Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam
Der Stern Der KaiSerin
von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Das Original erschien unter dem Titel:
ہ�صی �ق ٔہرستا
(Sitāra-e qaiṣara)
© Islam International Publications Ltd.
In Urdu erstmalig erschienen 1899 (Qadian/Indien) Erste deutsche Übersetzung/Auflage 2018
Unter der direkten Aufsicht von
Hadhrat Mirza Masroor Ahmad Khalifatul Masih VABA (Fünfter Nachfolger des Verheißenen MessiasAS des Islam)
Aus dem Urdu übersetzt von Adeel Ahmed Shad, Farida Sadaf Akhtar, Nureen Akhtar
Bildquelle: Wikimedia Commons - Arun Kumar Singh - Coins of British India
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Genfer Straße 11
D – 60437 Frankfurt am Main
Mehr Informationen unter www.verlagderislam.de
ISBN 978-3-939797-58-6 PRINTED IN GERMANY
Vorwort 6
Titelseite der ersten Ausgabe 10
Übersetzung des Faksimiles 11
Der Stern der Kaiserin 13
Stichwortverzeichnis 42
Anmerkungen des Herausgebers 46
Zum Autor 52
1 میْ ح
رّ لانِ مٰ حْ رّ لاه
ّللام
سْ ِب
Der Verheißene Messias des Islam, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von QadianAS, der von 1835 bis 1908 im damals unter britischen Kolonialherr- schaft stehenden Indien leben und aufgrund der den Muslimen gewährten Religionsfreiheit auch frei entfalten und wirken konnte, schrieb Queen Victoria von Großbritannien, Kaiserin von Indi- en, zu ihrem diamantenen Thron-Jubiläum 1897 eine Schrift mit dem Titel „Tuḥfa-e Qaiṣariyya“, zu Deutsch, „Ein Geschenk für die Königin“.2 In die- ser bedankt sich der Autor unter anderem für die Etablierung der Religionsfreiheit im damaligen Britisch-Indien. Angesichts seiner Aufgabe als Ver- heißener Messias, die wahre Lehre des Islam zur Darstellung zu bringen und somit der Menschheit einen einleuchtenden und tatsächlichen Weg zu Gott zu zeigen, war es unabdingbar, innerhalb ei- ner Regentschaft zu leben, die ebenjene Rechte ga- rantierte. Umso mehr, als der Verheißene MessiasAS zeitlebens sowohl von orthodoxen muslimischen Klerikern als auch Theologen und Verfechtern an-
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1 Übersetzung: „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen.“ (Der Heilige Qur’an 1:1)
2 Dt. Ü.: Frankfurt am Main 2017.
derer religiöser Strömungen massiv angefeindet wurde.
In dieser hier vorliegenden Schrift greift der Verheißene MessiasAS den Inhalt der oben erwähn- ten zuvon an Queen Victoria übermittelten Schrift auf, bekräftigt diesen, bringt einmal mehr seine Dankbarkeit zum Ausdruck und klärt die Kaise- rin von Indien sowohl über seinen Anspruch auf als auch über die Irrlehre, der das Christentum in Bezug auf Hadhrat Jesus von NazarethAS anheim- gefallen ist.
Dafür, dass diese geschichtsträchtige Botschaft des Verheißenen MessiasAS an Queen Victoria nun in deutscher Sprache vorliegt, ist einigen Personen Dank auszusprechen: Adeel Ahmed Shad, Farida Sadaf Akhtar und Nureen Akhtar für die Überset- zung aus dem urdusprachigen Original, Nabeel Ahmad Shad, Safeer-ur-Rehman Nasir und Ha- sanat Ahmad für Überprüfung und Korrektur der Übersetzung, Tariq Hübsch für Layout und Lek- torat des Manuskripts und Qamar Mahmood für die Gestaltung des Buchumschlags. Möge Allah sie allesamt segnen.
Mubarak Ahmad Tanveer Publikationsabteilung Ahmadiyya Muslim Jamaat KdöR Frankfurt am Main, 2018

Aller Preis gebührt Allah,
Er ist es, Dem wir Dankbarkeit erweisen,
dass dieses segensreiche Buch gedruckt wird, in der die Gnaden Ihrer Majestät, der Kaiserin, möge Ihr Wohlstand andauern, erwähnt werden und erwähnt wird, dass zu Zeiten Ihrer gelobten Majestät Gerechtigkeit geebnet wurde und durch den Einfluss Ihres außerordentlich strahlenden Sterns mannigfaltige irdische und himmlische Segnungen manifestiert wurden.
Entsprechend dieser Gründe ist es mit
betitelt. Und dieses Buch wurde in der
Ḍiyāʾu l-islām Druckerei, Qadian, unter der Aufsicht von Hakim Fazl Din, Eigentümer der Druckerei, gedruckt und am 24.
August 1899 veröffentlicht.
350 gedruckte Exemplare
Preis: 2 Anna
An Ihre Majestät, der Kaiserin Indiens, der erhabenen Königin, der Kaiserin von Indien und England.
Möge Allah Ihren Wohlstand andauern lassen!
In erster Linie bete ich, dass Gott der Allmäch- tigke das Leben Ihrer Majestät, der Kaiserin von Indien, äußerst segne und Sie in Ihrem Wohlstand, in Ihrem Rang und in Ihrer Erhabenheit erhöhe und Ihren Augen durch den Schutz Ihrer Söh- ne und Lieben Trost schenke. Hiernach gibt der Schreiber des Vortrags, Mirza Ghulam Ahmad von Qadian, der in einem kleinen Dorf des Pun- jabs namens Qadian lebt, das etwa 70 Meilen von Lahore im Nordosten des Bezirks Gurdaspur liegt, bekannt, dass allgemeinhin die meisten Einwoh- ner dieses Landes Gefühle der angebrachten Liebe und des aufrichtigen Gehorsams für Ihre Majestät, möge Ihr Wohlstand gemäß Ihrem Grad der Auf-
fassung, Erkenntnis und Dankbarkeit andauern, besitzen. Dies ergibt sich aus dem Komfort, den sie alle aufgrund Ihrer Majestät genießen, der Kö- nigin von Indiens Sinn für Gerechtigkeit für alle, Ihrer Güte gegenüber den Untergebenen und der Justizverwaltung und auch wegen der Friedens- politik und der Pläne für das Wohlbefinden Ihrer Untergebenen aller sozialer Schichten, die sich auf Kosten von Millionen von Rupien und durch die unermessliche Großzügigkeit verwirklicht haben. Es gibt eine Ausnahme einer kleinen Minder- heit von Menschen, die, wie ich glaube, im Unter- grund existiert und wie die wilden und blutrüns- tigen Tiere lebt. Doch durch die Erkenntnis und das Wissen, das ich in Bezug auf die Rechte be- sitze, die dieser vornehmen Regierung geschuldet sind und die ich bereits in meinem Buch „Tuḥfa-e qaiṣariyya“1 dargelegt habe, hält dieser Demütige einen derart hohen Grad der Aufrichtigkeit, Liebe und des Eifers an Gehorsamkeit für Ihre Majes- tät und für ihre vornehmen Beamte inne, dass ich nicht die Worte dafür besitze, diese Aufrichtigkeit
zum Ausdruck zu bringen.
Begeistert durch diese wahre Zuneigung und
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1 Dt. Ü.: „Ein Geschenk für die Königin.“ Frankfurt am Main 2017. (Anm. d. Ü.)
