50, 51,

77, 79

Fürbitter 16, 24, 25, 30, 63, 79

G

Gebet 97

Gebot 19, 24, 38, 78

Gegengift 51, 53

Geist 15, 18, 19, 20, 22, 36, 50,

53, 70

Generosität 33

Genuss 32, 53

Gesetz 24, 48, 76, 78

Gewissen 17

Gewissheit 35, 36, 55

Gift 41, 51, 54, 58, 60, 61

Glauben 97

Gnade 16, 17, 35, 41, 77

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Gott 15, 16, 17, 18, 19, 21, 22, 23,

25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 34,

35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42,

43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50,

51, 53, 55, 57, 58, 59, 60, 63,

64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71,

72, 73, 74, 75, 76, 77, 79, 80

Gottesdienst 28, 29

Gottes Geist 18

Gottesliebe 29

Gottesnähe 29

Gottheit 62, 64, 67, 68, 70

Götzen 24

Götzendienst 67

Großzügigkeit 33, 35

ǧurm 42, 43

Gute 35

Güte 31, 32, 33, 34, 35, 38

H

ḫāliqīyat 38

Handlung 36

Heilige ProphetSAW 26, 29, 30,

72, 73

Heiligkeit 16, 52

Herrschaft 34, 39, 77

Herz 21, 25, 32, 35, 40, 41, 42, 52,

53, 56

Hilfe 35, 37, 38, 39, 40, 42, 45, 47

Hölle 43, 46

ḥusn 33, 34, 35

Hypostase 72

I

iḥsān 33, 34, 35

Indien 97, 100, 102

istiġfār 37, 38, 39, 40, 41, 42, 45,

46, 47, 48, 79

J

JesusAS 44, 50, 59, 61, 62, 67, 72,

73, 74, 77, 78

Juden 60, 64, 66, 67, 68, 69, 73,

74, 77

Jünger 73, 74, 78

K

Kind 20, 40, 46, 47, 48

Kraft 16, 28, 35, 36, 37, 40, 41, 42,

44, 45, 47, 48, 52, 55, 56,

57, 60

Krischna 65

Künstlichkeit 19, 35

L

Leben 29, 30, 39, 40, 66, 67, 75, 77

Licht 18, 35, 36, 37, 41, 45, 49, 50,

51, 52, 53, 55, 56, 59, 70

Liebe 21, 22, 23, 25, 27, 30, 31, 32,

33, 35, 36, 51, 52, 53, 65

M

Macht 28, 35, 59

Medikament 51

Mensch 16, 20, 21, 22, 24, 25, 27,

28, 32, 33, 34, 35, 39, 40, 41,

45, 46, 47, 48, 50, 51, 52, 54,

55, 60, 62, 63, 65, 68, 70

Menschenverstand 16, 62

Menschheit 16, 18, 21, 22, 23, 24,

27, 38, 42

Messias 5, 63, 64, 67, 70, 75, 76, 77

Milch 40, 48

Mitgefühl 21, 22, 23, 25, 26, 27, 30

Mitleid 30

Mond 49

Stichwortverzeichnis

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Moral 49

MosesAS 50, 64, 69, 77, 79

muḏnib 43, 44

muǧrim 43

MuhammadSAW 28, 76, 77, 79

Mutter 21, 40, 46, 47, 48, 60, 67, 77

Mystik 71

N

Natur 16, 18, 20, 21, 31, 32, 33, 37,

40, 41, 44, 45, 70

Naturgesetz 17, 33, 48, 50

NoahAS 64

O

Offenbarung 56, 79

Opfer 29, 30, 73

P

Paar 17, 20, 49, 50

Paarung 49

Paradies 46

Parmeshwar 66

Pest 58

Philosophie der Fürbitte 17 Prophet 26, 28, 43, 77

Prophezeiungen 60, 75, 76

Q

Qadian 95, 97

qayyūm 37, 38, 39

qayyūmīyat 38, 39

Qur’an 18, 19, 21, 24, 26, 38, 43,

50, 51, 70

R

rabbūbīyat 39

Ramachandra 65, 66

Rechtschaffenheit 20

Reinheit 16, 52, 58, 59, 65

Religion 15, 56, 57, 63, 69

Religionen 57, 69

Reue 48, 85

Ruhm 28

S

Sanftmut 34

Säugling 48

Scharia 19, 76

Schönheit 31, 32, 33, 34, 35, 36, 70

Schöpfer 37, 39, 55