Aufrichtigkeit schrieb ich zur Feier des sechzigs- ten Jubiläums ein Buch an Ihre Majestät, der Kaise- rin von Indien, möge Ihr Wohlstand andauern. Ich betitelte es „Tuḥfa-e qaiṣariyya“ und verschickte es als ein bescheidenes Geschenk an Ihre gepriesene Majestät. Ich war sehr sicher, dass ich durch eine Antwort geehrt werden würde und dass diese als Ursprung meiner Begeisterung jenseits der Erwar- tung sein würde. Die Grundlage dieser Hoffnung und des Glaubens waren die hohen moralischen Eigenschaften Ihrer Majestät, der Kaiserin von In- dien, die in allen Ländern des Ostens bekannt sind. Sie sind so einzigartig in ihrem Umfang und ihrer Breite – wie das Königreich Ihrer Majestät –, dass es unmöglich ist, etwas Gleichwertiges irgendwo anders zu finden. Dennoch bin ich sehr überrascht, dass ich nicht einmal mit einem einzigen königli- chen Wort bekundet wurde. Mein Gewissen ak- zeptiert in keinster Weise, dass ich nicht mit einer Antwort bekundet worden wäre, wenn meine be- scheidene Gabe, welches ebenjene Buch namens
„Tuḥfa-e qaiṣariyya“ ist, Ihrer Majestät, der Kaise- rin, präsentiert worden wäre. Ganz sicher muss es einen anderen Grund dafür geben, welcher nichts mit dem Willen, der Entscheidung und dem Wis- sen Ihrer Majestät, der Kaiserin Indiens, möge Ihr Wohlstand andauern, zu tun hat. Daher hat sich
meine gegenüber der Kaiserin gehegte wohlge- sinnte Ansicht mich wieder dazu veranlasst, die Aufmerksamkeit Ihrer Majestät auf ebenjenes Ge- schenk, „Tuḥfa-e qaiṣariyya“, zu lenken, sodass ich durch einige Worte der königlichen Anerkennung Freude erlangen möge. Es ist für diesen Zweck, dass ich diesen Vortrag versende. Ich wage hier- mit nochmals, einige Worte an Ihre Majestät, der geehrten Kaiserin Indiens, möge Ihr Wohlstand andauern, zu richten.
Ich gehöre einer noblen Mogul-Familie des Punjabs an. Vormals, zur Herrschaftszeit der Sikhs, waren meine Vorfahren Herrscher eines unabhängigen Staates. Mein Urgroßvater Mirza Gul Muhammad war eine derartig weise, kluge, tapfere und tugendhafte Person, die mit den Fä- higkeiten der Führung ausgestattet war, dass als die Souveränität der Chughta’i Könige aufgrund seiner Unfähigkeit, Dekadenz, Trägheit und dem Fehlen von Entschlossenheit schwand, gewisse Hofleute die Bestrebung unternahmen, dass Mir- za Gul Muhammad, welcher all die Eigenschaften, verbunden mit Intelligenz und Güte gegenüber den Untergebenen, besaß und auch aus einer Kö- nigsfamilie stammte, auf den Thron Delhis gesetzt werde. Da jedoch das Schicksal und die Herrschaft der Chughta’i Könige dem Ende geweiht war, be-
kam dieser Vorschlag keine breite Zustimmung. Viele Gräueltaten wurden gegen uns während der Herrschaft der Sikhs begangen und unsere Vorfah- ren wurden aus allen Dörfern des Staates vertrie- ben. Kein Augenblick wurde in Frieden verbracht. Unser gesamter Staat wurde dem Erdboden gleichgemacht, bevor die segensreiche Herrschaft der Briten eintreten konnte und nur fünf Dörfer geblieben waren. Mein Vater, der verstorbene Mir- za Ghulam Murtaza, der während der Herrschaft der Sikhs mit großem Unglück konfrontiert wurde, erwartete die britische Herrschaft wie eine durs- tige Person, die sich nach Wasser sehnt. Als die britische Regierung die Herrschaft dieses Landes übernahm, war er hocherfreut über diesen Segen, ja, durch die Etablierung der britischen Regierung war es so gewesen, als hätte er einen Schatz voller Diamanten entdeckt. Er war eine bedeutende, der britischen Regierung wohlgesinnte Person ebenso wie ein Anhänger ebenjener. Aus diesem Grund hatte er der britischen Regierung 50 berittene Pfer- de während der Meuterei von 1857 zur Unterstüt- zung zur Verfügung stellte. Selbst danach blieb er wachsam, ja, er war jederzeit bereit dazu, die Re- gierung mit Herzblut zu unterstützen, wenn sie denn Hilfe benötigte. Hätte die Meuterei von 1857 weiter angedauert, so wäre er bereit gewesen, sei-
ne Hilfe durch zusätzliche 100 Reiter anzubieten. Kurz gesagt ist das die Art und Weise, in der er sein ganzes Leben verbrachte.
Nach seinem Ableben trennte sich dieser De- mütige vollständig von weltlichen Angelegenhei- ten und widmete sich Gott, dem Erhabenen. Der Dienst, den ich zur Unterstützung der britischen Regierung erwiesen habe, bestand darin, dass ich etwa fünfzigtausend Bücher, Zeitschriften und Plakate, welche dann im ganzen Land und auch in anderen islamischen Ländern verbreitet wur- den, veröffentlicht habe. Diese hatten zum Thema, dass die britische Regierung wohlwollend für uns, den Muslimen, ist, weswegen es die Verpflichtung eines jeden Muslims sein sollte, dieser Regierung wahrhaftig gehorsam zu sein, aufrichtig dankbar für dieses Glück zu sein und weiterhin für die- ses demütig zu beten. Ich schrieb diese Bücher in verschiedenen Sprachen, und zwar in Urdu, Persisch und Arabisch, und verteilte sie derart in allen muslimischen Ländern, dass sie sogar in Mekka und Medina, den zwei heiligen Städten des Islam, veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wurden sie in Konstantinopel, der Hauptstadt des byzantinischen Reiches, in Syrien, Ägypten, Kabul und soweit es möglich war in anderen Städten Af- ghanistans verteilt. Infolgedessen gaben hundert-
tausende von Menschen ihre falschen Vorstellun- gen über den Jihad, die aufgrund der Lehren der unwissenden Mullahs in ihren Herzen verankert waren, auf. Ein derartiger Dienst kam durch mich zum Vorschein, sodass ich stolz auf die Tatsache bin, dass kein anderer Muslim in Britisch-Indien im Stande gewesen war, einen solchen Dienst zu erweisen. Für mich ist der 22 Jahre lang erwiese- ne Dienst meinerseits nicht ein Gefallen, den ich dieser gütigen Regierung tue. Ich erkenne an, dass durch das Kommen dieser Regierung wir und un- sere Vorfahren aus einem brennendem Eisenofen befreit wurden. Aus diesem Grund ist es, dass ich mit all meinen Lieben meine Hände erhebe und demütig bete: O Gott, lasse diese herrliche Kaise- rin Indiens, möge Ihre Herrschaft andauern, si- cher und lange über uns regieren und lasse Deinen Schatten bei jedem Ihrer Schritte Ihr zur Hilfe kom- men und verlängere die Tage Ihres Wohlstands.
Das waren die Umstände, Dienste und Gebete, die ich bereits in „Tuḥfa-e qaiṣariyya“, welches Ih- rer Majestät, der Kaiserin von Indien, zugesendet wurde, vorgelegt habe. Im Hinblick auf die unzäh- ligen moralischen Eigenschaften Ihrer Majestät bin ich voller Hoffnung geblieben, eine Antwort zu er- halten – und bin es immer noch. Für mich scheint es unmöglich, dass wenn das demütige Geschenk
einer wohlwollenden Person wie der meinigen, die ein Buch mit einer großen Ehrlichkeit aus der Tiefe ihres Herzens geschrieben hat, Ihrer Majes- tät, der Kaiserin von Indien, möge Ihr Wohlstand andauern, vorgestellt worden wäre, es zu keiner Antwort gekommen wäre. Im Gegenteil, gewiss wäre es dazu gekommen; und gewiss wäre es dazu gekommen. Daher hat mich dies dazu veranlasst, diesen Vortrag als eine Erinnerung aufgrund des großen Vertrauens, welches ich in die gütige Tu- gend der Kaiserin von Indien habe, zu schreiben. Dieser Vortrag ist nicht ein bloßes Schriftwerk aus der Feder meiner Hand, eher hat mein Herz meine Hand dazu veranlasst, diesen Brief des Wohlwol- lens durch die Kraft der Gewissheit zu schreiben. Ich bete, dass Gott, der Erhabene, diesen Brief dazu veranlasst, an Ihre Majestät, der Kaiserin Indiens, möge Ihr Wohlstand in einer Zeit des Friedens, Si- cherheit und Freude andauern, zu erreichen.
Zudem, dass Er das Herz Ihrer Majestät dazu begeistert, mit Ihrem reinen Scharfblick die wah- re Zuneigung und Aufrichtigkeit zu erkennen, die ich in meinem Herzen für Sie hege, und dass ich durch Ihre Tugend der Güte eine rücksichtsvolle Antwort erhalte.
Ich bin auch dazu beauftragt worden, die frohe Botschaft an Ihre Majestät, der großartigen Kai-
serin Indiens, zu vermitteln, dass so wie auf der Erde und durch weltliche Mittel Gott, der Erhabe- ne, mit Seiner endlosen Gnade und vollkommenen Weisheit die Herrschaft Ihrer Majestät in diesem Land und im Ausland errichtet hat, sodass Er die Welt mit Gerechtigkeit und Frieden füllen möge; gleichermaßen hat Er im Himmel eine durch Ihn Selbst und im Unsichtbaren und durch den Him- mel zu erfolgende Errichtung eines spirituellen Systems innerhalb Ihrer vielversprechenden Re- gierung beschlossen, damit die aufrichtigen Ziele unserer erhabenen Königin, der Kaiserin Indiens, erfüllt und unterstützt sein mögen, die da lauten, Gerechtigkeit, Frieden und das Wohl der Mensch- heit zu fördern, die Ausmerzung von Unordnung, die Reform der Sitten und die Beseitigung von grausamen Zuständen. Genährt werden soll der Garten des Friedens, der Sicherheit und des gu- ten Willens mit himmlischem Wasser, den Sie zu pflanzen wünschen. In Übereinstimmung mit Sei- nem altehrwürdigen Versprechen hinsichtlich der Ankunft des Verheißenen Messias hat Er mich vom Himmel gesandt, sodass in dem Geist des Mannes Gottes, der in Bethlehem geboren wurde und in Nazareth aufwuchs, ich mich zur Unterstützung der guten und gesegneten Zielen Ihrer Majestät engagieren kann. Er hat mich mit unzähligen Seg-
nungen geweiht und hat mich als Seinen Messias berufen, damit Er Selbst vom Himmel Ihre Ma- jestät in Ihren reinen Bestrebungen unterstützen kann. O gesegnete Kaiserin, möge Gott Sie un- terstützen und unsere Herzen durch Ihr langes Leben, Ihren Wohlstand und Erfolg erfreuen. Die Ankunft des Verheißenen Messias in Ihrem Reich, die durch das Licht der Wahrhaftigkeit erfüllt ist, ist ein Zeugnis Gottes, dass Sie sich in Ihrer Liebe zum Frieden, Ihrer guten Regierungsführung, Ih- rem Mitgefühl gegenüber den Untergebenen und in Ihrer Gerechtigkeit und Billigkeit vor anderen Herrschern auszeichnen.
Sowohl Muslime als auch Christen glauben an die bevorstehende Ankunft des Verheißenen Mes- sias. Indes legen sie dar, dass er in einer Ära er- scheinen wird, in der der Wolf und das Lamm ge- meinsam aus einer Quelle trinken und Kinder mit Schlangen spielen werden. So, o gesegnete Kaise- rin von Indien, verweist dies auf Ihre Ära und Ihre Regierung. Derjenige, der Augen besitzt, kann es sehen, und derjenige, der frei von Vorurteilen ist, kann es verstehen. O Ihre Majestät, es ist allein Ihre Regierung, welche Bestien und sanftmütige Vögel an einem Ort versammelt hat. Die Aufrich- tigen, die wie Kinder sind, verkehren mit boshaf- ten Schlangen und sie haben unter Ihrer friedvol-
len Obhut keine Angst. Welche andere Regierung könnte friedvoller sein als Ihre, in der der Verhei- ßene Messias erscheinen soll? O herrliche Kaiserin, Ihre reinen Bestrebungen sind es, die eine göttliche Unterstützung an sich ziehen und aufgrund der Anziehungskraft Ihrer guten Absichten setzt der Himmel fort, sich der Erde mit Gnade zuzuneigen. Daher gibt es keine andere Regierung außer Ihre, die für die Ankunft des Verheißenen Messias ge- eignet wäre. So hat Gott während Ihrer leuchten- den Ära ein Licht aus dem Himmel hinabgesandt, da Licht in Licht eingeht, während Dunkelheit die Dunkelheit anzieht. O herrliche und ehrenhafte Königin des Zeitalter, es sind eindeutige Hinwei- se auf Ihre friedvolle Regierung in den Büchern zu finden, die auf die Ankunft des Verheißenen Messias hinweisen. Allerdings war es notwendig, dass der Verheißene Messias in der Welt wie der Prophet Elias erscheint, der als Manifestation des Johannes kam, das heißt, Johannes wurde in sei- nem Wesen und Gemüt vor Gott zu Elias. Dasselbe geschah hier, dass eine Person mit dem Wesen und Gemüt von JesusAS in Ihre gesegnete Ära gesandt wurde. Dies ist der Grund, weshalb er der Messias genannt wurde. Seine Ankunft war bestimmt, da es unmöglich ist, Gottes heilige Schriften als unwahr zu beweisen. Ihre Majestät, o Stolz all Ihrer Unter-
gebenen, es ist seit jeher der Brauch Gottes, dass wenn der Herrscher der Zeit wohlmeinend ist und sich das Wohl der Untergebenen wünscht, wenn er in Übereinstimmung mit seiner Macht ein Sys- tem für den Landfrieden und die Tugendhaftigkeit vollständig errichtet hat, sein Herz Empathie für das Volk entwickelt und eine fromme Wandlung vornimmt, dann schäumt zu seiner Unterstütz- tung die göttliche Gnade im Himmel nur so über. Ein spiritueller Mensch wird gemäß der Stärken und des Wunsches (des Herrschers) zur Erde ge- sandt. Die Geburt eines solchen vollkommenen Reformers wird durch die reine Absicht, den Mut und das allgemeine Mitgefühl des gerechten Herr- schers hervorgebracht. Dazu kommt es, wenn ein gerechter Herrscher als irdischer Retter geboren wird und aufgrund seines außergewöhnlichen Mutes und seines Mitgefühls für die Menschheit auf natürliche Weise einen himmlischen Erlöser verlangt.
Das ist, was zu der Zeit des MessiasAS geschah – da der römische Kaiser jener Zeit ein wohlwol- lender Mensch war und den Grausamkeiten auf der Erde ablehnend gegenüberstand. Er strebte nach dem Wohl und der Rettung der Menschen. Es war dann, dass der Gott des Himmels einen lichtgebenden Mond aus dem Land von Nazareth,
also JesusAS, den Messias, erhob. So wie auch das Wort „Nazareth“ im Hebräischen Kraft, Frische und Grün bezeichnet, das in die Herzen der Men- schen eingeträufelt werden konnte. O unsere liebe Kaiserin Indiens, möge Gott Ihnen ein langes Le- ben gewähren. Ihre Güte in den Absichten und Ihr aufrichtiges Mitgefühl für die Untergeben ist nicht weniger als die des römischen Kaisers. Tatsächlich stellen wir entschlossen fest, dass diese insofern weitaus größer sind als seine, als es eine Menge von armen Untergebenen gibt, hinsichtlich derer Ihre Majestät wünscht, mitfühlend zu sein. Die Art und Weise, auf die Sie den Vorteil Ihrer Unterge- benen wünschen, und die Art und Weise, auf die Sie Beispiele Ihres Wohlwollens und der Volksliebe zum Ausdruck gebracht haben, sind solche aus- gezeichneten Qualitäten und Segnungen, die in keinem der vorherigen Kaisern gefunden wurden. Daher erfordern Ihre Tätigkeiten erst recht, die erfüllt von Tugendhaftigkeit und Güte sind, dass genau so wie Ihre Majestät mitfühlend in Bezug auf die Rettung, das Wohlergehen und die Gebor- genheit all Ihrer Untergebenen ist, und damit be- schäftigt ist, Initiativen für das Wohlergehen Ihrer Untergebenen zu ergreifen, auch Gott Sie aus dem Himmel unterstützen möge.