Schöpfung 17, 31, 38, 39, 40, 55

Schöpfungskraft 38

Schwäche 29, 37, 39, 44, 45

Schweinefleisch 78

Seele 18, 25, 30, 35, 40, 49, 57

Selbstmord 61

Sinai 69

Spiritualität 18

Strafe 24, 40, 43, 46, 54, 72, 79

Sünde 24, 37, 42, 46, 51, 52, 53, 54,

58, 59, 78

Sünden 23, 38, 40, 41, 45, 46, 51,

52, 55, 62, 63, 64

Sündhaftigkeit 16, 79

T

Thora 67, 69, 70, 77, 78, 79

Tod 29, 30, 34, 58, 84, 86

Todesstrafe 67

Trinität 24

Die Sündlosigkeit der Propheten

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U

Überzeugung 54, 55, 56, 57, 58,

63, 64, 66

Unglauben 53

Unwissenheit 16

V

Verbrechen 31, 42, 44, 58

Verbrecher 43, 44

Verheißenen Messias 75

Vermitteln 20

Vermittler 16, 20, 22

Vermittlung 18, 20, 21, 34

Vernunft 25, 54, 55, 56, 68, 69, 70

Vollkommenheit 17, 27, 28, 49

W

Wahrhaftigkeit 15, 36

Wahrheit 19, 35, 52, 55, 57, 58, 60,

69, 70, 76

Wasser 25, 30, 36

Wein 78

Weisheit 16, 18

Wissen 19, 37, 54, 55

Wonne 36

Wort 17, 20, 27, 29, 30, 36, 37, 42,

43, 44, 45, 49, 50, 55, 71, 79

Wunder 60, 61, 62, 68, 75

Z

zanb 42, 43, 44, 45

Zeichen 18, 19, 22, 47, 49, 56, 61,

62, 64, 65, 75

Zwang 35


Anmerkungen des Herausgebers

Anmerkungen des Herausgebers

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Die Verszählung des Heiligen Qur’an:


Der Heilige Qur’an beinhaltet 114 Suren, die jeweils aus einer unterschiedlichen Anzahl an Versen bestehen. Jede Sure, mit Ausnahme der neunten Sure, fängt mit der Eröffnungsformel, der tasmiya beziehungsweise basmala (bi-smillāhi r-raḥmāni r-raḥīm – Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen) an. In den Ausgaben des Heiligen Qur’an, die von der Ahmadiyya Muslim Jamaat veröffentlicht werden, wird diese Eröffnungsfor- mel immer als erster Vers der jeweiligen Sure gezählt. Andere Ausgaben berücksichtigen die basmala bei der Verszählung nicht, weshalb sich die Versangaben um einen Vers verschieben.


Islamische Eulogien


Im islamischen Sprachgebrauch werden hinter den Namen be- stimmter Personen, denen Gott eine besondere Stellung gegeben hat, verschiedene Segensgebete (Eulogien) gesprochen. Folgen- de Abkürzungen wurden verwendet, deren vollständige Form im Arabischen (in deutscher Transliteration) ebenfalls im Folgenden angegeben wird:


SAW ṣallallāhu ‘alaihi wa-sallam (taṣliya genannt) – Bedeutung: „Frieden und Segnungen Allahs seien auf ihm“ – wird nach dem Namen des Heiligen Propheten MuhammadSAW gesprochen.


AS ‘alaihi s-salām (taslīm genannt) – Bedeutung:

„Friede sei auf ihm“ – wird nach dem Namen aller anderen Pro- pheten gesprochen.

Die Sündlosigkeit der Propheten

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RA raḍiyallāhu ‘anhu / ‘anhā / ‘anhum – (tarḍiya genannt) – Bedeutung: „Möge Allah Wohlgefallen an ihm/ihr/ ihnen haben“ – wird nach den Namen der Gefährten des Heili- gen Propheten MuhammadSAW oder des Verheißenen MessiasAS gesprochen.