Deshalb ist dieser auf der Welt erschienene Ver-
heißene Messias nur ein Ergebnis Ihrer gesegne- ten Person, Ihrer aufrichtig guten Intentionen und Ihres wahren Mitgefühls. Während Ihrer Regie- rungszeit hat Gott sich an die betrübten Menschen der Welt erinnert und Seinen Messias vom Him- mel gesandt. Er wurde in Ihrem Königreich und in Ihrem Reich geboren, so dass es der Welt als Zeug- nis dienen kann, dass die Gerechtigkeit in Ihrem Herrschaftsgebiet die Gerechtigkeit im Himmel gegenüber sich selbst angezogen hat. Ihre Vertei- lung der Gnade hat eine Verteilung der Gnade im Himmel erzeugt. Da das Kommen dieses Messi- as als ein endgültiges Urteil zur Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge in der Welt dient, ja, weswegen der Verheißene Messias ḥakam2 ge- nannt wird, wurde – so wie das Wort „Nazareth“ auf eine Ära der Frische und Vegetation hinweist – das Dorf dieses Messias islāmpūr qāḍī māǧhī ge- nannt. Auf diese Weise konnte das Wort „qāḍī“3 einen Hinweis auf den endgültigen Richter Got- tes herstellen, durch den den Auserwählten Gottes die frohe Botschaft der ewig währenden Gnade gegeben werden konnte. Außerdem würde dies auch als ein subtiler Hinweis auf den Namen des
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2 Schiedsrichter. (Anm. d. Ü.)
3 Richter (Anm. d. Ü.)
Verheißenen Messias, welcher ḥakam ist, dienen. Dieses Dorf wurde zur Zeit des Königs Babur als ein großes Gebiet der Region von māǧh zur Regent- schaft meinen Vorfahren verliehen wurde, islāmpūr qāḍī māǧhī genannt. Allmählich wurde diese Herr- schaft zu einem autonomen Staat und aufgrund der häufigen Verwendung wurde das Wort „qāḍī“ zu „qādī“, welches sich später durch mehr Einfluss in Qadian änderte. Daher sind die Worte Nazareth und islāmpūr qāḍī sehr bedeutungsvolle Namen. Einer von ihnen bezeichnet die spirituelle Vegetati- on, während der andere die spirituelle Schlichtung bedeutet, welche die Aufgabe des Verheißenen Messias ist. O Eure Majestät, Kaiserin von Indien, möge Gott ihr Leben mit Ehre und Zufriedenheit segnen. Wie gesegnet ist Ihre Herrschaft, dass die Hand Gottes vom Himmel aus Ihre Ziele unter- stützt. Engel verschönern die Wege Ihres Wohlwol- lens für Ihre Untergebenen und Ihre gute Absicht. Die exquisiten Düfte Ihrer Gerechtigkeit steigen wie Wolken hinauf, um das ganze Land aufblühen zu lassen.. Bösartig ist eine Person, die Eure Herr- schaft nicht wertschätzt und elend ist derjenige, der für Eure Gefälligkeiten nicht dankbar ist. Da es erforscht ist, dass es eine Zuneigung zwischen Herzen gibt, habe ich nicht das Bedürfnis, Phrasen zu verwenden, um auszudrücken, dass ich aufrich-
tige Zuneigung für Sie empfinde, ja, insbesondere Liebe und Hochachtung für Sie in meinem Her- zen. Unsere Gebete für Sie dauern Tag und Nacht an und gleichen fließendem Wasser. Wir sind nicht Ihre Untergebene aufgrund eines harten politi- schen Drucks. Vielmehr werden unsere Herzen zu Ihnen aufgrund Ihrer unzähligen Qualitäten hin- gezogen. O glücksverheißende Königin von Indi- en! Gesegnet sei für Sie Ihre Größe und Ihr guter Ruf. Gott schaut über das Land, welches Sie über- wachen. Die Hand der Barmherzigkeit Gottes liegt auf den Untergebenen, deren Hüterin Sie sind. Bewegt durch Ihre reinen Absichten hat Gott mich gesandt, sodass ich die Wege der Tugend, reinen Moral und Versöhnung auf der Welt aufbaue. Ihre Majestät, Kaiserin von Indien, ich bin von Gott, dem Erhabenen, darüber informiert worden, dass sowohl unter den Muslimen als auch unter den Christen ein Irrtum besteht, welcher sie vom wah- ren, spirituellen Leben entfernt hat. Dieser Irrtum erlaubt es den beiden nicht, zusammen zu kom- men; im Gegenteil, er schafft unter ihnen Zwie- tracht. Der Irrtum ist, dass es zwei äußerst gefähr- liche und völlig falsche Ansichten von Muslimen gibt. Sie erachten den Jihad des Schwertes um der Religion willen als einen Glaubensartikel und die- se Zwangsvorstellung führt sie zu glauben, dass
sie durch das Ermorden einer unschuldigen Per- son eine gute Tat vollbracht haben. Dieses Denken ist unter einer Mehrheit der Muslime in Britisch- Indien weitgehend richtig gestellt worden und die Herzen von tausenden von Muslimen wurden durch meine Bemühungen, die 22 bis 23 Jahre um- fassen, gereinigt. Allerdings gibt es keinen Zwei- fel darin, dass in einigen fremden Ländern diese Denkweise noch vorhanden ist. Es ist, als ob diese Leute Gewalt und Zwang als Kern und Wesen des Islams verstanden haben. Diese Auffassung ist je- doch vollkommen falsch. Der Heilige Qur‘an ge- bietet klar, das Schwert nicht zu erheben, um den Islam zu verbreiten, ja, dass die ursprünglichen Eigenschaften der Religion präsentiert werden sollten und dass andere durch fromme Vorbilder angezogen werden sollten. Denken Sie nicht, dass in den frühen Tagen des Islam der Gebrauch des Schwertes befohlen wurde, denn das Schwert wur- de nie für die Verbreitung der Religion verwendet. Ganz im Gegenteil, es wurde zur Selbstverteidi- gung gegen feindliche Angriffe gezogen oder um Frieden zu schaffen. Zwang im Glauben war nie das Ziel. Es ist schade, dass dieser Irrtum noch im- mer unter den sich fehlverhaltenen Muslimen be- steht. Für ihre Reformation habe ich ein Übermaß von 50.000 kurzen und detaillierten Büchern und
Flugblätter in größeren Mengen im ganzen Land und im Ausland verteilt. Ich habe große Hoffnung darin, dass bald eine Zeit kommen wird, in der die Muslime über diese Fehler aufgeklärt sein werden. Der andere Irrtum, der unter unseren muslimi- schen Leuten existiert, ist, dass diese einen krie- gerischen Messias und Mahdi erwarten, den sie annehmen und der die Welt mit Blut füllen wird. Diese Auffassung ist vollkommen falsch. Es ist in unseren wahrhaftigen Büchern geschrieben, dass der Verheißene Messias sich weder an einem Krieg beteiligen noch das Schwert erheben wird. Im Ge- genteil, er wird in jeder Hinsicht das Wesen und den Charakter von Hadhrat JesusAS besitzen. Er soll derart erfüllt sein von seiner Natur, als wäre er ein genaues Abbild von ihm. Diese beiden Fehlan- sichten findet man unter den heutigen Muslimen, aufgrund dessen die meisten von ihnen Hass ge- gen andere Völker hegen. So hat Gott mich gesandt, damit ich diese Fehlansichten beseitigen kann. Der mir verliehene Titel qāḍī oder ḥakam steht dafür,
dass ich in dieser Hinsicht ein Urteil fällen kann. Im Vergleich zu ihnen besteht ein Irrtum, wel-
cher auch unter den Christen weit verbreitet ist, darin, dass sie – Gott bewahre –, das Wort „Fluch“ für jemanden anwendbar zu sein halten, der ge- nauso heilig und ehrenvoll ist wie der Messias,
der im heiligen Evangelium als „Licht“ bezeichnet wurde. Sie verstehen nicht, dass laʿn4 und laʿnat5 im Hebräischen und Arabischen miteinander ver- wandt sind. Es bedeutet, dass das Herz der ver- fluchten Person, die äußerst rebellisch, entfernt, ja, getrennt von Gott ist, so beschmutzt und unrein wird, wie der Körper, der von der Lepra verdor- ben und ruiniert worden ist. Arabische und hebrä- ische Sprachexperten stimmen darin überein, dass nur jemand als malʿūn oder laʿnatī bezeichnet wer- den kann, dessen Herz alle Bindungen der Liebe, Erkenntnis und des Gehorsams gegenüber Gott abgetrennt hat, und der dem Teufel derart unter- würfig wird, als gehörte er zu seiner Nachkom- menschaft. Gott wird unzufrieden mit ihm sein und er ermüdet von Gott; Gott wird sein Feind und er wird zum Feind Gottes; aus diesem Grund ist laʿīn der Name des Teufels. Daher ist durch das Vorschlagen eines solchen Namens für Hadhrat JesusAS und durch das Erfinden einer Ähnlichkeit zwischen seinem reinen und leuchtenden Herzen und – Gott bewahre – dem dunklen Herzen des Teufels, ja, über jemanden anzunehmen, der ge- mäß ihnen [i.e., den Christen] von Gott ist und eine
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4 Verfluchend. (Anm. d. Ü.)
5 Fluch. (Anm. d. Ü.)
Verkörperung des Lichts, der vom Himmel ist, der die Tür zum Wissen ist, der Pfad zur Erkenntnis Gottes und der Erbe Gottes ist, ja, anzunehmen, dass – Gott bewahre – solch einer verflucht ist, oder in anderen Worten, von Gott verworfen ist, ein Feind Gottes ist, dessen Herz verfinstert ist, der sich von von Gott abkehrt, der geblendet ist von der Erkenntnis Gottes, der ein Erbe Satans ist und der Bezeichnung würdig, welche speziell für Satan steht, dass er also „der Verfluchte“ ist; solch ein Glaube ist einer, nach dessen Hören das Herz zerbröckelt und der Körper erzittert. War das Herz des Messias dermaßen von Gott abgeneigt wie das Herz Satans? Das ist ein großer Fehler, ja, eine gro- ße Respektlosigkeit. Nahe ist, dass der Himmel zerberstet! Kurz gesagt, der muslimische Glaube an den Jihad beinhaltet nur Feindschaft gegen- über der Menschheit, während diese Doktrin der Christen die Feindschaft gegenüber Gott Selbst bedeutet. Wenn es möglich ist, dass Dunkelheit dort existieren kann, wo es Licht gibt, dann ist es auch möglich, dass – Gott vergebe – in mancher- lei Hinsicht das Herz des Messias den tödlichen Zustand des Fluches einnehmen konnte. Wenn die Erlösung der Menschheit von solch einer Ver- achtung abhängig ist, dann ist es besser, dass nie- mand Erlösung erlangt. Denn es ist besser, dass
alle Sünder sterben, als dass eine leuchtende und glorreiche Person wie der Messias zu jemandem zu erklären, der in die Dunkelheit der Ignoranz und des Fluches und in die Grube der Feindschaft Gottes fiel. Daher bin ich bestrebt, eine Reform im Glauben der Muslime sowie in dieser Doktrin der Christen herbeizuführen. Ich bin dankbar, dass Gott, der Erhabene, mir in diesen beiden Vorhaben Erfolg gewährt hat. Da ich mit himmlischen Zei- chen und göttlichen Wundern begleitet werde, bin ich nicht mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, um die Muslime zu überzeugen. Aufgrund er- staunlicher und außergewöhnlicher Zeichen Got- tes haben mich tausende von Muslime akzeptiert. Sie verließen die gefährlichen Lehren, die in ihren Herzen wucherten. Diejenigen, die sich meiner Gemeinde angeschlossen haben, wurden dieser Regierung aufrichtig wohlgesinnt. Ich freue mich sehr, dass ihr inbrünstiger Gehorsam in Britisch- Indien seinesgleichen sucht. Um diesen Irrtum der Christen zu beseitigen, hat Gott mir auf solch eine Art und Weise geholfen, dass ich keine Worte habe, um meine Dankbarkeit auszudrücken. In anderen Worten, es hat sich durch viele überzeugende Ar- gumente und durch feste Schlussfolgerungen be- wiesen, dass der Messias, Friede sei auf ihm, nicht am Kreuz gestorben ist. Im Gegenteil, Gott rettete
diesen reinen Propheten vom Kreuzestod. Durch die Gnade Gottes, des Erhabenen, wurde er leben- dig, während eines Zustands der Ohnmacht und nicht als Toter, beigesetzt. Er ist dann lebendig aus dem Grab gestiegen, ja, entsprechend seiner Behauptung im Evangelium würde sein Zustand dem des Propheten Jonas ähneln. Seine Worte im Evangelium sind die, dass er das Wunder des Pro- pheten Jonas zeigen würde. Deshalb zeigte er das Wunder, das Grab lebendig zu betreten und leben- dig aus ihm zu steigen. Das sind die Tatsachen, die wir aus dem Evangelium erkennen. Darüber hin- aus haben wir die frohe Botschaft davon erhalten, dass durch fundierte Argumente bewiesen wurde, dass sich das Grab von Hadhrat JesusAS in Srina- gar, Kaschmir befindet. Es wurde bewiesen, dass er aus dem Land der Juden geflohen ist und über naṣībain nach Afghanistan gelangt ist. Für eine ge- wisse Zeit lebte er in koh-e-nu‘mān, hernach er sich in Kaschmir niederließ. Er lebte bis zu einem Alter von 120 Jahren und starb in Srinagar. Sein Grab ist noch im Viertel Khanyār, Srinagar, vorhanden.
Ich habe zu diesem Thema ein Buch mit dem Ti- tel „Masīḥ Hindūstān Me“6 geschrieben. Dies ist ein großer mir gewährter Erfolg und ich weiß, dass
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6 Dt. Ü.: Jesus in Indien, Frankfurt am Main 2017. (Anm. d. Ü.)
früher oder später dies zu zwei geachteten Völkern führen wird; zu den Muslimen und den Christen, die lange Zeit voneinander getrennt waren, um hernach zu einträchtigen und engen Freunden zu werden. Sie mögen Abschied nehmen von vielen Streitereien und in Liebe und Freundschaft zusam- menkommen. Seitdem dies im Himmel verordnet wurde, ist auch unsere britische Regierung mit Nachdruck darauf aus, eine Eintracht zwischen den Völkern herbeizuführen, so wie es auch aus verschiedenen Klauseln des „Aufruhrgesetzes“ hervorgeht.
Ein zu Grunde liegendes Geheimnis ist, dass jede Vorbereitung, die im Himmel durch Gott, den Erhabenen, erfolgt, durch entsprechende Gedan- ken begleitet wird, die sich sodann auch in den Herzen der weltlichen Regierung entwickeln. Ihre Majestät, so hat Gott, der Erhabene, infolge Ihrer guten Absichten aus dem Himmel Mittel geschaf- fen, durch die eine solche Einheit zwischen den beiden Völkern, also den Christen und Muslimen, geschmiedet werden kann, sodass sie hernach nicht als zwei getrennte Völker betrachtet werden können.