RH raḥmatullāhi ‘alaih / raḥimahullāh – Bedeu- tung: „Möge Allah ihm Barmherzigkeit erweisen“ – wird nach den Namen von bereits verstorbenen besonderen rechtschaffe- nen Menschen gesprochen, die aber keine Gefährten des Heili- gen Propheten MuhammadSAW oder des Verheißenen MessiasAS waren.


ABA ayyadahullāhu ta‘ālā bi-naṣrihi l-‘azīz – Be- deutung: „Möge Allah sein Helfer sein und ihn mit Seiner Kraft unterstützen“ – wird nach dem Namen des Kalifen der Zeit ge- sprochen.


Begriffserklärung Hadhrat: Ein Ausdruck des Respekts, wel- cher für eine Person von bewährter Rechtschaffenheit und Fröm- migkeit verwendet wird.


In diesem Buch verwendete Umschrift


Die Umschrift der arabischen Wörter und Namen folgt dem von der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG) empfoh- lenem Transkriptionssystem (lautgerechte Wiedergabe).


Bei der Umschrift in diesem Buch, die der folgenden Tabelle folgt, wurde darauf Wert gelegt, dass die Aussprache des Ori-

Anmerkungen des Herausgebers

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ginals möglichst erhalten bleibt und eine einfache Lesbarkeit gewährleistet wird. Insofern ergeben sich hier und da einige Un- terschiede zu der in der Fachliteratur verwendeten Transliterati- on, bei der jedem Buchstaben ein Symbol entspricht, so dass die Umschrift eine vollständige Rekonstruktion des Originals mög- lich macht.


Arabisch

DMG

Beschreibung

Laut- schrift


ا


ʾ / a

in der Kehle gebildeter schwacher Explosionslaut, wie im deutschen vor jedem anlautenden Vokal gesprochen

Kurzer Vokal a

[ʔ]

[ʔ̴]

[a]

b

Konsonant b

[b]

t

Konsonant t

[t]

stimmloses englisches th

[θ]

ǧ

stimmhaftes dsch

[ʤ]

scharfes, ganz hinten in der Kehle gesprochenes h

[ħ]

raues ch wie in Bach

[χ]

d

an den Zähnen gebildeter Konsonant d

[d]

stimmhaftes englisches th

[ð]

r

stimmhaftes, gerolltes Zungespitzen-r

[r]

z

stimmhaftes s

[z]

s

stimmloses s

[s]

š

stimmloses sch

[ʃ]

breites stimmloses s

[sˁ]

ein etwas dumpf klingendes stimmhaftes d

[dˁ]

dumpfes t ohne folgenden Hauchlaut

[tˁ]

dumpfes, stimmhaftes s

[zˁ]

ʿ

ungewöhnlich gepresster, ganz weit hinten gebildeter a-haltiger Kehllaut

[ʕ]

Die Sündlosigkeit der Propheten

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ġ

ein erweichter, dem Gaumen-r ähnlicher Buchstabe (wie das r in Rauch)

[ɣ]

f

Konsonant f

[f]

q

ein hinten am Gaumensegel gesprochenes k ohne folgenden Hauchlaut

[q]

ك

k

Konsonant k

[k]

L

Konsonant l, außer in Allah

[l]

m

Konsonant m

[m]

n

Konsonant n

[n]

h

kräftig artikulierter Konsonant h

[h]


و


w/u

Konsonant w Kurzer Vokal u

[w]

[u]

ي

y/i

Konsonant j Kurzer Vokal i

[j]

[i]


Kurzvokale werden als a, i, u geschrieben, Langvokale als ā, ī, ū.


Folgende Wörter unterliegen entweder konventionsmäßig oder der Lesbarkeit halber nicht oder nur bedingt den DMG Um- schriftregeln. Eigennamen werden in der Regel nicht translite- riert:


Unsere Konvention

DMG

Abu Bakr

abū bakr

Ahadith

aḥādīṯ

Ahmadiyya

aḥmadiyya

Ali

ʿalī

Allah

allāh

Amin

āmīn

Dschihad

ǧihād

Fatwa

fatwā

Hadhrat

ḥaḍrat

Hadith

ḥadīṯ

Hadsch

ḥaǧǧ

Hafis

āfiẓ

Hidschra

hiǧra

Hudhur

ḥuḍūr

Imam

Imām

Inshallah

inšāʾallāh

Islam

islām

Anmerkungen des Herausgebers

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Jalsa Gah

ǧalsa gāh

Jalsa Salana

ǧalsa sālāna

Jamaat

ǧamāʿah

Kalif / Khalifa

ḫalīfa

Khutba

ḫuṭba

Kalifat / Khilafat

ḫilāfa

Khadija

ḫadīǧa

Khalifat-ul-Masih

ḫalīfatu l-masīḥ

Majlis-e Mushawarat

maǧlis-e mušāwarat

Majlis-e Shura

maǧlis-e šūrā

Medina

madīna

Mekka

makka

Moschee

masǧid

Muhammad

muḥammad

Nikah

nikāḥ

Qurʾan

qurʾān

Quraisch

quraiš

Ramadan

ramaḍān

Ruhani Khazain

rūḥānī ḫazāʾin

Scharia

šarīʿa

Sura

sūra

Usman

ʿuṯmān

Umar

ʿumar

Zakat

zakat


Zum Autor


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Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadianas (1835-1908)

Zum Autor

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Der Verheißene Messias und Mahdias, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, wurde 1835 in Qadian (Indien) geboren und widmete sein Leben dem Studium des Heiligen Koran, dem Gebet und der Hingabe zu Gott. Als er bemerkte, dass der Islam von allen Seiten mit haltlosen Vorwürfen angegriffen wurde und die Mus- lime nicht in der Lage waren, darauf zu reagieren, verteidigte er als Imam und Stimme der Zeit den Islam und stellte die unver- fälschten Lehren des Islam in ihrer Ursprünglichkeit wieder dar.


In seinem umfangreichen Gesamtwerk an Schriften, Vorlesun- gen, Reden und religiösen Diskursen etc., erörtert er, dass der Islam den einzigen lebendigen Glauben darstellt, durch dessen Befolgung der Mensch eine tiefgehende Beziehung zu seinem Schöpfer herstellen kann.


Er erklärt, dass Gott ihn gemäß der Prophezeiungen in der Bibel, im Heiligen Koran und in den Überlieferungen des Heiligen Pro- phetensaw des Islam (Ahadith) zum Messias und Mahdi ernannt hat. 1889 begann er, Mitglieder in seine Gemeinde, die Ahmadi- yya Muslim Jamaat, aufzunehmen, die mittlerweile in über 190 Ländern verbreitet ist und mehrere zehn Millionen Mitglieder umfasst. Er schrieb mehr als 80 Bücher in Urdu, Arabisch und Persisch.


Nach dem Tod des Verheißenen Messiasas im Jahre 1908 traten Kalifen seine Nachfolge an, um seine Aufgaben fortzuführen. Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, Khalifatul Masih Vaba, ist das derzeitige Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat und der fünfte Nachfolger des Verheißenen Messiasas.

Die Sündlosigkeit der Propheten

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Hintergrund


In allen großen Religionen gibt es Prophezeiungen über das Er- scheinen eines großen Propheten und Reformers, der zu der Zeit erscheinen würde, wenn die Welt von Egoismus und Unglauben geprägt sein würde. So hat auch Jesusas seine Wiederkehr ange- kündigt und Zeichen für dieses Ereignis genannt.


Im Christentum wird dies Parusie (griech. Ankunft) genannt. Der Heilige Prophet Muhammadsaw hat ebenfalls eine Vielzahl von Prophezeiungen überliefert, in denen von der Wiederkunft Jesusas und dem Auftreten des Imam Mahdi die Rede ist.


Indes bestehen über die Art und Weise, wie diese Prophezei- ungen eintreten werden, bei Christen und Muslimen verschie- denartige Anschauungen. Orthodoxe Muslime glauben, Jesusas sei lebendig in den Himmel aufgefahren und befinde sich dort körperlich im Paradies an Gottes Seite, und eines Tages wird er herabsteigen und die Welt der Ungläubigen mit Waffengewalt besiegen.


Wiederkunft von Jesusas


Die Ahmadiyya Muslim Jamaat hingegen sagt, dass ein solches Denken der Weisheit Gottes widerspricht. Es ist unsinnig anzu- nehmen, Jesusas befinde sich mit seinem Körper aus Fleisch und Blut in einem Paradies über den Wolken, wo er täglich Nahrung zu sich nehmen muss und anderen Verrichtungen unterliegt,

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denen ein Mensch aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheit nachgehen muss.