Sodann wird keine vernünftige Person in Be- zug auf den Messias, Friede sei auf ihm, glau- ben, dass, Gott bewahre, zu irgendeiner Zeit sein
Herz von dem giftigen Zustand der Verdammung durchdrungen war, weil der Fluch das Ergebnis der Kreuzigung ist. Das Gekreuzigtwerden ist nicht bewiesen. Im Gegenteil, was bewiesen ist, ist, dass aufgrund der Segnungen seiner Gebete, die im Laufe der Nacht im Garten [von Gethsema- ne] dargebracht wurden; und gemäß dem Willen des Engels, der in dem Traum von Pontius Pilatus Frau erschien7, um anzuraten, den Messias, Friede sei auf ihm, zu retten; und entsprechend der Ähn- lichkeit zum Propheten Jonas, der im Bauch des Fisches drei Tage überlebte, und die der Messias höchstpersönlich zur Illustration seiner Rettung angesprochen hatte, rettete Gott, der Erhabene, ihn vor dem Kreuzestod und dessen Folge, dem
„Fluch“. Seine verzweifelte Bitte von „Eli Eli lama sabachthani“8 wurde von Gott erhört. Dies ist ein
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7 Es ist keineswegs annehmbar und das Gewissen einer ge- lehrten Person würde auch nicht akzeptieren, dass während Gott, der Erhabene, bestimmt hat, den Messias zu kreuzigen, Sein Engel trotzdem unruhig war, weil er ihn befreien wollte, und dafür hier und da in [Pontius] Pilatus Herz Liebe für den Messias einflößte, die ihm sodann sagen ließ, dass er keine Sünde in Christus fände, weswegen der Engel hier und da in dem Traum von [Pontius] Pilatus Frau erschien und sagte, dass wenn Jesus Christus gekreuzigt werden würde, sie von Unglück befallen würden. Wie eigenartig ist es, dass ein Engel eine Meinungsverschiedenheit mit Gott hat.
8 Die Übersetzung lautet, „O mein Gott, O mein Gott, warum
klarer Beweis, der das Herz jeden Wahrheitssu- chers aus Freude höherschlagen lässt. Zweifellos ist es eine Frucht der Gnaden Ihrer Majestät, der Kaiserin von Indien, die den Namen des Messias, Friede sei auf ihm, von in etwa 1900 Jahre alten un- berechtigten Verleumdungen gereinigt hat.
Ich halte es nicht für angebracht, diesen be- scheidenen Vortrag weiter hinauszuzögern. Ich er- kenne, dass ich nicht in der Lage gewesen bin, den in meinem Herzen enthaltenen Grad der Begeiste- rung vollkommen zu übermitteln, um der Kaise- rin von Indien, möge Ihre Souveränität bestehen bleiben, meine Aufrichtigkeit, Loyalität und Dank- barkeit zu erweisen. Ich konnte diese Begeisterung nicht in vollem Maße zeigen. Demütig ende ich mit dem Gebet, dass Allah, der Erhabene, Der der Meister des Himmels und der Erde ist und einen schönen Lohn für gute Taten verleiht, der Wohltä- terin, der Kaiserin von Indien, möge ihre Souverä- nität bestehen bleiben, von uns aus einen großen Lohn vom Himmel gewährt. Möge Ihr eine solche Gnade verliehen werden, die nicht nur auf diese Welt beschränkt ist, sondern Ihr auch einen wah- ren und ewigen Wohlstand im Jenseits gewährt.
Möge Gott Sie glücklich halten und Ihr die
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hast du mich verlassen?“
Möglichkeiten verleihen, durch die Sie ewige Zu- friedenheit erhalten kann. Möge Er Seinen Engeln befehlen, das gesegnete Wesen der ehrenvollen Königin, die der Menschheit so gnädig ist, mit ih- rer Offenbarung zu erleuchten, die auf das Herz herabsteigt wie ein Blitz, es im Ganzen erhellt und eine außergewöhnliche Veränderung hervorruft.
O Herr, halte unsere Kaiserin von Indien in je- der Hinsicht für immer glücklich und möge es so sein, dass eine höhere Macht von Dir Sie zu Dei- nem ewigen Licht zieht und Sie in eine ewige und immerwährende Wonne eingeht, denn für Dich ist nichts unmöglich. Sagt alle Amien!
Vorgelegt von dem Demütigen,
Mirza Ghulam Ahmad
Qadian, Bezirk Gurdaspur (Punjab)
20. August 1899
Afghanistan 36
Ägypten 20
Anerkennung 18
Antwort 17, 21, 22
Bethlehem 23
Blut 32
Christen 24, 30, 32, 33, 34,
35, 37
Dankbarkeit 11, 16, 35, 39
Einheit 37
Elias 25
Engel 29, 43
Erkenntnis 16
Erlösung 34
Evangelium 33, 36
Fluch 32, 38
Frieden 19, 23, 24, 31
Friedenspolitik 16
Gerechtigkeit 16, 23, 24,
28
Geschenk 16, 17, 18, 21
Gewissen 17
Gnade 23, 25, 26, 28, 36,
39
Grab 36, 61
Güte 16, 18, 22, 27
Ḥakam 28, 29, 32
Herrschaft 18, 19, 21, 23,
29
Himmel 23, 24, 25, 26, 27,
28, 29, 34, 37, 39
Indien 4, 15, 17, 21, 22,
29, 30, 31, 39, 40
Islam 3, 4, 20, 31
JesusAS 25, 27, 32, 33, 36
Jihad 21, 30, 34
Johannes 25
Jonas 36, 38
Juden 36
Kabul 20
Kaiser 26
Kaschmir 36
Komfort 16
Königreich 28
Konstantinopel 20
Kreuz 35, 36, 38
Kreuzigung 38
Mekka 20
Menschenliebe 27
Messias 3, 23, 24, 25, 27,
28, 29, 32, 34, 35,
37, 38, 39
Mirza Ghulam Murtaza 19
Mirza Gul Muhammad 18
Mitgefühl 24, 27, 28
Naṣībain 36
Nazareth 23, 26, 27, 28,
29
Offenbarung 40
Lamm 24
Landfrieden 26
Licht 24, 25, 33, 34, 40
Liebe 15, 16, 24, 30, 33, 37
Mahdi 32
Medina 20
Qāḍī 28, 29, 32
Reformation 31
Regierung 16, 19, 20, 21,
23, 24, 25, 37
Regierungsführung 24
Religion 30, 31, 46
Retter 26
Schicksal 18
Schlangen 24
Schwert 31, 32
Selbstverteidigung 31
Sikhs 18, 19
Souveränität 18, 39
Srinagar 36
Syrien 20
Tuḥfa-e qaiṣariyya 16, 17,
18, 21
Urgroßvater 18
Wahrheit 28
Weisheit 23
Wissen 16, 17, 34
Wohlstand 11, 15, 17, 18,
22, 24, 39
Wolf 24
Wunder 36
Zeichen 35
Zwang 31
Vater 19
Die Verszählung des Heiligen Qur’an:
Der Heilige Qur’an beinhaltet 114 Suren, die jeweils aus einer unterschiedlichen Anzahl an Versen bestehen. Jede Sure, mit Ausnahme der neunten Sure, fängt mit der Eröffnungsformel, der tasmiya beziehungsweise basmala (bi-smillāhi r-raḥmāni r-raḥīm – Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen) an. In den Ausgaben des Heiligen Qur’an, die von der Ahmadiyya Muslim Jamaat veröffentlicht werden, wird diese Eröff- nungsformel immer als erster Vers der jeweiligen Sure gezählt. Andere Ausgaben berücksichtigen die basmala bei der Verszählung nicht, weshalb sich die Versangaben um einen Vers verschieben.
Im islamischen Sprachgebrauch werden hinter den Namen bestimmter Personen, denen Gott eine beson- dere Stellung gegeben hat, verschiedene Segensgebete (Eulogien) gesprochen. Folgende Abkürzungen wurden verwendet, deren vollständige Form im Arabischen (in deutscher Transliteration) ebenfalls im Folgenden ange- geben wird:
SAW ṣallallāhu ‘alaihi wa-sallam (taṣliya genannt) – Bedeutung: „Frieden und Segnun- gen Allahs seien auf ihm“ – wird nach dem Namen des Heiligen Propheten MuhammadSAW gesprochen.
AS ‘alaihi s-salām (taslīm genannt) – Be- deutung: „Friede sei auf ihm“ – wird nach dem Namen aller anderen Propheten gesprochen.
RA raḍiyallāhu ‘anhu / ‘anhā / ‘anhum – (tarḍiya genannt) – Bedeutung: „Möge Allah Wohlge- fallen an ihm/ihr/ihnen haben“ – wird nach den Namen der Gefährten des Heiligen Propheten MuhammadSAW oder des Verheißenen MessiasAS gesprochen.
RH raḥmatullāhi ‘alaih / raḥimahullāh – Bedeutung: „Möge Allah ihm Barmherzigkeit erwei- sen“ – wird nach den Namen von bereits verstorbenen besonderen rechtschaffenen Menschen gesprochen, die aber keine Gefährten des Heiligen Propheten Mu- hammadSAW oder des Verheißenen MessiasAS waren.
ABA ayyadahullāhu ta‘ālā bi- naṣrihi l-‘azīz – Bedeutung: „Möge Allah sein Helfer sein und ihn mit Seiner Kraft unterstützen“ – wird nach dem Namen des Kalifen der Zeit gesprochen.
Begriffserklärung Hadhrat: Ein Ausdruck des Re- spekts, welcher für eine Person von bewährter Recht- schaffenheit und Frömmigkeit verwendet wird.
In diesem Buch verwendete Umschrift
Die Umschrift der arabischen Wörter und Namen folgt dem von der Deutschen Morgenländischen Ge- sellschaft (DMG) empfohlenem Transkriptionssystem (lautgerechte Wiedergabe).
Bei der Umschrift in diesem Buch, die der folgen- den Tabelle folgt, wurde darauf Wert gelegt, dass die Aussprache des Originals möglichst erhalten bleibt und eine einfache Lesbarkeit gewährleistet wird. Insofern ergeben sich hier und da einige Unterschiede zu der in der Fachliteratur verwendeten Transliteration, bei der jedem Buchstaben ein Symbol entspricht, so dass die Umschrift eine vollständige Rekonstruktion des Origi- nals möglich macht.
Arabisch | DMG | Beschreibung | Laut- schrift |
ا | ʾ / a | in der Kehle gebildeter schwacher Explosionslaut, wie im deutschen vor jedem anlautenden Vokal gesprochen Kurzer Vokal a | [ʔ] [ʔ̴] [a] |
ﺏ | b | Konsonant b | [b] |
ﺕ | t | Konsonant t | [t] |
ﺙ | ṯ | stimmloses englisches th | [θ] |
ﺝ | ǧ | stimmhaftes dsch | [ʤ] |
ﺡ | ḥ | scharfes, ganz hinten in der Kehle gesprochenes h | [ħ] |
ﺥ | ḫ | raues ch wie in Bach | [χ] |
ﺩ | d | an den Zähnen gebildeter Konsonant d | [d] |
ﺫ | ḏ | stimmhaftes englisches th | [ð] |
ﺭ | r | stimmhaftes, gerolltes Zungespitzen-r | [r] |
ﺯ | z | stimmhaftes s | [z] |
ﺱ | s | stimmloses s | [s] |
ﺵ | š | stimmloses sch | [ʃ] |
ﺹ | ṣ | breites stimmloses s | [sˁ] |
ﺽ | ḍ | ein etwas dumpf klingendes stimmhaftes d | [dˁ] |
ﻁ | ṭ | dumpfes t ohne folgenden Hauchlaut | [tˁ] |
ﻅ | ẓ | dumpfes, stimmhaftes s | [zˁ] |
ﻉ | ʿ | ungewöhnlich gepresster, ganz weit hinten gebildeter a-haltiger Kehllaut | [ʕ] |
ﻍ | ġ | ein erweichter, dem Gaumen-r ähnlicher Buchstabe (wie das r in Rauch) | [ɣ] |
ﻑ | f | Konsonant f | [f] |
ﻕ | q | ein hinten am Gaumensegel gesprochenes k ohne folgenden Hauchlaut | [q] |
ك | k | Konsonant k | [k] |
ﻝ | L | Konsonant l, außer in Allah | [l] |
ﻡ | m | Konsonant m | [m] |
ﻥ | n | Konsonant n | [n] |
ﻩ | h | kräftig artikulierter Konsonant h | [h] |
و | w/u | Konsonant w Kurzer Vokal u | [w] [u] |
ي | y/i | Konsonant j Kurzer Vokal i | [j] [i] |
Kurzvokale werden als a, i, u geschrieben, Langvokale als ā, ī, ū.
Folgende Wörter unterliegen entweder konventi- onsmäßig oder der Lesbarkeit halber nicht oder nur be- dingt den DMG Umschriftregeln. Eigennamen werden in der Regel nicht transliteriert:
Unsere Konvention | DMG |
Abu Bakr | abū bakr |
Ahadith | aḥādīṯ |
Ahmadiyya | aḥmadiyya |
Ali | ʿalī |
Allah | allāh |
Amin | āmīn |
Dschihad | ǧihād |
Fatwa | fatwā |
Hadhrat | ḥaḍrat |
Hadith | ḥadīṯ |
Hadsch | ḥaǧǧ |
Hafis | ḥāfiẓ |
Hidschra | hiǧra |
Hudhur | ḥuḍūr |
Imam | Imām |
Inshallah | inšāʾallāh |
Islam | islām |
Jalsa Gah | ǧalsa gāh |
Jalsa Salana | ǧalsa sālāna |
Jamaat | ǧamāʿah |
Kalif / Khalifa | ḫalīfa |
Khutba | ḫuṭba |
Kalifat / Khilafat | ḫilāfa |
Khadija | ḫadīǧa |
Khalifat-ul- Masih | ḫalīfatu l-masīḥ |
Majlis-e Mushawarat | maǧlis-e mušāwarat |
Majlis-e Shura | maǧlis-e šūrā |
Medina | madīna |
Mekka | makka |
Moschee | masǧid |
Muhammad | muḥammad |
Nikah | nikāḥ |
Qurʾan | qurʾān |
Quraisch | quraiš |
Ramadan | ramaḍān |
Ruhani Khazain | rūḥānī ḫazāʾin |
Scharia | šarīʿa |
Sura | sūra |
Usman | ʿuṯmān |
Umar | ʿumar |
Zakat | zakat |

Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadianas (1835-1908)
Der Verheißene Messias und Mahdias, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, wurde 1835 in Qadian (Indien) geboren und widmete sein Leben dem Studium des Heiligen Ko- ran, dem Gebet und der Hingabe zu Gott. Als er bemerkte, dass der Islam von allen Seiten mit haltlosen Vorwürfen angegriffen wurde und die Muslime nicht in der Lage waren, darauf zu reagieren, verteidigte er als Imam und Stimme der Zeit den Islam und stellte die unverfälschten Lehren des Islam in ihrer Ursprünglichkeit wieder dar.
In seinem umfangreichen Gesamtwerk an Schriften, Vorlesungen, Reden und religiösen Diskursen etc., erörtert er, dass der Islam den einzigen lebendigen Glauben dar- stellt, durch dessen Befolgung der Mensch eine tiefgehen- de Beziehung zu seinem Schöpfer herstellen kann.
Er erklärt, dass Gott ihn gemäß der Prophezeiungen in der Bibel, im Heiligen Koran und in den Überlieferungen des Heiligen Prophetensaw des Islam (Ahadith) zum Mes- sias und Mahdi ernannt hat. 1889 begann er, Mitglieder in seine Gemeinde, die Ahmadiyya Muslim Jamaat, auf- zunehmen, die mittlerweile in über 206 Ländern verbrei- tet ist und mehrere zehn Millionen Mitglieder umfasst. Er schrieb mehr als 80 Bücher in Urdu, Arabisch und Persisch. Nach dem Tod des Verheißenen Messiasas im Jahre 1908 traten Kalifen seine Nachfolge an, um seine Aufgaben fortzuführen. Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, Khalifatul Masih Vaba, ist das derzeitige Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat und der fünfte Nachfolger des Verheiße-
nen Messiasas.