Das Paradies, so ist aus den heiligen Schriften der Menschheit zu entnehmen, ist kein materieller Ort, sondern ein geistiger Zu- stand, in dem sich die Seele befindet. Gott ist kein Wesen aus Materie, sondern jenseits von Werden und Zerfall, wie es dem Körper eigen ist. Er ist auch nicht an einen materiellen Ort ge- bunden, so dass die „Himmelfahrt“ von Jesusas nicht bedeuten kann, dass er zu einem bestimmten Ort im Universum aufgestie- gen ist, vielmehr kann man sich Gott tatsächlich nur im spiritu- ellen Sinne nähern, denn nur Ehrfurcht und geistige Verhaltens- weisen, wie Hingabe, Demut und Liebe erreichen Ihn, nicht aber Materielles.


Wenn Jesusas aber nicht mit seinem Körper zu Gott ins Paradies aufgestiegen ist, wo ist er dann? Und wie wird seine Wieder- kunft aussehen, von der zahlreiche Prophezeiungen verschiede- ner Religionen sprechen?

Der Heilige Koran erklärt, dass Jesusas eines natürlichen Todes auf Erden gestorben ist. Nach Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas überlebte Jesusas die Kreuzigung in Bewusstlosigkeit und wan- derte dann zu den verlorenen Stämmen vom Hause Israel bis nach Kaschmir aus, wo er auch begraben liegt (4:158 und 23:51). Sein Grab im Khanyar-Viertel der Stadt Srinagar ist heute noch zu besichtigen. Zudem sagt Gott in weiteren 30 Versen des Hei- ligen Korans, dass Jesusas auf der Erde gestorben ist. Wie aber kann dann seine Wiederkunft stattfinden?


Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas im Verlag der Islam

Auswahl


Die Philosophie der Lehren des Islam


2012, gebunden, 272 Seiten

ISBN 978-3-932244-80-3


Was will der Islam eigentlich? Diese zentrale Frage wird in diesem Buch beantwortet. Der Autor erklärt, dass es im Islam darum geht, eine unzivi- lisierte, triebgebundene Stufe der menschlichen Existenz zu überwinden, um nach der Erlangung einer moralischen Lebensweise auf eine Stufe zu gelangen, auf der der Mensch das Ziel seiner eigentlichen Sehnsucht, den Sinn seines Lebens, erreicht: Nur in der Vereinigung mit seinem Schöpfer, in der lebendigen Beziehung zu ihm, nur in einer Existenz, wo Gott sich dem Menschen offenbart, wird der Mensch seinem Anspruch, Mensch zu sein, gerecht und erfährt den Frieden, den er implizit seit jeher sucht. Der Autor, der Verheißene Messias des Islam, erörtert, wie der Mensch seinen Schöpfer

erreichen kann, legt dar, auf welche Weise Gott sich dem Menschen offenbart und zeigt auf, wie man sich das Leben nach dem Tod vorzustellen hat. Seine Faszination entwickelt dieses Werk auch deshalb, weil sich hier weit weg von irrationalem Dogmatismus Glaube und Vernunft versöhnen.


Die Arche Noahs. Die Lehre des Verheißenen Messias zur Errettung des Menschen.


2011, DIN-A5, broschiert, 168 Seiten

ISBN 3-921458-79-7


Ende des 20.Jahrhunderts wird Indien von der schlimmsten Pesepidemie der letzten Jahrhunderte heimgesucht. Sechs Millionen Menschen raffen an den Folgen des Schwarzen Todes dahin. Nicht nur, dass der Verheiße- ne Messias der Endzeit, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas, die bevorstehende Pest prophezeite, vielmehr noch entwarf er in dieser Schrift in Grundzügen seine Lehre, die ursprüngliche Lehre des Islam, durch deren Befolgung seine Zeitgenossen nachweislich vor der Pest gefeit waren und nachkommende Generationen vor endzeitlichen Kata- strophen beschützt sein würden. Er formuliert hier eine Errettung, eine moderne Arche Noahs.