Hintergrund
In allen großen Religionen gibt es Prophezeiungen über das Erscheinen eines großen Propheten und Refor- mers, der zu der Zeit erscheinen würde, wenn die Welt von Egoismus und Unglauben geprägt sein würde. So hat auch Jesusas seine Wiederkehr angekündigt und Zeichen für dieses Ereignis genannt.
Im Christentum wird dies Parusie (griech. Ankunft) genannt. Der Heilige Prophet Muhammadsaw hat ebenfalls eine Vielzahl von Prophezeiungen überliefert, in denen von der Wiederkunft Jesusas und dem Auftreten des Imam Mahdi die Rede ist.
Indes bestehen über die Art und Weise, wie die- se Prophezeiungen eintreten werden, bei Christen und Muslimen verschiedenartige Anschauungen. Orthodoxe Muslime glauben, Jesusas sei lebendig in den Himmel auf- gefahren und befinde sich dort körperlich im Paradies an Gottes Seite, und eines Tages wird er herabsteigen und die Welt der Ungläubigen mit Waffengewalt besiegen.
Wiederkunft von Jesusas
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat hingegen sagt, dass ein solches Denken der Weisheit Gottes widerspricht. Es ist unsinnig anzunehmen, Jesusas befinde sich mit seinem Körper aus Fleisch und Blut in einem Paradies über den Wolken, wo er täglich Nahrung zu sich nehmen muss und anderen Verrichtungen unterliegt, denen ein Mensch auf-
grund seiner körperlichen Beschaffenheit nachgehen muss. Das Paradies, so ist aus den heiligen Schriften der Menschheit zu entnehmen, ist kein materieller Ort, son- dern ein geistiger Zustand, in dem sich die Seele befin- det. Gott ist kein Wesen aus Materie, sondern jenseits von Werden und Zerfall, wie es dem Körper eigen ist. Er ist auch nicht an einen materiellen Ort gebunden, so dass die
„Himmelfahrt“ von Jesusas nicht bedeuten kann, dass er zu einem bestimmten Ort im Universum aufgestiegen ist, vielmehr kann man sich Gott tatsächlich nur im spirituel- len Sinne nähern, denn nur Ehrfurcht und geistige Verhal- tensweisen, wie Hingabe, Demut und Liebe erreichen Ihn, nicht aber Materielles.
Wenn Jesusas aber nicht mit seinem Körper zu Gott ins Paradies aufgestiegen ist, wo ist er dann? Und wie wird seine Wiederkunft aussehen, von der zahlreiche Prophe- zeiungen verschiedener Religionen sprechen?
Der Heilige Koran erklärt, dass Jesusas eines natürli- chen Todes auf Erden gestorben ist. Nach Hadhrat Mir- za Ghulam Ahmadas überlebte Jesusas die Kreuzigung in Bewusstlosigkeit und wanderte dann zu den verlorenen Stämmen vom Hause Israel bis nach Kaschmir aus, wo er auch begraben liegt (4:158 und 23:51). Sein Grab im Kha- nyar-Viertel der Stadt Srinagar ist heute noch zu besichti- gen. Zudem sagt Gott in weiteren 30 Versen des Heiligen Korans, dass Jesusas auf der Erde gestorben ist. Wie aber kann dann seine Wiederkunft stattfinden?
Der Verheißenen Messias, Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS im Verlag Der Islam
Die Philosophie der Lehren des Islam
2012, gebunden, 272 Seiten
ISBN 978-3-932244-80-3
Die Arche Noahs. Die Festung des Glaubens
2011, gebunden, 196 Seiten
ISBN 978-3-944277-47-9
Die Essenz des Islam – Band 1. Auszüge aus den Schriften, Reden und Bekanntmachungen des Verheißenen MessiasAS
2016, gebunden, 604 Seiten
ISBN 978-3-939797-10-4
Befreiung von der Sünde
2012, gebunden, 80 Seiten
978-3-932244-04-9
Jesus in Indien
2004, broschiert, 164 Seiten
ISBN 3-921458-39-0
Der Vortrag von Ludhiana. Über die Wahrhaftigkeit des Verheißenen MessiasAS
2012, gebunden, 112 Seiten
ISBN 978-3-932244-95-7
Der Vortrag von Lahore. Über Gotteserkenntnis und Sün- de im Islam im Vergleich zu Christentum und Hinduismus.
2011, broschiert, 95 Seiten
ISBN 3-921458-77-3

Der Vortrag von Sialkot. Über die Endzeit, Jesu Tod und Prophezeiungen
2012, gebunden, 104 Seiten
ISBN 978-3-932244-96-4
Die Quelle des Christentums
2016, gebunden, 126 Seiten
ISBN 978-3-944277-58-5
Eine Auswahl aus den Schriften des Verheißenen Messi- asAS
2015, gebunden, 132 Seiten
ISBN 978-3-944277-34-9
Die Wahrheit über den Mahdi
2015, broschiert, 96 Seiten
978-3-944277-49-3
Die verborgene Wahrheit. Über die Kreuzigung von Hadhrat JesusAS
2015, gebunden, 80 Seiten
978-3-944277-42-4
Ein Geschenk für An-Nadwah. Ein Essay über das Erken- nen eines wahren Propheten,
2015, broschiert, 72 Seiten
978-3-944277-51-6
Die grüne Bekanntmachung. Eine Abhandlung über den Tod von Bashir
2016, broschiert, 80 Seiten
ISBN 978-3-944277-69-1

Die Sündlosigkeit der Propheten. Wie kann Erlösung erlangt werden und was ist die wahre Bedeutung von Erlösung?
2017, broschiert 104 Seiten
978-3-939797-41-8
Der Rückblick
2013, broschiert, 48 Seiten
978-3-944277-27-1
Argumente des Islam
2013, gebunden, 88 Seiten
978-3-944277-13-4
Die Himmlische Entscheidung
2013, gebunden, 108 Seiten
978-3-94427701-1
Botschaft der Versöhnung
2014, gebunden, 80 Seiten
978-3-944277-36-3
Die Segnungen des Gebetes
2010, broschiert, 46 Seiten
ISBN 978-3-932244-60-5
Das Testament – Al-Wassiyat
2008, broschiert, 72 Seiten
78-3-932244-14-8

Ziele erklärt. Die Natur der Engel, der Seele und der Offen- barung
2011, broschiert, 88 Seiten
978-3-932244-24-7
Al-Qaseeda – Lobeshymne auf den Heiligen Propheten MuhammadSAW
2012, broschiert, 54 Seiten
978-3-932244-99-5
Die Notwendigkeit des Imam
2013, gebunden, 116 Seiten
978-3-932244-86-5
Drei Fragen eines Christen und die Antworten darauf
2011, broschiert, 88 Seiten
978-3-932244-78-0
Antworten des Verheißenen MessiasAS
2015, gebunden, 120 Seiten
978-3-944277-39-4
Was ist der Unterschied zwischen einem Ahmadi und einem Nicht-Ahmadi?
2017, broschiert, 80 Seiten
978-3-939797-40-1
Offenbarung, Vision, Wahrtraum
1991, broschiert, 48 Seiten
3-921458-71-4

Werke über den Verheißenen Messias,
Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Das gesegnete Leben. Eine Biografie des Verheißenen Messias und Begründers der Ahmadiyya Muslim Jamaat Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS
Shaikh Abdul Qadir
2017, gebunden, 728 Seiten
ISBN 978-3-939797-39-5
Mirza Ghulam Ahmad von QadianAS
Iain Adamson
1991, broschiert, 204 Seiten
ISBN 3-921458-72-2
Spiegel der Schönheit
Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA 1992, broschiert, 84 Seiten
ISBN 3-921458-54-4