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Der Vortrag von Ludhiana. Über die Wahrhaftigkeit des Verheißenen Messiasas


2012, gebunden, 112 Seiten

ISBN 978-3-932244-95-7


Die Geschichte der Menschheit ist auch die Geschichte von Propheten, die erschienen sind, um die Menschheit zu Gott zu führen. In Ansprachen leg- ten sie Beweise für ihre Anliegen vor, verkündeten Prophezeiungen, die in Erfüllung gegangen sind, und verwiesen auf Zeichen, die ihre Wahrhaftig- keit untermauern. Gegen oftmals heftige Opposition gewannen sie so die Herzen und Köpfe der Menschen, die dann in Scharen in ihre Gemeinden eintraten.

Bei vorliegendem Text handelt es sich um so einen Vortrag. Der Verheißene Messias des Islam, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas, verteidigt im Jahre 1906 seinen Anspruch, der Reformer der Endzeit zu sein, der die Religion wiederbeleben wird, indem er auf die wahre Essenz des Glaubens, die Verbindung zwischen Mensch und Gott, aufmerksam macht. In diesem Vortrag legt er überzeugend Beweise für seine Wahrhaftigkeit vor. Es sind Argumente, die so wirkmächtig sind, dass sich bis zu seinem Tod 1908

300.000 Menschen seiner Gemeinde anschlossen - und bis zum heutigen Tag mehrere zehn Millionen.


Der Vortrag von Lahore. Über Gotteserkenntnis und Sünde im Islam im Vergleich zu Christentum und Hinduismus.


2011, DIN-A5, broschiert, 95 Seiten

ISBN 3-921458-77-3


Dieses Büchlein enthält eine 1904 gehaltene und unter dem Namen Lecture Lahore bekanntgewordene Rede des Verheißenen Messiasas und Mahdis des Islam. Scharfsinnig und tiefgründig erklärt der Verfasser, dass die Lehren des Islam im Gegensatz zu Christentum und Hinduis- mus einen vernünftigen und tatsächlichen Weg zur Befreiung von einer sündhaften, ja, sklavischen Existenz aufzeigen.

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Der Vortrag von Sialkot. Über die Endzeit, Jesu Tod und Prophezeiungen


2012, gebunden, 104 Seiten

ISBN 978-3-932244-96-4


Der Glaube an eine Endzeit, in der ein Messias oder Reformer die Mensch- heit erlöst, ist Bestandteil fast jeder Religion. Häufig sind diese Vorstellun- gen verknüpft mit abergläubischen Mythen, die in ihrer Irrationalität schwer ernst zu nehmen sind.

Der Autor dieser Rede bringt Licht in dieses Durcheinander. Der Messias der Endzeit hat zur Aufgabe, den Menschen zurück zu einer spirituellen Existenz zu verhelfen, ihn aus dem Joch des Materialismus zu befreien und zu einem Wesen zu machen, das einen lebendigen Kontakt zu Gott aufbaut. Wie jeder andere Prophet, hat auch der Prophet unserer Tage die Aufgabe, den Weg aufzuzeigen, der zu einer von Sünden befreiten, reinen Seele führt. Der Autor dieses Buches verteidigt hier auf überzeugende Weise seinen Anspruch, der Verheißene Messias der Endzeit zu sein. Er zeigt auf, welche Prophezeiungen hinsichtlich seiner Person in Erfüllung gegangen sind und beweist dadurch, dass Gottes ewigwährender Plan im Begriff ist in Erfül- lung zu gehen. In scharfen Konturen legt er Argumente für seine Wahrhaf- tigkeit dar, die gerade in dieser Zeit nicht ignoriert werden dürfen.


Jesus in Indien


2004, Dritte Auflage, DIN-A5, broschiert, 164 Seiten ISBN 3-921458-39-0


Das Buch zum Thema, auf das sich alle anderen berufen! Eine Darstel- lung von Jesusas Entrinnen vom Tode am Kreuze und seiner anschlie- ßenden Reise nach Indien gemäß seines eigentlichen Auftrags, sich der verlorengegangenen Schafe des Hauses Israel anzunehmen. Dem Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde von Gott offenbart,

dass Jesusas weder am Kreuz verstorben sei noch lebendig in den Himmel aufgefahren. Mit breiter Quellenforschung.